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Wir suchen neue Wettbewerbshallen! Nun habt ihr die Möglichkeit, Ideen für neue Hallen einzusenden und eure Hallenidee im Rollenspiel zu sehen. Mehr ist hier zu lesen.

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Das Forum hat nun offiziell eröffnet! Ihr könnt euch anmelden und eure Steckbriefe beginnen. Sobald eure Steckbriefe angenommen sind, könnt ihr auch schon loslegen!

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Noch keine Ahnung, was du spielen willst?


Dann wirf doch einen Blick in unsere zahlreichen Gesuche!

Entwicklung C für 75 Punkte (bis 18.12.)

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Haus der Richies Empty Haus der Richies

Beitrag von Gastam So Apr 17, 2016 3:48 pm

Haus der Richies

Groß, Luxuriös und einfach nur Pompös. Das Haus der Richies ist mit allem eingerichtet, was Geld nur möglich macht - und das ist einiges.

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Haus der Richies Empty Re: Haus der Richies

Beitrag von Gastam So Apr 17, 2016 7:23 pm


Wie schaffen Kinder es nur, sich wie ein waschechter Teufel zu verhalten? Verwöhnt, aufmüpfig und einfach nur rotzfrech. Ohja! Und Lucian hasste freche Kinder. Sehr sogar. Wie also, kommt man in eine Situation, in der man ein paar Stunden auf ein solches Kind aufpasste? Tja, ganz einfach…

Twindrake City! Eine wunderschöne Stadt, wie Lucian doch fand. Vor allem…die beiden Seiten. Einmal die schöne, moderne Seite und alte, etwas herunter gekommene Seite. Beide natürlich sehr interessant, doch Lucian zog die moderne Seite vor – wahrscheinlich das letzte Mal für die Zukunft. Denn genau in diesem schönen Teil wohnt eine…ziemlich reiche Familie mit einem Teufel als Sohn. Eigentlich war Lucian nur auf der Durchreise, hatte nicht vor gehabt sich lange in Twindrake City aufzuhalten, nur irgendwie…hatte sein Schicksal anderes mit ihm vor. Es war schon seltsam, als eine junge Frau auf den größeren Mann zukam und ziemlich verzweifelt aussah. Natürlich spielte Lucian wie immer einen Gentleman und begrüßte die junge Frau recht höflich – hätte aber wahrscheinlich lieber das Weite suchen sollen!
“Entschuldigen Sie! Sie…sind meine letzte Hoffnung, ich bitte Sie, helfen Sie mir!“ So verzweifelt wie die Dame klang, konnte Lucian doch gar nicht anders, als ihr seine Hilfe zu versprechen! “Huch~? Aber natürlich, wo benötigen Sie denn meine Hilfe?“ Wie sollte der Blauhaarige denn auch darauf kommen sollen, dass es sich um ein Babysittern handelte? Kaum hatte Lucian seine Hilfe zugesagt, umfasste die Frau schleunigst seine Hand und führte ihn zu einem sehr großen Haus. Oho! Um was für eine Hilfeleistung es sich wohl handeln mag? Zugegeben, er hatte sich in seiner Fantasie schon einiges ausgemalt – hatte aber niemals mit soetwas gerechnet.
Kaum waren sie im Haus angekommen, kam ein ziemlich schnöselig aussehender Mann auf sie zu, an seiner Hand führte er einen kleineren Jungen. Blondes Haar, teure Klamotten und einen verdammt arroganten Blick drauf. “Ah sehr schön. Sie sind also der Ersatz, für unseren Babysitter, ja?“, brachte der ältere Mann die Fakten dann auch gleich auf den Tisch. Wie bitte? Babysitter? So langsam ahnte Lucian, worauf das hinauslaufen würde. “Ohh, pardon! Ich glaube, hierbei handelt es sich um ein Missverständnis. Eigentlich sollte ich dieser bezaubernden Dame bei etwas helfen!“, versuchte sich Lucian wieder aus der Sache rauszureden, erzielte nur leider das komplette Gegenteil. Denn sofort hellten sich die Gesichter der Eltern auf. “Wunderbar! Dann können wir ja gehen. Um Mitternacht sind wir zurück. Um zehn Uhr sollte Bill dann ins Bett gebracht werden. Natürlich muss er vorher in die Badewanne und gewaschen werden. Abendessen gibt es um acht Uhr, ich hoffe Sie können kochen? Zudem ist Bill recht tollpatschig. Passen Sie doch bitte auch auf, dass er nichts kaputt macht.“, ratterte der Vater dann mit einem Mal runter und ließ die Hand seines Sohnes los. “Natürlich werden Sie nach diesem Auftrag ausreichend entlohnt werden.“ Das war es dann und die beiden Elternteile entschwanden aus dem Haus – ließen einen ziemlich verwirrt aussehenden Lucian zurück. War das ihr ernst? Einen wildfremden Mann von der Straße holen und ihn zum aufpassen des Kindes abkommandieren! “Ehm…“ Überfordert blickte Lucian zu dem Bengel, welcher seelenruhig vor dem Mann stand und ihn abwartend anschaute. Abhauen konnte er also nicht mehr. So Verantwortungslos war Lucian dann doch wieder nicht! Außerdem…hatte er der jungen Frau seine Hilfe versprochen! Wie sollte man denn einer so hübschen Lady einen Wunsch abschlagen?
Was sollte denn auch so schwer sein, für ein paar Stunden auf ein Kind aufzupassen? Er würde ihm etwas leckeres Kochen, in die Badewanne stecken und dann ab ins Bett! Was sollte da denn schwer dran sein? Einiges. Und Lucian täuschte sich stark, wenn er glaubte, dieser Abend wird leicht.

Und dann fing es auch schon direkt an. Kaum waren die Eltern aus dem Haus, flitzte der Bengel auf einmal los und ließ Lucian alleine in der Eingangshalle stehen. “Huch? Was wird das denn jetzt?“ Kurz sah sich Lucian noch um und nutzte auch sofort den Kleiderständer. Umhang und Hut wurden abgelegt, würden sie an diesem Abend wohl nur ein Hindernis darstellen. Und dann…konnte der Spaß beginnen.
“Bill~? Komm raus, wo steckst du?“, flötete der Blauhaarige und stieg die große Treppe empor. Er würde sich einfach jetzt schon an das Abendessen setzten, dann hatten sie noch genügend Zeit, den restlichen Abend vorzubereiten. Allerdings antwortete der Blonde nicht und Lucian fing an den Bengel zu suchen. “So? Du spielst wohl gerne verstecken, was? Keine Sorge, dich finde ich schon!“ Wie gut, dass Lucian noch bester Laune war. Diese sollte nur rasch wieder absinken. Konnte aber auch keiner Wissen, was Bill für ein Satansbraten war.

Das Haus war schon ziemlich pompös. Jeder Raum war edel eingerichtet und nur die teuersten Möbel waren vorzufinden. Ob sich vielleicht auch ein paar Dinge entwenden ließen? Bestimmt. Aber erst, wenn der Junge schlief. Dann konnte sich Lucian seelenruhig der Durchsuchung dieses Hauses widmen. Tja, nur leider ließ sich der Bengel nicht so leicht finden! Wie lange suchte der Blauhaarige wohl schon? Eine halbe Stunde mit Sicherheit. Und seine Geduld sank langsam ins Bodenlose. “Bill, jetzt komm raus, oder du darfst gleich ohne Abendessen ins Bett!“, rief Lucian durch das Haus und lauschte. Ob der Bengel antworten würde? Jap. Nur leider auf eine Art, bei dem Lucian für einen Moment das Herz stehen blieb. Ein scheppern drang aus einem der Räume, gefolgt von einem Kinderlachen. Dem wird doch wohl nicht – nein, das konnte nicht! Sofort hetzte Lucian in den Raum, aus dem das Geräusch kam und tatsächlich – der Boden war über und über mit vielen kleinen Porzellanscherben überseht. “Das war doch nicht eine Vase, oder?!“, fragte Lucian etwas überfordert doch Bill lachte einfach nur frech. “Doch! Mamas Lieblingsvase!“ Satansbraten. “Was!? Na warte…!“ Nun langsam mit schlechter Laune, versuchte Lucian den Jungen zu schnappen, doch der rannte einfach den dem Größeren vorbei und verschwand aus dem Raum. Ein letzter Blick auf den Scherbenhaufen, dann rannte der Blauhaarige dem Bengel hinterher. Um die Scherben könnte er sich später kümmern!

Nach einer Hetzjagd durch das große Haus, hatte Lucian den Jungen dann endlich fangen können. Den zeternden Jungen unterm Arm geklemmt, suchte er dann vergebens die Küche. “Pass auf. Ich koche jetzt etwas für dich und dann sieht das Ganze doch schon wieder ganz anders aus, meinst du nicht?“ “Lass mich los, du blöder Affe!“, fauchte der Bengel dann einfach los und Lucian musste sich dann doch zusammenreißen, das Kind nicht einfach einzusperren. Naja…diese Option würde er sich auf später aufheben. Bill hatte immerhin bewiesen, dass dieser Abend nicht so werden würde, wie er ihn sich ausgemalt hatte.

Wie auch der Rest des Hauses, war die Küche ziemlich luxuriös – und Lucians Laune hob sich direkt wieder an. “Setz du dich doch einfach an den Tisch.“, wies Lucian das Kind an und begab sich in die blitzblank geputzte Küche. Hier würde er sich herrlich austoben können! Blöd nur, dass Lucian nicht mitbekommen hatte, wie der Junge sich wieder davongeschlichen hatte…
Fröhlich vor sich her summend, warf Lucian diverse Zutaten in den Topf. Zwiebeln, Knoblauch und andere Dinge fanden ihren Weg ins kochende Wasser. Einen schönen Eintopf würde dies geben! Blöderweise hatte Lucian nicht den blassesten Schimmer, wie man kochte. Die Zwiebeln, wie auch der Knoblauch waren ungeschält, der Pfeffer wurde viel zu großzügig in die Brühe geworfen und auch die Eier sollten vielleicht auch etwas vorsichtiger aufgeschlagen werden. Eierschale hatte in einem Eintopf einfach nichts zu suchen! Zwei Becher Sahne und einen halben Liter Milch wurden ebenfalls noch hinzugefügt – und dann wurde Lucian wieder von einem lauten Krach abgelenkt. Schlagartig fiel ihm der Kochlöffel aus der Hand. Bill. Er hatte doch tatsächlich diesen Satansbraten vergessen! Ahh!
Den Herd noch an und den Deckel auf den Topf hastete Lucian aus der großen Küche, auf dem Weg zur Geräuschs Quelle. So gelangte Lucian ins große Wohnzimmer und wieder…einige Porzellanscherben. “Bill!“ “Ups. Das…war Papas Lieblingsvase.“ Wie schaffte ein Kind es nur, so viel Unordnung zu verursachen! “Nargh! Bill! Pass doch etwas auf, was sollen deine Eltern denn nur nachher sagen!?“, keifte Lucian los und vergrub die Hände in seinen Haaren. Das war doch unmöglich! “Soll ich dir einen Besen zum Aufkehren geben?“ Satansbraten! Immer noch!
Natürlich konnte er das nicht so stehen lassen und ließ sich von dem Kind einen Besen, sowie Handfeger und Kehrblech geben. Bill selber setzte sich lachend auf das teure Sofa und beobachtete seinen Babysitter. Nach einer kurzen Weile waren die Scherben auch wieder aufgekehrt und eine andere Vase wurde aufgetrieben, die auf den Sockel gestellt wurde. So sollte der verlust der teuren Vase nicht sofort aufgedeckt werden. Hoffentlich ging das auch auf…
Wo er auch gerade den Besen in der Hand hatte, begab sich Lucian auch in das andere Zimmer, wo Bill die erste Vase zerstört hatte. Wenigstens war der Bursche so höflich und begleitete Lucian dabei. Wenn auch lachend.  Na gut. Wieder das gleiche Spiel, doch wenigstens war es danach wieder schön sauber. Dachten die Beiden jedenfalls…
Denn kaum war der Besen wieder verstaut ertönte der nächste Knall im Haus. Der Junge sah nur fragend zu Lucian, doch diesem fiel wieder das ganze Gesicht runter. Da hatte er doch den verdammten Eintopf vergessen! “Ahh, nein!“, entwich es dem Blauhaarigen und er ergriff noch flux die Hand des Kindes und rannte wieder zurück in die Küche – wenn man das denn noch Küche nennen konnte. Zum einen stank es bestialisch und zum andere…war die ganze Kochstelle mit einer Sauerei verunstaltet,  die wirklich nicht von schlechten Eltern war. Tja, Milch sollte man nicht unbeaufsichtigt kochen lassen.
Hustend drehte Lucian die Herdplatte herunter und stellte den Kopf direkt unter fließendes Wasser. Ein Glück, dass kein Öl in diesem Topf war. Einen Ölbrand hätte dem Profikoch noch gefehlt!
Der blonde Satansbraten fand dies natürlich urkomisch und fing ein weiteres Mal laut zu lachen an. Alles nur die Schuld dieses Bengels! “Du…Bengel, du…!“, knurrte Lucian wütend und drehte sich mit einem bösen Blick zu dem Kind. Dessen Lachen verstummte sofort und er war so klug, sofort seine Beine in die Hand zu nehmen – nur war Lucian auf die Flucht vorbereitet und griff dem Kind sofort in die Haare, welches daraufhin auch sofort blieb und jammerte. “Aua, das tut weh! Lass mich doch los!“ “Nichts da! Unartige Kinder werden bestraft!“ Und wie sie das werden! Aber natürlich war er jetzt keiner, der ein Kind schlagen würde. Nein, Bill wurde vorsorglich in den Keller gesperrt. Dieses Theater würde Lucian nicht weiter mitmachen!

Herrlich. Diese Ruhe! Die Schreie des Kindes waren zum Glück schnell verstummt. Lucian hatte ihm gesagt, dass er dort jetzt für eine Stunde bleiben durfte und erst dann wieder rausgelassen werden würde. Bisdahin sollte er über sein benehmen nachdenken. Ja, er hasste unartige, freche Kinder einfach. Da war es ihm auch sehr egal, dass man Kinder eigentlich anders zu behandeln hatte. Aber hey, so konnte er wenigstens in Ruhe die Küche putzen. Und das war schon eine Mordsarbeit! Dabei wollte man dem Kind doch nur eine nahrhafte Mahlzeit zubereiten! Wobei sich Bill eher glücklich schätzen kann, dass der Eintopf ruiniert war. Hätte er ihn gegessen, wären seine Geschmacksknospen wohl sofort abgestorben. Oder er hatte sich gleich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen. Irgendwie sowas! Besser war es so, wie es jetzt war. Nur die Putzaktion nahm eine ganz schöne Zeit in Anspruch und als Lucian auf die Uhr schaut, war es bereits nach Neun. Der Junge sollte also schleunigst was zu essen bekommen. Nachdem die Küche nun wieder wie geleckt aussah, durchwühlte der Blauhaarige die Schränke und fand einige Becher voller Fertignudeln. Na das war doch perfekt! Da dürfte selbst dem unbegabten Koch nichts passieren!
Das Wasser wurde aufgesetzt und später auf die Nudeln gegossen, abgedeckt. Seufzend blickte Lucian wieder auf die Uhr. Halb zehn. “Na mal schauen, ob sich der Bursche jetzt anders benimmt~“

“Das sind Instantnudeln.“
“Und das sehr schmackhafte. Probiere sie doch einfach.“
“Mag ich nicht.“
“Himmel nochmal! Du hast sie nicht einmal probiert!“
“Na und? Fertigfraß ist nur was für arme Penner.“
Der Junge hatte wirklich ein umfangreiches Vokabular was Beleidigungen und ähnliches anging.
Lucian hingegen hatte eine ziemlich zerknirschte Mimik aufgesetzt.
“Du isst das jetzt, oder du gehst ohne Abendessen ins Bett! Oder…willst du lieber noch einmal in den Keller?“ Hektisches Kopfschütteln und die Nudeln wurden schnell aufgegessen. Geht doch! Warum denn nicht gleich so?

Die leeren Packungen wurden entsorgt und genervt strich sich Lucian die Haare zurück. Die nächste Hürde: Das Kind sollte noch in die Badewanne. “Wo ist euer Badezimmer? Du musst noch in die Badewanne.“ Schweigend führte Bill seinen Babysitter durch das große Haus, bis sie in ein schickes Badezimmer kamen. Die Eltern hatten wirklich mehr als genug Geld. Die Badewanne war riesig! “Also los. Ausziehen.“, befahl Lucian den Jungen, welcher sofort den Kopf schüttelte. “Ausziehen sag ich, oder ich steck dich samt den Klamotten in die Wanne!“, warf er den Jungen sogleich an den Kopf. War ihm doch egal, waren immerhin nicht seine Sachen. “Ich zieh mich doch nicht vor dir aus!“, beschwerte sich der Junge dann sofort und verschränkte bockig die Arme vor der Brust.
Seufzend ließ Lucian den Kopf hängen. “Du hast eine halbe Stunde! Wenn du bis dahin nicht wieder angezogen und sauber bist, sorge ich eigenhändig dafür!“, motzte Lucian und verschwand dann aus dem Badezimmer – natürlich nicht ohne die Tür ordentlich ins Schloss zu ziehen und sich mit verschränkten Armen auf den Stuhl neben dem Badezimmer zu setzten. Dieser Bengel war eine Strafe für alle Eltern!

Eine halbe Stunde später gab es immer noch keinen Laut aus dem Badezimmer. Wie angekündigt klopfte Lucian nun an der Tür. “Nun denn. Bist du fertig, Bill? Es ist Zeit fürs Bett.“ Keine Antwort. Hm? Ein weiteres Mal klopfte Lucian an, doch auch wieder gab es kein Lebenszeichen? Ob der Bengel ertrunken war, oder so? Keine allzu unglücklicher Umstand, nur wie sollte er es den Eltern des Kindes erklären? “Du hast es so gewollt, Bill, ich komme jetzt rein!“, kündigte Lucian dann an, öffnete die Tür  - und rutschte sogleich auf den klatschnassen Fliesen aus. “Ahh-!“ Gerade noch so konnte sich Lucian an der Türklinke festhalten und seinen Sturz somit abfangen. In einer denkbar unbequemsten Position lag der Ältere nun auf den Boden und spürte wie sein schöner Anzug sich voll Wasser sog. Im gleichen Moment erklang auch das nur allzu bekannte Lachen. “Du…mieser kleiner Satansbraten, du!“, presste Lucian zwischen den Lippen hervor und kämpfte sich wieder auf die Beine. Der konnte jetzt was erleben, ohja! Und das Badezimmer konnte auch geschrubbt werden. Alles war nass und als Ursache durfte die überfüllte Badewanne herhalten. Kein Wunder, dass die Eltern so verzweifelt einen Babysitter suchten und irgendwelche Leute auf der Straße anflehten!

Gut für den Jungen, dass Lucian erst den Stöpsel aus der Wanne zog, als sich ihn zu schnappen. So konnte der Junge erst noch das Weite suchen. “Jaja, lauf du nur…!“, knurrte der Blauhaarige und entschied sich, von nun andere Saiten aufzuziehen. Nicht mit ihm. Nicht so!
Hatte nach der Küche ja schon gereicht! Kurzerhand wurden drei Handtücher auf den Boden geworfen und die Suche nach Bill aufgenommen. Saubermachen konnte er, wenn der Junge schlief. Wie einfach wäre es doch, das Kind ans Bett zu fesseln und zu warten, bis die Eltern zurück kamen? War zum Glück nur noch knapp eine Stunde. Und in dieser musste Lucian das Kind ins Bett verfrachten!

Gefunden hatte er Bill dann in einem großen Raum, mit einem Flügel. Kurzerhand warf er sich das Kind über die Schulter und ignorierte das lautstarke Gezeter. “Wo ist dein Zimmer?“ “Such es doch!“ Dieses…Kind! Also gut. Kurzerhand überprüfte Lucian jeden Raum, der auf diesen Gang lag. Bill wehrte sich zwar fürchterlich, aber der Blauhaarige würde ihn doch nicht loslassen!
Hatte er sich jedenfalls vorgenommen.
Aber wie sollte er denn ahnen, dass Bill sich ausgerechnet in seinen Haaren vergriff? “Ahh, aua! Lass los!“, keifte der Ältere und ließ das Kind reflexartig los. Dieses musste dann aber auch die Haare die Haare des Mannes loslassen und plumpste unsanft zu Boden. “Aua…Das tat weh! Kannst du mich nicht anders loslassen!?“ “Hör du auf dich zu beschweren! In einer halben Stunde kommen deine Eltern nach Hause und bis dahin solltest du längst schlafen!“ Wieder entbrannte ein kleines Wortgefecht, welches damit endete, dass Lucian sich endlich Hilfe besorgte! Valona, sein schillerndes Guardevoir wurde aus dem Pokeball entlassen und sofort fing der Junge mit der Zeterrei auf. Ein Pokemon war immer interessant! Und besonders ein so schönes! “Wow. Ist das Echt?“ “Natürlich ist Valona das! Und sie wird dich jetzt ins Bett bringen.“ Gesagt, Getan.
Valona war zum Glück ein loyales Pokemon und führte die Befehle ihres Trainers ohne zu murren aus. Auch das Psychopokemon ging nicht gerade sanft mit dem Kind um, als dieses sich wieder zu wehren Anfing. Ein Glück, dass sich Valona bei Kindern wohl besser durchsetzten konnte, als ihr Besitzer! Nach gut zehn Minuten hatten sie das Zimmer gefunden, den Jungen in den Schlafanzug verfrachtet und ins Bett gelegt. Nur wollte dieser partout nicht schlafen.
“Sing mit ein Gute-Nacht Lied.“, verlangte der Bengel aufmüpfig. “Was!? So wie du dich benimmst? Du kannst froh sein, wenn das Monster aus deinem Schrank dich heute Nacht nicht auffrisst.“ Hervorragende Gute-Nacht Geschichte, Lucian. Valona warf ihn dafür nur einen vorwurfsvollen Blick zu und streichelte den Jungen sanft über sein blondes Haar. Was denn? Wollte sie diesen Satansbraten jetzt auch noch beruhigen? Für den Mist den er heute verzapft hatte?
Doch…tatsächlich. Leise fing das Guardevoir an zu summen, eine langsame Melodie. Ein…Gute-Nacht Lied? Tatsache. Die Erschöpfung stand Bill ins Gesicht geschrieben und der Schlaf ließ ihn dann wohl auch nicht mehr los.

“Hach, auf dich ist eben immer Verlass!“, bedanke sich Lucian bei seinem schönen Pokemon und begab sich Richtung Badezimmer. Dieses musste immer noch trocken gewischt werden. Doch dieses sollte schnell gehen. Immerhin waren in zehn Minuten auch wieder die Eltern von Bill daheim!
Und so war es dann auch. Nachdem Lucian und Valona gerade die nassen Handtücher in den Wäschekorb stopften hörten sie, wie die Tür sich öffnete. Schelmisch grinsend blickte Lucian dann zu seinem Pokemon und die Beiden begaben sich in die Eingangshalle.
“Ahh sehr schön, Sie sind ja noch da! Schläft Bill bereits?“, kam der Vater dann auch direkt auf den Babysitter zu. Scheinbar war er ziemlich angeheitert. “Aber natürlich~ Ein wahrer Engel ist der Kleine doch!“, lachte Lucian und erntete einen sehr überraschten Blick von den Eltern. “…wirklich? Normalerweise wird immer gesagt, dass er ein Satansbraten sei.“ Und wie er das ist. “Achwas~ Man muss einfach nur die passenden Babysitter anheuern!...und sie ausreichend Bezahlen.“, schloss Lucian dann und nahm sich seinen Hut, wie auch seinen Umhang wieder vom Kleiderständer. Besser er war hier schnell weg, ehe die Eltern die kaputten Vasen bemerkten. Oder den nassen Teppich vor dem Badezimmer. Das ließe sich in der kurzen Zeit nämlich nicht mehr trocknen. “A-Aber Natürlich…hier bitte sehr!“ Der Vater drückte dem Blauhaarigen die Bezahlung – die wirklich nicht wenig war – in die Hand und verabschiedete sich.
Ein schnelles Wort des Abschieds und auch Lucian entschwand aus dem Haus. Bloß weg von dieser Hölle! Und auch schnell, bevor die Eltern ihn fragen sollten, ob er noch einmal auf Bill aufpassen wollte. Und das würde Lucian gewiss nicht tun! Nicht ohne den Bengel für den ganzen Abend in den Keller zu sperren…!
Nie wieder würde Lucian dieses Haus wieder betreten! Das war auch das Geld nicht wert.
Wenigstens hätten die Eltern noch die kleine Überraschung, was die Vasen angingen.
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Haus der Richies Empty Re: Haus der Richies

Beitrag von Gastam Mi Apr 20, 2016 10:55 pm


When spring comes, new life will be born
Post #001 :: Haus der Richies :: Twindrake City :: Nobody

Es war ein unglaublich schöner Nachmittag. Die Sonne schien und der Himmel war so blau wie der Ozean - keine einzige Wolke hing dort am Himmel. Und Aimee spazierte zusammen mit ihrem Raichu durch die schöne Stadt Twindrake City, auf der Suche nach Beeren, die sie in ihre Sammlung aufnehmen und züchten konnte. Bei solch schönem Wetter lohnte es sich einfach, nach solchen zu suchen - außerdem war sie extra deswegen her gekommen, da sie auch beim letzten Mal schon ein paar seltene Beeren in der Stadt gefunden hatte. Während Aimee allerdings Ausschau nach den Früchten hielt, genoss Lesya schlichtweg die Sonne, die auf ihren Körper brannte. »Vielleicht sollten wir langsam zum Pokémon-Center gehen, um uns dort ein Zimmer zu reservieren. Ich habe keine Lust, heute Nacht im Freien verbringen zu müssen.« sagte sie sogleich zu ihrem Pokémon, denn obwohl sie die Natur an sich eigentlich ganz gern hatte, wäre sie doch nicht sehr erfreut darüber, in dieser Stadt außerhalb eines Gebäudes übernachten zu müssen. Entgegen vieler Meinungen mochte sie die Stadt nämlich eigentlich überhaupt nicht. Schon beim ersten Besuch hatte sie nichts gefunden, was sie wieder hierher zurück gebracht hätte - außer eben die Beeren, die ihr einen erneuten Besuch doch wert gewesen waren. Trotzdem fand sie die Kombination aus Alt und Neu irgendwie grotesk - sowieso mochte sie diese neumodischen, viel zu teuren Häuser einfach nicht. Wahrscheinlich war sie zu sehr an Teak City gewöhnt, wo die Häuser einfach...komplett anders aussahen.

Und am jetzigen Tag sollte sich ein weiterer Grund dazu gesellen, das Viertel der Reichen zu meiden. Zwar wusste Aimee noch nichts von ihrem Glück, allerdings würde sie bald schon allerhand zu tun bekommen. Erst einmal aber ging sie zusammen mit Lesya die Straße entlang, die ihres Wissens nach zurück zum Pokémon-Center führte. Sie kannte sich zwar nicht gut aus, war aber von dieser Straße aus gekommen, weshalb es nicht unbedingt falsch sein konnte. »Ein schöner Tag, findest du nicht auch?« Lesya nickte daraufhin vergnügt und Aimee wollte weitergehen, hörte in dem Moment allerdings eine ihr unbekannte Stimme, die irgendetwas durch die Gegend rief. "Warten Sie!" Aimee allerdings fühlte sich nicht angesprochen und wollte schon weiter gehen, als sie aus dem Augenwinkel besagte Frau auf sie zukommen sah. Sie kam auf einem der Wege angelaufen, die zu einem der teuren Häuser führte. Als Aimee begriff, dass die Frau tatsächlich mit ihr sprach, drehte sie sich fragend zu dieser um. "Verzeihen Sie, aber Sie sehen aus, als könnten sie etwas Zeit entbehren. Unser Kindermädchen ist kurzfristig ausgefallen. Sollten Sie sich dazu bereit erklären, auf unseren Sohn aufzupassen, erwartet Sie natürlich eine großzügige Belohnung." Überrumpelt davon und gleichzeitig verwirrt darüber, dass eine Mutter eine Wildfremde auf ihren Sohn aufpassen ließ, sah Aimee die Frau eine weitere Sekunde einfach nur an. »Sie wollen, dass ich auf ihren Sohn aufpasse?« fragte sie sichtlich überrascht, doch die Frau nickte nur eifrig. Offenbar musste sie wirklich dringend irgendwo hin und hatte niemanden, der auf ihr Kind aufpasste. Wer Aimee kannte, wusste, dass sie dazu unmöglich "Nein" sagen konnte. »Ehm...sicher. Muss ich irgendetwas beachten?« fragte sie noch und bekam schließlich erklärt, dass der Junge lediglich um sieben Uhr sein Abendessen bekommen und um neun Uhr ins Bett verschwinden sollte. Ansonsten konnte sie ihn beschäftigen, wie auch immer sie das wollte. Klang nun nicht unbedingt nach der schwersten Aufgabe und da Aimee tatsächlich nicht mehr viel vor hatte, stand sie schon bald im Eingangsbereich des großen Hauses.

Die Eltern waren verschwunden und Aimee war nun allein mit dem Kind, das den Namen Bill trug. Bill Richie - kurz und knapp und leicht zu merken. Aimee liebte Kinder genauso wie sie Baby-Pokémon liebte und genauso liebte sie es, auf diese Geschöpfe aufzupassen. Sie hatte das schon oft gemacht und so glaubte sie fest daran, dass rein gar nichts schief gehen würde. »Hi! Ich bin Aimee - wir werden bestimmt viel Spaß zusammen haben.« begrüßte sie den Jungen, der sie im ersten Moment nur anstarrte. Aimee ging davon aus, dass er sich erst an sie gewöhnen musste. Immerhin war sie ihm fremd, da war es sicherlich nicht einfach, ihr direkt zu vertrauen. Womit sie allerdings nicht gerechnet hatte, war der Charakter des Jungen, der doch zu wünschen übrig ließ. Noch wusste sie nichts davon, doch erste Anzeichen dessen zeigten sich, als er Aimee schlichtweg die Zunge heraus streckte und kurz darauf davon rannte. Perplex sah Aimee ihm nach, nicht ganz sicher, was sie nun eigentlich tun sollte. Raichu allerdings hatte beschlossen, dass es keinen Grund gab, die ganze Zeit die Augen auf dem Jungen zu behalten - immerhin wohnte er hier und musste sich auskennen. Die Inneneinrichtung war auch wirklich faszinierend! So...teuer. Erstaunt sah Lesya sich im Haus um, lief hierhin und dorthin und vergaß seine Trainerin dabei vollkommen. Für Aimee war das in Ordnung, da sie sicher war, dass ihr Pokémon keines der teuren Gegenstände zerstören würde, die - so hatte die Frau es noch einmal ausdrücklich erwähnt - nicht zu Bruch gehen durften. Aimee selbst aber hatte eine Aufgabe, die sie mit gutem Gewissen erfüllen wollte, also machte sie sich sogleich auf die Suche nach dem Jungen. »Bill?« rief sie durch das Haus, erhielt allerdings keine Antwort. »Bill, wo steckst du?« Das Haus war wirklich riesig und Aimee hatte keine Ahnung, wo sie mit dem Suchen eigentlich anfangen sollte. Vielleicht wollte das Kind ja Verstecken spielen?

Diese Vermutung wurde allerdings jäh zerstört, als sie ein Krachen vernahm, das aus einem der vielen Zimmer kam. Hoffentlich war nichts Ernstes passiert! Schnell rannte sie in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war und bog in einen großen Raum ein, den man wohl als Arbeitszimmer betrachten konnte. Schreibtisch, Computer und viele Bücherregale mit Büchern. Der Boden war allerdings - anders als im Rest des Hauses - nicht ordentlich aufgeräumt, sondern mit Ordnern übersäht, die kreuz und quer die Fläche bedeckten, auf der man eigentlich laufen sollte. Daneben stand Bill, mit einem Grinsen im Gesicht, das Aimee nicht ganz deuten konnte. »Warst du das etwa?« fragte sie den Jungen, der sie daraufhin nur unschuldig ansah. "Und wenn es so ist?" fragte er dann allerdings herausfordernd, was Aimee zeigte, dass er tatsächlich der Übeltäter dieses Chaos' war. »Das darfst du nicht machen - das hier ist bestimmt nicht dein Zimmer.« Was Aimee sagte, schien dem Jungen allerdings herzlich egal zu sein. Er zuckte nur mit den Schultern und beobachtete Aimee dann dabei, wie sie die Ordner wieder aufhob und ordentlich auf den Schreibtisch stellte - nachdem sie Bill gefragt hatte, wo die Ordner ursprünglich gestanden hatten. Schnell war das Chaos beseitigt, sodass sie sich nun wieder Bill widmen konnte. »Möchtest du irgendetwas spielen?« Daraufhin nickte der Junge nur und begleitete Aimee ins Wohnzimmer des Hauses - sie konnte ja nicht wissen, dass er sich in seinem Kopf längst wieder einen Plan zurecht legte, was er als nächstes tun konnte. »Was spielst du denn gerne?« wollte Aimee schließlich wissen, damit sie mit dem Jungen auch tatsächlich etwas machen konnte, das ihm Spaß machte. "Feuerwehr! Ich bin gerne Feuerwehrmann!« verkündete der Junge, was Aimee an sich nicht ungewöhnlich fand. Viele Jungen seines Alters liebten doch die Feuerwehr, oder nicht? Also stimmte Aimee zu, weshalb der Junge in sein Zimmer verschwand, um ein paar Utensilien zu holen, die er wohl für das Spiel brauchte. Er hatte versprochen, keinen Unfug anzustellen, also wartete Aimee im Wohnzimmer und sah sich ein wenig um. Die innenausstattung war mit Sicherheit zehnmal teurer als ihr gesamtes Haus - gleichzeitig beeindruckend und ein wenig erdrückend. Aimee würde in ständiger Angst leben, irgendewas davon zu beschädigen. Ähnlich fühlte sie sich auch jetzt - hoffentlich würde alles gut gehen.

Nach ein paar Minuten tauchte Bill wieder im Raum auf, doch Aimee hatte das gar nicht mitbekommen, bis er wie wild "Feuer, Feuer! Wir müssen es löschen!" brüllte, eine Wasserpistole hob und Aimee mit einem großen Strahl bespritzte, gerade als diese sich zu dem Jungen umgedreht hatte. So hatte sie den Strahl Wasser direkt ins Gesicht bekommen, sodass dieses nun von ihr hinunter auf den Boden tropfte - doch es war nicht nur der Boden, sondern ein Teppich, der Wasser mit Sicherheit nicht allzu gut vertrug. Die Augen, die Aimee geschlossen hatte, wurden nun wieder geöffnet, ebenso atmete sie aus, bevor sie sich mit der Hand durchs Gesicht fuhr, um das Wasser ein wenig abzuwischen. Bill allerdings fand das noch viel amüsanter als zuvor - er lachte und das Lachen wurde noch wesentlich lauter, als Aimee ihn mit einem bösen Blick bedachte. »Gib mir die Wasserpistole!« befahl Aimee dem Jungen und streckte die Hand aus, rührte sich ihrerseits aber nicht. "Hol' sie dir doch!« sagte er lachend und rannte sogleich davon. »Bill!« rief Aimee aufgebracht und zögerte dieses Mal nicht, ihm zu folgen. Natürlich stoppte der Junge deswegen auch nicht in seinem Lauf, ganz im Gegenteil. Er rannte die Treppe hinauf direkt in ein weiteres Zimmer, das Aimee nun auch betrat. Sie kam in einen Raum mit diversen Fitnessgeräten, die größtenteils mittels Strom liefen. Aimee stoppte augenblicklich und auch der Junge hielt an, um sich zu der Brünetten umzudrehen. "Gibst du schon auf?" fragte er herausfordernd, doch Aimee musste geschickt vorgehen. Sie durfte nicht riskieren, dass der Junge den Raum versaute. Waren die Geräte eigentlich an der Steckdose angeschlossen? Aimme hoffte scher, dass dies nicht der Fall war - aus dem Augenwinkel erkannte sie allerdings, dass zumindest eine Steckdose benutzt war. »Du willst doch nicht, dass deine Eltern in ein Chaos zurückkehren, oder? Weißt du was passiert, wenn Wasser und Strom aufeinander treffen?« "Ganz viele Funken!" Ja...so konnte man es wohl auch sagen. »Gib mir die Wasserpistole.« versuchte sie es erneut, doch Bill streckte ihr nur die Zunge heraus, machte auf dem Absatz kehrt und rannte durch eine andere Tür hinaus, die Aimee erst jetzt aufgefallen war. Wirklich ganz wunderbar. Was bezweckte Bill eigentlich damit? Aimee seufzte. Sie war klatschnass und hatte keine Ahnung, was sie mit dem Jungen anfangen sollte. War dieses Verhalten eigentlich normal? Ohne noch länger darüber nachzudenken, nahm sie die Verfolgung wieder auf, konnte Bill aber nicht entdecken. Offensichtlich hatte er sich versteckt und war nicht gewillt, so schnell wieder aus seinem Versteck hervor zu kommen. »Komm schon - du bekommst auch Süßigkeiten von mir!« versprach sie ihm dann, konnte ihn aber immer noch nirgendwo entdecken. Sie lief den langen Flur entlang, an Statuen und großen Fenstern vorbei, immer mit suchendem Blick, der den ganzen Gang zu umfassen schien. Leider war das nicht ganz der Fall, denn plötzlich konnte sie dicht hinter sich ein Scheppern vernehmen und schon kurz darauf spürte sie das Gewicht eines Kindes auf ihrem Rücken. Bill war von hinten auf sie gesprungen und hielt sich nun so an ihr fest, dass er ihre Augen verdeckte. Völlig aus der Bahn geworfen taumelte Aimee ein paar Schritte vor und zurück, beinahe wie ein Pandir, das sie doch bei bestem Willen nicht war. »Bill, runter von mir! Ich kann nichts mehr sehen!« Offensichtlich schien er aber genau das im Sinn zu haben, denn er lachte. Es war ein hämisches Lachen, bei dem die Schadenfreude gar nicht zu überhören war. Aimee versuchte, ihn irgendwie von sich herunter zu bekommen, doch er hielt sich fest wie ein Griffel an einem Baum, um bloß nicht hinunter zu fallen. So lief Aimee ein paar Meter blind umher und stieß gegen etwas, das sie nicht zuordnen konnte, doch bereits im nächsten Moment krachte etwas und sie hörte, wie sich Scherben auf dem Boden verteilten. "Uuh, das war die Lieblingsvase von Mutter!" lachte Bill und langsam wurde Aimee wirklich wütend. Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Es konnte doch nicht so schwer sein, auf einen kleinen Jungen aufzupassen! »Runter von mir oder ich sperre dich für den Rest des Abends in dein Zimmer!« fluchte sie wütend und tatsächlich, der Junge ging von ihr herunter und Aimee konnte sich zu ihm umdrehen. Dann aber sah sie, dass er nicht freiwillig von ihr herunter gestiegen war. Lesya hatte seinen kleinen Körper umfasst und ihn von ihr herunter gezogen. Nun hielt sie den zappelnden Jungen mit Mühe fest, schaffte es aber, dass er nicht wieder abhauen konnte. »Danke.« sagte sie erleichtert zu ihrem Raichu und strich sich die Haare aus dem Gesicht, ehe sie sich den Schaden ansah, den sie - und er - angerichtet hatte. Auf dem Boden lagen Tonscherben, die vorher zu einer Vase gehört haben mussten. Das war überhaupt nicht gut. Ganz und gar nicht...»Ich muss das sauber machen. Bill, du wirst genau hier warten. Lesya wird dich nicht aus den Augen lassen.« Gut, dass sie sich auf ihr Pokémon verlassen konnte. So schaffte sie es, in aller Ruhe die Scherben aufzusammeln und in eine Tüte zu verfrachten. Das würde mit Sicherheit Ärger geben. Zwar wehrte sich Bill in der Zeit noch ein wenig, Lesya aber schreckte ihn mit ein paar Funken ab, die sich um seine Wangen bildeten. Gut so, so machte er wenigstens keinen Ärger.

Fast eine halbe Stunde später - Aimee musste immerhin außerdem noch die Wasserpfütze im Wohnzimmer trocknen, ebenso die Wasserspur, die sie hinterlassen hatte - stand die Züchterin für Babypokémon schließlich in der Küche, um dem Jungen etwas zu Essen zu kochen. Da es nach ihrer Auffassung abends allerdings kein Festmahl mehr gab, musste sich der Junge nun mit Spiegeleiern begnügen, die sie auf Toastscheiben legte. Lesya half ihrer Trainerin dabei fleißig - vernachlässigte dabei jedoch auch die Aufsicht über den Jungen. "Ich mag kein Spiegelei." konnte sie ihn noch hören, doch schon im nächsten Moment war er verschwunden, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Aimee atmete hörbar ein und aus, während sie sich bemühte, ihrer aufkommenden Wut nicht freien Lauf zu lassen - dieser Junge war einfach nicht auszuhalten...sie nahm die Pfanne vom Ofen herunter, damit nicht noch schlimmeres passieren konnte und ging erneut auf die Suche nach ihm. Ihr Raichu suchte währenddessen an anderer Stelle. Es dauerte nicht lange, da konnte Aimee den Ruf ihres Pokémon vernehmen, weshalb sie schnell zu ihr hinrannte - und dann in das nächste Chaoas stürzte. Bill hatte sich einige Farben geschnappt und damit die Wände beschmiert. Mit aufgerissenen Augen starrte sie schockiert auf das nächste Maleur, das sie irgendwie wieder beseitigen musste. Wieso schaffte sie es nicht, diesem Jungen Herr zu werden? »Bill Richie, was soll der mist?! Wenn du so weiter machst, schicke ich dich ohne Essen ins Bett. Meinetwegen kannst du dann auch im Keller schlafen, da kannst du wenigstens nicht noch mehr anstellen!« schimpfte sie mit dem Jungen, der nur wieder ein übliches Grinsen aufgestetzt hatte. Aimee ahnte, dass er noch mehr im Schilde führte, vermochte aber nicht zu sagen, was es war. »Oder noch besser, Lesya verpasst dir einen ordentlichen Elektroschock - ich verspreche dir, dass das kein sehr angenehmes Gefühl ist.« Das schien den Jungen zumindest insofern innehalten, als dass er das Für und Wider diskutierte. Letztlich ließ er die Farbe sinken und sah schuldbewusst zu Aimee auf. "Tut mir wirklich ganz doll leid! Aber meine Eltern sind nie da, keiner spielt mit mir und alle verschwinden immer nur." sagte er weinerlich und kleine Tränen kullerten über sein Gesicht. Das ließ Aimee natürlich nicht kalt. Sie mochte es nicht, wenn jemand traurig war und hatte schon jetzt Schuldgefühle, da sie daran Schuld war, dass der Junge traurig war. Sie konnte einfach nicht mit ansehen, wie er weinte und so ging sie auf ihn zu, um ihn zu trösten, indem sie ihn in die Arme schloss. »Ich bin doch nun hier - wir können gerne noch etwas zusammen spielen, bevor du schlafen gehst, solange du keinen Unfug mehr anstellst.« sagte sie mit sanfter Stimme, obwohl sie kürzlich noch wütend auf ihn gewesen war. Bill schniefte noch ein Mal und nickte dann - doch ehe Aimee überhaupt realisierte, dass das alles nur gespielt war, hatte der Junge bereits die Farbe direkt über ihrem Kopf entleert, sodass nun etwas rotes über über ihren Kopf hinunter auf ihre Kleider und dann auf den Boden tropfte. "Hahahaha, ich bin ja so ein armer, armer Junge!" sprach er höhnisch und wollte gerade wieder abhauen, dieses Mal allerdings griff Aimee blitzschnell nach seinem Arm und hielt ihn fest. Wäre er älter gewesen wäre das sicherlich nicht so einfach gewesen, doch er wog nicht sonderlich viel und war auch nicht übermäßig stark. »Jetzt reicht's!« donnerte sie los, obwohl sie eigentlich nicht schnell aus der Haut fuhr. Sie hasste es, laut werden zu müssen, aber manchmal war das einfach nötig. »Wenn du noch einmal irgendetwas beschmierst, zerstörst, nass machst oder irgendetwas anderes tust, was dir jetzt vielleicht noch durch den Kopf gehen mag, fessle ich dich persönlich an dein Bett!« Sie musste mehrfach blinzeln und sich die Farbe aus dem Gesicht wischen, um überhaupt noch etwas erkennen zu können, doch sie wusste, dass Bill sie bitterböse anblickte und ganz bestimmt nicht vor hatte, auf sie zu hören. "Du kannst mir gar nichts sagen!" zischte Bill und trat nach ihr - direkt vors Schienbein, was natürlich bsonders schmerzhaft war. So ließ sie Bill automatisch los und fluchte leise vor sich hin. Bill drehte um und wollte wegrennen, doch glücklicherweise war Lesya zur Stelle, die den Jungen wieder packte und mit eisernem Griff festhielt. "Lass mich los!" beschwerte sich Bill und zappelte und da ließ Lesya den ersten, nur sehr geringen Stromstoß los, der Bill einen kleinen, nicht schädlichen Elektroschock verpasste. "Aaahhh, es hat mich angegriffen! Das werde ich der Polizei sagen, dann kommst du ins Gefängnis! Das Pokémon ist lebensgefährlich! Es wollte mich umbringen!" Das war der Moment, in dem ihre Nerven endgültig platzten. Man konnte sich über sie beschweren, sie beleidigen oder anderweitig über sie sprechen, aber sie ließ nichts auf ihre Pokémon kommen. »Da du ja anscheinend kein Interesse daran hast, etwas zu essen, kannst du auch sofort ins Bett gehen. Du gehst dir jetzt die Zähne putzen und dann wirst du dich umziehen. Und wage es bloß nicht zu sagen, ich könne dir gar nichts sagen. Ich bin für dich verantwortlich, solange ich hier bin.« Genervt bedeutete sie ihrem Pokémon, Bill ins nahe gelegene Bad zu schleifen, das sie bereits gefunden hatte, als sie die Vase aufgekehrt hatte. Was war nun eigentlich alles beschädigt worden? Eine Vase war zu Bruch gegangen, ein teurer Teppich war duchnässt worden und die Wände waren beschmiert - das war doch eine wunderbare Aussicht. Aimee wusste schon, wieso sie die Stadt nicht mochte.

Im Bad angekommen wachte Lesya über den Jungen, während dieser sich die Zähne putzte und Aimee die Farbe von ihrem Gesicht wusch - um sie aus den Haaren zu bekommen würde sie sich diese wohl waschen müssen und dazu hatte sie nun bei bestem Willen keine Zeit. "Ich hab' Hunger." quengelte der Junge, doch Aimee würde ganz sicher nicht umschwenken - das Essen hatte er sich nun einfach verspielt. »Du hattest deine Chance.« antwortete sie nur, als Lesya den Jungen auch schon zu seinem Zimmer führte, begleitet von Aimee, damit Bill nicht wieder abhauen konnte. Dort sollte Bill seinen Schlafanzug anziehen, wogegen er sich allerdings vehement sträubte. "Mama hat gesagt, dass ich essen muss!" »Und ich werde ihr sagen, dass du das getan hast. Und jetzt wird geschlafen, es ist schon spät.« Genau genommen war es mittlerweile halb zehn und Aimee fragte sich, wo die Zeit geblieben war. Um neun Uhr hätte Bill ins Bett gehen sollen. Um Mitternacht musste sie alles aufgeräumt haben. Sie hatte also nicht mehr viel Zeit. »Zieh' deinen Schlafanzug an, wenn du willst, lese ich dir noch eine Geschichte vor.« Eigentlich wunderte es sie, dass er sich darauf einließ, doch er zog sich schließlich doch brav um und legte sich in sein Bett. Aimee setzte sich auf die Bettkante und nahm sich ein Buch, aus dem sie eine Weile vorlas, bis sie glaubte, dass Bill eingeschlafen war. Wie sie die Kraft gefunden hatte, ihm trotz allem Ärger noch eine Geschichte vorzulesen war ihr zwar ein Rätsel, doch es hatte zumindest seinen Zweck erfüllt. Und so verließ sie das Zimmer leise, um das Chaos zu beseitigen, das Bill angerichtet hatte. Sie schrubbte den Boden und entfernte vorsichtig die Farbe von den Wänden - wobei Lesya natürlich behilflich war -, sodass man nur noch schwach erkennen konnte, dass je welche darauf gewesen war. Anschließend sah sie noch einmal nach dem Teppich, der glücklicherweise nicht mehr schlimm aussah. Lediglich die Vase konnte sie nicht repearieren. Erschöpft sank sie auf einen Stuhl in der Küche und aß nun ihrerseits die Spiegeleier, die sie zubereitet hatte. Zwar waren sie mittlerweile kalt, doch das störte sie nicht, solange sie etwas zu Essen hatte. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es mittlerweile kurz nach elf war. Bald würden die Eltern des Jungen nach Hause kommen und Aimee hatte endlich wieder ihre Ruhe. Sie würde nie wieder auf den Jungen aufpassen!

So freute sie sich auf fünfzig Minuten Ruhe, die sie sich doch wohl verdient hatte. Gerade wollte sie etwas zu Lesya sagen, als sie wieder einen lauten Krach vernehmen konnte. Sie horchte und sah auf und seufte bereits im nächsten Moment, als es zu poltern anfing und in regelmäßigen Abständen ein dumpfes Geräusch ertönte. Dieses wurde erst lauter und dann wieder leiser - Aimee ahnte Schlimmes. Sie stand auf, gefolgt von ihrem Raichu und ging die Treppe hinauf zum Zimmer des Jungen. Natürlich war er nicht da...das Geräusch allerdings verriet seine momentane Position ziemlich genau. Als Aimee ihn entdeckte, spielte er gerade mit einem Ball, den er immer wieder auf dem Boden aufkommen ließ - wie ein Basketball, der er allerdings nicht war. »Du solltest doch schlafen.« sagte sie mit müder Stimme, doch Bill grinste nur. "Ich hatte keine Lust mehr." teilte er ihr mit, griff nach einer nahe stehendn Vase und warf sie einfach auf den Boden. Noch ehe Aimee reagieren konnte, warf sich Lesya dazwischen und fing die Vase auf, bevor sie den Boden überhaupt berühren konnte. »Das sind wichtige und teure Gegenstände! Die darf man nicht zerstören.« mahnte sie ihn, doch Bill sagte nur,dass die meisten davon längst zu Bruch gegangen waren und es sich somit nur um Nachmachungen handelte. Das allerdings konnte Aimee kaum glauben und so bekam sie fast die Krise, als Bill eine weitere Vase auf den Boden warf - auch diese wurde von Raichu gerade im letzten Moment aufgefangen. Bill lachte wieder, machte sich an die nächste Vase und warf sie direkt auf Aimee zu - diese duckte sich, um nicht von dem Gegenstand getroffen zu werden, wodurch die Vase allerdings hinter ihr an die Wand knallte und zu Bruch ging. Und wieder war etwas kaputt gegangen. »Bill!« rief sie empört, der sich daraus allerdings wieder einen Spaß machte. Er griff sich den nächsten Gegenstand - eine scheinbar antike Schale - und warf sie in die Luft. Bevor sie den Boden berührte, warf sich Raichu erneut dazwischen, um die Schale zu fangen. Die beiden Vasen, die es bereits gefangen hatte, standen wieder dort, wo sie zuvor gestanden hatten, allerdings blieb das nicht lange so, da Bill sie erneut von ihrem Platz herunter warf. Dieses Mal war es an Aimee, die Vasen aufzufangen, doch so ging es immer weiter, bis Aimee schließlich auch Illyria aus ihrem Ball befreite, um die Gegenstände noch sicher fangen zu können. Leider hörte Bill auch nach mehrmaligem Verwarnen nicht auf, weshalb Aimee nun zu der letzten Möglichkeit griff, die ihr noch einfel. »Jetzt reicht's mir endgültig. Illyria, schläfere ihn mit Grasflöte ein.« Sie hoffte inständig, dass es funktionieren würde. Sogleich ertönte eine schöne Melodie, die direkt an Bill gerichtet war, der diese natürlich hören konnte und langsam immer müder wurde, bis er schließlich tatsächlich seine Augen schloss und auf den Boden fiel - schlafend, nicht ohnmächtig, aber endlich einmal ruhig. Aimee atmete erleichtert aus, dann stellte sie die Gegenstände in ihren Händen wieder auf ihren Platz zurück. »Arceus sei dank.« murmelte sie und trat an den Jungen heran, um ihn hochzuheben und in sein Bett zu tragen. Währenddessen stellten Illyria und Lesya alle weiteren Gegenstände wieder ordentlich an die ursprüngliche Stelle, damit nicht auffiel, dass sie überhaupt erst davon weggenommen worden waren. Nachdem Aimee Bill zugedeckt hatte, räumte sie nun noch zusammen mit ihrem Pokémon alle weiteren Scherben auf, die sich angesammelt hatten und ließ sich letztlich erschöpft auf die Couch fallen.

Nur fünf Minuten später öffnete sich die Tür des Hauses und die Eltern des Jungen kamen nach Hause zurück. Augenblicklich sprang Aimee auf und machte sich auf den Weg zu den beiden, die sie aufgrund der Farbe in ihren Haaren fragend musterten. "Ist alles gut gegangen?" wollte die Mutter wissen, doch Aimee konnte nur einen Blick zu Lesya und Illyria werfen. »Bill schläft friedlich, ich denke, er hatte einen lustigen Nachmittag.« sagte sie freundlich, wobei sie eine tatsächliche Antwort natürlich geschickt umging. Selbstverständlich war nicht alles gut gegangen. Aber das würde sie den Eltern bestimmt nicht sagen. "Vielen Dank, dass Sie eingesprungen sind! Hier ist ihre Belohnung, vielleicht sieht man sih ja mal wieder." Aimee nahm das Geld entgegen, das tatsächlich nicht ganz ohne war, hoffte aber inständig, dass sie dieser Familie nie wieder über den Weg laufen würde - zumal die Eltern mit Sicherheit bemerken würden, dass einige Porzellangegenstände zerstört worden waren. Sie konnte nur hoffen, dass sie dafür nicht aufkommen musste. Daher wollte sie sich beeilen, das Haus zu verlassen. »Einen schönen Abend noch.« sagte Aimee freundlich und schenkte den Eltern noch ein Lächeln, auch wenn ihr eigentlich nach danach war. Dann beeilte sie sich, das Haus und das Grundstück zu verlassen und ging Richtung Pokémon-Center, wo sie in dieser Nacht übernachten wollte. Am nächsten Tag würde sie die Stadt ganz schnell verlassen - es gab eben doch nichts, was sie hier halten könnte.

tbc: Pokémon-Center von Twindrake City (Neu)
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Haus der Richies Empty Re: Haus der Richies

Beitrag von Gastam Di Jul 05, 2016 5:02 pm

# 10
NAHASH & Lawrence
Twindrake City - Haus der Richies
# cf: [FSK] Stratos City - Hafen

Gähnend zog der Schwarzhaarige durch die Straßen. Auf dem Rückweg nach Nevaio City, zur Drachenstiege, um genau zu sein. Etwas Ruhe gönnen, ein gutes Buch lesen - einschlafen. Zumindest war das der Plan gewesen. Stattdessen kehrte er nun zurück, weil eine "super dringliche Sache" aufgekommen war. Zaaras Worten nach, die ihn vor Tagen noch belagert hatte, um die Nummer seines Viso-Casters herauszubekommen. Tatsächlich bezweifelte Nahash wirklich, dass es etwas wichtiges war. Allerdings hatte er aber auch nicht vor, sie zu versetzen. Das tat man nicht. So viel wusste er zumindest. Wenn es nicht allzu lange dauerte, würde er mit Sicherheit auch bald zu etwas Schlaf kommen. Jedenfalls war das wünschenswert. Mit Sicherheit würde Zaara es auch verstehen können, dass er erschöpft war.
Ruhe war jedoch so weit entfernt wie Kanto oder Johto. Denn als hätte man es förmlich gerochen, stapfte ein pompös gekleideter Mann auf ihn zu und stellte sich ihm in den Weg. Selbst, als Nahash schlicht um ihn herum gehen wollte, tat der Mann einen Schritt in die gleiche Richtung, sodass der Schwarzhaarige stehen blieb, um nicht gegen ihn zu stoßen. Ruhig, aber durchaus mit müdem Blick, betrachtete der Schwarzhaarige ihn und wartete, dass er das Wort ergriff. "Entschuldigen Sie!", begann der Fremde sogleich. Nahash verblieb schweigend. "Sie müssen wissen, meine Frau und ich haben in unserem Stammrestaurant reserviert und es ist eine sehr wichtige Angelegenheit, aber leider ist unser Kindermädchen kurzfristig ausgefallen.", erzählte er und übersah dabei ganz geschickt den leicht skeptischen Blick des anderen. "Wichtige Angelegenheit" bedeutete sicherlich Hochzeitstag oder Ähnliches. Nicht, dass Nahash Ahnung davon hätte. Eigentlich ging es ihn ja auch gar nichts an. Was interessierte ihn, ob das Kindermächen ausgefallen war? Sollten sie das Kind doch mitnehmen oder sich anderweitig- "Wir brauchen wirklich jemanden, der einspringt. Wir bezahlen sehr gut!" Jetzt war der Groschen gefallen. Auf ein Kind aufpassen? Er?! Nein, das war eine Aufgabe, die sicherlich nicht für jemanden wie Nahash bestimmt war. Natürlich hatte dieser Mann keine Ahnung, wen er da überhaupt fragte; nicht, dass Nahash ihn aufklären würde; aber konnte er nicht einfach jemand anderen bitten? Doch kam blickte der Schwarzhaarige sich um, merkte er, dass die Straßen wie leer gefegt waren. Hatten die Anwohner die drohende Gefahr vielleicht gerochen und sich rechtzeitig verschanzt?
"Äh...", gab der Schwarzhaarige müde von sich, sich überlegend, wie er am besten ablehnte. Leider gab die knappe "Antwort" wohl das völlig falsche Signal, sodass der reiche Mann mit einem "Sehr gut!" ausrufend, den Schwarzhaarigen in Richtung seines Anwesens schubste. Nahash hatte schwören können, irgendwo am Fenster eines Hauses, hatte eine Person das Ganze beobachtet und betend die Hände gefaltet. Ein böses Omen. Ein ganz böses Omen.

Kaum hatte der aufdringliche Mann den Schwarzhaarigen förmlich zum Anwesen gezerrt, verspürte der Schwarzhaarige einen solchen Fluchtdrang wie schon lange nicht mehr. Das Anwesen war riesig, gepflegt, aber vor allem riesig! Bereits die Eingangshalle des Hauses ließ darauf schließen, dass der Familie das Beste gerade gut genug war. Und alles funkelte und blitzte. Faye wollte sich gar nicht ausmalen, wie viel Arbeit die Putzkolonne damit haben musste. Oder wie teuer die gesamte Einrichtung gewesen sein musste. Ob die Betten gemütlich waren? Auch, wenn er mit Sicherheit nicht vor hatte, sich in ein fremdes Bett zu legen, um zu schlafen. Ein Gähnen konnte er bei dem Gedanken trotzdem nicht unterdrücken. Aber auch das übersah der reiche Mann gekonnt, als schließlich seine Frau mit dem Sohn ankam. Ein Blick genügte, um zu wissen, dass dieses Kind Arbeit bedeutete.
Das freche Grinsen des Knirpses verriet Ärger. Großen Ärger. So unfassbar riesigen Ärger, dass der Schwarzhaarige am liebsten jetzt sofort und ohne Umschweife geflüchtet wäre. Einfach weg! Mit Kindern konnte er ohnehin nicht so gut. Sie waren ihm unbegreiflich. Zumal er ohnehin keine große Ahnung davon hatte, was Kinder so taten. Nun, er wusste, was er als Kind getan hatte, aber das involvierte keine Spielzeugautos oder Dummejungenstreiche. Was sollte er also mit einem Kind anfangen? Die Dinge, die Nahash kannte, standen völlig außer Frage. Da war er sich zumindest sicher. Zumal er ohnehin nicht wusste, wo er jetzt ein aggressives, beißwütiges Kapuno auftreiben sollte.

"Das ist unser Engelchen, Bill.", sprach die Mutter stolz. Engelchen? Bereits beim ersten Anblick hatte der Schwarzhaarige eher an einen Teufel gedacht, der einfach nur lieb guckte. Aber nicht einmal das tat er. Er grinste frech und überheblich. Nichts, was auf Sympathie stieß. Und während die Mutter erklärte, was zu tun war und worauf er zu achten hatte, lieferte sich Nahash stumpf einen kleinen Anstarrwettbewerb mit dem Jungen. Einen, den er gewiss nicht verlieren würde! So ein Bengel war schließlich auch alles andere als einschüchternd, obwohl der Schwarzhaarige zugeben musste, dass er sich nicht schlecht schlug. Gar nicht schlecht. Blöd nur, dass ihm dadurch gänzlich entging, was die Mutter dieses Kindes von sich gab. Nur einzelne Wortfetzen schnappte Nahash noch auf. Abendessen? Zu Bettgehzeit? Leider war ihm das einfach vollkommen entgangen. Nicht, dass es ihn überhaupt groß interessiert hätte. Er hatte schließlich nicht einmal zugestimmt.
"Also dann, wir sollten gegen elf wieder da sein!", gab der Vater abschließend von sich. "Sei schön artig, Bill.", sagte die Mutter noch, ehe beide Hand in Hand aus dem Haus traten. Alleine mit einem Kind, ohne zugestimmt zu haben. Wichtig war nur, dass dieser Knirps nun längst aufgegeben und weggeschaut hatte. Herzhaft gähnte Nahash und driftete dann doch in ein Seufzen ab. Nun, er hatte zwar keine Zustimmung gegeben, aber jetzt konnte er wohl auch nicht einfach gehen. Obwohl es ihm zugegeben doch vollkommen gleichgültig war, was dieser Junge tat. Sollte er doch mit einem Feuerzeug spielen und die Bude abfackeln. Was kümmerte es ihn schon? Im Grunde war es ihm doch auch vollkommen egal, was die Eltern dieses Jungen zahlten. Auf das Geld war er nun wirklich nicht angewiesen. Blöd wäre es wohl nur, wenn er den Eltern in Twindrake City nochmal über den Weg lief.
Ob dieses Haus wenigstens eine Bibliothek hatte? So riesig, wie es war, hatte es doch bestimmt einen eigenen Raum für Bücherregale. Damit ließ sich zumindest die Zeit vetreiben, denn diesen Jungen zu bespaßen hatte er nun wirklich nicht vor. So blickte der Schwarzhaarige sich zunächst nach links und rechts um. Beschriftet waren die Türen ja dummerweise nicht.
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Beitrag von Lawrenceam Mi Jul 06, 2016 1:37 am


Lawrence und Nahash
It's not fireproof enough. Seriously.

#121

[cf: Twindrake City - Der alte Stadtteil]

Seine eigene Dummheit war die Geißel seiner Existenz. Aber es war ja auch seine eigene Entscheidung gewesen, auf den Sanitätsdienst zu verzichten und viel zu spät zum Arzt zu gehen, als sein Knöchel schon rot und geschwollen war... Er war doch so ein Idiot. Aber wer konnte es ihm unter diesen Umständen schon verübeln? Die andere Geißel seiner Existenz hatte ihn ja auch aus dem Feuer retten müssen! Nun gut, letztendlich hätte er das Shiro auch nicht antun können... er konnte von Glück reden, mit einem Knöchelbruch davongekommen zu sein. Aber der Gips und die Krücken waren diese Aktion definitiv nicht wert gewesen. Oder vielleicht doch, wer wusste schon, was sonst aus dem Mädchen geworden wäre... ein tiefes Seufzen entwich ihm.
Fakt war, dass ihm dieses Handicap ziemlich auf die Nerven ging. Da musste er eine Erledigung im modernen Stadtteil Twindrake Citys machen und schneckte gefühlt langsamer voran als ein Schneckmag, das gerade am Auskühlen war. Vielleicht lag es daran, dass er noch nie auf Krücken gegangen war. Er hatte sich bisher in seinem Leben auch noch nie einen Bruch zugezogen. Ironisch, wenn man bedachte, wie gefährlich er eigentlich stets lebte. Mit seiner Dummheit sollte so etwas doch weitaus häufiger passieren.
Der Gips war letztendlich auch der Grund, weswegen er einmal herumlief wie ein alltäglicher Mann, und zwar in weiten Jeans, Hemd und einem tarngrünen Pullunder. Kimono und Hakama wären in dieser Situation viel zu umständlich gewesen und glücklicherweise war Emilias Vater gnädig genug gewesen, um ihm Sachen von ihm zu leihen. Jetzt blieb nur noch die Frage, wo denn endlich dieser eine Laden war...

"Entschuldigen Sie! Entschuldigung!" Das Rufen einer jungen Frau aus dem Hintergrund hatte den Arenaleiter plötzlich aus den Gedanken gerissen. Sie meinte tatsächlich ihn, denn als er über die Schulter zu ihr blickte sah er, wie sie auf ihn zugerannt kam. "Sie können nicht gerade zufällig Zeit entbehren? Ich hätte da ein Anliegen." War das ihr verdammter ernst?
"Verzeihung, aber sehe ich vielleicht so aus, als würde ich im Moment irgendetwas zustande kriegen?" Entgegnete er daher mürrisch und spielte dabei auf seinen wohl deutlich sichtbaren Zustand an. Doch diese Dame schien eine wahre Egozentrikerin sein, denn es interessierte sie schlicht und ergreifend nicht. Ihr honigsüßes Lächeln half der Laune des Schwarzhaarigen dabei nicht unbedingt weiter. "Ach, das kriegen Sie auch so hin! Es ist nur Babysitten."
"Was, Baby...? Uargh!" Weitere Worte des Protests waren nicht mehr möglich, denn schon im nächsten Augenblick hatte diese Frau ihn an seinem rechten Arm mitgezerrt und Lawrence musste sein Bestes geben, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren und umzufallen. "Ich muss morgen früh wegen Problemen zu Hause leider meinen Flug nach Sinnoh erwischen, eigentlich sollte ich mich ja um Bill kümmern.", erläuterte Sie die Umstände, über die Lawrence nur seine Augenbrauen verziehen konnte. Aha, so war das also... Bestimmt hatte sie ihn nur ausgesucht, weil sie dringend jemanden brauchte und er sich gerade nicht wehren konnte. Na, das konnte ja noch heiter werden.
"Hier wären wir dann!" Und so kamen sie an ihrem Zielort an. Der ehemalige Polizist staunte nicht schlecht bei dem Anblick dieses pompösen Anwesens, das sich hier vor ihm erstreckte. Es sah... teuer aus. Und zwar richtig teuer. Wessen Kind auch immer hier lebte, ihm mangelte es mit Sicherheit an nichts. Für einen einfachen Bürger wie ihn war diese Umgebung geradezu erdrückend, durfte ein Mann vom niederen Volk wie er diese Hochburg des Reichtums überhaupt betreten...? Doch da hatte diese Frau ihn auch schon hineingezerrt. Und das Innere war umso beeindruckender als die Fassade. Doch gleichzeitig wusste der Schwarzhaarige auch, was nun kommen würde. Teures Parkett und teure Teppiche, die er mit seinen Krücken würde beschädigen können... Ja, er war hier definitiv fehl am Platz.
"Oh!" Doch aus irgendeinem Grund hielt die junge Frau nun inne. Vermutlich lag es an der schwarz gekleideten, leicht suspekt wirkenden Gestalt, die ebenfalls in der Eingangshalle stand und sich ein wenig irritiert umsah. In der Nähe stand noch ein Junge, vermutlich war das dieser Bill, von dem die Babysitterin gesprochen hatte. Lawrence wurde unwohl. Dieses Kind sah noch suspekter aus als dieser Typ in schwarz, aber Kinder waren ihm ohnehin nie geheuer gewesen...
"Haben die Besitzer dieses Hauses schon wen anders eingestellt?", fragte die junge Frau schließlich frei heraus, weswegen der Arenaleiter sie hoffnungsvoll von der Seite musterte. "Heißt das, ich darf wieder gehen...?"
"Eh, nein, ich denke nicht. Zwei Leute sind besser als einer." Abrupt war der Hoffnungsschimmer nun verreckt und beerdigt worden. Diese Situation war doch absurd. "Und glauben Sie mir...", fügte sie schließlich noch leise mit ominösem Unterton an, "bei diesem Kind ist wirklich mehr als einer nötig." Die Augen des Schwarzhaarigen weiteten sich nach dieser Aussage irritiert. "Also dann, viel Erfolg!" Und schon war sie drauf und dran zu verschwinden. "Moment! Warten Sie! Ich bin gerade wirklich alles andere als qualifiziert, um-" Doch noch bevor seine verzweifelten Worte das Gewissen der Babysitterin erreichen konnte, war die Tür schon mit einem lauten krachen zugefallen. Übrig blieben eine Rotznase, ein düster wirkende Mann und der Typ mit Handicap. Das durfte ja noch ein Abend werden. So wandte sich Lawrence hinkend um und musterte die Anwesenden kurz. Sein Gesichtsausdruck verriet, dass er asich in dieser Situation alles andere als wohl fühlte. "Ähm... hallo.", meinte er trocken und hoffte, dass zumindest der Schwarzträger dort drüben eine ungefähre Ahnung von dem hatte, was nun zu tun war. Immerhin hatte er selbst noch nie gebabysittet und war auch nie besonders gut mit Kindern gewesen. Er hatte zwar vor, eines Tages selbst Kinder zu haben, aber die Kinder fremder Leute... das war ein Gebiet, das ihm selbst gerne einmal zu hoch wurde. Zumal auf die Erziehung anderer nie Verlass war, man musste nur manche Kinder auf der Straße beobachten. Schon ein Blick reichte aus um ihm zu zeigen, dass dieser Bill auf eine merkwürdige Art und Weise unheimlich war. Und bei seiner eingeschränkten Mobilität konnte das doch nur ein einziger Unfall werden. Leider bekam er vor Beklommenheit gerade wirklich kein einziges Wort heraus, dieses Kind beunruhigte ihn schlicht und ergreifend...

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Beitrag von Gastam Mi Jul 06, 2016 3:04 am

# 11
NAHASH & LAWRENCE
Twindrake City - Haus der Richies

Nun, lange allein blieben die beiden nicht. Kurz, nachdem die Eltern des Jungen verschwunden waren, standen auch schon zwei neue Personen auf der Matte. Offenbar das Kindermädchen und ein zweiter Pechvogel, der babysitten sollte. Dass zwei Leute besser waren, als einer, machte nicht gerade Mut, dass diese ganze Scharade schnell und einfach von der Bühne ging. Im Gegenteil. War das nicht schon das nächste, böse Omen? Ob Nahash nun wohl einfach gehen konnte? Immerhin war doch nun jemand anderes da, doch kaum musterte der Schwarzhaarige den fremden Mann, wurde die Idee ganz schnell wieder verworfen. Einen Mann, der auf Krücken ging, einfach mit einem Teufel zurückzulassen, war auch ihm zuwider. Nahash war durchaus nicht die empathischste Person, aber Verletzungen konnte er nun einmal wirklich gut nachvollziehen.
Da es nun außer Frage stand, einfach zu gehen, musste er wohl oder übel irgendwie mit der Situation zurechtkommen. Doch bevor er überhaupt dazu kam, den Fremden zu begrüßen oder sich vorzustellen, ergriff Bill den Moment vermeintlicher Ablenkung und holte mit seinem Bein aus, um den Schwarzhaarigen zu treten. Ein Fehler, wie sich für Bill leider herausstellen musste. Mit Leichtigkeit wehrte Nahash den Tritt ab, beließ es aber nicht dabei und zog dem Jungen, der mit einem Bein noch in der Luft hing, das andere ebenfalls weg - oder eher trat es weg. Wenn auch mit deutlich weniger Wucht, als üblich gewesen wäre. Letztendlich reichte es für ein Kind voll und ganz. Während der Junge auf seinen vier Buchstaben landete und wütend zu Nahash aufblickte, ergriff jener das Wort. "Vorhersehbar. Langsam. Halbherzig." Nichts, was der Junge hatte hören wollen. Das konnte man zumindest seinem eingeschnapptem Blick ablesen. Grummelnd stand Bill auf und rannte wütend davon. Wohin wusste der Schwarzhaarige nicht. Schließlich kannte er sich in diesem Haus nicht aus.

Ruhe würde er auch hier definitiv nicht finden. Nicht, wenn ein Balg herumlief, das ihn angreifen wollte. Er gähnte noch einmal, ehe er sich anschließend wieder dem fremden Mann zu wandte. War ein Hallo nun überhaupt noch angebracht? Lag nicht zu viel Zeit dazwischen? Dinge, die keinen Mensch interessierten, Nahash aber noch einen Moment länger beschäftigten, bis er sich endlich entschieden hatte. "Nahash.", stellte er sich also knapp vor und verzichtete auf einen Gruß. War das vielleicht unhöflich? Wahrscheinlich. Aber im Nachhinein kam es ihm gehörig dumm vor, doch noch irgendeinen Gruß zu verrichten. Stattdessen musterte der Schwarzhaarige noch einmal den eingegipsten Fuß, während er seine Hand nachdenklich ans Kinn legte. Zwar trug er noch immer einen Verband an der Hand, von Schmerzen konnte jedoch keine Rede mehr sein, wenn man nicht gerade kräftig seine Hand drückte.
"Wollen Sie... sich nicht lieber irgendwo setzen?", überlegte er, obwohl der andere mit Sicherheit schon daran gedacht haben würde. War es schließlich nicht das sinnvollste, wenn man am Fuß verletzt war? Wenn er so darüber nachdachte, erschien es ihm doch ziemlich verzweifelt, dass das Kindermädchen ausgerechnet diesen Mann hergebracht hatte. Ein umso böseres Omen. Nun, wenigstens besaß er Krücken, zur Notwehr. Die konnten sich vielleicht noch als außerordentlich wichtig herausstellen. Ja, vielleicht sogar als überlebenswichtig! "Sie haben bestimmt guten Tee...", fügte Nahash schließlich nachdenklich an. Zugegeben, der Gedanke klang durchaus verlockend. Guter Tee war eben immer ein überzeugendes Argument und wenn sie schon Menschen zwangen, für sie zu babysitten, dann konnten sie sicher etwas Tee entbehren. Das wäre wohl das Mindeste. Dann wiederum war es mit Sicherheit ziemlich teurer Tee, wenn man sich dieses pompöse Haus nur ansah. Bereits die Einrichtung sprach mit jeder Faser, dass sie außerordentlich teuer war. Blieb nur die Frage, wo denn überhaupt die Küche war.
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Beitrag von Lawrenceam Mi Jul 06, 2016 6:07 pm


Lawrence und Nahash
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#122

So sehr dieser schwarzgekleidete Mann in dieser Situation die einzige Hoffnung war, an die sich Lawrence gerade klammerte, so sehr misstraute er ihm auch. Es mochte mit seinen Instinkten als Ex-Polizist zusammenhängen, doch hatte dieser Kerl etwas an sich, was er vor zwei Jahren noch partout gemieden hätte. Und dieses Gefühl bestätigte sich auch sogleich, als er beobachtete, wie er mit dem plötzlichen "Angriff" Bills fertig wurde. Eines war klar, das waren Bewegungen, die nicht gerade ungeschult waren. Daraufhin verengte der Brillenträger ein wenig misstrauisch seine Augen, während der Junge verständlicherweise wütend davonrannte. Er würde sich nun einen Gefallen tun und das Verhalten dieses suspekten Mannes in keinster Weise hinterfragen. Er hatte einfach genug von merkwürdigen Menschen, die in sein Leben hineinplatzten und alles auf den Kopf stellten, da musste er die Hintergründe dieses Kerls nun auch nicht genauer erfahren. Vor allem nicht, nachdem er das Verhalten dieses Jungen so kaltherzig kommentiert hatte und diese Geste der Respektlosigkeit dabei völlig ausblendete...
Daraufhin hatte sich sein Gegenüber jedoch auch schon ihm zugewandt, zögerte für einen Moment und nannte anschließend ein Wort. "Nahash...?", wiederholte Lawrence ein wenig verwirrt mit zusammengezogenen Augenbrauen, da dieses Wort für ihn in etwa so fremd klang wie die Bezeichnungen mancher hochteurer Gerichte, die anscheinend aus Kalos stammten. Doch im nächsen Augenblick erkannte er, dass es eventuell eine Art Vorstellung sein konnte, in diesem Kontext würde für ihn nichts anderes Sinn machen. Was für ein ulkiger Name. "Oh! Äh..." So zögerte er kurz und sah daraufhin nachdenklich zu Boden. "...Lawrence. Sehr erfreut.", entgegnete er kurz darauf schon mit einem ergebenen Nicken. Warum nicht "Henry"? Letztendlich erachtete er es als besser, wenn niemand ihn in diesem Haus sofort als den Arenaleiter von Twindrake City identifizieren konnte, wer wusste schon, was an diesem Abend noch geschehen würde. Nach dem plötzlichen Aufeinandertreffen mit seiner eigenen Bürde vor ein paar Tagen hielt er inzwischen alles für möglich. Du weißt, dass du tief gesunken bist, wenn du deine wahre Identität als falsche Identität offenlegst, um deine eigentlich falsche Identität zu schützen, merkte seine innere selbstkritische Stimme daraufhin spottend an und er musste ein Seufzen unterdrücken. Er hätte sich gerade auch jeden anderen möglichen Namen aus der Luft greifen können, aber er hatte in seinem bisher kurzen Leben schon so viele Pseudonyme getragen, er hatte allmählich die Schnauze voll.

Scheinbar war dieser Nahash doch kein so schlechter Kerl, denn er schien auf den Zustand des Arenaleiters aufmerksam geworden zu sein und fragte nach, ob er sich nicht irgendwo setzen wollte. Und das auch noch auf eine ziemlich höfliche Art und Weise. Ein interessanter Kontrast zu dem Verhalten, dass er dem Jungen zuvor noch entgegengebracht hatte, eventuell war es doch eine Art Sühne für die Respektlosigkeit dieses Balgs gewesen. Ein Tee klang an dieser Stelle auch sehr verlockend. Wobei... "Ja, setzen... setzen wäre in der Tat nicht schlecht, aber ich weiß nicht, ob ich das bei diesem Mobiliar will.", gestand er schließlich und sah Nahash währenddessen ein wenig verzweifelt an. "Alles wirkt so teuer. Ich habe das Gefühl, ich müsste die Sachen hier nur ansehen und-"
KLIRR. Dieses Laute Geräusch von zerbrochenem Porzellan aus einem weiter entfernten Zimmer war definitiv nicht zu überhören gewesen. Für einen kurzen Augenblick sah Lawrence geschockt zu Nahash, ehe er sich wortlos daran machte, die Ursache dieses Geräusches zu untersuchen. Da war immerhin noch ein Junge, auf den sie eigentlich Acht geben mussten! Der Weg führte ihn schließlich in eine blitzeblank geputzte Küche... nun ja, zumindest wäre sie das, wenn man von den nun verteilten Tellerscherben auf dem Fliesenboden absah. Und inmitten von ihnen stand Bill. Der Brillenträger konnte nicht anders, als ihm einen zornigen Blick zuzuwerfen.
"Ich wollte nur was aus dem Regal nehmen!", protestierte der Junge kurzerhand grob und zeigte auf einen geöffneten Küchenschrank, der jedoch viel zu hoch für ihn war. Vermutlich war er auf den Herd geklettert, um dort ranzukommen. "Du hättest auch jemanden von uns fragen können, Mensch.", seufzte der Arenaleiter daraufhin, doch er musste schon bald feststellen, dass gegen diesen Jungen kein Kraut gewachsen war. "Nö! Du bist doch behindert und der andere Onkel ist voll gruselig!" Das Gesicht des Schwarzhaarigen verzog sich nach diesen Worten ungläubig und er musste sich gerade größte Mühe geben, seinen Geduldsfaden irgendwie zusammenzuhalten, der in diesem Augenblick zu zerreißen drohte.
"Wie hast du mich gerade genannt...?!", setzte er mit bedrohlich gehobenem Kinn an, doch er wusste, dass er dem Jungen dafür wohl nicht die Schuld geben konnte. Irgendwer musste ihm dieses unangemessene Vokabular beigebracht haben oder ihn an Dinge gelassen haben, die für ihn noch nicht bestimmt waren, aber wenn seine Eltern ihn nicht richtig erzogen und seine Kindermädchen wechselten wie seine Unterhosen, dann war das mit Sicherheit kein Wunder. Es sah allmählich nach einem von diesen hoffnungslosen Fällen aus.

Im Moment darauf war Bill jedoch schon vorangeprescht und setzte zu einem ähnlichen Tritt an, den er zuvor bereits bei Nahash versucht hatte, doch dieses Mal ausgerechnet an seine linke Krücke. Selbstverständlich war Lawrence in diesem Zustand nicht dazu imstande sich zu wehren und da flog ihm auch schon die Gehhilfe aus der Hand. Er konnte sich gerade noch so vor einem Sturz auf die linke Körperhälfte bewahren, indem er sich verzweifelt mit seiner linken Hand am Küchentisch abstützte, doch leider war er auf diese Weise in eine unangenehme Position gekommen, in der er sich nicht mehr von diesem lösen konnte, ohne seinen linken Fuß zu belasten. Und das konnte er sich gerade nun definitiv nicht erlauben.
Der Satansbraten hingegen rannte lachend davon, wohl entzückt darüber, dass bei ihm das funktioniert hatte, was bei Nahash zuvor fehlgeschlagen war. Hoffend sah Lawrence zu der nun neben ihm liegenden Krücke, während sein Arm allmählich müde wurde und verfluchte sein Leben. Wieso musste er sich immer so plötzlich in diese Dinge hineinreiten lassen? Eines war klar, wenn er erst einmal von diesem Tisch weg kam, dann würde er auf dieses teure Mobiliar pfeifen. Er würde sich erst mal setzen, definitiv. Vielleicht würde Nahash ihm ja helfen, aber eigentlich wäre es ihm lieber, wenn dieser zunächst einmal diese wildgewordene Bestie zähmen würde, denn er hatte in der Ferne schon wieder etwas zerbrechen hören. Also versuchte er sich doch irgendwie zu bewegen und mit seinem gesunden Bein auf den nächsten Stuhl zuzuhüpfen, in kleinen Stücken... das war wirklich schwerer als gedacht.

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Beitrag von Gastam Mi Jul 06, 2016 7:45 pm

# 12
NAHASH & LAWRENCE
Twindrake City - Haus der Richies

Lawrence also. Zumindest fiel es Nahash nicht schwer zu erkennen, dass es ein Name war. Vielleicht sollte er sich überlegen, wie er sich in Zukunft besser vorstellte, um keine Verwirrung auszulösen. Schwierig genug; obwohl es doch eigentlich ziemlich simpel war. Sich jetzt mit diesem Gedanken zu befassen, war aber wohl schlicht und ergreifend nicht angebracht. Nichtsdestotrotz konnte er nicht abstreiten, dass er sich doch für einen Moment mit der Frage beschäftigte. Zumindest stimmte Lawrence zu, dass setzen nicht schlecht wäre, verneinte jedoch, weil das Mobiliar zu teuer schien. Dass es teuer wirkte, war offensichtlich, wirklich zustimmen konnt der Schwarzhaarige dem aber nicht. Immerhin hatten sie nicht um diesen Job gebeten. Sollten die Besitzer dieses Hauses doch damit leben, dass vielleicht etwas zerkratzte! Ins Besondere war es doch eine ziemliche Frechheit jemandem diese Arbeit aufzuhalsen, der offenbar nicht fit genug war.
Ansehen musste man die Sachen offenbar nicht, damit sie zersprangen. Das bewies ja wohl das plötzliche Klirren, obwohl der andere nur daran gedacht hatte! Natürlich lag es nicht etwa an Gedankenkraft, sondern schlicht und ergreifend an einem kleinen Teufel, der die Runde machte. Wie nochmal war er in diese Sache hineingeraten? Stillschweigend folgte er Lawrence einfach in die Küche und beobachtete das Spektakel. Offenbar hatte der Knirps versucht, etwas aus dem Küchenschrank zu holen. Nun, wirklich glauben tat Nahash daran jedoch nicht wirklich. Tatsächlich wirkte es auf ihn eher wie Berechnung. Chaos stiften, Leute auf Trab halten; das war es bestimmt, was dieser Bengel wollte. Doch tatsächlich konnte der Schwarzhaarige sich ein zaghaftes, fast stolzes Lächeln nicht verkneifen, als der Junge von sich gab, dass er ihn als gruselig empfand. Vielleicht bedeutete das ja doch, dass er ein wenig Ruhe kriegen würde, sollte sich dieser Junge denn schön fern halten. Seinetwegen konnte er ruhig ein Chaos veranstalten. Verantwortlich fühlte er sich ohnehin nicht. Seine Zustimmung für diese Scharade hatte er doch ohnehin niemals gegeben. Wenn man glaubte, er tat etwas, nur weil man ihn in diese Situation hineindrängte, dann war man auf dem Holzweg! Auf dem holzigsten Holzweg, den es gab.
Zumindest aber musste Nahash sich eingestehen, dass er in einem Punkt mit dem Jungen übereinstimmte. Man konnte Lawrence wohl durchaus "behindert" nennen, auch wenn jener es wohl nicht gern hörte. Nun, letztendlich hatte er doch wirklich ein Handicap. Oder meinte der Junge es eher... beleidigend? Einen Kommentar verkniff Nahash sich dann doch lieber, wenn er nicht gefragt wurde. Außerdem hatte er nicht vor, sich mit irgendjemandem ein Wortgefecht zu liefern. Nicht, wenn er eigentlich nur eines wollte: Ruhe. Dabei vergaß er auch gänzlich, dass er Zaara am besten Bescheid gegeben hätte, damit sie nicht ewig auf ihn wartete. Dinge, die man eben so vergessen konnte! War ja schließlich nicht, als würde sie ihm dafür sicherlich eine Standpauke geben oder Ähnliches. Wahrscheinlich würde sie sich ohnehin kurz darauf darüber schlapp lachen, dass Nahash mehr oder weniger dazu gezwungen war, auf ein Kind aufzupassen. Nicht, dass er dem nun wirklich nachkam.

Der Satansbraten wagte jedenfalls Runde zwei und trat Lawrence die Krücke weg, ehe er lachend davon rannte. Wenn es bei Nahash nicht klappte, dann musste wohl eben ein anderes Opfer her. Ziemlich dreist und kaltblütig, wenn man bedachte, dass eben jenes Opfer einen eingegipsten Fuß besaß und das Verlieren des Gleichgewichts durchaus für schlimmere Verletzungen hätte sorgen können. Glücklicherweise hatte Lawrence sich aber irgendwie fangen können, auch wenn es zugegeben ziemlich ulkig aussah. Was der Teufel nun anstellte, interessierte Nahash zunächst nicht. Stattdessen schritt er auf die am Boden liegende Krücke zu und hob sie auf, um sie anschließend Lawrence zu reichen. War ja kaum mit anzusehen, wie der sich abmühte, um an seine Krücke zu kommen. Zumal Nahash einfach niemand wer, der sich an einem solchen Anblick ergötzte. Es war nicht gerade amüsant und eher mitleidserregend, obwohl er nicht behaupten konnte, wirklich Mitleid zu empfinden. Nun, zumindest besaß er Anstand genug, weder darüber zu lachen, noch einfach abzuhauen. Ein völliges Monster war er ja auch nicht.
"Sie sollten sich wirklich setzen.", merkte er an. Wen interessierte schon, ob das Mobiliar teuer war? Teure Möbel konnte man notfalls ersetzen, nicht jedoch einen Menschen. Nicht, dass dieses Kind noch die Krücken wegtrat, wenn sich kein Halt finden ließ. Kaum auszumalen, wie das enden konnte. Doch schon ertönte das nächste Klirren, was Nahash erneut denken ließ, dass dieser Bengel kein Tollpatsch war, sondern mutwillig Dinge zerstörte. Man brauchte keine zwei Babysitter, man brauchte Seile oder eine dunkle Abstellkammer. Bei dem Gedanken schüttelte er kurz den Kopf. Nein, aus Erfahrung wusste er, dass eine dunkle Abstellkammer vielleicht nicht das beste war, um zu einem Kind durchzudringen. Nun, zumindest wollte er dem Knirps tatsächlich ersparen, was er mitunter am meisten gehasst hatte. Wie dieser Bill doch nur von Glück sagen konnte, eine solche Familie zu besitzen, die keine Wünsche offen ließ. Nun, zumindest scheinbar keine materiellen.
"Möbel kann man ersetzen.", gab der Schwarzhaarige noch von sich, ehe er die Küche verließ, um nachzusehen, was Bill dieses Mal kaputt gemacht hatte. Warum tat er das überhaupt? Was dieser Junge anstellte, hätte ihm doch nicht egaler sein können und trotzdem entschloss er sich, nachzusehen. Verrückt. Vielleicht sogar wahnsinnig. Enorm wahnsinnig, im Nachhinein betrachtet.

Auf dem Flur erblickte Nahash auch bald schon, was eigentlich zu Bruch gegangen war. Ein großes, eingerahmtes Familienfoto, das offenbar an der Wand gehangen hatte. Das Glas war zersplittert und lag auf dem teuren Teppich herum. Von Bill fehlte jedoch jede Spur. Zunächst. Denn kaum trat Nahash einige Schritte weiter, ins vermeintliche Wohnzimmer, begrüßte ihn auch schon ein Wasserballon, dem der Schwarzhaarige im engen Türrahmen nicht auszuweichen wusste. Nun, letztendlich war es ja auch nur Wasser... dachte er zumindest. Er wusste nicht wie dieser Teufel da rangekommen war, doch mit der Annahme, es handle sich um Wasserballons lag der Schwarzhaarige so weit daneben, dass es fast schon weh tat. Farbe. Wie war dieser Satansbraten an Farbe gekommen? Nun, wo Nahash sich auch ein wenig im Wohnzimmer umsah, musste er feststellen, dass Bill wohl einige Gemälde mit eben jenen Farbballons beworfen hatte. Nun, letztendlich sahen die Bilder dadurch auch nicht viel anders aus als vorher. Kunst eben.
Ohnehin war die Tatsache, dass er nun Farbe auf seinem Mantel wusste, schlimmer als die Tatsache, dass der Junge wertvolle Kunststücke entstellt hatte. Für Nahash zumindest. Wer interessierte sich auch schon für Kunst? Das schadenfrohe Lachen des Jungen blendete er sogar gekonnt aus. Hatte er eben seine Revanche bekommen. Ärgerlich war nur, dass sein Mantel schon wieder gereinigt werden musste. Wie oft denn noch? Da er keinerlei Beachtung bekam, warf der Junge einen zweiten Ballon hinterher. Verdammtes Gör...! Wortlos jedoch wandte Nahash sich wieder herum und lief einfach den Flur zurück in die Küche, wo er seinen verdreckten Mantel schließlich achtlos über die Lehne eines Stuhls warf. Aus teuren Möbeln machte er sich ohnehin nichts. Unfassbar, dieses Balg. "Ich hasse Kinder...", stellte der Schwarzhaarige fest, obwohl es wohl kein Hass auf Kinder allgemein war. Lediglich dieses Kind war voll und ganz hassenswert. Wie man mit Kindern umging wusste er jedoch so oder so nicht. Wichtiger war auch erstmal etwas ganz anderes, weshalb er stur auf einen Küchenschrank zu hielt und ihn öffnete. "Tee...", murmelte er, aber was sich im Küchenschrank fand, war nichts anderes als ein Haufen unterschiedlichster Gewürze, mit denen man sicherlich eine ganze Menge anstellen konnte.
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Beitrag von Lawrenceam Sa Jul 09, 2016 12:54 pm


Lawrence und Nahash
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#123

Dieser Nahash schien wirklich kein schlechter Mensch zu sein. Statt weiter zuzulassen, dass Lawrence sich in dieser äußerst unbequemen Position abmühte, reichte er ihm die zu Boden gefallene Krücke und sorgte so dafür, dass er wieder freier stehen konnte. "Oh, danke sehr.", entgegnete der Arenaleiter daraufhin überrascht mit einem Lächeln und war sichtlich erfreut. Auch wenn sein Gegenüber ein wenig seltsam und suspekt im Verhalten war schien es das Herz doch am rechten Fleck zu haben... Das bewies der darauf folgende Ratschlag umso mehr. Setzen war nun kein Problem mehr für ihn, wenn solche Menschen ein Kind zu solch einem Dämon großzogen, dann konnte man die paar Kratzer sicher auch wegstecken.
Die nächste Aussage Nahashs wirkte jedoch gleich umso... vielsagender. Möbel konnte man ersetzen? In der Tat. Wenn nicht gerade das gesamte Kapital dieser Familie in diesen Sachen steckte, was bei diesem Ausmaß an teuren Sachen bestimmt nicht der Fall war, dann hätten sie auch genügend Geld, die ganzen Dinge erneut zu beschaffen. Vor allem mussten Neukäufe bei einem Kind wie diesem sicher oft genug passieren... Jedoch fragte sich Lawrence an dieser Stelle, ob nicht vielleicht noch etwas mehr hinter Nahashs Worten steckte. So knapp, wie dieser Mann kommunizierte, konnte dieser Satz wirklich alles Mögliche bedeuten. Aber er selbst war nicht wirklich in der Stimmung, große Interpretationsansätze zu liefern, obwohl es sich dabei um eines seiner Spezialgebiete handelte.

Stattdessen kam er dem Ratschlag des Schwarzhaarigen nach und setzte sich, dabei legte er seinen angeschlagenen Fuß auf einem der anderen Stühle hoch. Dieses teure Material hatte wirklich ein überaus angenehmes Polster. Doch trotz allem konnte Lawrence nicht anders, als Nahash etwas wehleidig hinterherzusehen, als dieser verschwand. Vermutlich, um nach Bill zu sehen, schließlich schien dieser der Geräuschkulisse nach zu urteilen wieder etwas zerstört zu haben. Ein tiefes Seufzen entwich Lawrence kurz darauf. Er fühlte sich so einsam. Einerseits fühlte er sich aufgrund seines angeschlagenen Fußes unglaublich hilflos, doch andererseits vermisste er auch Shiro. Am meisten. Sie war nicht die einzige, die er vermisste.
Tief atmete der Schwarzhaarige daraufhin durch und legte seinen Kopf anschließend wehmütig auf seine auf der Tischplatte überkreuzten Oberarme, während seine Augen halb geschlossen in das Nichts starrten. Es bedurfte tatsächlich nur ein paar ereignislosen Momenten, einem kurzen Augenblick ungelenkten Denkens, um seinen Fokus wieder auf völlig falsche Dinge zu rücken. Zu Zeitpunkten wie diesem spürte er immer wieder dieses schmerzhafte Drücken in seiner Brust, wegen dem das Atmen eine einzige Beschwerde wurde. Wenn das so weiterging, würde er am liebsten gar nicht mehr atmen wollen. Diese erdrückenden Gefühle aufgrund seiner Verlusterfahrungen wollten einfach nicht verschwinden. Er konnte sie lediglich betäuben, indem er sie kurzzeitig ertränkte, doch selbst danach kehrten sie zurück. Würde er jemals über sein Versagen hinwegkommen, über diese verfluchte Feigheit? Vermutlich nicht. Und dabei war die Lösung seiner Probleme doch schon vor ein paar Tagen zum greifen nahe gewesen... Alles, was er letztendlich daraus gewonnen hatte, war ein gebrochener Knöchel. Aber zumindest hatte er zuvor noch am Wettbewerb von Nevaio City teilnehmen können, um Delilah zufrieden zu stimmen. Hauptsache, sie konnte glücklich sein.

Mit einem schwermütigen Seufzen löste er schließlich den Viso-Caster von seinem linken Handgelenk und begann, eine kurze Nachricht an Shiro zu tippen. Er hielt es einfach nicht mehr aus. Am liebsten hätte er ihr gerade sein Herz ausgeschüttet, aber so ein Verhalten wäre einfach unmöglich und ungerechtfertigt. Letzten Endes würde er sie damit vermutlich nur verschrecken. Daher beließ er es dabei, sie zumindest bei dem aktuellen Problem um Hilfe zu bitten. Zumindest eine kleine Richtlinie, an die der Schwarzhaarige sich in diesem Chaos halten konnte, würde ihm schon ein ganzes Stück weiterhelfen.
Mit einem Mal schreckte Lawrence auf, als auf einem Stuhl neben ihm ein Mantel über die Lehne geworfen wurde. Nahash war zurückgekehrt und klang nicht gerade gut gelaunt. Nun ja, das hatte er die ganze Zeit über nicht wirklich getan, aber es schien sich verschlimmert zu haben. Die Ursache dafür war wohl die Farbe, die der Brillenträger kurzerhand auf seinem Mantel erblickte. Dieses Kind war tatsächlich der reinste Dämon. Da konnte er die Äußerung dieses Kerls sehr gut nachvollziehen. Wie hatte Bill das denn nun angerichtet?
Lawrence versuchte angesichts dieser Situation wieder Haltung anzunehmen, dabei nahm er sich seine Sehhilfe ab und wischte sich schnell mit dem Handrücken über seine Augen, nur um sich kurz darauf zu räuspern, damit er möglichst nicht heiser klang. Das war nicht der Zeitpunkt, um Trübsal zu blasen. Als Nahash dann schließlich nach Tee zu suchen schien, musste er aber doch noch einmal seufzen. Er erinnerte sich noch an die Zeiten, in denen Tee noch das Getränk gewesen war, das er am häufigsten konsumiert hatte. Am besten noch mit einem schönen Buch im bequemen Sessel. Inzwischen sahen seine Freitagabende ein wenig anders aus. "Ich bräuchte ja jetzt definitiv etwas Härteres...", kommentierte er die Angelegenheit murmelnd und stützte sein Kinn auf seiner Hand, den Ellbogen auf die Tischplatte gesetzt. "Aber das ist nicht der Zeitpunkt für sowas.", fügte er schließlich noch kopfschüttelnd an, er sollte lieber mit klaren Gedanken an die momentanen Ereignisse herangehen. Überhaupt war der Alkohol in diesem Haus so teuer, dass er sicher irgendwo in einem Schrank weggeschlossen war. Das sah man in solchen reicheren Haushalten doch öfters. Außerdem zog er den günstigen und wirksameren Wodka ohnehin einem hochteuren Wein vor. Solche preishohen Flaschen musste man deutlich genießen und dazu war er leider nicht imstande.
"Wenn der Junge dich schon mit Farbe angreift, mache ich mir aber allmählich Sorgen.", versuchte er nun wieder das Gespräch mit Nahash aufzugreifen und sah leicht missmutig drein. "Was, wenn er es ausnutzt, dass wir nur tatenlos rumsitzen und dann..." Er vervollständigte diesen Satz lieber nicht. "Ich traue diesem Knirps wirklich alles zu." Vielleicht hatte er zu viele Kinderfilme gesehen, in denen die Kleinen sich mit gewieft-komplizierten und unmöglich nachbaubaren Apparaturen aus Spielzeug gegen die Erwachsenen zur Wehr setzten. Doch diese verdächtige Stille, die nach Nahashs Rückkehr gerade in diesem Haus herraschte, war doch ein wenig unheimlich. Vor allem, wo sich Bill bislang doch so ziemlich zerstörungsfreudig gezeigt hatte. Stille bedeutete in solchen Fällen nie etwas Gutes.

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Beitrag von Gastam Sa Jul 09, 2016 3:10 pm

# 13
NAHASH & LAWRENCE
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Ob man hier wohl die Zeit zum Kochen fand? Zu gerne hätte Nahash diese ganzen Gewürze einmal ausprobiert, doch letztendlich war die Vorstellung, hier zu kochen, doch nicht das Wahre. Nicht, dass er sich groß darum kümmerte, ob der teure Herd etwas abbekam oder er sich vorm Putzen scheute. In Anwesenheit des anderen wollte er sich aber schlicht und ergreifend nicht an den Herd begeben. Wahrscheinlich würde er ihn nach diesem Tag zwar ohnehin nie wieder sehen, aber man konnte wohl nie wissen. Besser war es, man erfuhr nicht, dass er kochen konnte. Außerdem fürchtete er, würde Bill dem Ganzen ohnehin einen Strich durch die Rechnung machen. Dieses Kind würde doch ohnehin jede Suppe zu versalzen versuchen. Furchtbar. Bei all dem Reichtum hatte dieser Bill sicherlich auch nicht gelernt, kein Essen zu verschwenden. So verzogen wie dieses Gör war, hatte es mit aller größter Sicherheit keinerlei Achtung vor irgendetwas.
Weiter zum nächsten Schrank. In dem fanden sich jedoch nur Teller und Tassen. Nun, zumindest die waren schon einmal gefunden. Als Lawrence meinte, er bräuchte jetzt etwas Härteres, wandte Nahash sich halb zu ihm um und betrachtete ihn mit fast schon fragendem Blick. "Etwas Härteres?", wiederholte er, als hoffte er, sich daraus einen Reim machen zu können. Leider funktionierte das Ganze aber einfach nicht. Was genau der andere damit meinte, blieb ihm leider unverständlich, weshalb ein kurzes, fragendes "Kaffee?" folgte. Mochte durchaus sein, dass er Kaffee lieber hatte, als Tee. Selten war das ja nicht unbedingt. Nur, weil er selbst Tee bevorzugte, musste das ja schließlich nicht jeder tun. Mit Sicherheit hatten sie hier auch hervorragenden Kaffee! Vorausgesetzt, es trank überhaupt jemand in diesem Haushalt Kaffee. Oder Tee. Tatsächlich hatte er es doch beinahe für so selbstverständlich gehalten, dass er sich nun fragte, ob sie überhaupt Tee besaßen.
Nicht der Zeitpunkt... Wenn für einen beruhigenden Tee der richtige Zeitpunkt war, dann wohl jetzt! So setzte er seine Suche fort, wanderte zum nächsten Schrank hinüber und fand endlich den langersehnten Tee. Es war ein Gemisch aus den unterschiedlichsten Teesorten, die meisten lose. Da der Schwarzhaarige aber ganz gewiss nicht die Nerven hatte, nun auch noch nach einem Tee-Ei zu suchen, entschloss er sich kurzer Hand, einfach zwei Beutel aus der einsamen Packung zu nehmen, die wohl eine Art Fehlkauf darstellte. Vielleicht hatte die Familie versucht, den "billigen Tee der Gesellschaft" zu probieren. So wirkte es zumindest auf Nahash. Für ihn jedoch kein Problem. Konnte sich im Nachhinein wenigstens niemand beklagen, dass er sich am Tee bedient hatte, wenn ihn wahrscheinlich eh niemand trank. Schleunigst wurden aus dem Schrank zuvor auch noch zwei Tassen geklaubt und der Wasserkocher; den er glücklicherweise nicht suchen musste; mit Wasser befüllt.

Offenbar war die Situation für den anderen wohl etwas überfordernd, zumindest aber sorgniserregend. Etwas, was Nahash zwar nicht unbedingt nachvollziehen konnte, aber auch niemandem absprechen würde. Immerhin war dieser Bengel, der auf den Namen Bill hörte, ein kleiner Teufel. Nachdem das Wasser schließlich kochte und die Tassen befüllt waren, setzte Nahash eine Lawrence auch schon vor, um sich anschließend ihm gegenüber hinzusetzen. Auch, wenn er nicht nach Tee gebeten hatte, schien es im Moment doch besser, ein beruhigendes Tässchen zu trinken, statt sich in Sorgen zu ertränken. Nahash selbst hielt seine Tasse fest umschlossen, trotz der Hitze, und betrachtete zunächst stumm die Oberfläche des Tees. "Ich habe nie meine Zustimmung gegeben.", begann er, nachdem Lawrence seine Sorge ausgedrückt hatte. "Ich wurde hierher geschleift und vor vollendete Tatsachen gestellt." Nicht das erste Mal in seinem Leben, wirklich nicht, aber Kinder aufpassen? Mit allem anderen hätte er sich wirklich anfreunden können. Vor vollendete Tatsachen wurde aber allen Anschein nach nicht nur er gestellt. Dass jemand, der auf Krücken lief, einwilligte, auf einen solchen Bengel aufzupassen, schien ihm doch unglaubwürdig. Ins Besondere, da der andere zuvor noch gefragt hatte, ob er wieder gehen könne.
"Was dieses Kind macht, kümmert mich also nicht unbedingt." Und wenn es die ganze Bude auf den Kopf stellte. Das war dann etwas, womit die Eltern klarkommen mussten. Wenn sie solche, spontanen Entscheidungen trafen, dann mussten sie eben auch mit den Konsequenzen leben. "Außerdem ist es unverantwortlich, sein Kind in fremde Hände zu geben.", meinte er anschließend. Eine Tatsache, über die man wohl nicht wirklich argumentieren konnte. Letztendlich hatten diese Richies ihren Sohn in die Hände eines Auftragskillers gegeben und wussten es nicht einmal. Unverantwortlich. Etwas anderes konnte man dazu wohl nicht sagen. Nun, es hätte wohl durchaus schlimmer kommen können. Sie konnten wohl von Glück sagen, dass ihren Sohn nicht in die Hände von jemandem gegeben hatten, der falsches Interesse hegte. Warum nochmal verharrte er hier, statt einfach zur Tür hinaus zu stolzieren und seinem eigentlichen Plan nachzugehen? Es war so einfach.

Letztendlich zuckte der Schwarzhaarige mit den Achseln. Natürlich war das mit der Farbe ärgerlich, aber man konnte es wohl genauso gut als Dummejungenstreich abtun. Vielleicht. Wie diese Streiche aussahen wusste er schließlich nicht unbedingt. "Solange es nur Farbe ist und er nicht zum Messerblock greift.", meinte er und warf einen Blick auf den benannten Messerblock in der Küche, der doch von hervorragender Qualität war. Auch, wenn es wohl genauso unverantwortlich war, ihn bei einem solchen Bengel so offen stehen zu lassen. Ob dieser Bengel vielleicht schon mal Babysitter bedroht hatte? Nun, letztendlich glaubte Nahash, im Zweifelsfall damit fertigwerden zu können. Kinder waren schließlich nicht gerade die kräftigsten. Bill zu überrumpeln wäre da sicherlich nicht das große Problem. Die Vorstellung jedoch, dass dieses Kind tatsächlich zu einem Messer greifen könnte, war trotzdem in gewisser Weise beunruhigend. Wie konnte man sein Kind auch so verkommen lassen?
Obwohl er es eigentlich unterdrücken wollte, seufzte er tief. Kinder. Er konnte mit ihnen einfach nicht umgehen. Nicht zuletzt hätte es wohl ordentlich Ärger gegeben, hätte er sich je so aufgeführt, wie dieser Bengel es tat. Andererseits war er ohne jeglichen Zweifel gänzlich anders aufgewachsen, als dieses Kind. Wahrscheinlich auch als sein Gegenüber. "Im Notfall hilft sicher mein Kirlia aus.", sprach er, als wollte er Lawrence zumindest ein wenig beruhigen. Auch, wenn Acacia mit Sicherheit nicht die beste Hilfe sein würde. Eine sadistische Babysitterin... das würde wohl nur umso mehr Chaos bringen. Besser also, man musste gar nicht erst zu diesem Strohhalm greifen.
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Haus der Richies Empty Re: Haus der Richies

Beitrag von Lawrenceam Sa Jul 16, 2016 8:17 pm


Lawrence und Nahash
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#124

Die Antwort Nahashs klang doch fast schon ein wenig... naiv. Kaffee. Lawrence war sich nicht sicher weshalb genau, doch aus irgendeinem Grund brachte ihn diese Äußerung aufgrund dieses leichten Anflugs von Naivität doch ein wenig zum Lachen. Vermutlich, weil er etwas Derartiges von jemandem wie Nahash schlicht und ergreifend nicht erwartet hatte. "Nein, keinen Kaffee.", winkte Lawrence daraufhin amüsiert ab, da er dieses Gebräu an sich auch nicht wirklich mochte. Zumindest wäre es ihm lieber, wenn dieser Kerl es ihm nun nicht vorsetzen würde. "Ist aber nicht so wichtig.", fügte er daraufhin noch an in der Hoffnung, weiterem Nachhaken in der Hinsicht entgehen zu können. Er schämte sich für sein Trinkverhalten nach wie vor zu genüge, war aber schon an einem Punkt angelangt, an dem ihm das auch nicht mehr stoppte. Diese innere Nervosität und Aufgewühltheit, die ihn stets ergriff, war dafür schon Beweis genug. Es fiel ihm gerade zumindest nicht besonders leicht, still sitzen zu bleiben, weshalb er die Finger seiner linken Hand stets leicht über die Tischplatte trommeln ließ.
Kurz darauf schien sein Gegenüber den gesuchten Tee auch schon gefunden zu haben und bereitete ihn zu. Ihm war dabei nicht entgangen, dass Nahash zwei Tassen hervorgeholt hatte. Im Grunde wäre das für ihn doch nicht nötig gewesen, aber letztendlich würde ein Tee ihn vielleicht doch ein wenig beruhigen. Tee war immer gut.

Schließlich nahm der Arenaleiter den Tee von ihm entgegen und bedankte sich für diese Aufmerksamkeit. Kurz darauf ging Nahash aber auch auf seine zuvor geäußerten Sorgen ein. Es schien ihm also ähnlich ergangen zu sein und er war ebenfalls ohne Vorwarnung in dieses Haus gezerrt worden, um auf diesen Jungen aufzupassen. Also wirklich! Wildfremde mir nichts dir nichts in ein derart teures Gebäude lassen? Da konnte ja wirklich alles schiefgehen. Vor allem, wenn man aus Versehen Leute erwischte, die kriminelle Gedanken hatten. Wie konnten Menschen nur derart leichtsinnig sein? Es gab wohl nur einen Aspekt, den der Schwarzträger - oder nun vielmehr Buntträger nach dieser unfreiwilligen Dekoration seines Mantels - nicht ganz aus seinen Worten erfasst hatte.
"Versteh mich nicht falsch, diese Rotznase ist mir im Grunde auch egal...", setzte er daher an und nahm mit zitternder Hand einen Schluck von seinem Tee, nachdem er kurz gepustet hatte, "und diese Sachen hier können mir eigentlich auch gestohlen bleiben..." Jetzt wusste er nicht mehr so recht, wie er an seine Sätze vernünftig anknüpfen sollte. "Es geht mir hier eher um mein eigenes physisches Wohlergehen. Hahaha... ha..." So kam er schließlich doch ein wenig zurückhaltend auf den Punkt und zeigte dabei ein krummes Lächeln. "Ich weiß, irgendwie ist das egozentrisch, aber ich muss den Fuß nur absetzen und... okay, gut, ich sollte nicht jammern." Diese Situation wurde ihm umso unangenehmer. Zumal er eigentlich nun auch zu Hause bleiben sollte, um diesen Fuß zu kühlen. Warum war er nur so unvernünftig im Umgang mit sich selbst? Wenn er sich die Folgen dieses Bruchs wie Arthrose vor Augen führte, über die ihn der Arzt aufgeklärt hatte... er wurde gleich noch ein kleines Stück blasser. Dummheit. Reine Dummheit. Blöd nur, dass man solche Dinge erst im Nachhinein bereute, außerdem sollte er Nahash nicht damit volllabern. Es war doch ohnehin peinlich genug, dass er gerade so gut wie nutzlos war. Diese Worte über den Messerblock machten die Angelegenheit für ihn auch nicht unbedingt erheiternder. Ob Kinder zu so etwas wohl imstande waren...? Zum Glück waren sie gerade in der Küche und konnten so etwas überwachen.

Kurz darauf meinte sein Gegenüber jedoch, dass sein Kirlia im Notfall aushelfen könnte. "Hmm... ein Kirlia?" Daraufhin wurde Lawrence nachdenklich. Pokémon waren keine schlechte Idee. Nur war leider keines seiner eigenen Pokémon geeignet, sich mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen. Delilah hasste Kinder, da sie regelmäßig an ihrem Fell zogen, Vesta fauchte ohnehin alles an, was sie berührte und von Astra, Castor und Pollux wollte man an dieser Stelle erst gar nicht sprechen. Tatsächlich begann er nun auch noch Sentiment zu vermissen.
Doch wenn man schon an den Teufel dachte... in diesem Augenblick öffnete sich einer der Pokébälle in der Hosentasche des Arenaleiters von selbst und heraus kam sein Vulnona, das sich sogleich interessiert umsah, nur um seinen Trainer anschließend schelmisch zu mustern. "Astra! Was habe ich dir nochmal gesagt wegen dem selbstständigen Ausbrechen?", entgegnete dieser daraufhin empört, doch die Füchsin gab nur ein desinteressiertes Schnauben von sich. Sie war derart eigensinnig und engstirnig, nicht einmal dieser Finsterball, mit dem er sie damals gefangen hatte, konnte sie stoppen. Stattdessen besah sie sich das hochgelagerte Bein ihres Trainers und hob planend ihre rechte Vorderpfote.
"Denk' nicht mal dran.", gab dieser daraufhin ernst zurück und ein diabolisches Schmunzeln legte sich um die Schnauze Astras. Sie liebte es einfach zu sehr Chaos zu stiften. Vermutlich waren die Misere und die Verzweiflung des Schwarzhaarigen der einzige Grund, wegen dem sie sich ihm gegenüber noch einigermaßen Gehorsam zeigte. Ihm war auch nicht entgangen, dass sie stets versuchte, ihn zu negativen Taten zu animieren... oder besser gesagt zu manipulieren. Es war, als umgab sie eine reine Aura des Unheils. Schließlich war sie auch an dem Tag aufgekreuzt an dem alles den Bach runtergegangen war. Schlussendlich beließ er es jedoch dabei und versuchte sie nach bestem Willen zu ignorieren. Je mehr er auf sie einging, umso schlimmer wurde es. Vor allem vermied er es aufgrund diverser Erzählungen tunlichst ihr in die Augen zu sehen, bei ihrem Alter traute er ihr alles zu.
"Ich frage mich, ob wir Bill mit einer Psychoattacke nicht einfach an sein Bett fesseln könnten. Irgendwann wird er vom Zappeln müde und schläft dann ein...", murmelte Lawrence daraufhin seinen momentanen Gedanken vor sich hin und hob die Tasse, um noch einen Schluck zu nehmen. Just in diesem Augenblick vernahm er jedoch ein verdächtiges "Kling!" von dieser und ein kleines Plastikkügelchen rollte auf die Tischplatte. Irritiert sah der Brillenträger zu Bill,der wohl mit einer schwachen Spielzeugpistole auf die beiden zielte und wieder irgendeinen Schabernack im Kopf hatte. "Willst du uns jetzt den Garaus machen?", fragte Lawrence daraufhin sarkastisch, eine Augenbraue gehoben. Doch der Junge antwortete nicht sondern schoss einfach weiter. Der erste Schuss ging ins Nichts, doch der zweite landete direkt vor Astras Pfoten, was das Vulnona einen aufgebrachten Satz nach hinten machen und bedrohlich Knurren ließ. "Oh... DAS hätte ich nun nicht getan, wenn ich du wäre.", kommentierte der Arenaleiter das Geschehen daraufhin in einem Ton, der darauf hindeute, dass dieser Junge nun so gut wie erledigt war. Tatsächlich schien Bill zumindest vor einem bedrohlichen Pokémon ehrfurcht zu zeigen und senkte seine Spielzeugpistole verängstigt.
"Uwaaaah!" So kam es schließlich, dass der verwöhnte Bengel panisch davonrannte und das Vulnona ihm wütend hinterherrannte, da es derartige Respektlosigkeit überhaupt nicht verzeihen konnte. Diese Wesen waren ohnehin bekannt dafür, äußerst nachtragend und rachsüchtig zu sein, doch Astra war gleich noch einmal ein äußerst extremer Fall. Man konnte in der Ferne wieder etwas zerdeppern hören, wohl ein Nebenprodukt dieser Verfolgungsjagd. "Ich glaube, unser Rotznasenproblem löst sich gleich in Luft auf.", meinte Lawrence daraufhin nervös und desinteressiert, ehe er noch einmal einen Schluck von seinem Tee nahm. Das darauf folgende klirrende Geräusch und der kurze Aufschrei im Hintergrund brachten ihm jedoch eine bittere Erkenntnis. "Moment. Ich bin für das Pokémon verantwortlich, das würde mich ja zum Mörder machen." Man durfte seine Logik nicht hinterfragen. "Astra!", rief er daher tadelnd über die Stuhllehne hinweg in Richtung Flur, doch es gab keine Reaktion. Daher griff er sich seine Krücken, während er etwas Unverständliches vor sich hinmurmelte und humpelte in Richtung Flur, um das Pokémon wieder ausfindig zu machen.
"Astra, lass den Bengel bloß am Leben, okay?!"

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Beitrag von Gastam Mo Jul 18, 2016 4:10 am

# 14
NAHASH & LAWRENCE
Twindrake City - Haus der Richies

Kein Kaffee also. Was er wohl wirklich gemeint hatte? Ein Nachhaken verkniff Nahash sich jedoch. Er konnte sich später auch noch den Kopf darüber zerbrechen. Vielleicht wollte er aber auch gar nicht wissen, was dieser Kerl alles zu sich nahm. Manchmal war Unwissenheit eben doch am Besten. Zumindest den Tee nahm Lawrence wohlwollend auf. Glücklicherweise. Tee brachte Entspannung und beruhigte die Nerven. Zumindest in Nahashs Fall. Mit Sicherheit erging es dem anderen Schwarzhaarigen da aber ähnlich! Glaubte der Auftragskiller zumindest. Ob dem nun wirklich so war, mochte er nicht einzuschätzen.
Der Bengel war ihm also auch egal. Da hatten sie zumindest etwas gemeinsam. Das eigene Wohlergehen in einem solchen Fall an die vorderste Front zu stellen, war sicherlich auch nicht verkehrt, nein, sehr verständlich sogar. Doch solange der Knirps wirklich nur zu simplen Streichen griff, hatten sie wohl nichts zu befürchten. In gewisser Weise war Bill wohl beneidenswert, dass er wahrscheinlich ungestraft einen solchen Unsinn anstellen konnte. Selbstverständlich war das nicht. Ob die Eltern überhaupt davon wussten? Wahrscheinlich hätte es sie nicht einmal wirklich interessiert, solange alles heile blieb. War das etwas, was gute Eltern so machten? War es normal, dass Kinder sich so aufführten und damit durchkamen? Tatsächlich hatte Nahash nicht die geringste Ahnung, ob dieser Satansbraten nun wirklich so schlimm war, wie er eigentlich rüber kam. Schließlich hatte er auch ohnehin niemals die Chance gehabt, Streiche zu spielen und sich auf diese Weise zu amüsieren. Andererseits war es wohl nur natürlich, dass man ihm diese Chance niemals gelassen hatte. Marionette. Unweigerlich kam ihm in den Sinn, was dieser nun tote Bandenboss gesagt hatte, sodass er für einen Moment, fast schon betrübt, in seinen Tee starrte.
Vielleicht bedeutete die Tatsache, dass er nichts vom "normalen Leben" eines Kindes wusste, dass er genau das war. Nun, sicherlich war dem Schwarzhaarigen bewusst, dass er nun einmal zu einem bestimmten Zweck existierte und nicht, weil seine Eltern sich ein Kind gewünscht hatten, weil sie sich daran erfreuten. Aber war er wirklich eine Marionette? Er hatte eigene Ziele und eigene Wünsche, nicht? "Ich glaube, niemand kann sich von Egozentrik freisprechen.", meinte er zu Lawrence, um überhaupt irgendetwas zu sagen, ehe er von seinem Tee nippte. Kein schlechter Geschmack, sofern er es von einem vorsichtigen Nippen überhaupt beurteilen konnte. "Sich um sein eigenes Wohlergehen zu kümmern, ist normal... schätze ich." Schätzte er. Allein dieser kleine Zusatz vermochte es, Nahash innerlich zu verunsichern. War es das? War das diese eine Sache, die er nicht verstanden und die Spencer bekümmert hatte? Ob man es wohl auch egozentrisch nennen konnte, dass Nahash sich trotzdem nicht um sein eigenes Wohlergehen bemühte, weil er es als falsch empfand? Auch das mochte vielleicht auch nur die Auswirkung eines Puppenspielers sein, der längst dahingeschieden war. Dinge, über die er sich nun, hier und jetzt, mit Sicherheit keine Gedanken machen sollte.

Er nickte, als Lawrence nach Kirlia fragte. "Auch wenn Acacia...", begann er dann und hielt einen Moment inne, um nach den passenden Worten zu suchen. Er musste wohl nicht erwähnen, dass dieses Kirlia nur allzu gerne Knochen brach. Kinderfreundlich war das nämlich nicht besonders. "Nun, sie ist nicht gerade nett." Mit dieser Erklärung hatte er sich wahrscheinlich selbst übertroffen. "Nicht nett" sagte wohl nicht besonders viel. Letztendlich war es aber immerhin eine leicht zu verstehende Aussage. Das Kirlia war nicht nett. Punkt. Den Rest konnte man sich wohl ausmalen, wie man wollte. Ob es in Gedanken nun eine Streichespielerin oder Mörderin war. Mit letzterem lag man wohl nicht gerade falsch. Nein, damit traf man den Nagel wohl vollends auf den Kopf. Aber wem schoss das wohl als erstes in den Kopf?
Als sich das Vulnona des anderen jedoch einfach aus seinem Ball befreite und die Vorderpfote hob, hob Nahash skeptisch die Brauen. Sicher, er kannte ein ähnliches Verhalten von seinem Felilou, jedoch in angemessenen Situationen. Schließlich befreite sich dieses Katzenpokémon nur dann, wenn sie alleine waren und es unbedingt einer Kuscheleinheit bedurfte. Oder aber, um auf seinen Trainer aufzupassen, wenn er schlief. Nicht im Traum würde es Aliqua jedoch einfallen, sich je aus ihrem Ball zu befreien, wenn Nahash sich in einem Gespräch befand oder zu tun hatte. Ins Besondere würde es Aliqua aber auch niemals einfallen, ihm je irgendetwas anzutun. Anders, als dieses Vulnona. Statt einen Kommentar dazu abzugeben, nahm Nahash jedoch nur einen kräftigen Schluck von seinem Tee. Ein Fehler, wie sich herausstellte, als er den viel zu heißen Tee eher hastig, als in Genuss, herunterschlucken musste. Das war nicht der Sinn des Teetrinkens.
Der Vorschlag, den Lawrence dann machte, klang aber gar nicht so dumm. Mit Psychokinese ans Bett fesseln? Stellte sich nur die Frage, ob das tatsächlich etwas brachte. Vielleicht war Bill auch einfach zu energiegeladen. "Alternativ in den Schrank spe-" ... sperren. Nein, das hatte er jetzt nicht gesagt. Sich selbst unterbrechend nahm er erneut einen kräftigen Schluck, viel zu heißen Tees und behielt eisern den Mund an der Teetasse, um sich erneut, jederzeit selbst unterbrechen zu können. Auch, um zu symbolisieren, dass er sich in dieser Hinsicht sicherlich nicht aussprechen oder wiederholen würde. In den Schrank sperren hatte zwar bei ihm funktioniert, nicht doch aber bei einem "normalen" Kind. Mit dem Unterschied, dass er ohnehin nie wegen dummen Streichen im Schrank landete, sondern aus anderen Gründen, die dieser Bengel Bill wohl ohnehin niemals verstehen würde. Tatsächlich blieb Nahashs Gesichtsausdruck bei dem Ganzen aber ziemlich monoton und nichtssagend. Hätte er bloß gewusst wie, hätte er die versehentliche Aussage vielleicht als Scherz erscheinen lassen können. Das Problem war jedoch... er wusste nicht wie.

Ironischerweise war der Bengel, über den sie eben noch gesprochen hatten, jetzt wohl seine Rettung. Indem er mit einer Spielzeugpistole gegen Tassen schoss. Fast hätte der Schwarzhaarige bei dem "Garaus machen", wie Lawrence es sagte, einen Einwand gebracht, entschied sich dann aber doch, nichts zu sagen. Dass eine Spielzeugpistole keine Mordwaffe war, war so offensichtlich, es bedurfte wirklich keinem Einwand. Außerdem wollte der Schwarzhaarige nur ungern riskieren, noch seltsamer zu erscheinen, als ohnehin schon. Vielleicht konnte er aus dieser Begegnung seine Lehren ziehen, aber das setzte auch voraus, dass Lawrence ihn nicht plötzlich mied, weil er zu eigenartig war.
Eines führte jedoch zum anderen und der Satansbraten wurde bald schon von dem rachsüchtigen Vulnona hinausgejagt. Erst dann fiel Lawrence ein, dass er Verantwortung für sein Pokémon trug. Genau deswegen war es einfach wichtig, dass nicht jeder x-beliebige ein Pokémon besaß. Ein Prinzip, das von dieser Begebenheit nur noch stärker gefestigt wurde. Dem Lärm zu urteilen war das Vulnona wohl auch nicht gerade zimperlich, sodass der Trainer mit seiner Krücke hinterher hastete. Und nun? Ob er wohl besser hinterher eilte? Kurz warf der Schwarzhaarige einen Blick auf seinen mit Farbe bekleckerten Mantel, den er zuvor achtlos über die Stuhllehne geworfen hatte. Nein, nein, besser er verharrte in der Küche, ehe der Rotzlöffel sich seinen Mantel schnappte und ihn kaputt schnitt oder Ähnliches, weil er dem Vulnona entkommen war und sie gemeinsam nach dem Bengel suchten. Leid tat ihm Lawrence aber irgendwie schon, der nun einsam mit seiner Krücke hinterher musste. Nichtsdestotrotz lehnte er sich einfach zurück und nippte vorsichtig an seinem Tee.
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Beitrag von Lawrenceam Do Aug 18, 2016 12:22 am


Lawrence und Nahash
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#125

Lawrence war sich nicht ganz so sicher, was er über die Konversation mit Nahash denken sollte. Einerseits schien er seine sympathischen und verständnisvollen Seiten zu haben, andererseits war da jedoch etwas Bedrückendes an ihm, das er nicht so recht einzuordnen vermochte. Manche Dinge, die er sagte, hatten eine gewisse Unsicherheit an sich oder waren schlicht und ergreifend irritierend. Dieser Kerl war beinahe ein Mysterium für sich, aber welcher Fremde war das wiederum nicht?
Zumindest versuchte er nun weiter, der Geräuschkulisse zu folgen. Es war erniedrigend, seinem eigenen Pokémon in solch einem Zustand hinterherzuhumpeln, aber was sein musste, musste sein. Obwohl ihn hier glücklicherweise niemand als Arenaleiter identifiziert hatte, wollte er trotz allem nicht als verantwortungsloser Trainer dastehen. Das wäre ja noch schöner! Selbst Sentiment hatte er auf eigenen Wunsch hin Flammenwurf beigebracht. Aber es hatte ohnehin so gewirkt, als wäre das Absol fest dazu entschlossen gewesen. Lawrence fragte sich, ob Sacheverell mit ihm einmal etwas in der Hinsicht geplant hatte. Doch er wurde recht schnell von diesem Gedanken abgelenkt, als sein Viso-Caster ihm signalisierte, dass er eine Antwort von Shiro erhalten hatte, der er selbstverständlich oberste Priorität beimaß.

Leider hatte ihm die Antwort der Blondhaarigen auch nicht allzu sehr weitergeholfen. Aber es war wohl das beste, was er in dieser Situation kriegen konnte, es gab ihm zumindest ein wenig Zuspruch und munterte ihn auf. In solchen Augenblicken war er wirklich froh darum, Leute wie Shiro zu kennen, schließlich hatte er jetzt gerade das Gefühl völlig auf sich alleine gestellt zu sein. Was trieb Nahash eigentlich? Es wäre wirklich beruhigend zu wissen, diese Katastrophe nun nicht alleine konfrontieren zu müssen.
"AAAAAHHHHHHHHHHHHHHHH!"
Und dieser Schrei klang nun erst recht, als wäre gerade jemand äußerst grausam ermordet worden. Schlecht war nur, dass es nach Bills Stimme geklungen hatte. "Astraaaa...!" Humpelstilzchen legte bei diesem Geräusch nun tatsächlich noch einen Zahn zu und folgte der Quelle in eine Art großen Garten hinter dem Anwesen, wo es aufgrund der nun einbrechenden Dunkelheit und den vielen äußerst kunstvoll zurechtgeschnittenen Hecken und Büschen jedoch äußerst schwer war, irgendwelche Personen oder ungehorsame Pokémon in diesem Gebiet auszumachen, ohne sich dabei weiter nach draußen zu begeben. Oh mann, ich will nicht, ging es dem Schwarzhaarigen dabei kläglich durch den Kopf, jedoch blieb ihm vermutlich keine andere Wahl. Sein Vulnona war einfach unberechenbar und er wollte nicht die Konsequenzen dafür tragen, sollte dem Jungen etwas zugestoßen sein. Da würde er jetzt lieber in irgendeiner Weise zu Schaden kommen, wenn er sich seinem Pokémon in den Weg stellte...
"Bill? Bist du in Ordnung...?", fragte er daher vorsichtshalber in die Dunkelheit hinein, doch er erhielt keine Antwort. Na ganz toll. Allmählich bekam er es wirklich ein wenig mit der Angst zu tun und sah sich nervös um. Der kalte Abendwind fuhr ihm durch sein unordentliches Haar und er musste feststellen, dass es wirklich zstill war. Verdächtig still. Wären seine Hände nun nicht an seine Krücken gebunden, würde er sie nun wahrscheinlich vor sich falten und hoffen, dass alles in Ordnung war. Aber er versuchte einfach weiterzusuchen. Es war seine Pflicht als guter Bürger... Ach, was redete er sich da ein? Im Grunde war er doh egoistischer, als er es wahrhaben wollte. Allein daran zu denken ließ ihn noch einmal tief aufstöhnen.
Ein erbärmliches Jammern ließ ihn jedoch so gut wie es ging um die Ecke einer Hecke hasten. "Bill?!", rief er besorgt aus und fand den Jungen schließlich mit dem Gesicht nach vorn im Gras liegen. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen saß Astra auch noch auf ihm und thronte an dieser Stelle, als würde sie wertloses Gewürm mit ihren Pfoten zertreten. "Also wirklich...", seufzte der Schwarzhaarige bei dem Anblick aus und ließ seinen Oberkörper erleichtert zwischen seinen Krücken hängen. "Das geht so nicht in Ordnung. Runter mit dir.", wies er sein Pokémon daraufhin harsch an, doch das Vulnona drehte lediglich verachtend seinen Kopf zur Seite und schien damit anzudeuten, dass dieser Bursche das nur verdient hatte. Recht hatte es womöglich. Aber der richtige Weg war das trotzdem nicht.

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Beitrag von Gastam Do Aug 18, 2016 3:02 am

# 15
NAHASH & LAWRENCE
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Ob er vielleicht doch Lawrence folgen sollte? Wer wusste schließlich, was dieser Bengel nicht anstellen würde? Nicht, dass er hinterher wirklich noch irgendein gefährliches Untensil fand, mit dem er den Anwesenden Personen das Leben zur Hölle machen konnte. Auch, wenn Nahash nicht wirklich einfiel, was dieser Bengel wohl als Waffe nutzen könnte, außer ein simples Messer oder ein Seil. Eine schwere Waffe konnte es jedenfalls nicht sein. Nach einem weiteren Schluck Tee warf der Schwarzhaarige einen Blick auf seinen Viso-Caster. Fast schon hoffte er, dass er irgendeine Nachricht bekommen hatte, dass man ihn brauchte. Nicht, dass er sich über Verräter freute, keinesfalls, aber zumindest hätte er dann eine passende Ausrede gehabt, um zu verschwinden. Nun ja, passend war wohl nicht das richtige Wort. Er bezweifelte schließlich, dass ein "Die Arbeit ruft, ich muss ein paar Leute umbringen!" auf Verständnis stieß. Es wäre eine Überraschung, wenn dem so wäre.
Nachdem er seinen Tee schließlich ausgetrunken hatte, begab er sich kurzer Hand auf die Suche nach Spülmittel und einem Lappen. Beides nicht auffindbar. Unfassbar. Letztlich bevorzugte der Schwarzhaarige es schließlich, Tassen nicht achtlos in die Spülmaschine zu stellen. Ins Besondere nicht, wenn sie bedruckt waren. Stattdessen fand er etwas anderes, durchaus interessantes, stellte die Tasse kurzer Hand in die Spühle und griff nach einem Kochbuch. Man konnte schließlich nie auslernen! Letztlich besaß diese reiche Familie sicherlich ein Kochbuch mit den feinsten Gerichten, die Nahash doch nur zu gerne einmal ausprobieren würde. Zumindest hatte er genug Vertrauen in seine Kochkünste, dass es nicht in einer Katastrophe enden würde.
Doch kaum hatte der Schwarzhaarige das Buch aufgeschlagen, ertönte auch schon ein lauter Schrei aus dem Garten des Hauses. Zunächst blickte er nur aus dem Fenster; horchte, vielleicht ertönte ja ein zweiter Schrei und entblößte, dass es endgültig schief gelaufen war. Aber nein. Ein zweiter Schrei blieb aus, was wohl bedeutete, dass dieser Bengel nicht von einem rachsüchtigen Vulnona umgebracht wurde. Immerhin war es kein Todesschrei, obwohl Nahash nicht behaupten konnte zu wissen, wie sich die Todesschreie von Kindern anhörten. Seufzend wurde das Buch zugeklappt, ehe er sich ebenfalls hinaus begab. Das Buch hatte er kurioserweise mitgenommen. Warum, wusste er selbst nicht so genau. Vielleicht ergab sich ja eine Gelegenheit mit dem Lesen anzufangen, wenn er den "Tatort" erreicht hatte. Was sich dort jedoch offenbarte war, dass das Vulnona den Jungen tatsächlich erwischt hatte und nun siegreich auf ihm thronte, während sein Trainer mit einem vergeblichen Befehl versuchte, es hinfortzuscheuchen. Wer in dieser Beziehung die Hosen an hatte, war jedoch mehr als deutlich.

Begeistert von dieser Szenerie war Nahash jedoch eindeutig nicht, was sich in leichter Fassungslosigkeit in seinem Gesicht abzeichnete. Wenn man genau hinsah. Dieser Kerl hatte doch eindeutig ein Autoritätsproblem mit seinen Pokémon. Nun, mit diesem Pokémon, das war sicher. Er wollte sich gar nicht erst ausmalen, wie die anderen Pokémon dieses Mannes sich wohl verhielten. Und während er sich in seiner Fassungslosigkeit zunächst in Schweigen hüllte, wünschte er sich ganz fest und fast schon flehend weg. Irgendwo anders hin. Wo es keine kleinen Stansbraten gab. Keine Trainer, die amoklaufende Vulnonas besaßen. Schade, dass Wünsche sich nicht einfach so erfüllten, weil man gerade daran dachte. Tatsächlich fühlte Nahash sich jedoch nicht, als stünde dort ein wildfremder Mann, sondern als wäre jener Mann, der da stand, ein frischgebackenes, neues Mitglied, das schamlos demonstrierte, warum das Erreichen des großen Ziels so immens wichtig war.
"Oh Junge...", stieß er seufzend und fast schon überfordert aus. Er beneidetete die Taijitu Mitglieder, die sich um ahnungslose Neulinge kümmerten und sie einwiesen, jedenfalls nicht. Zumindest konnte er von sich behaupten, dass er sich damit nun wirklich nicht rumschlagen wollte. Nein, nicht im Geringsten. Das konnten weiterhin die Menschen tun, die sich freiwillig dazu bereit erklärt hatten und die dabei nicht wahnsinnig wurden. Ganz davon abgesehen wären die meisten sicherlich ohnehin geflüchtet, wenn sie erfuhren, was seine eigentliche Aufgabe war. Das war wohl nicht das Ziel. Nichtsdestotrotz wünschte er sich noch immer aus dieser Situation heraus, schielte kurzer Hand auf seinen Viso-Caster am Handgelenk, der leider Gottes noch immer nicht verlauten ließ, dass irgendeine Nachricht ankam. Ein Satansbraten und ein nicht-autoritärer Trainer also. Was hätte Spencer wohl in einer solchen Situation getan? Eine stumpfe Frage, auf die Nahash wirklich keine Antwort wusste. Unter anderem, weil er seinen Boss in manchen Belangen einfach nicht verstand, ihn aber auch nicht hinterfragte.
Ob er irgendwie handeln sollte? Es war immerhin nicht sein Vulnona. Also war es doch gewiss nicht seine Aufgabe, dieses Vulnona irgendwie von diesem Kerl runterzulocken. Er wusste immerhin nicht, wie er das bewerkstelligen sollte. Ob dieses Vulnona Kekse mochte? Auch, wenn sein Mantel noch immer in der Küche lag, konnte er die Kekse wenigstens anbieten, richtig? Vorausgesetzt, dieses Pokémon hatte überhaupt Interesse an irgendwelchem Gebäck. Ob Nahash dieses Vulnona damit eher verzog, war ihm jedenfalls egal. Das war dann ja schließlich nicht sein Problem, sondern eher eines, mit dem Lawrence sich rumschlagen würde müssen. Da er aber ohnehin ein großes Problem mit diesem Pokémon zu haben schien, machte das den Braten wohl auch nicht fett. "Du bekommst Kekse von mir, wenn du den Jungen nun in Ruhe lässt.", sagte er deshalb. Völlig ungeachtet dessen, ob Lawrence einen Einwand dazu hatte, oder nicht. Nun, giftig waren seine Kekse immerhin nicht.
Jedenfalls erschien Nahash diese "Lösung" besser, als irgendein Pokémon auf dieses Vulnona zu hetzen. Das hätte er durchaus getan, um dieses Vulnona irgendwie unter Kontrolle zu bringen, bloß sprachen die simplen Tatsachen dagegen, dass er weder wusste, was dieses Vulnona drauf hatte, noch dass er aus dem Garten ein Schlachtfeld machen wollte. Mit Sicherheit würde Gloria diese Hecken eiskalt niedermähen oder gar in Brand stecken, was das Vulnona wohl genauso tun könnte. Das war keine allzu rosige Vorstellung. Ein Risiko, das er lieber nicht eingehen wollte. Schlachten zu schlagen, deren Ausgang man nicht voraussehen konnte, waren nicht gerade die besten Ideen, was er leider schmerzlich hatte feststellen müssen, als man drauf und dran war, illegalen Organhandel, aber mit seinen Organen, zu treiben. Besser also, man legte sich nicht mit einem überaus rachsüchtigem Vulnona an. Sonst setzte es das geplante Werk der verstorbenen Bandenchefin vielleicht noch in die Tat um, auch wenn Gloria da sicherlich noch ein Wörtchen mitzureden hatte.
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Beitrag von Lawrenceam Do Aug 25, 2016 10:06 pm


Lawrence und Nahash
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#126

Zu seinem Glück hatte Nahash sich doch dazu entschlossen, aufzutauchen. Oder vielleicht auch zu seinem Unglück. Denn der Schwarzhaarige schien nicht besonders begeistert von den Zuständen zu sein, die gerade hier herrschten. Lawrence wusste nicht so recht, was er nun dazu sagen sollte. Es war beschämend. Gleichzeitig war es aber auch nichts Neues mehr. Er hatte sich schlicht und ergreifend damit abgefunden, dass dieses Vulnona niemals so handeln würde, wie er es sich wünschte. Dafür hatte es eine viel zu störrische Persönlichkeit.
Etwas verwundert hob der Arenaleiter allerdings seine Augenbrauen, als der Kerl seinem Pokémon Kekse anbot, wohl mit dem Motiv, Astra zu besänftigen. Wenn er ehrlich war, wusste er nicht, ob sie mit Essen bestechlich war. Oder ob sie Kekse mochte. Bislang hatte sie eigentlich nur wenige Bedürfnisse geäußert, außer schlichter Nahrung und... das Leid ihres Trainers. Es würde Lawrence zumindest nicht wundern, wäre Astra eine Art dubioser Rachegöttin, die ihn zu weiteren moralisch verwerflichen Taten anstacheln wollte. Sie schien zumindest überhaupt nicht begeistert gewesen zu sein, als man ihn aus der internationalen Polizei geworfen hatte.
Überraschenderweise schien Astra Nahash für einen Augenblick nur nachdenklich anzusehen, ehe sie sich doch von dem armen Bill erhob und davonstolzierte. Dabei hob sie gegenüber des Schwarzhaarigen allerdings überheblich ihre Schnauze, als würde sie damit andeuten wollen, dass diese Kekse besser gut sein sollten und machte sich von alleine schon auf den Weg zur Küche.

"Äh... danke.", meinte Lawrence im nächsten Moment dann auch zu Nahash und beobachtete Bill dabei, wie er sich nun von alleine aufrichtete und in einer knienden Position sitzen blieb. Seine Augen glänzten und er war wohl kurz davor in Tränen auszubrechen, riss sich aber mit aller macht zusammen. Dieser verwöhnte bengel hatte doch etwas unerwartet Tapferes an sich. Doch der Arenaleiter verzichtete lieber darauf, die Sache weiter zu kommentieren und ihm Salz in die Wunde zu streuen. Wenn er letzten Endes wirklich anfangen würde, zu heulen, konnte er in Bezug auf seine Nerven wirklich nichts mehr garantieren. "Ich... werde Astra mal im Auge behalten.", merkte er daher schnell an und humpelte davon, seinem Pokémon hinterher. Lieber nichts wie weg aus dieser unangenehmen Situation. Im Grunde wollte er aber auch nur so weit wie möglich weg von Bill. Das war schlimmer als eine Zeitbombe, er konnte nun jeden Moment anfangen zu weinen. Der Brillenträger war schon generell genervt davon, wenn Kinder an öffentlichen Plätzen herumschrien, da wollte er definitiv nicht das Geschrei eines ihm fremden Kindes nun hautnah erleben. Für einen Augenblick machte er sich deswegen Gedanken um seine Zukunft. Unter diesen Voraussetzungen... Nein, so weit sollte er lieber noch gar nicht denken. Erst ein Schritt nach dem anderen, die momentanen Zustände waren ohnehin viel zu kompliziert. Erst einmal musste er die Grundpfeiler seines Lebens in den Griff kriegen, bevor er an so etwas denken konnte.
Mit Freude stellte er dann fest, dass Astra tatsächlich artig in die Küche gegangen war. "Ich wusste gar nicht, dass du Kekse magst.", kommentierte der Trainer ihr Verhalten daher, woraufhin sie ihn allerdings nur mit einem kühlen Blick bedachte. Diese eisige Aura um sie herum war wohl unmöglich zu brechen.

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Beitrag von Gastam So Aug 28, 2016 10:57 pm

# 16
NAHASH & LAWRENCE
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Man konnte wohl von Glück sagen, dass dieses Vulnona bestechlich war. Immerhin hätte es genauso gut an seiner Rache hängen und den Jungen grillen können. Rachsüchtige Pokémon waren wohl ohnehin ein Thema für sich. Jedenfalls war Nahash sich nach diesem Vorfall sicher, dass er wohl besser keine Pokémon in sein Team aufnahm, die für ihre Rachsucht bekannt waren. Es brachte nichts als Probleme mit sich, wie so eben wunderbar demonstriert wurde. Nicht nur, dass dieses Pokémon seinem Trainer scheinbar gerne auf die Nerven ging, es erdreistete sich auch noch dazu, seine Arroganz zur Schau zu stellen. Am liebsten hätte Nahash diesem Biest nun gar nichts mehr gegeben, aber eine Abmachung war nun einmal eine Abmachung. Er hatte jedenfalls nicht vor, sie wegen einer solchen Lappalie zu brechen, obwohl dieses überhebliche Verhalten durchaus einen Nerv traf.
Nachdem das Vulnona sich auf dem Weg zur Küche gemacht hatte, bedankte Lawrence sich, nur um sich im nächsten Moment auch auf den Rückweg zu machen. Offenbar war Bills derzeitige Situation auch für den Brillenträger alles andere als angenehm. Obwohl Nahash dem Jungen und seinen glänzend nassen Augen wenig Beachtung schenkte. Nun, letztendlich bekam dieser Satansbraten wohl ganz einfach das, was er verdiente. Er teilte ganz offensichtlich aus, ohne einstecken zu können. Blieb zu hoffen, dass er daraus lernte und seine Streiche nun zurückschraubte. Wenn nicht, würde er wohl noch auf andere Art und Weise seine Quittung bekommen. Letztendlich setzte aber auch Nahash sich wieder in Bewegung. Er hatte weder vor, diesen Bengel zu trösten, noch ihm größere Beachtung zu schenken. Vielleicht war es auch besser so. Ohnehin war er nicht wirklich gut mit Worten. Welche tröstenden Worte sollte er auch schon spenden?

Vor der Küchentür stoppte er jedoch. Bloß, um sich zu fragen, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, Bill allein zurückzulassen. Wahrscheinlich hatte er nämlich doch nicht aus dieser Begebenheit gelernt und würde sich nun irgendeinen Racheplan überlegen. Ein Risiko eingehen? Mitnichten. Wer wusste schon, was dieser Junge sich ausdenken würde. Kinder waren kreativ und rücksichtslos. Vielleicht verstand Bill nicht einmal, was er anderen antat, indem er ihnen Streiche spielte. Vielleicht schmiedete er nun auch schädliche Rachepläne, ohne wirklich zu wissen, was er anrichten würde. Oder dachte Nahash nun einfach zu viel darüber nach? Grundsätzlich traute er seinen Mitmenschen, egal wie klein sie waren, nun einmal alles zu. Das Gefühl von Sicherheit war eben immer trügerisch. Im nächsten Moment erlebte man dann jedoch schon eine böse Überraschung.
Der Entschluss war also nun gefasst, weshalb der Schwarzhaarige nun doch die Küche betrat und wortlos, aber zielstrebig auf seinen Mantel zu hielt, nachdem er das Kochbuch kurzer Hand auf den Küchentisch gelegt hatte. Dort befanden sich immerhin nicht nur die Kekse, sondern auch seine Pokébälle, die er zumeist nicht am Gürtel trug. Nicht zuletzt, weil sie dort eben - auch für den Gegner - unglaublich schnell zu fassen zu kriegen waren. Letztendlich wollte er ja nicht ohne Verteidung dastehen, wenn es hart auf hart kam. Obwohl die Aufbewahrung im Mantel auch diverse Risiken barg, sodass er zunächst einen prüfenden Blick auf die Anzahl der Pokébälle warf. Selbst wenn Bill in den Garten geflüchtet war, konnte man sich wohl nie sicher sein, ob nicht noch irgendwelche Bediensteten im Hause waren und Manteltaschen durchwühlten... oder ob Lawrence, der schon eher in die Küche zurückgekehrt war, nicht zu der langfingrigen Sorte gehörte. Von Glück konnte man also sagen, dass noch sämtliche Pokémon vorhanden waren.
Schließlich kramte Nahash den Pokéball seines Felilous heraus, um es zunächst ins Freie zu entlassen. Das Katzenpokémon ließ es sich trotz schicker, teurer Küche aber auch nicht nehmen, seinem Trainer erst einmal um die Beine zu streichen. Wen interessierte schon der Ort, wenn man sich Streicheleinheiten abholen konnte? Aliqua wunderte sich jedenfalls über gar nichts mehr. Das hatte sie sich vor langer Zeit schon abgewöhnt. War wohl auch einfach gesünder den Ort und die Situation zu akzeptieren, ohne sich erst einmal zu fragen, was überhaupt los war. Nicht zuletzt, weil sie ihrem Trainer dahingehend vertraute, dass er sie nicht hängen ließ oder ans Messer lieferte. Somit war die kurze Streicheleinheit, die sie sogleich erhielt, auch eine willkommene und vielsagende Begrüßung. Nachdem Nahash jedoch aufhörte, sie zu streicheln, blickte sie sogleich geduldig zu ihm hinauf, als erwarte sie nun einen Befehl. Davon konnte das Vulnona sich wirklich eine Scheibe abschneiden.
"Geh in den Garten und schau, ob du einen Jungen findest.", sagte der Schwarzhaarige schließlich. Er wollte letztendlich lieber vorgewarnt sein, wenn dieser Bengel wieder etwas ausheckte. "Lass ihn nicht aus den Augen und komm zurück, wenn er irgendetwas ausheckt." Mit einem kräftigen Mauzen quittierte das Felilou, dass es verstanden hatte, ehe es gelassen von dannen zog, um Bill zu suchen. Zumindest ging Nahash nicht davon aus, dass hier noch andere Kinder herumliefen. Bill herauszufiltern war da wohl nicht gerade schwierig.

Nachdem diese Sache erledigt war, musste also immer noch eine Abmachung eingehalten werden, weshalb er sich erneut seinem Mantel zuwandte und die Tüte mit Keksen hervor zog. Auch, wenn dieses Vulnona gewiss keine Leckereien verdient hatte, konnte man eben nicht einfach Versprechen brechen, weshalb er auch sogleich einen der Kekse heraus nahm und dem Vulnona reichte. Dabei blickte er jedoch zu Lawrence. "Wo haben Sie dieses Vulnona aufgegabelt?", fragte er. Nicht, weil er besonders neugierig auf irgendwelche Erzählungen über tränenreiche Zusammenführungen war, sondern weil er sich ernsthaft fragte, wo man nun einmal ein solch arrogantes Pokémon aufgabelte. Dann konnte er solche Gegenden immerhin meiden, wenn es um die Teamerweiterung ging. Ob Vulnona wenigstens gute Spürnasen waren? Zumindest das wäre durchaus hilfreich, wenn man verwerfliche Individuen suchen musste, die sich nicht mehr lange des Lebens erfreuen sollten. Ähnliche Pokémon waren da natürlich auch praktisch, obwohl es mit Sicherheit keine Frage war, die man einfach so stellten konnte, ohne mit der Frage nach dem "wozu" konfrontiert zu werden. Obwohl durchaus offensichtlich war, wozu man Spürnasen wohl brauchte. Vielleicht konnte man über die Anschaffung eines Fukanos nachdenken. Auch, wenn Nahash bisher noch beinahe jeden Verräter hatte ausfindig machen können. Aber eben nur beinahe. Da verletzte es fast schon seinen Stolz. Nein, mehr noch ärgerte es ihn sogar.
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Beitrag von Lawrenceam Fr Sep 02, 2016 3:18 pm


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#127

Es dauerte gar nicht einmal so lange, da war Nahash auch schon wieder zurückgekehrt. Lawrence hatte sich in der Zwischenzeit wieder an seinen vorigen Platz gesetzt und seinen Fuß hochgelegt, in dem eher vergeblichen Versuch, sich noch ein wenig weiter zu schonen. Letzten Endes war er innerlich dafür ein wenig zu aufgewühlt, um wirklich irgendeinen Erholungseffekt daraus zu erhalten. Die Eskapade seines Pokémon hatte ihn nachdenken und den Entschluss fassen lassen, dass diese Situation insgesamt nur eines war: absolut erbärmlich und vor allem peinlich. Zum Glück wusste niemand, dass er eigentlich der Arenaleiter dieser Stadt war, ansonsten hätte er mit Sicherheit noch ein viel schlechteres Bild abgegeben, da er ein störrisches Pokémon wie dieses einfach nicht im Griff hatte.
Es war dem Feuertrainer allerdings nicht entgangen, dass Nahash alleine zurückgekehrt war. Also hatte er Bill alleine zurückgelassen? Die Frage erübrigte sich, als der Schwarzhaarige ein Felilou in die Freiheit entließ und es anwies, ein Auge auf den Burschen zu haben. Bei dieser Aktion musste Lawrence letztendlich ein Seufzen unterdrücken. Sie waren wirklich schreckliche Babysitter. Dann wiederum hatten sie auch nie um diesen Job gebeten, aber die Frustration über seine allgemeine Nutzlosigkeit war wieder ausreichend, um seine gesamte Brust schmerzhaft zusammenziehen zu lassen. Mit einem tiefen Durchatmen versuchte er das Gefühl zu unterdrücken und presste sich möglichst unauffällig seine rechte Hand auf die gegenüberliegende Rippe. Es war alles in Ordnung.

Astra unterdessen nahm den Keks, den Nahash ihr reichte, mit Freude auf und fast schien es, als würde sich um ihre Schnauze ein sachtes Schmunzeln zeigen, als sie das Gebäck genüsslich fraß. Das Gebäck musste wohl gut genug sein, um ihre eisige Fassade für einen Moment tauen zu lassen. Das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass sie sich mit ihrer stolzen Haltung in diesem Augenblick fast wie eine Göttin benahm, der man soeben eine Opfergabe überreicht hatte.
Die Frage, wo er denn dieses Vulnona aufgegabelt hätte, traf Lawrence kurz darauf ein wenig unerwartet. Für einen Augenblick sah er Nahash mit geweiteten Augen an, ehe er bedrückt seinen Blick wieder senkte. Die Frage war doch eigentlich so simpel. Es ging um das wo. Nicht um das wie. Doch trotz allem merkte man in genau solchen Augenblicken, dass die Funktionsweise des Gehirns aus einem Gestrick verschiedener Vernetzungen bestand und keine Komponente wirklich aktiv werden konnte, ohne dabei eine Kettenreaktion auszulösen. Er wollte nicht an den Tag denken, an dem er dieses vermaledeite Biest gefangen hatte. Doch er tat es trotzdem. Mit einem schwermütigen Seufzen überkreuzte er daher seine Arme auf der Tischplatte und legte seine Stirn auf seine Unterarme. Dieser leicht dämmrige Zufluchtswinkel hatte zumindest etwas leicht beruhigendes an sich. Wie eine Abwehrhaltung, in der er den Rest der Welt einfach vollkommen ausblenden konnte. Hier gab es nichts außer der kalten Tischplatte, die sein Kinn berührte und den unregelmäßigen Rhythmus seines eigenen Atems. Trotzdem wäre ein Totschweigen der Frage in diesem Augenblick wohl alles andere als höflich. "Teak City.", nuschelte er daher melancholisch hervor und hob wenige Augenblicke später seinen Kopf doch wieder ein wenig an, um mit leicht gesenkten Augenlidern die Wand vor ihm anzustarren. Vielleicht konnte er die Umstände zumindest in Trivia ersticken.
"Es ist eigentlich kein Wunder, dass Astra so störrisch ist.", setzte er daher leicht leiernd an. "Ein Spezialist für Vulnona hat mir an ihrem Fell bestätigt, dass sie wohl knapp mehr als 580 Jahre alt ist. Oder so." Er drehte seinen Kopf auf die Seite, auf die er Nahash nicht anblicken musste. "Mit so viel Erfahrung würde ich mich auch nicht von so einem... äh..." Er dachte über einen passenden Begriff nach. "...einfachen Typen herumkommandieren lassen." Ihm waren eigentlich noch ganz andere Worte in den Sinn gekommen, die man so aber besser nicht gegenüber Fremden äußern sollte. Daher hielt er es für das beste, nun einfach den Rand zu halten und dafür zu beten, dass seine Gedanken irgendwie von alleine eine Art Notbremse finden würden.

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Beitrag von Gastam Sa Sep 03, 2016 2:15 am

# 17
NAHASH & LAWRENCE
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Dieses Vulnona war wohl eine echte Diva, wenn es nun schon ganz herrschaftlich Kekse fraß. Nichtsdestotrotz fühlte Nahash sich in jenem Augenblick siegreich. Wie ein Kleinkind, das in irgendeinem dummen Spiel endlich gewonnen hatte, nachdem es zuvor nichts anderes getan hatte, als andauernd zu verlieren. So arrogant dieses Vulnona denn auch schien, desto sicherer war der Sieg, wenn es die Kekse anerkannte! Und das tat es wohl offensichtlich. Da konnte man den Fakt, dass es sich aufführte wie eine Göttin, wohl ausnahmsweise einmal ignorieren. Auch, wenn dieses Pokémon ein großes Problem mit seiner Attitüde hatte. Nein, nach wie vor war er enorm glücklich, dass er kein Pokémon besaß, das sich derart aufführte, auch wenn der Neuling im Team noch eigensinnig genug war. Aber auch das freche Paragoni war auf einem guten Weg und würde eines Tages sicherlich von großem Nutzen sein.
Lawrence' Reaktion auf die simple Frage, die Nahash gestellt hatte, verwunderte den Schwarzhaarigen dann doch. So wie dieser Mann zögerte, auf die Frage einzugehen, hatte er wohl offenbar irgendetwas angesprochen, was er nicht hätte ansprechen sollen. War es eine scheußliche Begegnung gewesen, dass er nicht darauf antwortete? Nun, bei diesem Vulnona war wohl alles möglich. Kaum auszumalen, was dieses Biest wohl alles vollbrachte. Vielleicht hatte der andere ja eine gehörige Abreibung bekommen, als er diesem Fuchs begegnet war? Undenkbar war es wohl nicht. Doch statt auch nur irgendein Wort zu sagen, starrte Nahash den anderen einfach an, während die Zahnräder in seinem Hirn verzweifelt versuchten, voranzukommen, um irgendein Wort der Entschuldigung herauszubringen. Sicherlich wäre das Gestarre wohl verständlich gewesen, wenn er auch nur den Hauch einer Regung gezeigt hätte. Der Gesichtsausdruck blieb jedoch monoton, sodass es wohl durchaus auch als aufdringliches Abwarten interpretiert werden konnte. Definitiv nicht seine Intention. Schließlich kramte er selbst nach Worten, die sich einfach nicht finden ließen.
Dass er definitiv etwas angesprochen hatte, was für den anderen unangenehm war, wurde zumindest dann endgültig klar, als Lawrence sich seufzend in seinen Armen vergrub. Jetzt war es aber definitiv aller höchste Eisenbahn, irgendeine Entschuldigung hervorzubringen. Er hatte ja nicht ahnen können, dass er genau diese eine Frage stellte, die irgendetwas auslöste. Wieso kam es eigentlich, dass er immer wieder in Fettnäpfchen trat, wenn er einmal versuchte, eine vernünftige Konversation aufzubauen? War der Versuch allein schon zum Scheitern verurteilt? Letztendlich konnte man einem Menschen aber nur vor den Kopf schauen... naja, es sei denn, man wollte wirklich hineinschauen, dann aber war keinerlei Konversation mehr nötig. Nicht sein Ziel. Nur bei wenigen, ausgewählten Individuen. Sprich bei denjenigen, die nicht mehr benötigt wurden und die das Leben nicht verdient hatten.

Schließlich setzte Lawrence dann doch zum Sprechen an, was Nahash erneut verwunderte. Immerhin hatte er nicht mehr damit gerechnet, dass der andere etwas sagen würde. Gegen Schweigen hätte er ja auch nichts einzuwenden gehabt, auch wenn eine Entschuldigung nach großer Stille etwas... eigenartig klang. Teak City, also? Johto, wenn er sich recht entsinnte. Zu gerne hätte Nahash gefragt, wie die Stadt war. Wie sie aussah, wie die Menschen waren, welche Spezialitäten es gab... aber sollte er? Wenn die simple Frage nach dem Vulnona bereits ein Fehlgriff war, würde jede weitere Frage nicht noch schlimmer sein? Zu schade, denn eigentlich war er doch interessiert daran von anderen Städten in anderen Regionen zu hören. Weit herum kam er schließlich nur in Einall. Eine Reise in eine andere Region stand ohnehin außer Frage, so gerne er sie einmal besucht hätte.
"Verzeihung. Ich hätte nicht fragen sollen.", brachte er schließlich hervor, nachdem Lawrence zu Ende gesprochen hatte. Danach betrachtete er stumm das Vulnona. Über 580 Jahre war einiges. Mit Sicherheit hatte dieses Vulnona mehr als genug gesehen und zu gerne hätte Nahash Lawrence einfach zugestimmt. Mit über 580 Jahren glaubte man vielleicht wirklich, dass man die Weisheit mit Löffeln gefressen hatte und mit Sicherheit stand es dann außer Frage auf einen Trainer zu hören, der im Gegensatz dazu wohl eher als Grünschnabel hätte bezeichnet werden können. So gesehen... wäre es wohl ein hartes Stück Arbeit ein solches Pokémon gehorsam einzutrichtern. Strenge war sicherlich unerlässlich, aber wenn selbst das Pokémon der festen Überzeugung war, mehr Erfahrung zu haben, dann wurde es wohl enorm schwierig. Nicht, dass es das Ganze überhaupt entschuldigte. Es brachte nur ein wenig mehr Verständnis ein. Zumindest ein bisschen. Vielleicht würde er bei Zeiten nach Spencers Ansicht zu dieser Thematik fragen. Irgendwann. Sollte er je eine ernsthafte, nicht beruflich bedingte Konversation mit ihm haben. Etwas, woran der Schwarzhaarige bisher noch nicht wirklich glaubte.

"Das Alter macht die Erfahrung nicht aus.", meinte der Schwarzhaarige schließlich. Auch auf die Gefahr hin, wieder etwas Falsches zu sagen. Eine solche Konversation war aber wohl noch besser als peinliche Stille. Die zu brechen war nämlich gar nicht so einfach und ziemlich unangenehm. "Eher verblendet das Alter, weil man glaubt, niemand könne sich mit der eigenen Erfahrung messen." Verblendet, ja. Anders konnte Nahash sich nicht erklären, wieso sein Vater damals nicht etwa daran gedacht hatte, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Falsches Vertrauen, unvorsichtig... eigentlich nicht viel anders, als er heute, der es nicht schaffte, in einem gemütlichen Hotelbett seine Ruhe zu finden, sondern stattdessen dort schlief, wo sich all das Gesindel herumtrieb, das man als Kriminelle bezeichnete. Dann wiederum besaß er zumindest ein wachsames Felilou und hatte einen Ruf, der die meisten Menschen wohl ohnehin von ihm fernhielt. Man konnte ja schließlich nie wissen, ob der Schlaf nicht nur vorgetäuscht war! Humbug. Mord war kein Vergnügen und kein Zeitvertreib.
Der Blick wanderte wieder zu Lawrence, ehe Nahash dann doch das Vulnona musterte. Zumindest war dieses Pokémon wohl kein vollkommenes Biest, aber immer noch ein Biest. "Zumindest scheint Astra an Ihnen gelegen zu sein, wenn sie nicht einfach das Weite sucht." Das war doch auch etwas wert. Dass dieses Vulnona in der Lage dazu wäre, einfach von dannen zu ziehen, hatte es immerhin schon bewiesen. Wenn es schon aus seinem Pokéball ausbrach und das wohl nicht gerade selten, so wäre es doch ein leichtes, einfach in die Welt hinauszuziehen und nicht zurückzukehren. Vielleicht wäre das sogar wünschenwert. Vielleicht würde dieses Vulnona auch irgendwann abhauen, wenn es genug von diesem Kerl hatte. Ein "einfacher Typ", huh? Vielleicht war dieses "einfach" ja doch ansprechend und nach 580 Jahren sehr angenehm. Nicht, dass Nahash das sagen könnte. Er war weder ein "einfacher Typ", noch war er 580 Jahre alt.
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Beitrag von Lawrenceam Mo Sep 12, 2016 3:15 am


Lawrence und Nahash
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#128

Mit einem Mal nahm Lawrence wieder Haltung an, als sich Nahash plötzlich für seine Frage entschuldigte. Oh nein. Er hatte sich wieder gehen lassen! Frustriert starrte er mit geballten Fäusten auf die Tischplatte und unterdrückte die Emotionen, die gerade in ihm aufkochten. Es war eine Angelegenheit, sich schleht zu fühlen, aber es war unverzeihlich wegen solchen Nichtigkeiten eine schlechte Gesellschaft darzustellen. Diese Empfindungen waren nichtig. Unbedeutend. Zumindest war es das, was sich der ehemalige Polizist in diesem Moment einzutrichtern versuchte.
"A-aber warum entschuldigst du dich denn? Da gibt es doch ü... überhaupt keinen Grund dazu!", winkte er daher plötzlich mit einem aufgesetzten Lächeln ab und hatte dabei einen fast schon widerlich optimistischen Tonfall angestimmt. Und trotz allem fühlte er, wie diese gespielte Freundlichkeit gleich umso schwerer auf seiner Brust lastete. In Gedanken beschwor er sich noch einmal, sich zusammenzureißen. Es war egal, was er in diesem Moment fühlte oder ihm durch den Kopf ging. Was brachte lamentieren schon, wenn er es ohnehin nicht verdient hatte? Er war sich zumindest sicher, dass Sacheverell sein unnötiges Gesülze auch nicht ertragen hätte. Vermutlich war es gut, dass er seine Erbärmlichkeit nicht mitansehen musste.

Die nächsten Worte, die sein Gegenüber jedoch sprach, ließen den Arenaleiter jedoch irritiert aufhorchen. Ergriff Nahash nun gewissermaßen Partei für ihn? Diese Entwicklung hatte er nun nicht kommen sehen. Es schien ja fast so, als würde er Astra auf diese Weise belehren wollen. Unschlüssig senkte Lawrence daher seine Augen, um die Reaktion seines Pokémon daraufhin nicht sehen zu müssen. Das Vulnona hatte die Worte des Schwarzhaarigen nämlich durchaus verstanden und verengte nun abschätzig seine Augen, während es ihn herablassend betrachtete. Vielleicht lag es an den Keksen, doch die Füchsin schien sich nun nicht besonders beleidigt zu zeigen. Doch trotz allem konnte man deutlich erkennen, dass Nahashs Worte vielmehr durch ein Ohr hinein und durch das andere wieder hinaus gingen. In ihren Augen war sie alles andere als verblendet, ganz im Gegenteil. Sie glaubte, Wahrheiten zu erkennen, die jedem anderen Menschen auf Lebzeit verborgen bleiben würden.
"Hmm... ja...", war der einzige Kommentar, den Lawrence dazu noch hervornuscheln konnte, ehe er kaum hörbar seufzte. Nahash hatte bis zu einem gewissen Punkt wohl bestimmt Recht, doch andererseits konnte man Erfahrung wohl auch unmöglich messen. Er biss sich auf die Unterlippe. Obwohl sein Gesprächspartner den Charakter seines Pokémon in Frage stellte, konnte er auch nicht anders, als sich ebenfalls durch seine Worte gerügt zu fühlen. Und dabei wusste er noch nicht einmal, was für dieses Gefühl nun verantwortlich war. Es war frustrierend.
"Das einzige, was sie an mir findet, ist ein Spielzeug, auf das sie ihre komischen Ideale projizieren kann!", kam es dann doch mit einem Mal aus der Pistole geschossen. Die Stimmung des Schwarzhaarigen war mit einem Mal umgeschwenkt und nun fixierte er Nahash mit einem fast schon beleidigten Blick, seine Lippen dabei aufgewühlt zusammengerollt, um keinen weiteren Laut hervorzubringen. Scheinbar blieb Bill nun nicht das einzige emotionale Opfer dieses Abends, denn in diesem Augenblick glänzten in seinen Augenwinkeln auch heranrollende Tränen. Jedoch erschienen sie nicht aus Trauer, sondern vielmehr aus weiterer Frustration. Im Moment darauf atmete Lawrence allerdings schon wieder tief durch und wandte sich von seinem Gegenüber wieder ab.
"Es ist leider ein wenig kompliziert.", meinte er kurz darauf wieder mit nun sanfterer Stimme, als wollte er sich so indirekt für seinen plötzlichen Ausbruch entschuldigen. So fuhr er sich mit seinen Fingern unter seine Brille, um seine Augen sauber zu wischen, während Astra sich unterdessen nun an seine Seite begab und ihre Vorderpfoten auf seinen Schoß legte, um ihrem Trainer direkt in sein Gesicht sehen zu können. Tatsächlich spiegelten sich nun keine negativen Ausstrahlungen in der Ausstrahlung der Füchsin wieder, sie fixierte Lawrence nun auf eine fast schon neutrale, wenn auch nicht fast apathische Weise. Er hatte mit seiner Äußerung wohl einen Nerv getroffen. "Ich habe doch Recht, oder?", murmelte er kurz darauf schon vor sich hin, als er seinem Pokémon nun durch den Nacken kraulte. "Oder...?", wiederholte er noch einmal und senkte seinen Blick erneut. Auf eine merkwürdige Art und Weise war Astra ihm nun fast näher gekommen als Delilah es sein konnte. Vermutlich lag es an der Tatsache, dass sie sich eine ganz bestimmte Mentalität teilten, die von der restlichen Gesellschaft zum größten Teil verschmäht wurde. Der Drang nach Rache und der Drang zu bestrafen waren immerhin Empfindungen, die mit Boshaftigkeit schon fast Hand in Hand gingen. Kein Mensch mit solchen Bedürfnissen konnte jemals eine wirklich herzensgute Person sein. Eine Tatsache, die Lawrence durchaus bewusst war. Doch trotz allem konnte er diese Empfindungen angesichts seiner Misere nicht abschütteln. Und dann war da dieses Pokémon, das ihn nur umso weiter dazu anstacheln wollte, als wäre es der Schatten, der sie beide aneinanderkettete. Wohl so ziemlich das einzige, was sie in irgendeiner Weise verband.

"Ähm... sagen wir es so, der Tag, an dem ich dieses Vulnona gefangen habe hat auch indirekt etwas damit zu tun, dass ich jetzt diesen Gips am Fuß habe.", griff der Brillenträger nun wieder das Wort auf, in dem eher weniger effektiven Versuch, Nahash nicht außen vor zu lassen und in irgendeiner Weise noch höflich zu wirken. Mit einem sanften Drücken gegen ihre Brust schob er anschließend noch Astras Pfoten von seinem Schoß. "Man kann so viel vor seiner Vergangenheit wegrennen wie man möchte, aber am Ende holt sie einen doch ein und dann passieren... Unglücke." Mit einem nun eher frustrierten Seufzen legte er seinen Kopf schief und stützte ihn auf seiner Handfläche. "Das war zumindest das... an das ich jetzt lieber nicht denken wollte.", fügte er mit einem selbstbestimmten Nicken an und schloss für einen Augenblick seine Lider. "Tut mir Leid." Nun war er wohl derjenige, der unnötige Entschuldigungen hervorbrachte. Aber trotz allem konnte er nicht anders, als sich wie eine Person zu fühlen, die gerade lieber nicht in der Nähe von irgendjemandem sein sollte. Seine Präsenz kam eher der einer Rauchschwade gleich, die durch den Wind in eine unvorhersehbare Richtung gedrängt wurde und nun die Lungen von irgendjemand Unschuldigem quälte.
Apropos unschuldig, dafür, dass sie auf einen Jungen aufpassen mussten, der alles andere als das war, war es nun schon wieder merkwürdig ruhig. Aber solange das Felilou nicht zurück kam war nun alles in Butter, oder?

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Beitrag von Gastam Mo Sep 12, 2016 6:23 pm

# 18
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Twindrake City - Haus der Richies

Nahash kam nicht drumherum diesen Mann als höchst eigenartig einzustufen. Nun gut, das war er für ihn vielleicht auch, wenn er sich über die Entschuldigung wunderte. Dass es angeblich keinen Grund für eine Entschuldigung gab, kam dem Schwarzhaarigen jedenfalls seltsam vor und je angestrengter Lawrence versuchte, optimistisch zu klingen, desto eigenartiger klang es. Bloß vermochte Nahash nicht einzuschätzen, ob es nun ernst gemeint war oder doch nur erzwungen. Wer konnte das schon sagen? Nun, abgesehen von jeder Person, die sich auch nur ein wenig mit sozialen Interaktionen befasste. Ja, wahrscheinlich wäre Lawrence mit jeder anderen Person besser aufgehoben, als mit jemandem, der alles nur noch schlimmer machte, egal was er sagte. Bloß konnte Nahash sich nicht einfach wegwünschen, wie ein Pokémon Teleport anwenden konnte. Wahrscheinlich wäre es auch einfach zu unhöflich, nun abzuhauen.
Und dann war da immer noch Astra, die wohl gänzlich unempfänglich für Worte war. Nun, wenn sie wirklich schon so lange lebte, dann war das wohl in gewisser Weise verständlich, aber nicht besonders klug. Man lernte sein Leben lang, war es nicht so? Man lernte immer wieder etwas Neues. Niemand war allwissend oder allmächtig, weswegen der Schwarzhaarige dem Vulnona mit einem recht emotionslosem Blick begegnete. Weitere Worte waren Verschwendung. Das war zumindest klar zu erkennen. Ohnehin war es wohl nicht seine Aufgabe, Vernunft in uralte Pokémon einzubläuen. Er würde es sich auch sicherlich nicht zu seiner Aufgabe machen. Zu Nahashs Überraschung hatten seine Worte offenbar jemanden getroffen, den sie nicht hatten treffen sollen. Lawrence Reaktion traf jedenfalls nur auf Unverständnis. Der Gesichtsausdruck, die nassen Augen; er kam ja doch nicht drumherum diesen Mann innerlich als irgendetwas abzustempeln, für das er keine Worte fand. Vielleicht schwach? Auch, wenn es ihm nicht ganz gerecht erschien.
Fakt war, dass Nahash keinerlei Ahnung darüber hatte, was in Lawrence vorging, was ihn beschäftigte und was ihn berührte. Grübelnd seufzte er lediglich und fuhr sich langsam durchs Haar, als wollte er nicht, dass Lawrence den grübelnden Ausdruck auf seinem Gesicht sah - obwohl jener sich längst abgewendet hatte. Fakt war jedoch auch, dass Astra diesen Mann wohl mehr zu schätzen wusste, als dieser zugeben wollte. Vielleicht war die Beziehung dieser beiden; von Trainer und Pokémon; doch vergleichbar mit seiner eigenen Situation. Vergleichbar und trotzdem anders. Zumindest brachte es Nahash definitiv nicht zum Weinen, sich als Spielzeug zu bezeichnen. Aber der Unterschied lag wohl schlicht darin, dass es Nahash grundsätzlich egal war, ob er nun als Werkzeug fungierte oder doch nur ein Spielzeug zum Amusement war. Nein, er war ein Werkzeug. Schon immer gewesen. Und als solches war es nun einmal seine alleinige Aufgabe, den Nutzer zufriedenzustellen. Etwas, was er bereitwillig akzeptierte und nicht hinterfragte. Er durfte es nicht. Vor allem wollte er es auch nicht.

Während Lawrence mehr oder weniger mit seinem Vulnona kuschelte, richtete sich Nahash wieder auf und setzte die Tüte auf dem Tisch ab. Neben Lawrence. Er konnte sie schlicht und ergreifend behalten, vielleicht seinen anderen Pokémon welche abgeben, vielleicht sie auch einfach alle an Astra verfüttern. Immerhin konnte der Schwarzhaarige ja auch einfach neue backen. Würde er wohl ohnehin müssen, spätestens wenn Zaara ihn wieder belagerte. Schließlich folgte eine Erklärung. Eine, nach der Nahash nun wirklich nicht gefragt hatte. Eine, für die er einfach kein Verständnis hatte. Jeder Mensch hatte Geheimnisse, richtig? Jeder Mensch hatte seine Vergangenheit, seine Erlebnisse. Er war nicht scharf darauf, jemandes Lebensgeschichte aufgebrummt zu bekommen. Jemandes Sorgen zu erfahren oder jemandem Trost zu spenden. Ha, er wusste ja nicht mal wie! "Das ist furchtbar", "das ist schade", "das muss schwer sein" - was erwartete man nun von ihm? Tatsächlich war der Umstand, dass Nahashs Gesicht umso kältere Züge annahm nun wirklich keinerlei Trost.
"Ich habe nicht um Erklärung gebeten.", folgte schließlich auch die kühle, mitgefühlslose Antwort. Nicht, dass man sich noch verpflichtet fühlte, ihm seine ganze Lebensgeschichte aufzutischen. Tatsächlich war es aber gar nicht so böswillig und abweisend gemeint, wie es wohl klingen mochte. Nein, wenn Lawrence es mit negativen Erinnerungen verband, dann wollte er diese Gefühle nicht unbedingt aufwirbeln, weil man sich dazu verpflichtet fühlte, ihn aufzuklären. "Es ist in Ordnung unangenehme Dinge zu verschweigen. Vor allem einem Fremden gegenüber.", folgte nach kurzem Zögern dann auch eine eigene Erklärung. Nach der auch nicht gebeten worden war.
Was darauf folgte ließ Nahash jedoch ziemlich entgeistert zurück, sodass er Lawrence; unfähig es zu verdrängen; kommentarlos anstarrte. Den Mund leicht geöffnet, um das Wort zu ergreifen. Worte wollten aber keine folgen. Er wollte es abstreiten. Hätte am liebsten damit herausgeplatzt, dass die Vergangenheit egal war, wenn man im Jetzt leben wollte... aber er hatte recht. Lawrence hatte schlicht und ergreifend recht. Eine unliebsame Erkenntnis, aber er hatte verdammt nochmal recht. "Das... kann man wohl nicht...", stimmte er zögerlich; leise; zu und ballte die Hand so kräftig zur Faust, dass sie zu zittern begann. Weglaufen? Es klang ja einfach, aber im Endeffekt holte die Vergangenheit einen doch immer wieder ein. Aber vielleicht musste sie. Vielleicht war es ihre Aufgabe, jemanden an vergangene Fehler zu erinnern, damit er sie nicht erneut beging. Jemanden an Fehler anderer zu erinnern, damit man diese Fehler gar nicht erst beging.
So schnell wie die Anspannung gekommen war, verschwand sie schließlich auch schon wieder. "Aber dann muss man aufhören, vor ihr wegzulaufen und sie konfrontieren.", teilte er seine Erkenntnis schlussendlich. Allerdings nicht wirklich, um Lawrence aufzubauen - da er ohnehin nicht wusste, wie Lawrence damit umging -, sondern schlicht, weil er diese Erkenntnis so eben gemacht hatte. Damit einher ging ein eigenartiger Entschluss, den er am liebsten doch sofort wieder begraben hätte; wäre er nicht fest entschlossen gewesen.
Ein einfacher Blick aus dem Fenster war es schließlich auch, der diese Thematik für Nahash nun völlig begrab und einen schockierten, ungläubigen Gesichtsausdruck zurückließ. Er konnte es einfach nicht fassen. "Ich bring ihn um.", verließ mit einer fast schon furchteinflößenden Ernsthaftigkeit seine Lippen. Man konnte wirklich glauben, seine Aussage wäre vollkommen ernst gemeint. Im Affekt war sie das höchstwahrscheinlich auch und die Tatsache, dass er begann, sich die Hemdärmel hochzukrempeln, mochte den Eindruck wohl noch stützen, ehe er zurück in den Garten stürmte.

Was er vorfand war das Werk eines Teufels. Nein, nicht das eines Teufels, sondern eines verzogenen und dreisten Kindes. Von Glück konnte Bill sagen, dass es Aliqua war, die ihm nachgeschickt wurde. Acacia, das bösartige Kirlia, hätte nämlich schon längst kurzen Prozess gemacht. Und zwar sehr kurzen. Auf dem Boden lag das Felilou. Eingewickelt in Stracheldraht, in das es sich immer weiter verstrickt hatte, bis es schließlich reglos liegen geblieben war. Kein Wunder hatte Nahash zunächst geglaubt, dass der Junge Grenzen überschritten hatte, die ihm den Kopf kosten würde. Doch mit den anbahnenden Schritten hatte Aliqua schon recht bald wieder Regung gezeigt und versuchte zumindest ihren Kopf in Richtung ihres Trainers zu drehen. Von Bill fehlte jede Spur. Dafür steckte jedoch ein Spaten in der Erde neben Aliqua. Eins und eins zusammenzählen fiel da wohl nicht besonders schwer. Ins Besondere, da der Schuppen, in dem die Gärtner wohl all ihre Untensilien aufbewahrten, aufgebrochen worden war. Deswegen nutzte man auch kräftige Schlösser und keine einfach zerstörbaren, wie sie an kindischen Tagebüchern zu finden waren. Wie jemand auf die Idee kommen konnte, mit Stacheldraht zu spielen, war dem Schwarzhaarigen jedoch gänzlich unbegreiflich.
Verzogen war im Grunde kein Ausdruck für dieses Kind und warum die ursprüngliche Babysitterin sagte, dass man jede Hilfe brauchen konnte, die man kriegen kann, war auch längst kein Rätsel mehr. Natürlich hatte Nahash nicht vor, Bill wirklich umzubringen. Er war ein Kind. Ein dummes, verteufeltes Gör. Aber ein Kind. Zumindest würde er ihm für diese Aktion aber gehörig Angst einjagen. Das stand fest. Nachdem er Aliqua von dem Stacheldraht befreit hatte, natürlich. Da aber dummerweise keine Gartenschere oder Ähnliches griffbereit lag und er auch nicht vor hatte, sich nun groß umzusehen, versuchte er schlicht und ergreifend mit seinen Händen den Stacheldraht wieder zu entwickeln. Möglichst vorsichtig, um sein Felilou nicht weiter zu verletzen. Dass er sich dabei selbst verletzte, kümmerte ihn herzlich wenig und zumindest war Stacheldraht nicht unbedingt scharf. Zumindest dieser nicht. Wahrscheinlich diente er ursprünglich nur dazu, lästige Käferpokémon vom teuren Blumenbeet fernzuhalten. Nur war ein Felilou kein Käferpokémon und an das Blumenbeet war Aliqua bestimmt auch nicht gegangen.
Spuren hatte das Ganze jedenfalls deutlich hinterlassen, als das befreite Felilou sich aufrichtete und enthüllte, dass es die linke Hinterpfote wohl deutlich erwischt hatte. Während Aliqua Richtung Haus humpelte, kehrte der Übeltäter schließlich zurück. In seinen Händen einen Karton, den er wohl aus der Papiertonne gefischt hatte. Offensichtlicher konnte man es wohl nicht mehr machen. Der Karton wurde jedoch zeitig losgelassen und die Beine wurden schleunigst in die Hand genommen, nachdem er bemerkt hatte, dass er erwischt worden war. Eines konnte Bill jedoch nicht wissen. Dass Nahash deutlich schneller war, als er, wenn er ernst machte. Diesen Bengel damit davonkommen lassen? Nicht mal im Traum. Und nicht mal im Traum hätte Bill damit gerechnet, dass man ihn so schnell im Nacken zu fassen bekam. Seine panischen Hilferufe halfen ihm jedoch auch nicht weiter, als Nahash ihn förmlich zurück in die Küche schleifte, nachdem Aliqua ebenfalls in die Küche gehumpelt war.

Zumindest die Hilferufe verstummten jedoch schleunigst, als der Schwarzhaarige ihn nun stattdessen am Kragen packte und grob anhob, um ihn auf den Küchentisch zu setzen. Kaum war das erledigt, knallten seine Hände auf den Tisch. Links und rechts vom Jungen, während er sich so weit zu Bill vorlehnte, dass er keine andere Wahl hatte, als ihm in die Augen zu schauen. In wirklich eiskalte Augen, die gerade die Fähigkeit zu allem Unaussprechlichem ausdrückten. "Stacheldraht.", folgte das plumpe Wort. "Soll ich dich mal darin einwickeln?" Eigentlich klang es nach keiner schlechten Methode, um diesem Jungen Verstand einzuprügeln. Dann wiederum hatte Lawrence sicherlich ein Wörtchen mitzureden und würde derartige Methoden nicht unterstützen. Das taten normale Menschen schließlich nicht. Die Antwort war ein hastiges Kopfschütteln. Wahrscheinlich, weil er sich nicht traute, auch nur im Ansatz das Wort zu erheben.
Weitere Drohungen waren fast schon überflüssig. Der ängstliche Gesichtsausdruck des Jungen machte in gewisser Weise deutlich, dass er seine Tat bereute. Zumindest jetzt, wo er erwischt worden war. Angst war aber meistens ein überaus guter und effektiver Lehrmeister. "Du tust so etwas nie wieder.", sagte er eindringlich. Es klang wie ein Befehl, war in Nahashs Augen jedoch eine simple Feststellung. Er würde wohl nicht ausführen müssen, was ansonsten geschah. Nicht, dass er da überhaupt einen Plan im Hinterkopf hatte. Als der Schwarzhaarige sich zurück zog, sprang Bill schleunigst auf und rannte was das Zeug hielt, Richtung Flur; vielleicht auf den Weg in sein Zimmer, wo er sicher war.
Der Schwarzhaarige sah dem Bengel; an Ort und Stelle verharrend; hinterher, während er den Verband, der seine rechte Hand zierte, langsam abwickelte. Nicht nur hatte der Stacheldraht ihn ohnehin in Mitleidenschaft gezogen, es gab außerdem auch noch etwas gänzlich anderes zu erledigen. Denn ein unumstößlicher Fakt war es in seinen Augen, dass diese ganze Miesere seine Schuld war. Aliqua war seine Verantwortung. Wenn sie sich von einem Kind erwischen ließ, was sagte das dann aus? Wohl nur, dass es Nahashs Versagen war. Er hätte aufpassen müssen. Er hätte sich absolut sicher sein müssen, dass Aliqua mit dem Bengel fertig wurde. Vielleicht hätte er auch einfach selbst ein Auge auf dieses Kind werfen müssen, wenn auch unfreiwillig. So oder so trug er die Schuld daran, dass Aliqua etwas zugestoßen war.

Das wehleidige Mauzen des Katzenpokémon klang fast schon wie ein Anflehen, als es Nahash zur Spühle hinterher humpelte. Unter anderem, weil es nun einmal genaustens wusste, was im Kopf seines Trainers wohl gerade vor sich gehen mochte. Auch, wenn jener die Beschwerde seines Felilous geschickt ausblendete und ignorierte. Nun, nicht vollkommen. Zumindest nahm er sich noch einen Moment um das Katzenpokémon zu betrachten. Das Fell, wie ihm erst jetzt auffiel, war ziemlich zerzaust und nicht nur die eine Hinterpfote schien in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein. Der Anblick erleichterte ihm den Griff zum Messerblock ungemein, ehe er sich mit einem dieser Messer selbst in die verheilende Wunde an seiner rechten Hand schnitt, das Messer in die Spühle legte und kurz darauf einen der Küchenschränke aufriss, um sich Salz in die Wunde zu streuen - allerdings nicht sprichwörtlich.
Dass er sein Gesicht vor Schmerz verzerrte war die logische Konsequenz und so abgestumpft der Auftragskiller im Bezug auf Schmerzen auch war, Salz war eben immer noch etwas anderes. Da merkte man erst, wie das Sprichwort eigentlich zustande gekommen war und warum man sich für gewöhnlich kein blankes Salz in die Wunde streute. Während er den brennenden Schmerz schlicht zu ertragen versuchte, stützte er sich deutlich an der Spühle ab und kämpfte innerlich mit dem Verlangen, nun einfach den Wasserhahn aufzudrehen und die Wunde zu kühlen. Aber Strafe musste sein.
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Beitrag von Lawrenceam Sa Sep 17, 2016 1:26 am


Lawrence und Nahash
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#129

Lawrence sah ein wenig überrascht auf, als Nahash diese Tüte plötzlich neben ihm abstellte. Waren das nicht die Kekse, die er zuvor an Astra verfüttert hatte? Mit großen Augen sah er dem Schwarzhaarigen nach dieser Tat hinterher und musste danach seinen Kopf wieder senken. In seinem momentanen Leidensgenossen musste eine merkwürdige Art von Güte stecken, die er so nicht näher definieren konnte. Zumindest schien es so, als hätte Nahash trotz seines unnahbaren Äußerungen eine Art Drang nach menschlicher Nähe, besonders wenn man seine Unbeholfenheit während sozialen Interaktionen betrachtete. Aber warum machte er sich nur so viele Gedanken darum? Letzten Endes war er auch nur ein Fremder. Ein Fremder, dem er nach dieser Angelegenheit bestimmt nie wieder über den Weg laufen würde. Er wollte es auch gar nicht. Letzten Endes brachte es nur Unglück, versuchte er sich auf irgendeine Weise mit jemandem einzulassen und trotz allem konnte er es nicht verhindern. Er fühlte seit seiner letzten Begegnung mit Sacheverell die Katastrophen wieder förmlich anrollen. Dieser eingegipste Fuß, wegen dem er seit einigen Tagen schon nicht seinen Pflichten nachkommen konnte, machte diese Umstände nicht gerade besser. Doch trotz allem widerstand der Brillenträger dem Bedürfnis, sein Gesicht nun einfach in seinen Händen zu vergraben.
Die nächsten Worte Nahashs weiteten jedoch seine Augen und langsam drehte er kurz darauf seinen Kopf zu seinem Gesprächspartner, brachte jedoch kein Wort heraus. Sein Hals fühlte sich auf eine quälende Art und Weise verknotet an, dieses Gefühl war geradezu brennend wie das Chaos in seiner Brust, aber dennoch blieb ihm nichts anderes übrig, auf diese Tatsachen hin beklommen mit einem verzerrten, aufgesetzten Lächeln zu nicken. Nie im Leben hätte er gedacht, dass jemand mit ihm diese Ansichten teilen würde. Ja, es war absolut unnötig, anderen von solchen Dingen zu berichten. Es half niemandem etwas. Weder ihm noch der Person, der er seine Vergangenheit beichtete. Und trotz allem existierten so viele Leute, die einen in geheuchelter Freundlichkeit umschwärmten und Dinge sagten, die mit Sicherheit nicht ernst gemeint waren.

"Oh ja, das Gefühl kenne ich. Du tust mir Leid." - "Wenn etwas ist, kannst du jederzeit zu mir kommen!" - "Du solltest darüber reden, dann fühlst du dich bestimmt besser."

ALLES FALSCH. Er wusste es doch selbst ganz genau. Er wusste ganz genau, dass er selbst in solchen Situationen diese Parolen auch nur wie ein hirnloser Zombie herunterratterte, um freundlich zu wirken, um höflich zu sein, um in irgendeiner Weise auch Sympathie auf sich selbst zu lenken. Es war so unglaublich heuchlerisch, so bizarr, allein schon beim Gedanken daran wurde ihm speiübel. Dabei gab es doch nur eine Person mit der er zu gerne über diese Ereignisse geredet hätte, die vielleicht verstanden hätte, was ihm in den letzten zwei Jahren widerfahren und wie er darüber fühlte. Aber nun konnte er es nicht mehr. Wenn Hoffnung eine Schneekugel war, die mit jeder Erschütterung nur wieder an Schönheit gewann, waren die Ereignisse der letzten Tage der Wurf gewesen, die diese Illusion zerstört hatten. Nun breitete sich alles in einem feuchten Teppich aus grauweißen Krümeln und aufgesogenem Plastik aus, auf den er nur mit blankem Entsetzen hinabstarren konnte. Er war immer noch nicht darüber hinweggekommen. Und er würde es vermutlich zu keiner Lebzeit, solange ihn niemand von diesem Fluch befreien würde. Er hatte seine Prinzipien verraten und nach der Person gesucht, die seinen Wandel in seinen Augen willkommen gehießen hätte und ihn vielleicht verstanden hätte, aber nun? Da draußen gab es nichts mehr, was seine Existenz validierte und so versuchte er einfach verzweifelt sich an jeden Halm zu krallen, der ihm einigermaßen ein Gefühl von Sicherheit gab. In den letzten Scherben der Hoffnung, dass trotz dessen kein weiteres Unglück geschehen möge.

Abrupt wurde Lawrence allerdings aus diesen Gedanken gerissen, als er eine komplett andere Reaktion an Nahash beobachtete. Überraschenderweise schien er doch emotionaler reagieren zu können, als er bisher geschätzt hatte, doch trotz allem konnte er nicht anders, als nach seinen letzten Worten frustriert ins Nichts zu starren. Als hätte ich es nicht versucht, ging es ihm mit einem giftigen Tonfall durch den Kopf und er vergrub seine Fingerkuppen tief in seinem Schoß, bis er endlich den Schmerz fühlte. Er konnte sich nach wie vor keinen Reim aus dem Verhalten seines Gegenübers machen. Aber trotz allem bezweifelte er nicht, dass in seinem Inneren vermutlich mehr vor sich ging, als es von Außen den Anschein hatte. Er selbst war doch auch nicht anders. Doch genau diese Ähnlichkeit war es auch, die ihn umso mehr hoffen ließ, dass er nach den heutigen Geschehnissen nicht mehr allzu viel mit diesem Mann, der sich Nahash nannte, zu tun haben würde. Trotz seiner freundlich Gesten beunruhigte er ihn zutiefst... vielleicht konnte man es fast schon eine irrationale Art der Angst nennen. Und ausgerechnet mit jemandem wie ihm steckte er in dieser Situation fest. Der Stress war beinahe unerträglich, doch gewisse andere ablenkende Gedanken verdrängten diesen Stress beinahe vollkommen.
So war er zu sehr auf sich selbst fixiert, um Nahashs Kommentar zum äußeren Geschehen wahrzunehmen, zeigte sich allerdings sichtlich verwundert, als dieser plötzlich nach draußen zu gehen schien und griff sich daher eine seiner Krücken, um seine linke Seite zu stützen und zum Fenster zu humpeln. Das Geschehen, das sich dort draußen abspielte, verfolgte er dabei mit deutlichem Entsetzen über die Tat dieses Jungen, der mit Sicherheit zu einer Kreatur heranwachsen würde, über die er nun lieber nicht nachdenken wollte.
Als Nahash Bill schließlich für eine sehr knapp gehaltene Standpauke zurück in die Küche schleppte verblieb er weiter im Abseits am Fenster und versuchte die Anspannung, die sich gerade vor ihm aufbaute, größtenteils zu ignorieren und dabei die Scham, die ihn überkam, mit allen mentalen Mitteln zu ersticken. Beide Seiten waren komplett falsch. Bill für das quälen des Felilou und Nahash mit seiner Drohung, die bei einem Gör wie Bill wahrscheinlich überhaupt nichts mehr bringen würde. Ein Einmischen lohnte sich jedoch nicht mehr. Sollten sie doch verfahren, wie es ihnen beliebte. Er würde vermutlich bald das Weite suchen, sobald sich eine passende Gelegenheit ergab, diesen Wahnsinn konnte er nicht länger ertragen. Er wollte einfach nur noch ins Bett. Unter diesem Gedanken bemerkte er auch nicht, wie Astra Bill scheinbar gemächlich folgte, nachdem dieser die Küche verlassen hatte.

Die nächsten Ereignisse änderten die Meinung des Brillenträgers jedoch rapide. Zunächst hatte er vermutet, Nahash würde mit dem gelösten Verband vielleicht sein Pokémon verarztern wollen, doch die darauf folgende Tat war derart hirnrissig, morbide und abscheulich, dass ihm für einen Moment fassungslos der Atem stehen blieb, als er dieses Geschehen bezeugen musste. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er Nahash an, als dieser Prozess im Gange war und humpelte mit unbeholfenen Krückenbewegungen langsam aber beständig näher an ihn heran. "Was... wa...", stammelte er ungläubig hervor, starrte auf die aufgerissene Wunde, bei deren Anblick sich erneut Übelkeit in ihm breit machte. Und pures Unverständnis.
"WAS GLAUBST DU, TUST DU DA?!" Abrupt ließ der Arenaleiter seinen freien, rechten Arm hervorschnellen, um seine Faust im Gesicht seines Gegenüber zu platzieren. Es mochte zu spät sein, Nahash in seiner Selbstverstümmelung zu stoppen, doch in den Augenblicken, in denen selbst sein eigenes Hirn zu funktionieren versagte, schien Gewalt das einzige Mittel zu sein, um Menschen wieder zu Sinnen zu bringen.

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Lawrence
Lawrence
狐火
Arenaleiter von Twindrake City

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Geese:

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Beitrag von Gastam Sa Sep 17, 2016 3:43 am

# 19
NAHASH & LAWRENCE
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Der "Standpauke" hatte Lawrence wohl nicht viel hinzuzufügen. Jedenfalls hatte er sich nicht wirklich eingemischt. Mochte vielleicht auch nicht groß verwundern, wenn es dabei um einen Bengel ging, der ganz üble Dinge vor gehabt hatte. Vielleicht war er es aber auch einfach nur leid? Wer wusste das schon. Fakt war immerhin, dass sie beide nicht freiwillig hier waren. Wo jedoch der Umgang mit Bill nicht weiter erwähnenswert war, hatte Lawrence jedoch bei einer ganz anderen Sache etwas einzuwenden. Etwas, womit Nahash nun eindeutig nicht gerechnet hatte, als ihm nach einem plötzlichen Aufruf auch noch eine Faust entgegenflog. Obwohl er durchaus versucht hatte, dem Angriff auszuweichen, tat die brennende Hand und die Überraschung sein Übriges. Der Versuch war da, doch der drohenden Faust gänzlich auszuweichen schaffte der Schwarzhaarige trotzdem nicht, sodass sie ihn nicht nur an der Wange erwischte, sondern er auch noch zusätzlich auf den Küchenfliesen ausrutschte.
Schleunigst versuchte der Schwarzhaarige, irgendwo Halt zu finden, um nicht nähere Bekanntschaft mit dem Boden machen zu müssen. Halt fand er jedoch keinen. Zumindest keinen, den er effektiv hätte nutzen können. Der Rücken machte baldigst unfreundliche Bekanntschaft mit den Griffen der unteren Küchenschränke. Während des Geschehens hatte das treue Felilou sich so weit aufgerafft wie ging, machte einen Buckel und fauchte den fremden Mann so eindringlich an, dass es fast nicht die Geste seines Trainers bemerkt hätte, die zu Schweigen deutete. Kurz darauf verstummte das Katzenpokémon auch schon, obwohl es Lawrence im festen, misstrauischen Blick behielt.
Nun schmerzte nicht nur die wieder geöffnete, brennende Wunde, sondern auch noch die Wange und der Rücken, sodass Nahash für den ersten Moment auf dem Boden sitzen blieb. Nicht, weil er nicht wieder aufstehen konnte, sondern weil er auch noch nicht wollte. Stattdessen blickte er stumm zu Lawrence auf, dessen plötzlicher Schlag noch immer eine Überraschung darstellte. Ein weiterer Beweis, dass man sich nirgends sicher fühlen konnte. Nein, dass man stets aufpassen musste. Auch, wenn er Lawrence nicht als Gefahr kategorisert hatte, hatte er damit wohl gänzlich daneben gelegen. Dann wiederum ging der andere Mann nicht brutal auf ihn los, um ihn umzubringen. Der plötzliche Ausbruch mochte also einen tieferen Sinn haben, als ein plötzlicher Angriff mit dem Ziel zu töten.

"Schmerzen sind die beste Erinnerung daran, den selben Fehler kein zweites Mal zu begehen.", ließ er plötzlich verlauten, während er noch immer zu Lawrence aufsah. Monoton. Emotionslos. Wie eine Selbstverständlichkeit. Nun, es war eine - für ihn zumindest. Hatte sein Vater ihm schließlich nicht beigebracht, dass Strafe unausweichlich, nein, notwendig war? Schmerzen waren Abschreckung, also musste es doch sinnvoll sein, richtig? Nicht nur Abschreckung, aber sich zu verletzen, Schmerzen zu erfahren, das war in seinem Berufsfeld doch vollkommen natürlich. Es war normal... richtig? Konnte man Lawrence' Tat also wie eine Art Unterstützung verstehen? Aber dann machte der plötzliche Ausruf keinen Sinn. Es widersprach sich. Als würde er nun seine eigenen Worte anzweifeln, runzelte er seine Stirn und blickte skeptisch drein. Nun, an Schmerzen erinnerte man sich doch, das war wohl Fakt. Zumindest hatte es bisher immer für ihn gegolten.
Und dann traf sie. Die Erkenntnis! Während der Schwarzhaarige angestrengt auf seine Hände blickte, bequemte sich Aliqua zu ihm. Brachte ja doch nichts an Ort und Stelle zu verharren. Der Blick golt nichtsdestotrotz Lawrence. Wer wusste schließlich, ob dieser Wahnsinnige nicht doch zur nächsten Tat schreiten würde? Nun, zumindest für Aliqua war dieser Mann der wirklich Wahnsinnige. An Nahashs stupide Aktionen war sie schließlich mehr oder weniger gewöhnt, weshalb sie auch nur allzu gerne darauf aufpasste, dass ihm sonst niemand etwas tat. "Hätte ich tiefer...?", fragte der Schwarzhaarige sich schließlich. Die Tatsache, dass Lawrence ihn geschlagen hatte, interessierte ihn offensichtlich weniger. Wahrscheinlich hatte er ohnehin nur zugeschlagen, weil Nahash es völlig falsch machte. Das musste es doch sein! "Oder die Linke...?"
Kopfschüttelnd richtete er sich schließlich doch langsam wieder auf. Nun, vielleicht war das nun doch egal. Immerhin war Strafe nun einmal Strafe. Wen interessierte es da schon, ob richtig oder falsch? Er würde es sich einfach für das nächste Mal merken oder eher, sich das nächste Mal damit auseinandersetzen. Sobald es ein nächstes Mal gab. Schließlich wollte Nahash es nicht unbedingt darauf anlegen. Vorsichtig schritt er erneut zum Spühlbecken. Dieses Mal gefasst auf einen erneuten Schlag. Man wusste schließlich nie. Allerdings hatte er dieses Mal auch nicht vor, sich weiter zu verletzen, sondern drehte kurzer Hand den Wasserhahn leicht auf und hielt die verletzte Hand unter das Wasser. Nun, mit schmerzendem Rücken und pochender Wange konnte man zumindest das Brennen der Hand ein wenig lindern. Das war doch wohl vollkommen legitim.

Der Blick wanderte vom fließendem Wasser aber schleunigst zu Lawrence herüber. Immerhin gab es da durchaus etwas dringliches, was er doch noch wissen musste. Und wie dringlich es doch war. "Du solltest Leute allerdings nicht vorwarnen, wenn du vor hast, sie zu schlagen." Man konnte dem Tonfall entnehmen, dass es wohl als ernster Verbesserungsvorschlag gemeint war. Man hätte es durchaus auch als Scherz deuten können, wäre es nicht so ernst ausgesprochen worden. Nur wenig später bemerkte der Schwarzhaarige jedoch seinen Fehler, sah für einen Moment verwundert drein, ehe er sich wieder dem fließendem Wasser widmete. "Ich meine... Sie...", korrigierte er sich, auf das Wasser blickend, als würde er es Siezen wollen. Ein dummer Fehler. Wirklich. Wie war er nun zum einfachen Du abgeschweift? Distanz wahren. Nicht, dass das schwer gewesen wäre. Wenn diese ganze Scharade vorbei war, würden sie sich wahrscheinlich ohnehin niemals wieder über den Weg laufen. Zumindest nicht, solange Lawrence sich nicht als Feind entpuppte. Viel wusste Nahash schließlich nicht über ihn, aber das klang dann doch absurd.
Wichtiger waren nun ohnehin andere Dinge, als der Gedanke daran, ob er diesem Mann jemals als Feind gegenüberstehen könnte. Zum Beispiel die Frage, ob man Ruhe finden würde oder etwas gutes zu Essen, das schnell ging und nicht mit großem Aufwand verbunden war. Sogar eine Tiefkühlpizza würde er nun essen, wenn er die Gelegenheit dazu hätte. Allerdings bezweifelte er, dass diese Familie auch nur einen Hauch von irgendwelchen Fertiggerichten besaß. Vermutlich hatten sie für gewöhnlich ohnehin einen Koch, der fünf Gänge Menüs zubereitete.
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Beitrag von Lawrenceam Sa Sep 17, 2016 11:04 am


Lawrence und Nahash
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#130

Wenn Lawrence ehrlich war, hatte er nicht einmal damit gerechnet, Nahash mit seinem Schlag zu treffen. Er wusste eigentlich noch nicht einmal wirklich, womit genau er nun gerechnet hatte. Er wollte in diesem Augenblick einfach nur, dass es aufhörte. So starrte er mit einer seltsamen Mischung aus Verwirrung und blanker Wut auf den Älteren zu seinen Füßen nieder, er war so aufgewühlt, dass er seinen Atem kaum mehr bändigen konnte und daher eigentlich erschöpfter wirkte, als er es wegen einem einzigen Schlag eigentlich sein sollte. Physisch zumindest. So starrte er Nahash einfach nur an und blendete das über diese Aktion erboste Felilou aus. Er musste sich beruhigen. Nachdenken. Was hatte er denn nun mit solch einer impulsiven Aktion bezwecken wollen, außer den Stopp dieses grotesken Anblicks? Erneut spürte er, wie sich die Übelkeit in ihm breit machte und das, obwohl er bisher noch nie ein Problem damit gehabt hatte, Blut oder Wunden zu betrachten. Hatte er schlicht und ergreifend wieder die Kontrolle verloren und einen irrationalen, emotionalen Ausbruch erlitten? Allein der bloße Gedanke schnürte seine Kehle ein weiteres mal zusammen und seine Sicht verschwamm. Selbst wenn er seine Tat nun rechtfertigen wollte, er konnte nicht sprechen. Zumindest nicht so. Er wusste nicht mehr, was er nun eigentlich wollte. Aber eines war sicher, er versuchte nicht mehr länger seine Emotionen auf diese Weise zu verfluchen wie er es sonst immer tat. In diesem Augenblick hatte es bestimmt einen Grund für seine Handlung gegeben. Er musste ihn nur noch finden...!
Der Nonsens, den Nahash kurz darauf auch schon von sich gab, weckte in dem Brillenträger das Bedürfnis, ihn am Kragen zu packen und einmal ordentlich durchzuschütteln, doch mit Sicherheit stellte sich das mit nur einem freien Arm als so gut wie unmöglich heraus. Stattdessen biss er sich frustriert auf seine Unterlippe. Sich selbst als Lektion Schmerz zuzufügen?! Ihm war danach zumute, jetzt einfach schreiend aus dem Fenster zu springen, bevor er dieses Geschrei gegen Nahash richten konnte. Es war zu offensichtlich, dass dieser Kerl nicht im geringsten verstand, was er versuchte ihm mitzuteilen. Er blieb einfach eiskalt und unnahbar, er beschwerte sich noch nicht einmal darüber, dass er ihn geschlagen hatte. Es machte ihn fuchsteufelswild! Vor zwei Jahren noch wären ihm diese Geschehnisse wahrscheinlich nicht derart nahe gegangen, aber inzwischen konnte er von sich wohl behaupten, dass dieser Mann nun so gut wie tot war, ein Schatten seiner selbst. Es war bestimmt nicht unüblich für Schatten, sich derart negativen Handlungen zu bedienen, also versuchte er ausnahmsweise einmal nicht seiner persönlichen Moral nachzugeben.

Der letzte Kommentar, den der Schwarzhaarige ihm anschließend an der Spüle entgegenwarf, war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Als ob er so etwas nun hören wollte! Er verstand nichts! Er verstand wirklich rein gar nichts!
Noch einmal schnellte sein rechter Arm hervor, dieses mal um Nahash am Kragen zu packen und ihn näher heranzuzerren. Ihm war es egal, ob er sich nun wehren würde. Schwer war es mit Sicherheit nicht, denn auch so war es bereits schwierig genug, mit dieser Krücke einen ausreichend festen Stand zu bewahren.
"Bist du wahnsinnig...?", hauchte er ihm mit deutlicher Aggression entgegen, ehe er ihn doch von sich stoßen musste, da er sonst drohte, umzufallen. "Schmerzen als Erinnerung? Willst du mich verarschen?!" Nun hatte er seine Hemmungen wohl vollkommen eingebüßt. Eigentlich griff er so gut wie nie auf eine harte Ausdrucksweise zurück - es sei denn, er war betrunken. Und diesen Zustand konnte man bestimmt damit vergleichen. Manchmal brachte es nichts mehr, der Gesellschaft einen guten Mann vorzuheucheln, wenn man in Wirklichkeit doch wusste, dass man alles andere als das war. "Wenn dir dein Gefühl schon diktiert, dass du etwas falsch gemacht hast und du es selbst einsiehst, warum das Ganze?! Warum dich dann selbst verstümmeln? Das ist doch total krank!", schimpfte er hasserfüllt los, musste im Moment daraufhin jedoch innehalten, da ihn ein plötzlicher Hustenreiz ergriffen hatte. Diese Aufregung war nicht gut für ihn, aber er wollte endlich seinen Punkt rüberbringen, egal wie unverständlich er eventuell sein mochte.
"Glaubst du, es gefällt deinem Pokémon, wenn du dich wegen ihm auch verletzt? Glaubst du, es ist schön, wenn das irgendwer mitansehen muss?!" Seine Hände verkrampfte sich allmählich und er hob seinen Handrücken leicht vor seinen Mund, versuchte dabei ein Keuchen zu unterdrücken. "Wenn ich weiß, dass ich etwas Falsches getan habe, dann TUE ICH ES EINFACH NICHT MEHR!", schrie er zuletzt mit gebeugtem Kopf hervor und dieser endgültige Verlust über seine Beherrschung sorgte nun dafür, dass ihm kurzerhand die zurückgehaltenen Tränen über die Wange liefen. Er wusste immer noch nicht, weshalb ihm diese Angelegenheit so nahe ging. Vielleicht widerte ihn die bloße Mentalität an, vielleicht war es der Schock über diese urplötzlich aufgetretene Situation. Er hatte zuvor nicht hinterfragt, weshalb Nahash einen Verband trug, da er sich auch nicht nach seinem Gips erkundigt hatte, aber vielleicht war er jemand, der sich so etwas häufiger antat? Bei seinen Worten klang das sogar sehr wahrscheinlich. Egal um wen es sich dabei handelte, er wollte solche Handlungen einfach nicht mitansehen müssen. Es war wie eine Beleidigung für ihn. Eine Beleidigung für den Schmerz, den er bisher völlig ohne jegliche Wunde erduldet hatte.

Sein unkontrollierter Ausbruch forderte letztendlich doch seinen Tribut. Obwohl er sich bis jetzt noch zusammengerissen hatte, konnte er nicht anders, als im Moment darauf schon nach Luft zu schnappen und seinen Handrücken näher an sein Gesicht heranzuführen. Tief durchatmen. Er musste es nicht so weit kommen lassen. Er wusste ganz genau, dass er über solchen Reaktionen stehen sollte, verdammt! So versuchte er selbst seine beschleunigte Atmung zu senken, warf sich mit der Stirn gegen den nächsten Küchenschrank und versuchte, sich zu beruhigen. Seine Hände kribbelten, es fiel ihm schwer seine Krücke fest im Griff zu halten, aber er beschwor sich dazu, sich endlich zu beruhigen und tief ein und aus zu atmen. Würde er hier nun zusammenklappen und dieser irrationalen Panik nachgeben, wäre keinem von ihnen geholfen. Tatsächlich brachte er sich dazu, seinen Atem langsam wieder zu beruhigen und regelmäßiger durchzuatmen. Im Grunde war es ihm nun egal, wie Nahash reagieren würde. Er hatte es von der Seele. Was er daraus machte, brauchte ihn doch gar nicht zu interessieren...! Allerdings war es nicht zu leugnen, dass es ihn wohl gar nicht erst so schwer getroffen hätte, hätte er nicht eine gewisse Sympathie für diesen seltsamen Kauz gefunden, auch wenn sie sich erst seit ein paar Momenten kennen mochten.

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Lawrence
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Beitrag von Gastam Sa Sep 17, 2016 2:13 pm

# 20
NAHASH & LAWRENCE
Twindrake City - Haus der Richies

Offenbar hatte Lawrence das Gesagte keinesfalls gefallen. Dieses Mal jedoch war es kein drohender Schlag, sondern ein simples am Kragen packen, das Nahash aus diversen Gründen zuließ. Nun, ein Mann mit Krücke war mit dieser Geste nicht besonders effektiv, bedrohlich wirkte Lawrence damit ohnehin nicht und spätestens, wenn er wieder festen Halt brauchen würde, würde er schon wieder los lassen. Nur Aliqua fauchte den Mann erneut an, bereit, ihn anzuspringen und sich in seinem Bein festzubeißen, falls es nötig war. Doch erneut war es wieder eine kurze Handgeste, die dem Pokémon untersagte zu handeln und erneut fand sich Aliqua mit diesem Befehl ab. Nahash würde schließlich schon besser wissen, was hier notwendig war und was nicht. Sie vertraute darauf.
Schließlich war der Kraftakt des Brillenträgers auch schon so gut wie vorbei, als er Nahash nun doch von sich stieß. Nicht sehr überzeugend, obwohl er doch offensichtlich wütend war. Etwas, was der Schwarzhaarige zwar beobachtete, aber keine Miene dabei verzog. Wahnsinnig. Ein Vorwurf, den Nahash schließlich nicht zum ersten Mal hörte. Zumeist hatten allerdings seine Opfer dieses Wort in den Mund genommen, um mit Worten auch nur zu versuchen, irgendwie ihre Haut zu retten. Wahnsinn, an das Gute im Menschen appelieren, anflehen, ... War dieses Situation da nun sehr viel anders? Mit dem bloßen Unterschied, dass Lawrence kein Opfer war. Nun, zumindest nicht wirklich, auch wenn er die ganze Aktion ziemlich persönlich zu nehmen schien. Und zwar sehr. Etwas anderes fiel Nahash da nun wirklich nicht ein.

"Bist du fertig?", fragte der Schwarzhaarige, nachdem er Lawrence' Ausbruch eine Weile gelauscht hatte. Die Tatsache, dass es dem anderen Mann offensichtlich nicht gut zu gehen schien, ignorierte er gekonnt. Es war, aktuell, von keinerlei Relevanz für ihn. Wer in Wut ausbrechen konnte, der konnte auch stillschweigend und schnaubend zuhören. Nun, ob er das wirklich konnte war wohl eine gänzlich andere Angelegenheit. Vielleicht wollte er auch einfach gar nicht. Aber auch das war insofern egal, dass Nahash sich einfach nur zu diesem eigenartigen Ausbruch äußern konnte. Er erwartete nicht, dass Lawrence auf irgendeine Art und Weise Verständnis aufbringen würde. Nei, für dessen Verhalten fiel es sogar Nahash schwer, Verständnis zu zeigen. Nicht, weil ihn die plötzliche Wut, die man ihm entgegenbrachte störte, sondern weil er schlicht und ergreifend das Warum nicht verstand. Warum störte es diesen Mann so dermaßen, dass er sich so aufführte?
"Zunächst einmal möchte ich dich bitten, meinen langjährigen Partner aus dem Spiel zu lassen.", folgte, nachdem der Schwarzhaarige sich für einen kurzen Moment in Schweigen gehüllt hatte. Sicher gefiel es Aliqua nicht. Allerdings wusste sie auch, dass es notwendig war. Nicht als Strafe, keinesfalls, sondern aus dem schlichten Grund heraus, dass die Gedanken, etwas falsch gemacht zu haben, Nahash quälen würden. Strafe musste sein. Fehler durften nicht wiederholt werden. Wie sollte er auch etwas abwerfen, dass man ihm so lange eingeprügelt hatte, bis er ernsthaft daran zu glauben begonnen hatte? "Im Gegensatz zu dir kann Aliqua es verstehen und akzeptieren. Also ist es anmaßend für mein Pokémon sprechen zu wollen." Wie zu erwarten war, nickte das Felilou sogleich in Zustimmung. Nun, die Sache mit der "Akzeptanz" war mit Sicherheit diskutabel. Hätte sie doch wirklich keinerlei Verständnis dafür, würde sie immerhin weitaus mehr tun, als einfach nur flehend aufzuschauen, um das Ganze zu stoppen. Sie würde handeln. So, wie sie es auch tat, wenn sie wachsam darauf aufpasste, dass Nahash zu etwas Schlaf kam. Wie vielen Leuten hatte sie schon die Beine zerkratzt, weil sie zu nah gekommen waren?
"Schmerz ist der beste Lehrmeister.", machte der Schwarzhaarige seinen Standpunkt klar. Mochte man es als wahnsinnig abstempeln, mochte man es für verrückt halten, ein Fünkchen Wahrheit konnte man dem allerdings nicht absprechen. "Ein Kind, das auf eine heiße Herdplatte fasst, wird kein zweites Mal darauf fassen." Ein simples Prinzip. Schmerz hatte eben eine abschreckende Wirkung, die nicht zu verleugnen war. Nun, zumindest, wenn man es mit keinem Masochisten zu tun bekam. Für den mochte das Ganze vielleicht eine andere Wirkung haben. Letztlich ging es aber auch nicht um Masochisten. "Wegen meiner Unvorsichtigkeit wäre mein Felilou beinahe lebendig begraben worden, falls dir das nicht bewusst sein sollte.", stellte er schließlich klar. Das war doch ein guter Grund für eine Strafe. Es hätte schiefgehen können. Wer hätte schon sagen können, was passiert wäre, hätte er ein paar Minuten später aus dem Fenster geschaut? Kaum auszumalen, wie das geendet hätte.

Schließlich verschränkte er seine Arme vor der Brust. Ob nun auch noch der Ärmel seines Hemdes nass und blutig wurde, war ihm für den Moment sogar relativ egal. Er würde jedoch nicht von seinem Standpunkt weichen. Er sah immerhin keinen Grund dazu. "Ich verstehe, dass es nicht schön mitanzusehen ist.", wandte er kurz darauf ein. Nun, in dieser Hinsicht konnte er durchaus Einsicht zeigen. Missverständlicher wäre die Situation aber gewesen, wenn er ein Messer aus dem Messerblock genommen und das Bad gesucht hätte. Besser wäre das allerdings auch nicht gewesen, wenn es zu einem riesigen Missverständnis in dieser Hinsicht kam. "Ich verstehe allerdings nicht, was dein Problem ist." Sie waren Fremde, richtig? Warum kümmerte es Lawrence dann überhaupt. Höflichkeit? An der geheuchelten Höflichkeit waren sie nun wohl beide schon längst vorbeigebrettert. Mit Highspeed und Saltos, sodass auch Nahash nicht mehr groß darauf achtete, das Siezen beizubehalten. Nicht, weil er unhöflich sein wollte, sondern weil es ihm in seiner Verteidigung schlicht und ergreifend lästig erschien.
Warum verteidigte er sich überhaupt? Im Grunde konnte Lawrence sich doch aufregen wie er wollte. "Ein Kind zu unterschätzen war ein elementarer Fehler.", fuhr er schließlich fort, die Frage nach dem Warum vollkommen über Bord werfend. "Das nächste Mal kostet es meinem Pokémon vielleicht wirklich das Leben, wenn ich mir diesen Fehler nicht sorgsam einpräge." Unwahrscheinlich war es nicht. Er konnte Lawrence aber wohl schlecht an den Kopf werfen, in welchem Berufsfeld er arbeitete. Vielleicht hätte er dafür ja sogar mehr Verständnis, wahrscheinlich würde er aber einfach klammheimlich die Polizei informieren. Nicht, dass es ein wirkliches Problem darstellen würde. Dann flüchtete er eben, bevor sie eintrafen. Wäre ja schließlich auch nicht das erste Mal, dass er vor dem langen Arm des Gesetzes flüchtete - oder dem "kurzen Arm." Wie man es wohl nennen mochte.
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Haus der Richies Empty Re: Haus der Richies

Beitrag von Lawrenceam So Sep 18, 2016 11:58 pm


Lawrence und Nahash
It's not fireproof enough. Seriously.

#131

Anmaßend, anmaßend, anmaßend... Ja, wann war er jemals etwas anderes gewesen als anmaßend? So schaffte er es zumindest, sich körperlich zu beruhigen, aber trotz allem ging ihm die Art und Weise, wie Nahash versuchte sich rechtzufertigen nach wie vor enorm gegen den Strich. Ja, dann führte er sich halt wie ein Donphan im Porzellanladen auf! Na und? Es war immer noch besser, als diese merkwürdige Art der Seelenlosigkeit darzustellen, die ihm schon lange nicht mehr unter die Augen gekommen war. Gewissermaßen beneidete er den Schwarzhaarigen auch um die Fähigkeit, in dieser Situation mit einem derart kühlen Kopf zu argumentieren. Das gehörte zu den Dingen, die Lawrence selbst früher noch besser hinbekommen hatte als heute. Es war jedoch weniger die Art von beneiden, die einen zum jeweils anderen aufsehen ließ sondern der reine Neid, der einen den jeweils anderen umso mehr verteufeln ließ.
So gab sich der ehemalige Polizist nicht einmal mehr wirklich die Mühe, in irgendeiner Weise auf die Argumente Nahash einzugehen. In seinen Ohren klangen sie eher wie Rechtfertigungen. Ja, wie wollte man denn auch Selbstschädigung validieren? Dieses Verhalten war in keinster Weise zu rechtfertigen. Nicht durch Unaufmerksamkeit und auch nicht durch irgendwelche Teufelskinder! Doch sein Gegenüber schien es einfach nicht zu verstehen. So, wie Nahash darüber redete, schien es für ihn fast eine Selbstverständlichkeit zu sein. Doch in Lawrence' Kopf existierte kein Verständnis für dieses Denken. Er kannte Schmerz auf eine völlig andere Weise und bevorzugte ebenso auf eine völlig andere Methode, Strafe dafür auszuüben. Diese Erkenntnis brachte ihm schließlich ein leicht bizarres Schmunzeln auf die Lippen.

"Hehe... he..." Mit gesenkten Schultern löste er sich kurz darauf endlich vom Küchenschrank und schien nun etwas gefasster zu sein als zuvor. Dennoch konnte man ihm deutlich ansehen, dass er nach wie vor sehr durcheinander war. "Du kannst dich damit wirklich so viel rechtfertigen wie du willst, es gibt wirklich nichts... nichts, was du sonst noch dazu sagen kannst.", gab er fast schon ein wenig benommen von sich und zeigte dabei auf Nahash, dabei konnte er sich sein unangebrachtes Schmunzeln nach wie vor nicht aus dem Gesicht wischen. Angesichts seiner aufgrund der Tränen geröteten Augen passte sein Gesamtbild nun überhaupt nicht mehr zusammen. "Ich rede von Impulsen, nicht von Motiven!", brachte er im nächsten Augenblick allerdings wieder mit zugenommener Aggressivität hervor und ballte seine rechte Hand zur Faust. "Ist es nicht Strafe genug, dass dein Pokémon durch deine Unachtsamkeit zu Schaden gekommen ist, oder musst du das Ausmaß wirklich noch unnötig erweitern?!" Der Arenaleiter zitterte leicht und senkte noch einmal seinen Blick. "Reine Energieverschwendung. Reine Ineffizienz...", murmelte er dabei vor sich hin und obwohl er seinen Punkt verbal wohl kaum überbrachte, wusste er ganz genau, wovon er sprach.
"Wo wäre unsere Gesellschaft, würde sich jeder Geschädigte nur weiter schaden?", sprach er daraufhin auch schon weiter und humpelte an Nahash vorbei in Richtung Tisch, um seine zweite Krücke wieder an sich zu nehmen. "Das ist kein akzeptables Grundkonzept. Das ist...", sprach er mit alter Selbstüberzeugung und erneut trat ein Lächeln auf seine Lippen, als er seine zweite Krücke wieder an sich nahm. "Unsere Regelungen bringen Ordnung. Wenn es nach mir gehen würde, sollte am ehesten derjenige dafür büßen, der den Schaden angerichtet hat..."
Und wenn man schon vom Teufel sprach, in diesem Augenblick ertönte über ihren Köpfen gedäpft ein Schriller Kinderschrei, auf den ein fast schon explosionsartiges Geräusch folgte. Bei einem Blick aus dem Fenster konnte man sehen, wie aus dem Fenster im oberen Geschoss Feuerschwaden hinausblitzten und die Nacht für einen kurzen Augenblick erhellten. Ohne Zweifel handelte es sich dabei um Astras Inferno-Attacke. Nun war Lawrence erst aufgefallen, dass sich sein Pokémon wieder einmal verselbstständigt hatte. Mit starrem Blick sah er auf die Decke und zeigte keine Regung. "...nicht nur ich denke wohl so.", murmelte er monoton vor sich hin und das Trommeln hastiger Schritte von oben deutete wohl auf eine zweite Verfolgungsjagd hin. Bill durfte also nichts geschehen sein, doch ohne Zweifel musste das Vulnona mit seiner Feuerattacke einen deutlichen Brandschaden angerichtet haben... wenn nicht schon etwas entzündet haben.

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