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Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mi Jul 29, 2015 3:25 pm

Pokémon-Fanclub

Ein Ort, an dem sich Pokémon-Begeisterte treffen können, um sich bei gemütlicher Atmosphäre über wohl eines ihrer Lieblingsthemen zu unterhalten. Das Haus an sich ist eine gemütliche Holzhütte, die einen Raum beherbergt, der sowohl Sitzmöglichkeiten als auch Nachschlagewerke zum Thema Pokémon beinhaltet.



Zuletzt von Qiuyi am Mi Jul 29, 2015 8:19 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mi Jul 29, 2015 3:26 pm

#008 ● mit Mello
Ein neuer Fall mit Rechtecken
CF ● Stratos City, Labor der RPV
Der nächste Tag hatte die Forscherin schließlich auch mit einem neuen Fall betraut. In Nevaio City, in dem Pokémon-Fanclub, schien es einen Vorfall gegeben zu haben. Ein Kassenbuch sowie weitere Bücher wurden dabei entwendet, und nun war es ihre Aufgabe, den Täter zu finden und den Verbleib dieser Bücher ausfindig zu machen.

Ein Witz, in ihren Augen zumindest. Warum musste sie dafür gleich nach Nevaio trippeln? Doch sie hielt ihren Zorn im Zaum. Immerhin ging es nichtsdestotrotz um Arbeit, um ihre Arbeit, um genauer zu sein. Also würde sie dem wohl nachgehen würden. Hatte Sherlock Holmes nicht sowieso gesagt, dass die interessantesten Fälle gerade die normal scheinenden wären? Alleine machte sie sich also auf den Weg, da der Rest ihres Teams anderweitig ausgeliehen war. Sie würde das wohl alleine regeln können, oder? Und sonst schnappte sie sich eben einen Außenstehenden, vielleicht würde der oder die ja dann der Polizei beitreten, ha ha.
Derlei Gedanken begleiteten sie, während sie auf den Pokémon-Fanclub zuging. Mal sehen, was der heutige Tag ihr bescheren würde. Der Leiter empfing sie schon aufgeregt, als gerade das Häuschen in Sichtweite kam. Nett, im Holzhüttenstil. Der Leiter war ein hochgewachsener Mann mit einem unauffälligen Gesicht, welches freundlich lächelte. Es wirkte dennoch angespannt, nun gut. Sie hatte keine weiteren Informationen über den Wert der Bücher erhalten, insofern würde sie das wohl als erstes klären müssen.
Sie reichte dem fremden Mann, den sie nur von einer Fotografie kannte, die Hand. "Guten Tag. Sie müssen der Leiter des Fanclubs sein?", fragte sie ihn mit höflicher Stimme. Bloß keinen Missmut zeigen. Dieser war eigentlich auch schon wieder verpufft, vielleicht aufgrund der Freundlichkeit ihres Gegenübers.
"In der Tat", antwortete ihr der Mann vor ihr. Sie machten Anstalten, in das Haus hineinzugehen, während sie ihre Fragensalve bereit zum Abfeuern machte.


Zuletzt von Qiuyi am Mi Aug 05, 2015 4:15 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mi Jul 29, 2015 7:49 pm

Lächelnd beobachtete er das Flugpokemon auf seinen Armen das wie immer seiner zweiten Lieblingsbeschäftigung nach Essen nachging. Zu einem kleinen Ball zusammen gerollt lag Sobek, ein Flapteryx, da und schlief tief und fest, als könnte es kein Wässerchen trüben. Dabei konnte Mello selbst als der "Trainer" nur bezeugen das dieses Pokemon alles andere als lieb und unschuldig war. Vielleicht eher ein kleines Monster in Pokemon Gestalt. Den Kopf schüttelnd lief er weiter, auch wenn er überhaupt nicht wusste wo er war, noch wusste er wo dieser Weg hier enden würde, er hatte sich wohl wie so oft verlaufen. Sackgasse, Haus, Stadt.. vielleicht auch nur noch mehr Wald, Bäume, Büsche und vermutlich ärger mit fremden, wilden Pokemon, die konnte er wirklich langsam nicht mehr sehen. Aber Ja .. es konnte alles auf ihn warten.
...
Ehrlich er hatte mit allem gerechnet, am liebsten mit einer Sackgasse damit er eine Ausrede parat hatte warum es so lange gedauert hatte mit dem Futter, aber nicht damit, eine Holzhütte oder es hatte zumindest den Anschein danach. Seufzend setzte er seinen Weg fort, was konnte er schon anderes tun? Umkehren? Dann kam er wahrscheinlich wieder auf den komplett falschen Weg. Einen anderen Weg suchen? Endete wohl genauso wie Option 1.
Tja, zumindest waren dort schon mal Personen, sprich Menschen, sprich Hilfe. Vielleicht konnten die ihm Ja sagen wo genau er hin musste oder einer von ihnen ging den gleichen Weg.
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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mi Jul 29, 2015 8:28 pm

#009 ● mit Mello
"Freiwilligenarbeit"
Ehe sie mit der erwarteten Salve loslegen konnte, bemerkte sie aus den Augenwinkeln einen etwas verloren wirkenden Jungen. Zumindest schien ihm nicht bewusst zu sein, wo sie sich befanden - und sie wusste ehrlicherweise auch nicht so recht, ob und inwiefern man eigentlich Orte bei derart eher geringfügigen Diebstählen absichern sollte? Sie überlegte kurz, beschloss aber, diesen Gedanken für später aufzuheben.
Sie fackelte dann auch nicht mehr lange herum, entschuldigte sich kurz beim Leiter, ehe sie sich daran machte, den Gedanken von eben gerade aufzugreifen. "Hey, Junge!", machte sie den weißhaarigen Jungen auf sich aufmerksam, wenn er sie nicht ohnehin schon bemerkt hatte. Interessant, als würde die Population der Weißhaarigen momentan ansteigen..., war zudem ihr Gedanke dabei, wenn sie an den Mann von gestern dachte. "Hast du gerade irgendetwas Wichtiges vor? Nein? Schön, dann kannst du mir ja assistieren." Punkt, aus, Ende. Vielleicht etwas abrupt, wie sie im Nachhinein fand. Doch vor ihren Handlungen denken? Nun... ja, eigentlich eine denkbare Option, aber manchmal doch außer Kraft gesetzt. "Die RPV ist momentan wohl ein wenig unterbesetzt, da könnte ich Hilfe gebrauchen", fügte sie deswegen in einem versöhnlichen Tonfall hinzu. Bittend werden? Nein, das sicher nicht. Man bewahrte sich schließlich immer ein wenig Rückgrat. Und ah, vielleicht sollte sie den Jungen ja auch in den Fall einweihen, wenn dieser davon nicht ohnehin Wind bekommen hatte - wobei, sie wusste ja nicht, wie schnell sich die Nachrichten hier verbreiteten und ob es überhaupt irgendwie von Bedeutung war, dass ein paar Bücher gestohlen worden waren. "Es geht um einen Diebstahl im Pokémon-Fanclub, den die RPV aufdecken soll." Name wäre wohl auch angebracht: "Achja, du kannst mich Virva nennen, wenn du bei dem Fall helfen möchtest. Ich bin Forscherin der RPV und auf Spuren spezialisiert. Freut mich, deine Bekanntschaft zu machen." Es klang recht trocken und abgelesen, aber naja. Sie kannte den Jungen im Grunde ja auch wieder nicht, hoffentlich würde sie nur nicht nachher alleine auf der Strecke bleiben...
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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Do Jul 30, 2015 11:13 am

Tja was für eine Begrüßung, so sollte sie wohl immer sein. Direkt, ehrlich und ohne eine Antwort auch nur irgendwie abzuwarten. Wahrhaftig Herrlich. Was für eine Ironie. Er wurde einfach irgendwo mit hinein gezogen. Einen Fall, RPV, gut RPV sagte ihm gerade nichts aber das war sicherlich nicht weiter dramatisch, solange es seinen Freunden, sprich seinen Pokemon auch nichts sagte war alles in Ordnung. Zumindest der besagte Fall klang .. ja was eigentlich? Wie sollte man das denn bitte bezeichnen? Wohl eher witzig, spaßig. Denn was konnte man in einem Pokemon-Fanclub bitte stehlen? Gut er war nicht oft in einem und konnte nicht genau sagen was da abging, aber wertvolles gab´s da sicher nicht wirklich, oder?
Leicht den Kopf schüttelnd viel sein Blick wieder auf die Weißhaarige, Virva wie er nun wusste. Mello, ebenfalls erfreut ... und ich helfe gern, soweit ich kann. Er lächelte leicht, weckte Sobek auf seinen Armen um diesen auf den Boden zu lassen lauf ja nicht weg. Sein Blick viel beim aufstehen/aufrichten wieder auf die Holzhütte, die andere Person war gerade wohl vergessen, um was geht es denn eigentlich genau? Irgendwie schwollen seine Zweifel immer merh an das hier was wertvolles oder derartiges abhanden gekommen war.
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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Do Jul 30, 2015 1:23 pm

#010 ● mit Mello
Ab in das erste Runde!
Gut, immerhin haute der Fremde, wer auch immer dieser war, nicht bei den ersten Worten schon ab! Sie hatte ein paar Fälle erlebt, in denen angesprochene Personen einfach... abgehauen waren, sobald man auch nur im Ansatz näher kam. Verschreckte Personen? Zu schüchtern? Holla, so kam man im Leben sicher nicht weiter.
"Freut mich, dich kennenzulernen, Mello", wiederholte sie etwas, von dem sie im Nachhinein dachte, es schon erwähnt zu haben. Naja, musste ja niemanden kümmern. Nachdem der Junge noch mit seinem Pokémon kurz gesprochen hatte, wandte er sich wieder Qiuyi, die ihren eigentlichen Vornamen geflissentlich übersprungen hatte, und dem Fanclub zu. Die Frage nach der eigentlichen Sache, eine leicht lächerlich wirkende Angelegenheit. "Es wurden ein paar Bücher gestohlen, worunter auch ein Kassenbuch war. Jahrgang hat man mir noch nicht mitgeteilt" - sie verfluchte insgeheim mal wieder ihre Kollegen, die sie auf gut Glück losgeschickt hatten, diese Idioten - "aber es scheint doch das ein oder andere wichtigere Buch dabei gewesen zu sein? Ich bin noch recht wenig mit dem Fall betraut, wurde zu schnell losgeschickt, wollte gerade den Leiter Näheres zu fragen." Bloß kein absichtliches, schlechtes Licht auf ihren Arbeitgeber werfen lassen, das würde nur böse enden... also schön die Klappe darüber halten, dass diese den Fall ohne weitere Informationen über Wert und genaue Sachlage angenommen hatten.
Was für ein Witz.
"Also, zurück zum Leiter." Sie winkte dem Jungen zu, um ihre Aufmerksamkeit wieder dem Leiter zu widmen. "So, da wäre ich wieder. Das hier ist Mello, er wird mir heute bei diesem Fall helfen. Würden Sie nun so freundlich sein, mir ein paar Fragen zu beantworten?"
Dieser nickte.
"Super. Dann fangen wir doch einfach mit den" nicht in der Anfrrage gewesenen, aber "wichtigen Informationen an, die mir noch fehlen. Welche Bücher genau fehlen? Wurde der Tatort von anderen Personen seitdem betreten? Wer hat den Delikt gemeldet? Welche Personen waren seitdem am Tatort?" Und so weiter und so fort. Am Ende lauteten die Informationen, die sie sich in ihr Notizbuch gekritzelt hatte, wie folgt:
- Kassenbuch von diesem Jahr, Buch über Feuer-Pokémon, Chroniken von irgendeinem Pokémonentdecker, Tipps für Trainer
- TO* betreten von Leiter, Putzkraft
- Ver*² gemeldet von Putzkraft, Leiter weiter an RPV
- nichts angerührt, bis auf durch den Raum gehen
- für heute geschlossen
* Tatort
*² Verbrechen
Herrje... Welche Aufheben man doch unternahm. "Hast du noch Fragen, Mello?", richtete sie sich an ihren Assistenten für den heutigen Tag. Zumindest wäre es ihr Plan gewesen, doch irgendwie war der andere Weißhaarige einfach verschwunden - ob er nun eine andere Dringlichkeit zu erledigen hatte, wusste sie nicht. Aber sie schrieb es erst einmal dem zu, eine allzu finstere Ansichtsweise gegenüber Menschen hatte sie nie gepflegt, auch wenn man es vielleicht aus ihrem Humor schließen könnte - darin zeigt sich aber wohl eher ihre reizbare Seite. "Okay, dann doch nicht...", gab sie dennoch als Kommentar von sich, ehe sie sich wieder dem Häuschen widmete, welches sie nun betrat.
mit Leiter
Weitergehend in den Fakten
Der Leiter blieb in der Tür stehen, der nicht gerade breiten Tür, und quetschte sich in eine Seite, damit sie auch noch Platz haben würde - um den Tatort nicht weiter zu verfälschen vielleicht? "Es ist, als wären wir Mammuts und das ein Mäuseloch." Ein Kommentar, den sie sich schlichtweg nicht mehr verkneifen konnte, ehe sie wieder ernst(er) wurde.
"Das Buch stand da hinten in den Regalen." Sie hörte nur halb zu, sah sie ehrlicherweise den Fanclub gerade zum ersten Mall in ihren 21 Jahren, die sie in Einall verbracht hatte. (Nicht, dass das nicht ihr ganzes Leben wäre, nein, nur nicht.) Es hatte etwas von einem so rustikal anmutenden Kitsch an sich, dass es schon beinahe etwas Unwirkliches hatte - aber nur dezent. Das von außen als Holzhütte verkleidete Häuschen war innen bunt und dennoch irgendwie naturverbunden eingerichtet.
"Ihre Frau." Einziges Wort, was sie momentan noch rausbrauchte, bei dem Anblick. Sie fand ihn nicht schrecklich, aber naja, es war eben ihr erstes Mal hier und irgendwie... Verwunderte es sie, warum auch immer.
"Ähm... Bitte was?" Er schien recht verwirrt zu sein. Eine Reaktion, die sie wohl nur als zu normal bezeichnen würde.
"Oh, entschuldigen Sie, es ist nichts weiter." Oder sollte sie ihm verraten, dass sie das Gefühl hatte, seine Frau - wenn er überhaupt eine hatte? - hatte dieses Zimmerchen so eingerichtet? Naja, vielleicht, aber im Moment war es auch egal, als ihr Blick auf das eigentlich nur kleine Chaos am anderen Ende des Raumes fiel. "Aha, der Diebstahl fand also dahinten bei den Regalen statt", stellte sie fest, was er vorhin schon erwähnt hatte. Der immer noch verwirrte Leiter nickte einfach nur.
"Die Putzfee ging dann über den Raum durch zu den Regalen, weil sie bemerkte, dass einer der Schränke offen war. Sie fand es so merkwürdig, dass sie erst einmal zu mir gekommen ist, ehe sie wieder ans Aufräumen dachte."
"Warum?" Eine einfache knappe Frage, die sie nicht weiter zu würzen gedachte.
"Warum was?" Er schien nicht mit ihr auf einer Ebene zu kommunizieren, so viel stand fest. (Wer würde denn bitte auch aus diesen Kurzfragen etwas schließen können?)
"Ah, warum ist es ihr merkwürdig vorgekommen." Sie bemühte sich um einen versöhnlicheren Ton, immerhin war es immer noch Arbeit, wenn auch eigentlich nicht die Ihrige.
"Ah, achso! Wissen Sie, ich bin eigentlich ein sehr ordentlicher Mensch und achte immer darauf, dass alles geordnet ist, wenn ich nach Hause gehe."
"Sie putzte also immer morgens und war als erste hier?"
Er nickte.
"Die Fußabdrücke können Sie nicht zuordnen?", machte sie dann mit den Auffälligkeiten des Raumes weiter. Aber eine intensivere Befragung des Leiters und der Putzkraft würde wohl nicht wegfallen können. Ihre Notizen hatte sie derweil ebenfalls erweitert, um folgende Punkte:
- Putzkraft als 1st im Haus, Leiter als xst
- Auffäligkeit: gnrl. Unordnung, Fußspuren, offene Schublade
"Nein, entschuldigen Sie bitte." Sie winkte ab und widmete sich einer genaueren Inspektion, hier, zwei Mammuts, die in einem Mäuseloch eingesperrt waren, welche Ironie. Ein Wunder, dass sie sich weitesgehend bewegen konnte, um in alle Ecken und Kanten zu schauen. "Kommen Ihnen irgendwelche Gegenstände bekannt vor? Und ehe sie fragen, das sind Routinefragen und ich verdächtige momentan jeden inklusive Ihrer Selbst", unterband sie direkt die nächste, vermeintliche Frage, die auf diese Frage folgen würde. Manchmal war es doch rätselhaft, wie sich Menschen, die sich in Bedrängnis fühlten, verhielten - und wohl nur so natürlich.
"Ich habe mich noch nicht näher mit ihnen beschäftigt", erinnerte der Leiter die hauptberufliche Forscherin, die ihre Verlegenheit sofort einmal kaschieren ging.
"Äh, ja, natürlich. Also gut, dann..." Sie besah sich den Tatort noch einmal von ihrer distanzierten Position aus. "Dann wollen wir doch mal." Es gab sonst keine Auffälligkeiten im Raum, doch ehe sie sich dem Regal widmete, hockte sie sich zu den Fußspuren hin und betrachtete sie eingehend. Der Leiter beobachtete sie nur stumm dabei, wie sie da hockte und die Fußspuren betrachtete, als sie ihr Smartphone zücken wollte und... "Ach du heilige...", entflutschte es ihr, als sie bemerkte, dass sie weder das eine noch das andere Gerät bei sich führte - warum eigentlich? Achja. Elternbesuch. Vergessen. Ha ha. Twindrake. Weit weg. Warte. Eigentlich ja nicht... Sie räusperte sich. "Es ist sehr peinlich, Sie das fragen zu müssen, doch... Könnten Sie bitte zu dieser Addresse gehen und meine Eltern nach meinem Smartphone und meinem Viso-Caster fragen?" Sie kritzelte in ihrer vermeintlich unordentlichsten, aber klar als die Ihre erkennbaren Schrift die Addresse auf ein Notizbuchpapier und riss es raus, drückte es dem perplexten Leiter in die Hand und schob ihn aus seinem Heiligtum heraus. "Ich bin Ihnen sehr verbunden, danke sehr und haben Sie einen netten Spaziergang!" Und schloss die Tür bestimmt hinter sich. Hoffentlich würden ihre Eltern ihm es geben... Ha ha. Vergesslichkeit, man begegnet dir immer wieder!
Nach dieser kleinen, peinlichen Sache widmete sie sich nun wirklich dem Verbrechen. Und da war sie in keiner Verlegenheit, denn immerhin trug sie das benötigte Werkzeug bei sich. So streifte sie sich als erste Handlung erst einmal die Latex-Einmalhandschuhe, die sie ausnahmslos immer bei sich führte, über und kratzte ein wenig Erde ab, um es einzutüten.
mit Kuriositätenkabinett
Diebstahl im Chaos
Hoffentlich würde sie mit dieser Aktion nun keinen wichtigen Beweis vernichtet haben, ha ha... Das wäre echt miserabel, zumal sie ja immer noch mehr oder minder eine Gehaltserhöhung anstrebte. Sich nicht weiter von solchen Gedankengängen beirren lassen schaltete sie nun endgültig auf den Arbeitsmodus um, Patzer würde sie sich lieber nicht erlauben - das anfängliche Desinteresse für den Fall schwand auch weitesgehend. Das Bewusstsein für jedes kleine Detail hingegen befand sich momentan wohl im Wachsstadium. Mit wachen Augen und vorsichtig überbrückte sie die Distanzen zum Raum davor, packte das Tütchen in die Röhre, welche sie immer bei sich trug, aus welchen Gründen auch immer. Momentan wollte sie einfach nur die Hände frei haben.
"Dann wollen wir mal sehen..." Den Bleistift, mit dem sie ihre Notizen zu machen pflegte, klemmte sie sich hinters Ohr und inspizierte die offene Schublade nun intensiver. Von weitem war nur kleineres Chaos erkennbar gewesen, wirklich viel war es nicht gewesen. Ein ordentlicher Täter also? Deutete zwar nicht immer unbedingt und zwingend auf Erfahrung in dem Handwerk hin, aber immerhin eine Eigenschaft. Mal sehen, was gab es denn noch...
- TO weitesgehend ordentlich
- auf den 1st Blick: Flüssigkeit (orange), Fussel (pink)
Auf diese Weise ergänzte sie ihre Notizen, ehe sie sich weiter an der Untersuchung zu schaffen machte. Sonst wirkte das Regal wirklich wie ein normales, vielleicht sehr ordentliches Regal. Auffallend waren wirklich die Flüssigkeitsflecken vor den Büchern und die Fussel, die teilweise in der Flüssigkeit schwammen. Hier kamen ihre anderen Instrumente, Pipette und Pinzette zum Einsatz, ebenso wie die Phiolen und noch eine Tüte. Alles wieder in der Röhre verstaut habend sah sie sich noch einmal prüfend um. Ungünstig, dass sie keinerlei Aufnahmen hatte... (Zumal sie sich dringend wieder Reagenzgläser zulegen musste, wieso fand ihre Kollegin sie bloß so toll?)
Egal, es musste auch so gehen. Es handelte sich schließlich auch "nur" um einen Diebstahl. Sie griff nun also, mehr oder minder beherzt, zu den Büchern und blickte sich dort schließlich um. Gab es irgendetwas, was wohl weniger hier reingehörte? Ein Papierschnipsel? Irgendetwas, was ihr helfen könnte? Doch sie wurde enttäuscht. Denn die Antwort lautete erst einmal nein, als sie ein kleines Scheppern hörte, ein leiser Laut, als würde eine Münze auf Holz fallen. Sie hielt in ihrer Bewegung inne, blickte dann noch einmal sorgfältiger hin. Ja, da war es. Versteckt zwischen den Büchern - dort, wo wohl die anderen vermeintlich gestanden hatten - lag eine eigentümlich aussehende Münze, die sie sogleich an sich nahm und - Wunder! - eintütete. Sie betrachtete die Münze noch eingehender. Viel konnte sie nicht lesen, es waren merkwürdige Buchstaben - Griechisch vielleicht? Russisch? Sie war leider nur der romanischen Sprachen mächtig, wenn überhaupt, weswegen sie nicht in der Lage war, es zu entziffern. Es würde jedoch wohl einen wichtigen Teil spielen, je nachdem, ob der Leiter ihren Hinweis zunichte machen wollte oder nicht...
- Münze am Platz der Bücher
Es gab also doch ein paar Indizien, die den Fall anleiten würden. Nun würde sie wohl nur noch Verdächtige zusammensuchen gehen, das würde noch heiter werden. Wieso hatte sie den Leiter gleich davongeschickt? Achja, ihr Handy... und Viso-Caster... Im Nachhinein eine schlechte Idee, doch das war nun nebensächlich. Sie würde es wohl schon irgendwie hinkriegen, irgendjemanden zu finden! ... Ob der Fall wohl seine Runde gemacht hatte? Denkbar wäre es, unmöglich ebenfalls. Es war ein Fall von unessentiellen Tatsachen, doch vielleicht wusste ja doch jemand davon?
Sie inspizierte noch einmal die anderen Regale in ihrer ordentlichen und schnellen Arbeitsweise, um das dann auch erledigt zu haben. Ihren Augen entging weitesgehend wohl nichts und am Ende konnte sie sich sicher sein, dass das die einzigen Spuren waren, die der Täter hinterlassen hatte. Auch nachdem sie ihr Feld erweitert hatte und wirklich den ganzen Raum ab und auf und ab gegangen war, finden konnte sie letzendlich nichts. Merkwürdig, merkwürdig. Als Hinweis gab es insgesamt ein wahres Kuriositätenkabinett: Oder wie sollte man sich die nicht gerade ordinär anmutende Kombination von einer orangenen Flüssigkeit (sie schätzte Limonade, lag wohl recht lange dort, aber sicher nicht die ganze Nacht), pinken Fusseln, Fußspuren und einer eigentümlichen Münze? Huh. Das könnte doch etwas mehr Arbeit werden, aber immerhin weckte er nun ihr Interesse. (Ihren Erzfeind vermutete sie dahinter nicht.)
Nachdem sie noch einmal den Raum durchgesehen hatte, machte sie sich daran, den Fanclub zu verlassen, um unter die Leute zu gehen. Jeder war verdächtigt, jeder musste befragt werden - der Hauptgrund, weswegen sie das Forscherdasein bevorzugte, aber heute eben mal nicht. Sie war im Inbegriff, die Klinke herunterzudrücken, als diese sich von selbst betätigte, die Tür nach außen aufglitt und sie in die Verlegenheit kam, dass jemand ebenfalls im Inbegriff war, den Fanclub zu betreten.
mit Stammgast Stelise
Wenn man von Verdächtigen redet
"WOAH!", entfloh es der Gestalt, die sich gerade noch abbremsen konnte, in die Forscherin und Polizistin hineinzulaufen. "Sorry, hab dich nicht gesehen, Kleine."
Sie verkniff sich einen weiteren Kommentar dazu, als das Mädchen über Qiuyis Schulter linste und scheinbar die Lage dort im leeren Raum analysierte.
"Is' irgendetwas passiert?" Sie trat einen Schritt zurück, ein Glück für das sich bedrängt fühlende Irrlicht.
"Guten Tag. Ja, es wurde etwas gestohlen. Ich bin von der RPV ausgesandt worden, Sie können mich Virva nennen." Sie ratterte diese Sätze sogar noch halbwegs freundlich herunter! Sie musterte die Dame vor ihr, auch wenn diese es wohl hoffentlich nicht merken würde. Aha, hm... Sie hatte einen Becher in der Hand, pinker Strohhalm, Größe wohl ca. 173 cm, Haare waren blond mit pinken Strähnen, Dauerwelle, etwas länger als schulterlang. Pullover in Pink mit silbernen Pailletten, beinahe knielang, dunkelblaue Jeans und pinke Turnschuhe. Pink lackierte, wohl gepflegte Nägel. Wohl ein Anhänger der pinken Farbe.
"Oh, echt?" Die Nachricht schien die Runde vielleicht gemacht zu haben - immerhin wurde sie während der letzten halben Stunde, oder auch länger, genau wusste sie es nicht - nicht gestört, von daher... hatte das Mädchen vor ihr wohl diese Nachricht verpasst. "Was ist denn gestohlen worden?" Es schien Interesse aufzuflammen. Vielleicht die wertvollen... oder kostbaren x und y und keine Ahnung, was eigentlich dieser Fanclub an Besitztümern besaß. Ein signiertes Buch? Mehr fiel Qiuyi spontan nicht ein.
"4 Bücher, unter anderem ein Kassenbuch, sonst Pokémonbücher." Sie hielt es nicht für notwendig, die einzelnen Titel explizit aufzuzählen. Das Mädchen vor ihr nickte, scheinbar etwas nachdenklicher geworden. Ihr fiel auf, dass die Limonade scheinbar auch orange war - passte zu der Flüssigkeit, die sie selbst gefunden hatte. Und dazu noch der Wollpullover... Gab bestimmt nette Fussel.
"Gibt es schon Verdächtige?" Der Fall war in den Augen anderer interessanter als sie zuerst vermutet hatte, aber vielleicht war das Mädchen einfach neugierig.
"Nein. Dürfte ich Ihnen vielleicht ein paar Fragen stellen? Reine Routine, wissen Sie." Sie fühlte sich mal wieder sehr an die Krimis erinnert, die sie in ihrer Kindheit gelesen hatte. Hachje, das war vielleicht lange her. Sie versuchte jedenfalls nicht allzu misstrauisch zu klingen, viele Indizien wiesen bis dato auf dieses Mädchen hin... Wer auch immer das war.
"Klar, schieß los!" Ob sie die Polizistin vor ihr ob ihrer Größe nicht allzu ernst zu nehmen schien? Vielleicht sah sie doch dezent zu jung aus...
"Wer sind Sie?" Eine Frage, die ihr schon peinlich war, aber sie hatte eben keine Ahnung, wer das bitte war... Nevaio City war einfach nicht ihr Gebiet, was Personen anbelangte. Sie kannte ja nicht einmal die aus der entfernten Nachbarschaft in Twindrake... aber immerhin ihre direkten Nachbarn.
"Stelise! Besuch oft den Club hier." Die Kugel wurde das Gefühl nicht los, dass diese Dame vor ihr die Sache eventuell nicht ganz ernst nahm. Dezent. "Ich hab ein Ohrdoch als Pokémon, im Übrigen. Willst du es mal sehen?" Ohne jedoch eine Antwort abzuwarten stand es neben ihr. "Niedlich, oder?" Sie lachte, ziemlich laut, wenn man es bemerken dürfte.
"Danke... Stelise. Sie kommen also oft hierher. Jeden Tag?"
"So gut wie."
"Was machen Sie hier?" Eine blöde Frage, aber man wusste ja nie.
"Mich mit den Leuten dort unterhalten!" Sie schien es geflissentlich oder wohlwollend zu übersehen. "Wo ist denn eigentlich der Leiter?" Sie linste an der kleineren Gestalt vorbei, auch wenn die Tür mittlerweile geschlossen war. "Ich seh ihn nirgendwo, sonst verlässt er sein Heiligtum echt nie."
"Er ist gerade verhindert." Sie hüstelte. "Darf ich wieder?"
Ein enthusiastisches Nicken! Vielleicht eine Spur zu aktiv für ihren Geschmack, irgendwo. Bildete sie es sich ein oder hatte sich ihre Laune dennoch dezent irgendwo gebessert?
"Darf ich fragen, ob Sie gestern Nacht irgendwelche verdächtigen Aktivitäten bemerkt haben?"
"Nein, ich hab geschlafen! Wohne da hinten im Haus." Sie wies auf irgendein Haus hinter ihr, es wurde notiert. (Wie die Daten das ganze Gespräch über im Übrigen auch.)
"Kein auffälliges Geräusch? Selbst der kleinste Hinweis könnte helfen." Eine direkte Frage nach nächtlichen Aktivitäten zu stellen... machte sie mal nicht.
"Nö, nichts. War recht müde vom Tag, deswegen bin ich direkt ins Bett gefallen und hab bis heute Morgen, ca. 9 Uhr durchgeschlafen."
"Also bis eben gerade?" Sie holte ihre eigene Uhr aus. Naja, fast. Sie hatten gerade in etwa halb zehn.
"Ja, denke mal."
Gab es sonst noch etwas? "Ich denke, das war es erst einmal, ich danke Ihnen. Es könnte sein, dass ich Sie eventuell noch einmal aufsuchen müsste."
"Klar, klar! Ich bin wohl hier irgendwo in Nevaio, geh nicht oft aus."
Die beiden Frauen verabschiedeten sich voneinander und sie ergänzte im Stehen ihre Notizen, die sie angefangen hatte, weiter, während sie sich ebenfalls fragte, wann sie wohl dazu käme, den Leiter selbst zu befragen...
- Stammgast Stelise, Ohrdoch
-> nichts bemerkt, geschlafen, müde
-> Limonade & Fussel passen auf sie
mit Timohn
Die Indizien zu untersuchen
Es war wohl eine wahrlich schlechte Idee gewesen, einfach ihren Führer für ihre Telekommunikationsgeräte zu opfern. Auf und davon waren diese nun, außerhalb ihrer Reichweite und fern, fern... Wie also diese Suche angehen? Sie hätte Stelise nicht so früh davonschicken sollen. Sie seufzte, kaum merklich. Erst einmal schauen, ob die Erde vom Gebiet vor dem Fanclub stammte. Soweit sie wusste hatte es erst gestern noch geregnet. Oder? Abends, kurz vor neun hatte es zumindest in Stratos einen kurzen Schauer gegeben - was nichts für Nevaio heißen sollte. Also erst einmal jemanden finden, den sie weiter befragen konnte...
Glücklicherweise traf man doch immer wieder auf Personen, die hier herumliefen und scheinbar unbeteiligt schauten. Nun war es ein Junge, der auf dem Weg zum Fanclub schien. Die ihm unbekannte Gestalt schien ihn zu verwirren. Er besaß ein jugendliches Aussehen, war wohl kaum volljährig. Ihn begleitete ein Floink. "Guten Tag. Im Fanclub wurde etwas gestohlen, wären Sie so freundlich, mir ein paar Fragen zu beantworten? Ich bin Virva von der RPV." Wann würde sie wohl jemals wieder in die Verlegenheit kommen, ihren Vornamen zu nennen? Nie, vermutlich.
"Äh, klar! Schieß los, Tante!"
Sie atmete ein und alles war wieder in Ordnung. Als wäre es an ihr vorbeigeglitten wie... irgendeine andere dämliche Bemerkung. Ruhe bewahren. "Danke. Darf ich zuerst Ihren Namen wissen?" Ob das Siezen eine Art Rache war?
Der Junge nahm es gelassen. "Timohn."
"Gehen Sie oft zum Fanclub?"
"Hmm... Ab und an ja. Aber eigentlich recht unregelmäßig, je nach Laune, wissen Sie?" War das ein Konter?
"Wissen Sie, ob es gestern am Abend oder in der Nacht geregnet hat?"
Die erste Denkpause, die jedoch auch nicht allzu lange währen sollte. "Ja, ich glaube so gegen neun und zehn."
"Woher wissen Sie das?" So eine genaue Angabe hatte sie nicht erwartet. Eher ein Ja oder ein Nein, vielleicht ein Vielleicht.
"Wurde da auf dem Weg nach Haus überrascht, wissen Sie?" Es klang schon beinahe bissig, wenn nicht sogar ziemlich schnippisch.
Qiuyi schlug einen versöhnlicheren Ton an. "Haben Sie irgendwelche merkwürdigen Aktivitäten feststellen können?" Ihr wurde es immer spanischer, wieso sie einen Jugendlichen eigentlich siezte - Anmerkung: Sie konnte auch kein Spanisch und war auch des Lateinischen nicht mächtig. (Englisch aber schon, Französisch so lala, Deutsch.)
"Hmm. Ne, denke nicht. Oh, ich glaube, da hat sich jemand in die Bäume gerettet." Er zeigte bereitwillig und ohne Aufforderung auf eine Stelle zwischen den Bäumen, in kleiner Entfernung zu dem Fanclub, aber immer noch nicht in unmittelbarer Nähe.
"Um wie viel Uhr war das in etwa?"
"Uff. Vielleicht zehn nach neun?" Sie erweiterte den möglichen Zeitraum jeweils um 5-10 Minuten.
"Ich danke Ihnen." Sie wollte sich gerade zu einer Verabschiedung aufraffen, als der Junge doch noch eine Frage hatte - Timohn hieß er, oder?
"Der Fanclub ist heute also dicht?"
"Ja." Man sah es ihr zwar nicht an, aber sie hätte sehr gerne eine Wand gehabt, um ihren Kopf darauf einzuschlagen. Nicht, dass es derart essentiell wichtig war - obwohl, irgendwo wieder schon, sie besaß schließlich keine Aufnahmen, ha ha - aber der Tatort sollte wohl besser unberührt bleiben.
"Ah, na dann geh ich wohl mal wieder." Damit zog der Junge von dannen, der ihr weitere Hinweise geliefert hatte - die sich hoffentlich auch als wahr herausstellten, sonst hätte sie ein mächtiges Problem. Doch erst einmal wurde ihr Notizbuch um ein paar weitere Notizen reicher, doch die Fäden zogen sich eher um Mr(s) Unbekannt als um eine ihr bekannte Person... Außer natürlich, Stelise hatte gelogen - die Uhrzeit war auch denkbar schlecht. Vielleicht würde ja der Besuch bei den Bäumen Klarheit bringen.
- ca. 9-10 Regen
- Person zwischen Bäumen in der Zeit gesichtet (ca. 9:00-9:20 [9:10])
mit Leiter
Blätterdächer und Ungereimt
Sie machte sich auf zu den Bäumen, langsam, nachdenklich. Ihre Notizen betrachtete sie, nicht gerade ergiebig, aber irgendwo vielleicht ein Fundament bildend. Wie viel Uhr war es nun? Nun war es Viertel vor zehn. Mal sehen, wie lange sie brauchte, um den Fall zu lösen... Sie brauchte definitiv mehr Zeugen (und Verdächtige, aber das dachte sie brav mal nicht).
Also erst einmal zu diesen Bäumen da, die den Rand eines Waldes bildeten, welcher Nevaio City mehr oder minder umschloss. Wenn sich da etwas finden ließ, würde sie ein glücklicherer Mensch sein, wobei die Formulierung wohl ein wenig übrspitzt gewählt wurde. "Auf und ab ins Gebüsch." Ein kleiner Seufzer, dann war sie wieder voll in der Arbeit und fing an, die besagte Stelle zu untersuchen. Ihre Augen suchten den Boden nach Fußspuren ab, der mittlerweile wieder halbwegs trocken war. Es würden also welche konserviert sein... und waren es schließlich auch. Die Fußabdrücke waren klar ersichtlich und mit schnelle Strichen abgezeichnet. Es würden wohl dieselben sein wie im Raum, oder? Nun musste sie eine Identität für die Schuhe finden... Sie ermittelte immer noch gegen Unbekannt, es war zum Verzweifeln - denn dieses Profil stammte von keinen der beiden Schuhe. Es hatte eher etwas... Auf keinen Fall die Turnschuhe von Timohn und auch nicht die Schuhe mit leichtem Absatz von Stelise, so!
Nur wer war es... Sie war mittlerweile bei den Bäumen angekommen, sah nach oben und nach unten. Sie forstete die Büsche und Bäume nach Indizien aus, die sie vielleicht in diesem Fall voranbringen würde - manchmal fragte sie sich, warum sie sich eigentlich diese Mühe machte... Und dann fiel ihr ein, dass sie ja im Dienste der Gerechtigkeit arbeiten musste und so weiter und so fort. Es hatte also, erstaunlicherweise, einen Sinn. Darüber dachte sie dann jedoch auch nicht weiter nach, als sie sich wieder der Spurensuche widmete. Irgendwo... Da! Wieder eine eigentümliche Münze, die sie prompt eintütete. Wieso hatte sie eigentlich niemanden soweit nach dem Bekanntheitsgrad der Münze gefragt? Heute ereigneten sich aber auch Pannen und Pleiten, die waren ja regelrecht peinlich... Bei der nächstbesten Gelegenheit würde sie wohl nachforschen gehen.
"Was machen Sie denn da, Frau Virva?" Es hieß Lin, war ihr erster Gedanke, als sie diese Stimme vernahm. Ah, war der Leiter wieder zurück? Sie blickte auf die Uhr. Es war nun gut eine Stunde, wenn nicht sogar etwas mehr, vergangen, seit er aufgebrochen war.
"Ich suche nach Beweisen. Haben sie meine Telekommunikationsgeräte?", fragte sie dann in einem eher beiläufigen Tonfall, wenn sie auch ziemlich erwartungsvoll war.
"Jap, hier sind sie. War eine Heidenarbeit, ihre Eltern von meiner Unschuld zu beweisen!" Er reichte ihr einen Viso-Caster und ein Smartphone. Sie nahm es dankend an sich und verstaute zumindest ihren Viso-Caster verstohlen in ihrer Tasche. Wie gut, dass sie nun beide wiederhatte. "Und sonst war ich bei der Post und habe folgendes gefunden?" Er hielt ein Paket in der Hand, welches exakt die Größe für...
"Sagen Sie mir nicht, das sind die gestohlenen Bücher." Ihr klappte beinahe die Kinnlade herunter. Der Fall nahm immer kuriosere Züge an.
"Doch."
"Haben sie Sie schon geöffnet?" Es erfolgte ein Kopfschütteln, was sie nicht ganz glaubte. "Und woher wissen Sie es dann?"
"Das steht vorne drauf." Er wies auf einen Schriftzug, der quer über dem Umschlag prangte. Sie räusperte sich kurz.
"Dann lassen Sie uns reingehen und das Paket aufmachen", hüselte sie immer noch leicht. Dem wurde dann auch Folge getan, wobei man vielleicht vermuten konnte, dass der Leiter von Qiuyis Fähigkeiten als Polizistin nicht gerade viel hielt - aber sie war ja auch Forscherin, Forscherin, Forscherin! Wieso machte sie es eigentlich? Die Antwort war schnell ersichtlich - es wurde immer interessanter. Wenn sie ihre Notizen zusammennahm, so würde sie über den Täter aber dennoch sagen können:
Vermutlich 1,7 m groß, ordentlich, Wanderschuhe, wurde nass
Münze, Limonade, Fussel (Pinker Pullover?)
Die Limonade und die pinken Fussel erschienen ihr immer mehr wie Ablenkmanöver, von daher würde sie den Mann oder die Frau auch als intelligent und mit den Angelegenheiten des Fanclubs vertraut einstufen. "Hat eigentlich der Mann für finanzielle Angelegenheiten neulich gewechselt?", fragte sie den Leiter nebensächlich, während sie mit behandschuhten Händen das Paket aufmachte.
"Ja, in der Tat. Aber woher wissen Sie das?" Vielleicht rettete sie ein wenig der Achtung der Polizistenarbeit ja wieder, ha ha...
"Ach, war nur so eine Frage. Hat sonst irgendetwas gewechselt?" Darauf erhielt sie jedoch ein Nein. Dies schränkte den Täter nun also ein... Fehlte nur noch die Kundschaft, aber die zu durchkämmen würde sie sehr viel Zeit kosten. Und nach intelligenten Leuten zu fragen war ihr auch zu doof. (Vor allem, wenn sie den Fakt der Wanderschuhe behandelte.) "Gibt es Leute, die seit einiger Zeit nicht mehr zum Fanclub kommen?", lautete dann ihre nächste Frage.
Eine nachdenkliche Stille folgte, in der sie den Bücherstapel aus dem Umschlag nahm. Es handelte sich meistens um A4-Großdrucke, meistens nicht besonders dick, aber stabil gebaut. "Was haben wir denn da...", murmelte sie, die pinken Striche betrachtend, die quer über den Umschlägen verteilt waren. Sie musste sofort an Stelise denken, die doch auch pinken Nagellack getragen hatte, oder? Die Schlinge zog sich weiter um den Täter Unbekannt, der wohl wirklich das Verbrechen Stelise, der aber wirklich jedes Motiv fehlte, an den Nagel hängen wollte. Und das Motiv spielte doch keine unerhebliche Rolle in Sachen Kriminalistik (oder wie das Fach nun eigentlich hieß, ha ha.)
"Die waren vorher noch nicht da", kommentierte der Leiter derweil die pinken Striche, die scheinbar chaotisch wirkten. Sie wirkten jedoch nicht gerade überzeugend, zumindest auf den zweiten Blick. Es war also Absicht? Sie sollte der Sicherheithalber aber doch noch einmal mit Stelise reden, vermutete sie.
"Ah, genau. Haben Sie diese hier schon einmal gesehen?" Sie holte die Münzen wieder heraus und zeigte sie dem Leiter. Dieser betrachtete sie eingehend, schüttelte jedoch den Kopf. "Nein, nie, wenn ich ehrlich bin, entschuldige." Sie winkte ab.
"Danke trotzdem." Dann entschuldigte sie sich, dass sie noch etwas zu erledigen habe. Nachdem sie den Tatort doch noch fotografiert hatte und auch das Stück am Wald (nach ihrer Zertrampelung) mit Fotos gesichert hatte, ging sie Richtung Nevaio, um das Mädchen mit dem Namen Stelise zu suchen. Und diese Suche schien sich als schwieriger zu gestalten als sie dachte.
mit Stelise
Fortwährend im Fall
Manchmal war die Suche nach einem Menschen wie die Nadel im Heuhafen, selbst wenn diese Person sich scheinbar nur in Nevaio aufhielt. Doch irgendwie schaffte man es ja doch, die Person recht zügig wiederzufinden. Irgendwo in Nevaio erblickte sie diese Gestalt dann doch - endlich. "Stelise! Kann ich noch einen Augenblick haben?", fragte sie also, als sie näher rangetreten war. Zum Glück unterbrach sie kein Gespräch, das Mädchen schien allein unterwegs zu sein.
"Klar, was gibt's noch? Gibt's mittlerweile Verdächtige?"
"Ja. Mehr oder minder. Benutzen Sie immer denselben Nagellack?", fing Qiuyi dann ohne Umschweife mit ihrer Befragung an. Es wurde bejaht, dann noch eine Firma genannt und irgendein Name, bei dem die Kugel sich am liebsten wohl schrott gelacht hatte, doch nein, ihr Wille blieb eisern wie ihr Gesicht. "Gibt es Zeugen dafür, dass Sie geschlafen haben?", fragte sie dann weiter. Eine ihr immer sehr unangenehme Frage - das überließ sie dann doch ihren Kollegen, ha ha.
"Äh... nein? Werde ich etwa doch verdächtig?"
"Ja." Ihr lag es immer eher, die Dinge direkt und frontal anzugehen. "Am Tatort fand man Spuren deiner Limo und außerdem Fussel von Ihnen. Die Bücher wurden heute zurückgeschickt und waren, wie ich fürchte, mit Ihrem Nagellack besudelt. Hatten Sie irgendeinen Grund?" Sie sah sie eindringlich an. Vielleicht hätte sie noch sagen sollen, dass sie nicht an ihre Schuld glaubte, aber das wäre wohl wieder unklug gewesen, sollte sie es gewesen sein.
"Eäh... Was? Ich war seit gestern abend nicht mehr drin und bin sowieso nie bei den Regalen hinten, von daher... Ich war's sicher nicht. Ich hab ja kein Motiv oder wie ihr es auch immer nennen wollt." Sie schien verstimmter Laune zu sein, natürlich. Nur allzu natürlich, wenn man gerade eines Diebstahles bezichtigt wurde. "Und wieso, wenn ich fragen darf, bin ich doch nicht aus dem Rennen?" Eine motzige Stimme, der sie beschwichtigend begegnen sollte - aber am liebsten schnippisch.
"Es sind eben Beweise aufgetaucht, Madame!", meinte sie also in einem Tonfall, der weder richtig freundlich, noch irgendwie besonders bissig war. Irgendein Mittelding, welches sie sich im Laufe mal angeeignet hat. Durfte ja nicht allzu unfreundlich wirken... oder so. "Deswegen frage ich einfach nur nach." Eine schlichte Erklärung, die aber wohl eine beruhigende Wirkung entfaltete. Wieso hatte sie sie eigentlich direkt gefragt? Es war, als würde sie schon den ganzen Tag mehr schlecht als recht verbringen.
"Achso. Sonst also noch etwas?"
Ihr fielen die Münzen wieder ein. "Kennen Sie vielleicht diese hier?", holte sie sie also heraus. Sie erstrahlten im langsam wärmer werdenden Licht in all ihrer Eigentümlichkeit. Sie wirkten merkwürdig, doch woran es sich genau festmachen ließ, konnte man nicht in aller Bestimmtheit sagen.
"Ja, doch, ja. Ich glaube, die gehören George." Sie nickte.
Qiuyi wäre wohl die Kinnlade heruntergefallen, wenn sie diese nicht noch im letzten Moment gerettet hätte. Es war wirklich bekannt, wem diese Münzen gehörten. Und sie kannte diese Person. Und es gab endlich einen konkreten Fortschritt! "Wissen Sie, wo dieser George sich momentan aufhält?"
Sie nickte erneut. "Er wohnt direkt dort." Sie wies auf ein Haus am Rande. "Er war der Buchhalter bevor sie einen neuen bekommen haben. Und... Äh... Wir waren mal zusammen", hüselte sie vielmehr als dass sie sprach. Die Kugel kommentierte dies nur mit einer hochgezogenen Augenbraue, sagte aber sonst nichts weiter dazu.
"Ich bin Ihnen mal wieder sehr verbunden. Haben Sie einen angenehmen Tag."
Sie hinterließ Stelise in einer nachdenklichen Stimmung. Könnte er das gewesen sein...?
mit George
Person unter Beschuss
Es gab Tage, an denen es wirklich schwierig war, Leute ausfindig zu machen, und Tage, an denen es leichter von der Hand ging. Bis heute hatte sie keinerlei Ahnung, woran diese Tage festzumachen waren, doch heute war wohl einer, dem sie keinem der beiden Kategorien klar zuordnen konnte. Sie klingelte an der besagten Tür, las das besagte Namensschild - George Ikedanla - und wartete ab. Nach wenigen Augenblicken wurde ihr die Tür geöffnet, von einem jungen Mann, der vielleicht auch nicht mehr so jung war. Er besaß dunkles, braunes Haar und besaß ein recht ansehnliches Gesicht, welches jedoch genauso nichts sagend war. Sein Blick war nicht dumm, er schien zu beobachten und zu mustern. "Guten Tag. Mit wem habe ich das Vergnügen?"
"Guten Tag. Ich bin Virva von der RPV, könnte ich Sie für einen Augenblick sprechen?" Sie beobachtete ihn scharf, wenn sie sich auch durch ihr ruhiges Gesicht nichts anmerken ließ. Er schien wohl keine weitere Regung zu zeigen. Doch sie glaubte, ein leichtes Zucken zu sehen.
"Natürlich, kommen Sie rein."
Sie betrat ein ordentlich wirkendes Haus. Es wirkte alles sehr adrett, merkwürdig, merkwürdig. Der Grund für den Diebstahl war vermutlich genauso ordentlich wie dieses ganze Haus, ha ha... Wenn es sich wirklich um den Dieb handelte, vielleicht erlag sie ja mal wieder einer falschen Spur und musste dann alles noch einmal von vorne aufrollen, eine so spaßige Angelegenheit! nicht... Nicht, dass sie nicht eine gewisse Übung darin hatte, ihre Fährten zu verwerfen, ne...?
"Sie scheinen eher der ordentliche Typ zu sein. Man kann ja fast jedes Staubkorn entlarven", meinte Qiuyi leichthin, doch es hatte irgendwo wohl auch seinen Grund. Ins Gespräch zu kommen, vielleicht, Persönlichkeit testen, vielleicht. Es hatte wohl gemischte Gründe, die sie hinter ihrer ruhigen Stimme verbarg. Ungeachtet ihrer eigentlichen Laune war sie nun wieder auf einen eisig wirkenden Punkt heruntergekühlt, der ihrem Arbeitsverhalten entsprach. Ja, so konnte sie eher arbeiten, wenn sie heute auch etwas neben der Spur schien.
"Ja, ich kann Unordnung nicht wirklich gut leiden. Aber was ist denn der Grund für Ihr Kommen?", lenkte ihr Gegenüber wieder auf wesentlichere Themen. Oder das, was man für wichtig erachtete. Sie setzten sich wohl dorthin, was man gemeinhin als Wohnzimmer kannte, und das Irrlicht erhaschte einen kurzen Blick aus den Fenstern, ehe sie sich setzte, wohin ihr Gastgeber sie leitete, und zu einer Antwort ansetzte.
"Haben Sie schon vom Diebstahl im Pokémon-Fanclub gehört?" Seine Miene schien sich zu versteifen, doch bei seinem wohl eher ernst angehauchten Charakter musste das nicht unbedingt negativ sein. Er verneinte die Frage, nachdem sein ganzes Gesicht sich scheinbar angespannt hatte. Ob er das Schlimmste erwartete? "Es wurden ein paar Bücher gestohlen, nichts Dramatisches. Ich bin hier, weil ich die Leute der Umgebung befrage und Informationen sammle." Dass sie den Täter finden wollte (oder irgendwie vielleicht auch gefunden hatte?) ließ sie unausgesprochen im Raum hängen. War ja eigentlich klar, oder?
Doch natürlich musste es noch einmal erwähnt werden. "Ah, ich verstehe. Sie sind hier, um den Täter zu finden, richtig? Nun, Sie können mich alles fragen, was Sie wollen, doch ich war nicht mehr besonders lange dort."
"Das ist kein Problem, es geht auch um die Einschränkung eines möglichen Kreises an Verdächtigen. Ich hörte, dass Sie ehemaliger Buchhalter vom Fanclub sind?" Hachje, diese steife Sprechart. Unterschied sich wirklich von ihrem Umgangston mit ihren Kollegen. Und zwar drastisch. Ob sie zu denen netter- nein, sicher nicht.
"Ja, genau. Vor etwa einem Jahr, oder sind es schon zwei? Manchmal fliegt die Zeit einfach zu schnell vorbei."
Sie pflichtete ihm kurz bei, ehe sie dann fortfuhr. "Besuchen Sie den Fanclub dennoch noch?"
"Ab und zu. In letzter Zeit war ich nicht mehr dort, nein."
"Ich verstehe. Ich habe auch gehört, dass Sie ein Münzsammler sind?" Ihre Miene verriet nichts mehr als ihr berufliches Interesse an dem Fall und an der Person vor ihr. Doch auch seine Miene war ebenfalls kühl gehalten, sie konnte nur schwerlich irgendetwas erraten.
"In der Tat. Ich habe in der letzten Zeit zwei meiner Münzen verloren, es war wirklich merkwürdig, wissen Sie?"
Natürlich hatte er für diesen Fall vorgesorgt, doch sie biss sich nicht zerknirscht in die Lippe. Nein, diese Genugtuung hab sie ihm nicht - denn sie hatte schon das Gefühl bekommen, dass er wusste, was hier lief. Doch kein Verbrecher würde ihr wohl mehr Schwierigkeiten machen als einen, dem sie nicht einmal ins Gesicht sehen konnte - unangenehme Erinnerung. "Dann sind Sie sicher glücklich, wenn ich Ihnen mitteilen kann, dass sie am Tatort gefunden worden waren."
Seine überraschte Miene wirkte nicht für einen Augenblick gekünstelt. Und das sah sie auch nur dank einer gewissen Erfahrung, die sie sich in ihren zwei Jahren schon angeeignet hatte. (Obgleich, es waren bald sogar drei. Ha ha, sie wurde alt.) "Wie der Dieb wohl nur daran gekommen war?" Das Bild fügte sich, aber es war auch verwirrend.
"Ich habe keine Ahnung. Doch es befanden sich auch keine weiteren Fingerabdrücke außer der einer Person auf den Münzen."
"Hmm... Vielleicht waren das ja meine. Oder war das ein stümperhafter Dieb, der keine Handschuhe getragen hat?"
Wieder ein Reinfall, auch wenn er sich wohl auch bei der Antwort "Das waren bestimmt die des Täters" irgendwie herausgeritten hätte, wenn sie denn die Spur auf ihn gelenkt hatte. Nein, sie brauchte irgendetwas Handfesteres. Wie Schuhe zum Beispiel. Aber auf diese hatte sie nur einen groben Blick werfen können, doch sie war sich gleichzeitig auch ziemlich sicher, dass sie es waren. Sie starrten förmlich vor Dreck und wirkten wie die Art Schuhe, die ein solches Profil aufwiesen. "Es ist merkwürdig, dass man dieselben Fingerabdrücke auch auf den Büchern - sie wurden in der Zwischenzeit zurückgesendet, auch wieder merkwürdig, oder? - fand. Der Täter schien wirklich eher ein Amateur gewesen zu sein, nicht?"
"Oh, ja. Und besonders viel an der Beute schien ihm auch nicht gelegen zu sein. Gab es denn Auffälligkeiten?"
"Warum fragen Sie?"
"Oh, einfach nur so." Einfach so war keine Antwort für sie. Immerhin vermutete man doch nicht, dass die Bücher beim... Naja, irgendwie vielleicht auch schon. Der Fall war wirklich, wirklich... Kompliziert. Wieso konnte er nicht einfach gestehen und gut ist?
"Trinken Sie gerne Limonade?", fragte sie in ihrer Gedankenverlorenheit, die sie beim Entwerfen von Strategien manchmal zu tragen pflegte.
"Nein, wieso?"
"Oh, da liegt nur eine Flasche auf dem Tisch, wissen Sie? Da ist mir die Frage einfach rausgerutscht." Tatsächlich war da diese Flasche, die halbleer war, offensichtlich auf dem Tisch. "Sie waren mit Stelise zusammen?" Es schien, dass sie sich erst einmal wieder fassen musste, ehe sie ihre eben verinnerlichte Ruhe wieder hatte.
"Ja, aber das geht Sie nichts an", entgegnete er mit einem höflichen, distanzierten Tonfall.
"Sie scheint letztens erst wieder hier gewesen zu sein, oder? Da sind ein paar Fussel, die nach ihrem Pullover aussehen." Ob sie ihm überhaupt Spielraum dafür gab, sich immer wieder aus der Schlinge zu ziehen?
"Nein, das zwischen uns ist lange vorbei."
"Ach, dann bilde ich mir das alles wohl nur ein... Darf ich mal Ihr Zimmer sehen? Reine Routine, wissen Sie?" Sie hatte eigentlich nur einen konkreten Anhaltspunkt, den sie in diesem ordentlichen Haus noch überprüfen musste. Und wenn sie Recht behielt und dieser Kerl nicht nur ordentlich, sondern eher auch noch selbstüberschätzend war, fand sie diesen Anhaltspunkt wie diese beiden anderen auch in seinem Haus. Wieso er bloß noch nicht aufgeräumt hatte? Es war ihr ein Mysterium.
"Natürlich." Er wirkte wie ein Mann, der keine Geheimnisse hatte, und war doch gerade deswegen auf seine eigene Art und Weise verdächtig. Sie stiegen die Treppe hoch in das Zimmer, während sie sich weiter umsah und umsah. Sie entdeckte noch nicht ganz getrocknete Flecken an der Wand. Er war wohl draußen gewesen. Ja, das Bild fügte sich, doch sie schien es unglücklich zusammengesetzt zu haben. Merkwürdig, dass er nicht meinte, dass sie da gewesen wäre. Sie hatte mehr und mehr das Gefühl, dass sie es hier irgendwie auch mit einem schlechten Gewissen zu tun hatte. Aber vielleicht bildete sie es sich auch nur ein. Vermutlich wäre bei einer erneuten Befragung des Mädchens die Wahrheit ans Licht gekommen, wozu also lügen?
"Wirklich sehr ordentlich." Sie betrachtete dieses Fläschen Nagellack, welches sich nicht gerade aufdringlich, aber doch sichtbar in seinem Zimmer in einem der Regale befand, halb von einem Buch verdeckt. "Und wann wollen Sie richtig gestehen?" Sie blickte ihn direkt an, ihre Mimik verriet nichts wirklich außer einer gewissen Trauer, und vielleicht auch Milde.
"Ich verstehe Sie nicht ganz."
"Man hat Sie gestern gesehen. Soll ich Ihnen sagen, was passiert ist?" Sie glaubte, ein ganz gutes Bild der Situation zu haben. Es war vielleicht nicht lückenlos, aber naja. Er nickte, sein Gesicht war nicht mehr das von jemanden, der den Unschuldigen spielte, aber auch nicht von jemanden, der unschuldig war. "Sie haben diese Aktion wohl schon länger geplant. Die Limonade gekauft, um sie am Tatort zu hinterlassen, ebenso den Pullover. Die Faser wirken, wenn ich es mir recht überlege, sehr neu, weswegen es wohl kein Pullover von Stelise war. In der Nacht gingen Sie dann zum Fanclub, brachen aber wohl eher weniger ein - ich vermute, dass Sie sich den Schlüssel besorgt hatten. Es hatte zu regnen begonnen. Ich glaube, dass Sie nervös waren. Sie bemerkten die Fußspuren schon viel zu spät, und die Münze bemerkten Sie wohl erst gar nicht. Und wenn, dann ließen Sie sie einfach dort, wo Sie war. Als Sie raus gingen und es immer noch regnete, stellten Sie sich unter den Bäumen unter, wo sie noch eine Münze verloren. Es hatte jedoch keinen Sinn, zu warten, weswegen Sie schließlich wieder hierher gekommen waren. Die Bücher waren trocken, doch sie triefnass. Sie stellten dann schließlich das mit den Büchern an, was diesen nun pinke Verzierungen einbrachte - um wohl den Verdacht auf Stelise zu lenken. Und Sie schickten die Bücher mit der Post wieder zurück." Sie endete, denn mehr gab es auch nicht mehr zu sagen. "Warum?" Diese eine Frage, die ungeklärt im Raum schwebte. der simple Grund, weswegen man etwas tat. Manchmal so kompliziert, manchmal so... einfach, dass es schon an den Abgrund der menschlichen Existenz gehörte.
"Tja... Warum? Warum stelle ich mich, wenn ich doch nicht überführt bin? Warum? Tja... Warum eigentlich?" Er schien es selbst für einen Augenblick vergessen zu haben. Es war manchmal traurig, mit Verbrechern, seien die Vergehen noch so klein, arbeiten zu müssen, doch die Wahrheit musste eben ans Licht. "Die Buchhaltung. Ich war unzufrieden. Ich wollte Sie mir nur kurz ausleihen, eigentlich... Und der Verdacht auf Stelise war nicht böse gemeint. Wissen Sie, sie ist eigentlich ein schlaues Köpfchen, wenn sie auch manchmal nicht so wirkt. Sie wäre eine viel bessere Nachfolgerin gewesen als dieser Kerl da..." Er brummelte und Virva fragte sich, warum sie sich wohl getrennt hatten. Merkwürdiges Paar.
"Deswegen... stehlen Sie nur ein Kassenbuch und noch ein paar andere?" Und wieso er die Bücher dann pink lackierte war eine andere Sache...
"Das war nicht absichtlich, es schien wohl am Tag zuvor etwas durcheinander geraten zu sein. Hab die falschen Bücher erwischt."
"Ich bitte Sie trotz allem, mitzukommen. Sie haben es zwar wieder zurückgegeben, aber Sie haben eindeutig Sachbeschädigung begangen." Der ehemalige Buchhalter nickte, gefasst. "Vielleicht ist der Leiter auch so gütig und lässt eine Anzeige sein." Sie mochte es nicht, Menschen zu sehen, die an einem Tiefpunkt ihres Lebens waren - und doch wollte sie auch eben jenen mit ihrer Arbeit wohl ein wenig helfen. Zum rechten Weg zurückführen und so einen Kram.
mit Leiter
Ungeahnte Höhenflüge
Es wurde weiter auf irgendwelche Aktionen verzichtet. Irgendwelche alten Streitigkeiten schienen ebenfalls wieder begraben zu sein und ja, es war irgendwie ein Muster-Happy-End, zu dem Qiuyi ihre Leistung an sich irgendwie eher geringer einschätzte. Hatte letzendlich den Täter nicht mit wirklichen Beweisen überführen können, beziehungsweise diese dann doch zu nett ausgelegt. Sie war eben manchmal ein zu netter Mensch...
"Ich danke Ihnen sehr für Ihre Arbeit."
Es war immer noch derselbe Tag, erstaunlicherweise, und es war Mittag geworden. Zumindest Vormittag, fast-Mittag, irgendwie. "Nichts zu danken, dafür werde ich schließlich bezahlt." A propros Zahlung, sie wollte irgendwann auch mal den Antrag auf eine Gehaltserhöhung stellen... Aber noch nicht jetzt, es war viel zu früh dafür. "Machen Sie's gut." Sie winkte dem Leiter zu, während Sie ihres Weges zurück nach Stratos ging. Huh, langer Weg. Vielleicht sah sie doch bei ihren Eltern vorbei?
Doch diese Entscheidung wurde ihr schließlich abgenommen, denn sie spürte, wie sich Krallen in ihre Schultern bohrten, als sie gerade auf dem Weg zur nächsten Route war. Entgeistert blickte sie auf den sich immer weiter entfernenden Boden, der immer tiefer und tiefer lag... Sie zappelte, noch in Bodennähe, als sie bemerkte, was es denn war, was sie da hielt. Ein Washakwil. Super. War sie nun die neue Beute von diesen Pokémon oder wieso zum Teufel ging es nun in verdammt große Höhen?! Sie blickte auf den Boden, der kaum noch zu sehen war. Wieso. Eigentlich. Passierte. Ihr. Das?!
"Ey, ich bin keine Beute, also lass mich..." Sie schluckte. Nun, das war wirklich verdammt hoch gerade. "... ja nicht los, kapiert?" Ihr Tonfall war ängstlicher geworden. Sie hatte keine Lust, als unästhetischer Brei auf dem Grund von weiß-nicht-wo-sie-denn-gerade-waren zu enden, hatte sie durchaus mal Opfer anderer, niedriger Höhen miterlebt... Schrecklich, wo sie wieder daran dachte. Sie war drauf und dran, sich an das Vogelpokémon zu klammern, welches mit ruhigen Schlägen immer weiterflog. Meine Herren, wo sollte diese Reise denn enden?
Sie hielt sich jedenfalls gerade eine ganz schöne Weile oben, und oben, und oben... Verdammt, so langsam bekam sie wirklich Angst. Nicht, dass sie am Ende in einer anderen Region landete - wenn sie denn lebend landete, ha ha...
"Das ist echt nicht lustig, nicht-Kumpel...", murmelte sie vor sich hin, doch das Washakwil schien sie nicht zu beachten. Dachte das etwa, sie wäre tot oder so? Das würde seine Ignoranz ihr gegenüber erklären... Aber immerhin war es auch nicht blutrünstig geworden, ha ha... Ne, ernsthaft. "Nicht. Lustig." Hoffentlich würde sie das lebend überstehen. "Alter, wenn du mich nicht bald runterlässt..." Drohungen in der Luft konnte sie nun wirklich schlecht bringen, doch sie konnte nicht anders. Als sie dann auch ihre Sarkasmus-Schiene auszupacken schien.
TBC ● Stratos City, Eisdiele
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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam So Nov 22, 2015 3:58 pm

#029
Belagerung hoch Unendlich


cf. Das Pokémon Center von Nevaio City, Nevaio City

In. Was. Für. Ein. Massaker. Hatte. Er. Sich. Da. Eigentlich. Geritten?!
Vorher noch gegen die Masse kämpfend, wurde er plötzlich von eine Masse mitgerissen - er wurde regelrecht von den Mitgliedern des Pokémon-Fanclubs belagert und fand sich in deren Mitte wieder, ihm wurden unendlich viele Fragen gestellt, die er unmöglich alle auf einmal beantworten konnte und die er sich ebenfalls unmöglich alle merken konnte; es war wie bei einem ungeheuerlichem Regen. Gerade, wenn man dachte, der Regen würde schwächeln und schwächer werden, schließlich ja auch ganz aufhören, verstärkte er nur seinen Fluss und erhöhte die Anzahl der fallenden Tropfen auf das Größte, Drastischte, was es nur gab. Es war ungeheuerlich. Un-glaub-lich. Er verstand in dem Gedränge einfach kein einziges Wort und jedes Mal, wenn er etwas brüllte, ging er selbst sogar unter; eigentlich hatte man ja gedacht, er wäre eine sehr ignorante Person, aber wie diese Personen hier in dem Fanclub noch nicht einmal merkten, dass er ihre Fragen gar nicht beantwortete, das grenzte schon an ein ziemlich großes Wunder. Er hatte eindeutig das Gefühl, dass sie gar nicht so sehr an die Beantwortung ihrer Fragen interessiert waren ... Was aber auch nicht hieß, dass Silvester sie beantwortet hätte, wenn er sie denn je verstanden hätte.
"EY!", rief er zum Beispiel gerade und schüttelte verständnislos den Kopf, "Könntet ihr auch mal damit aufhören, so durcheinander zu reden?!" Er war nun sichtlich genervt und boxte einige der besonders aufdringlichen Mitglieder weg; das war ganz sicher nicht die Art von Nachmittag, die er sich noch grob und schemenhaft gestern auf dem Weg vorgestellt hatte und langsam fragte er sich, ob es seiner kleinen Schwester auch gut ging. Immerhin hatte er sie bis hierhin nicht gesucht, ob das gut ging ...? Er hoffte inbrünstig, dass seine kleine Schwester nicht auf Yoshi Yoshida oder wie er sich jetzt noch einmal nannte treffen würde, denn das könnte für ihn doch böse enden ... Wehe, dieser Kerl verzapfte jetzt selbst Unsinn über den großen Bruder!
Doch ehe er weiterdenken konnte, waren seine Gedanken auch schon wieder über und über voll von den Fragen, die zum einem Ohr hinein und zum anderem wieder galant hinaus marschierten; hörte dieser idiotische Fluss denn nie auf?! Er wollte hier heraus, und zwar sofort! Doch genau dann, wenn er sich erheben wollte, drückten ihn unbekannte Person wieder in eine Sitzposition hinunter; diese Aufdringlichkeit war einfach ... gruselig ...!

Währenddessen aber ließ sich das Koloss von Stinson, der ein wenig verlegen drein blickte, von den Mitgliedern bestens mit den unterschiedlichsten Pokémonleckereien verwöhnen; ja, so eine Behandlung, das war er nicht von seinem Trainer gewohnt, das ganz und gar nicht! Es war ein Segen und ein Fluch zugleich; für das Pokémon wohl eher ein Segen, doch für den unglücklichen Trainer, der in dieser für ihn ziemlich schrecklichen Lage nur zu sehr auf die Unterstützung seines Pokémons gepocht hatte, eindeutig ein einziger Fluch. Wenn das nicht bald aufhörte, würde er ja noch ausrasten ...!
"KÖNNT IHR MICH AUCH MAL GEHEN LASSEN?!", gab er gerade ziemlich genervt von sich, doch scheinbar nahm niemand wirklich von seiner Gemütslage Notiz, denn seine "höflich formulierte" Bitte ging in einer Welle von Fragen unter, von denen sich das Top 4-Mitglied einbildete, manche schon etwa zehn bis zwanzig Mal gehört zu haben. Fiel ihnen aber auch nie etwas Neues ein?!

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mo Nov 23, 2015 3:41 pm

01 mit Silvester.
Und heute hatte es den tollpatschigen tapferen Ranger nach Nevaio City verschlagen. Dort hat es nämlich Probleme im anliegenden Moor gegeben, denen Fahsai auf den Zahn fühlen sollte. Wieso ausgerechnet sie war ihr zwar nicht klar, aber sie war über jede Mission glücklich die sie bekam - vor allem wenn sie schön viel mit der Natur zu tun hatten, und was war natur-iger als ein Moor-Sumpf-Gemisch, in dem viele verschiedene und seltene Pokemon anzutreffen waren? Nichts! Also perfekt für die Dame. Auch Azayaka hatte sich darüber gefreut mal wieder aus der Stadt heraus zu kommen - Stratos City war einfach zu.. zu.. beschmutzt! Abgase überall, kaum Grün (und den Zentralpark konnte man ja wohl kaum als "Park" bezeichnen, oder? Künstlich angelegte Natur war Fahsai sowas von zuwider...) und Pokemon lebten dort auch nicht wirklich, außer die feinen Damen ließen ihre Coiwaff ein wenig toben.
Aber wie dem auch sei - das Team hatte sich nach eintreffen der Missionsbeschreibung direkt auf dem Weg nach Nevaio City gemacht. Da ein Gewaldro nicht fliegen konnte hatte es länger gedauert als wenn, doch die flinken Pokemon hatten ja andere Arten sich fortzubewegen: nämlich schnell von Ast zu Ast und vom Baum zu Baum springen. Nach jahrelanger Übung hatten die beiden auch endlich den Dreh raus, wie Fahsai dabei auf seinem Rücken sitzen konnte ohne direkt durch die Gegend geschleudert zu werden und so kamen die beiden doch immer recht schnell von Ort zu Ort. Doch Azayaka war (wie Fahsai auch) ein riesen Fan von Spaziergängen. Hin und wieder ließen die beiden also die Eile hinter sich und genossen einen schönen, entspannten Spaziergang über die Routen und durch die Städte.

Sie waren jedenfalls in Nevaio City angekommen und nachdem sich die Frisur gerichtet wurde (Ha ha) steuerten sie das erste Gebäude an, das ihnen vielleicht Hinweise über die Gerüchte aus dem Moor geben könnte: das Haus des Pokemon-Fanclubs. Das... war jedoch relativ leer. Lediglich eine junge Frau saß an einem großen Tisch und studierte irgendwelche Papiere. Der Rest des Raumes war wie leergefegt, die anderen waren also wohl aus. Die Frau hob den Kopf als Fahsai eintrat und begrüßte sie herzlich - schlau wie der Ranger war hatte sie sich schließlich vorher schon angekündigt. Azayaka erhielt sogar ein paar Leckerlis um sich von der Reise zu erholen, die er genüsslich herunter schlang.
Die junge Dame war wohl die Frau des Vorsitzenden des Fanclubs, der aber gerade unterwegs war, doch auch sie konnte Fahsai einige Hinweise zukommen lassen und Licht in so manche dunkle Stelle bringen. Offensichtlich traute sich niemand aus Nevaio City mehr in das Moor, weil sämtliche Pokemon "komisch" waren. Der Grund dafür war laut einigen Bewohnern eine Hexe, die sich in den Tiefen des Moors aufhielt und jeden verzauberte, der ihr zu Nahe kam. Für Fahsai klang das.. ziemlich weit hergeholt, doch Gerüchte entstanden bekanntlich nicht umsonst, und dass mit den Pokemon im Moor etwas nicht stimmte wusste Fahsai auch, sonst wäre sie ja nicht hier. Die freundliche Dame beschrieb die Pokemon als lethargisch und.. überraschend zutraulich. Sie liefen nicht mehr vor Menschen weg und es war ihnen schlichtweg egal, ob sich jemand näherte. Das war für wilde Pokemon schon ein sehr seltsames Verhalten, keine Frage.

Fahsai genoss das Gespräch und die Ruhe in der gemütlichen Holzhütte. Yaka hatte sich mit seinen Leckerlis in eine Ecke gesetzt und aß sie in aller Seelenruhe - bis die Tür aufflog und der Tumult losging. Fahsai erschreckte sich beinahe zu Tode als eine Welle von kreischenden und gackernden Mädchen in den Raum floss, alle versammelt um einen gewissen Punkt in der Mitte, den Fahsai jedoch noch nicht ausmachen konnte. Die angenehme Stille wurde zerrissen und aufgeregtes Gerede, tausende Fragestellungen und hyperventilierendes Luftzufächern war stattdessen an der Tagesordnung. Alles was der Ranger dazu sagen konnte war.. nichts. Überrascht mit offen stehendem Mund betrachtete die Ökotante den Mopp und erhob sich vom Tisch - wie auch die junge Dame die versuchte, etwas Ruhe in das Haus zu bringen; vergebens.
Ab und an konnte Fahsai eine Männerstimme ausmachen, die wohl im Zentrum des ganzen Tumults stand, doch wem sie gehörte konnte sie nicht sagen. Azayaka hatte sich derweil brummelig wieder aufgerichtet und den Blick zu dem Monarogas gerichtet, das sich nun auch im Raum befand (was eine große Holzhütte..!).
Mit schiefgelegtem Kopf betrachtete Fahsai die Versammlung eine Weile, bis Mitleid für den armen Kerl in der Mitte in ihr aufkam - doch wie konnte man ihm wohl nur helfen? Am besten in dem man die hysterischen Weiber verscheuchte, und wie ging das am besten? Genau: mit einem anderen Kerl der sie umhaute. Die Braunhaarige ging also in die Nähe der Versammlung und rief in einer aufgeregten und zittrigen Stimme, "Oh - Oh mein Gott! Ich glaube ich habe vorhin draußen den Champ der Pokemon Liga gesehen!" Augenblicklich war alles ruhig und jedes Augenpaar auf sie gerichtet. "Ich meine er ist in Richtung Wendelberg geflüchtet als man ihn erkannt hat! Weit kann er noch nicht sein!" Unter 'OH MEIN GOTT!' und 'AAH ER IST SO SÜÜÜSS'-Gerufen drängten sich die Frauen alle durch die enge Tür nach draußen und ließen den Schwarzhaarigen verdattert stehen. Amüsiert hoben sich Fahsais Mundwinkel und sie hob eine Hand zum Gruß. "Immer zu Diensten.", meinte sie höflich und nickte dem jungen Mann zu. Yaka hatte sich derweil neben Fahsai gestellt, musterte den Trainer und sein Pokemon abschätzig und nickte dann halbherzig zur Begrüßung - tja.. soziale Kompetenz war nie etwas, was das Gewaldro besonders gut beherrscht hatte.

Die junge Frau bedankte sich rasch bei Fahsai und erklärte, dass sie mal nachsehen würde was das genau für Weiber gewesen waren und ließ die beiden allein im Haus zurück. Offenbar konnte man einem Ranger seine Pokemon Fanclub-Hütte anvertrauen..
Als sich die Tür geschlossen hatte wandte sie den Blick wieder zu dem Fremden. "Fahsai Nishimura, das ist mein Partner Azayaka, doch man kann ihn auch Yaka nennen.", stellte sie sich höflich vor und wartete auf eine Antwort des Mannes. Warum diese Horde Frauen hinter ihm her gewesen war war Fahsai allerdings nicht klar - gut, er sah tierisch gut aus, aber das allein wäre bestimmt kein Grund gewesen. Er musste also auch einen gewissen Grad an Berühmtheit besitzen doch.. tja, Fahsai sagte das Aussehen rein gar nichts.
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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Di Nov 24, 2015 3:18 pm

#030
Rettung! ... Oder so?


Und dann waren sie auch wieder alle ganz schnell weg; sogar noch schneller, als er eigentlich gucken konnte, waren sie auch schon wieder alle von dannen gezogen. Silvester seufzte einmal erleichtert auf und fuhr sich genervt durch die Haare. Es war schon beinahe zu still geworden, nachdem die geiernden Tanten und hyperventilierende Personen alle weg waren. Nur ein paar wenige Kommentare aus der schier unbegreiflichen Ferne drangen noch an sein Ohr, aber die überhörte er in all seiner üblichen Manier schon. Auch das Hintergrundgeräusch eines essenden Monargoras war ihm fern; das Geräusch kannte er wohl einfach zu gut.
Auch die Frau des Pokémon-Fanclub-Vorsitzenden (oder wer das auch immer noch einmal war) und die junge Rangerin, die ihn aus dem Schlamassel hatte befreien können, überhörte er gewissermaßen; zu voll waren noch seine Ohren von dem Geschrei und allem. Ach, manchmal war die Welt zwar schön und gut, aber manchmal war sie eben nicht schön und gut, und wie sich diese Tage, an denen die Welt einen schön und nicht schön erschien, abwechselten, diesen Zyklus hatte das Top 4-Mitglied auch noch nicht wirklich durchschauen können.

Er wog sich aber dennoch beinahe in der fernen, fremden Sicherheit, alleine und endlich in Ruhe gelassen zu sein, als er direkt an ihn gewandte Worte hörte und endlich die Anwesenheit von weiteren Personen bemerkte. Er legte den Kopf, wo er doch saß, in die Richtung schief und hob skeptisch eine Augenbraue. Hatte sie etwa zur Zerstreuung (oder vielmehr zum Platzwechsel) des Auflaufes geführt ...? Nun, da erschien es ihm doch tatsächlich angebracht, sich zu bedanken. "Danke schön", sagte er also in höfllicher Manier und verkniff sich jeden dämlichen Kommentar, der einem dazu einfallen wollte - und weil es Silvester und nicht wer anders war, fielen ihm ziemlich viele ein, die er sich aber alle damit vertrieb, dass die Dame auch schon irgendwann wieder weitersprach. Sie nannte wohl ihren Namen und stellte ihren Partner vor, dessen Pokémonart er aber nicht zu identifizieren wusste; ehrlich gesagt sah das Gewaldro eher wie ein Weihnachtsbaum aus als ein Gesteinspokémon, so war seine Datenbank in Bezug auf Pokémon recht schnell am Ende.
"Silvester P. Enzburg-Niequist mein Name", gab er mit einer Note von Gerinschätzigkeit von sich, die man aber nur hören würde, wenn man wirklich sehr, sehr sensibel ist; aus Gründen auch immer, wahrscheinlich, weil ein nerviger Trott durch eine Person ersetzt wurde, die ganz passabel erschien - er hatte seinen Ton ein wenig angepasst und neutralisiert. Dann fiel sein Blick, oder vielmehr hörte er die kleinen Geräusche (die großen Geräusche) seines Monargoras und erinnerte sich daran, dass er ihn ja auch vorstellen könnte. "Stinson, mein Monargoras", fügte er also noch hinzu, und hatte insgeheim wohl wieder schon die ihm genannten Namen vergessen, ha ha ...
Er kippte ein wenig auf dem Stuhl herum und überlegte wieder für sich; sich mit jemandem zu unterhalten war nicht gerade das, wonach er sich sehnte oder so, und ehrlich gesagt hatte er seinen Tag bis hierhin nicht gerade produktiv verbracht ... Nachdenklich sah er auf den Tisch vor sich und überlegte so vor sich hin, als dass er schon wieder die beiden vergessen hatte.

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Di Nov 24, 2015 7:00 pm

02 mit Silvester.
Die Stille war beinahe erdrückend und unangenehm, so direkt nach der Geräuschkulisse die gerade erst abgeklungen war. Ungefähr dieser Ansicht schien auch der junge Mann zu sein, der... überhaupt nicht reagierte. Etwas besorgt musterte Fahsai den Mann von oben bis unten. Vielleicht hatten die Frauen ihm ja das Trommelfell kaputt gekreischt oder ihm zu sehr an den flauschigen, schwarzen Haaren gezogen, so dass er nun eine Gehirnerschütterung hatte (Ging das überhaupt mit "an den Haaren ziehen"...?). Sein Pokemon jedenfalls schien um den Zustand seines Trainers keinesfalls besorgt zu sein - ganz im Gegenteil. In aller Seelenruhe schlang es die Leckerlis herunter, die es bekommen hatte und kümmerte sich einfach nicht darum, ob sein Trainer wohl gerade einen körperlichen (oder psychischen?) Black-Out hatte.

Doch es dauerte nicht lange bis der Mann doch ein Lebenszeichen von sich gab. Kaum, dass die Frau des Vorsitzenden sich verabschiedet hatte regte sich wieder etwas in dem Schwarzhaarigen und er schaffte es sogar, sich zu bedanken. Tja, angesichts der heroischen Rettung die Fahsai gerade dargeboten hatte war ein Dankeschön wohl auch das mindeste..! Nein, Spaß. Ein Schmunzeln legte sich kurz auf die Lippen der Braunhaarigen, dann setzte sie sich zu dem Mann an den Tisch.
"Hui." Verwundert hob sie kurz die Augenbrauen, lächelte dann jedoch und verbarg den Mund kurz hinter ihrer Hand. "Das müssen Sie mir wohl aufschreiben.", scherzte sie und nickte Azayaka zu, der ihr einen kurzen fragenden Blick in Richtung des großen Saurier-Pokemons zugeworfen hatte. Nach Fahsais Bestätigung tappte das grüne Pokemon herüber zu dem Monagoras und hielt ihm eines seiner Knurpse hin. Wie niedlich.. Aber das wollte Fahsai nun nicht an die große Glocke hängen. Kurz darauf erfuhren beide auch schon den Namen des Riesen, Stinson. Irgendwie... passend. Ja. "Es freut mich, euch kennen zu lernen.", sprach sie höflich und nickte nun auch Stinson kurz zu.

Fahsai war niemand, der Menschen zuschwatzte wenn sie definitiv kein Interesse an einem Gespräch hatten. Viel mehr genoss sie es, mit Menschen in einem Raum zu sein und nicht zwingend sprechen zu müssen. Ab und an brauchte man diese Stille einfach und solange es eine angenehme Stille war, war doch alles in Ordnung. Vor allem nach einem Tumult wie vorhin konnte sich der Ranger gut vorstellen, dass Silvester etwas Ruhe brauchte - und die würde Fahsai ihm auch geben.
Während Azayaka und Stinson sich miteinander beschäftigten löste Fahsai das Buch, was an ihrer Seite befestigt war, und legte es auf den Tisch. Behutsam wurde es aufgeschlagen und geblättert, bis man zu einer leeren Seite kam und aus der Tasche einen Bleistift zog. Und dann hörte man nur noch die Geräusche der Pokemon, die miteinander kommunizerten und das Streichen des Bleistifts über das Papier. Hin und wieder wurde der Blick gehoben und das braune Pokemon gemustert, dann konzentrierte man sich wieder auf die Zeichnung - nunmehr eine Skizze als eine wirkliche Zeichnung, die mit der Zeit immer mehr Gestalt annahm: jene eines Monagoras. Fahsai hatte es sich gespart, nachzufragen ob es erlaubt war, Stinson zu zeichnen. Sie hatte bisher niemanden getroffen der je etwas dagegen gehabt hatte, demnach...

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mi Nov 25, 2015 8:07 pm

#031
So was wie ein Kennenlernen


Eigentlich dachte er ja, er könnte ein wenig in sich gekehrt einfach einen auf introvertiert tun, aber da hatte sich das Top 4-Mitglied irgendwo doch gewaltig geirrt, denn die gute Rangerin wollte tat-säch-lich ein Gespräch mit ihm anfangen (was er nicht wirklich verwerflich fand, weil es sich immerhin um ihn handelte, aber da sie seinen Namen nicht auswendig konnte - bestes Indiz für einen Fan von ihm, hah! - kannte sie ihn scheinbar nicht besonders; was tun denn die ganzen Einaller, bitte, wenn sie nicht gerade die Klatschzeitung und das TV verfolgten? Etwa in die Natur latschen und ... Bäume umarmen oder so etwas?! (Insiderwitz.)). Auf ihren vorherigen Kommentar ging er nicht besonders ein, nur sein Blick verriet eine Skepsis à la: Soll ich dir das jetzt ernsthaft aufschreiben, Mädel, oder was? Mit Menschen zu kommunizieren war manchmal so mühsam, da war das Reden gegen eine Wand schon entspannter. Bei einer Wand musste man sich wenigstens nicht überlegen, ob dessen Schweigen etwas zu bedeuten hatte - denn es hatte tatsächlich nichts zu bedeuten, weil die Wand - wie man es auch drehen wollte - nicht lebendig war.
Aber sein Partner erweckte schon bald die Aufmerksamkeit von den anderen. Das gewuchtige Pokémon sah fragend von seinen letzten Leckerli-Resten auf und starrte den Knurps in der Hand des anderen Pokémon an. Er war sich noch ein wenig unsicher, ob es wirklich an ihn gerichtet war (weil sonst immer Silvester die Leckereien abbekam, ha ha), so deutete er mit einem ziemlich fragendem Blick und schief gelegtem Kopf auf ihn selbst, um sicherzustellen, dass auch wirklich er gemeint war.
Desweiteren plauderte die junge Rangerin weiter und hatte vielleicht, vielleicht auch nicht etwas auf seinen Blick erwidert, der aber eher eine rhetorische Frage war, nur in nonverbaler Sprache. "Danke, das weiß ich zu schätzen", gab er also - jetzt, wo er wieder von Höflichkeit und Etikette abwich - von sich und sagte das mit einem eher geringschätzigerem Ton, der aber noch etwas Haltung von Höflichkeit wahrte. Wer wusste, vielleicht konnte sie mit einem Zaubertrick auch direkt die ganze Horde wieder antanzen lassen ...!

Dann wurde es wieder still. Er schwieg, sie schwieg und beide schwiegen. Silvester war niemand, der etwas gegen Still sagen würde, war er doch eher der ernste Verfechter von Stille und allem, was so dazugehörte. Da er nicht gerade das Gesetzbuch, was er von seiner Schwester Marylin (warum auch immer ...) lesen wollte, schnappte er sich das Buch, was er gewiss seit einigen vielen Jahren mit sich umher schleppte - das Buch seines Vaters, oder besser gesagt sogar sein persönliches Lieblingsbuch von seinem Vater.
Die Geschichte war staubtrocken und unheimlich langatmig, aber er mochte sie irgendwie doch; vielleicht wegen dem ätzendem Charakter. Es war tiefsinnig auf die Art und Weise, wie ein Gedicht tiefsinnig sein konnte.
Lustlos blätterte er in dem Buch, was er sätzeweise auswendig kannte, und hob immer wieder seinen Blick, um zu gucken, was denn so getrieben wurde, während er nicht hinsah. Die Rangerin hatte scheinbar nichts anderes zu tun als zu zeichnen - Stinson nichts anderes zu tun, als sich mit dem anderem Pokémon wohl so etwas wie anzufreunden. Durch Essen wurde er immer ein wenig zahmer, auch wenn er nicht immer die bravste Kreatur auf Erden war; er war doch ein "guter" Junge. Meistens jedenfalls.
Er wagte einen Blick auf die Zeichnung und erkannte erstaunlich gut sein Monargoras. Und ehe er überhaupt daran denken konnte, zu sprechen, sprach er auch schon: "Hey, könntest du nicht mich mal zeichnen?" Er lächelte charmant, klappte das Buch zu und sah sie auf seine eigene Art und Weise bittend an. Eben so ein wenig befehlerisch, ein wenig höflich, eine große Portion eben er selbst.

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Do Nov 26, 2015 6:50 pm

03 mit Silvester.
Viel zu bereden gab es für die beiden wohl tatsächlich nicht, doch das störte Fahsai nicht im geringsten. Eher ungern zwängte sie sich fremden Menschen auf (außer sie musste es tun, natürlich) und dementsprechend war es ihr schon ganz Recht, dass auch der Schwarzhaarige keine Intentionen hatte, ein Gespräch anzufangen. Nach der nervenaufreibenden Reise hierher war Fahsai diese kurze Entspannungsphase sowieso sehr lieb - allzu angenehm war es nämlich wirklich nicht, auf dem Rücken eines Gewaldro über die Baumkronen zu huschen, so sehr man das auch gemeinsam übte und die Sitzposition immer wieder zu verbessern versuchte.

Wie dem auch sei - offenbar schien Silvester P. Enzburg Niequist nichts dagegen zu haben, dass Fahsai seinen begleiter zeichnete (und das gut, jawohl!). Fahsai hatte es sich irgendwie angeeignet, interessante Pokemon die sie sah zu zeichnen - daher auch das Buch, das sie immer bei sich trag. Es war randvoll von Bilder von Pokemon in den verschiedensten Situationen - und ein Monargoras, das kleine Leckerlis aß sah man eben nicht alle Tage..!
Recht überrascht sah sie jedoch auf, als der Schwarzhaarige wissen wollte, ob sie auch ihn zeichnen könnte. Den schmierigen Gesichtsausdruck ignorierte sie dabei mal gekonnt, wobei der vermutlich auch gar nicht schmierig rüber kommen sollte. "Ahm.. Sicher, ich kann es versuchen." Versuchen - pah! Sie war sich ziemlich sicher, dass sie das auch hinbekommen würde, denn sie war ziemlich überzeugt von ihren zeichnerischen Künsten - und außerdem schien es ihr schwieriger ein Monargoras in all seinen Details zu zeichnen als einen Menschen. "Mach einfach weiter, was du gerade so tun wolltest.", meinte sie und blätterte um, um eine neue Seite zu beginnen. Fahsai hasste es jemanden zu zeichnen, der sich nicht bewegte - und noch schlimmer: irgendeine gestellte Pose inne behielt. Das war für sie immer so.. künstlich..! Schrecklich!
Ja, jedenfalls.. nachdem sie Silvester einige Zeit angestarrt hatte, hatte sie begonnen zu zeichnen. Natürlich dauert es seine Zeit, aber mit jedem Strich gewann das Bild mehr und mehr an Form und man konnte immer besser Silvesters Züge heraus erkennen..

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Sa Nov 28, 2015 2:22 pm

#032
Bildnis von Gestein


"Nun gut", erwiderte der selbstbewusste Mensch von Erden und klappte das Buch, was er eigentlich erst wieder zusammen geklappt hatte, wieder auf und blätterte auf die ersten Seiten zurück, ein wenig zerflissen standen dort eine Zusammenfassung der Geschehnisse, die ein wenig neugierig auf das Buch machen sollten, zudem fanden noch so etwas wie Vorwort und Impressum, Daten, Zahlen, Originalausgaben, Auflagenzahl, Fakten, Fakten, Fakten ihren Platz - wenn sein Vater nur jemals ein Vorwort geschrieben hätte. Natürlich war er nicht in dem Wissen, dass seine Vater ganze Papiertonnen mit verworfenen Vorworten gefüllt hatte, die nie in das Buch, in das fertige, gedruckte Buch gekommen waren - und den Grund würde er wohl auch nie erfahren.
In jedem Fall fand er es angenehmer, einfach nur seinen Tätigkeiten nachgehen zu können, als wirklich etwas anderes zu machen. Ab und zu spinkste er noch zu Beginn auf das Blatt Papier, aber er unterließ es bald, einfach, weil er sich in die schon so oft gelesene Lektüre hinein versaß und dabei sein Umfeld vergaß. Mal lachte er schmunzelnd auf, eher nur leise, grummelnd, vor sich hin und her, ehe er wieder ernst wurde, ausdruckslos, manchmal sogar eine Spur zornig, manchmal aber auch nicht. Er hatte es schon oft gelesen und es war wahrscheinlich nicht das beste Buch seines Vaters, aber er mochte es immer noch.

Die Zeiger bewegten sich synchron, mehr oder weniger synchron zur verflossenen Zeit und es wurde ein um das andere Mal später, um eine Sekunde, dann um eine Minute, und um noch eine Minute. Die Minuten, die Sekunden verstrichen in ihrem endlosem Zyklus und irgendwann, ja, irgendwann, da fing das Top 4-Mitglied wieder zu sprechen an. Er sah von seinem Buch auf. "Ob Zeit für ein Mittagessen ist?", fragte er einerseits die Zeichnerin (Rangerin) nebenbei betrachtend, als auch die Uhr, die an der Wand hing, als auch zu seinem Monargoras guckend, was wahrscheinlich schon recht viel gegessen hatte und alles. Ob es überhaupt noch etwas essen wollte ...? Er hatte Stinson nie so recht einordnen können ... Ha ha.

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mo Nov 30, 2015 8:46 pm

04 mit Silvester.
Silvester P. Enzburg Niequist schien durchauch zufrieden damit zu sein, mit dem weiter zu machen was er bisher auch getan hatte. Nichts. Oder viel mehr: lustlos in einem Buch herum blättern, zumindest sah es so für den Ranger aus. Mit der Zeit schien sich der Schwarzhaarige jedoch vollkommen in das Buch zu vertiefen und Fahsai begann sich zu fragen, was er da wohl las. Allein vom Einband her konnte die Braunhaarige nicht sagen, worum es sich handelt, aber es musste wohl fesseln. Das Buch sah ein wenig abgenutzt aus, weshalb die Ökotante darauf schloss, dass er es schon länger hatte und es auch schon oft benutzt wurde - und wer las schon oft Bücher, die eigentlich langweilig waren? Fahsai für ihren Teil auf jeden Fall nicht.
Wie dem auch sei - während Silvester sich auf sein Buch konzentrierte, konzentrierte sich der Ranger auf ihr Bild. Irgendwie, naja, wenn man jemand anderen zeichnete und diesem anderen das Bild auch geben wollte (sie bezweifelte einfach mal, dass Silvester sie fragte ob sie ihn zeichnete um das Bild dann hinterher nicht selbst zu behalten) stand man halt doch ein wenig unter Druck, nicht wahr? Es musste schließlich perfekt sein, oder zumindest annähernd perfekt. Doch, auch wenn es arrogant klingen mochte, Fahsai war ziemlich zufrieden mit dem, was sie bisher hatte. Es sah wirklich gut aus. Natürlich war es ihr eigener Stil und andere Zeichner (und vor allem professionelle, sie zeichnete schließlich nur als Hobby) hätten es vermutlich realistischer und detailgetreuer hinbekommen, aber.. es würde schon seinen Zweck erfüllen, keine Frage!
Was Fahsai jedoch während der Stille zwischen den beiden noch durch den Kopf ging war die Frage, was Menschen wohl mit Selbstportraits machten. Hing man sich die in sein Zimmer und ergötzte sich daran, wie gut man aussah? Oder schenkte man es anderen, was dann aber auch irgendwie recht egozentrisch wäre.. In frühreren Zeiten waren Selbstportraits ja total in gewesen, aber jetzt.. Naaaaaaja. Fahsai konnte sich keinen Reim daraus machen, aber das musste sie schließlich auch nicht. Sie hatte keine Bilder von sich in ihrem Zimmer hängen, hah.

Die Zeit verstrich und beide schwiegen sich an. Stinson hatte Azayakas Angebot angenommen und beide waren wohl nun so vollgefressen, dass sie sich kein Stück mehr bewegen wollten. Anders als Silvester, der sich plötzlich regte und fragte, ob es wohl schon Zeit für das Mittagessen war. Der Ranger blickte auf und stoppte das Zeichenen, unsicher ob er mit ihr gesprochen hatte. Nichtsdestotrotz warf sie einen Blick auf ihren FangKom und legte den Kopf schräg. "Kommt darauf an, was du als Mittag ansiehst.", antwortete sie und lächelte schief. "Wir haben jetzt kurz vor zwei.", gab sie ihm trotzdem eine richtige Antwort und machte sich wieder daran, weiter zu zeichnen. Es ging nun nur noch um kleine Verbesserungen und bessere Details - das war nicht weiter schwer, auch wenn Silvester jetzt ging oder sich anders beschäftigte. "Deine Zeichnung ist übrigens fast fertig. Verrätst du mir, wofür du sie nutzen möchtest?" So einfach konnte die Frage der Fragen beantwortet werden..! Vorausgesetzt, Silvester entschied sich dazu, ihr darauf eine Antwort zu geben...

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam So Dez 06, 2015 2:10 pm

#033
Gestein vs. Eis - Next Level


Dass die Rangerin vor ihm gerade darüber nachdachte, was er eigentlich mit so einem Porträit von sich anfangen wollte, das wusste er vermeintlich natürlich nicht, immerhin konnte er keine Gedanken lesen und war ebenso in sein Buch vertieft, von dem er langsam nicht mehr ein noch aus wusste. Wahrscheinlich war ihm das Buch mittlerweile so vertraut, dass es ein Leichtes wäre, eine Abhandlung darüber zu schreiben, die mehrere hunderte von Seiten umfasste.
Die Zeit verstrich also, während der Raum gefüllt von den Geräuschen vom Umblättern und vom Kratzen des Bleistiftes auf dem Papier, dass es auch schon wieder "Mittag" wurde. Oder zumindest die Uhrzeit, die man vielleicht als Mittag definieren wollte.

Er runzelte nachdenklich die Stirn, als sie ihm eine Uhrzeit nannte, von der er beurteilen sollte, ob das Mittag war. Nachdenklich legte er den Kopf leicht schief, neigte ihn ein wenig, ehe er zu antworten pflegte: "Ich denke, das trifft die Mittagszeit ganz gut." Ja, er war zufrieden damit, um diese Uhrzeit speisen zu gehen, und er verweilte erst einmal für ein paar Sekunden in dem Gefühl, die richtige Uhrzeit für ein richtiges Mittagessen gefunden zu haben, ehe er auch schon wieder etwas gefragt wurde.
Wofür er das Bild nutzen wollte ...? "Hm, keine Ahnung", gab er nur trocken von sich und runzelte die Stirn, verschränkte die Arme. Was machte man ... mit so einem Bild? Eigentlich waren seine Wände (beziehungsweise sie würden es noch sein, eingezogen war er noch lange nicht) viel zu voll mit Regalen und Büchern, als ob man etwas an die Wand hängen könnte ... An die Haustür also ...? Nein, er glaubte eher daran, dass seine kleine Schwester (oder eines ihrer Pokémon) das Bild dann lieber zerfetzen würden, als es noch weiter an der Haustür sehen zu wollen, hah ... "Du kannst es gerne behalten, wenn du willst", gab er weiterhin als Antwort; gedankenlos wie er war, aber sonst würde er es eben seiner Schwester schenken oder ... einrahmen und auf einen Bücherstapel tun? Ha ha ha ...

"Bist du fertig?", fragte er höflich, während er weiterhin einfach nur dasaß und ihren Bewegungen über dem Papier zusah. Er wollte ja nicht vorher aufstehen oder so, dafür brummelte sein Magen noch nicht stark genug.
Wie auch immer vergingen einige Minuten noch, ehe er aufstand und sich zur Tür begab. Er nickte dem Monargoras zu, was sich im Gegensatz zu seinem Trainer recht vollgefressen hatte und sich langsam erhob. Stinson gesellte sich zu seinem Trainer und sah auch zurück zu seinem "neu gewonnenen Freund" (mit Essen konnte man jeden locken; er kannte nur einen, den man noch besser mit Futter locken konnte als Stinson und das war ... sein Rameidon Stable, ha ha ...).
Sie waren also mehr oder weniger aufbruchfertig.

Er öffnete die Tür, trat einen galanten Schritt hinaus und ... sofort traf ein Schneeball seinen werten Mantel und ein hochmütiges Gelächter, Kinderlachen, erfolgte. "Näh-näh, näh-näh-nääh-näh!", erschallte an sein Ohr und ihm wurden Zungen entgegen gestreckt. Das egozentrische Top 4-Mitglied strich sich langsam den Schnee von dem Mantel und seine Miene änderte sich schlagartig von "einigermaßen friedfertig" zu "HATE YA GUYS". Was bildeten sich diese kleine Rotzgören auch ein?! Hatten sie keine Schule oder so, wo man ihnen beibrachte, mit wem man es eigentlich zu tun hatte?! Oh sein Arceus, wie er kleine Kinder auch nicht mochte ...
"Diese Jugend von heute ...", murmelte er mies gelaunt und wollte gerade weitergehen, als ihn wieder weitere Bälle trafen. Nun war es aber auch gut, oder?! Sofort griff er in den Schnee, der hier herumlag und formte eine besonders hässlich-feste Kugel und wollte sie in einem Schwung auf die elendigen Schulbankdrücker werfen ...

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam So Dez 06, 2015 3:03 pm

05 mit Silvester.
Interessant. Fahsai hob kurz die Augenbrauen, schmunzelte dann aber und schüttelte kaum merklich den Kopf. Wozu sollte sie denn ein Portrait eines Fremden behalten wollen..? Nein, nein. Das gute Kunstwerk würde er schon behalten müssen, wohl oder übel. Was er dann letzten Endes damit tat (denn er schien es zu diesem Zeitpunkt jetzt selbst noch nicht zu wissen), das lag ganz bei ihm. Es steckte Arbeit dahinter, keine Frage, aber selbst wenn er es wegschmiss - es rührte sie nicht sehr. Hätte sie zu jedem Bild das sie zeichnet eine emotionale Bindung hätte sie irgendwann riesige Probleme, hah.

Fahsai nickte dann nach einiger Zeit auf seine Frage, senkte den Stift und riss die Seite aus dem Buch. Sie drehte das Papier so, dass er sich selbst nicht auf dem Kopf sondern richtig herum sah und anschließend wurde es zu ihm herüber geschoben und Fahsai selbst stand auf. "Hier, bittesehr. Ich hoffe, es gefällt dir.", lächelte sie und suchte ihren Kram zusammen um ihn anschließend wieder sicher zu verstauen. Was würde sie nur tun, wenn sie ihre wertvollen Zeichenutensilien verlieren würde..!
Nun, wie dem auch sei - wie auch Silvester machte Fahsai sich aufbruchbereit und pfiff Azayaka zu sich (der mehr oder minder widerwillig aufstand. So wie er sich voll gefressen hatte war es kein Wunder, dass er sich nicht bewegen wollte. Bei Silvesters Stinson schien es aber nicht anders zu sein...). Silvester machte sich dann auf zur Tür und Fahsai folgte. Sie hatte nun hier allein im Haus auch nicht mehr viel zu tun, wenn sie ehrlich war, da machte sie sich dann besser auf zum Moor um sich die Lage mal.. genauer anzusehen und einschätzen zu können.
Doch so kam es nicht! Silvester blieb nämlich aprubt in der Tür stehen (und Fahsai lief fast gegen ihn) und murmelte etwas, was Fahsai im 'Schockmoment' nicht verstand. Und plötzlich.. lief er weg, schnappte sich von draußen etwas Schnee (Fahsai hatte gar nicht gemerkt, dass es geschneit hatte) und warf eine Horde Kinder ab, die lachend und kreischend herumliefen. "Öh..", stutzte Fahsai und schloss die Tür hinter sich und Azayaka - und kaum, dass sie sich wieder umgedreht hatte, hatte ihr Gewaldro bereits einen Schneeball geformt und warf ihn auf Silvesters Monargoras. Und damit begann der Krieg.

Die Kinder warfen Silvester, Stinson, Yaka und Fahsai ab, während die vier (drei, da Stinson zu kleine Arme hatte..) die Kinder abwarfen. Ein richtiges Schneeballmanöver brach aus. "Da hast du uns ja in etwas reingeritten.", meinte Fahsai zu Silvester, kurz bevor sie einen Schneeball volle Kanone gegen den Kopf bekam und sich den Schnee aus den Haaren fummelte. Azayaka hatte sich zu Stinson gesellt um seinen neugewonnenen Freund vor Schneebällen zu schützen und ab und an welche zu werfen - natürlich für den kurzarmigen Freund genau so wie für sich.
Hätte Fahsai gewusst, dass sie am heutigen Tage noch Opfer einer Schneeschlacht werden würde, dann hätte sie sich zumindest etwas dickeres angezogen...!
Fahsai musste peinlich genau darauf achten, die Kinder nicht an den Kopf oder ins Gesicht zu treffen. Sie war nämlich wirklich überhaupt nicht gut im Werfen und.. naja.. weinende Kinder waren nie etwas erstrebenswertes.

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mo Dez 07, 2015 7:10 pm

#034
Wilde Rowdys und ihre Schneebälle


"Danke schön", sagte er ein wenig erstaunt, als sie ihm das Bild reichte, scheinbar nahm er seine gute Miene mit nicht allzu zustimmender Gestik entgegen, was ihn aber auch sonst nicht weiter störte - es gab genügend Magazine, in denen er abgedruckt war (als ob es daran läge ...) und alles; er würde es dann wohl seiner Schwester schenken, wenn er gerade nichts weiter zu tun hatte. Oder vielleicht sogar seiner anderen Schwester, oder die Schwester, die er neben seinen beiden Schwestern noch hatte - ach ja, und seit zwei Jahren wusste er ja, dass er noch eine Schwester hatte, ha ha ...
Seinem Bruder würde er es auf keinen Fall schenken. Auf. Gar. Keinen. Fall.
Er steckte es sorgfältig ein, immerhin würde er auch noch später entscheiden können, wem er es nun schenken wollte - oder ob er es gar behielt, er wusste es nicht genau. Er rückte den Stuhl nach hinten, um aufzustehen, nach draußen zu gehen und ...

... in ein einziges Schlachtfeld zu geraten.
Man sagte ja, im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt, und so war es auch nicht gerade verwerflich, dass sein Amagarga irgendwann neben dem Top 4 stand und ihrerseits immer wieder Pulverschnee einsetzte, unter dem die Kinder immer kreischend weg rannten - und dämlicherweise aber auch immer wieder zurück kamen, nur mit noch mehr Rotzgören.
"Heiliger Bimbamm, die haben ja noch eine ganze Armada ...", murrte er nur mies gelaunt, während er sich abwechselnd seine Brille zurecht rückte, Schneebälle warf und nebenbei noch mitbekam, was um sich herum so ablief. Zum einen hatte das Monargoras wohl einen neuen Kumpel gefunden (oh sein Arceus, Silvester hatte ja alles erwartet - vielleicht auch nicht -, aber das war wirklich ein wenig pronto) und die dazugehörige Person zu Stinsons neuem Kumpel sprach auch ein wenig mit ihm. "Immer doch", erwiderte er nur lasch, ehe er weit ausholte und wieder ein Kind abwarf, während er den Moment nutzte, in dem die große Ophelia nun hier und da abgeschwächt noch mehr Pulverschnee rieseln ließ, um noch mehr Bälle zu formen ... Was für ein Durcheinander.

Plötzlich traten noch mehr Pokémon auf das Feld und das Schneemanöver kam irgendwann auf beiden Seiten zum erliegen; neben Ophelia, dem Gewaldro und Stinson fanden sich plötzlich Siberios und Yorkleffs und ... Die Kinder hatten nun auch noch ein paar Pokémon ausgepackt, sodass sie sich nun zwei Siberios, einem Yorkleff und einem Mebrana gegenüber sahen. "Tche", gab er nur höhnisch von sich; die Jugend von heute las aber auch überhaupt keine Zeitung mehr, sie hatten doch keine Ahnung, mit wem sie sich angelegt haben ... und auf welchem Gebiet.
Eines der älteren Kinder, wahrscheinlich Jugendlicher, sagte mit höhnender Stimme: "Jetzt machen wir euch fertig!" Er grinste, aber ... Silvester grinste viel breiter. Die kleinen Kinder hatten sich nun zum größten Teil wohl an ihre großen Brüder (oder Schwestern) geheftet, wie läppsch! Wahrscheinlich hatten sie es eingesehen, dass sie gegen so zwei "famose" (... mh-hm ...) Erwachsene einfach nicht ankamen! Oder aber sie fanden es unfair, dass Silvester sein Pokémon in den Kampf hineingezogen hatten, ha ha ha.
Er wandte sich an die Person neben sich. "Kann ich auf deine Hilfe hoffen?", fragte er die andere Dame, die sich ein wenig unbeholfen beim Werfen angestellt hatte, wenigstens aber nicht ihn abgeworfen hatte. Währenddessen holte er noch einen weiteren Pokéball hinaus, und es war niemand Geringeres als des Gesteinstranier liebstes Pokémon: Apple, das Corasonn, strahlte dem Trainer und der Rangerin freudig entgegen - ganz so, als würde es nicht gerade auf ein Schlachtfeld, aber zu einem Teekränzchen geladen worden.

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Mi Dez 09, 2015 7:13 pm

06 mit Silvester.
Fahsai schmunzelte bei Silvesters Kommentar kurz. Ja, wo sie so die Schneebälle warfen fühlte sie sich beinahe in ihre Kindheit zurück versetzt! Auch damals waren im Winter bei ihr stets Schneeballschlachten ausgebrochen, denen sie immer gerne beigewohnt hatte. Oft auch mit ihren Eltern gemeinsam gegen die anderen Eltern, oder die Eltern gegen die Kinder - sie hatten einfach eine ziemlich harmonische Atmosphäre in ihrer Heimat, da war es selbstverständlich, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Am Ende traf man sich dann bei einem im Haus, wärmte sich bei heißem Kakao auf und unternahm noch gemeinsam etwas. Das waren gute, alte Zeiten gewesen..!
Auch als eingeschweißte Pazifistin hatte sie stets Spaß an Schneeballschlachten gehabt. Die waren ja auch keine Gewalt sondern Spiel - so wie Fußball oder so etwas (Boxen verabscheute sie trotzdem!). Und auch jetzt hatte sie ziemlichen Spaß daran, den Schnee zusammen zu raufen und anschließend zusammen zu drücken um eine runde, schöne Kugel heraus zu bekommen. Als gebürtige Frostbergerin musste man das Handwerk des Schneeball-Bauens schließlich beherrschen! Und nebenbei bemerkt konnte auch niemand so gute Schnee-Brikaden bauen wie sie, aber gerade hielt sie es für unnötig, sich eine Mauer aus Schnee zu bauen und.. vermutlich wäre das auch ein wenig sehr komisch gekommen, während Silvester an ihrer Seite stand.

Interessiert musterte der Ranger auch kurzzeitig das andere riesige Pokemon, das sich aus dem Ball des Schwarzhaarigen befreite. Es war ein Amagarga, das fleißig Schnee fallen ließ um ihnen immer mehr Nachschub zu geben. Offenbar hatte der Kerl Gefallen an Fossilpokemon, wie es den Anschein machte. Vielleicht stand er aber auch einfach auf Prähistorisches.. oder.. auf Gestein.. Wer wusste das schon!
Es dauerte nicht lange, da hatten sie die Kinderfront ein wenig abgeschwächt.. nur damit die Kinder mit ihren augenscheinlich älteren Geschwistern wieder auftraten, die zusätzlich auch noch ihre Pokemon befreiten, die dann auch bei der Schlacht halfen. Herrje, in was das hier alles ausartete..! Doch solange es zu keinem Kampf wurde, war ja schließlich alles in Ordnung, nicht?
Etwas verdutzt sah Fahsai deswegen auch Silvester an, nachdem er sie fragte ob er sich auf sie verlassen könnte. "Bei einem Kampf leider nicht.", stellte sie also direkt klar und sah dann zu Azayaka. "Dabei, den großen Geschwistern eine Abreibung zu verpassen aber schon." Grinste sie und gab dem Gewaldro den Befehl, einen riesigen Schneeberg vor sich aufzutürmen um ihn dann mit einer Zornklinge auf die geballte Kinderfront zu schleudern - erfolgreich. Alle Kinder waren mit Schnee überhäuft und gemeinsam mit dem Pulverschnee von Silvesters Riesen hatten sie die Kinder endlich besiegt!
Lachend winkten sie den beiden Erwachsenen zu als sie bemerkten, dass sie plitschnass waren, und schon eilten sie schnell zurück dahin, wo sie hergekommen waren. Fahsai schüttelte schmunzelnd den Kopf. "Gut gemacht, Yaka.", lobte sie ihr Pokemon, das daraufhin grinste.

Nun jedoch fiel ihr auf, dass sie selbst auch aussah als hätte sie ein Turtok abgeduscht. "Hm. Ich denke, ich werde mich besser umziehen..", murmelte sie nachdenklich und ihr Partner kam zu ihr getrampelt. "Ich denke dann trennen sich auch unsere Wege.", meinte Fahsai dann freundlich lächelnd zu Silvester. "Nicht mehr lange, dann wird es dunkel, und ich würde vorher gerne noch zum Moor gehen. Angeblich soll dort wohl eine Hexe leben.", erklärte sie ihm beiläufig und lachte kurz. Laut Einwohnern lebte dort eine Hexe - offiziell war nur bekannt, dass die Pokemon sich komisch benahmen.
Fahsai verabschiedete sich also von Silvester und zwischen Yaka und Stinson brach ein herzzerbrechender Abschied aus - fast. Schweren Herzens trennte sich das grüne Pokemon von seinem neu gewonnenen Freund und folgte Fahsai zum Hotelzimmer, in dem sie einige Tage leben würden.

tbc: Rayono City Musiktheater

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Sa Dez 12, 2015 2:48 pm

#035
Ende der Schlacht


Woah. Erstaunt und mit gerunzelter Miene sah er die Rangerin an; mochte sie etwa keine Kämpfe oder wie? Dann aber zuckte er bloß mit den Schultern, na dann würde es eben doch anders laufen als eigentlich geplant, schade aber auch!
Die Schlacht mit dem Schnee ging weiter; unerbitterlich wurde auf der einen Seite nachgeladen, geworfen, nachgeladen und so weiter. Ophelia machte ihre Sache durchaus nicht so schlecht und die gegnerische Seite wusste sich auch zu helfen - was aber nicht hieß, das Silvester auf diesem Stand stehen bleiben und auf Zeit spielen würde.
"Los, Ophelia - try something new, du eingebildetes Wesen!", brüllte Silvester seinem narzisstischem Pokémon zu und sah es herausfordernd an, ehe er auch schon wieder seinen Blick auf die gegnerische Front blickte. Beleidigt unterbrach das Amagarga ihre Dauerladung von Pulverschnee und sah ihren Trainer funkelnd an, ehe ihr langer Hals sich nach unten beugte, zum Corasonn hin. Sie besprachen leise etwas miteinander, wobei das Corasonn bestens durch die massive Statur des Amagargas geschützt war. Ophelia machten diese weichen, kalten Schneebälle nichts aus und es war ja wohl nicht so schlimm, wenn sie einmal ruhte, oder?

Es dauerte noch wenige Minuten, ehe die beiden sich wieder aufrichteten und das Corasonn mit einem Surfer die Combo der beiden startete. Nur wenige Sekunden später erfolgte aus dem Mund des Amagargas ein eisiger Hauch, Eisesodem, der die wässrige Fläche gefor. "Wa-", rief Silvester erstaunt aus, als er doch ein wenig sehr auf den Boden festgefroren wurde. Er drehte seinen Oberkörper so weit, dass er die beiden Unruhestifter noch gut sehen konnte, er zog skeptisch eine Augenbraue hoch. Unschuldig und triumphierend sah Ophelia ihren Trainer an; na, da hatte er doch ihre neue Attacke, oder nicht?
"Ja, fein gemacht, du Olle! Und wie soll ich mich wieder bewegen?", keifte er die beiden mit einem schelmischem Unterton an, als das Corasonn auch schon anfing, ihrerseits etwas Neues auszuftüpfteln - wie durch ein Wunder wurde das Eis auf dem Boden wieder aufgetaut, eine heiße Wasserschicht legte sich über die eisige Eisschicht und ließ sie ebenfalls wieder zu Wasser werden. "Siedewasser, nicht schlecht, meine Kleine!", gab er lobend von sich, nachdem er seine nun ... klatschnassen Beine wieder bewegen konnte. Was für eine Kälte, was für ein Schnee. Er schüttelte sich ein wenig, aber das war noch lange nicht das Ende, er würde nicht an einer solchen Lapalie kapitulieren - dafür hatte er schon etwas mehr durchgemacht.

Nun wurde mit den neuen Attacken der beiden herum experimentiert; während mal ein Surfer, mal ein Wasserring eingefroren oder aufgetaut wurde, neigte sich die Schlacht dem Ende zu, sie waren alle bis über die Köpfe hinweg nass und eigentlich sehnte sich Silvester auch nur noch nach einem warmen Bad oder so. Da war es doch ein Glück, dass auch die Kinder langsam genug hatten und sich die Menge zerstreute.
"Nice job, Apple, Ophelia, Stinson", bedankte er sich (so halb) bei seinen Gefährten und grinste sie zufrieden an. Jetzt würde die Kinderschar abrücken und die Zeit zum gehen war gekommen.

Er nickte nur geistesabwesend, während er seine Kleidung zurechtzog, sie war nass und schwer geworden - was er aber auch eher die dickeren Stoffe liebte, die bei Nässe auch noch extrem schwer wurden. Das Blau war schon fast zu einem schwarz geworden. "Hm, ja", gab er nur kurz angebunden zurück, als die Rangerin auch schon wieder weg war und mit ihr das Gewaldro, mit dem sich Stinson doch so gut angefreundet hatte.
Was hatte sie gesagt, eine Hexe ...? Na ja, aber das war auch nicht sein Bier, er würde erst einmal in das Pokémon Center zurückkehren und sich umziehen müssen, ehe er etwas anderes machte. Blieb nur noch zu hoffen, dass er nicht das gesamte Center flutete, ha ha.

tbc. Nördliche Sumpfe, Moore von Nevaio

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Re: Pokémon-Fanclub

Beitrag von Gastam Sa Jun 18, 2016 8:31 pm


#058 x mit niemanden
Die Gemeinsamkeit von Mathematikern und Vorlesern
CF x Nevaio City, Rangerbasis von Nevaio City
Wie sie nun hier gelandet war, konnte Artsuiro wohl nicht mehr genau sagen, sie wusste im Prinzip nur noch, dass sie nun dort war. Und da sah sie sich, nach ein paar Tagen der Ruhe vor eben jenen, wieder kleinen Bälgern entgegen. Die Damen, welche momentan die Kinder hüteten, hatten sie herzlich aufgenommen und ihr direkt einmal, als der mürrische Ranger ihnen erklärte, dass sie vorlesen würde, ein Buch in die Hand gedrückt.
Sie konnte sich nicht einmal mehr an eine Zustimmung erinnern, geschweige denn wirklich an den Weg. Aber er musste wohl irgendwie erfolgt sein - war sie in Trance gewesen? Geschlafen hatte sie jedenfalls nicht. Vielleicht sollte sie auch aufhören, dies alles nun anzuzweifeln, immerhin wurde sie von erwartungsvollen Gesichtern regelrecht durchlöchert. Sie würde nun wohl oder übel die Stimme erheben müssen.
Ein Räuspern war zu hören, kurz schaute sie sich noch nach Feliff, ihrem Chelast, um, und entdeckte es in einer warmen Decke am Rand. Ihm schien es wieder gut zu gehen, zumindest ein wenig besser. Ob er krank wurde? Egal. Diese Gedanken sollte sie ausschalten, sie musste sich hier auf etwas Anderes konzentrieren!
Sie begann die Geschichte von "König Togepi und den Gefahren der Nacht" vorzulesen, wobei sie allein den Titel schon fragwürdig fand. Aber wenn die Kinder es so erwartungsvoll herbeisehnten, konnte es doch auch wieder nicht so übel sein, oder? Diese Gedanken hätte sie vielleicht aber auch lieber nicht gehabt, denn die Geschichte entpuppte sich aus ihrer Sicht wirklich als etwas... naja, es war eine Kindergeschichte. Sie war immer wieder verblüfft von deren unglaublicher Logik und allem, dass sie sich einfach nichts mehr dabei denken wollte. Immerhin war Holunder auch ein ziemlicher Fan von ihnen, sodass sie sich zum Glück nichts anmerken ließ.
Doch direkt nach dem Vorlesen wurde sie dann auch von den Damen belagert, dass sie vielleicht auch morgen noch vorlesen könnte! Sie lehnte dankend ab, und befreite sich nach ein paar Stunden auch aus dem Klammergriff der Bitten - aber sie wollte nun wirklich auch mal weiterziehen, die ganze Zeit konnte sie doch auch nicht in Nevaio City bleiben, oder? Wie es jedoch so kam, und so war es doch häufig, sie ließ sich im letzten Moment doch überreden.
So trug es sich zu, dass sie sich auch am nächsten Tag wieder dort fand. Sie hatte sich zwar den Rückweg gefragt, wieso eigentlich, und dies auch ziemlich beim Hinweg, doch da war sie wieder, und da waren auch die Kinder wieder. Sie erfuhr, dass diese momentan Ferien hätten, und in ihrer Freizeit hierherkamen. Um diese Zeit wurde auch immer sehr viel hier vorgelesen, aber der Vorleser sei ausgefallen - und nun war Artsuiro hier. Nun, da sie auch die Hintergrundinformationen hatte, offenbarte man ihr auch, reichlich spät, dass man vielleicht auch morgen noch ihre Dienste bräuchte...?
Wieso sie eigentlich die Vorleserin sein musste, entging dem Verständnis der Professorin, doch diese bestanden darauf. Wann immer sie aber kurz von der Geschichte hochlinste, schienen die Damen auch ziemlich beschäftigt zu sein. Vermutlich hatte einfach jeder sein Päckchen zu tragen, und auch hier war es nicht anders. Sie schluckte den aufkommenden Seufzer hinunter und erzählte weiter die Geschichte von den Pokémon in den Bergen, die sich in einem besonders kalten Winter zusammengerottet hatten, und den Frühling willkommen hießen.
Es war eigentlich eine ziemlich niedliche Geschichte, und heute hatte sie auch wirklich Holunder dabei. Er kuschelte sich mehr oder weniger an sie, um einen besseren Blick auf die Bilder zu haben, und war sogar in einer erstaunlich guten Stimmung. Wie es immer so kam und was er mochte... Sie wollte es ihm ja nicht verbieten, es war eine ziemlich niedliche Tatsache. Und doch fragte sie sich dann auch wieder, ob ihre Pokémon eigentlich auf ewig so klein und unschuldig bleiben wollten, wie sie es sich wünschte.
Sie war da wirklich sehr egoistisch, und üblicherweise kam ihr auch der Gedanke gar nicht auf - aber wenn sie die Kinder beim Ausklingen der Geschichte so reden hörte, wie sie fleißig mit ihren Pokémon trainierten und wie sie kämpften, da wurde ihr doch irgendwie anders zumute. Sie fragte sich da wirklich, ob sie bei sich eigentlich alles richtig oder alles falsch machte. Oder wandelte sie auf einem gefährlichen Mittelweg?
Sie stieß die Gedanken hinfort. Sie sollte echt mal positiveren Gedanken nachhängen, das wurde ja langsam richtig gefährlich bei ihr. Irgendwann würde sie sich noch von einer Brücke stürzen... eigentlich wieder ziemlich unrealistisch. Sie hatte in der Welt genug Wurzeln geschlagen, dass sie sich nicht einfach entfernen könnte. Immerhin war sie auch nicht mehr nur ein Bäumchen. Sie war schon ein Baum, wenn man es unbedingt mit dieser Metaphorik ausdrücken wollte, und sie würde sich nicht bewegen können. Sie war verankert - aber das war ja auch durchaus nichts Schlechtes, richtig?
Am nächsten Tag fand sie sich erneut dort. Sie hatte eigentlich endlich mal zur Drachenstiege gehen wollen, doch da wartete man schon am Eingang des Pokémon-Centers auf sie, um sie abzufangen. (Vermutlich hatte man geahnt, dass sie es vergessen würde...) Es war der dritte Tag, den sie nun wieder im Fanclub verbrachte, und sie hatte auch das ein oder andere Kind vom Weihnachtsabenteuer wiedergesehen. Mit vereinten Kräften hatten sie die Professorin auch dazu überredet, am nächsten Tag doch nochmal zu kommen, und dieses Mal das Botogel mitzunehmen!
Um ehrlich zu sein, dass war die schlechteste Idee, zu der sie sich in den letzten Tagen hatte hinreißen lassen können. Es endete nämlich beinahe in einem Chaos, in dem sie sowohl Equirel, das Botogel, und Rubor, das Siberio, verloren hätte. Geschlagen von einer Schar Kinder, doch den näheren Tathergang wollte sie nicht erläutern. Nein, das wäre... nein. Sie erinnerte sich nicht gerne zurück.
Der Tag strapazierte sie so sehr, dass sie des Abends sogar in... zwielichtigere Gefilde begab. Sie hatte wohl nicht mehr wirklich auf ihren Schritt geachtet, als sie sich dann doch tatsächlich in einer Bar wiederfand. (Sie hatte auch die Nachrichten auf ihrem Viso-Caster nicht bemerkt, so einnehmend waren die letzten Tage wohl gewesen... zumal sie dann und wann auch dem Typus Vergesslichkeit angehörte.)
TBC x Nevaio City, Bar "Drunken Swanna"
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