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Auch dieses Jahr dürft ihr euch wieder auf unseren Adventskalender freuen! Auch Bewerber haben etwas davon und dürfen die enthaltenen Geschenke für ihre unfertigen Steckbriefe verwenden.

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Die Wettbewerbe des Forums haben bisher nicht wirklich geglänzt, weshalb ihr nun ins Spiel kommt! Habt ihr Ideen, Anregungen oder Wünsche für den Ablauf von Wettbewerben? Teilt sie uns mit uns sagt uns eure Meinung! Mehr dazu hier!

✗ 02.07.2017 | BoW feiert Zweijähriges!
Beyond Our Wishes gibt es nun schon seit zwei Jahren! Zur Feier des Tages haben wir uns ein paar schöne Dinge für euch ausgedacht, die ihr hier nachlesen könnt!

✗ 20.04.2017 | Ein alter Gegner tritt ab
Heute verabschieden wir uns leider von Shawn, der das Team aus zeitlichen Gründen verlässt, uns aber als User weiterhin beehrt! Wir bedanken uns herzlich für seine Unterstützung und die Arbeit, die er geleistet hat.

✗ 13.04.2017 | Eier hier, Eier dort!
Beyond Our Wishes wünscht euch allen frohe Ostern! Aus gegebenem Anlass haben sich 70 Eier im Forum versteckt. Ob ihr sie findet?

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Es weihnachtet in BoW! Bis zum 23.12.2016 habt ihr die Möglichkeit, eure Punkte zu verschenken. Die Bescherung gibt es am 24. Weitere Informationen findet ihr hier.

✗ 24.11.2016 | Adventskalender
Wie auch im letzten Jahr gibt es auch dieses Mal einen Adventskalender, bei dem ihr schöne Preise gewinnen könnt. Alles was ihr dafür tun müsst, ist euch anzumelden!

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Das Beyond our Wishes feiert heute seinen ersten Geburtstag.

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Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 16, 2017 7:55 pm

Städtische Bank

Die wohl größte Bank Stratos Citys und aus diesem Grund einer der geschäftigsten Orte der Stadt. Ständig gehen Menschen ein und aus, lassen sich beraten, zahlen Geld ein, holen  es ab und legen ihre Bankgeschäfte in die fähigen und zuvorkommenden Hände der stets freundlichen Mitarbeiter.

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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 16, 2017 10:21 pm


Ereignisloser, langweiliger und vor allem öder Tag. Das wäre die Antwort gewesen, hätte auch nur einer der Umstehenden Finlay nach seinem Tag gefragt. Nicht nur, dass er ganz einfach nichts zu tun hatte, nun verbrachte er seinen Nachmittag auch noch in der Bank. In einer Schlange, weil die Automaten defekt waren. Eine Tatsache, die vielen Besuchern der hiesigen Bank die Nerven raubte, weshalb sich eine ungeduldige Schlange an den Schaltern reihte.
Die Angestellten taten dem Verbrecher ja fast schon leid. So sehr wie sie mit genervten Kunden zu kämpfen hatten, hätte er am liebsten selbst wieder kehrt gemacht und hätte seinem Tag etwas anderem gewidmet. Auf der anderen Seite hatte er sich nun schon so lange in dieser Schlange befunden, dass es gar nicht mehr in Frage kam, jetzt einfach zu verschwinden und einem anderen den Vortritt zu überlassen. Es ging nur um einen simplen Dauerauftrag, der geändert werden musste und es wäre kein Problem, wenn die Automaten funktioniert hätten. Wenn er genau darüber nachdachte, kam es ihm fast schon komisch vor, dass sie ausgerechnet jetzt nicht funktionierten. Weitere Gedanken verschwendete er daran jedoch keinesfalls und verlieh mit einem herzhaften Gähner seiner Langeweile Ausdruck.
Wenn er doch wenigstens seine Pokémon als Gesellschaft hätte! Aber nein, im Bankgebäude herrschte strenges Pokémonverbot, weil man fürchtete, dass sie für nicht ganz so legale Zwecke eingesetzt werden würden. Wahrscheinlich auch, weil manche Pokémon einfach zu viel Platz einnahmen. Seine treuen Begleiter rührten also in ihren Pokébällen in seiner Tasche.
Er rückte seine Brille zurecht, bevor er zum wiederholten Male auf die große Wanduhr über den Schaltern starrte. Es war seit dem letzten Mal vielleicht eine Minute vergangen. Ob er vielleicht doch einfach gehen sollte? Wenn er doch bloß nicht so stur dabei blieb. Irgendwo quengelte ein Kind und irgendwo hustete ein alter Mann. Und Finlay bekam das Gefühl, jeden Augenblick einfach einzuschlafen oder gleich tot umzufallen, wenn nicht irgendetwas Unterhaltsames geschah. Seine Gebete wurden erhört.

Es brauchte nur wenige Augenblicke und schon wurde das genervte, langweilige Warten von ohrenbetäubenden Schreien abgelöst, nachdem die schweren Eingangstüren gewaltsam aufschwangen und den Weg für einige, zwielichtige Gestalten bereit machten. Finlay hatte Glück, dass er es rechtzeitig schaffte, sich die Ohren zuzuhalten. Er schwor sich in diesem Moment, niemals in seinem Leben auch nur einem seiner Pokémon Kreideschrei beizubringen. Er hatte das Gefühl, seine Ohren bluteten und sein Schädel würde jede Sekunde explodieren.
Neben ihm weinte ein Mädchen, dessen Mutter angestrengt versuchte, ihm die Ohren zuzuhalten und die schrillen Kreideschreie der vielen Pokémon auszuhalten. Insgeheim bewunderte er sie dafür, auch wenn seine Bewunderung ihr sicher nicht weiterhalf. Ein älterer Mann sackte zusammen, kurz, bevor das Geschrei der Pokémon endete und die hereingestürmten, vermummten Gestalten, deutlich machten, weshalb sie gekommen waren. Es war das klischeehafte "Keine Bewegung!", das Finlay glauben ließ, er wäre in das Set irgendeines uralten Streifens gelandet, der niemals ein Kassenschlager sein würde.
Die Abriegelung, die eigentlich eine Hilfe sein sollte, entpuppte sich jedoch als Falle für alle Anwesenden. Das Mädchen weinte noch immer. Nun jedoch aus Angst vor dem kommenden. Finlay konnte nicht anders, als augenblicklich in seine Tasche zu greifen und durfte als erster zu spüren lernen, dass das "Keine Bewegung!" ganz genau so gemeint war, wie es gesagt wurde. Es war das Glibunkel eines dieser Eindringlinge, das mit einem Satz zu ihm aufschloss und ihm einen heftigen Schlag in den Magen versetzte, um ihm in aller Härte klarzumachen, dass er der Anweisung gefälligst Folge zu leisten hatte. Und obwohl der Schwarzhaarige zusammensackte und dieses teuflische Pokémon ihn böswillig anfunkelte, ließ Finlay es sich nicht nehmen, den zuvor ergriffenen Schokoriegel aus seiner Tasche zu ziehen und ihn unter Schmerzen dem kleinen Mädchen zu reichen.
Natürlich mochte ein Schokoriegel nur ein schwacher Trost sein, aber zumindest ließ das Glibunkel es dieses Mal zu, sodass das Mädchen sich zumindest mit einem klitzekleinen Schub an Mut an den Schokoriegel klammerte, als gehörte er beschützt. Die Wirkung hatte er nicht verfehlt. Das Mädchen, obwohl noch mit tränennassen Augen, weinte nicht mehr so bitterlich und zog damit glücklicherweise weniger Aufmerksamkeit auf sich. Dafür hatte sich Finlay dummerweise ins Zentrum der Aufmerksamkeit katapultiert.
Während die anderen Kunden und Angestellten von einigen der Bankräuber wie eine Herde Voltilamm zusammengetrieben und zusammengehalten wurden, ließ einer dieser Verbrecher es sich nicht nehmen, Finlays Hände grob zusammenzubinden, um eine weitere, dumme Aktion zu unterbinden. Natürlich ließ man ihm auch nicht sein Hab und Gut, was er mit einem Fluchen quittierte, das nicht überhört blieb. Er hatte es sich auch einfach nicht verkneifen können und wurde schleunigst mit einem amüsierten Tritt zum Rest der Gruppe befördert. Bereits jetzt wünschte Finlay sich schleunigst, doch wieder gelangweilt in der Schlange zu stehen und sich einen Wolf zu gähnen. Das war dann doch weitaus angenehmer als diese Situation.

Tatsächlich entfuhr dem Kriminellen ein tiefes Seufzen, als die Polizeisirenen ertönten und nicht zuletzt fing er sich dafür ein paar irritierte Blicke ein. Sein Magen schmerzte noch immer, während er auf dem Boden saß und sich mit dem Rücken gegen die Wand lehnte. Er versuchte, möglichst unauffällig diese viel zu strammen Fesseln zu lösen, doch statt sich zu lockern, schnürrten sie sich lediglich enger. Er bemerkte nicht einmal, wie einer der Bankräuber, der über die Geiseln wachte, ihn amüsiert grinsend dabei beobachtete. Zumindest wurde er nicht gewalttätig, aber das übernahm Finlay ja auch in gewisser Weise selbst, bis er es doch schlussendlich aufgab und schlussendlich seinen Beobachter anstarrte, der das jedoch ganz und gar nicht witzig fand. Er entschied sich jedoch, nicht zuzuschlagen, weil seine Mittäter angefangen hatten, wild über das Eintreffen der Polizei und ihren Fluchtmöglichkeiten zu diskutieren. Sie hatten Geiseln, aber ob das wirklich ausreichte?
"Hey! Hey!", versuchte der Schwarzhaarige schließlich, auf sich aufmerksam zu machen und wurde dafür sowohl von den anderen Geiseln, als auch von den Bankräubern ungläubig angestarrt. Finlay hob belehrend den Finger, obwohl es dank seiner zusammengebundenen Hände gar nicht so überzeugend war. "Als Bankräuber wisst ihr sicher, dass ein Geiselaustausch sinnvoll wäre." Nannte man das Geiselaustausch? Er wusste es nicht. Er war kein Bankräuber. Eigentlich nicht mal ein Räuber.
Er deutete auf die Mutter und deren Tochter, die den Schokoriegel noch immer fest umklammert hielt. "Ich bin mir sicher, wenn ihr so großzügig seid und die beiden gehen lasst, bekommt ihr bestimmt einen ebenso großzügigen Austausch." Eigentlich wusste er es nicht. Aber wenn sie zwei Geiseln hergaben, dann konnte die Polizei ihre Wünsche mit Sicherheit nicht ausschlagen. Hier ging es jedenfalls um eine Familie! Doch statt wirklich etwas zu der Idee zu erwidern, setzte es lediglich einen kräftigen Schlag auf den Kopf, mit einem gezischten "Halt verdammt nochmal die Fresse!" Finlay erwiderte nichts, während er die geschlagene Stelle rieb, grummelte lediglich ein paar undeutliche Worte, die fast dafür gesorgt hätten, dass es einen zweiten Schlag setzte. Der blieb zu seinem Glück aber doch aus.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam Mo Apr 17, 2017 2:18 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
- 34 -
cf. Hafenmeile, Marea City
- mehrere Tage später -

Die Bankräuber hatten sich noch ein paar Minuten damit aufgehalten untereinander zu diskutieren, wie es möglich war, dass die Polizei derart schnell vor Ort hatte sein können. Erst ein älterer Mann, der als Begleiter ein Meditalis neben sich stehen hatte, schaffte es in die Sache Ruhe zu bringen, und das indem er einfach amüsiert lachte, während er einen Blick aus den großen Fenstern warf und die Polizisten musterte. Vielleicht war er der Anführer, vielleicht auch einfach nur derjenige, der hier die meiste Autorität beweisen konnte. Er hatte jedenfalls über den Vorschlag des Brillenträgers nachgedacht, der gerade noch dabei war sich die Seite zu halten, war auf ihn zugegangen und war vor ihm in die Hocke gegangen. „Was für ein kluges Kerlchen du doch bist.“, meinte er, noch immer mit einem amüsierten Gesichtsausdruck, als wäre das alles ein einfaches Spiel. Er sah ihn einen Augenblick noch schweigend an, ehe er sich wieder aufrichtete und zu der Frau und ihrem Kind sah. Die anderen Räuber warfen sich unsichere Blicke zu, und auch die Frau schien nervöser denn je zu sein, als der Mann sich ihr und ihrer Tochter näherte. Einen Augenblick sah er dem kleinen Mädchen ins Gesicht, dann ihrer Mutter. Es hieß nun, sie würden das Mädchen gehen lassen. Sie sollte eine Nachricht mit Forderungen an die Polizei weitergeben und sobald sie darauf eingingen, könnte ihre Mutter folgen. Die Mutter, wenn auch sichtlich schockiert darüber, stimmte dem zu – denn Hauptsache ihre Tochter war in Sicherheit. Jene verstand das Ganze allerdings auch nicht so gut, weshalb die Bankräuber ihr einen Zettel mit den Forderungen in die Hand drückten und sie schließlich von dem Meditalis vor die Tür begleitet wurde, wo sie sich unsicher umsah und langsam auf die vielen Polizisten zuging, um ihnen den Zettel zu geben. Ihre Forderungen? Kontakt mit dem Einsatzleiter und Odile Beauvais.

Odiles kurzer Aufenthalt im Krankenhaus war ihrer Meinung nach eine komplette Verschwendung ihrer Zeit gewesen. Natürlich sah sie ein, dass es wichtig war solche Verletzungen untersuchen zu lassen, immerhin hatte sie frontal einen Tritt ins Gesicht bekommen, aber dass nichts gebrochen war hätte sie auch so sagen können, und nur um gesagt zu bekommen, dass sie kühlen sollte und bloß nicht das Tape abmachen sollte, das zur Stabilisierung des Nasenrückens auf ihre Nase geklebt worden war, hätte sie auch nicht anderthalb Stunden in der Notaufnahme sitzen müssen. Die nächsten zwei Tage hatte sie sich freinehmen müssen, weil die Schmerzen zu stark waren und sie den Kopf kaum neigen konnte und zusätzlich dazu pochte in ihren Schläfen immer ein penetranter Kopfschmerz, den sie nicht hatte ignorieren können. Natürlich ging ihr dieser Umstand unheimlich auf die Nerven, schließlich war ihr Zuhause einfach immer unglaublich langweilig, wenn sie nicht Arbeiten konnte. Aber sie konnte sich ja schon zwei Tage darauf wieder ins Getümmel stürzen, auch wenn es sich bei „Getümmel“ nur um ein bisschen Papierkram handelte. Außerdem hatte eine neue Praktikantin angefangen, die von Odile eingewiesen werden sollte. Die hatte für einen Moment geschaut als hätte sie einen Geist gesehen, als Odile ihr mit den dunkelunterlaufenen Augen und der blauen Nase entgegengetreten war. Tja, konnte man nichts machen. Berufsrisiko, könnte man sagen. Doch Odile sah auch selbst ein, dass sie die nächsten Tage ein wenig zurückschrauben musste. Irgendwie würde sie das schon hinbekommen, sonst würde Amelia ihr noch die Ohren langziehen und sie einfach am Schreibtisch festketten, damit sie bloß nicht auf die Idee kam wieder auf einen Außeneinsatz zu gehen.
Die Tage danach waren also ruhig verlaufen, so dass die Schwellung in ihrem Gesicht hatte zurückgehen können und lediglich die Blutergüsse geblieben waren, die Odiles Gesicht nicht gerade freundlicher aussehen ließen – und wenn man mal ehrlich war, hatte die Polizistin auch ohne diese Verletzungen nur selten einen freundlichen Gesichtsausdruck drauf. Man machte also schon aus Prinzip einen größeren Bogen um sie, damit sie nicht genervt wurde, so dass Odile tatsächlich die meiste Zeit ihre Ruhe hatte. Jetzt saß sie gerade in ihrem Büro und las sich eine alte Fallakte durch, über eine Kindesentführung die nie hatte aufgeklärt werden können. Ein Jammer, aber so hart es auch klang, Odile hatte keine Hoffnung, dass man ihn noch aufklären konnte. Gerade bei Kindesentführungen waren im Regelfall die ersten vierundzwanzig Stunden wichtig, und dieser Fall hier lag bereits fünf Jahre zurück. Die Schwarzhaarige schüttelte betroffen den Kopf und musterte das Bild des kleinen, blonden Mädchens das an das Papier geheftet war, als ihre Tür aufflog. Beinahe wäre sie vor Schreck vom Stuhl gefallen, denn normalerweise klopften Menschen ja erst an bevor sie hereinstürmten. Amelia hob ruckartig den Kopf und fixierte den älteren Polizisten mit ihrem Blick, der gerade atemlos hereingelaufen kam und kurz vor Odiles Schreibtisch zum Stehen kam. Was er zu sagen hatte gefiel Odile ganz und gar nicht. Ein Banküberfall in Stratos City, zu dem bereits einige Einheiten geschickt worden waren. Doch offenbar war es nun wichtig, dass auch sie auf die Bildfläche trat, denn man hatte nach ihr verlangt.

Warum sie ausgerechnet nach ihr verlangten war Odile ein Rätsel. Es gab Polizisten bei der RPV die weitaus bekannter waren als sie und mehr Ruhm trugen und die wahrscheinlich auch bessere Ziele gewesen wären, deswegen machte es in ihrem Kopf keinen Sinn. Doch natürlich hielt sie das nicht davon ab ihre „ein bisschen zurückschrauben“-Devise wieder über Bord zu werfen und ihrem Kollegen zur Bank zu folgen. Amelia schien das mindestens so beunruhigend zu finden wie Odile selbst, und als sie dann vor Ort erfuhren, dass sie als Austausch für die Mutter des Mädchens verlangt worden war, fiel sie doch beinahe vom Glauben ab. In Anbetracht dessen konnte es wohl nur etwas persönliches sein. Keine Frage also, dass Odile dem ohne zu zögern zustimmte. Immerhin sollte das Mädchen nicht noch länger von seiner Mutter getrennt sein. Gewappnet mit dem Wegwerfhandy mit dem die Räuber mit dem Auftragsleiter telefonieren konnten, ging sie also auf die Bank zu. Es war schwer gewesen Amelia davon zu überzeugen bei den anderen Polizisten zu bleiben, aber Odile sah keinen Sinn darin, sie mitzunehmen. Das Lucario würde ohnehin schnellstmöglich ausgeschaltet werden wollen.
Sie konnte die Bank ohne weiteres betreten, doch kaum, dass die Tür hinter ihr zugefallen war wurde sie bereits von einem der Bankräuber gepackt und ihre Hände hinter ihrem Rücken festgehalten, um weiter in den Raum gezerrt zu werden. Sie ließ den Blick über die Geiseln schweifen, die offenbar alle soweit noch wohlauf waren und musterte schließlich die Bankräuber und ihre Pokemon, die allesamt noch immer irgendwie Unsicherheit und Verwirrung ausstrahlten. Huch, da war das Ganze wohl doch nicht so gut geplant wie gedacht? Lediglich der ältere Mann schien zu wissen was er wollte und begrüßte Odile mit einem breiten Grinsen. „Deine Pokébälle, Odile.“, meinte er, woraufhin man sie los ließ und sie den Gürtel lösen konnte, an dem ihre Pokébälle hingen. Er nahm ihr den ab und nickte kurz. Sie waren also schon beim Du, allerdings sagte ihr der Kerl wirklich überhaupt nichts. „Ich bin hier, jetzt lasst die Frau gehen.“, meinte sie unbeeindruckt. Noch immer das schmierige Grinsen im Gesicht des Anderen, ehe er zu einer jungen Dame sah, die neben einem dunkelhaarigen Brillenträger saß. Das Meditalis riss sie auf die Beine und ging schließlich mit ihr vor die Tür, wo sie dann zurück zu ihrer Tochter laufen konnte. „Wir halten doch unser Wort.“, meinte er gönnerhaft und trat auf sie zu, um ihr Gesicht genauer zu mustern. Odile sah ihm unbeeindruckt entgegen und machte auch nicht den Eindruck, sich von ihm einschüchtern lassen zu können. Sie bemerkte, dass sein Blick einen Moment an den Blutergüssen unter ihren Augen lag, ehe er selbst ausholte und ihr ins Gesicht schlug. Odile taumelte zur Seite und hielt sich die Wange, doch bevor sie irgendetwas tun konnte, waren seine Schergen bereits wieder bei ihr und banden ihre Hände zusammen, damit sie nichts tun konnte. Sie wurde neben den Brillentyp auf den Boden gedrängt und wischte sich Blut von der Wange, weil ihre Haut am Wangenknochen durch den Schlag aufgeplatzt war. Noch immer zeigte sie sich ruhig, sah den Bankräubern entgegen. Einer von ihnen war auf den Älteren zugetreten und wollte mit ihm sprechen, weshalb sie sich ein Stück von den Geiseln entfernten, während die anderen weiter aufpassten. Odile ließ den Blick schweifen und prägte sich jedes Gesicht ein, jede noch so kleine Regung. „Sie wissen nicht, warum ich hier bin.“, murmelte sie leise, während sie zwei Männer beobachtete, die kurz zu ihr sahen und dann irgendetwas nuschelten. „Er hat sie nicht eingeweiht und das stört sie.“, fuhr sie fort und schüttelt leicht den Kopf. „Das können wir uns zu Nutzen machen, indem wir sie gegen ihn aufwiegeln.“, sie sprach mehr zu sich selbst als zu dem jungen Mann neben sich. Gerade konnten sie allerdings sowieso nur abwarten und mussten sehen, wie sich die Sache entwickelte. Ihre Wange tat wieder weh, und mit ihr auch die Nase. Wunderbarer Tag – hätte sie sich nur noch einen Tag freigenommen.


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the moral of this story is that no matter how much we try, no matter how much we want it … some stories just don’t have a happy ending.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam Mo Apr 17, 2017 4:37 pm

Kluges Kerlchen, hm? Zumindest der augenscheinliche Kopf dieses Haufens war ein wenig überlegter. Das machte den Schlag nur leider nicht wieder wett. Zumindest aber die Mutter und ihr Kind durften die Bank nun verlassen. Jedenfalls gegen eine Forderung. Finlay war sich jedoch sicher, dass man auf diese eingehen würde. Schließlich war es die Pflicht der Polizei, die Bürger zu beschützen! Und wenn man es nicht tat, nun, so musste er sich wohl etwas anderes überlegen.
Zu seiner Überraschung bestand die Forderung jedoch lediglich darin, eine gewisse Odile Beauvais herzuschicken. Was durfte er davon nur erwarten? Hoffentlich war sie jemand, den man einspannen konnte. Wäre ja noch schöner, wenn es nur eine weitere, nutzlose Geisel war. Ihr Auftritt machte aber auch schon ziemlich bald deutlich, dass sie sich wohl nicht als weitere, nutzlose Geisel herausstellen würde. So ruhig und standhaft sie blieb, würde sie mit Sicherheit sogar sehr großen Nutzen haben! Vorausgesetzt natürlich, sie spielte mit und es ging nicht alles schief, was auch nur schiefgehen konnte. Angesichts der Lage war Finlay jedoch vollends bereit, ein Risiko einzugehen. Der größte Gefahrenfaktor, sprich das nervige kleine Mädchen, war schließlich aus dem Weg geräumt. Wäre ja noch schöner gewesen, hätte sie den Geduldsfaden der Bankräuber durch ihr Geheule überstrapaziert. Das Überstrapazieren war nämlich seine Aufgabe!
Insgeheim war der Schwarzhaarige aber sogar ein kleines bisschen erleichtert darüber, dass er nicht der einzige war, der Schläge kassierte. Bloß hatte es bei dieser Odile doch um einiges schmerzhafter ausgesehen. Immerhin war ihre Wange ja auch aufgeplatzt! Er nahm es jedoch lediglich als Anlass, "erlaubter Weise" ein wenig wegzurücken, als sie neben ihm platziert wurde. Schließlich wollte man ja kein Blut abbekommen! Da nutzte er den gespielten Ekel, um wenigstens ein wenig Platz für sich zu gewinnen. Platz, den er auch bitterlich nötig hatte.

Während die Aufmerksamkeit eher auf dem Neuankömmling lag, versuchte Finlay erneut, die Fesseln zumindest ein bisschen zu lockern. Er hielt jedoch inne, als er ihr Gemurmel vernahm. Eine Polizistin also, hm? Oder zumindest jemand, der gut und gerne analysierte. Zwar glaubte der Verbrecher nicht daran, dass sie jetzt mit Aufwiegeln weiterkamen, aber es war sicherlich sinnvoll, wenn ein wenig Chaos gestreut wurde. Sein Versuch, die Fesseln zu lockern trug endlich Früchte. Auch, wenn sie leider nicht locker genug waren, um seine Hände herauszuwinden. Das war jedoch nicht weiter schlimm. Nein, vielleicht sogar auch besser so. Immerhin sorgte es für ein wenig mehr Bewegungsfreiheit und ließ eine hübsche Möglichkeit offen.
Sein Blick schweifte kurz durch den Raum, um für einen kurzen Moment an seiner eigenen Tasche hängen zu bleiben, die man achtlos auf einem der Beratungstische platziert hatte. Gar nicht mal so weit weg. Besser noch, man hatte es nicht für nötig befunden, sie wieder zuzumachen, nachdem er seinen einzigen Schokoriegel dem kleinen Mädchen gegeben hatte. Es war perfekt.

"Uhm, Entschuldigung...?", ergriff Finlay zögerlich und leise das Wort. Schließlich wollte er höchstens die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich ziehen. Die Aufmerksamkeit der nicht allzu erfreuten Wachen. "Ich... müsste zur Toilette.", behauptete er und sorgte damit unweigerlich dafür, dass die Wachen nach einem kurzen, dummen Kommentar in schallendes Gelächter ausbrachen. Natürlich war es ihnen nämlich vollkommen egal, ob es einen "Unfall" gab oder nicht. Nein, eigentlich hätten sie es wohl umso amüsanter gefunden. Das Gelächter und die damit verbundene Ablenkung, nutzte Finlay jedoch, um einen hübschen Schnellstart hinzulegen. Das hektische Aufstehen wäre ja beinahe sogar seine eigene Falle geworden, fast hätte sein Stolpern ihn dazu veranlasst, doch nur auf den Boden zu knallen. Es half ihm, dass er sich an der Wand abstützen und abdrücken konnte.
Und während die Wachen noch einen Moment gebraucht hatten, um nach ihrem Gelächter zu realisieren, was überhaupt geschehen war, war Finlay seiner Tasche schon ein gutes Stück näher gekommen. Von Glück konnte er sagen, dass ihm kein Pokémon - vor allem nicht dieses Höllen-Glibunkel - im Weg stand. Kaum hatte er seine Tasche erreicht ergriff er sofort den erstbesten Pokéball. "Freya!", rief er, doch heraus kam sein Molunk, Audie. "Falsches Pokémon! Falsches Pokémon!", folgte panisch, während er wild und nervös in seiner Tasche kramte. Er suchte jedoch gar nicht den Ball seines Mantideas, sondern ergriff schleunigst sein Taschenmesser, das er sich ohne Umschweife in seinen Ärmel schob, während er augenscheinlich noch immer in seiner Tasche kramte. Innerlich musste er diesen Bankräubern sogar für die Fesseln danken! Ja, sie kaschierten doch ganz wunderbar, dass sich nun etwas in seinem Ärmel befand, obwohl es zugegeben wieder ziemlich eng wurde und die Fesseln bei dieser Aktion unangenehm ins Fleisch schnitten.
Sein Molunk wurde in dieser kurzen Zwischenzeit überraschend leicht von den anwesenden Pokémon geschlagen und da war es dann auch wieder. Dieses Glibunkel aus der siebten Höllendimension des Todes, das wieder schleunigst zu ihm aufgeschlossen hatte und ihm wieder mal einen heftigen Schlag in den Magen versetzte, sodass er mit voller Wucht gegen die Wand knallte. Er sackte zitternd zusammen. Unfähig, sich zu bewegen, während einer der Bankräuber den Pokéball seines Molunks aufgenommen, es zurückgerufen und wieder in der Tasche verstaut hatte. Dieses Mal machte er sie auch noch zu. Sie lernten aus Fehlern.

Was folgte, war ein zusätzlicher Tritt auf die Brust, während der Räuber wutentbrannt auf ihn herabsah. Das Glibunkel wirkte auch, als wollte es noch einmal zuschlagen, weshalb Finlay sich sogleich die Augen zukniff und schwer atmend darauf wartete, dass die Schläge und Tritte niederprasselten. Sie blieben aus. Stattdessen half der Bankräuber ihm sehr grob wieder auf die Beine und führte ihn fluchend zurück zu den anderen.
Der zusätzliche Schubs des Bankräubers, der ihm eindringlich drohte, dass er so etwas nicht nochmal versuchen sollte, half ihm zusätzlich. So fiel der Schwarzhaarige doch geradewegs - und das nicht unabsichtlich - auf die Polizistin und brauchte einen Moment, um sich wieder aufzurichten. Während er gestottert ein "E-Entschuldigung..." herausbrachte, griff er von seinem Körper verdeckt nach ihren Händen, um sein Taschenmesser darin zu platzieren. Er glaubte jedenfalls, dass sie damit weitaus mehr anfangen konnte, als er selbst. Immerhin konnte er ja auch noch auf andere Art unterstützen! Obwohl Finlay anfing zu glauben, sollten diese Bankräuber je daran denken, ihre Geiseln aus dem Weg zu räumen, wäre er mit Sicherheit der erste. Daran wollte er jetzt aber wohl nicht denken müssen.
Nachdem er sich wieder halbwegs aufgerichtet hatte und zurück an die Wand lehnte, rückte er seine Brille zurecht, ehe er seinen Blick von Odile abwandte. Hoffentlich fasste sie das nun nicht als sexuelle Belästigung auf. Ihm war ja selbst nicht ganz wohl dabei gewesen, aber die einzige Möglichkeit, die er gesehen hatte, ihr unauffällig das Taschenmesser zu geben. Undenkbar, wenn er hier rauskam und sich dann noch mit etwas derartigem konfrontiert sehen musste.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam Di Apr 18, 2017 4:25 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
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Odile gefiel die ganze Situation ganz und gar nicht. Natürlich nicht, immerhin war das hier ein Banküberfall und wer Gefallen an Banküberfällen fand, mit dem stimmte definitiv etwas nicht. Abgesehen davon hatte sie auch schon wieder Schläge in ihr Gesicht kassiert, was ihre Laune auch nicht gerade hob. Vielleicht sollte sie in Zukunft nur noch mit einer Eishockey-Maske aus dem Haus gehen um zu verhindern, dass ihre Nase irgendwann nur noch aussah wie ein krummer, verbogener Stock. Schön wäre das nämlich auf keinen Fall und Odile war doch durchaus jemand, der Wert auf ein gepflegtes Äußeres legte. Mit einer Nase die aussah wie fünf Mal gebrochen ging das dann allerdings auch nicht mehr. Äußerlich ließ sie sich den Ärger über die ganze Situation allerdings nicht anmerken, sondern behielt die unnahbare Maske aufrecht. Wäre ja noch schöner, wenn die meinten sie könnten sie tatsächlich einschüchtern oder sonst irgendwelche Gefühlsregungen bei ihr hervorbringen. Sie hatte schon mit schlimmeren Kerlen zu tun gehabt und so unkoordiniert und überfordert wie die Handlanger wirkten, machte sich Odile keine großen Sorgen darüber, dass sie hier heil wieder herauskommen könnten. Unterschätzen tat sie sie trotzdem nicht. Gerade ihr Anführer schien zumindest einen Durchblick zu haben und einen Plan zu verfolgen, auch wenn er die anderen augenscheinlich nicht eingeweiht hatte. Auch Odile blickte noch nicht ganz dahinter, was genau nun ihr Part in diesem Theaterstück war, aber das würde sich früher oder später wohl noch herausstellen. Hoffentlich früher, denn Odile würde gerne pünktlich zum Abendessen wieder Zuhause sein.
Sie wurde nach dem Schlag auf den Boden gedrückt und nahm neben einer anderen Geisel Platz. Odile wischte sich mit der Hand über die Wange um das Blut wegzuwischen und hätte am liebsten genervt die Augen verdreht, als der Schmerz sich durch ihren Wangenknochen wieder zu ihrer Nase schlich. Es konnte bei ihr auch nie gut laufen. Kaum nahm sie sich vor etwas vorsichtiger zu sein, da rannte sie schon in das nächste Desaster. Vielleicht sollte sie in Frührente gehen. Amelia würde ihr dafür zwar den Kopf abreißen, aber wer wusste schon, ob das nicht sowieso irgendwann passieren würde. Vielleicht sprengte man sie in die Luft. Oder sie wurde zufällig von einem Tauboss im Flug enthauptet – alles möglich. Odile nahm die Hand von ihrer Wange als sie das Gefühl hatte die Blutung wäre nicht mehr ganz so stark und sah dann herüber zu ihrem Sitznachbarn, der offenbar auch nicht allzu zufrieden mit seiner derzeitigen Situation zu sein schien. Bei seinen Worten hob sie kurz die Augenbrauen und sah von ihm zu den beiden Handlangern, die sich sichtlich über seine Aussage amüsierten. Odile wäre ihm natürlich sehr dankbar wenn er nicht wirklich auf die Toilette musste und hinterher noch ein Unfall passierte. Sie saß direkt neben ihm und im Normalfall blieb man dann auch nicht verschont von etwaigen … Malheurs. Doch prinzipiell schätzte sie ihre Mitmenschen immer als halbwegs intelligent ein, weshalb sie nicht glaubte, dass er tatsächlich musste. Jene Vermutung bestätigte sich dann schließlich auch, als der junge Mann plötzlich aufsprang und zu seiner Tasche rannte. Odile verengte leicht die Augen und beobachtete ihn bei seinem Tun. Sehr interessante Taktik. Er gelangte an seine Tasche und ließ ein Pokémon frei, das Odile nicht kannte. Die Kerle brauchten einen Moment zu realisieren was passierte, doch als es schließlich so weit war, kassierte der Brillenträger bereits einen ordentlichen Schlag von einem Glibunkel, das auch nicht wirkte als hätte es Probleme damit, wehrlose Menschen zu verdreschen. Sie verzog leicht das Gesicht als sie sah wie er gegen die Wand sackte. Der Schlag hatte gesessen.

Man zerrte ihn zurück auf seine Beine und schubste ihn zurück zu seinem Platz, allerdings traf er den nicht ganz so zielgenau wie er zuvor auf seine Tasche zugestürmt ist. Eigentlich verfehlte er ihn sogar um ein ganzes Stück, denn statt auf dem Boden zu landen, landete er auf Odile und begrub sie unter sich. Im ersten Moment recht verwirrt darüber, nahm sie ihm das allerdings nicht übel und als sie schließlich das Metall des Taschenmessers in ihren Händen fühlte, war ihr bewusst was der Gute für einen Plan verfolgte. Sie nutzte die Zeit in der er noch auf ihr lag um das Messer in ihrem Ärmel verstecken zu lassen und nickte ihm zu, als er sich wieder entfernte. „Nichts passiert.“, versicherte sie ihm und sah wieder zu dem Glibunkel, das den Brillenträger noch immer mit einem Blick strafte, der sich allein vom Anblick her bereits wie ein Schlag anfühlte. Herrje, was war mit dem Vieh nur falsch gelaufen?

Das Messer sicher und unauffällig in ihrem Ärmel, wartete Odile erst einmal ab. Es wäre unsinnig sich die Fesseln nun durchzuschneiden und eine Soloaktion zu starten, in der sie alle Handlanger wie in alten Actionfilmen einhändig besiegte und anschließend alle Geiseln nach draußen trug. Allein das Glibunkel würde sie wohl ausknocken bevor sie überhaupt ausholen könnte, da machte sich die Polizistin nichts vor. Geduld wahren war nun also die Devise, und früher oder später würden die Polizisten draußen auch irgendetwas machen. Soweit Odile im Bilde war gab es noch die Hintertüren, die normalerweise für den Geldtransport genutzt wurden und auch wenn sie sich nicht sicher war ob die wohl bewacht wurden, konnte sie sich vorstellen, dass das wohl die einzige Möglichkeit war von außen unbemerkt herein zu kommen. Zeit schinden wäre wohl keine schlechte Idee.
Der Anführer schloss wieder zu ihnen auf und der Kerl mit dem er geredet hatte, sah noch unzufriedener aus als vorher. Noch immer hatte er Odiles Pokébälle bei sich. Wenn sie an die herankäme, wäre das Ganze um einiges einfacher. Freud und Fromm könnten sich mit Leichtigkeit um die Pokémon kümmern, damit hätten sie einen Störfaktor aus der Welt geschafft. Sie könnte auch Charles aus seinem Ball lassen, aber der würde wahrscheinlich durch die Decke gehen… Die beiden anderen klärten den Älteren über den kurzen Versuch des Brillenträgers auf, woraufhin er wieder herzlich lachte und sich statt Odile lieber ihm zuwandte. „Plötzlicher Drang ein Held zu werden?“, fragte er an ihn gerichtet und schüttelte leicht den Kopf. „Unser Glibunkel scheint dich zu mögen, vielleicht sollten wir euch ein paar Minuten allein lassen.“, murmelte er und warf einen Blick zu dem violetten Pokémon, das breit grinste und nickte. „Oder ihr könntet endlich damit anfangen euren Plan auszuführen und hier nicht weiter unsere Zeit verschwenden.“, warf Odile ein und hob leicht eine Augenbraue. Sie wollten ja wohl nicht auf ewig hier festsitzen und plaudern. Sie erntete einen vernichtenden Blick von dem Kerl, dann grinste er wieder. „Deine Schwester war genau so vorlaut.“ Wait what? Odile hob eine Augenbraue. Er lachte wieder und schüttelte den Kopf, ehe er sich das Einweghandy nahm, das Odile mitgebracht hatte um mit den Polizisten in Kontakt zu treten. Er wandte sich wieder von ihnen ab und starrte gemütlich aus dem Fenster während er telefonierte und versuchte eine Fluchtmöglichkeit zu erhandeln, so dass Odile sich einen Moment um ihre Fesseln kümmern konnte. Wütend legte er schließlich wieder auf und schüttelte den Kopf. „Im Austausch gegen eine weitere Geisel kriegst du bestimmt, was du willst.“, warf Odile ein. „Offenbar ist das hier sowieso nur ein Ding zwischen uns beiden, also warum hältst du dich mit weiteren Geiseln auf?“ Erstmal war es sowieso wichtiger, alle anderen hier rauszubringen. Unter anderem den hustenden alten Mann, der gerade den Eindruck machte es würde er sich die Lunge aus der Brust husten.



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam Di Apr 18, 2017 6:46 pm

Die kleine Aktion war also positiv verlaufen. Nun, wenn man es als positiv betrachten wollte, von einem Glibunkel verprügelt zu werden. Nein, das waren eindeutig zu viele Schläge für einen Tag. Und irgendwie glaubte Finlay nicht, dass es die letzten sein würden. Hemmungslos schienen diese Kriminellen ja schon zu sein. Daher stellte sich die Frage, wie weit sie ohnehin noch gehen würden. Hoffentlich nicht so weit, wie er glaubte. Er wollte hier nämlich möglichst in einem Stück wieder herauskommen. Immerhin hatte er noch einiges vor in seinem Leben! Ja, er hatte so viele Dinge auf seiner To-Do-Liste stehen, dass er sie schon gar nicht mehr aufzählen konnte! Also, streng genommen war nicht einmal eine vorhanden.
Als sich der Kopf dieser Bande jedoch an Finlay wandte, zuckte er merklich zusammen - und es war nicht einmal gespielt! Zu gerne hätte er ihn ja darüber aufgeklärt, dass er nicht etwa vor hatte, ein Held zu werden, sondern lediglich hier heraus wollte. Auf der anderen Seite würde es Finlay jedoch schwer fallen, einfach zu gehen, selbst wenn man ihn ließ. Diese Leute hatten seinen Tag ruiniert. Viel schlimmer noch, sie sahen auf ihn herab! Verständlicherweise, aber das änderte nichts daran, dass es Finlay unsagbar auf die Nerven ging. Vor allem die Aussicht, Zeit mit diesem Glibunkel des Todes zu verbringen, war nicht allzu rosig und natürlich verzichtete er liebend gerne darauf, auf ein Date mit diesem Monster in Pokékomgewand zu gehen. Nein, das waren wahrlich schon genug Schläge für einen Tag. Wenn nicht bereits viel zu viele. Sein Magen schmerzte ja noch immer und drohte dem Schwarzhaarigen mit erhobenem Zeigefinger, dass er das nächste Mal sein Essen besser durchkauen sollte, wenn er nicht wollte, dass alle Welt mitbekam, was für einen Schund er zu Mittag gegessen hatte.
"Es war dumm... Es war unsagbar dumm...", gab der Schwarzhaarige von sich, nachdem er seinen Kopf in den Fesseln vergraben hatte. Dem Blick dieses Killer-Glibunkels wollte er damit möglichst ausweichen. Nicht, dass sie wirklich noch traute Zweisamkeit in Betracht zogen. Glücklicherweise ergriff die Dame neben ihm aber das Wort. Der nachfolgende Austausch war jedoch nichts, was Finlay unbedingt hören wollte. Schwester? Vorlaut? War das hier etwa eine persönliche Vendetta? Und er war in diese Sache nur hineingeraten, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war? ... Ob diese Bankräuber etwas mit den defekten Automaten zu tun hatten? Ob es wohl zu einem Plan gehörte, möglichst viele Geiseln aufzutreiben?

Hektisch schnellte der Schwarzhaarige mit dem Kopf wieder hoch und warf einen Blick auf die anderen Geiseln, während sein Kopf ratterte. Nein, mit Sicherheit überdachte er nur die Dinge. Mit Sicherheit hatten sie nichts mit den defekten Automaten zu tun. Mit Sicherheit hatte es nicht zum Plan gehört, einfach möglichst viele Geiseln aufzutreiben. Das erinnerte ihn doch glatt daran, war diese Odile wirklich eine Polizistin? Und war es nicht eine vollkommene Schmach für einen Polizisten, wenn den Geiseln bei einer Geiselnahme etwas geschah? Wenn man tatenlos zusehen musste? Er wusste nicht, was es mit dieser ominösen Schwester auf sich hatte, aber hatte dieser Kerl mit seiner Ausdrucksweise nicht impliziert, dass ihr irgendetwas zugestoßen war? Natürlich konnte Finlay sich nicht ausmalen was, aber wenn sie vorlaut gewesen war und es nun nicht mehr war... was war mit ihr? War sie tot?
"Sie sind Polizistin, richtig...?", fragte Finlay schließlich, obwohl man seiner Tonlage nur allzu gut anerkennen konnte, dass er keine Antwort mehr brauchte. Nein, es wäre ihm sogar fast noch lieber gewesen, wenn man ihm gar nicht antwortete. Ob sie Polizistin war oder nicht, zählte schon nicht mehr. Nein, er zog viel eher seine eigenen Schlüsse, ohne dass auch nur irgendeiner sie überhaupt bestätigt hätte. Er überdachte es nur zu sehr. Das musste es sein. Ja, das musste es sein!
Resigniert legte er den Kopf in den Nacken und starrte an die höchst unspektakuläre Decke. "Und ich hatte noch so viel vor...", murmelte er. "Heiraten... Kinder großziehen..." Heh, als ob. Eigentlich waren heiraten und Kinder erziehen nicht gerade das, was er sich von seinem Leben erhoffte. Im Gegenteil. Er war froh, wenn er sich um keine keifenden Bälger kümmern musste. "Und die Meisterschaften sind nächste Woche, ich hätte eine echte Chance gehabt!" Nicht, dass er wirklich in irgendeinem Verein gewesen wäre. Er gab es nur gerne vor, um seine Fähigkeit, Schlösser zu knacken, irgendwie zu rechtfertigen. Lockpicking war nämlich ein anerkannter Sport, auch wenn mancher das wohl bezweifeln mochte. Hauptsache war für Finlay jedoch, dass er sich überhaupt irgendwie herausreden konnte, wenn es hart auf hart kam. Ob das vielleicht auch in dieser Situation seine Chance wäre? Nun gut, wenn sie hier waren, um dieser Odile eins auszuwischen, dann waren sie wohl nicht an teuren Dokumenten interessiert.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam Do Apr 20, 2017 8:57 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
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Für einen Moment hatte es der alte Sack doch tatsächlich geschafft, Odile aus der Ruhe zu bringen. Bis jetzt hatte das Puzzleteil gefehlt, das aus dem Bild ein ganzes machte. Die Polizistin hatte darüber gerätselt, warum die Verbrecher ausgerechnet sie haben wollten und nicht irgendeine höher gestellte Person aus der Ranger- und Polizistenvereinigung, doch dass es etwas persönliches sein könnte, daran hatte sie nicht gedacht. Natürlich hatte sie Feinde – einen Haufen sogar. Sie wollte gar nicht wissen wie viele der Verbrecher und Serientäter, die sie hinter Gitter gebracht hatte, ihren Kopf gerne rollen sehen wollten. Aber die waren eben hinter Gittern und damit war ihr etwas derartiges gar nicht in den Sinn gekommen. Der Kommentar zu Chloé brachte dann schließlich Licht ins Dunkle. Odile konnte es natürlich nur vermuten, doch sie ahnte viel eher, dass es sich zumindest bei diesem Anführer um einen der Verbrecher handelte, der ihrer Schwester angetan hatte, was ihr zugestoßen war. Odile hatte noch immer keine genaue Vorstellung, was genau mit ihrer Schwester passiert ist, immerhin redete Chloé mit niemandem darüber, auch nicht mit ihrem Psychiater, doch ihr Zustand allein und die Tatsache, dass sie ihre Pokémon umgebracht hatten, sprach bereits Bände. Wut stieg in der Polizistin auf, doch sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. Keine Schwäche zeigen, das war hier die Devise. Es war seine Intention sie aufzuregen und zu irgendetwas zu bringen, was sie im Nachhinein bereuen würde. Sie durfte sich auf derartiges nicht einlassen und sollte ihre persönlichen Gefühle da raus lassen, doch das war tatsächlich leichter gesagt als getan. Vor allem wenn es um Chloé ging. Die Zwillinge hatten nie großartig etwas gemeinsam und eigentlich konnten sie sich auch nie wirklich leiden, aber in einer solchen Situation? Wie herzlos wäre sie denn, wenn es sie nicht interessieren würde, was ihrer Schwester zugestoßen war? Und wenn dieser Kerl Schuld daran trug, dass Chloé ihren Verstand verloren hatte…
Odile atmete einmal durch und sah der grinsenden Fratze vor sich entgegen, ohne sich anmerken zu lassen, dass genau das ihr wunder Punkt war. Wahrscheinlich wusste er es sowieso schon, aber ließ Odile damit für’s Erste wieder in Ruhe und wandte sich ab, um Telefonate zu führen. Odile biss kurz die Zähne aufeinander und schüttelte leicht den Kopf, ehe sie seufzte und sich umsah. Gegen die Pokémon würde sie ohne eigenes Pokémon nicht ankommen, also war ihre größte Chance eigentlich nur, ihre Pokémon zurück zu bekommen. Dafür würde sie momentan aber den Anführer umnieten müssen und vermutlich wäre sie tot, bevor sie überhaupt die Chance hätte ihm näher zu kommen. Es wirkte wie eine aussichtslose Situation, aber Odile würde so schnell sicher nicht aufgeben. Und die Polizisten draußen waren schließlich auch nicht untätig. Die Schwarzhaarige schloss einen Moment die Augen und öffnete sie erst wieder, als sie den Mann neben sich reden hörte. Er hatte das Gesicht in den Fesseln vergraben und ein kurzer Blick zu dem Glibunkel ließ Odile bereits erahnen, was das Problem war. „Keine Sorge.“, murmelte sie und schüttelte kurz den Kopf. Sie war nicht besonders gut im Beruhigen. Oder trösten. Falls er das momentan überhaupt brauchte? „Alles unter Kontrolle.“ Sie schenkte ihm ein kurzes Lächeln, auch wenn er es vielleicht nicht sehen konnte.

Während der junge Mann neben ihr ein wenig im Selbstmitleid versank, verständlicher Weise, und Odile ihn ein wenig verwundert ansah, schien der Anführer der Bande zu überlegen, ob sich ein weiterer Geiselaustausch lohnte. Eine hitzige Diskussion zwischen ein paar Mitgliedern brach aus, eben jenen die auch zuvor verwirrt dreingeblickt hatten, und Odile beobachtete das interessiert. Die beiden waren die schwächsten Glieder in der Kette, das war offensichtlich. Immer öfter gingen ihre Blicke durch das große Fenster nach draußen und man merkte ihnen an, dass sie unruhiger wurden. Odile nickte leicht, mehr zu sich selbst als zu jemand anderem, und wollte gerade etwas einwerfen, das das Husten des alten Manns lauter wurde. Es klang wirklich als würde er sich sämtliche Organe aus der Brust husten und Odile sah kurz besorgt zu ihm herüber, und just in dem Moment brach er auch zusammen. Schwer atmete er aus und versuchte noch sich zu halten, konnte fiel jedoch trotzdem zur Seite. Die Menschen um ihn herum sahen ihn schockiert an und dann sich gegenseitig, doch keiner von ihnen schien etwas tun zu wollen. Die beiden unsicheren Bankräuber sahen hilfesuchend zu dem Anführer, dem schien der Umstand jedoch egal zu sein. Odile schüttelte den Kopf und noch bevor sie weiter darüber nachgedacht hatte, stand sie bereits auf den Beinen und eilte zu ihm herüber. Das Taschenmesser sicher im Ärmel ihrer Jacke kniete sie sich neben den Mann und fühlte seinen Puls, ehe sie schon den ersten Tritt in die Seite bekam. Kein normaler Tritt, sondern einer der wirklich gesessen hatte. Ihr wurde die Luft aus den Lungen gedrückt und sie ein Stück zur Seite gefegt, und natürlich war das Glibunkel daran schuld. Sie atmete wieder ein und richtete sich wieder auf; definitiv würde sie sich von diesem Pokémon nicht daran hindern lassen, dem Mann das Leben zu retten – oder es zumindest zu versuchen. Zu ihrer eigenen Überraschung jedoch hielt sich das Glibunkel zurück, nachdem einer der Bankräuber es verwarnt hatte. Odile war dem schrecklichen Pokemon nur einen Todesblick of Doom zu, ehe sie sich zurück zu dem Mann kniete. Ihre Seite schmerzte höllisch, aber das war ihr gerade egal.
Sie überprüfte seinen Atem und fing dann langsam mit einer Herzmassage an, während die anderen Geiseln drum herum noch immer nur zu ihr starrten und nichts weiter taten. „Er muss hier raus.“, meinte Odile in den Raum, an niemand bestimmten gewandt. Es war ja wohl offensichtlich, dass er professionelle Hilfe brauchte. Odile hatte zwar eine weitreichende Erste Hilfe-Ausbildung, aber das machte nicht das Fachwissen eines Arztes wett. Der Anführer stand allerdings lediglich mit verschränkten Armen dort und sah sich das Ganze an, als würde es ihn nicht interessieren. Die anderen beiden sahen sich unsicher an und dann nach draußen, dann wieder zu ihrem Anführer, wieder nach draußen… Sie schienen mit sich selbst zu hadern, während Odile zur Mund zu Mund-Beatmung überging. „Boss, wir sollten wirklich…“, fing einer an, aber schien sich nicht zu trauen weiter zu reden.



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam Do Apr 20, 2017 10:13 pm

Alles unter Kontrolle? Alles unter Kontrolle?! Wie gerne hätte Finlay dieser Polizistin nun um die Ohren gehauen, was für eine absolut dreiste Lüge es war. Ja, die größte Lüge, die er je gehört hatte! Alle Anwesenden konnten doch sehen, wie sie diese Situation absolut nicht unter Kontrolle hatte! Wie gerne er ihr das wirklich um die Ohren gepfeffert hätte. Leider war es dieser Situation nur absolut nicht dienlich und es entsprach auch nicht gerade seiner Opferrolle, eine Polizistin anzupflaumen. Nein, ganz und gar nicht! Auch, wenn er sich fragte, wie lange er diese Rolle überhaupt noch spielen konnte. Es würde der Moment kommen, da würde er es nicht mehr schaffen, in dieser Rolle zu bleiben. Spätestens, wenn irgendetwas geschah, was seine Hilfe enorm verlangte. Nun, letztendlich musste er vielleicht gar nicht drin bleiben. Vielleicht war es sogar dienlich, wenn man ihn etwas tougher sah.
Die Situation kam, die alles schlimmer machte. Das Husten des alten Mannes nahm Überhand. Kurz, bevor er zusammenbrach. Es überraschte Finlay nicht, dass die Menschen, die dem alten Mann am nächsten waren, ihm nicht halfen. Angst. Verzweiflung. Hoffnungslosigkeit. Nicht zu wissen, was getan werden musste. Zugegeben, er selbst hatte keinerlei Ahnung von erster Hilfe. Er konnte diesem Mann wohl genauso wenig helfen, wie andere. Doch es war dieses schiere Unwollen, ihm zu helfen, das Finlay nicht behagte. Selbst die Bankräuber brachen offenbar in Panik aus. Panik, die der Schwarzhaarige sich gut ansah. Die Polizistin, die behauptete, alles sei unter Kontrolle, stürmte jedoch los, um dem Mann zu helfen, wurde von dem Glibunkel attackiert, das dafür jedoch ausgeschumpfen wurde. Glücklicherweise ließ man zu, dass sie dem Mann half.
Bloß der Anführer dieser illustren Runde blieb kalt. Ja, wirklich eiskalt. Zugegeben, ein wenig bewunderte Finlay ihn dafür, dass es ihn dermaßen kalt lassen konnte. Er war ein Verbrecher. Er war ein wirklicher Musterverbrecher, der Finlay, trotz all der Jahre, nicht war. Es interessierte ihn nicht, ob die Gruppen, die er ausspionierte ausgelöscht oder in Ruhe gelassen wurde. Er war schließlich nicht derjenige, der die Tat vollbrachte. Doch selbst Finlay fiel es schwer, gnadenlos zuzusehen, wenn ein Mann, der womöglich Familie hatte, zu Boden ging. Ohne Hoffnung auf Hilfe. Und das obwohl er nichts getan hatte, um das zu verdienen. Wohlmöglich. Selbst die Komplizen gaben immerhin zu, dass man dem Mann helfen sollte.

Innerlich verfluchte Finlay sich selbst, als er sich mit den gefesselten Händen an der Wand abstützte, um aufzustehen. Die Komplizen dieses Mannes waren viel zu sehr verängstigt von der derzeitigen Situation, dass sie ihn glücklicherweise nicht daran hinderten. Wie gerne hätte Finlay ihn allen um die Ohren gehauen, dass es ein Fehler war, ihn festzuhalten. Dass sie dafür mit Sicherheit den Zorn der Taijitu auf sich ziehen würden! Nun, zugegeben, Finlay war kein sonderlich hohes Tier. Wahrscheinlich hätte es die Führungsebene nicht mal gejuckt, wenn sie erfuhren, in welch misslicher Lage er sich derzeit befand. Nachvollziehen konnte er es ja und es war auch sicherlich nicht clever, sich hinter einer Organisation zu verstecken. Ins Besondere, wenn eine Polizistin anwesend war.
Finlay ließ es sich jedoch keinesfalls nehmen, sich direkt auf den Anführer dieser Bande zuzubewegen und vor ihm stehen zu bleiben. Das mochte sicherlich provokant sein. Diese Situation erforderte es jedoch, die Fassade fallen zu lassen. Auch, wenn er fürchtete, sie danach nicht wieder errichten zu können. Natürlich konnte Finlay diesen Mann auch nicht zum Einverständnis, den Alten gehen zu lassen, prügeln. Deswegen musste er wohl mit anderen Karten spielen, die riskant, aber vielleicht schmackhaft genug waren.
"Ich glaube nicht, dass Ihre Komplizen wegen unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge drangekriegt werden wollen.", begann er und damit traf er den Nagel wohl auf den Kopf. Nun, auch wenn diese Bankräuber sicherlich glaubten, mit all diesem hier davonkommen zu können. Jetzt würde Finlay jedenfalls nicht zurückweichen. "Und das wegen irgendwelchen Rachegelüsten, die Sie hegen.", fuhr er fort und obwohl er fühlte, dass er sich auf dünnem Eis bewegte, starrte er dem Anführer dieser Bankräuber direkt ins Gesicht. Es half ihm nicht, wenn er sich jetzt aufführte wie ein Weichei, das vor Angst im Boden versank. "Ich schlage Ihnen einen Deal vor." Blieb bloß zu hoffen, dass dieser Mann sich darauf auch einlassen würde. Wenn es Rache war, was er wollte, dann konnte Finlay ihm nicht gerade das anbieten, was er sich sehnlichst wünschte.
"Sie fordern einen Krankenwagen für den Alten an. Und ein Lockpicking Set, das Ihnen die Polizei für die Rettung dieses Mannes sicher nicht verweigert." Wäre ja schön blöd, wenn die Polizei einer solch kleinen Bitte nicht nach kam. Immerhin ging es hier um das Leben eines Mannes! Bloß traute Finlay der Polizei in der Hinsicht nicht ganz, wenn es um das Anfordern eines Fluchtfahrzeuges galt. Letztendlich hatte diese Gruppe aber noch einige Geiseln mehr, nicht? "Im Gegenzug öffne ich Ihnen Türen und Schubladen, die Ihnen im Weg stehen. Ich bin mir sicher, Sie werden genügend wertvolle Dokumente finden, damit Ihre ganze Gruppe glücklich bis ans Ende Ihrer Tage in Geld schwimmen kann." Damit würde er doch auch sicherlich seine Komplizen beruhigen können. Die schienen immerhin unruhig zu werden.
"Sie haben genug Geiseln, um hier rauszukommen. Früher oder später knickt die Polizei ein, aber ich bin mir sicher, Ihre Komplizen wären beruhigt, wenn Sie sich auch ordentlich die Taschen vollmachen könnten." Schließlich riskierte man lieber mehr, wenn die Ausbeute entsprechend hoch war. Das mochte der Gesamtsituation vielleicht nicht helfen, aber zumindest der Alte konnte sich dann in Sicherheit wiegen, richtig? Vorausgesetzt, dieser Kerl ließ sich überhaupt darauf ein. Er mochte vielleicht eine Rechnung mit dieser Polizistin offen haben und sich für irgendetwas rächen wollen, aber immerhin waren seine Komplizen nun einmal Bankräuber, die etwas anderes als Rache im Sinn hatten.

"Oh und ich versichere Ihnen, dass ich nicht lüge.", stellte Finlay vorsichtshalber klar. Nun gut, Grund dazu hatte er nicht. Tatsächlich neigte er seinen Kopf zur Seite, grinste den Anführer dieser Bande mit einem kecken Grinsen an, das sogar ein wenig Überlegenheit demonstrierte. Vielleicht nicht die beste Idee, aber der Schwarzhaarige konnte es sich einfach nicht verkneifen. Nein, dazu war er von diesem Moment viel zu eingenommen! Wenn man von Eingenommenheit überhaupt sprechen konnte. Es kam dem Ganzen doch näher, wenn man sagte, dass er seine Maske ganz einfach fallen gelassen hatte.
"Ich hab nämlich tatsächlich kein Interesse, noch weiter verprügelt zu werden." Wen wunderte das auch schon? Finlay war froh, wenn er dieses Glibunkel aus der Hölle nie wieder sehen musste! "Sie können dabei also nur gewinnen."
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam Fr Apr 21, 2017 11:46 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
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Sämtliche Probleme die sie hatte waren augenblicklich in den Hintergrund gerückt, als der alte Mann umgekippt war. Dass sie hier als Geisel festsaß, dass es momentan keinen Ausblick auf eine „leichte“ Flucht gab und dass dieser Kerl, der sich aufspielte wie Arceus persönlich, offensichtlich etwas mit dem zu tun hatte, was ihrer Schwester geschehen war. Das alles schien sogar lächerlich unwichtig zu sein im Vergleich zu der Tatsache, dass ein Mann gerade kurz davor war sein Leben zu verlieren – und das nicht einmal durch die Hände der Verbrecher. Es störte Odile. Es störte sie immens. Und es machte sie wütend, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Doch was konnten sie momentan anderes machen? Selbst wenn Odile ihre Fesseln komplett durchschnitt, was blieben ihr für Optionen? Sämtliche Handlanger mit einem Roundkick ausschalten? Den Brillenträger befreien und sich als Duo gegen Mensch und Pokémon stellen? Es war utopisch und naiv zu denken, dass das tatsächlich funktionieren könnte. Sie mussten sich momentan an die Verbrecher halten und sehen, welche Schritte sie als nächstes gehen würde, allerdings ging das Ganze hier einfach nicht voran. Hatten sie es tatsächlich so schlecht geplant oder zögerten sie nur etwas heraus, hinter das Odile noch nicht gestiegen war? Sie grübelte schon die ganze Zeit darüber, aber jetzt wo sie neben dem Mann kniete und versuchte seinen Herzschlag aufrecht zu erhalten, war auch das aus ihrem Kopf gewichen. Alles was jetzt zählte war er und dass er das hier überlebte. Dass sie ihm helfen konnte, solange bis er professionelle Hilfe bekam. Odile bezweifelte nicht, dass vor der Bank bereits irgendwo in der Nähe ein Rettungswagen stand. Das war öfter so, denn nur in den seltensten Fällen kamen alle Geiseln vollkommen unbeschadet davon, und bereits einen Rettungswagen da zu haben sparte immens Zeit. 1, 2, 3, 4. Ein stetiger Takt, den Odile aufrecht erhielt und der lediglich kurz unterbrochen wurde, um den Lungen des Mannes wieder Luft zu schenken.
Dass die anderen Bankräuber spätestens jetzt wirklich daran zweifelten, dass das hier eine gute Idee war, und dass es den Anführer wirklich überhaupt nicht juckte, dass da gerade ein Mann einen Herzinfarkt erlitt, bekam Odile daher auch gar nicht mit. Sie hatte die Fesseln an ihren Händen noch immer nicht vollkommen gelöst und erhielt den Schein zu aufrecht, noch immer gefesselt zu sein. Für die Handbewegungen die sie gerade machte, musste sie sie schließlich auch nicht großartig bewegen. Es wäre jedoch ein leichtes, sich nun einfach aus ihnen zu befreien. Wenn sie irgendwie an ihre Pokémon gelangen könnte… Odile konzentrierte sich jedoch momentan nur weiter auf das, was direkt vor ihr geschah. Ihm galt ihre ganze Aufmerksamkeit und dass der Brillenträger sich derweil aufgerichtet hatte um etwas zu verhandeln, sah Odile auch nur aus dem Augenwinkel. Immerhin tat außer ihr noch jemand etwas. Alle anderen Geiseln sahen nur weiterhin geschockt hin und her und rührten keinen Finger; die Polizistin konnte es verstehen, allerdings störte es sie gerade in dieser Situation wirklich immens.

Die ersten Worte des Dunkelhaarigen hatten durchaus auch Effekt auf die anderen Bankräuber, die ohnehin kurz davor zu sein schienen, einzuknicken. Ihre Kiefer spannten sich an und sie sahen von Finlay zu ihrem Anführer und wieder zurück, wagten es jedoch auch nicht etwas zu sagen. Der Ältere sah dem Brillenträger abwartend und äußerst unbeeindruckt entgegen und schien sich durch sein Auftreten auch nicht provozieren zu lassen. Stattdessen hob er nur die Arme und verschränkte sie vor seiner Brust, Odiles Pokéball-Gürtel noch immer in der Hand. Ruhig sah er dem Anderen entgegen und ließ ihn aussprechen, noch immer vollkommen unberührt von der Tatsache, dass da gerade ein Mann am Boden lag, der dabei war seine letzten Atemzüge zu machten – wenn es nicht bereits zu spät war. Odile jedenfalls würde noch nicht aufgeben. Ihn noch nicht aufgeben. „Einen Deal?“, wiederholte er mit einem amüsierten Gesichtsausdruck und neigte den Kopf leicht zur Seite. Aufmerksam musterte er seinen Gegenüber und hielt den Blick dann wieder in seinem Gesicht, während Finlay weiter sprach und seinen Vorschlag preisgab. Odile hob kurz die Augenbrauen. Lockpickingset? Das klang nicht unbedingt so, als würde er sich stets auf gerechten Pfaden bewegen, doch um sich darum zu kümmern hatte Odile gerade nicht genug Nerven. Vielleicht war er ja auch von Beruf… irgendetwas, wofür man solche Fähigkeiten brauchte und das sich auf legalem Weg befand. Wer wusste das schon. Das Angebot ihnen zu helfen um sich die eigenen Taschen vollzustopfen schien schließlich die Komplizen wieder aufhorchen zu lassen. Das war eine absolut brillante Idee. Man würde ihn nicht vollkommen allein zu den Safes und Schließfächern lassen, man würde ihn begleiten. Das bedeutete, dass weniger Männer hier vorne waren, was wiederum bessere Chancen für Odile bedeutete. Klug. Sehr klug.
Der Anführer schien einen Moment darüber nachzudenken. Einen Moment, der sich für Odile anfühlte wie eine Ewigkeit, ehe er schließlich langsam nickte. Er beugte sich ein kleines Stück vor und kam Finlay damit gefährlich nahe, ohne den Blick von ihm abzuwenden. „Eine falsche Bewegung und dir passiert schlimmeres, als nur verprügelt zu werden.“, flüsterte er ihm mit bedrohlichem Unterton zu, ehe er den Gürtel mit Odiles Pokémon einen seiner Handlanger zuwarf, während er sich wieder mit dem Einweghandy beschäftigte. Es dauerte nur einen Wimpernschlag, da war alles geregelt. Es hätte Odile doch arg verwundert, hätten ihre Kollegen hierbei nicht mitgespielt. Sie wurde von einem der Handlanger zurück auf die Füße gezerrt und festgehalten, wodurch ihre Wiederbelebungsmaßnahmen natürlich unterbrochen wurden, und anschließend der Mann von dem Meditalis nach draußen vor die Tür gebracht. Es kam mit den geforderten Sachen kurz später zurück in die Bank, reichte sie seinem Trainer und sah dann herüber zu Finlay. Odile atmete aus und starrte den Anführer an, welcher noch immer Finlay zugewandt war. Ihr fiel eine Tätowierung an seinem Hals auf, doch sie konnte nicht genau erkennen, was es war. Es erinnerte sie an einen grinsenden Smiley, aber sicher konnte sie es nicht sagen.

Odile wurde von dem Kerl wieder zu Boden gedrückt und sah nun wieder zu Finlay, der jetzt im Fokus stand. Die Polizistin schenkte ihm allerdings nicht so viel Aufmerksamkeit wie es schien, stattdessen dachte sie darüber nach, wie sie am besten an ihre Pokémon gelangte. „Dann beweis mal deine Fähigkeiten.“, meinte er zu Finlay und sah ihn abwartend an. Man konnte ihm anmerken, dass seine Geduld langsam zu Ende war – doch solange er von der Polizei keine Chance bekam zu flüchten, blieb ihm nichts anderes übrig. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er sich tatsächlich um die Geiseln kümmerte. Odile schätzte ihn durchaus als einen Menschen ein, der so etwas ohne zu zögern tun würde. Der Komplize ließ sie wieder los und schloss zu seinem Kumpel auf, woraufhin Odile sich weiter um ihre Fesseln kümmern konnte. Offenbar war der Ausblick auf ein paar Wertpapiere genug, um die Handlanger wieder weit genug von ihr abzulenken. „Du, Meditalis und dein Glibunkel geht mit ihm.“, meinte er zu seinem der Handlanger und sah dann mit einem Grinsen zu Fin. „Ich will dich ja nicht von deinem neuen Freund trennen.“ Das Glibunkel schlug fröhlich die Fäuste aneinander und betrachtete Fin.



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam Sa Apr 22, 2017 1:19 am

Natürlich blieb der Anführer dieser Bande unbeeindruckt. Etwas anderes hatte Finlay auch schon gar nicht erwartet. Dieser Mann war immerhin kalt genug, um dabei zuzusehen, wie ein Mann starb. Ohne auch nur einen Finger krümmen zu wollen. Zumindest war er aber nicht dumm und auch nicht allzu risikobereit. Er schien zu wissen, dass er drauf und dran war, seine eigenen Leute gegen sich aufzuwiegeln, wenn er ihnen nichts vom Kuchen abgab. Schließlich hatten seine Komplizen viel mehr Hemmungen. Sie fürchteten sich, einen Mann sterben zu sehen. Sie fürchteten sich, dass etwas schief ging. Und das war glücklicherweise eine Chance. Nicht für sie, aber für Finlay und sehr wohl auch für die Polizistin. Da konnte man wohl von Glück sagen, dass sie zu Beginn Selbstgespräche geführt hatte. Es war nun noch mehr als offensichtlich, dass sie nicht in alles eingeweiht waren. Vielleicht konnte man sich das ausgesprochen gut zu Nutze machen.
Es überraschte Finlay auch nicht, dass der Anführer ihm eindringlich drohte und klar machte, dass etwas weit Schlimmeres passieren würde, wenn er gelogen hatte. Gut für Finlay, dass er das ganz und gar nicht getan hatte.
Der Austausch ging ganz schnell. Der Mann wurde von einem Pokémon hinausgetragen und bekam Hilfe, während das Pokémon mit dem Set zurückkehrte. Jetzt musste Finlay sich also beweisen. Nicht, dass es ihm schwer fiel. Hemmungslos klaubte er sich schleunigst das Set und schlug die Tasche hastig auf, um einen prüfenden Blick auf die Utensilien zu werfen. Nicht, dass man ihnen hier Müll angedreht hatte. Schließlich konnte Finlay ja nicht wissen, ob die Polizei es wirklich ernst meinte. Dann wäre er nun wohl ziemlich am Arsch gewesen.
Glücklicherweise schien das Werkzeug jedoch vollkommen in Ordnung zu sein. Nein, eigentlich sogar gar nicht von schlechten Eltern. "Kein Extractor.", stellte Finlay nüchtern fest. "Na, solange niemand einen Schlüssel abgebrochen hat, sollte das kein Problem sein." Blieb jetzt bloß zu hoffen, dass wirklich kein Vollidiot sämtliche Schlüssen im Schloss abgebrochen hatte. Dann ging es nämlich wohl ihm an den Kragen. Kurzer Hand wieder zugeklappt, drückte er die Settasche auch schon seinem unfreiwilligen Begleiter in die Hand. Der würde sie ja ohnehin tragen müssen, da er nicht glaubte, dass man vorhatte, ihm die Fesseln abzunehmen. Das würde das Ganze zwar etwas schwieriger machen, aber er hatte zumindest einen... Assistenten? Oder einen Aufpasser Schrägstrich Assistenten. Von dem Glibunkel ließ Finlay sich dieses Mal jedoch nicht einschüchtern. Ja, er war es satt, dass es auf Schläge aus war, aber wenn dessen Trainer dabei war, dann war es womöglich etwas weniger schlagfreudig.

Nachdem Finlay mit seinen unfreiwilligen Begleitern losgezogen war, musste Odile sich wohl um drei Wächter weniger Sorgen machen. Wenn man die beiden Pokémon einrechnete, die glücklicherweise nicht sprechen konnten. Das machte es einfacher, mit dem Handlanger zu sprechen. Umso herrlicher war der Umstand, dass die wichtigen Büroräume weit außer Hörweite lagen und abgeschlossen waren. Nachdem Finlay die Tasche - in den Händen des Handlangers - wieder aufgeschlagen hatte, griff er gezielt nach Spanner und Hook, um sich daran zu machen, die abgeschlossene Bürotür zu öffnen. Die Fesseln waren ihm zwar leider etwas im Weg, sie machten es aber glücklicherweise - oder doch leider? - nicht unmöglich.
"So von Verbrecher zu Verbrecher...", begann Finlay jedoch plötzlich, den einzigen, anwesenden Bankräuber anzusprechen. Damit offenbarte er ihm zwar, dass er selbst nicht ganz koscher war, aber was sollte er schon machen. Das petzen? Ha, wer glaubte ihm denn schon? Zumindest konnte Finlay sich ja mit einer harmlosen Erscheinung herausreden, obwohl seine Stimme nun eine gewisse Kälte an den Tag legte, die zum Ausdruck verlieh, dass er sich von der Situation tatsächlich nicht einschüchtern ließ. Nein, irgendetwas würde sich schon ergeben. Und wenn er ausnahmsweise mal auf die Polizei vertrauen musste. Diese Ironie.
"Glaubst du wirklich jemand, der so kalt ist, einen unbeteiligten Mann sterben zu lassen, gibt irgendetwas auf Komplizen?", fragte er, ruderte im nächsten Moment jedoch auch schon wieder zurück. "Hm, gut, mein Boss ist auch nicht gerade harmlos." Nein, eigentlich konnte er von Spencer wohl auch erwarten, dass er Menschen beseitigte, die ihm ein Dorn im Auge waren. Nur war Spencer überlegter. "Aber Yomi geht wegen einem persönlichen Rachefeldzug keine solchen Risiken ein." Ob diesem Kerl Yomi überhaupt ein Begriff war? Wer in der Unterwelt verkehrte, der hatte den Namen sicher schon gehört. Stellte sich bloß die Frage, ob dieser Mann nicht doch einfach nur jemand war, der wegen schwierigen Verhältnissen dazu getrieben war. Oder ob er überhaupt je von Yomi gehört hatte.
"Er ist stark, überlegt, behält einen kühlen Kopf und hat einen Geduldsfaden, der einmal um die Erde reicht!", begann er förmlich zu schwärmen, ehe er sich mit einem Räuspern selbst daran erinnerte, dass er wohl weniger schwärmen und mehr reden sollte. "Das kann man von deinem Boss wohl nicht sagen.", warf Finlay ein und unterbrach nur kurz seine Arbeit, um den anderen anzusehen. "Er sieht aus, als wäre seine Geduld langsam am Ende." Er setzte seine Arbeit fort und nur einen Augenblick später, öffnete sich bereits die Tür.
Ohne Umschweife betrat der Schwarzhaarige das nun offene Büro und widmete sich augenblicklich dem Scheibtisch, um die Schubladen zu prüfen. Eine abgeschlossene Schublade verriet, dass sich darin wohl irgendetwas Wichtiges befinden musste. Doch statt sich direkt an die Arbeit zu machen, widmete Finlay sich erneut dem Bankräuber. "Ihr wusstest nichts von dieser Odile, richtig?", fragte er, bevor er sich der Schreibtischschublade widmete. Eher jedoch, um dem Glibunkel aus dem Weg zu gehen. Wenn er noch länger zögerte, setzte es nämlich bestimmt bloß wieder Schläge. "Ich prophezeihe dir, er will seine Rache ausführen und dann beseitigt er sämtliche Leute, die ihm im Weg stehen. Odile, mich, die anderen Geiseln, euch. Du wirst schon sehen."

Im nächsten Moment, als die Schublade sich endlich öffnete, wirkte Finlay zufrieden. Ja, was für Schätze würde diese Schublade wohl offen halten, doch kaum hatte er gesehen, was sich darin befand, ließ er sich mit wehleidigem Ausdruck in den Schreibtischstuhl fallen. Es war ein Foto. Ein dämliches Foto von einem kleinen Mädchen! "Ich bin sowas von tot!", jammerte er lauthals, während er mit dem Foto wedelte. Eher zufällig bemerkte er dabei, das irgendetwas auf der Rückseite stand und es sah nicht wie ein Geburtsdatum aus. Eher wie eine Art Code? Leider zu komplex für Finlays beschränktes Köpfchen. Aber wenn schon etwas Verschlüsseltes darauf stand, dann konnte es entschlüsselt sicherlich die Kombination für irgendeinen wichtigen Tresor ergeben, den Finlay mit Werkzeug allein nicht aufbekam. Vielleicht war Odile ja sogar gut darin, sowas zu entschlüsseln?
Ha! Da traf Finlay doch ein Geistesblitz. Er grinste hämisch, während er mit dem Foto in der Hand erneut herumwedelte. "Ich weiß, dass du mir wahrscheinlich nicht glaubst, aber teste deinen Boss doch einfach?", schlug er vor und bewegte sich auf den anderen Kriminellen zu. "Es scheint irgendein wichtiger Code hierauf geschrieben zu stehen. Bestimmt für einen sehr wichtigen Tresor.", erklärte er dem anderen seinen Verdacht. "Sollte dein Boss wirklich die Geduld verlieren und diese Odile beseitigen wollen, dann zück das Foto hervor und sag ihm, dass Odile vielleicht helfen kann, den Code zu entschlüsseln. Sie ist ja schließlich Polizistin und keine Normale, wie's aussieht." Zumindes hoffte Finlay doch stark, dass sie so einen Code entschlüsseln konnte. Vielleicht erwartete er da aber auch zu viel von ihrer Kombinationsgabe? Nun gut, letztendlich kam es auch gar nicht darauf an, ob sie es wirklich entschlüsseln konnte. Der Schwarzhaarige glaubte nämlich nicht, dass es überhaupt so weit kommen würde.
"Sollte dein Boss in dem Fall darauf bestehen, Odile aus dem Weg zu räumen... weißt du, dass es ihm die ganze Zeit nur darauf ankam." Nie im Leben würde er sich von seiner Rache abhalten, wegen irgendeinem sehr wertvollen Gewinn. Kurz blickte Finlay sich jedoch noch einmal um und entdeckte einen Tresor, der glücklicherweise einen Schlüssel benötigte. Den konnte er wenigstens knacken! Dieser Code war mit Sicherheit nicht für diesen Tresor bestimmt, aber zumindest witterte er bereits wichtige Dokumente, die dafür sorgten, dass es ihm nicht den Hals kostete.
"Du steckst das Foto ein und ein paar der teuren Dokumente.", sagte Finlay, während er den Tresor anstarrte. "Ihr wollt ja schließlich nicht leer ausgehen und ich will meinen Kopf nicht verlieren. Du steckst sie ein und wir bringen nur ein paar davon als offene Ausbeute zurück." Auch, wenn das wohl ein riskanter Plan sein mochte. Für Finlay, jedenfalls. Tatsächlich lächelte er bei dem Gedanken bitter. Er glaubte nicht, dass der Boss dieses Kerls sich mit ein paar Dokumenten wirklich zufrieden geben würde. Auf den Profit schien es ihn ohnehin nicht anzukommen. "Ich befürchte zwar, dass ich mir ein Donnerwetter abholen darf, wenn wir mit wenig zurückkommen..."
Er griff nach einem anderen Spanner aus dem Set und hinterließ dem Komplizen das Foto mit dem Code, ehe er zum Tresor hinüber ging. Vielleicht war dieser Plan viel zu riskant, vielleicht würde es ihm teuer zu stehen kommen. "Aber sieh es als mein Opfer für die Sache." Ein Opfer, das er eigentlich gar nicht bringen wollte. Vielleicht war es aber notwendig, um diesen Bankräuber davon zu überzeugen, dass sein Boss ganz andere Ziele im Sinn hatte.
Als der Tresor offen war, machte sich jedoch ein Stück Erleichterung breit. Tatsächlich sah es ganz danach aus, als beherbergte er wichtige Dokumente. Statt sie jedoch herauszunehmen, machte Finlay dem anderen Platz, um sie zu begutachten und sich seinen Vorschlag einmal ordentlich durch den Kopf gehen zu lassen.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam So Apr 23, 2017 1:00 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
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Der Anführer der Bande ließ den Schwarzhaarigen schließlich in Begleitung der beiden Pokémon und einer seiner Handlanger nach hinten in die Büroräume der Bank verschwinden. Entweder er unterschätzte Odile maßlos, oder er überschätzte sich selbst. Die beiden Pokémon waren das größte Hindernis gewesen und er hatte es gerade selbst aus der Welt geschafft, zumindest für ein paar Minuten. Der Blick der Polizistin huschte zu dem Handlanger, der gerade ihren Gürtel mit Pokébällen hielt, allerdings stand er zu weit entfernt, als dass sie nun großartig etwas tun könnte. Odile setzte sich wieder aufrecht hin und musterte die Geiseln um sich herum. Es waren nicht viele Menschen, doch das bedeutete nicht, dass die Situation ungefährlicher wäre als sonst. Doch sie schienen soweit alle in gutem Zustand zu sein, zumindest hatte Odile nicht das Gefühl, dass gleich noch jemand einen Herzinfarkt erleiden würde. Die Blicke der Menschen gingen überall hin. Einige zur Decke, andere hoffnungsvoll aus dem großen Fenster, hinter dem man die Polizei erkennen konnte – andere lagen auf ihr. Natürlich erhoffte man sich von Odile, dass sie sie hier raus brachte. Sie war eine Polizistin, es war ihre Aufgabe. Und vor allem war es ihre Schuld. Was der alte Kerl von ihr wollte wusste sie nicht, doch dass er ihretwegen diese ganzen Geiseln hatte in Kauf genommen, konnte und wollte Odile nicht akzeptieren. Das hier war etwas Persönliches und wenn irgendjemandem hier etwas Ernstes zustoßen würde, würde Odile sich dafür den Schuh anziehen müssen.
Der Anführer zog sein eigenes Handy hervor und schien einen Moment damit abgelenkt zu sein. Offensichtlich gab es da etwas zu klären, zumindest wirkte er nicht besonders glücklich. Odile beobachtete ihn einen Moment, dann ließ sie den Blick über die restlichen Handlanger schweifen. Sie schienen sich durch den Ausblick auf Diebesgut wieder ein wenig beruhigt zu haben, aber unruhig waren sie noch immer. Ständig hingen die Blicke zwischen ihr und ihrem Anführer. Sie wussten schließlich genau so wenig wie Odile, was ihr Anführer eigentlich vor hatte und welchen Plan er verfolgte. Eigentlich wäre es doch das simpelste für ihn, sich Odile nun zu schnappen und sie mitzunehmen um das allein zu klären – so würde Odile es zumindest tun. Dann hatten sie weniger Zeugen, weniger Störungen und die Chance geschnappt zu werden war geringer. Entweder also er verfolgte noch einen anderen Plan, oder er war doch nicht so durchdacht wie er den Eindruck machte. Er steckte sein Handy schließlich wieder weg und wandte sich Odile wieder zu. Erst ließ er den Blick durch den Raum schweifen, über die Gesichter der anderen Geiseln und seinen Handlangern. Die Mundwinkel hoben sich wieder leicht und er schüttelte den Kopf, ehe er Odile einfach an den Haaren packte und sie daran auf die Beine zerrte. Sie verzog das Gesicht und sah dem Kerl entgegen, der ihren Schopf auch noch nicht los ließ, nachdem sie schon auf den Beinen war. Er hielt sie daran fest und grinste sie schief an, während die andere Hand ihren Kiefer entlang strich. Urgh. Odile hatte das innere Verlangen ihm ins Gesicht zu spucken, aber man musste ja Würde bewahren. Sie war hier beruflich, da konnte sie sich so etwas nicht leisten. Sie ließ ihn also machen und wartete lediglich ab, was er tun würde. Nun konnte sie immerhin einen genaueren Blick auf die Tätowierung an seinem Hals werfen. Es handelte sich tatsächlich um einen grinsenden Smiley. Odile machte sich einen Augenblick Gedanken darüber; durchforstete ihr Gedächtnis nach irgendetwas, wo sie dieses Zeichen schon gesehen hatte, aber es sagte ihr nichts. Hatte er sich das einfach so aus Spaß tätowieren lassen? Hatte es eine Bedeutung, war es ein Bandenkennzeichen? Odile beschloss, dass sie später die Datenbanken durchforsten würde. Vielleicht fand sie ja etwas, denn sie zweifelte nicht daran, dass sie hier lebend herauskommen würde. Aufgeben war für sie keine Option und solange es nicht wirklich aussichtlos war, würde sie sich auch nicht mit einem etwaigen Tod auseinandersetzen.
„Ich denke dir dürfte mittlerweile klar sein, dass deine Schwester und ich uns kannten.“, fing er an, nachdem er seine Hand von ihrem Kinn zurückgezogen hatte. Die in ihren Haaren blieb jedoch dort wo sie war und sorgte für ein wirklich unangenehmes Ziehen an ihrer Kopfhaut, das sie zu ignorieren versuchte. Er lachte leise. „Anfangs hat sie sich auch so gezeigt wie du jetzt. Ach so mutig und unberührt von der ganzen Sache.“, fing er an zu schwafeln und Odile fragte sich, woher seine plötzliche Redseligkeit rührte. Es interessierte sie nicht im Geringsten was er zu sagen hatte, auch wenn es um Chloé ging. Sie vermutete allerdings, dass das meiste ohnehin verdreht sein würde, immerhin ging er hier nicht darum Odile über die Situation aufzuklären, sondern darum sie zu verletzen. Odile schwieg also und ließ ihn weiter reden. „Nachdem wir sie endlich haben ruhigstellen können und sie eingesehen hatte, dass sie aus der Sache nicht mehr heraus kommen würde, haben wir uns ihren Pokémon zugewandt.“, fuhr er fort und sein Blick flackerte kurz zu Odiles Pokémongürtel. Er schwieg eine Sekunde, schmunzelte und sah wieder in Odiles Gesicht. „Und dann haben wir einem nach dem anderen ein Ende bereitet.“ Odiles Kiefer spannte sich kurz an. Sie wusste, dass Chloé ihre Pokémon verloren hatten. Lediglich ihr Lunastein und ihr Blitza waren ihr geblieben, die anderen hatte man umgebracht. „Und dann war der Rest eigentlich ziemlich einfach.“, meinte er und ließ Odiles Haare los, um sich von ihr abzuwenden und ein paar Schritte zu gehen. „Sie war sowieso schon am Ende und vielleicht hätten wir Gnade zeigen und ihr einfach das Leben hätten nehmen sollen, aber wo bliebe da der Spaß? Die Psyche eines Menschen ist so komplex, aber das solltest gerade du ja wissen, dass man bei so einer Chance einfach nicht verzichten kann. Hier und dort ein bisschen Zwietracht säen, dabei zusehen wie die Person langsam daran zerbricht…“ Er schien ja regelrecht anzufangen zu schwärmen. „Körperliche Schmerzen sind dabei natürlich nicht unerheblich und erfüllen einen gewissen Zweck. Unter Schmerzen ist es einfacher, Menschen Dinge einzuflößen.“ Er wandte sich Odile wieder zu, die ihn noch immer ruhig ansah. „Hast du sie gesehen, deine Schwester? Nachdem sie eingewiesen wurde?“ Er tippte sich mit der Hand kurz gegen das Kinn. „Hier in Stratos City, nicht? Man sollte ja nicht meinen, wir hätten sie nicht noch immer im Blick. Wir verfolgen jeden Schritt von ihr, immerhin müssen wir ja sichergehen, dass sie nicht doch etwas ausplaudert. Wobei ich das doch stark bezweifle. Dafür haben wir gesorgt.“ Wir. Er war es also nicht allein. Es gab mehrere von ihnen. Oder er hatte damit angefangen von sich selbst in der dritten Person zu sprechen, aber das war eher abwegig. „Und was soll ich mit der Information nun anfangen?“, fragte Odile unberührt und hob leicht eine Augenbraue. Er lachte wieder leise. „Zwillinge sind wirklich interessant. Ihr beiden seid euch nicht nur äußerlich sehr ähnlich. Ich frage mich, ob ich dich auf die selbe Weise zerstören kann wie deine Schwester.“ Odile sah ihm entgegen, doch ihr entgingen nicht die Blicke, die sich die Handlanger gerade zuwarfen. Er trieb sie, ohne es selbst zu merken, immer weiter gegen sich. Eine Polizistin entführen und foltern? Wollte dieses Blut tatsächlich an ihren Händen kleben? Auf Odile wirkten sie ja eher wie ein paar Kleinkriminelle, die dieser Sache nur zugestimmt hatten um schnelles Geld zu machen und dann nie wieder etwas damit zu tun zu haben. Unsicher sahen sie sich an und dann wieder zu ihrem Anführer. Der, der Odiles Pokémon in der Hand hatte, umfasste den Gürtel unweigerlich fester.

Der Anführer seufzte kurz schwer, wandte sich wieder um und zog einen neuen Pokéball aus seiner Tasche hervor. Ein Elektek manifestierte sich aus dem roten Strahl und gab ein Schnauben von sich, ehe es sich kurz umsah. Es schien ein wenig verwirrt zu sein als es Odile sah, doch bevor Odile überhaupt etwas hatte sagen oder tun können, nickte der Anführer seinem Pokémon bereits zu und Odile wurde von einer Elektroattacke getroffen, die sie mit einem unterdrückten Schrei zu Boden beförderte. Ein erschrockenes Raunen und Nach-Luft-Schnappen ging durch die Reihen der Geiseln. Vielleicht sollte sie ein Buch darüber schreiben, was sie alles schon so für verschiedene Verletzungen in ihrer Polizeikarriere erlebt hatte. Das würde sicher einige Seiten füllen. Die Attacke war zwar nicht besonders stark gewesen, immerhin wollte man Odile ja keinen Herzstillstand verpassen, und einem anderen Pokémon hätte sie wahrscheinlich kaum geschadet, aber Odile war eben kein Pokémon, sondern nur ein einfacher Mensch. Stromschläge waren definitiv nichts, was sie gerne nochmal erleben würde. Auch nachdem die kurze Attacke abgeklungen hatte, zog sich noch immer ein hoher Schmerz durch ihre Glieder und Odile schaffte es nur langsam, sich wieder auf den Rücken zu drehen. Der Anführer lachte amüsiert und wollte sein Elektek gerade zum zweiten Angriff bringen, als sich der Handlanger mit den Pokébällen einschaltete. „Boss, das ist… ist das wirklich eine gute Idee? Wir sollten lieber hier raus, bevor die Polizei noch die Bank stürmt.“, murmelte er und sah von Odile zu seinem Anführer und wieder zurück. Perfekt. Er brachte sie immer weiter gegen sich auf.

Derweil waren Finley und Handlanger Nummer 2 auf dem Weg zu einem der Büros. Sie blieben vor verschlossener Tür stehen und während Finley sich daran machte, sich um das Schloss zu kümmern, wurde er weiterhin wachsam von dem Glibunkel beobachtet. Das Meditalis beschäftigte sich lieber damit die Umgebung im Auge zu behalten, für den Fall der Fälle, dass doch etwas passierte. Ein wenig verwundert sah der Handlanger dann zu Fin, als er ihn tatsächlich ansprach. Er selbst schwieg jedoch die ganze Zeit über. Hatte sich wohl dazu entschlossen, am besten nicht mit ihm zu reden. Erst als er von Yomi sprach, weiteten sich kaum merklich seine Augen. „Du arbeitest für Yomi?“, fragte er mit gedämpfter Stimme als hätte er Sorge, dass man sie belauschte. Natürlich hatte er von Yomi gehört. Welcher Verbrecher hatte das nicht? Augenblicklich schien er noch ein Stück nervöser zu werden. Yomi gegen sich zu haben war sicher auch keine schöne Sache. Wer wusste schon wie nah er und der Brillenträger sich standen…? Sie traten in das Büro als Finley die Tür geöffnet hatte, wo sich der Handlanger erst einmal umsah. Er schüttelte auf die Frage zu Odile leicht den Kopf und schien über Finleys folgende Worte länger nachzudenken. Im Endeffekt war er nur ein Söldner. Er hatte seinem Boss nichts zu beweisen und wenn die Bezahlung nicht da war, dann müsste er auch nicht bleiben. Doch er schien doch ein sehr skrupelloser Mensch zu sein…
Er sah dabei zu wie Finley die Schublade am Schreibtisch knackte und hob die Augenbrauen, als er anschließend meinte er wäre tot. „Zeig her.“, meinte er und wollte Finley das Foto aus der Hand schnappen, um es selbst anzusehen. Finley wedelte jedoch zu stark mit dem Foto vor seiner Nase herum, weshalb der Handlanger den Versuch wieder aufgab. Schweigend hörte er sich an was Finley zu sagen hatte und man konnte ihm ansehen, dass er ernsthaft darüber nachdachte. „Hm.“, brummte er dann und sah fragend zu seinem Glibunkel, welches nur ebenso fragend zurück sah. Sein Blick wurde unsicherer als Finley sich wieder abwandte und sich um einen kleineren Tresor kümmerte. Eigentlich hatte er Recht. Es war sowieso schon offensichtlich, dass ihr Boss es nicht auf das Geld anlegte. Er räusperte sich und straffte seine Haltung wieder. „Was ist mit Yomi?“, fragte er dann langsam. „Ich will nicht, dass das hier auf mich zurückfällt.“ War Spencer für ihn eine noch größere Bedrohung als der Anführer der Bankräuber? Das Glibunkel nickte auf die Worte seines Trainers gewichtig. „Du musst mir versichern, dass das nicht passieren wird.“ Es war zwar ziemlich unwahrscheinlich, dass man das hier auf ihn zurückführen konnte, immerhin war er nur ein Kleinkrimineller, aber man wollte doch besser auf Nummer sicher gehen. Er nahm sich das Foto schließlich und musterte es kurz, ehe er es in seine Hosentasche stopfte und abwartete, bis Fin den Tresor geöffnet hatte. „Gut.“, meinte er dann langsam und trat zu Fin um den Inhalt des Tresors zu begutachten. „Wir machen es so.“ Ganz sicher klang er zwar noch nicht… „Auch wenn es uns beiden den Kopf kosten könnte.“ Aber er hatte diesem Mist hier nicht zugestimmt um dann am Ende mit leeren Händen davon zu kommen.



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 23, 2017 2:29 pm

Dann hatte dieser Kerl also doch von Yomi gehört. Das machte die ganze Sache jedenfalls einfacher. Ja, sogar viel einfacher. Zwar hatte Finlay niemals geglaubt, das Pseudonym seines Bosses einmal auf diese Weise zu benutzen, aber er würde es ihm bestimmt nicht böse nehmen, wenn er das gewusst hätte. Glaubte er jedenfalls. Immerhin ging es hier gerade um sein Überleben! War ja schließlich auch nicht, dass er hier Spencers Namen ausplauderte. Zumindest schien der Bankräuber ziemlich ehrfürchtig zu sein. Nun, immerhin war Yomi doch eine etwas größere Nummer als ein Bankraub. Es war also auch nicht verwunderlich, dass der Komplize nachhakte, ob er in Sicherheit wäre. Finlay antwortete bewusst nicht sofort, sondern wartete auf die Reaktion des anderen, nachdem er die Dokumente im Tresor gesehen hatte. Dann war es also ein Deal. Wenn man es so nennen wollte. Immerhin konnte Finlay ja nicht in die Zukunft schauen und sehen, ob alles glatt ging. Nein, vielleicht verriet dieser Kerl ihn ja doch.
"Gut.", stimmte Finlay zunächst ein. "Was Yomi angeht..." Er blickte auf die Dokumente. Nun, er konnte keine leeren Versprechungen machen. Das wäre wohl weder fair, noch besonders glaubwürdig gewesen. Und schließlich wollte er die Mitarbeit dieses Kriminellen nicht direkt wieder verlieren. Aber gab es überhaupt einen Grund zu lügen? Nein, im Grunde genommen nicht. Also blickte der Schwarzhaarige den anderen wieder an und lächelte. Er lächelte tatsächlich und das auch noch freundlich. "Er mag ein Verbrecher sein und ist gnadenlos zu Feinden." Musste er ja schließlich auch sein, wenn er sich in der kriminellen Welt durchsetzen wollte. Wer sich nicht beugte, der musste eben Platz machen. "Aber er ist auch ein überraschend sanfter Kerl, der sich für das Wohlbefinden seiner Kameraden interessiert." Auch, wenn Finlay trotzdem dazu neigte, sich ihm nicht groß zu nähern. Wäre ja noch schöner, wenn er herausfand, wie er über ihn dachte.
"Du bist nicht derjenige, der den Schaden anrichtet, sondern dein Boss, und du hast Hemmungen, Menschen ernsthaft zu verletzen." Der Blick wanderte kurz zu dem Glibunkel. Dieses Höllenvieh. Auf der anderen Seite konnte man sich jedoch fragen, ob es mit der Gesamtsituation überhaupt zufrieden war. Letztendlich befolgte es wohl auch nur einfach Befehle, die nicht einmal unbedingt von seinem Trainer kamen. Nein, der Drahtzieher blieb nun einmal der Kopf dieser Bande. Schließlich blickte er den Bankräuber jedoch wieder an. "Ich bezweifle, dass Yomi dich aus dem Weg räumen würde. Von dir geht kein Risiko aus." Schließlich nickte er, als wollte er seine Worte selbst bestätigen. Nein, es gäbe wirklich keinen Grund, diesen Kerl zu beseitigen. Zumindest, solange er nicht vor hatte, Finlay auszufragen. Wer nichts wusste, der war keine Bedrohung und schließlich war Spencer kein düsterer Superheld, der die Welt von kleinkriminellen Bankräubern befreite.
"Und sollte es widererwarten doch brenzlig werden, leg ich ein gutes Wort für dich ein." Zumindest das konnte Finlay ihm versprechen. Wenn sie hier heil wieder herauskamen, aber so sicher schien das nicht zu sein. Vor allem ergab sich erst einmal das Problem, was der Anführer tat, wenn sie mit nicht allzu viel zurückkehrten. Nun, streng genommen hatte Finlay seine Aufgabe ja erfüllt und nicht gelogen, was das Knacken von Schlössern anging. Erwartete ihn dann überhaupt irgendetwas? Undenkbar war es bei diesem Kerl nicht. "Eher ist mein Kopf dran...", meinte er und seufzte schließlich. Ob hier noch mehr zu holen war? Er bezweifelte, dass man in zig Tresoren wichtige Dokumente aufbewahrte. "Sollen wir uns weiter umschauen oder zurückgehen?", fragte er schließlich, um dem anderen die Wahl zu überlassen. Er sollte nicht anfangen zu glauben, dass Finlay sich nach einem Ausweg umschauen wollte. Im Grunde wollte er das ja tatsächlich, aber es wäre wohl nicht sonderlich förderlich für diese Abmachung, wenn der Schwarzhaarige den Eindruck erweckte, ihn einfach im Stich lassen zu wollen. Was für eine dämliche Situation dies doch war und ziemlich riskant. Wobei Finlay natürlich noch eher um seinen eigenen Kopf fürchtete und in gewisser Weise um Odiles. Immerhin war sie unwissentlich in diesen Plan involviert. Es wäre der Sache nicht dienlich, wenn der Anführer sich ihr entledigen wollte und Finlay und der Handlanger nicht anwesend waren. Das hätte ja auch alles ruiniert.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam So Apr 23, 2017 3:51 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
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Es wurde für den Handlanger ja objektiv betrachtet immer schlimmer. Man warb mit einem „einfachen“ Banküberfall, aus dem man mit genug Geld für den Rest des Lebens herauskommen würde und plötzlich hatte man eine Geiselnahme am Hals, dann kam eine Polizistin dazu und ein persönlicher Rachefeldzug und dann auch noch ein Krimineller, der für Yomi arbeitete. Eigentlich hätte es ja nun auch gar nicht mehr schlimmer kommen können. Ein Deal war das Einzige, was ihm nun noch übrig blieb um halbwegs sauber aus der Sache heraus zu kommen. Vielleicht war es verwerflich, sich nun mehr oder weniger mit dem „Feind“ zusammen zu schließen, aber im Endeffekt ging es doch immer nur um den eigenen Kopf, und das war die beste Chance. Langsam nickte der Handlanger auf Finleys Worte, während er die Dokumente aus dem Tresor nahm und blickte bei seinen Worten schließlich herunter zu seinem Glibunkel, welches Finley ja doch durchaus schon geschadet hatte. Er räusperte sich kurz und wandte den Blick wieder zu dem anderen Kriminellen, welcher gerade eben selbst noch zu seinem Pokémon gesehen hatte. Ein wenig erleichtert atmete er auf die Worte, er hätte vor Yomi nichts zu befürchten, aus und nickte langsam. „Gut.“, erwiderte er kurz und strich sich mit der Hand nachdenklich über das Kinn. „Sollte es tatsächlich der Fall sein, dass der Boss den Tod der Polizistin über die Beute stellt…“, fing er an und fuhr sich dann durch die Haare. „Bin ich sicher, dass ich ihren Pokéball-Gürtel in die Hände bekommen kann.“, fuhr er langsamer fort. Das würde zwar irgendwie Zusammenarbeit mit der Polizei bedeuten, was auch seine Chance zur Flucht erheblich minderte, aber dieses Risiko musste man wohl eingehen. Sollte der Fall eintreffen, dass er festgenommen wurde, könnte man vielleicht ein gutes Wort für seine Hilfe einlegen… Naja, was auch immer. Blieb zu hoffen, dass es zu keiner Festnahme kam.
Er ließ den Blick durch den Raum schweifen und schüttelte schließlich den Kopf. „Besser wir gehen zurück.“, meinte er dann. Es sollte ja eigentlich ein Problem sein, nur mit ein paar Wertpapieren zurück zu kommen, wenn es dem Boss sowieso nur um Rache ging. Er schluckte jedoch schwer und überließ Fin dann den Vortritt. Das Glibunkel lief hinter ihm her und dann folgte der Handlanger, ehe sie vor der Tür dann wieder zum Meditalis aufschlossen.

Odile hatte es derweil geschafft sich wieder hinzusetzen, auch wenn ihre Finger durch den Stromschlag noch unkontrolliert zitterten. Immerhin hatte sie die Fesseln nun gelöst, was einfach so passiert war, während der Stromschlag zugeschlagen hatte. Sie waren ja ohnehin schon angeschnitten gewesen, den Rest hatte ihnen dann das Ziehen gegeben. Stören schien es den Anführer nicht; wobei er Odile gerade ohnehin keine Aufmerksamkeit schenkte, sondern sich lautstark mit seinem Komplizen unterhielt, der es ja wirklich gewagt hatte, sich gegen ihn auszusprechen. Odile strich sich die Haare aus dem Gesicht. Gerne hätte sie diese Chance der Unachtsamkeit genutzt um die Fesseln der Geiseln direkt neben ihr zu durchschneiden, allerdings behielt das Elektek sie genau im Auge. Wunderbar. Immerhin griff es ohne Anweisung seines Bosses nicht auch an.
„Oh.“, gab der Handlanger Nummer Zwei gedämpft von sich, als sie den Raum wieder betraten und er das Elektek entdeckte. „Ich glaube es hat schon angefangen.“, wisperte er in Finlays Richtung und musterte dann kurz Odile, ehe er zum Anführer und dem Handlanger mit den Pokébällen aufschloss. Die Diskussion der beiden war noch im vollen Gange. Selbst das Glibunkel starrte das Elektek nun voller Abscheu an und ging an dem Pokemon vorbei – jedoch nicht ohne es mit der Schulter anzurempeln. Odile richtete den Blick wieder zu Fin um sicher zu gehen, dass ihm nichts geschehen war, doch er schien ja wohlauf zu sein. Zumindest noch mehr als sie. Standen ihr eigentlich die Haare zu Berge…?



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 23, 2017 4:41 pm

Finlay nickte, als der Handlanger ihnen Hilfe zusprach, sollte sein Boss sich wirklich als übler Geselle entpuppen, der sie nur ausnutzte. Das war doch noch weitaus hilfreicher. Sicherlich dachte er dabei aber wohl auch an sein eigenes Wohl. Sollte für ihn alles schief gehen und er festgenommen werden, so konnte er wegen seiner Hilfe mit Sicherheit auf eine mildere Strafe bauen. Ob es nun aber einfach nur eine egoistische Nummer war oder nicht, interessierte Finlay jedoch nicht im Geringsten, solange sie nur irgendwie aus dieser Situation herauskamen. Mit Sicherheit besaß diese Polizistin auch einige, starke Pokémon, die eine erhebliche Hilfe sein würden. Finlay selbst konnte wohl nur auf Freya bauen. Audie war leider Gottes bereits K. O. und Leal war nicht der beste Kämpfer, wenn er Audie nicht an seiner Seite hatte. Auf sein Mantidea zu setzen war da wohl das einzige, was er wirklich tun konnte.
Der Schwarzhaarige nickte erneut, als der Handlanger sagte, dass es besser war zurückzukehren, und setzte sich auch ohne große Umschweife in Bewegung. Immerhin hatten sie nun eine Chance. Vielleicht setzte er aber auch zu viel darauf, dass Odile sie zu nutzen wissen würde. Nun, sie war schließlich Polizistin. Da konnte man ja wohl davon ausgehen, dass sie etwas zur Auflösung dieser Situation beitragen konnte. Finlay unterdessen musste jedoch zugeben, dass er umso nervöser wurde, als sie endlich zurückgekehrt waren. Nicht nur, dass diese Situation nicht so schon beschissen genug gewesen wäre, hielt er diesem Druck und dem Unwissen leider nicht mehr besonders lange Stand. Er brauchte dringend irgendetwas, um wieder herunterzukommen und was ihm dazu verhalf stellte sich als Geisel leider auch unfassbar schwierig an.
Es hatte schon angefangen... Ja, da mochte der Handlanger recht haben. Erneut nickte Finlay jedoch nur, um keine besondere Aufmerksamkeit zu erregen. Auch wenn das bei der lautstarken Diskussion wohl schwierig genug war. Während der Handlanger sich seinem Anführer widmete, bewegte sich Finlay jedoch auf Odile zu. Er musste unmerklich lächeln, als das Glibunkel das Elektek anrempelte. Denn offenbar hatte es wohl selbst genug von dieser Scharade. Komisches Ding.
Dass dieser Kerl wirklich jemanden mit Elektroangriffen attackieren ließ... Er war wohl doch nicht zu unterschätzen und Finlay wollte sich gar nicht ausmalen, unter was für Schmerzen Odile gelitten haben musste. Er selbs erwischte sich jedoch dabei, wie sein Blick für einen Moment an der Schmetterlingsspangehaften blieb, ehe er den Kopf schüttelte und versuchte, Odile im Flüsterton seinen kleinen Erfolg mitzuteilen. "Er..." Er unterbrach sich selbst, holte tief Luft, während er merklich immer nervöser und ungeduldiger wurde. Nein, eigentlich war ihm nicht nach Reden zumute. Er brauchte jetzt dieses befriedigende Gefühl. Und das ausgerechnet jetzt, wo er eine Polizistin vor sich hatte, die vermutlich eh schon glaubte, dass er kriminell war. Aus dem Lockpicking konnte er sich ja noch herausreden, aber aus dem Stehlen? Er wollte am Ende dieses Tages doch nicht selbst im Knast landen. Er ballte seine Hände zu Fäusten, die jedoch ohne Unterlass zitterten. Es juckte ihm einfach in den Fingern und das konnte man wohl wortwörtlich nehmen.
"Also...", begann Finlay von neuem. "Er hilft uns, wenn..." Weiter kam er mit seinem Flüstern erneut nicht. Atmete noch einmal tief aus. "Wenn er sieht, dass ihr Boss sie verarscht..." Das musste ja wohl genug Information sein! Damit sollte sie sich jedenfalls etwas zusammenreimen können. Finlays Kopf hingegen schaltete sich merklich für einen Moment gänzlich aus, während er vorsichtig doch nach der Schmetterlingshaarsprange griff. Bloß die Fesseln waren ihm dabei mehr als eindeutig im Weg.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam So Apr 23, 2017 5:18 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
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Odile beobachtete das Streitgespräch der beiden Verbrecher und versuchte das Zittern ihrer Hände wieder unter Kontrolle zu bekommen. Der Schmerz wanderte noch immer unter ihrer Haut umher, allerdings ließ es sich aushalten. Sie war sich allerdings nicht sicher wie es wäre, wenn sie jetzt noch einen Stromschlag abbekommen würde. Sie war schließlich auch nur ein Mensch, und die Polizistenmarke allein gab ihr keine besonderen Superkräfte, die sie beschützten oder abhärteten. Solange der Boss und sein Handlanger sich jedoch stritten, hatte Odile ja keinen Grund zur Sorge. Das Elektek schien ja nun nicht so drauf zu sein, aus eigener Hand einfach anzugreifen. Dieser Umstand ließ ihr immerhin genug Zeit um ihre Gedanken wieder zu ordnen und weiter zu überlegen, wie ihre nächsten Schritte nun auszusehen vermochten. Ihr Blick ging kurz durch das große Fenster und sie konnte Amelia erkennen, die aufgebracht auf und ab lief. Wahrscheinlich fuchste es das Lucario genau so sehr wie Odile, nicht dazu in der Lage zu sein die Situation momentan umzuwerfen. Es bliebe ihnen vermutlich tatsächlich nichts anderes übrig, als die anderen Handlanger gegen den Boss aufzuwiegeln. Dann waren sie in der Überzahl und wenn sie die anderen Kriminellen auf ihrer Seite hatten, mussten sie auch nichts weiter befürchten. Natürlich könnte Odile keinen von ihnen davor bewahren festgenommen zu werden. Ihre Priorität lag darin, die restlichen Geiseln sicher hier raus zu schaffen. Immerhin schien sich das Interesse des Anführers tatsächlich nur auf Odile zu beschränken, so dass er die Finger von den anderen Geiseln ließ. Solange sie also mitspielte und er seinen Spaß haben konnte, würde vielleicht zumindest im Bezug darauf alles in Ordnung gehen. Er durfte sich eben einfach nur nicht langweilen.
Der Brillenträger, der mysteriöser Weise Schlösser knacken konnte, gesellte sich wieder zu ihr. Es erleichterte sie ungemein, dass es ihm offenbar gut ging und ihm hinten im Raum nichts weiter zugestoßen war. Nichtsdestotrotz schien er ein wenig von der Rolle zu sein, was wohl durchaus verständlich war. Odile war solche Situationen schließlich mehr oder weniger gewöhnt. Großer Stress, Lebensgefahr, Adrenalinräusche… das war nichts Neues für sie und irgendwann nach einer gewissen Zeit lernte man damit umzugehen. Wahrscheinlich verarbeitete sein Kopf jetzt erst, was hier eigentlich los war und was ihm schon zugestoßen war. Finley setzte dazu an zu sprechen, unterbrach sich jedoch selbst. Etwas verwundert blickte Odile zu seinen Händen als er jene zu Fäusten ballte und sie anfingen zu zittern. Nur leicht verengten sich ihre Augen, weil sie unsicher war, was das nun zu bedeuten hatte. „Alles in Ordnung?“, fragte sie also sicherheitshalber nach. Das Elektek hatte sie noch immer genauestens im Auge, aber gegen das Sprechen konnte es ja wohl nichts einwenden. Finley versuchte es schließlich erneut, allerdings nahm Odile den Blick nicht vom Elektek. Ja, die beiden fingen einen wahren Anstarrwettbewerb an, ganz nach dem Motto „Wer zuerst blinzelt oder wegsieht hat verloren“. Sie hörte Finley dabei trotzdem zu und nickte auf seine Worte leicht. Die Hilfe einer der Handlanger zu haben war gut. Es war ein großer Schritt in die richtige Richtung. „Und wie soll er das sehen?“, fragte sie nach. Konnte ja sein, dass Finley und er bereits einen Plan hatten oder so, sonst würde man spontan etwas machen müssen.
Erst als die Augen des Elekteks nach oben zuckten und irgendwo anders hinsahen als in Odiles Augen, wandte auch sie den Blick ab… nur um dann zu merken, dass jemand an ihrer Schmetterlingsspange herumfummelte. Genau dahin hatte das Elektek auch mindestens so verwundert geguckt wie Odile Finley jetzt ansah. Recht schnell hatte sie die Hand gehoben und schlug Finleys Hände weg. Natürlich „schlug“ sie nicht richtig. Eher so, wie wenn man eine Fliege wegscheuchen wollte. Verständnislos und abwartend sah sie ihn dann an. Warum zum Teufel glaubte er, jetzt gerade wäre die richtige Situation um ihre Haarspange zu klauen? Und überhaupt, was wollte er damit? Sie war ja nicht mal aus Gold oder Silber, oder sonst einem wertvollen Material. Ein Glück, dass Anführer und Handlanger sich noch immer stritten. „Was hast das nun zu bedeuten?“, fragte sie, irgendwie in der Hoffnung, dass das einfach zu einem Plan gehörte…



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 23, 2017 5:52 pm

Es war nicht verwunderlich, dass Odile das nervöse Verhalten auffiel und fragte, ob alles in Ordnung sei. Finlay antwortete jedoch tatsächlich nicht darauf und wusste auch nicht auf Odiles Frage zu antworten, wie die Handlanger sehen sollten, dass ihr Boss sie verarschte. Berechtigte Frage, selbstverständlich. Im Moment wusste Finlay jedoch nicht zuverlässig darauf antzuworten. Außer ihr zu bestätigen, dass das bereits geplant war. Nun gut, alles konnte er wohl ohnehin nicht wiederholen. Im Moment war es jedoch ganz gut, dass der Anführer noch immer mit seinen Handlangern stritt. Es nahm bereits jetzt seinen Lauf. Vielleicht würde es dann schon gar nicht mehr allzu lange dauern und Odile würde es selbst sehen.
Es kam jedoch wie es kommen musste. Schließlich war der Diebstahl einer Spange an sich schon auffällig genug. Ironisch, dass ausgerechnet das Elektek wohl dafür sorgte, dass er erwischt wurde. Als Odile seine Hand weggeschlagen hatte, starrte Finlay sie für einen Moment sogar überrascht an. Er hasste es, wenn er sich einfach nicht im Griff hatte, auch wenn Odile auf der anderen Seite doch überraschend ruhig reagierte. Wahrscheinlich nicht mehr, wenn sie die Wahrheit kannte. So war das schließlich immer. Aber nicht antworten konnte er auch nicht, richtig?
Alles in Finlay sträubte sich dagegen, dieser Polizistin von seinem Problemchen zu erzählen. Sie war schließlich eine Polizistin und wer versicherte ihm, dass sie nicht genauso reagierte wie seine Tante es getan hatte und es als Humbug abstritt. Auf der anderen Seite war es aber wohl zu riskant, es in einer solchen Situation unkommentiert stehen zu lassen. "Entschuldigung, ich...", begann er, während er beschämt wegsah. Selbst das war ihm bereits zuwider. Wäre sie eine Verbrecherin, dann wäre es so viel leichter abzustreiten! Ins Besondere, da Finlay eigentlich nicht wollte, dass sie ihn für einen Kriminellen hielt. Er war einer, natürlich, aber das musste sie ja nicht wissen. "Impulskontrollstörung.", sagte der Schwarzhaarige schließlich, um das Wort "Kleptomanie" zu vermeiden. Den Blickkontakt mied er jedoch immer noch. "Wenn ich zu nervös bin, dann... ja..." Einen Preis für hervorragend verständliche Erklärungen würde er so garantiert nicht bekommen und dieses unbefriedigende Gefühl blieb noch immer. Zumindest aber konnte man behaupten, dass Odile ihn zumindest ein wenig wieder auf den Teppich geholt hatte. Auch, wenn Finlay sich sicher war, dass die Sache noch nicht gegessen war. Dann musste er es eben erneut versuchen. Und wenn es nur irgendein Stift war, der hier herumflog.
Der Schwarzhaarige atmete noch einmal tief durch, ehe er sich doch traute, Odile wieder anzusehen. Dann konnte er die Situation jetzt doch auch endlich nutzen, bevor sein Kopf wieder bei möglichem Diebesgut hängen blieb. "Viel wichtiger!", meinte er, um Odile endlich ein wenig aufzuklären. "Wir haben uns auf eine kleine Falle geeinigt. Wenn er sieht, dass es seinem Boss nicht um Diebesgut-" Er schüttelte kurz seinen Kopf. Jetzt brauchte er sich doch nicht selbst noch daran erinnern! Das machte es doch bloß noch schlimmer. "Du wirst es sehen...", meinte er stattdessen und verzichtete im Endeffekt nun doch auf jegliche Erklärung. "Äh... Sie...", korrigierte er sich, ehe er sich mit einem tiefen Seufzen doch setzte und seinen Kopf wieder einmal in seinen Fesseln vergrub. Er wollte jetzt tot umfallen. Am liebsten jetzt sofort. Auf der Stelle. Oder zumindest im Boden versinken. Ja, ja, das war genauso gut, um dieser höchst peinlichen Lage zu entkommen. Und das Schlimmste war, dass sein Kopf noch immer dazu abdriftete, bloß schnell irgendetwas zu stehlen, um seinen Drang zu befriedigen. Konnte es überhaupt noch schlimmer werden?
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam So Apr 23, 2017 6:39 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
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Einen Moment hatte Odile wirklich überlegt, ob sie überhaupt nachfragen sollte. Vielleicht war das für einen Tag einfach genug verrücktes und unnachvollziehbares Zeug gewesen. Vielleicht musste nicht noch ein komischer Fakt über die Menschen in ihrer Umgebung hinzu kommen. Doch so jemand war Odile einfach nicht. Sie nahm es Finley nicht wirklich böse. Wie könnte sie auch? Es war offensichtlich, dass irgendetwas nicht stimmte und es ihm nicht gut geht, und er müsste wirklich reichlich blöd sein wenn er glaubte, hier nun erfolgreich etwas stehlen zu können, ohne dass es bemerkt wurde. Odile sah ihm also auch nicht erzürnt entgegen, sondern für einen Moment einfach nur verständnislos. Zumindest eine Erklärung sollte wohl her, und wenn nicht jetzt, dann später wenn sie hier raus waren. Es war ihm sichtlich unangenehm, dass sie ihn dabei „erwischt“ hatte, was wohl durchaus verständlich war. Odile glaubte trotzdem noch immer nicht, dass es tatsächlich böswillig gemeint war. Es war ihr einfach viel zu abwegig, außer das hier war nun ein unvorhergesehener, vollkommen absurder Plottwist und ihr Sitznachbar war eigentlich doch ein Böser und gehörte eigentlich zu ihnen und hatte sich auf den Diebstahl von … Schmetterlingshaarspangen spezialisiert? War doch wirklich unwahrscheinlich. Finley brauchte jedoch seine Zeit bis er ihr tatsächlich antwortete, und er mied auch weiterhin ihren Blick. Er schämte sich also tatsächlich dafür, und als er schließlich Licht ins Dunkle brachte, konnte Odile das auch durchaus nachvollziehen. Sie nickte langsam, bis ihr auffiel, dass er das ja nicht sehen konnte, weil er sie nicht ansah. „Achso...“, murmelte sie verständnisvoll und nickte trotzdem nochmal. Kleptomanie? Nannte man das so? Odile war sich nicht vollkommen sicher, aber sie beließ es auch einfach dabei. „Nun…“, fing sie an und schürzte leicht die Lippen. „Wenn es dir hilft, ich hab genug Krimskrams an mir, den man entwenden kann.“ Wobei es wahrscheinlich nicht den selben Effekt hatte, wenn man die Erlaubnis dazu hatte. Odile kannte sich spezifisch damit nicht wirklich aus, aber sie vermutete, dass es einfach dieser Reiz war, ob man erwischt wurde oder nicht. Oder es ging doch einfach nur um das Wegnehmen an sich. Sie wusste es wirklich nicht, aber wenn sie ihm irgendwie helfen konnte, würde sie das tun.
Der Schwarzhaarige sah sie schließlich doch wieder an. Er schien sich zumindest teilweise beruhigt haben zu können, weshalb sie das Thema einfach nicht weiter ansprach. Er fing an sie über das Vorhaben aufklären zu wollen, unterbrach sich selbst dann aber doch wieder. Odile nickte lediglich leicht und schien sich auch nicht weiter daran zu stören, dass er sie geduzt hatte. War ja nun nicht so, als ob man hier Förmlichkeiten beachten müsste. Sie saßen ja beide im selben Boot. „In Ordnung.“, murmelte sie dann und sah wieder zum Anführer und seinem Handlanger. Langsam schien der Handlanger nachzulassen und klein bei zu geben, was für Odile nichts Gutes bedeuten konnte. Sie atmete hörbar aus und sah wieder zu ihren Händen, die unpraktischer Weise noch immer zitterten. Aber die Schmerzen waren weg – das war ein Anfang. „Der Kerl mit dem Gürtel ist auch so gut wie auf unserer Seite.“, wisperte sie zu Finley und betrachtete besagten Handlanger kurz. Der andere, der vorhin noch mit Finley weggewesen war, hatte den Blick argwöhnisch auf dem Elektek. „Bist du sicher, dass der andere uns helfen wird?“ So ganz traute sie dem Braten nämlich auch noch nicht. Es war zwar offensichtlich, dass sie an ihm zweifelten, aber ob sie tatsächlich so weit gehen würden, sich gegen ihn zu stellen? Odile sah kurz zu Finleys Händen und den Fesseln. Die sollten auch mal weg. Aber das Elektek mit seinen Adleraugen war immer noch ein Hindernis…



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 23, 2017 7:13 pm

Brachte diese Polizistin etwa allen ernstes Verständnis für seinen Zwang auf? Vielleicht waren Polizisten ja doch nicht so schwarz und weiß, wie er gedacht hatte. Nun, letztendlich schienen die Polizisten damals auf der Wache, auch eher besorgt als erzürnt gewesen zu sein. Bloß hatte damals noch die große Frage im Raum gestanden - ja, selbst für Finlay - warum er überhaupt gestohlen hatte. Tatsächlich konnte Finlay also sagen, dass er erleichtert darüber war, dass Odile ihm daraus keinen Strick drehte, ja, sogar sagte, dass sie genügend Krimskrams zum Entwenden hatte. Das half dem Schwarzhaarigen zwar nicht direkt weiter, aber er stieß nur selten auf diese Form von Verständnis und das war in sich bereits etwas Besonderes und ein wenig erleichternd.
Odile hakte schließlich auch gar nicht groß nach, wofür ihr Finlay unendlich dankbar war. Nun, reden konnten sie wohl auch, wenn sie endlich hier herauskamen. Der Schwarzhaarige sah wieder auf, als die Polizistin meinte, dass der Typ mit dem Gürtel so gut wie auf ihrer Seite war. "Nicht zu 100 %, natürlich.", antwortete er auf ihre nachfolgende Frage und atmete noch einmal tief durch. Für den Moment kniff er sich die Augen zusammen, um in dem Irrgarten, den gerade seine Gedanken bildeten, einen bestimmten Faden zu verfolgen und sich auf die derzeitige Lage zu konzentrieren. "Wir haben einen verschlüsselten Code gefunden; für einen wichtigen Tresor vermutlich.", begann er nun doch zu erklären. Vielleicht war es auch gar nicht schlecht, wenn Odile das nun wusste. Wenn der Code zur Sprache kam, dann würde sie schließlich früh genug damit zu tun bekommen. Für einen kurzen Moment blinzelte Finlay, um sich zu vergewissern, dass sich ihnen noch niemand näherte, ehe er die Augen auch schon wieder fest verschloss.
"Wenn ihr Anführer Sie aus dem Weg räumen möchte, kommt der Code zur Sprache und sollte er darauf bestehen, Sie zu beseitigen, statt auf den Profit zu setzen, sehen seine Komplizen worauf es ihm wirklich ankommt." Vorausgesetzt sie wollten das auch wirklich sehen. Aber immerhin schienen diese Verbrecher nicht für Mord oder Beihilfe zum Mord zur Rechenschaft gezogen werden wollen. Wäre für sie ja schließlich umso schlimmer. Selbst sie mussten dann wohl erkennen, dass ihr werter Anführer sie einfach nur ausgenutzt hatte. Das zu erkennen fiel dann wohl wirklich nicht mehr schwer. "Die Zeit rennt ihm davon, da wird er sie nicht mit dem Entschlüsseln eines Codes verschwenden wollen." Geschweige denn mit dem Bergen eines Schatzes, der nichts Magisches für ihn an sich hatte.
Erneut atmete der Schwarzhaarige tief durch. Das wie vielte Mal war es nun schon wieder? Er öffnete seine Augen und blickte nur kurz zu seiner Tasche. Wenn es wirklich hart auf hart kam, dann musste er sich überlegen, wie er Freyas Pokéball schnellstmöglich hervorkramte. Leider fehlte ihm dazu aber gerade die Konzentration. "Was haben Sie eigentlich getan, dass Sie so beliebt sind?", fragte Finlay die Polizistin, während sein Blick durch den Raum wanderte. Auf der Suche, nach irgendetwas, was er nicht vielleicht doch unbemerkt einstecken konnte. Was Odile verbrochen hatte, dass der Anführer so scharf auf sie war, verstand Finlay schließlich immer noch nicht. Er konnte sich nur ausmalen, dass wohl mehr dahinter stecken musste. Diese Polizistin musste diesem Kerl ja gehörig auf den Geist gehen, weil er so viel für sie in Kauf nahm. Es wäre ja fast schon romantisch, wenn es nicht unheimlich krank wäre.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam So Apr 23, 2017 7:46 pm

Odile & Finlay
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Odile ließ das Thema des Stehlens einfach so auf sich beruhen. Im großen Ganzen ging es sie ja auch einfach nichts an und solange der Schwarzhaarige nun nicht damit anfing, die Bankräuber ausrauben zu wollen, würde sie sich daran auch nicht stören. Für so etwas konnte schließlich niemand was und sie konnte sich vorstellen, dass es nur noch schlimmer werden würde, wenn sie ihm nun Druck machte. Odile wandte den Blick von Finley wieder nach vorne zu dem Anführer und dann zu seinem Elektek, das sie noch immer anstarrte als wäre sie der Teufel persönlich. Womit hatte sie das nur verdient? Ob diese Sache hier wohl reichte, um sich bei Arima ein paar Tage frei zu erschleichen? Sie wollte sich nämlich ungerne krankschreiben lassen, das war in letzter Zeit schon zu oft passiert, aber momentan fühlte sie sich wirklich nicht dazu in der Lage, so effektiv wie es von ihr verlangt wurde weiter zu arbeiten. Und das bedeutete bei Odile schon viel. Sie war ein Arbeitstier, war sie schon immer gewesen. Ein richtiger Workaholic, der die Arbeit über sämtliche Freizeit stellte und dem unglaublich langweilig wurde, wenn er dann doch mal einen Tag frei hatte. Aber gerade in Anbetracht der Dinge die in letzter Zeit passiert waren… Selbst wenn Arima ihr keine freien Tage zusagte, sie hatte noch Urlaubstage zu verbrauchen. Oder sie ließ sich am Ende dann eben doch krankschreiben. Ein wenig Ruhe würde ihr nicht schaden und Amelia würde auch endlich aufhören damit, ihr ständig so vorwurfsvolle Blicke zuzuwerfen, weil sie nie Pausen machte.
Der Schwarzhaarige fing an den Plan, oder viel eher die Falle, zu erläutern. Das klang recht ausgetüftelt, allerdings auch sehr riskant. Wenn das schiefging oder wenn ihr Anführer auch nur im Geringsten etwas von dieser Farce roch, dann hätten sie ein gewaltiges Problem. Wenn der Anführer allerdings tatsächlich auf den Code eingehen würde und seinen Komplizen die Beute zugestand, dann bedeutete das wohl oder übel nichts Gutes für Odile. Aber was blieb ihnen schon anderes übrig? Das Glibunkel schien zwar nicht mehr auf der Seite der „Bösen“ zu sein, aber dafür hatten sie nun dieses Elektek am Hintern kleben, gegen das sie ohne eigene Pokémon auch nicht auskommen würden. Odile verzog leicht den Mund und sah zu ihren Händen, die endlich aufgehört hatten zu zittern, und anschließend zu dem Elektek. Man könnte es so leicht ausschalten. Fromm müsste Hypnose einsetzen und sie hätten freie Bahn. Das Meditalis wäre kein großer Gegner glaubte sie, und das Glibunkel schien sich ja erst einmal nicht mehr gegen sie zu stellen. Nur der Pokémongürtel fehlte…

Der Anführer beendete die Diskussion schließlich damit, dass er sich einfach abwandte und wieder zu Odile stiefelte. Das konnte nichts Gutes bedeuten. Er grinste wieder und ihm war rein gar nichts mehr von seiner Wut anzusehen, die vorhin noch in seinem Gesicht geprangert hatte. Er schnalzte kurz mit der Zunge, diesmal machte er sich aber nicht die Mühe, Odile nochmal auf die Beine zu zerren. „Wo waren wir stehengeblieben?“, fragte er an sie gewandt, ohne eine Antwort abzuwarten. „Ach ja!“ Er wandte sich seinem Elektek zu und nickte, welches daraufhin bereits wieder anfinge, Elektrizität um sich herum zu sammeln. Odile sah dem Pokemon entgegen und ließ sich weder Angst noch irgendetwas anderes ansehen; brachte ja sowieso nichts. Sie erwartete den nächsten Stromschlag bereits, doch dazu kam es nicht. Das Glibunkel hatte sich wieder eingeschaltet und dem Elektek seitlich gegen den Kopf getreten, woraufhin es zur Seite getaumelt war und die Blitze lediglich die Decke trafen, der sie nichts antaten. Wütend wandte sich das Elektro-Pokémon dem Glibunkel zu und sein Trainer schien recht schockiert darüber zu sein – nicht weniger als der Anführer. Er holte gerade schon Luft um das arme Pokémon herunter zu putzen, da schaltete sich der Handlanger an. „Wir haben etwas gefunden.“, meinte er, noch bevor der Anführer ein Wort hatte sprechen können. „Einen Code, für einen Tresor.“, fuhr er schnell fort, um sich nicht unterbrechen zu lassen. „Wir müssen ihn allerdings noch entschlüsseln, sonst kommen wir nicht weiter. Der Code war auch nochmal extra eingeschlossen, also wird sich im Tresor irgendetwas sehr wertvolles befinden…“, fuhr er fort, doch die Wut wollte sich nicht aus dem Gesicht des Anführers wischen lassen. „Wir brauchen die Polizistin noch, um den Code zu entschlüsseln.“ Na, zu der Situation war es jetzt ja schnell gekommen. Odile nickte dem Glibunkel unauffällig dankbar zu, und sah dann wieder zwischen den beiden Menschen hin und her. „Ansonsten bringt uns der Code nichts.“, endete er dann und wartete ab, was sein Anführer sagen würde. Davon hing jetzt natürlich absolut alles ab. Man konnte wahrscheinlich vom Glück sprechen, dass er gerade schon so eine Diskussion geführt hatte und er deswegen noch immer wütend war, und dass die Aktion des Glibunkels das Ganze nun auch nicht besser machte. Er schüttelte den Kopf und machte eine abwinkende Handbewegung, ehe er sich von seinem Komplizen abwandte. „Was sollen wir mit Geld, wenn wir etwas viel Wertvolleres haben können.“, meinte er dann, noch immer gereizt. Der Handlanger sah herüber zu Fin. „Macht.“, fuhr er fort und lachte leise in sich hinein ehe er wieder zu seinem Elektek sah. „Wir sind hergekommen um Geld zu stehlen, nicht um Polizisten zu töten.“, warf der Pokéballgürtel-Handlanger wieder ein und erntete zustimmendes Nicken von seinen Kollegen. Genervt verdrehte der Anführer die Augen. „Und? Wollt ihr nun nach draußen rennen und euch Hilfe holen? Ihr steckt genau so drin wie ich. Ihr kommt nicht mehr da raus.“ Odile hätte ihm gerne widersprochen, denn das taten sie durchaus. Der Einzige der hier einen Polizisten angegriffen hatte und seine Pläne offenbart hatte war er, davon würden die anderen ausgenommen sein, insofern Odile ein gutes Wort für sie einlegen würde.
Wieder sah der Handlanger zu Fin herüber und anschließend zu demjenigen, der Odiles Pokémon trug. Jener schien mittlerweile sämtliche Hoffnung verloren zu haben, dass sie hier tatsächlich noch als „einfache Bankräuber“ rauskommen würden und sah irgendwie hilflos zu seinem Kollegen. Odile behielt das Elektek genau im Auge. „Ja, dafür wurden wir nicht angeheuert.“, warf ein anderer Handlanger ein und ging auf seinen Boss zu. Da war für ihn jetzt wohl mächtig etwas schief gelaufen.



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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 23, 2017 8:19 pm

Und da schnappte die Falle zu, nachdem der Anführer sich wieder Odile gewidmet hatte. Tatsächlich musste Finlay zugeben, war das Glibunkel doch zu was zu gebrauchen, weshalb er es mit einem kecken Grinsen annickte, um ihm mitzuteilen, dass es seine Sache gut machte. Wie versprochen mischte der Handlanger sich ein, sprach den Code an und wie erhofft hatte der Anführer dieser Bande nichts Gutes darauf zu entgegnen. Nein, er schien keinerlei Hemmungen daran zu haben, seinen Komplizen zu offenbaren, dass er es wirklich nur auf Odile abgesehen hatte. Sein Argument, etwas Bedeutsameres als Geld zu bekommen, war nichts, was die anderen wohl zu überzeugen wusste. Was sollten Menschen, die wegen Geld hergekommen waren, auch mit etwas dehnbarem wie Macht anfangen? Und besaß man wirklich Macht, weil man sich mit einer einzigen Polizistin anlegte? Wohl kaum. Finlay nickte dem Handlanger, mit dem er zuvor gesprochen hatte, zu.
Während die Diskussion seinen Lauf nahm, blickte Finlay kurz zu Odile herüber. Das Taschenmesser! Na sicher! Das konnte er nun gebrauchen und so wie Odile sich gerade auf das Elektek fixierte, ergriff der Schwarzhaarige seine Chance, sein Taschenmesser zurückzustehlen. Nun, es war zwar ohnehin sein Eigentum, aber er konnte es stehlen! Wenn man es so nennen wollte, weshalb der Schwarzhaarige vorsichtig versuchte, sich sein Taschenmesser zurückzuholen. Selbst wenn Odile es merkte, so hatte sie mit Sicherheit nichts dagegen einzuwenden, auch wenn er diesen Gedanken aus seinem Kopf verbannte. Er musste seine Fesseln loswerden und dabei war sein Taschenmesser ihm sicher von Nutzen.
Als Finlay sich sein Taschenmesser zurück gestohlen hatte, machte er sich unauffällig daran mit dem Messer die Fesseln aufzuschneiden. Es ging zwar nicht so leicht wie mit einem stärkeren Messer, aber er musste die Fesseln ja auch nicht unbedingt ganz durchbekommen. Die Handlanger dieses Kerls waren ohnehin viel zu sehr mit Diskussion und Fassungslosigkeit beschäftigt, als dass es sie wohl groß interessieren würde. Kurz warf Finlay einen Blick auf seine Tasche, dann auf die illustre Runde. "Könnt ihr euch bei einem solchen Mann sicher sein, dass er sich am Ende nicht auch eurer entledigt?", warf der Schwarzhaarige schließlich in die Runde, um den Zweifelnden einen zusätzlichen Denkanstoß zu geben. "Er traut euch ja offenbar nicht, wenn er euch bis jetzt an der Nase herumgeführt hat." Und Vertrauen konnte selbst bei Verbrechern ein wichtiges Gut sein. Vielleicht sogar umso wichtiger.
Hoffentlich hielt der Handlanger sein Versprechen und beschaffte Odiles Gürtel, denn das gab Finlay ebenfalls die Möglichkeit, die Gelegenheit zu ergreifen und zur seiner Tasche zu spurten. Vorausgesetzt der Anführer wollte ihm nun nicht dringlichst das Maul stopfen, damit er seine Handlanger nicht weiter aufwiegeln konnte. An diesem Punkt war Finlay sich jedoch endgültig sicher, dass dieser Kerl sich nicht mehr herauswinden konnte. Er spuckte auf das Geld und er hatte darauf gespuckt, seine Komplizen in seine wahren Absichten einzuweihen. Seine Vorstellung von Macht würde es nicht mehr kippen. Vor allem, da Macht sich nicht wirklich gut teilen ließ. Wie wunderbar hatte dieser Kerl doch demonstriert, was er von seinen Komplizen hielt. Es war nur allzu herrlich, wenn eben dies nun sein Genickbruch wurde.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam So Apr 23, 2017 9:28 pm

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Dass der Anführer sich tatsächlich gegen das Geld entscheiden würde und das auch so offenkundig rausposaunen würde, hätte Odile zugegebener Maßen nicht von ihm erwartet. Bis jetzt hatte er ihr doch durchaus den Eindruck eines durchdachten und überlegten Mannes beschert, doch da hatte sie sich wohl geirrt. Er musste doch selbst auch merken, dass sich seine Helferlein immer mehr und mehr gegen ihn wandten, weil er mehr von sich und seinen Plänen preisgab, als es eigentlich gut war. Offenbar merkte er das aber nicht – gut für sie und Finley, denn das bedeutete für sie beide (und natürlich für die restlichen Geiseln), dass sie eine Chance hatten hier gesund heraus zu kommen. Es brach zwischen ihnen wieder eine Diskussion aus in der der Anführer immer wieder betonte, dass es wichtigeres gab als Geld und es nun sowieso zu spät war um auszusteigen, so dass Odile einen Moment hatte um nachzudenken. Erst dann fiel ihr auch auf, dass Finley ihr vorhin noch eine Frage gestellt hatte, die sie irgendwie überhört hatte. „Er hat meine Zwillingsschwester gefoltert und wollte in Erfahrung bringen, ob ich mich dabei genau so verhalten würde wie sie es tat.“, beantwortete sie seine Frage also recht direkt. Brachte ja auch nichts, das nun schön zu reden oder herunter zu spielen. Dass es sich hierbei um etwas Ernsteres handelte sollte wohl definitiv mittlerweile jedem klar sein. Sie persönlich hatte ihm nichts getan. Genau so wenig wie Chloé ihm etwas getan hatte. Manche Dinge passierten einfach aus Gründen, die Odile nicht erkennen konnte. Ob sie an das Schicksal glaubte? Vielleicht. Vielleicht war das alles hier nur Teil einer größeren Sache, die Odile einfach nur noch nicht verstand. An Zufälle glaubte sie auf jeden Fall nicht.
Derweil sich Odile dann wieder auf das Elektek konzentrierte machte Finley sich daran, sich sein Taschenmesser wiederzubeschaffen. Das war wohl sein gutes Recht, immerhin war es seines. Und Odile hatte ihm ja gerade eben noch gesagt, dass es sie nicht störte. Natürlich hätte er auch fragen können und sie hätte es ihm gegeben, aber das hätte ja nicht den selben Effekt gehabt. Aber auch das Elektek schien mittlerweile nicht mehr ganz zu wissen, was es tun sollte. Natürlich bekam es mit, dass Finley sich die Fesseln durchschneiden wollte, aber sein Trainer war ja mitten in einer Diskussion und achtete nicht darauf. Der Handlanger der mit Fin unterwegs gewesen war, nahm dem anderen schließlich tatsächlich den Gürtel ab, derweil der Anführer sich gerade Finley zuwandte um sich um ihn zu kümmern – von wegen, wie könne er es wagen jetzt zu sprechen, was bildete er sich ein, sein Elektek würde ihm schon zeigen was es bedeutete hier mit so einer großen Klappe zu sitzen… Der Handlanger warf Odile einen fragenden Blick zu und hob den Gürtel leicht an, woraufhin sie unauffällig mit den Fingern eine drei zeigte. Der Anführer war sowieso gerade beschäftigt, denn ein anderer hatte sich zwischen ihn und Finley gestellt und das Glibunkel wirkte auch so, als würde er dem Anführer gleich einfach gegen den Kopf treten. Handlanger mit Gürtel nickte, löste den dritten Ball aus dem Gürtel und ließ das Pokémon dann tatsächlich aus dem Ball. Fromm sah sich nur einen kurzen Moment um, in dem Odile bereits auf den Beinen stand. „Hypnose auf das Elektek!“, rief sie, und als das Elektropokémon sich dem Lunastein zuwandte, wurde es von der überraschenden Psychoattacke getroffen. Es taumelte ein Stück zur Seite und fiel dann schlummernd zu Boden – das wäre also geschafft.
Ein Todesblick traf den Kerl mit dem Gürtel, ehe der Anführer auf ihn zustürmte. Er warf Odile den Gürtel noch zu, ehe die Faust des Anführers ihn im Gesicht traf und ebenfalls zu Boden beförderte. Augenscheinlich war wohl seine Nase gebrochen, zumindest implizierte das das viele Blut, das aus ihr heraus strömte. Wütend schnaubte das Glibunkel aus und starrte den Anführer an, doch das Meditalis schaltete sich auch bereits wieder ein und stellte sich vor seinen Trainer. Die anderen Handlanger entfernten sich ein gutes Stück. Offenbar witterten sie hier gerade die einzige Chance zu entkommen, wenn auch ohne Geld. „Geht jetzt!“, rief Odile den anderen Geiseln zu. Keiner regte sich; natürlich nicht. Es war allerdings ihre beste Chance, zu entkommen.




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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 23, 2017 10:00 pm

Ihre Zwillingsschwester gefoltert? Bei der doch recht späten Antwort verstand Finlay die Welt schon nicht mehr. War das alles? Sadismus? Das war der Grund? Er hätte es ja sogar halbwegs verstanden, wenn Odile irgendetwas getan hatte, um ihn zu erzürnen, aber purer Sadismus war nicht gerade das, was Finlay unterstützte. Nein, vor allem nicht, wenn dieser Kerl ihn zum Opfer gemacht hatte! Er hielt nämlich ganz und gar nichts davon nur ein Mittel zum Zweck zu sein und in dumme Situationen zu geraten. Glücklicherweise hatte dieser Spinner es sich selbst zu Nichte gemacht. Die Handlanger stellten sich ihrem Boss in den Weg und das Lunastein der Polizistin schläferte das Elektek ein. Es lief ja sogar ganz hervorragend.
In der Zwischenzeit stürmte Finlay auf seine Tasche zu, nachdem er seine Fesseln endlich gelöst hatte, öffnete sie hastig und rief sowohl sein Mantidea, als auch sein zweites Molunk hervor. "An die Arbeit!", rief er. Das Mantidea, das sich materialisierte, zeigte eine hohe Kampfbereitschaft. Das Molunk blickte sich hingegen hastig nach seinem nicht anwesenden Partner um. "Leal, führ die Geiseln raus!", befahl Finlay. Nicht etwa, weil er den Helden spielen wollte, sondern schlicht, weil sie ihnen unglaublich im Weg standen. Nicht, dass dieser Anführer noch auf dumme Gedanken kam und Geiseln als Schutzschild missbrauchte. "Nase und Mund bedecken, und dann nichts wie raus!", rief der Schwarzhaarige den Geiseln zu. Die hatten zwar auch auf Odiles Aufforderung nicht bestanden, aber das war mit Sicherheit großer Angst verschuldet. "Leal, Smog!" Das weiße Molunk reagierte augenblicklich. Zu schade, dass es nicht etwa Rauchwolke beherrschte. Das Pokémon strengte sich aber ausgesprochen an, um den Geiseln mit der Smogwolke Deckung zu geben und sie wie Schafe hinauszutreiben. Verweilten sie hier, standen sie nur im Weg. Sobald sie jedoch draußen waren, waren sie fürs Erste sicher. Mit Sicherheit würden aber auch sicher einige der Handlanger die Chance nutzen. Das war jedoch ein Risiko, das Finlay einging, wenn es bedeutete, zumindest die Geiseln hinauszubefördern.
Das Mantidea musterte inzwischen geduldig das Meditalis. Kampflos würde das Ganze nicht ausgehen. So viel war sicher. Freya war aber mehr als bereit dazu, obwohl sie die Situation nicht ganz verstand. Das war aber wohl kaum verwunderlich. Wie gerne wäre der Schwarzhaarige mit den anderen Geiseln einfach hinausverschwunden. Es wäre so einfach gewesen. So angenehm. Einfach hinaus und weg! Was anderes hatte er ohnehin nicht gewollt. Leider musste er aber ganz einfach darauf bestehen, diesem gottverdammten Mistkerl eins auszuwischen. Er musste es einfach! So sollte dieser Mistkerl ihm nämlich nicht davonkommen. Er sollte wissen, dass im Leben alles doppelt und dreifach auf einen zurück kam.
Nur kurz fiel Finlays Blick auf das Glibunkel. Er wunderte sich ja fast, dass es nicht seinen Trainer schnappte und mit ihm verschwand, sondern diesem Anführer wohl auch gehörig eine aufs Maul geben wollte. Schließlich wanderte der Blick jedoch zu Odile. Ob er auf sie bauen konnte? Er wusste natürlich nicht wie es mit ihrem Lunastein aussah; was es konnte. Dann widmete er sich wieder seinem eigenen Pokémon. "Freya, Schwerttanz, los!" Wer nicht wagte, der gewann auch nicht. Das Mantidea verlor jedenfalls keine Sekunde und begann, seine Kräfte zu sammeln.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam So Apr 23, 2017 10:34 pm

Odile & Finlay
„in the absence of justice.“
- 44 -

Das Elektek wurde erfolgreich eingeschläfert und sackte friedlich schlummernd zu Boden. Daran würde es erst einmal eine Weile zu nagen haben, in der Zeit könnten sie wahrscheinlich mehr als genug (Positives) anrichten. Der Schwarzhaarige stieg jedenfalls sofort darauf ein und rannte zu seiner Tasche, um Pokébälle hervor zu holen. Sehr schön. Die Handlanger wirkten nicht so, als ob sie sich noch gegen Odile und Finley stellen wollen würden, also hätten sie diesen Sieg mit Sicherheit in der Tasche. Leider nur kamen die Geiseln Odiles Anweisung nicht nach, auch wenn sie das verstehen konnte. Es war schließlich das Pokémon von Finley, dessen Art Odile fremd war, das ihnen den Weg hinaus geleitete. Zusammen mit einem Smog, um die Geiseln zusätzlich bestmöglich zu verstecken. Dass sich dabei auch ein paar Handlanger einen Weg in die Freiheit beschaffen konnten war Odile bewusst, aber das war nun ein Risiko, das man eingehen musste. Die Bank war ja immerhin auch noch immer umstellt, also kam man sowieso nur nach draußen und nicht weiter. Es dauerte auch tatsächlich nur ein paar Sekunden nachdem die Tür nach draußen geöffnet wurde und die ersten Menschen in Freiheit waren, bis Amelia wieder an Odiles Seite stand. Wahrscheinlich hatte das Mega-Lucario vollkommen ungeduldig auf eine Chance gewartet endlich herein zu stürmen. Odile nickte dann Fromm zu, der dem Molunk dabei half die restlichen Geiseln nach draußen zu begleiten, während sich Amelia bereits dem Meditalis zuwandte. Das Mantidea neben sich hatte ein kurzes Nicken zur Begrüßung bekommen, aber der Kampf war nun erst einmal wichtiger.
Ganz so glücklich wirkte der Anführer nun allerdings auch nicht mehr. Sein Elektek schlief und sein Meditalis musste gegen zwei Pokémon zugleich ankommen – heikle Sache. Doch Amelia war mehr als bereit dazu zu kämpfen und würde sich diese Chance auch sicher nicht entgehen lassen. „Ränkeschmied und Metallklaue.“, lautete Odiles Befehl, die auch nicht mehr lange fackelte. Sie wollte diesen Kerl hinter Gittern sehen, und das so schnell wie möglich. Amelia sammelte also ihre Kraft um ihren Spezialangriff für später zu stärken und sprang anschließend auf das Meditalis zu, um ihm einen gezielten Schlag mit der Pfote zu verpassen. In einem Gebäude war ein Pokémonkampf zwar wahrscheinlich nicht die beste Idee, aber was blieb ihnen anderes übrig? Nach draußen verlegen konnten sie den Kampf auf jeden Fall nicht. Derweil das Pokémon von Finley, das sie ebenfalls nicht kannte, ihren Angriff stärkte, traf die Metallklaue von Amelia, doch wurde sie im Gegenzug von einem Feuerschlag des Meditalis getroffen, was sie ein Stück zurück warf. Sie schnaubte jedoch aus; es müsste schon mehr kommen als das. „Noch einmal Feuerschlag, aber auf das Mantidea!“, rief der Anführer aufgebracht, woraufhin die Faust des Meditalis sich wieder mit Feuer umhüllte und es auf das Pflanzenpokémon zusprang. Dumm war der Anführer auf jeden Fall nicht, doch wenn er glaubte, dass er diesen Kampf tatsächlich gewinnen könnte, dann war zumindest bewiesen, dass rationales Denken nichts eine Stärke war. Odile nickte Finlay kurz zu und sah dann zu Fromm, als jener wieder hereinschwebte nachdem alle Geiseln aus der Bank gebracht worden waren. Sie ließ die Hand wieder sinken die sie sich mit ihrem Ärmel vor Mund und Nase gehalten hatte um sich vor dem Smog zu schützen und bemerkte, dass durchaus auch ein paar Handlanger verschwunden waren.




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Re: Städtische Bank

Beitrag von Gastam So Apr 23, 2017 11:13 pm

Mit Leals Hilfe schafften die Geiseln es glücklicherweise hinaus und alsbald stand auch schon ein Mega-Lucario auf der Matte, das offenbar zu Odile gehörte. Interessantes Pokémon, das musste Finlay zugeben. Und wahrscheinlich war es ganz und gar nicht erfreut darüber, dass die Polizistin sich alleine hatte hier herein wagen müssen. Das bedeutete dann wohl auch, dass es ordentlich zuschlagen würde. Und spätestens dann würde dieser Kerl sich mit Sicherheit wünschen, er hätte diese ganze Scharade gar nicht erst gespielt. Insgeheim freute Finlay sich ja bereits darauf, wenn er mit Handschellen abgeführt wurde und sich bald hinter schwedischen Gardinen befand. Als Drahtzieher dieser ganzen Aktion würde er mitnichten freundlich davonkommen. Da konnte die Polizei doch auch wirklich mal etwas gutes tun. Auch, wenn Finlay das eigentlich nicht zugeben wollte. Aber heute? Für heute stand er eben mal auf der Gegenseite und durfte gründlich und ganz legitim die Polizei anfeuern. Da würde ihm ja keiner böse sein können, richtig? Hier ging es eben auch um seine eigene Haut und Unversehrtheit.
Das Meditalis schien jedoch ein Pokémon zu sein, das nicht unterschätzt gehörte. Es konterte die Metallklaue des Lucarios mit einem Feuerschlag und warf das Stahlpokémon ein wenig zurück, bevor es mit einem zweiten Feuerschlag auf Freya zustürmte. Es war nicht dumm, zugegeben, aber so wie das Lucario nicht im Traum daran dachte, aufzugeben, dachte auch Freya nicht im Ansatz daran und wartete auf einen strikten Befehl ihres Trainers. "Blütenwirbel!", befahl er und das Mantidea hüllte sich in eine Pracht aus hübschen Blütenblättern, die unter dem Feuerschlag des Meditalis verbrannten, dem Schlag aber auch einiges an Wucht nahmen. Ohnehin hatte die Attacke nicht etwa dazu gedient, dem Meditalis zu schaden, sondern den Schlag abzubremsen. Den Rest musste das Mantidea wohl leider Gottes einstecken, blieb jedoch äußerst standhaft. "Und Aero-Ass!" Ein blitzschneller Hieb mit der Sichel folgte sogleich. Nicht im Geringsten wollte das Pflanzenpokémon das Meditalis nun auf Abstand gehen lassen, wo es doch direkt vor ihm stand. Und was eignete sich besser als eine Attacke, die für ihre Schnelligkeit berühmt war? Sie mochte nicht die stärkste sein, hatte dank des vorangegangenen Schwerttanzes aber glücklicherweise doch an Kraft gewonnen.
"Zurück und Schwerttanz!", folgte Finlays Befehl, nachdem das Mantidea zugeschlagen hatte. Schleunigst sprang es zurück, um nun doch Abstand zum Meditalis zu gewinnen und sammelte noch einmal seine Kräfte, um seinen Angriff erneut zu erhöhen. Es war nicht das ausdauernste Pokémon, weshalb der Schwarzhaarige wohl oder übel auf Kraft bauen musste - und auf fleißige Unterstützung des Lucarios. Vielleicht war ein zwei gegen eins Kampf ja doch etwas unfair. Anders verdient hatte dieser Kerl es jedoch einfach nicht. Leal unterdessen hatte sich ebenfalls wieder hineingeschlichen und eine kurze, unauffällige Kopfbewegung des Trainers deutete dem frechen Molunk, das es sich dem Anführer der geflüchteten Bankräuber nähern sollte. Vielleicht schaffte Leal es ja, den Pokéball des Elekteks in die kleinen Klauen zu bekommen. Dann konnte man das Pokémon zurückrufen, ehe es wieder aufwachte und die Prozedur verlängerte.
Das weiße Molunk verstand die Kopfbewegung glücklicherweise und versuchte, sich dem Mann von hinten zu nähern. Ganz wohl war dem Pokémon ohne Audie aber auch nicht dabei. Der schlummerte aber weniger gemütlich in seinem Pokéball.
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Re: Städtische Bank

Beitrag von Odileam Mo Apr 24, 2017 6:57 pm

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Die Geiseln schafften es erfolgreich aus der Bank hinaus, wo sie dann von den Polizisten empfangen wurden und sich um sie gekümmert wurde. Unbemerkt mit ihnen war jedoch auch der Handlanger mit der gebrochenen Nase geflohen. Odile hatte es durch den Kampfverlauf nicht mitbekommen, immerhin hatte sie sich lieber auf den Anführer und sein Meditalis konzentriert, doch als ihr Blick kurz zur Seite flatterte, lag er nicht mehr am Boden. Nur für eine Sekunde zogen sich ihre Augenbrauen zusammen und sie warf einen kurzen Blick zu dem Glibunkel, welches diesen Umstand wohl auch noch nicht bemerkt hatte. Es war mit einer gebrochenen Nase wahrscheinlich auch ziemlich einfach sich als Geisel auszugeben, immerhin waren sie ja nicht mal maskiert oder hatten sonstige Erkennungsmerkmale. Insofern also keine andere Geisel ihn verriet, war das tatsächlich die beste Strategie gewesen um ungesehen verschwinden zu können und in Sicherheit zu gelangen. Aber sein Pokémon zurücklassen? Odile hielt sich jedoch nicht allzu lange mit diesem Gedanken auf. Darüber könnte man sich wohl auch noch später Gedanken machen, sobald dieses Hindernis vor ihnen beseitigt worden war. Andere Polizisten hatten sich derweil vor dem Eingang der Bank aufgereiht, so dass es nun vollkommen unmöglich für den Anführer war, zu entkommen. Vollkommen egal, ob er diesen Kampf hier gewann oder nicht.
Doch weder Amelia noch das Mantidea des Schwarzhaarigen schienen schnell aufgeben zu wollen. Odile hatte ihr Lucario tatsächlich schon lange nicht mehr derart wütend gesehen, und das musste bei Amelia durchaus etwas heißen, wo sie sonst kaum Gefühlsregungen nach Außen ließ. Nun allerdings standen ihr die Wut und der Ärger tatsächlich ins Gesicht geschrieben. Fromm gesellte sich wieder zu ihnen, doch hielt sich aus dem Kampf heraus solange Odile ihm keinen Befehl gab. Doch auch ihm konnte man ansehen, dass er gerne kämpfen wollte. Odile konnte es verstehen. Er kannte den Anführer wahrscheinlich auch noch vom Sehen und wusste, was er Chloé angetan hatte. Nachdem Amelia vom Feuerschlag nach hinten gedrückt wurde und sich kurz schüttelte, wandte sich das Meditalis dem Pflanzenpokémon zu. Finley reagierte jedoch schnell genug und die Attacke konnte abgeschwächt werden und selbst angegriffen werden, was Odile dann schließlich auch nutzte. Die Aero-Ass Attacke traf natürlich und nur knapp danach schlug eine Aurasphäre von der Seite auf das andere Kampfpokémon ein. Der Typeneffektivität wegen war sie zwar nicht so stark wie gewollt, aber die Steigung ihres Angriffes half ungemein. Das Meditalis schüttelte sich kurz und schnaubte aus – und dann wachte das Elektek auf. Verwirrt stand es langsam auf und sah sich um, bekam aber schon direkt eine Vakuumwelle von Amelia ins Gesicht, noch bevor Odile etwas hätte sagen können. Sie war wohl wirklich äußerst wütend.
„Stromstoß auf beide!“, rief der Anführer wütend und befahl seinem Meditalis kurz darauf, Fußkick gegen das Mantidea einzusetzen. Amelia schnaubte nur und geriet rechtzeitig zwischen das Meditalis und das Mantidea um den Fußkick abzufangen und das Meditalis am Fuß zu packen um es umzuwerfen, aber den Stromstoß bekam sie ab. Erneut fragte Odile sich, wie Pokémon es schafften, solchen Attacken standzuhalten. Gerade jetzt, wo sie selbst auch wusste, wie sich so etwas anfühlte…



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