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Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Mo Nov 16, 2015 5:50 pm

Windmühlen von Nevaio City

Im Süden von Nevaio City befinden sich riesige Windmühlen, die im Winter besonders schön aussehen wenn der Schnee auf ihren Blättern liegt. Sie befinden sich auf Anhöhen, sind aber für Unbefugte nicht betretbar. Trotzdem ist die Aussicht von dort recht schön.

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Mo Nov 16, 2015 7:12 pm

cf: Pokemon Center, Nevaio Citymit Rekken Reeve | 28
Es war noch recht früh gewesen als Saari das Pokemon Center verlassen hatte. Silvester schlief (natürlich) noch, und obwohl Saari versucht hatte sich noch im Zimmer zu beschäftigen wurde ihr das mit der Zeit langweilig, so dass sie das Gebäude kurzerhand verließ - im Schlepptau Reeves Fiffyen und Macbeth, der auch bereits auf den Beinen war und genau wusste, was heute auf ihn zukam: Training!
Draußen war es noch dunkel, doch die Koordinatorin wusste, dass es bald hell werden würde. Nur selten war sie so früh wach, dass sie den Sonnenaufgang noch mitbekam - doch wenn sich die Chance schon einmal zeigte sollte man sie auch ergreifen! Das weißhaarige Mädchen suchte gemeinsam mit ihrem Mogelbaum eine Anhöhe aus, auf der eine große Windmühle stand. Über eine alt aussehende Holztreppe konnten sie nach oben kommen und sich dort im Gras niederlassen, während die Windmühle im Hintergrund knarrte. Abenteuerlustig wie Saari war hatte sie sich natürlich erst einmal versichert ob man in die Windmühlen reingehen konnte - leider war das eine Fehlanzeige, so dass sie die interessante Tour durch eine Windmühle wohl oder übel verschieben musste.
Bevor sich die beiden ans Training machten setzten sie sich an den Rand der Anhöhe und ließen die Beine baumeln. Reeves Fiffyen hatte sich neben Saari ins Gras gelegt, den Kopf auf den Vorderpfoten abgestützt. Die drei saßen nicht lange dort, so wollten sie doch einfach nur den Sonnenaufgang beobachten, der gerade im vollen Gang war. Die Dunkelheit wich und langsam wurden die Dächer der Häuser und die Berge in der Ferne in ein schönes Orange getaucht, während einzelne Sonnenstrahlen durch die Kronen der Bäume fielen und in kleinen Punkten auf die Erde fielen. Ein atemberaubender Anblick! Wäre Silvester hier gewesen wäre es noch schöner gewesen, aber der verschlief ja immer alles, was schön war...!
Saari wandte den Blick zum Fiffyen, das aus halbgeschlossenen Augen die helle Scheibe beobachtete, die immer höher in den Himmel schwebte. "Ich möchte dich so schnell wie möglich wieder zu deinem Trainer bringen, ja?", sprach Saari das graue Pokemon an, das daraufhin mit den Ohren zuckte und den Kopf hob. Ein, zwei Mal wurde gezwinkert, sich über die Nasenspitze geleckt und anschließend genickt. "Aber vorher muss ich deinen Trainer suchen, und bis jetzt habe ich keine Ahnung wo er sich aufhält." Ein erneutes Nicken folgte. "Also tu mir bitte den Gefallen und bleib bei mir, solange wir ihn suchen, ja? Ich kann dich in keinen Pokeball zurück rufen und ich möchte dich auch nicht verlieren, weil du plötzlich wegläufst. Macbeth kann dich ja nicht immer tragen." Gespannt wartete Saari auf eine Reaktion des Fiffyens, die allerdings auf sich warten ließ. Verdattert blickte das Pokemon Saari an und das Mädchen hatte bereits die Hoffnung aufgegeben, dass er sie verstanden hatte, dann plötzlich nickte er und leckte ihr über die Hand. "Wunderbar!", meinte sie und hob die sabberbedeckte Hand um dem Pokemon über den Kopf zu streicheln, dann stand sie auf und blickte zu Macbeth, der sich beinahe gleichzeitig erhob. "Dann wollen wir mal. Für heute stehen zwei Attacken auf dem Plan, die aber nicht so schwer sind.", erklärte sie und klopfte sich das Kleid ab. Gemeinsam gingen sie vom Abgrund weg (das Fiffyen folgte und setzte sich dann an die Windmühle) und Saari stellte sich gegenüber von Mogelbaum. "Wenn du die Attacken perfekt beherrschst können wir auch schon die Choreo üben, aber lassen wir uns damit Zeit." Sie lächelte und Macbeth nickte. "Gut, die erste Attacke... Doppelteam." Doppelteam war eine Attacke die gerade bei Wettbewerben gerne genutzt wurde - auch Saari fand sie unheimlich gut für Vorführungen, schließlich hatte man so viel mehr "Pokemon" die irgendetwas machen konnten und damit auch mehr Tiefe im Auftritt.
Macbeth nickte und sah Saari abwartend an. Das Mädchen strich sich die Haare aus dem Gesicht und nickte ihm ebenfalls zu. "Offenbar lässt sich die Attacke mit schnellen Bewegungen üben.", erklärte sie und beobachtete dann, wie Macbeth sich erst einmal warm mache. Es wurde dort und hierhin gelaufen, hier gehalten, dort drüben gerannt... immer so weiter. Ein Glück, dass Macbeth ein fitter Kerl war (Tanzen hielt ja bekanntlich fit!), so dass er schnell aufgewärmt war und sich bereit wieder vor Saari stellte. "Du kannst am besten tanzen, versuch also deine Tanzbewegungen zum Doppelteam zerfließen zu lassen.", schlug sie vor.
Die nächste Zeit verlief dann relativ unspektakulär. Macbeth gab jedes Mal sein bestes, seine Bewegungen zu verschnellern und ab und zu schaffte er es sogar, ein Abbild von sich zu erschaffen woraufhin Saari ihn nur so mit Komplimenten zuballerte - woraufhin Macbeth natürlich der Ehrgeiz packte und er fleißig weiter machte. Es dauerte ungefähr anderthalb Stunden bis das Mogelbaum den Dreh raus hatte und zwei Kopien von sich erschaffen konnte. "Unglaublich!", staunte Saari und ging um die Kopien herum. "Die sehen ja echt aus wie du!", grinste sie, stellte sich dann aber wieder vor Macbeth. Nun ging es nur noch an das Einüben und die Feinschliffe, denn keine Attacke war bei Erlernen sofort perfekt. Doch Macbeth schien das Training Spaß zu machen, vor allem vermutlich weil er so viel Tanzen konnte wie er wollte und es ihn zusätzlich auch noch stärkte!

Als Saari ihre Tasche öffnete und geschmierte Brote herausholte wachte auch Reeves Fiffyen wieder auf, das in der Morgensonne eingeschlafen war. Mittlerweile war es schon Vormittag und Saaris Magen knurrte - und eine gute Trainerin machte schließlich Brote und PokeSnacks wenn sie unterwegs war, vor allem Training war ja sehr anstregend! Macbeth hatte sich eine Pause auch redlich verdient, denn mittlerweile beherrschte er Doppelteam beinahe schon perfekt! Saari ließ sich ins Gras nieder und stellte den beiden Pokemon eine Tüte mit Knurpsen hin, die sie am Morgen noch gekauft hatte. Beide Pokemon stürzten sich gierig auf das Essen und ein Konzert aus Schmatzen und Sabbern entstand, das Saari zum Grinsen brachte.
Nach dem Mittagessen war erst einmal Mittagspause angesagt..! Mit vollem Magen sollte man bekanntlich nicht schwimmen gehen, und erst Recht nicht trainieren! Während Macbeth und das Fiffyen sich also ausruhten und im Gras dösten hatte Saari ihren Nintendo 3DS aus der Tasche geholt, sich an Macbeth gelehnt und das Spiel gestartet - durfte man ja auch mal! Saari spielte momentan ihr Lieblingsspiel - Ein Remake von Pokemon Kristall. Hah, was eine Ironie, ein Pokemon Videospiel zu spielen wo es doch echte Pokemon gab! Trotzdem fand Saari daran irgendwie ihren Spaß, schließlich konnte sie in den Spielen auch mal Trainer sein und auch kein schlechter; anders als im echten Leben, ha.. Außerdem war sie so wieder in Johto! Einem verpixelten, mit 8-bit Musik untermalten Johto, aber der Gedanke zählte!

Nach der Mittagspause ging das Training dann weiter. Allerdings beschäftigten sich die beiden nur noch wenig mit Doppelteam, denn Macbeth beherrschte die Attacke so langsam perfekt. Ein, zwei Feinschliffe noch, dann wäre es passend für den Wettbewerb, aber das war im Handumdrehen geübt und dann ging es an die nächste Attacke. "Ich bin stolz auf dich, Macbeth.", lächelte sie und streichelte dem Mogelbaum über den Kopf. "Die nächste Attacke wird ein wenig schwieriger, aber das schaffst du bestimmt. Sandsturm.", klärte sie ihr Pokemon auf, das daraufhin nickte. Saari und Macbeth hatten Sandsturm schon öfter geübt, allerdings nie zu Ende "perfektioniert". Das Mogelbaum konnte den Sand zwar heraufbeschwören, allerdings noch nicht richtig kontrollieren, was aber für den Wettbewerb sehr wichtig war. Einerseits natürlich damit weder die Jury noch die Zuschauer getroffen wurden, andererseits weil man mit einem steuerbaren Sandsturm viele schöne Dinge machen konnte.
In diesem Training würde es also darum gehen, den Sand kontrollieren zu lernen - eine Aufgabe bei der Saari ihrem Pokemon leider kaum helfen konnte, außer indem sie es anfeuerte. Beim Doppelteam hatte sie Tipps geben können, die sie irgendwo mal gelesen hatte. Zu Sandsturm hatte sie allerdings nicht so viel gefunden und wenn, dann nur wie die Pokemon ihn heraufbeschworen konnten und nicht wie man ihn bändigte. Es ging also nur eines: Üben, üben, üben. Es war wirklich ein Kampf, diesen Sand zu kontrollieren. Nicht selten bekamen Saari und das Fiffyen die kleinen Körner ab, wurden davon aber nicht groß verletzt. Hin und wieder feuerte sogar das Fiffyen den langen Baum an, hielt dann aber schnell wieder den Mund als Sand hinein geflogen kam. Saari ließ aber nicht davon ab, Macbeth anzufeuern und zu stärken. Ab und zu legten sie eine Pause ein und das Mogelbaum streckte sich oder tanzte ein wenig um sich locker zu machen und seine Gedanken wieder zu fassen. Beim Lernen war es ja nicht anders. Wenn man sich zu lange versuchte auf irgendetwas zu konzentrieren klappte das irgendwann nicht mehr und dann machte man eine Pause und bewegte sich ein wenig und schon funktionierte das ein wenig besser.
Gerade Reeves Fiffyen half dem Mogelbaum, sich ein wenig abzulenken. Die beiden spielten ein wenig, kämpften aber nicht ernst gegeneinander. Vermutlich weil Macbeth wusste, dass das Pokemon noch sehr jung war und auch noch nicht groß trainiert. Ab und zu spielten sie auch Fangen, je nachdem auf was das Unlichtpokemon so Lust hatte, und dann ging es wieder an den Sandsturm. Die Bewohner von Nevaio City wunderten sich vermutlich schon, weshalb vor der Windmühle ständig Sand aufstieg und dann wieder fiel.. aber da sich bisher noch niemand beschwert hatte kümmerte Saari das nur wenig.

Ein Glück hatte sie Silvester einen Zettel hinterlassen auf den sie geschrieben hatte, dass sie trainieren war. Denn mittlerweile dämmerte es bereits und als das kleine Grüppchen sich wieder ins Gras setzte um Abend zu Essen war es schon fast dunkel. Nur noch wenig Licht tauchte die Welt in eine Mischung aus Orange und Violett, was wirklich unheimlich schön aussah - schöner sogar als der Sonnenaufgang am Morgen!
Sie hatten nun den ganzen Tag damit verbracht zu trainieren und mittlerweile hatte Macbeth den Bogen raus, wie man den Haufen Sand kontrollieren konnte. Natürlich funktionierte es noch nicht perfekt, aber er konnte es. Er wusste wie es ging und wie zuvor beim Doppelteam ging es nun nur noch um den Feinschliff, den man üben musste. Doch Saari war unglaublich stolz auf ihr Pokemon! Der Tag war sehr anstregend gewesen und auch trotz der verschiedenen Ruhephasen (und dem guten Essen) war es sehr nervenaufreibend gewesen, so dass alle Beteiligten vermutlich k.o. ins Bett fielen wenn sie am Pokemon Center angekommen waren.
Jetzt saßen sie wieder an der Anhöhe. Macbeth hatte seinen Kopf gegen Saaris Schulter gelehnt und ließ die Beine baumeln, so wie Saari ihren Kopf gegen Macbeths Kopf gelehnt hatte und auch ihre Beine baumeln ließ. Das Fiffyen hatte seinen Kopf auf ihren Schoß gelegt und war eingenickt. Das Mogelbaum hatte die Augen zwar geschlossen doch Saari hatte den Eindruck, dass es noch nicht schlief. Vielleicht war da irgendein.. Beschützerinstinkt oder so im Gange, dass er Saari nicht einfach so "sich selbst" überlassen wollte. Ihre anderen Pokemon waren ja schließlich noch im Pokemon Center. Niemals hätte Saari gedacht, dass sie bis Abends hier sein würden - aber so wie es gelaufen war war es eben gelaufen und das war schon gut so.
Saari hatte ihren Nintendo wieder herausgeholt und das Spiel gestartet, allerdings ohne den Ton damit Reeves Fiffyen nicht wach wurde. Gerade war sie beim Arenaleiter von Dukatia City und bei dem Gedanken daran, wie oft sie dort mit ihren Eltern einkaufen war ließ sie Grinsen. Saari fasste den Entschluss, ihren Eltern bald mal wieder zu schreiben oder sie anzurufen. Sie wollte ja schließlich auch wissen wie es Mercutio ging! Von ihrem Bluzuk hatte sie schon länger nichts mehr gehört, vielleicht war es ja mittlerweile auch ein Omot geworden...! Sie grinste und konzentrierte sich dann wieder auf das Spiel, bis ...

... sie ein Geräusch hinter sich hörte. Kurz zuckte sie erschrocken zusammen und Macbeth hob den Kopf um sich umzusehen. "Wer ist da?", fragte sie in die Abenddämmerung hinein und verengte die Augen um etwas auszumachen. Da stand wohl irgendwer, aber so genau konnte Saari das nun nicht erkennen. Vorsichtig, um das Fiffyen nicht zu unsanft aus dem Schlaf zu reißen, stand Saari auf und drehte sich um. Der 3DS war noch immer geöffnet und leuchtete zumindest ein wenig in die Richtung aus der sie das Geräusch gehört hatte...
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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam Fr Nov 20, 2015 8:22 pm



cf. Das Pokémon Center von Nevaio City, Nevaio City

Es war schon spät, der Auftrag erledigt (oder zumindest angefangen, ha ha) und er war fix und alle - wie anstrengend andere Menschen doch auch immer waren! Er konnte es einfach nicht glauben; ungeheuerlich war das, einfach nur ungeheuerlich.
Er war gerade auf einem Spaziergang durch die Umgebung Nevaio Citys, er hatte sich hier ein Zimmer in einem Hotel genommen (in dem Pokémon Center würde er es einfach nicht mehr länger aushalten ...) und sah in der Ferne plötzlich ein kleines Licht auffachen. Was ist denn das?, fragte er mit skeptischer Stimme in seinem Innerem sich selbst.
Da ... da war doch so ein Mädchen ... weiße Haare ... Er stutzte. Hey. Hatte er nicht genau so ein Mädchen in seinem seltsam bizarrem Traum letzte Nacht gesehen? Oder so? ... Ach nein, er war sich einfach nicht sicher. "Hey", rief er von Weitem zu ihr hin, denn er fand es seltsam, wie sie den Weg ausleuchtete - mit einem 3DS. Er hob skeptisch eine Augenbraue. "Was tust du da?", fragte er, dabei ihre Frage, die er noch mitbekommen, aber eben nicht mehr behalten hatte, und das auch noch nicht einmal in leiser Lautstärke; er war einfach ein Trampel.
Er näherte sich dem Mädchen und hob immer wieder nur durchgehend durch die Augenbrauen; hatte er sie schon einmal gesehen? Hatte er sie noch nie gesehen? Er konnte es einfach nicht beantworten ...! "Sieht obskur aus", gab er trocken von sich, als er die Tätigkeit des Mädchen, irgendetwas mit dem 3DS auszuleuchten, kommentierte. Auf was für Gedanken diese heutige Jugend auch nur kam ...! Das war ja schon makaber! Richtig unheimlich, wofür technische Errungenschaften so per se genutzt werden konnten.

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Fr Nov 20, 2015 9:51 pm

mit Rekken Reeve | 29
Mit zusammengekniffenen Augen sah Saari der Silhouette entgegen, die auf sie zu kam. Gut, sie hatte nun auch wirklich nicht die beste Lichtquelle, die es auf der Welt gab - so atemberaubend war das Licht vom 3DS nämlich nicht, vor allem nicht als Taschenlampe, hah.. Und das schien auch der Kerl zu denken, der bald in das spärliche Licht trat und Saari einen komischen Blick zu warf, den das Mädchen nicht ganz deuten konnte. "Ähm... Hey.", erwiderte Saari die Begrüßung des Fremden und hob eine Augenbraue. Kaum, dass er nachfragte was sie da tat hatte sie die Spielekonsole schon wieder etwas erhoben, nun aber doch wieder zu sich gewandt um nicht wie der letzte Vollidiot auszusehen. "Versuchen auszumachen, wer da auf mich zu kommt.", gab sie also in einem Tonfall zurück, der weitesgehend lässig klingen sollte. "Das geht im Dunkeln bekanntlich nicht so gut.", fügte sie an und sah zur Seite zu Macbeth, der sich bereits ein Stück vor sie geschoben hatte und den Gegenüber skeptisch ansah. Man konnte ja nie wissen, wer da aus den Schatten trat! Ihre Eltern hatten ihr mehr als ein Mal eine Predigt darüber gehalten, wie gefährlich manche Menschen da draußen sein konnten - vor allem zu kleinen Mädchen wie sie eines war. Seit der Sache mit Alistair am See des Zorns ging Saari ohnehin viel vorsichtiger mit anderen Menschen um als sie es davor getan hatte, einfach als.. Schutzmaßnahme, auch wenn sie manchen Leuten damit vielleicht Dinge zuschrieb, die gar nicht auf sie zutrafen. Aber lieber ein Mal zu viel vorsichtig als ein Mal zu wenig, nicht wahr?

Saari nutzte den Moment als er näher trat um den Fremden etwas genauer zu mustern. ... Komisches Aussehen. Pinke Haarsträhnen und eine pinke Brille? Wie.. funky. Oder so. Saari legte den Kopf kurz schief und runzelte die Stirn - irgendwo her kam ihr der Mann bekannt vor, aber sie konnte bei Arceus nicht sagen woher. Vermutlich war das nur einer dieser gruseligen Déjà-Vu Momente die man machmal im Leben so hatte und die einfach keinen Sinn machten - zumindest fühlte es sich genau so an.
"... Obskur?", wiederholte Saari ungläubig und klappte die Spielekonsole zu. Sie dürfte nur nicht vergessen zu speichern, ohje.. Wenn der DS ausging, ohne dass sie gespeichert hatte.. dann würde sie diesem Kerl an die Gurgel springen, ohja! "Sehr obskure Art, sich auszudrücken.", erwiderte Saari und ließ die Mini-Konsole in ihrer Tasche verschwinden. Macbeth stand noch immer halb vor Saari, die Arme verschränkt und der Blick grimmig auf den Fremden gerichtet. Saari hätte ihrem Pokemon ja gerne eine Entwarnung gegeben, aber er sah nun wirklich nicht sehr.. vertrauenswürdig aus. Die Reaktion des Mogelbaums konnte Saari also doch schon nachvollziehen, keine Frage.

Und wie ging es jetzt weiter? Unterhielt man sich jetzt ganz normal mit jemandem, den man nicht kannte und der einem selbst aus den Schatten begegnet war? Irgendwie komisch. Sehr komisch. Wäre Silvester doch nur hier, der wüsste, was zu tun war. Die Beine in die Hand nehmen und weglaufen war schließlich auch ein wenig... obskur. Stellte man sich jetzt vor? Auch das kam Saari komisch vor. "Hey, du kennst mich nicht und ich kenn dich nicht und wir unterhalten uns erst seit 2 Sekunden, aber ich bin Saari!". Nein, besser nicht. Das Mädchen entschied sich dazu, erst einmal zu schweigen - vielleicht hatte der Typ ja eine Idee wie es weiter gehen sollte.

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam Sa Nov 21, 2015 1:55 pm



Er hob eine Augenbraue. Aha-aha. Das machte also das kleine Mädchen da, was ihm irgendwo so bekannt vor kam, aber irgendwie auch nicht. Vielleicht hatte er sie eher noch in einer Zeitung gesehen als in seinem Traum? Wäre ja echt gruselig! Er schüttelte sich aus von außen nicht ersichtlichen Gründen und schüttelte nur sprachlos den Kopf. Die weißen Haare bestätigten sich, je näher er ihr kam, aber das orangefarbene Licht war auch etwas, was die genaue Identifikation der Haarfarbe ein wenig erschwerte. Er legte den Kopf schief, die Hände ruhig in seinen Hosentaschen und hinter ihm folgte ihm sein Galagladi, getauft Handlanger, mit missmutiger Miene, die sich aber sofort änderte, als er das kleine Mädchen sah - er durfte ja nicht einfach böse Miene machen, wenn ein kleines Mädchen in der Nähe war!
Sherlock aber fand das Mogelbaum, wie es sich so vor das kleine Mädchen schob, ziemlich seltsam. Er war ja kein gemeiner Krimineller oder so! ... Ha, ha, ha. Wer das glaubte, der lag gewaltig daneben.

Das kleine Mädchen sah anders als, wie er es in dem schwachen Schein - das gesamte Licht des multifunktionalen Spielgerätes warf sich ja nur auf ihn und nicht auf sie - erkennen konnte; dieser Gothic-Look ... "Obskur", wiederholte er bestätigend, "Es ist eine Art, sich auszudrücken, ja, das ist sie wohl. Vielmehr frage ich, ob du wirklich weißt, was "obskur" heißt oder nur eines dieser Nachahmer-Kids bist." Er sah sie mit einem skeptischem Blick an. Na, das konnte ja heiter werden, die Dame ... hm. "Kennen wir uns?", fragte er also, plump dahergeredet wie er manchmal war, aber das Abbild ließ ihn einfach nicht los. Irgendwie hatte er ein böses Gefühl; irgendwie ja - so ein Gefühl, das ihm sagte, er solle besser aufpassen, ansonsten würde er noch angezündet werden ... Aber da war ja vollkommener Schwachsinn! ... Oder?

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Sa Nov 21, 2015 6:58 pm

mit Rekken Reeve | 30
Saari gefiel der Blick nicht, mit dem der Fremde sie ansah. Irgendwie.. als würde er angestrengt über etwas nachdenken was sie betraf, aber zu keiner Lösung kommen. Ungefähr so wie sie vermutlich, die sich den Kopf darüber zerbrach, woher sie ihn wohl kannte. Er kam ihr.. so bekannt vor! Als hätten sie sich schon gesehen und würden sich sogar kennen, aber... nun, solche Déjà-Vu Momente waren einfach nicht zu deuten. Irgendwann würde sie sich damit mal näher beschäftigen, da war sie sich sicher - und dann würde sie es deuten können wenn sie wieder in so eine Situation kam...! Vermutlich nicht, ha. Erstmal gab es bestimmt keine "Déjà-Vu Experten" und dann war es vermutlich auch Humbug, solche Phänomene überhaupt verstehen zu wollen. Manches lag einfach außerhalb der Macht von Menschen.
Saaris Blick wandte sich vom Mann, der näher kam, zu seinem Begleiter, den Saari bisher noch gar nicht bemerkt hatte. Ein Galagladi, wie die Koordinatorin deutete, und ein durchaus niedliches! Das weißhaarige Mädchen weitete die Augen und starrte das Psycho-Pokemon an, hielt sich jedoch in Zaum - sie wollte kein wildfremdes Pokemon umspringen und umarmen, hah... "Oh, was ein schönes Pokemon!", sprach sie also stattdessen und lächelte das Galagladi fröhlich an, dessen Gesichtsausdruck sich auch recht schnell von "grimmig" in "freundlich" gewandelt hatte. Ob das an ihrer Aussage lag oder einfach, weil es nicht grimmig rüber kommen wollte vermochte Saari nicht zu beurteilen. Auch Macbeth hob kurz eine Hand und winkte dem Psycho-Pokemon zu, doch genau so schnell sank der Arm wieder und schloss sich erneut vor seiner Brust mit dem anderen Arm zusammen.

Nun jedoch musste das Mädchen die Augenbrauen heben. Sowohl überrascht, als auch leicht in ihrem Stolz verletzt starrte sie dem Anderen entgegen und gab ein kurzes "Pah" von sich. Was bildete der sich denn ein? Nur weil sie (augenscheinlich) viel jünger war als er konnte sie also nichts mit der alten Sprache anfangen? Na, da hatte er sich bei Saari aber geschnitten. Ihr kurzzeitig ungläubiger Gesichtsausdruck wandelte sich in ein spöttisches Grinsen - tja, man sollte sich bei sowas besser nicht mit jemandem anlegen, der sämtliche Shakespeare-Werke mehrmals gelesen hatte und ein wahrer Meister seiner Sprache war. "Ich werd' ihm ein paar obskure Liebesbriefe in den Weg werfen. Und er soll glauben, daß er selbst darin beschrieben wird - seine Haarfarbe, seine Beine, sein Gang, sein Augenaufschlag, seine Stirn, überhaupt sein ganzes Aussehen. Ich hab' fast die gleiche Handschrift wie Mylady, Ihre Nichte.", zitierte sie die Maria aus "Was ihr wollt" und nahm, als würde sie selbst jene Maria sein, Macbeths Hand als würde sie die Komödie selbst spielen. "Obskur, vom lateinischen "obscurus", bedeutet so viel wie fragwürdig aufgrund einer nicht näheren Bekanntheit von Etwas.", schloss sie und schenkte dem Mann ein vernichtendes Lächeln. Ja, ja. Man sollte sie nicht herausfordern!

Doch sein nächster Satz durchbrach ihre Sicherheit wieder und sie stutzte kurz. Auch er hatte also das Gefühl, sie zu kennen. Sehr komisch. "Ich bin Koordinatorin, vielleicht haben Sie mich bei einer Vorführung oder so gesehen.", entgegnete sie und dachte sich in Gedanken hinzu, dass sie ihn eventuell dann im Publikum hätte sehen können - allerdings sehr, sehr unwahrscheinlich...


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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam So Nov 22, 2015 1:28 pm



Während sein werter Trainer eben nicht wirklich etwas tat, stand das Galagladi ebenfalls nur ruhig schräg hinter ihm und wurde ein wenig verlegen bei dem leicht starrend wirkendem Blick des weißhaarigen Mädchens, was er noch nie gesehen hatte - anders als bei seinem Trainer, der aber ohnehin sich bei jedem einbilden konnte, ihn schon einmal gesehen oder auch nicht gesehen zu haben. Das Galagladi nickte dem Mogelbaum und dem weißhaarigem Mädchen höflich zu und stand sonst aber nur ruhig hinter dem anderem. Wie freundlich andere Wesen doch sein konnten ... anders als dieser Trainer hier, der sofort stutzte und sie schief ansah. "Meinst du Handlanger?", fragte er vorsichtshalber nach und deutete auf das Galagladi hinter ihm. Ach, weh, was für ein demütigender Name ihm doch gegeben wurde, was für ein jämmerliches, trauererfülltes Schicksal! Er wollte seinem Trainer schon einen Schlag verpassen, aber weil er nicht unbedingt scharf auf eine Standpauke war, hielt er ruhig die Klappe und die Hände bei sich.

Oh, aber wer redete denn sofort von Shakespeare? Er hob vernichtend eine Augenbraue und schien überhaupt nicht beeindruckt von der Darbietung der kleinen Mademoiselle zu sein, Pustekuchen! Ihm war es nun wirklich egal, ob er es mit literaturvernarrten kleinen Damen oder zahlenbesessenen älteren Herren (oder Damen) zu tun hatte - sie waren doch alle irgendwo gleich, anders eben als er; nichtiger vielleicht?
"Der Zufall spielt in diesen Dingen eine große Rolle", fing er seinerseits an, Proust zu zitieren - beim Arceus, das ihm das überhaupt im Gedächtnis blieb, so flüchtig wie die Worte sich in das Gedächtnis einbrannten, so lang waren die Sätze Marcel Prousts, "und ein anderer Zufall, nämlich der unseres Todes, erlaubt uns sehr oft nicht, die Gunst jenes ersteren abzuwarten." Für ihn war es ein schlichter Zufall, was auch immer sein sollte - und außerdem war der Tod ohnehin etwas, was unvergleichbar gleich war. So idiotisch klein, nichtig ... Nun gut. "Der Zufall, etwas, was man nicht vorausgesehen hat, was nicht beabsichtigt war, was unerwartet geschah und mathematisch etwas, man auch als Wahrscheinlichkeit zu berechnen zu können glaubt", ergänzte er eine Erklärung zu dem wiederkehrendem Phänomen, an das er nicht glaubt. "Hast du jemals Proust gelesen?", fragte Sherlock lapidare und zusammenhangslos vor sich her, die Arme mal an seinem Körper stützend, mal lasch hinunter hängend, mal sich überhaupt nicht regend, mal irgendetwas und doch nichts tuend. "Wenn nicht, solltest du auch lieber nicht", sprach er einfach weiter und überhörte dabei geflissentlich die eventuell kommende Antwort der anderen; im Grunde interessierte ihn das ja auch nicht.

"Nein, ich sehe mir so etwas derart Beleidigendes nicht an", sprach er prompt, als sie sich als Koordinatorin vorstellte - nein, er tat sich zwar das Theater, die Opern und das Drama an, aber an so etwas - in seinen Augen recht Geschmacklosem - tat er sich dann doch einfach nicht an. Er wollte ja nicht in ewig währender Fremdscham versinken, nein, dafür kannte er sein eigenes Alter Ego viel zu gut! "Du tust mir Leid, Kleine", schnalzte er nur dezent die Spuren eines Bedauerns ausdrückend mit der Zunge, aber zum größten Teil war er doch deutlich spöttischer Natur. Koordinatoren ... das war ein recht ulkiger Beruf und er war froh, sich das nicht antun zu müssen!

#006

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Mo Nov 23, 2015 2:59 pm

mit Rekken Reeve | 31
Handlanger? Hatte er sein süßes Pokemon ernsthaft Handlanger getauft? Was ein.. durchaus unpassender und herabwürdigender Name..! Einem solch majestätischen Pokemon überhaupt nicht ebenbürtig, keine Frage. Das weißhaarige Mädchen hob also kurz eine Augenbraue, sah von dem Mann zu seinem Pokemon und wieder zurück und nickte dann. "Ja, anscheinend.", murmelte sie dann und lächelte das Pokemon wieder fröhlich an. "Handlanger heißt du also? Dann bist du bestimmt ein guter Freund und Helfer deines Trainers, mh?" Sich mit dem Pokemon zu unterhalten fiel Saari immerhin leichter als sich mit dem Fremden zu unterhalten.. Vielleicht weil sie noch diese kindliche Naivität besaß, dass alle Pokemon lieb waren. Nun, bisher war sie auch noch nie auf fiese Pokemon gestoßen. Selbst die Pokemon von Alistair hatten noch halbwegs Grips in der Birne und wussten von Anstand. Und das bedeutete schon etwas...!

Der fremde Mann antwortete auf ihre Ausschweife über das Wort "obskur" mit eigenen Zitaten, die Saari schweigend, doch trotzdem mit überraschtem Blick, über sich ergehen ließ. Sie hätte von jemandem wie ihm nicht erwartet, dass er auch nur einen Funken an literarischem Können im Blut hatte (wenn man sich rein auf Vorurteile und Klischees stützte, natürlich...), war dafür aber umso überraschter, als er ihr das Gegenteil bewies. Was er mit seinen Zitaten aussagen wollte verfehlte Saari nicht, doch das ignorierte sie geflissentlich. Warum sollte man nun auch eine große Welle schieben und eine Diskussion starten, schlichtweg eines Wortes wegen.. Sehr unnötig.
"Nein, habe ich nicht.", gestand Saari und notierte sich in ihrem Hinterköpfchen, mehr über diesen Proust heraus zu finden. Zumindest das, was der Fremde zitiert hatte, klang recht ansprechend und interessant. Sogleich wurde diese Notiz aber zu Nichte gemacht als der Fremde anmerkte, dass sie seine Werke auch gar nicht lesen müsste, wenn sie es nicht schon getan hatte. Aaaha. Was ein komischer Kauz. Rein aus Prinzip sollte Saari sich die Werke nun durchlesen! Aber.. sie hatte gerade keine dabei, demnach fiel das weg. Sie antwortete dem Kerl lediglich mit einem Schulterzucken; mehr hatte sie ohnehin nicht zu sagen, woraus nicht direkt eine Diskussion starten würde.

Eine solche Diskussion beschwor der Mann jetzt jedoch herauf, als er allen ernstes ihre Arbeit durch den Dreck zog - und das in keiner guten Manier. Doch würde Saari sich über jeden Menschen aufregen, der etwas gegen Wettbewerbe hätte, würde sie am Ende noch frühzeitig an einem Herzinfarkt sterben. Geschmäcker waren eben einfach verschieden, das konnte sie nicht ändern, und demnach musste man auch akzeptieren wenn jemand etwas nicht mochte - auch wenn dieser Jemand das auch freundlich und mit Respekt äußern konnte, doch gutes Benehmen und Erziehung konnte man wohl einfach nicht von jedem erwarten.
Saari antwortete also wieder mit einem recht gelangweiltem Schulterzucken. "Ach, wissen Sie, das letzte was ich brauche ist Mitleid. Jeder Mensch hat eben andere Vorlieben." Höflich wurde gelächelt und Macbeth nickte ihre Antwort zufrieden ab - im Gegensatz zu anderen Leuten hatte Saari nämlich eine äußerst vornehme Erziehung genossen.
Nichtsdestotrotz war die Frage, woher die beiden sich nicht kannten noch immer nicht geklärt. "Saari Niequist.", stellte sie sich also einfach mal bei Namen vor und deutete dann zum Mogelbaum. "Macbeth." Das Gesteinspokemon machte eine altmodische Verbeugung und verharrte anschließend wieder so, wie es vorher gestanden hatte. Reeves Fiffyen hatte sich neben Saari ins Gras gestellt und witterte interessiert an den beiden Fremdlingen, doch Saari sparte es sich es vorzustellen - ohnehin kannte sie seinen Spitznamen überhaupt nicht, denn das, was Reeve ihr gesagt hatte in Panaero City war vermutlich nicht der richtige Spitzname gewesen. "Und Sie sind?" Leicht wurde der Kopf in die Schräge gelegt.


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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam Mo Nov 23, 2015 6:59 pm



Oh sein Arceus, er hatte doch gewusst, dass das Mädchen einen schlechten Geschmack besaß! Theatralisch fasste er sich an seine Stirn. "Oh, ihr Weibsaugen", seufzte er nur bedauerlich, wobei es sicherlich nicht wirklich das war, was er bedauerte, und schüttelte nur durchgehend den Kopf, sodass er die fröhlichen und freundlichen, non-verbalen Kommunikationsverlauf zwischen dem weißhaarigem Mädchen und seinem Pokémon eigentlich de facto gar nicht mitbekam.
Das Galagladi erwiderte das ungewohnt fröhliche Lächeln nur ganz schüchtern, indem er grüßend eine Hand hob. Nein, freundlichen Umgang, das war er gewiss nicht gewohnt ...! Ha ha. Auf die Worte des Mädchen wusste das Galagladi aber nichts zu erwidern; klar hatte er immer bei den bösen und fiesen Machenschaften mitgespielt, aber das hatte er nie besonders toll gefunden ... Anders als das Pokémon selbst, an dem die Worte wohl gerichtet waren, hatte der Trainer aber durchaus Worte an die Mademoiselle zu richten, die er gerade erst seit etwa sehr wenigen Minuten kannte, von der er aber schon bevor er sie kannte wusste, dass sie nervig war. Und das war sie auch. Hiermit in seinen Augen bestätigt. "Oh my, er leistet ganz passable Arbeit, aber das war es auch schon", gab er die Nase rümpfend von sich und sah das kleine Mädchen mit hoch gezogener Augenbraue an. Was dieses Mädchen aber auch für Worte von sich gab ...!

... erfuhr er erst ein paar wenige Sekunden danach. Sie zitierte Shakespeare und er legte mit Proust nach; etwas, von dem er gleich wusste, dass die Mademoiselle es nicht gelesen hatte, weil er der Ansicht war, dass kaum jemand so etwas gelesen hatte. Nicht nur, dass er gleich zehn solcher Bände schreiben musste, er brauchte auch stets eine halbe Ewigkeit, bis er auch nur einen dieser Bände durch hatte! Aber wie dem auch sei, er hatte seine Kommentare dazu abgegeben und die Mademoiselle würde schon wissen, wo sie war, wenn sie das lesen würde - oder auch nicht.

"Oh, da verstehst du mich gänzlich falsch", gab er korrigierend zurück, als er ihre Worte auf seine Beleidigung ihrer Arbeit hörte, denn immerhin bemitleidete sie ihn nicht. Und ihm war es sogar gleichgültig, wie sie darauf reagierte; erbost, rücksichtsvoll, verständnisvoll, wütend, zornig, was auch immer. "Ich bemitleide dich doch nicht", gab er also erneut korrigierend von sich, "Ich bin immer der Ansicht, dass die Welt Kasper braucht - ob nun ihr oder die, die sich Arenaleiter oder so nennen, glaube ich." Eigentlich hatte er sogar von gar keinem Beruf eine wirklich gehobene Meinung, selbst als Schauspieler machte man sich seiner Meinung nach bloß zum Affen; dabei gab es immer wieder Theaterstücke, in die er gerne - oder so, wie man es definieren wollte - ging und alles.
Dann aber fielen abrupt Wörter, die er so schnell nicht einzuordnen versuchte. "Was soll das sein?", fragte er also recht plump und schob sich mit runzelnder Stirn die Brille hoch, die ein wenig nach unten gerutscht war von dem ganzen Weg hierhin und alles. Doch das Mogelbaum, was mit dem Mädchen herum ging, bewies doch eine Spur Stil. "Mpf", kommentierte er bloß und sah sie weiter ohne jegliche Teilnahme an.
Und dann wurde er nach seinem Namen gefragt. Und ehrlich gesagt, wusste er sich nicht ob er a) seinen Vornamen nennen sollte, b) seinen Decknamen nennen sollte, c) überhaupt etwas nennen sollte oder d) sich einen Namen aus dem Ärmel schütteln sollte, wobei selbst sein eigener Name wie ein Name, der aus dem Ärmel geschüttelt war, klang.
Also entschied er sich eben dafür. , gab er kurz von sich. Was brachte ihr nur diese Erkenntnis ...?

#007

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Mo Nov 23, 2015 8:17 pm

mit Rekken Reeve | 32
Nein, wie putzig dieses Galagladi war, wie es so schüchtern den Arm hob um zu grüßen! Nein, wie ober putzig! Allerdings machte es auf Saari auch den Eindruck, dass es Nettigkeit nicht in dieser Form gewohnt war. Auch "Handlanger" getauft zu werden und die anschließende Beurteilung der Dienste weckte in Saari eine leichte Sorge. Das Mädchen verengte kaum merklich die Augen und musterte das Galagladi nach... ja, nach was denn? Blutergüssen? Narben? Gebrochenen Gliedmaßen? Konnten Pokemon so etwas überaupt haben..? Der Typ machte jedenfalls nicht den Eindruck eines guten Pokemontrainers (auch wenn "gut" subjektiv war und mit Sicherheit von jedem anders aufgefasst wurde).
Der Blick ging während dieses Gedankens vom Pokemon wieder zum Trainer. "Ah.", war die Reaktion darauf und kurz tippte sie mit der Fußspitze des rechten Fußes auf den Boden. "Also Jemand, der in Pokemon eher Bedienstete sieht als Freunde, hm?", fragte sie dann recht direkt und schrägte den Kopf leicht. In ihrer Stimme lag allerdings keinesfalls Anfeindung oder Herablassung... sie war einfach nur.. neutral, monoton. Wie man eben mit jemanden sprach, den man noch nicht kannte (und nicht kennen lernen wollte). Das arme Pokemon! Wenn der Kerl tatsächlich der war, dessen Eindruck er machte... Dann war dieses Galagladi (und eventuell andere Pokemon, falls der Kerl noch welche besaß) in ziemlicher Gefahr!

Kurz musste Saari einfach die Augen verdrehen. Bei Arceus, der war ja von sich selbst mehr überzeugt als ein Shiny Guardevoir! "Da haben Sie wohl Recht.", gab sie ruhig zurück. Nein, von so etwas ließ sie sich nicht ärgern. Langsam wurde sie zu alt für sowas und wenn irgendein dahergelaufener Idiot meinte, alles und jeden zu verallgemeinern und schlecht zu reden, dann war das eben so. Konnte auch Saari nicht ändern und demnach musste sie sich darüber auch nicht aufregen. "Dann hat man zumindest immer etwas zum lachen, nicht wahr?" Die Mundwinkel hoben sich amüsiert. Wenn seine Intention war, sie zu provozieren, dann steuerte er in die komplett falsche Richtung. Allerdings wüsste Saari aus dem Stand keinen Grund, weshalb er sie provozieren wollen würde; sie kannten sich schließlich nicht. Aber es gab ja bekanntlich auch Menschen deren Lebensinhalt es war, anderen auf den Geist zu gehen. Vielleicht hatte sie genau so einen gerade vor sich...
Intelligent schien er auch nicht gerade zu sein. Zumindest wirkte er für einen kurzen Moment so. "Das nennt man Namen.", half sie ihm auf die Sprünge und verhakte ihre Hände hinter ihrem Rücken. Komischer Kauz.

Und einen Namen schien er auch nicht zu haben. "Ah, interessanter Name.", meinte sie also sarkastisch und zuckte mit den Schultern. Wenn er ihr seinen Namen nicht nennen wollte war das eben so. Es war ja nun auch nicht so als wäre Saari überaus erpicht darauf zu wissen, wer da vor ihr stand. Vermutlich würde sie ihn sowieso nie wieder sehen und demnach... war es ihr auch egal. Es wurde ohnehin langsam Zeit wieder zurück zum Pokemon Center zu gehen.. Silvester machte sich vermutlich schon Sorgen und wer weiß, ob er gerade versuchte ihr hinterher zu spionieren.. Wenn er sie dann mit diesem Kauz sah würde er ihn vermutlich... keine Ahnung. Irgendwas negatives auf jeden Fall.
Andererseits wollte Saari sich jetzt auch nicht einfach umdrehen um abhauen, doch genau so wenig wollte sie Smalltalk anfangen auf den der Fremde offensichtlich ohnehin keine Lust hatte....

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam Di Nov 24, 2015 3:43 pm



Tatsächlich machte das Pokémon, welches das kleine Mädchen so eindringlich musterte, einen ziemlich frischen Eindruck; lebendiger konnte es eigentlich nicht sein! (Zumindest, so weit man es beurteilen wollte, ha ha ...) Auch wenn man vielleicht nicht das beste Bild von dem Trainer hatte, so war er doch lieber jemand, der jemanden verbal niedermachte als sich körperlich auszudrücken - er nannte es eher die "Fußvolkarbeit", sich derart auszudrücken.
Die letzten Worte aber schmeichelten den Kriminellen schon noch. "Oh, das ist ein exzellentes Wort, das muss ich sagen", gab er mit einem Hauch von Ironie heraus; das hässliche Wort der Sklaven hatte sie zum Glück nicht in den Mund genommen, sonst hätte er sich wohl auch trotz seiner nicht gerade niedrigen Ignoranz beledigt gefühlt. Wahrscheinlich wusste er nicht, was er damit lostreten würde - wenn überhaupt - und auch nicht, was diese Worte für sie überhaupt bedeuteten. Er sah darin wohl etwas dezent anderes als sie - und solange er nicht sein Fleknoil hervor zauberte oder es sich selbst aus dem Ball befreite ... Ha ha.

Die Bejahung löste weder etwas Positives noch etwas Negatives in sich aus; wie sie schon vorher war er einfach ein neutraler Kommentator, der seine Kommentare abgab, was auch immer zurück kommen würde - oder eben auch nicht. "Finde ich auch", gab er also nur zurück und sah der heruntergehenden Sonne beim Untergehen zu, denn etwas wirklich Interessantes fand er sonst nicht - sein Blick schweifte schon wieder weiter und heftete sich für die Momente, in denen sie sprach, auch wieder an die kleine Mademoiselle an.
... Natürlich. Das hätte er direkt gewusst, wenn sie nicht so seltsam heißen würde. "Verstehe", gab er in nuschelnder Tonlage von sich und hielt sich nachdenklich das Kinn, wiederholte: "Verstehe." Natürlich war sein Gedächtnis brillant und er hatte den Namen des Mädchen schon beinahe wieder gänzlich aus dem Kopf gestrichen, wäre da nicht der Name des Pokémons gewesen. Wenn er richtig tippte, denn Macbeth war - solange man nicht ein "Mrs" davor hing - wohl eher ein männlicher Name und der vermeintliche Herr war kein so großer Idiot, als dass er ein kleines Mädchen mit einem Jungen oder gar einem erwachsenem Mann verwechseln würde!

"Finde ich auch", gab er bejahend zurück, bei seiner Glanzleistung, einen noch idiotischeren Decknamen gefunden zu haben als sein eigentlicher Name war. (Da dieser auch nicht einmal passte und alles ... ach, das war doch zum Nervenaustreiben!) "Versuch damit mal, bei 'nem bürokratischem Formular durchzukommen", sprach er mit deutlich ironischem Unterton aus; natürlich hatte er es noch nie versucht, aber die Heinis da oben dachten doch von allem, dass sie einen Namen hätten. Selbst seinen eigenen Pokémon gab er sogar Namen, auch wenn er vielleicht nicht gerade der Mustertrainer war und alles.
Er seufzte einmal auf und nahm das Thema als erledigt an; er musste sich doch nicht wirklich dazu aufraffen, einem kleinen Mädchen zu erzählen, dass er genauso wie dieser Spinner von "beratender Detektiv" hieß, oder? Er sah sich die Stirn runzelnd noch einmal um und fragte die andere, anwesende Person (wohl weil ihm nichts Besseres einfiel und alles): "Was machst du eigentlich hier draußen?"
Dann stutzte er und hob ziemlich skeptisch eine Augenbraue: "Sag bloß, du bist von zu Hause weggelaufen." Oh nein, mit so etwas kam er nicht klar (wenn überhaupt mit etwas), die waren so peinlich, er ... oh sein Arceus.

#008

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Di Nov 24, 2015 6:39 pm

mit Rekken Reeve | 33
Anzeichen dafür, dass das Galagladi (und eventuell andere Pokemon, sollte der Mann mehrere besitzen) Gewalt erleiden musste gab es rein vom Äußerlichen her nicht, doch Saari wusste, dass Gewalt sich nicht immer non-verbal ausdrücken musste. So wie der Mann jedenfalls über sein Pokemon redete machte es nicht den Eindruck, als hätten sie es gut bei ihm. Saari schürzte kurz die Lippen und behielt den Blick weiter auf dem Pokemon, bis sie es letzten Endes aufgab, in den Kopf des Pokemons schauen zu wollen. Im Endeffekt war es ja nun auch nicht ihre Aufgabe... und das Pokemon wirkte auch so stark, dass es sich im Falle des Falles wehren konnte.
Der Tonfall der Antwort des Mannes verwirrte Saari jedoch für einen Augenblick. Es machte den Eindruck, als hätte sie ihm geschmeichelt, gleichzeitig schwang ein wenig Ironie in seiner Antwort mit was.. sich irgendwie widersprach. Saari hob dementsprechend nur kurz die rechte Augenbraue in die Höhe und nickte knapp. "Absolut.", war ihre Antwort auf seinen Satz und sie warf einen Blick zu Macbeth, der das Gespräch aufmerksam verfolgte und hin und wieder zwischen den Sprechenden hin und her sah. Was er wohl über diese ganze Sache dachte? Vermutlich wäre es ihm lieber sie würden gehen, aber solange er keine Anstalten machte das in die Tat umsetzen zu wollen gab Saari darauf nicht viel; denn auch ihrem Mogelbaum konnte sie nicht hinter die Stirn gucken.

Saari schenkte dem Namenlosen ein zufriedenes Lächeln als er ihre Aussage bestätigte. Schön, es würde also zu keiner Diskussion kommen die alle Beteiligten nur in den Wahnsinn treiben würde - wunderbar! Wenn das mal nicht etwas zum feiern war... Das Mädchen öffnete leicht den Mund um etwas zu sagen, überlegte es sich jedoch nochmal anders und schloss ihn wieder. Nein, man wollte nun keinen Vortrag darüber halten, dass Personen mit pinken Haarsträhnen für manche vermutlich genau solche Kasper waren wie für andere Menschen Arenaleiter und Koordinatoren. Das würde vermutlich kein gutes Ende nehmen, und daher behielt sie ihren Gedanken für sich und kramte in der Tasche ihres Kleides herum während sie aufmerksam beobachtete, wie im Namenlosen ein Licht aufging und er verstand, dass es sich bei den Ausführungen um Namen handelte. Hätte man ja mit Sicherheit auch nicht von allein drauf kommen können...!

"Ich verzichte.", murmelte sie und machte mit einer Hand eine abwinkende Handbewegung. Bürokratie war nie ihres gewesen. "Wenn ich Sie also ansprechen möchte werde ich "John Doe" nutzen, in Ordnung?", meinte sie in einem Tonfall, der den Satz beinahe nebensächlich wirken ließ. Vermutlich würde sie den Mann ohnehin nie bei Namen ansprechen (den sie ja auch nicht kannte...), demnach würde sie auch nie von "John Doe" Gebrauch machen müssen; da war sie sich ziemlich sicher.
Ungefähr zeitgleich mit den seinen hoben sich Saaris Augenbrauen. "Von Zuhause weggelaufen?", wiederholte sie ungläubig und schüttelte anschließend leicht den Kopf. "Ahm... Nein. Ich reise.", erklärte sie und senkte die Brauen wieder. "Und bis vorhin habe ich mit Macbeth trainiert.", fügte sie an, woraufhin das Mogelbaum hastig nickte um sie zu bestätigen. "Und Sie?" Während die beiden ihr Smalltalk-Gespräch führten schnupperte das Fiffyen weiter in ihre Richtung, bis es sich in Bewegung setzte und vor dem Galagladi zum stehen kam, sich in das Gras setzte und mit treudoofem Blick zu dem größeren Pokemon aufsah - die Zunge halb aus dem Mund hängen lassend.



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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam Di Nov 24, 2015 7:43 pm



Ach, das Mädchen fing an, ihn zu amüsieren - wahrscheinlich lag es nur daran, dass er ihr nicht allzu genau zuhörte, ihre Zustimmung immer recht knapp ausfiel (und er sich nicht darüber Sorgen brauchte, dass sie ihn ungeahnte Kitschbejahungen ausfiel, die mehrere Seiten eines Dramas umfassen würden und zusätzlich das Publikum - in diesem Falle eigentlich nur er und ein paar Pokémon - in ungeahnte Langeweile versetzen wrüde), sie nicht vor hatte, ihm irgendwie etwas verbal oder nonverbal anzutun und außerdem noch grandios dabei war, wie sie ihm manchmal entgegnete, dessen Erwiderungen dann aber auch grünen Boden für den Kriminellen zu seiner Erwiderung gaben.
Aber wie man auch über einen angenehmenen oder weitaus weniger angenehmenen Gesprächspartner spekulieren konnte, so spekulierte wahrscheinlich die Dame so einiges über die famose und durch und durch seltsame Gestalt sich zusammen reimte; wohingegen Sherlock eher weniger über jemand anderen fantasierte, weil er zu beschäftigt war, sich selbst zu huldigen, ha ha ...

Die Namen waren erledigt, während sie ihre ohne jegliche Vorankündigung und Vorwarnungen präsentiert hatte, hatte er eben nur den Namen seines Pokémons verraten. Man durfte ja auch einmal ohne Namen durch die Welt gehen, oder? Zumindest empfand er dies als weniger nervig als wenn er jemanden bei einem ultrakomplizierten, unaussprechlichen und super vergesslichen Namen nennen müsste, denn er ohnehin jedes, und wirklich absolut jedes Mal vergaß. ... Was selbst bei Namen mit so wenigen Buchstaben schon der Fall sein konnte.

Sie würde es also nicht versuchen, aha; dabei wäre es sicherlich ziemlich lustig, die ohnehin schon zum größten Teil gereizten Beamten noch mehr zu reizen, nein, wirklich, eine famose Idee war ihm untergekommen und er nahm sich vor, das bei seinem nächsten Streifzug zu erledigen; hah! Und um eine böse Tat wurde er reicher, die zumindest in seinen Gedanken stattfinden wollte; je nachdem, wie lange sie eben in seinem Gedächtnis bleiben wollte, gab es je nachdem auch die Tat oder eben nicht.
Dass das kleine Mädchen da gerade einen Streich angezettelt hatte, würde er aber wohl nicht verraten. Zumal sie ihn ... wie nennen wollte? "John Doe", wiederholte er skeptisch und zog eine Augenbraue hoch, "Da sind mir aber bessere Pseudonyme eingefallen." Er erwiderte es schlicht und trocken, aber im Grunde widersprach er nicht; sollte sie ihn doch nennen wie sie wollte, er würde wohl in 99,999....9% der Fälle nicht reagieren, einfach des Faktes wegen, dass er es a) nicht bemerken oder b) vergessen würde, dass sie ihn so nennen wollte oder eben c) er würde nicht merken, dass er angesprochen wurde.
"Also keine Ausreißerin ... Arceus gelobe!", rief er tatsächlich seelenheil erleichtert aus und streckte sogar eine Hand dankbar dem Himmel entgegen; nein, für ihn war es eine durch und durch hässliche Angelegenheit, wenn jemand von zu Hause wegrann, es sei denn, er war es selbst, denn das hatte er durchaus oft getan. Anders als alle anderen war natürlich er viel stilvoller ... und bla. Sie fragte nach seinen Tätigkeiten und er log natürlich - sie musste ja nicht unbedingt wissen, dass er kriminell war ... "Besorgungen erledigt, spazieren gegangen", erwiderte er also knapp und das war gewiss nicht einmal die halbe Wahrheit ...
Das Galagladi dagegen war sich ziemlich unsicher, was er mit dem Fiffyen, das ihn so treu(doof) anstarrte, machen sollte ... er ... Er konnte doch nicht mit Kindern ...!

#009

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Saariam Mi Nov 25, 2015 6:16 pm

mit Rekken Reeve | 34
Ganz begeistert von seinem neuen Spitznamen war John Doe wohl nicht wirklich - doch wer wäre das schon? Saari hatte ihn schließlich nach dem englischen Platzhalternamen benannt, wobei sie (für sich) John Doe (oder Jane Doe..) eher mögen würde als Max Mustermann (oder Erika Mustermann)... Doch darüber konnte man sich mit Sicherheit streiten. Wenn er ihr allerdings keinen Namen nennen wollte hatte er sich wohl oder übel mit John Doe abzufinden. Aber wie schon erwähnt: sie würde vermutlich nie einen Satz sprechen in dem sie den Namen des Kerls nennen musste, womit das ganze eigentlich recht unnötig wurde...
"Von denen Sie aber keinen genannt haben. Dementsprechend muss ich mir selbst helfen.", erklärte sie grinsend und hob neckisch die Augenbrauen. Ein wenig Spaß musste ja schließlich auch sein! Auch wenn ihr bewusst war, dass ihr Gegenüber vermutlich nicht den Hauch von Humor besaß (und wenn, dann irgendein verdrehter und absurder Humor, den wohl niemand außer ihm verstehen würde. Wenn man natürlich rein nach Vorurteilen und dem ersten Eindruck ging, hust), wagte sie es tatsächlich einen kleinen Spaß zu machen. Man würde ja sehen, wohin sie das führen würde...!

"Ich habe es nie für nötig gehalten, vor meinen Problemen wegzulaufen.", entgegnete Saari recht trocken auf sein überspitztes Lob an eine dritte Person und fixierte den Mann mit ihrem Blick. "Dementsprechend hielt ich es auch nie für nötig, weglaufen zu müssen. Schon gar nicht von Zuhause." Außerdem hätte Silvester sie früher oder später sowieso wiedergefunden und dann war die Standpauke so groß, dass sich das Weglaufen rückblickend gar nicht gelohnt hatte. Saari war sowieso ein Mensch der Konfrontationen. Sie konnte es auch nicht nachvollziehen, wenn andere Menschen vor so etwas davon liefen. Das ist schließlich keine Art Probleme zu lösen. Die einzige Ausnahme die es bei diesem Thema (für Saari) gab war, wenn Misshandlung oder sogar Missbrauch im Spiel waren. Niemals würde sie einem Opfer raten, sich diesem Problem zu stellen - das wäre ja komplett daneben!
Das weißhaarige Mädchen nickte auf seine Aussage kurz, wunderte sich aber für einen kurzen Moment, dass er trotz seiner Besorgungen keine Tasche oder Tüte oder ähnliches hatte.. doch was ging sie das schon an? Er musste vor ihr ja kein Zeugnis abgeben.

"Oh - hier ist schon jemand..", erklang eine enttäuschte Stimme nicht weit entfernt. Saari und ihre Pokemon wandten den Kopf nach Links und entdeckten ein junges (und ganz offensichtlich verliebtes) Pärchen. Vermutlich wollten sie.. äh.. hier einen romantischen Abend verbringen. Das Mädchen nickte auf den Satz ihres Freundes enttäuscht und sah sich um. "Wir könnten zum Moor.", schlug er dann vor und das Mädchen schüttelte rasch den Kopf. "Da ist doch die Hexe..!", flüsterte sie schon beinahe und schüttelte erneut den Kopf. Den Jungen schien das zu überzeugen, so nickte er und führte seine Freundin wieder weg.
EINE HEXE?! Das musste Saari sehen! Sie war schon längst aus dem Alter heraus in dem man an Märchen glaubte, dementsprechend bezweifelte sie auch, dass es im Moor von Nevaio tatsächlich eine Hexe gab - also musste da irgendetwas anderes interessantes hausen, was unbedingt von Saari entdeckt werden wollte...! Das Mädchen wandte den Kopf also wieder zu John Doe und legte ihn kurz schief. "Na ja. Ich bin dann mal weg. Schönen Abend wünsche ich Ihnen noch, John Doe." Sie machte einen altmodischen Knicks (ja, sogar das Kleid wurde angehoben) und Macbeth eine Verbeugung - dann wandten sich die beiden von John Doe und Handlanger ab um die Windmühlen wieder zu verlassen - im Schlepptau das Fiffyen, das erst gar nicht gemerkt hatte, dass sie gegangen waren...
tbc: Route 8, Eingang zum Moor von Nevaio


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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam Do Nov 26, 2015 6:38 pm



Das kleine Mädchen ... wie sie auch nur auf diesen Namen kam. Nein, wirklich, ihm fiel kein wirklicher Zusammenhang ein, nein, er wollte ihm partout nicht einfallen. "Fein", sagte er schließlich nur gedankenverloren, immer noch eine Logik suchend, aber auch schon so weit von ihr abgelöst und weggeschweift, wie man nur sein konnte. Er dachte zwar darüber nach, aber er dachte eben auch sehr schnell über andere Dinge nach.
Solange sie nicht von ihm erwartete, dass er einen auf brav Hunduster machte, wenn er sie bei diesem absurdem Namen rief, dann war ja noch alles in Ordnung - er reagierte ja auch kaum auf seinen wirklichen Namen oder Decknamen, ha ... ha ...

"Das ist besser für dich - dann muss ich mir erstens kein Gejammer anhören, zweitens kein Gejammer anhören und drittens ...", gab er mit ironischer Stimme von sich, denn irgendwie nahm er die ganze Sache mit dem "von zu Hause weglaufen" nicht so ganz ernst wie er es eigentlich vielleicht hätte nehmen sollen; er war selbst Ausreißer gewesen und so war es für ihn kaum mehr als ein simples Spiel, bei dem jeder und niemand verlor und er gewann. "... ist schonmal eine weitere ausgelatschte Idee für ein Drama vom Tisch. Wie sie sich auch alle gleichen müssen - oder auch nicht." Er sah skeptisch in den Himmel hinein, der langsam eine bedenklich dunkle Farbe annahm. Oder war es doch eher noch etwas heller? Er wusste es nicht, aber es interessierte ihn auch nicht so besonders.

... Hatte dieses Paar sie noch alle?! Fassungslos starrte Sherlock alias Rekken Revee alias "John Doe" (diesen Namen würde er wohl nie akzeptieren, aber er wurde der Vollständigkeit halber doch noch einmal erwähnt) die beiden Liebestäubchen an. Oh sein Arceus, die waren vielleicht peinlich - und zwar peinlich in dem, was normal war, es war ein ziemlich normaler Anblick; nur faselten und faselten sie ja Zeug, das war ... ungeheuerlich ...! Er erlitt einen Anfall und verdeckte sich sein rötlich anlaufendes Gesicht, was aber in dem Schein der Sonne nicht gerade etwas ausmachte und erkennbar war, mit seinen beiden Händen. Wie ... Wie ... wie grässlich diese Welt doch war! Sie wusste ja gar nicht, was für einen Stuss sie von sich gab, es war kaum zu ertragen, nein ...!!
Der so eben mit dem Namen, den niemand nennen sollte, genannte Sherlock, beachtete das davon stolzierende Mädchen und ihren Knicks gar nicht, er war noch zu sehr in einer Phase des "Aaah, ist die Welt nicht peinlich?!" und hatte dementsprechend kaum Aufmerksamkeit für das kleine Mädchen übrig. Er fluchte in leiser Sprache vor sich hin und stampfte immer mal wieder wütend mit dem Fuße auf, aber alles etwas, was nicht so unbedingt etwas zu tun hatte mit der Aufnahme der heiß auf die Hexe erpichten Dame.
Verwirrt sah Handlanger ihnen hinterher, wie sie plötzlich aufstrebten und seine nicht vorhandenen Nackenhaare stellten sich auf, als er vorher nicht da gewesene Psi-Kräfte (oder so, ha ha) spürte ... Da ging doch etwas nicht mit rechten Dingen zu! Unsicher sah er zu seinem Trainer, der sich noch fremdschämte, und dorthin, wo die Dame hingelaufen war. Ob ...? Er spürte etwas Ungemütliches vor sich gehen und beschloss, auf eigene Faust loszulaufen.
Dem Mädchen hinterher.

"HEY!", rief Sherlock, als er das Fehlen seines Partners feststellte und fluchte rennend dem "Viech" hinterher.

tbc. Route 8 - Eingang zum Moor von Nevaio

#010

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Re: Windmühlen von Nevaio City

Beitrag von Gastam So Jun 05, 2016 5:39 pm


#056 x mit niemanden
Schneefall und Schneeschmelze
CF x Nevaio City, Innenstadt
Am nächsten Tag war Artsuiro unschlüssig, was sie tun sollte. Dies hatte wohl eine der älteren Damen, die im Pokémon-Center bemerkt, und ihr vorgeschlagen, doch zu den Windmühlen im Süden der Stadt zu gehen. Der Schneefall hatte über Nacht zugenommen, und es musste sicherlich himmlisch aussehen. Sie hatte sich wirklich bereden lassen, weil es ihr ohnehin an Plänen mangelte, und sich dann in ausreichender Kleidung aufgemacht, um dahinzugehen.
Die kalte Luft umfing sie, als sie nach draußen trat. Auch Alyne, ihr Glumanda-Mädchen, schüttelte sich ob des kühlen Windes, der sie voll und ganz umfasste. Besorgt musterte sie aber eher Feliff, der seit der Aktion mit dem Botogel etwas angeschlagen war. Sie beugte sich zu ihm hinab und musterte es besorgt. "Nein, nein, du kommst am liebsten wieder in deinen Ball hinein, mein Großer." Etwas unter Protest zückte sie ihren Ball, doch verhindern konnte er nicht, was für seine eigene Gesundheit wohl am besten war.
"Du musst dann wohl heute alleine zurechtkommen", meinte sie mit einem schiefen Lächeln zu Alyne, die dieses erwiderte. Die Lebenslust schien jedenfalls überströmend zu sein, die Flamme an ihrem Schwanz war nur mäßig getrübt. "So, dann wollen wir doch mal." Sie setzte sich in Bewegung, und ihre treue Dame folgte ihr auf den Fuß. Der Weg verlief schweigend, sie konzentrierten sich wohl beide darauf, nicht allzu sehr einzufrieren.
Sie wickelte die Jacke noch etwas enger an den Körper, zum Glück hatte sie sich heute für eine warme Hose entschieden - eines der wenigen anderen Kleidungsstücke, die sie besaß. Ob der Frühling bald auftauchen würde, und den Schnee auftaute? Hoffentlich nicht heute, denn sie mochte diese Stille, die hier herrschte. Es war ein kleines Dorf, und so konnte man kaum viel Trubel erwarten. Sie genoß die Stille richtiggehend, auch wenn sie etwas kalt war. Der Winter... sie wurde nachdenklich.
In dieser Jahreszeit schien alles zu schlafen, und tatsächlich wirkte es so. Eine weiße Decke hatte sich über die Welt ergossen, und deckte sie mit ihrer wohlig reinen Farbe ein. Ein unschuldiges Kind würde keinen besseren Schlafplatz haben können und doch... es war ein kalter Ort zum Schlafen. "Ich sollte nicht so trüben Gedanken nachhängen...", murmelte sie vor sich hin, ein Zupfen erregte ihre Aufmerksamkeit. Es war Alyne, die sie besorgt musterte. "Der Meinung bist du sicher auch, nicht wahr?" Ein leises Kichern entrutschte ihr, und sie blickte sie schief an.
"Ah... Das sind sie dann wohl." Ihr Schritt hatte sich verlangsamt, als sie den Blick erneut hob. Die Windmühlen zeichneten sich in einiger Ferne ab, der Schnee hatte sich auf den Blättern der Räder abgesetzt. Es ergab ein idyllisches Bild, bei dem die Mathematikerin für einen Moment innehielt. Es war ein wirklich schöner Anblick.
Sie stapfte ein wenig näher durch den Schnee heran, und entdeckte dann eine kleine Menschenmenge, die aufgeregt etwas vorzubereiten schien. Mit zurückhaltender Neugier näherte sie sich, als ihre kleine Feuerechse auch schon schneller war, als sie blicken konnte.
Sie hatte keine Chance, diese zurückzurufen, da war sie auch schon bei den Menschen angelangt und wurde neugierig gemustert. "Entschuldigen Sie, wenn Alyne Sie gestört hat", entschuldigte die Professorin gleich mitsamt Verneigung, und winkte ihr Feuer-Pokémon wieder zu sich.
"Ach, das ist doch kein Problem, meine Liebe! Ihr seid aber nicht von hier, nicht wahr?", sprach eine der älteren Damen sie an, und war ganz freundlich und offen. Sie war ein wenig verblüfft, aber es war wohl nicht schwer zu erahnen, dass sie nicht aus Einall war.
"Ja, das stimmt. D-darf ich fragen, was Sie hier eigentlich machen?" Nun hatte sie ein wenig Mut gefasst, und konnte zudem besser erblicken, was sie hier taten. Sie hatten hier im Freien zusammengesessen, ein Feuer sollte wohl entzündet werden. Ihre Hände wurden in Handschuhen warm gehalten, sie erblickte etwas, was sie nicht weiter definieren konnte. Vielleicht Nähzeug?
"Wir bereiten eine kleine Verabschiedung des Schnees vor", antwortete eine andere Dame lächelnd, fröhlich, beschwingt. Dies irritierte die Professorin.
"Aber Sie können doch gar nicht wissen..." Doch das Lächeln der anderen Frauen ließ sie inne halten. Sie selbst legte ein kleines Schmunzeln auf das Gesicht, und auch Alyne schien wohl, aus welchen Gründen auch immer, zu verstehen.
"Setz dich doch zu uns! Kannst du häkeln?"
Artsuiro zögerte, wurde dann aber von den Fängen der Warmherzigkeit zum Sitzen verurteilt und nahm gehorsam Platz. Auf die Frage hin nickte sie nur, wurde wieder der Situation bewusst. Von der fröhlichen Stimmung ließ sie sich aber bald aufweichen, ebenso wie von den Gesprächen. Zum Glück erhielt sie auch Handschuhe, und so konnte sie mit weniger klammen Fingern hier im Schnee, draußen, tatsächlich häkeln. Sie hätte nie gedacht, dass sie es tatsächlich tun würde. Das Feuer wärmte mit seiner wohligen Wärme, darauf achtend, dass keine Wolle in die Flammen geriet.
"Feiern Sie das jedes Jahr?"
"Ja, ja! Und deswegen haben wir auch so viel Erfahrung damit."
"Was machen Sie denn mit den Handarbeiten, die Sie herstellen?"
"Wir legen sie in den Schnee."
"In den Schnee?"
"Genau, in den Schnee. Und wenn er geschmolzen ist, waschen wir die Handarbeiten mit dem Schmelzwasser wieder."
"Warum macht ihr das?"
"Tja. Das wissen wir wohl selbst nicht so genau."
"Ach, mein Kind! Du weißt gar nicht, wie man doppelte Stäbchen häkelt?"
"Äh... nein."
"Komm zu mir, ich zeige es dir schnell. Nur nicht so schüchtern!"
Artsuiro zählte weder die Sekunden, noch die Stunden, welche sie hier verbrachte. Auch das Essen teilte man mit ihr, es kam frisch aus dem Ofen. Noch mehr Frauen hatten sich dazu gesellt, es war eine wohlig warme Runde. Sie fühlte sich wohl und schuldig zugleich. Das Produkt der Stunden war ein kleines Tier, welches sie nicht genau benennen konnte. Es war aber niedlich, und das reichte vollkommen.
Man legte die Arbeiten des Tages bei Sonnenuntergang in den frisch gefallenen und unberührten Neuschnee. Sie lagen da, und wieder befiel Artsuiro eine Nachdenklichkeit, die sie lieber missen wollte. Gedanken, die so traurig waren, dass sie sie lieber nicht denken wollte. "Ich bedanke mich für den heutigen Tag, er war wirklich sehr schön." Sie konnte ihre Dankbarkeit kaum zum Ausdruck bringen, haderte mit Gefühlen herum.
"Es war auch für uns eine sehr schöne Zeit, meine Liebe!"
Ihre Wege trennten sich, doch sie hatte versprochen, bei der Schneeschmelze wieder da zu sein, um ihre Arbeit abzuholen und im Frühlingslicht zu erblicken.
TBC x Nevaio City, Rangerbasis von Nevaio City
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