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Großküche

Beitrag von Nahasham Do Jun 16, 2016 12:41 am

Großküche

Die Großküche der Taijitu ist wohl genau das, was man von einer Großküche erwarten würde. Unzählig viele Töpfe, Pfannen, Herde, Öfen und allerlei Küchenutensilien, die keinerlei Wünsche offen lassen, um den Mitgliedern eine abwechlungsreiche und ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Sauberkeit wird hier vor allem groß geschrieben.


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Re: Großküche

Beitrag von Nahasham Do Jun 16, 2016 5:51 pm

# 8

NAHASH & THE COOK'S MATE
Taijitu Hauptquartier - Großküche
# cf: Route 8
Es war spät geworden. Die Mäuler waren schon lange gestopft und der Feierabend war endlich eingekehrt. Für manche. Denn wo sich die anderen, in der Küche arbeitenden, Mitglieder längst aus dem Staub gemacht hatten, blieb eine junge Frau zurück, die dazu verdonnert war, zu putzen. Nicht auch nur einer war auf die Idee gekommen, der jungen Frau wenigstens unter die Arme zu greifen, sodass sie das Gefühl hatte, schon Stunden mit Putzen verbracht zu haben. Und wo sie anfangs geglaubt hatte, niemals mehr im Leben fertig zu werden, war das Ende nun endlich in greifbarer Nähe. Es war so nah, dass sie fast schon überzeugt davon war, dass noch irgendetwas schiefgehen würde. Doch dann war es endlich so weit. Auch der letzte, klitzekleinste Fleck war weggewischt und sie hätte schwören können, dass es nur so glitzerte und glänzte. Stolz stemmte sie die Hände in die Hüften und betrachtete ihr Werk.
"'Du bist die Rangniedrigste, du putzt!', ihr könnt mich mal!", äffte sie nach und verschaffte sich nun, da sie völlig allein war und ihre Arbeit beendet hatte, endlich Luft. Hören konnte es nun ohnehin keiner ihrer Arbeitskollegen, denn die saßen mit Sicherheit schon in irgendeiner Bar und betranken sich. "Trinkt, ihr Säcke und dann fliegt ihr alle achtkantig raus!" In ihrer Vorstellungskraft eine ganz wunderbare Szene, wenn den Großkotzen endlich in den Hintern getreten wurde und sie mit Pauken und Trompeten hinfort gejagt wurden. Fantasie. Nichts weiter. Ihr war klar, dass es niemals Realität würde. Am nächsten Tag wäre es das gleiche Spiel. Sie kamen. Sie kochten. Sie schubsten sie herum und am Ende des Tages ließen sie sie putzen. "Vielleicht sollte ich Beschwerde einreichen.", überlegte die junge Frau und verschränkte die Arme vor der Brust; der Putzlappen herunterhängend. "Ja, sicher... Als ob das irgendetwas bringen würde. Am Ende flieg ich." Und der Monolog ging weiter.
Es war nicht, dass sie die Arbeit nicht gerne verrichtete. Es waren lediglich die Bedingungen, die ihr nicht zusagten. Sie half gerne aus, ja, war mit größter Freude ein Mitglied dieser Organisation und vertrat mit voller Seele die Ansichten und Ziele jener. Nur die Ansichten ihrer direkten Kollegen, die gingen ihr am nicht gepuderten aller Wertesten vorbei. Im Mittelalter zurückgeblieben, das waren sie! Auch als kleine Küchenhilfe war sie keine Sklavin, die man zum Putzen zwingen konnte. Auch als kleine Küchenhilfe hatte sie Rechte. Auch als kleine Küchenhilfe hatte sie Träume. Ein tiefes Seufzen. Wovon träumte sie denn schon nachts? In einer kriminellen Organisation konnte wohl niemandem egaler sein, was die kleine, unbedeutende Küchenhilfe, die es zu nichts brachte, dachte oder wovon sie träumte. Und ihr selbst? Ja, ihr selbst konnte es in jenem Moment auch nicht egaler sein, denn die Arbeit für heute war verrichtet. Sie war fertig. Endgültig. Morgen würde das ganze Spiel von neuem beginnen.
Die Wut und Müdigkeit abstreifend, holte sie tief Luft und drehte sich schwungvoll und energiegeladen auf dem Absatz herum, die Arme weit ausgebreitet, um den endgültigen Feierabend zu begrüßen. "Ooooooh, what shall we do with a drunken sail-" Das Liedchen fand ein abruptes Ende und das Gesicht der jungen Frau wurde blasser wie nie zuvor. So ungewöhnlich blass, dass der Mann im Türrahmen bedächtig den Kopf zur Seite neigte und seine Verwunderung über die urplötzlich wechselnde Gesichtsfarbe der jungen Frau, fast nicht mehr zu verstecken gewusst hätte. Eben noch kreidebleich glich sie nun eher einer überreifen Tomate.

"Die Kranken-" Doch noch ehe der Schwarzhaarige den Satz überhaupt beenden konnte, fuchtelte die junge Frau mit dem Putzlappen in ihrer Hand herum, als wäre es ein Nunchaku. Angesichts der Tatsache, dass es nur ein Putzlappen und damit keine überzeugende Waffe war, wirkte es doch reichlich lächerlich. Allen voran war es aber einfach unfassbar verwirrend. Hatte sie sich bei der Arbeit vielleicht den Kopf gestoßen und halluzinierte nun?
"Ich hab' 'nen Putzlappen und keine Angst ihn einzusetzen!", drohte sie. Eine leere Drohung, die Nahash nur leider ernst nahm; wenn auch zweifelnd. Ein Lappen war schließlich nicht gerade einschüchternd und gefährlich auch nicht. "Zum Strangulieren ist er zu kurz.", stellte der Schwarzhaarige völlig nüchtern fest. So trocken und frei von jeglicher Emotion, dass die junge Frau sogleich glaubte, von ihm verarscht zu werden. Als wäre es nicht schlimm genug gewesen, dass sie zum Putzen verdonnert worden war, nein, jetzt kam auch noch ein Killer daher und gab ihr Tipps, wie sie ihn am Besten weder los wurde. "Oh ja, natürlich. Warte bitte, bis ich mit einem Strick zurückkomme. Da kann ich es gleich wie Selbstmord aussehen lassen!" Die doch sehr deutlich sarkastischen Worte der Frau ließen Nahash mit einem Stirnrunzeln zurück. Wie er fand, eine höchst eigenartige Frau, wenn sie glaubte, er würde das zulassen. Den Sarkasmus verstand er leider Gottes nämlich ganz und gar nicht, was der Frau einen verdutzten Ausdruck aufs Gesicht trieb, als sie die Antwort vernahm: "Ich habe nicht vor, mich strangulieren zu lassen."
Für einen Moment herrschte Stille, während die Küchenhilfe rätselte, ob dieser Kerl wirklich so bescheuert war, wie seine Antwort es vermuten ließ. Doch schnell fing sie sich wieder, stemmte tapfer die Hände in die Hüften und stand nun dort. Breitbeinig, mit Putzlappen bewaffnet und mit tapferster Mine, um zumindest gegen ihr Ende zu kämpfen. Mit allen Mitteln! Mit Putzlappen, Fingernägeln und wenn es sein musste auch mit ihrer Schürze oder ihren Stiefeln.
"Ich weiß, was man sich erzählt, Freundchen! Aber kampflos gebe ich mich nicht geschlagen!", ließ sie verlauten. Bereit, sich zu wehren. Bereit, zu kratzen, zu beißen und falls nötig auch sich wie ein Wailmer hin und her zu wälzen. Sie war vielleicht keine große Nummer, belegte innerhalb der Organisation auch nur einen der niedrigsten Ränge, aber sie war weder dumm, noch war sie uninformiert. Wenn dieser Herr vor einem stand, dann war es, als hätte man dem Teufel seine Seele verkauft! Nun, nicht ganz, denn man erzählte sich, dass der Teufel wohl noch deutlich gnädiger war. Nur die Frage, was sie angestellt hatte, dass man sie "entsorgen" musste, verblieb. Hatte das Essen etwa nicht geschmeckt? Hatte man sie als Sündenbock genannt? Diente sie einfach nur einem perversen Vergnügen? "Das... heißt, Sie wollen um die Küche kämpfen?"
Verdutzt starrte sie den Schwarzhaarigen an, der nur einen zweifelnden Blick übrig hatte. Für einen Moment glaubte sie sogar einen leicht mitleidigen Ausdruck darin zu erkennen. Sicher war sie sich da aber nicht. Zumindest war klar, wer wohl eindeutig mehr Kampferfahrung hatte. Nur diese Situation kam ihr so eigenartig und willkürlich vor, dass sie für einen Moment glaubte, sie läge längst im Bett, schlummerte vor sich hin und träumte den verrücktesten, surrealsten Traum, den es jemals gegeben hatte. Nicht nur, weil gerade ein, für seine Skrupellosigkeit bekannter, Killer vor ihr stand, sondern auch, weil doch tatsächlich jemand auf die Idee kam, sie zu Siezen. Sie! Die unbedeutenste, unwichtigste und ersetzbarste Küchenhilfe, die nicht einmal wirklichen Wert für die Organisation hatte.
"Du verdammte Knalltüte.", meinte sie plötzlich, was weniger eine Beleidigung, sondern mehr noch ein Ausdruck ihrer Erleichterung war. "Wie bitte?" Den erleichterten Gesichtsausdruck, die entspannteren Gesichtszüge und die nun doch gesündere Gesichtsfarbe, erkannte der Schwarzhaarige nicht. Die bloße Tatsache, dass ihr soeben ein Stein vom Herzen gefallen war, blieb ihm verborgen. Dann jedoch packte die Skepsis zu. Ein skrupelloser Killer in der Küche? Da konnte doch nur irgendein dubioser Plan dahinter stecken.

"Was hast du vor? Ein bisschen Gift in die Suppe mischen?", hakte sie nach und merkte erst im nächsten Moment, dass sie wohl eindeutig etwas Falsches gesagt hatte. Die Mine des Schwarzhaarigen verfinsterte sich augenblicklich, doch statt zu antworten, betrat er endlich die Küche und stellte auf der nächstgelegenen Arbeitsfläche die Einkaufstüte ab, die er bei sich trug. Die war der jungen Frau erst jetzt aufgefallen. Sie hatte zuvor nicht darauf geachtet. Letztendlich bezweifelte sie, dass man in einer einfachen Einkaufstüte Gifte herumtrug. Wie sollte das auch aussehen? Die standen im Supermarkt nicht gerade einfach sortiert im Regal herum. Für jeden Anlass die besten Gifte! Nein, undenkbar. In jenem Moment kam sie sich unsagbar dumm vor. Umso dümmer, als sie sah, wie der andere allerlei Zutaten auspackte und seinen Mantel kurzer Hand bei Seite warf.
"Nein! Nein! Nein! Ich hab gerade erst geputzt!", protestierte sie plötzlich scharf, um das Gefühl der Selbstenttäuschung loszuwerden. Es gelang ihr nicht. "Ich mach wieder sauber." Bildete sie sich das nur ein oder klang die Stimme des Mannes tatsächlich bitter? Nichtsdestotrotz! Sie konnte doch niemanden einfach die Küche nutzen lassen! Selbst wenn er im Rang über ihr stand, konnte sie doch nicht riskieren, dass er irgendetwas kaputt machte und es auf sie zurückfiel. Wer wusste schließlich schon, dass so spät noch jemand in die Küche kam, um zu... backen, wie es aussah? So ganz erfasste sie dieses Spektakel noch nicht. "Sie können gerne dort stehen bleiben.", ließ der Schwarzhaarige plötzlich verlauten. Ihm schien es völlig gleichgültig, ob sie ein Auge darüber werfen wollte oder nicht, solange sie keine Zicken machte oder sich quer stellte.
Im nächsten Moment glaubte Nahash, sie würde einfach gehen. Die junge Frau setzte sich in Bewegung, blieb aber widererwarten neben ihm stehen, betrachtete ihn stumm um ihm dann urplötzlich mit voller Wucht den nassen Lappen über den Kopf zu ziehen. Eine Geste, mit der der Schwarzhaarige definitiv nicht gerechnet hatte, sodass er sich ihr mit leichter Verwunderung in den Augen, zuwandte. "Hör auf mich zu Siezen. Das klingt falsch.", meinte sie und starrte ihm ganz unverblümt in die Augen. Sämtliche Bedrohlichkeit, die sie gespürt hatte, als sie diesen Kerl erblickt hatte, war wie weggeblasen. Nun kam sie sich nur noch lächerlich vor, überhaupt so etwas wie Angst verspürt zu haben und umso lächerlicher, wenn sie daran dachte, was sie ihm vorgeworfen hatte.
Unheimlich war nur der Umstand, dass er eisern zurückstarrte. Dabei wurde ihr dann doch etwas unbehaglich. "Das tut hier keiner.", versuchte sie zumindest ihre Worte zu erklären. "Ich steh immerhin ziiiiiiiemlich weit hinten in der Rangfolge.", fuhr sie vor und hoffte auf irgendeine Form der Reaktion, doch der Schwarzhaarige starrte nur zurück, bis die junge Frau schlussendlich doch den Blick abwandte. Doch selbst das veranlasste Nahash nicht dazu, sich wieder anderen Dingen zu widmen. Für einen Moment noch starrte er sie einfach nur an und sie fand ihren Mut zurück, ihn wieder anzusehen. "Zaara! Das ist mein Name und so kannst du mich nennen.", stellte sie sich vor. In der Hoffnung, nun doch eine Reaktion zu erfahren. Die Reaktion fiel aber mit einem einfachen "Nahash." aus. Als wäre das nicht ohnehin offensichtlich! Inzwischen war aber mehr als offensichtlich geworden, was der Schwarzhaarige in der Küche zu suchen hatte. Als wollte sie irgendeine Art Gespräch aufbauen, unterließ Zaara aber auch keine Bemerkung dazu. "Wie kommt ein Killer zum Backen?"
"Ist das ungewöhnlich?", lautete die Gegenfrage dazu, während der Schwarzhaarige nun die Hemdärmel hochkrempelte. Beirren ließ er sich von dieser Frage nicht. Das allerdings lag auch nur daran, dass er den Kern dieser Frage nicht verstanden hatte, sich ganz unbeirrt die Utensilien zusammenkramte und es mit solcher Präzision tat, dass Zaara fast schon glaubte, dieser Kerl würde in der Küche leben. Irgendwo in den letzten Winkeln, die nicht vom Lampenlicht erreicht wurden, weil sie ihn noch nie zuvor in der Küche gesehen hatte.
"Nun... das ist jetzt nicht so das typische Hobby für jemanden wie dich, wage ich zu behaupten." Auch, wenn sie keinen blassen Schimmer hatte, was wohl das "typische Hobby" eines Mörders war. Was taten solche Menschen eigentlich? Waffen putzen? Gifte mischen? Opfer suchen? Dann wiederum erweckte Nahash nicht den Eindruck, in Willkür zu handeln. Zu ihrer Verwunderung schien eben jener aber ernsthaft über ihre Worte nachzudenken und einen Moment inne zu halten. War es wirklich so ungewöhnlich und falsch? Die Überlegung dauerte jedoch nur einen kurzen Moment an. Den Kopf darüber zerbrechen konnte er sich später immer noch - wenn er fertig war. Dass Zaara ihn genaustens beobachtete, störte ihn nicht einmal. Unweigerlich fiel ihr Blick schließlich auf den leichten Verband, den der andere trug und damit auch auf die Handschuhe, die er verwendete. Natürlich. Mit einem Verband wollte man wohl nicht gerade Teig kneten.
"Wollen Sie-" nicht lieber gehen? Er kam gar nicht dazu, seinen Satz zu beenden, da lernte er den nassen Putzlappen erneut kennen. "Ich sagte, Siez' mich nicht!", protestierte Zaara eisern und ignorierte im Darauffolgenden Nahashs Blick, der nicht gerade voller Begeisterung strotzte. "Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie damit aufhören würden.", sagte er ruhig und fing den Arm der jungen Frau schließlich mit seinem Arm ab. Dass sie erneut versuchen würde, ihm mit dem Putzlappen eins über den Deckel zu geben, konnte er nun schließlich erwarten. Von Glück konnte Zaara sagen, dass er wohl wirklich nicht so fies zu sein schien, wie man sich erzählte. Nur diese Förmlichkeit ging ihr unsagbar auf die Nerven, weshalb sie nichtsdestotrotz weiterhin protestierte: "Erst, wenn du aufhörst, mich zu Siezen."
Stille. Nahash entgegnete ihr nichts, sondern kümmerte sich stattdessen lieber um den Keksteig. Einfache Schokoladenkekse, die sollten es sein. Überraschenderweise hielt auch Zaara nun endlich die Klappe, nachdem sie ihre Ansage gemacht hatte. Sie, die selbst eine unfassbar schlechte Bäckerin war; dafür aber wenigstens gut kochen konnte; schaute gebannt, aufmerksam und in aller Stille, ruhig zu. Und der Auftragskiller der Taijitu ließ sich davon nicht im Geringsten stören. Tatsächlich glaubte Zaara, sich zumindest die einen oder anderen Tricks oder Kniffe abschauen zu können. Noch nie war sie so froh, doch zum Putzen verdonnert worden zu sein.

Es war umso später geworden.
Keiner der beiden merkte wirklich, dass es schon längst Nacht geworden war. Das Zeitgefühl war abgelenkt und auf eine Uhr zu schauen, gedachte niemand. Während die Schokoladenkekse im Ofen garten und das Chaos beseitigt wurde, hatte Zaara sich dazu erbarmt, noch Tee zu kochen. Die Zeit wurde mit mehr oder weniger lockerem Geplauder überbrückt, bis die Kekse schließlich fertig waren und nur noch abkühlen mussten. Ironischerweise bildete Zaara, so anstrengend und direkt sie sein mochte, eine angenehme, lebhafte Gesprächspartnerin, die nur dummerweise immer noch den mittlerweile eher trockenen Putzlappen schwang.
"Glaubst du, ich könnte irgendwann auch aufsteigen?", fragte sie plötzlich.
"Ist das wichtig?"
"Natürlich! Ich plane nicht, ewig ganz unten zu stehen und die Dauerputze zu spielen!" Und mich herumschubsen zu lassen. Letzteres sparte sie sich. Was aber hatte sie schon vorzuweisen? Sie war keine geschickte Diebin, war definitiv keine Mörderin, sie war auch nicht gerade überzeugend, am Computer schaffte sie es gerade einmal, eine E-Mail auszudrucken und Erfahrung, was kriminelle Machenschaften angingen, hatte sie auch nicht. Sie war eine einfache Küchenhilfe, die zufällig die Ideale der Organisation teilte und unterstützte.
"Auch die kleinen Zahnräder sind nötig, um ein Uhrwerk am Laufen zu halten.", entgegnete Nahash ihr. Vollkommen ernst. So ernst, dass Zaara sich fast darüber tot gelacht hätte, hätte sie nicht mit einem verwirrten Blick gerechnet. "Hast du mich gerade ein kleines Zahnrad genannt?", stellte sie in fragendem Tonfall fest. Komische Bezeichnung, aber vielleicht war es ja doch durchaus zutreffend. Wenn das nur jeder so sehen würde. Ihre direkten Kollegen taten es nämlich nicht.
Nachdenklich starrte sie an die Decke, nachdem sie kurz an ihrem Tee genippt hatte, ehe sie mit keckem Grinsen auf den Lippen Nahashs Kopf tätschelte. Problemlos. Immerhin hatte sie es sich auf der Arbeitsfläche bequem gemacht, während Nahash sich damit zufrieden gegeben hatte, sich bloß anzulehnen. Etwas verwirrt blickte jener zu ihr auf. Ihre Gesten verstand er noch immer nicht. "Dann hoffen wir mal, dass der Boss mich kleines Zahnrädchen hier nicht entsorgen will!", flötete sie melodisch und lachte leise, aber nicht überzeugt. Schließlich war sie voll und ganz austauschbar. Dessen war sie sich stets bewusst und trotzdem hatte es sie nie darin gehindert, für ihre kleine, unbedeutende Arbeit ihr Bestes zu geben.
"Geht es wenigstens schnell?", kam sie Nahash dann zuvor. Gerade, wo er sagen wollte, dass nichts geschah, wenn sie die Organisation nicht verriet. Was hatte man auch davon, wahllos Mitglieder zu töten?
"Solltest du die Organisation verraten, dann geht es sicherlich nicht kurz und schmerzlos vonstatten.", drohte er ihr, untermalt mit einem zugegeben doch ernstem Blick, den Zaara allerdings vollkommen ignorierte. Stattdessen strahlte sie trotz der düsteren Thematik bis über beide Ohren und ließ es sich nicht nehmen, Kopf tätschelnd "Oh, du hast das Duzen erlernt! Guter Junge!" von sich zu geben. Erneut sah Nahash nur leicht verwirrt zu ihr auf. Er verstand es einfach nicht. "Ich bin kein Hund...", sprach er das Offensichtliche aus. Die Antwort war lediglich ein keckes Grinsen. In gewisser Weise hatte Zaara es bereits nach so kurzer Zeit lieben gelernt, dem Aufrtragsmörder aufzuziehen, auch wenn er nicht wirklich darauf reagierte. Allein ihn zu verwirren genügte ihr bereits. Zudem hatte er doch zum ersten Mal seit diesem Abend das "Du" verwendet. Das erfüllte sie ja fast schon mit Stolz! Es hatte nun ja doch eine Weile gedauert.
"Und du solltest dir keine Gedanken machen.", fuhr der Schwarzhaarige fort, nachdem er seine Tasse Tee ausgetrunken und zu zwei Tütchen gegriffen hatte, um die nun abgekühlten Kekse einzupacken. Zaara hingegen seufzte. Die einzige Antwort, die sie dazu gab. "Gerade vom Boss solltest du keine Willkür erwarten.", sprach er weiter und stellte kurzer Hand eine der Tüten direkt neben der jungen Frau ab, ehe er sich seinen Mantel schnappte und zur Tür hinüber schritt. Zaara hingegen blickte die Tüte überrascht an und sah erst im letzten Moment noch zum Schwarzhaarigen, der dabei war, aus der Tür zu treten. "Ah! Bring mir irgendwann das Backen bei!", rief sie hinterher, statt ein einfaches "Danke" von sich zu geben. Ihre erste Reaktion war wohl nur selten ein Danke, dafür aber alles mögliche andere. Nur kurz, drehte der Schwarzhaarige im Türrahmen sich noch einmal zu ihr um. Sie glaubte, ein zaghaftes Lächeln zu erkennen.

Wie spät es geworden war, bemerkte Nahash erst, als er über die menschenleeren Flure ging. Eine Mütze Schlaf schadete mit Sicherheit nicht. Doch zuerst tat er das, was von Anfang an sein Plan gewesen war. Vor der Tür zu Spencers Büro blieb er stehen und hing die Tüte mit Schokoladenkeksen kurzer Hand an die Türklinke. Schließlich gehörte es nicht zu seinem Plan, in das Büro seines Chefs einzubrechen. Und wer würde es schon wagen, irgendetwas anzurühren, das ganz offensichtlich für den Boss bestimmt war? Danach ging er, die Kekse; endlich ruhigen Gewissens; hinterlassend. Sie waren Entschuldigung und Dank zugleich.


# tbc: [FSK] Hafen von Stratos City

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Re: Großküche

Beitrag von Nahasham Fr Okt 28, 2016 9:57 pm

# 23
NAHASH & THE COOK'S MATE
Taijitus Hauptbasis - Großküche

# cf: Haus der Richies

Das Donnerwetter, das Nahash sich hatte abholen dürfen, nachdem er in die Hauptbasis zurückgekehrt war, hatte es doch mächtig in sich. Bei all dem Trubel, der geschehen war, hatte er doch glatt diese "super dringliche Sache" vergessen, mit der Zaara ihn zuvor belagert hatte. Dementsprechend wütend war sie auch, dass der Schwarzhaarige erst zum Morgengrauen zurückgekehrt und erst einmal nicht aufzufinden war. Als sie ihn endlich gefunden hatte, schleifte sie ihn regelrecht in die Großküche. Nicht nur, weil sie ein paar Worte verlieren wollte, sondern weil sie sich bei Anblick seines Mantels schier erschrocken hatte. Während sie angestrengt versuchte am Waschbecken die Farbflecken rauszuschrubben, lehnte Nahash an der nächstbesten Küchentheke, die Arme verschränkt, immer wieder einnickend. Viel Schlaf hatte er die letzte Nacht mal wieder nicht bekommen. Nicht einmal Zaaras Gefluche vermochte es da noch, ihn wachzuhalten. Obwohl sie nicht gerade leise fluchte.
"Meine Fresse, hast du dich in Farbe gewälzt?!" Eine Antwort erwartete die junge Frau wohl nicht. Ohnehin fiel sämtliche Konzentration auf den nassen Mantel, der diese Farbflecken einfach nicht loswerden wollte, als wären sie modischer Schnickschnack. Letztendlich ließ sie das Stück Stoff wutentbrannt fallen und riss die Arme in die Höhe. Das war Verzweiflung. Dabei hatte sie doch freiwillig angeboten, den Mantel zu säubern. Nun, das würde sie auch weiterhin versuchen, mit starkem Waschmittel und einer Waschmaschine. Später. Irgendwann. Also vielleicht. Als sie sich herumwandte und den immer und immer wieder einnickenden Schwarzhaarigen musterte, schien die Wut fürs Erste wie weggeblasen. Nun, nicht, dass er ungeschoren davonkommen würde, keinesfalls, aber den Ärger mit dem Mantel hatte sie tatsächlich schon wieder vergessen, schritt flink auf den Killer zu und schnippte ihm unsanft gegen die Stirn, um ihn zu wecken.
Tatsächlich öffnete Nahash aber nur ein Auge, mit dem er Zaara schläfrig betrachtete. Ihren nachdenklichen Gesichtsausdruck bemerkte er nicht. "Weißt du, wenn du einfach keine Lust hast, mir zu helfen, hättest du es auch sagen können.", merkte sie an, stur den Schwarzhaarigen anstarrend, der einfach wieder sein Auge schloss. Dass er beinahe im Stehen einpennen konnte, war für sie ja immer noch ein kleines Wunder. "Es war keine Lüge.", erwiderte Nahash mit fester Stimme, auch wenn er im Moment wohl weniger ernstzunehmend schien. Seine wieder aufgerissene Wunde hatte er schon längst wieder versorgen lassen und sich auch von der hilfsbereiten Schwester ein Donnerwetter abholen dürfen. Nicht, dass Nahash diesen Worten je Beachtung geschenkt hätte. Am Ende des Tages zählte das Ergebnis, nicht der Weg dorthin. So viel war jedenfalls sicher. Ihm.

Zaara seufzte. Als ob sie eine solch schwachsinnige Geschichte glaubte! Sie war noch nie Freundin von stumpfsinnigen Ausreden gewesen, wenn man auch einfach die Wahrheit sagen konnte. Tatsächlich tat das doch viel weniger weh, als erlogene Ausreden, um jemandes Gefühle nicht zu verletzen. Dann wiederum schien ihr Nahash nicht wie jemand zu sein, der viel Wert auf die Gefühle anderer legte. Nein, viel eher platzte er mit den Dingen heraus, ohne auch nur den Hauch eines Gedanken daran zu verschwenden, was es in seinem Gegenüber auslösen könnte. Warum also diese außergewöhnliche Lüge?
Natürlich hatte sie nicht den blassesten Schimmer, dass das, was Nahash ihr erzählt hatte, tatsächlich der Wahrheit entsprach. Es war nur, dass es in Zaaras Ohren so unfassbar und unglaubwürdig klang. Unfreiwilliges babysitten? Ha! Sie hätte alles darauf verwettet, dass es ein Scherz war. Ein Scherz, auf den der Schwarzhaarige bloß weiter beharrte und das "Haha, verarscht!" nicht über seine Lippen kommen wollte. Sie wartete noch immer darauf und allmählich wurde es einfach lästig. Der Witz war schon seit Stunden verloren gegangen.
"Du wurdest also von einem reichen Pärchen in dessen Villa geschleift, um auf ihren Sohn aufzupassen? Du, ein vollkommen Fremder? Und dort kreuzte das eigentliche Kindermädchen mit einem weiteren Typen auf?", fasste sie den Beginn dieser kuriosen Geschichte zusammen. Nahash nickte mit geschlossenen Augen. Nicht, weil er wieder eingeschlafen war, sondern schlicht um sie zu bestätigen. Man merkte Zaaras Tonlage an, dass sie ihm das Ganze nicht auch nur einen Moment abkaufte. Nein, sogar ihr Gesichtsausdruck schrie förmlich nach "Hör auf mich zu verarschen!" Letztendlich stemmte sie ihre Hände in die Hüften, um den Schwarzhaarigen vorwurfsvoll anzusehen. Auch, wenn dieser es nicht bemerkte. "Ich weiß nicht, aber hättest du dir nichts glaubwürdigeres ausdenken können?" Schweigen. Er hatte irgendwann aufgehört mitzuzählen, wie oft er dieser Frau nun schon gesagt hatte, dass es keine Ausrede war.
"Ich weiß ja, dass du etwas weltfremd bist, aber...", begann sie und hielt augenblicklich inne, als Nahash seine Augen öffnete und sie stur und starr anblickte. Er hatte genug von diesem Verhör. "Es war keine Lüge.", wiederholte er aufs Neue. Und obwohl Zaara diese ganze Geschichte noch immer anzweifelte, warnte irgendetwas in ihrem Innern sie davor, weiter darüber zu diskutieren. Gut, wenn Nahash bei dieser Geschichte bleiben wollte, dann bitte! Nicht, dass sie es ihm je abkaufen würde. Eltern heuerten doch nicht einfach so wildfremde Leute an, auf ihr Kind aufzupassen! Oder taten schlechte Eltern so etwas? Nicht, dass sie es wirklich beurteilen konnte. Immerhin konnte sie sich über ihre Kindheit nicht beschweren und was diese Thematik betraf, fragte sie Nahash auch lieber nicht aus. Es war offensichtlich, dass Welten zwischen ihnen lagen. Vielleicht auch Dinge, die Zaara einfach nicht wissen wollte. Sei es nun Selbstschutz oder weil Unwissenheit manchmal einfach seelig war.

Seufzend gab die junge Frau schließlich nach. Nein, gegen eine Schallplatte mit Sprung zu reden, machte nun wirklich keinen Sinn. Es war unsinnig. Allen voran natürlich die reinste Zeitverschwendung. Ähnlich, als würde man sich mit der Wand unterhalten. Die war vielleicht ein guter Zuhörer, pflegte aber nicht zu antworten.
"Was wolltest du?", stellte der Schwarzhaarige schließlich die Frage. Alles, was Zaara gesagt hatte war, dass es sich um eine "super dringliche Sache" handelte, worum genau es ging hatte sie jedoch nie erwähnt. Das nervöse Lachen, das darauf folgte, war jedoch nicht die beste Antwort auf diese Frage, sodass der Schwarzhaarige fragend den Kopf zur Seite neigte. Er hatte keinen blassen Schimmer was im Kopf dieser Küchenhilfe vor sich ging. Vielleicht war das auch besser so, auch wenn es bedeutete, dass man manchmal verwirrt zurückgelassen wurde.
Das Zögern, der ausweichende Blick und die Stille waren wohl mehr als deutliche Zeichen dafür, dass Zaara drauf und dran war, sich eine Ausrede einfallen zu lassen. Es war so offensichtlich, dass Nahash es eigentlich nicht einmal bemerkte, während er geduldig auf eine Antwort wartete. Natürlich konnte sie ihm nicht sagen, dass diese "super dringliche Sache" eigentlich nur für sie "super dringlich" war. Dass es eigentlich nur ein stumpfsinniger Vorwand war, um ihn zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Ort zu locken. Und das nur für ein kindisches, kleines Spiel, das zuvor in ihrem Kopf weitaus besser geklungen hatte, als es eigentlich war. Für dieses einfache Spielchen, das Schulkinder schon spielten, indem sie sich rigoros mit erdachten Geschichten zu übertrumpfen versuchten. Nur mit dem Unterschied, dass Zaaras Geschichte nicht erdacht war. Mit dem Unterschied, dass es sich nicht mehr um kleine Kinder handelte, die herumalberten. Sie hatte sich vor Kollegen ganz einfach beweisen wollen und sich zum Narren gemacht. So einfach war das. Etwas, was ihr nun aber nicht über die Lippen kommen wollte.
"Ich brauchte Hilfe beim Putzen.", behauptete sie deshalb, nachdem der Schwarzhaarige nun schon einige Minuten mit stumpfem Warten verbracht hatte. Diese ungewöhnlich lange Zeit, um auf eine solch simple Frage zu antworten, ignorierte er. Die Tatsache, dass ihre werten "Kollegen" sie immer noch alleine putzen ließen, übrigens auch. Er dachte sich ganz einfach nichts dabei. Das kurze "Verstehe.", das als Antwort folgte, weckte auf Zaaras Gesicht einen recht ungläubigen Ausdruck. Das kaufte er ihr doch nicht wirklich ab, oder? Tatsächlich dachte Faye sich dabei aber nicht allzu viel. Sicher, der Gedanke, dass die einfache Küchenhilfe einen Auftragskiller fragte, ob er ihr beim Putzen helfen würde, mochte eigenartig sein. Jedes andere Mitglied wäre wohl in schallendes Gelächter ausgebrochen und hätte die junge Frau für vollkommen verrückt erklärt - zurecht.

Zaara war aber nun einmal nicht Zaara, wenn sie das Ganze unkommentiert auf sich sitzenlassen hätte. Ein einfaches "Verstehe"? Keine Zweifel? Am liebsten hätte sie ihm doch gleich einen Stempel mit der Aufschrift "Naiv" auf die Stirn geklatscht. Gut sichtbar für alle, damit sie alle Bescheid wussten, dass der Killer gar nicht so furchtbar und kalt war, wie viele glaubten. Stattdessen schnippte sie ihm in kalter Wut gegen die Stirn. "Was...?", begann der Schwarzhaarige, wurde aber jäh unterbrochen. "Oh Gott, du bist echt bescheuert!", schimpfte sie, gefolgt von einem weiteren Schnippen gegen die Stirn. Es tat nicht besonders weh. Eigentlich gar nicht, es verwirrte Nahash lediglich, warum sie mit einem Mal einen solchen Ausbruch an den Tag legte. "Du könntest sowas ruhig mal hinterfragen, Mensch!" Nun hatte diese dumme Lehre allerdings ihre ganze Ausrede zunichte gemacht. Nicht, dass die Ausrede sonderlich glaubwürdig oder durchdacht war. Nein, nicht im Geringsten; das sah ein Blinder mit dem Krückstock.
Wie eine unbeliebte und viel zu strenge Lehrerin baute sie sich vor ihm auf. Versuchte es jedenfalls. Besonders überzeugend war Zaara darin nämlich nicht, aber das war ihr egal. Ohnehin würde dieser Kerl doch kein Wort darüber verlieren, wie lächerlich das Ganze aussah oder wie lächerlich sie sich aufführte. Etwas, was sie aber durchaus zu schätzen wusste. "Das war eine Lüge.", stellte sie schließlich klar. Damit war jegliche Pseudo-Deckung nun wirklich über Bord geworfen. Man hätte sich empört über eine solch dreiste - aber mehr als offensichtliche - Lüge ja sicherlich beschweren können, Nahash hingegen wusste jedoch nicht so recht, wie er nun darauf reagieren sollte. Was erwartete sie wohl? Erwartungen zum Trotz antwortete er jedoch nur erneut mit einem einfachen "Verstehe." Zaara musste sich nun jedenfalls beherrschen, ihm nicht erneut gegen die Stirn zu schnipsen. Eine solche Antwort hatte sie ja fast erwartet, aber eben nur fast. Er hätte sich doch zumindest empört zeigen können! Irgendwie musste man doch reagieren, wenn man so offen angelogen wurde.
"Wenn du es nicht sagen möchtest, dann sag es so.", ergänzte er sich jedoch, sehr zu Zaaras Überraschung. Nun, damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Er schien es jedoch wirklich ernst zu meinen. Gab er sich denn wirklich mit einer solchen Antwort zufrieden? Wie dumm von ihr, eine Ausrede - und zwar eine sehr schlechte - zu erfinden, wenn sie auch einfach hätte sagen können, dass es nun keinerlei Relevanz mehr hatte. So einfach konnte es manchmal sein und doch so schwer. "Ich erkläre es dir unterwegs.", fasste sie schließlich den Entschluss. Nun, wenn Nahash schon so reagierte, dann würde er nach der Wahrheit sicherlich nicht sauer sein. Das würde wohl auch gar nicht erst zu ihm passen. Wieso hatte sie noch gleich gedacht, das wäre anders? Zu viele Sorgen waren wohl nicht allzu gesund.
Mit fragendem Ausdruck neigte der Schwarzhaarige seinen Kopf jedoch zur Seite und betrachtete die junge Frau, die urplötzlich ihren Enthusiasmus wiedergefunden hatte. Sehr plötzlich. "Unterwegs?" Er konnte sich nicht erinnern, irgendwo gehen zu wollen. Oder hatte er noch irgendetwas vergessen? Für die Organisation hatte er seines Wissenstandes nach gerade nichts zu tun. Wenn dem so wäre, so wäre er wohl längst schon unterwegs, um die drohende Gefahr zu bannen oder hätte es bereits über die Bühne gebracht. Zaara jedoch deutete keck auf den Mantel, dessen Farbflecken sie nicht hatte rausschrubben können. Damit konne er nun schließlich nicht mehr rumlaufen. Zumindest solange nicht, bis sie ihn richtig eingeweicht hatte und alles Nötige getan hatte, sie zu beseitigen. Und das würde sie tun. Später irgendwann. Denn jetzt war auch etwas völlig anderes umso wichtiger. "Shoppen, mein Freund.", antwortete sie genauso keck und las dem verwirrten Gesichtsausdruck ihres Gegenübers bereits ab, dass er keinen blassen Schimmer hatte, worauf sie nun eigentlich hinaus wollte. "Wir besorgen dir erstmal einen neuen Mantel. Oder eine Jacke. Oder allgemein Klamotten, die zu dir passen.", erklärte sie daraufhin. Ein Nein akzeptierte sie übrigens nicht. Die Sache war von ihr nun so beschlossen worden. Einwände durfte es nicht geben und diesen Entschluss machte sie auch sogleich deutlich, als Nahash das Wort erheben wollte. "Ich akzeptiere kein Nein.", kam sie ihm zuvor. Nur, um ihm dann am Arm zu packen und ihn eifrig und zielstrebig hinaus zu führen. Denn alles andere konnte nun warten.

# tbc: Stratos City

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