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✗ 02.07.2015 | Eröffnung
Das Forum hat nun offiziell eröffnet! Ihr könnt euch anmelden und eure Steckbriefe beginnen. Sobald eure Steckbriefe angenommen sind, könnt ihr auch schon loslegen!

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Haus der Richies - Seite 2 Empty Re: Haus der Richies

Beitrag von Gastam Do Okt 13, 2016 4:30 am

# 21
NAHASH & LAWRENCE
Twindrake City - Haus der Richies

Hatte dieser Mann nun den Verstand verloren? Etwas anderes fiel dem Attentäter dazu nicht mehr ein, wenn er dem willkürlichem Gekicher lauschte, gefolgt von einer höchst stupiden Aussage. Zumindest in seinen Ohren. Es gab also nichts mehr, was er dazu sagen konnte? Wie falsch dieser Kerl doch lag. Viel eher war es jedoch das bloße Diskreditieren seiner Argumente, das dem Schwarzhaarigen nun gegen den Strich ging. Es war so einfach. So himmlisch leicht, dass es Leute gab, die doch immer wieder dazu neigten, die Argumente anderer für Null und Nichtig zu erklären. Grundlos. Aus purer Selbstüberzeugung heraus. Für Nahash gehörte Lawrence aktuell in diese Sparte. Unter der Kategorie "leicht wahnsinnig."
Während der andere Mann seinen Monolog hielt, verschränkte Nahash die Arme vor der Brust. Betrachtete ihn stumm und starr und hörte geduldig zu, obwohl er diesem Ausfall wenig zustimmen konnte und noch weniger davon begeistert war, dass sein Gegenüber anscheinend glaubte, die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben. Sicher mochten ihre Ansichten aufeinander prallen. Unterschiedlicher könnten sie wohl nicht sein und auch wenn Teile von dem, was Lawrence sagte, logisch wirkten, konnte Nahash ihnen noch immer nicht vollends zustimmen. Es war nicht seine Aufgabe, ein fremdes Kind zu bestrafen. In der Hinsicht hatte er seine Grenzen längst überschritten und er würde sie nicht weiter überschreiten, als nötig war. Es war schlicht die Aufgabe der Eltern, ihrem Kind Vernunft einzutrichtern. Versagten sie - was sie offensichtlich taten - war das schade, nicht aber das Problem eines unfreiwilligen Babysitters. Die gegensätzlichen Ansichten waren wohl wie weit entfernte Welten. Nicht undenkbar, wenn man in Augenschein nahm, dass der Junge Faye Willoughby ganz andes aufgewachsen war, als andere Kinder. Ansichten, die man seit Jahren hegte, warf man schließlich nicht einfach über Bord, nur weil irgendein Fremder daherkam und behauptete, dass man nichts mehr sagen könnte. Wie falsch es doch war.

"Ich könnte jede Menge sagen.", wandte der Schwarzhaarige ein; mit einer solchen Kälte in der Stimme, dass jedes Eispokémon vor Neid erblasst wäre. Tatsächlich war dieser Tonfall nicht beabsichtigt. Viel eher war es ein Resultat des Versuchs, die Schmerzen so weit es möglich war, auszublenden. Die schmerzende Hand umfasste dabei fast schon krampfhaft den Oberarm, um den Schmerz irgendwie im Zaum zu halten. Es gelang ihm. Halbwegs. "Allerdings habe ich kein Interesse, weitere Worte zu verschwenden, wenn man meine Ansichten einfach diskreditiert." Weitere Diskussionen waren da ohnehin nutzlos. Auch, wenn sich Ansichten, Auffassungen und Meinungen in gegensätzliche Richtungen bewegten, konnte Nahash sie zumindest akzeptieren. Er musste sie nicht verstehen. Er musste sie nicht als die seinigen annehmen. Er musste sich nicht "bekehren" lassen. Für ihn reichte die Akzeptanz, dass ein anderer Mensch nun einmal auch anderer Ansicht war. Es war ein simples Prinzip. So funktionierte es. Allen voran aber musste er keine Diskussion fortführen, die es nicht wert war, fortgeführt zu werden. Mochte Lawrence davon halten, was er wollte. Mochte er es für einen glorreichen Sieg halten; glauben, dass die Argumente einfach ausgegangen waren, für Nahash war es jedoch ein einfaches, viel zu wenig befolgtes Prinzip: Der Klügere gab nach.
Auch davon mochte man halten, was immer man wollte. Mancher war der Auffassung, dass die Dummen herrschten, wenn der Klügere stets nachgab. Aber war es nicht auch eine Sache der Abwägung, wann das Nachgeben wirklich sinnvoll war und wann es zur Katastrophe führte? Vielleicht nahm er dieses Sprichwort aber auch einfach nur viel zu ernst und die Kommentare, die sich Menschen erlaubten, waren Scherze, die er einfach nicht nachzuvollziehen wusste. Neu wäre das jedenfalls nicht. Im Gegenteil. Aber diese Sache mit der Ironie und dem Sarkasmus war sowieso eine Wissenschaft für sich.
Astra stellte sich jedoch wirklich als enorm rachsüchtig heraus, wenn sie sich nun schon für Dinge rächte, die man nicht einmal ihr angetan hatte. Man konnte wohl von Glück sagen, dass der Junge das Ganze offenbar überlebt hatte. Immerhin waren Feuerattacken nicht ohne. Ein Mensch war nun einmal nicht so robust wie ein Pokémon. Eine starke Feuerattacke an einem Kind einzusetzen? Das grenzte fast schon an versuchten Mord, auch wenn Nahash natürlich nicht beurteilen konnte, was genau dieses Vulnona getan hatte. "Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis dieses Vulnona jemanden umbringt.", kommentierte der Schwarzhaarige und ging damit nicht einmal im Ansatz auf die vorangegangene Diskussion ein. Dass dieses rachsüchtige Vulnona es ähnlich sah, wie sein Trainer, trug auch nichts maßgebliches zu dieser Scheindiskussion bei. Immerhin hatte dieses Pokémon ohnehin einen sehr eigenwilligen Kopf und Rache, die in der Natur dieser Wesen lag, war eben auch nicht immer die beste Lösung. Nein. Sie brachte einfach ungeahnte Schwierigkeiten, denen man viel lieber aus dem Weg gegangen wäre. Auch, wenn es wohl gänzlich darauf ankam, worum es überhaupt ging. Tatsächlich hätte Nahash wohl niemals Spencers Rachegelüste hinterfragt. Nicht nur, weil er nun einmal sein Boss war, sondern auch aus dem simplen Grund heraus, dass Nahash ihm nicht zutraute, idiotische Entscheidungen zu treffen. Und selbst wenn, so war Spencer sicherlich vernünftig genug, auf Bedenken zu hören.

Dann gab es da jedoch diese eine, bedeutende Frage, die eigentlich jedes Mal aufkommen sollte, wenn jemand mit dem Feuer spielte: "Meinst du, sie hat irgendetwas entzündet?" Tatsächlich wandelte sich sein Gesichtsausdruck in diesem Moment zu einem leicht überraschten. Natürlich. Feuer. Es war so naheliegend. Da war es doch nicht unmöglich, dass dieses Pokémon nun irgendetwas in Brand gesteckt hatte. Ob versehentlich oder nicht war nicht weiter von Bedeutung. Trotzdem machte Nahash nicht unbedingt Anstalten, nachzusehen. Zum einen, weil er der Verfolgungsjagd nicht in die Quere kommen wollte, zum anderen, weil es ihn im Grunde genommen nicht interessierte, ob teures Mobiliar von Flammen verschlungen wurde. Ohnehin besaß er kein Wasserpokémon, das den Brand hätte löschen können und freiwillig in die Flammen rennen? Nur, wenn es mit seiner Arbeit zusammenhing. Oh Wunder, das tat es nicht, denn er hatte nie zugestimmt, Babysitter zu spielen. Dass er das Haus noch nicht verlassen hatte, war im Grunde auch schon alles. In diesem Fall war es wohl noch unangebrachter, einfach zu gehen. Wenn dieses Vulnona wirklich einen Brand verursachte, wollte er nicht derjenige sein, der einen Mann auf Krücken in den Flammen umkommen ließ. Eine glorreiche Ironie.
Gast
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Gast

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Haus der Richies - Seite 2 Empty Re: Haus der Richies

Beitrag von Lawrenceam Sa Okt 15, 2016 8:06 pm


Lawrence und Nahash
It's not fireproof enough. Seriously.

#132

Und der Award für Mistkerl des Monats ging an Lawrence Isaac Ridgewell. Herzlichen Glückwunsch. Es war jedenfalls offensichtlich, dass er die meinung Nahashs gerade mit Füßen trat. Aber was sollte er dazu schon sagen?
Letztendlich war es weitaus bequemer sich hinter seiner eigenen engstirnigen Einstellung zu verstecken statt plötzlich offen für die Meinung anderer zu werden. Insbesondere wenn es um ein derart pikantes Thema ging. Ein Jammer, dass Lawrence vermutlich erst in ein paar Stunden nach seiner täglichen Selbstreflexion realisieren würde, wie dumm er sich gerade verhalten hatte. Jetzt in das Loch der ewigen Schande zu kriechen wäre aber bestimmt alles andere als angemessen. Nein, sich damit abzulenken wäre in dieser Situation bestimmt alles andere als vorteilhaft.
So hing er mit seinem Körper einfach schwächelnd zwischen den Krücken und starrte den Boden nieder, sein unordentliches Haar fiel ihm dabei über die Stirn und legte einen undefinierbaren Schatten über seine Augen, der sein Sichtfeld trübte. "Diskredeti... diskre...", stammelte er kaum hörbar, konnte das Wort aber nicht flüssig aussprechen und seufzte daraufhin. Dass Nahash die ganze Zeit über so dermaßen ruhig blieb, gab ihm das Bedürfnis, ihm noch einmal einen Schlag ins Gesicht zu verpassen. Aber dieses Mal war der Überraschungsmoment nicht auf seiner Seite, also konnte er das unmöglich tun. Er hatte doch gesehen, wie der Schwarzhaarige auf Bills Tritt reagiet hatte.

Apropos. Da war ja noch etwas. "Es würde mich nicht wundern... wenn es so etwas schon einmal getan hätte.", murmelte er monoton als Antwort auf die Feststellung Nahashs hervor und wandte seinen leeren Blick in Richtung des Ausgangs der Küche. Trotz seiner augenblicklichen Geistesabwesenheit erkannte Lawrence allmählich, was eventuell in Bill vor sich ging. Schaffte der Junge es nicht über einem zu stehen, griff er sich das nächstschwache Objekt. Er konnte Nahash nicht treten, also trat er einen Mann mit Krücken um. Er konnte dem Vulnona nicht entkommen, also legte er sich mit einem Felilou an. Es war zwar nach wie vor fragwürdig, ob Astras Lösung für dieses Problem die richtige Antwort auf das alles war, eventuell würde es das Bedürfnis des Jungen, seinen Frust wahllos auszulassen, nur umso weiter bestärken. Aber was sollte er dazu schon sagen?
Die nächste Frage Nahashs schien das Temperament des Arenaleiters allerdings wieder zu entzünden. "Tch." Das war der einzige Kommentar seinerseits dazu und er beschloss nun einfach aus der Küche herauszuhumpeln. Es war doch offensichtlich, dass so etwas gerade geschehen war. Womit sollte dieses Pokémon denn sonst angreifen? Die Kekse, die Nahash zuvor neben ihm abgestellt hatte, ließ er dabei absichtlich zurück. Er wollte keine Almosen von Menschen, die sich nicht mal selbst wertschätzen konnten.

Als er in die Eingangshalle trat, kam auch schon Bill die Treppe hinuntergesprintet und über seinem Kopf schoss ein weiterer Schwall blauvioletter Flammen über ihn hinweg, der die gegenüberliegende Wand etwas unterhalb der Decke entzündete. Lawrence kannte die Zielgenauigkeit Astras, daher atmete er erleichtert aus. Sie schien den Jungen nur aufzuschrecken und nicht ernsthaft verletzen zu wollen.
Das Vulnona kam ebenfalls mit eleganten und gemächlichen Sätzen die Treppe hinuntergesprucgen und spie ein weiteres Inferno gen Kommode, das Bill in Richtung Ausgang drängte. "Es reicht!", mischte sich Lawrence daraufhin ein und die Füchsin hielt abrupt inne. Die plötzliche Dominanz in seinem sonst so laschen Tonfall schien sie beinahe erschreckt zu haben. "Wir sollten jetzt verschwinden. Wenn du so weitermachst, handelst du mir noch eine Menge Ärger ein." Er sprach mit ihr, als würde er einen Kriminellen verhören. Nun, dieses Vulnona verhielt sich auch ganz und gar kriminell. Es war eine Schande, dass es seinen Trainer gewaltsam in dieses Verhalten hineinzog.
Dieser jedoch hielt für einen Augenblick inne. Das Feuer breitete sich allmählich in der Halle aus und kreierte eine deutlich spürbare Hitze, die ihm den Schweiß auf die Stirn trieb. Doch trotz dessen konnte er nicht anders als zu starren. Das Lodern der Flammen zeichnete sich in seinem Gesicht ab, spiegelte sich in den Gläsern seiner Brille und ließ ihn seinen Kopf leicht senken.

"Waaaah! Mamaaaa, Papaaa!" Die Stimme Bills, der in diesem Augenblick schreiend das Gebäude verließ, zog einfach an ihm vorbei, als wäre der Schall durch eine Barriere aus Wasser gedämpft worden. Richtig, er ertrank. Er ertrank in seiner Gegenwart, in der Realität, die sich stets selbst wiederholte. Das war seine Gegenwart. Aber selbst wenn sich nie etwas ändern würde, er hatte die Hoffnung nie aufgegeben. Nach wie vor befand dieser eine Gedanke in seinem Kopf. Eines Tages würden sie sich tatsächlich wiedersehen, so wie es sein sollte, so wie er es sich erhofft hatte. Es war wohl diese eine Motivation, die ihn so sehr quälte und diese schrecklichen Dinge sagen ließ. Und doch fühlte es sich indoktriniert an, man kollte es wenden wie man wollte, es glich einem psychopathischen Puppenspieler, der sich daran ergötzte, dass sich seine Marionetten selbst schlugen. Aber wo lag der Sinn, wenn sowohl der Spieler als auch seine Abkömmlinge dasselbe Gesicht besaßen? Er war nach wie vor Herr seines Lebens, aber letztendlich konnte er doch nichts anderes tun als nur im Foyer zu sitzen und abzuwarten. Es war dieser Gedanke, der ihn aufsehen ließ, als das Feuer sich ausbreitete; sein Blick ähnelte dabei einem niedergeschlagenen Welpen, der um Gnade winselte.
Astra strich ihm rasch um die Beine, um anzudeuten, dass er nicht länger hier verbleiben sollte, wollte er nicht vom wachsenden Feuer geröstet werden. So wandte sich Lawrence schließlich um, mit dem Ziel das Gebäude nun ebenfalls zu verlassen. Es war schon ausreichend Zeit vergangen, also vermutete er, dass Bills Eltern bald zurückkehren würden. Zu diesem Zeitpunkt wollte er wirklich nicht mehr anwesend sein. Doch seine Brust war umso schwerer geworden und brannte ebenso schmerzhaft wie das Inferno hinter ihm. Es weckte die bloße Frustration und ließ ihn auf die Unterlippe beißen. Nein, er weigerte sich es so enden zu lassen. Erneut hielt er inne, seine Hände zitterten aufgrund der Kraft, mit der er seine Gehhilfen umfasste. Und letztendlich warf er abrupt seinen Kopf nach hinten.

"AAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHH...!"

Es war ihm egal, ob andere ihn für verrückt hielten. Sein Vulnona starrte ihn nach diesem Aufschrei baff an, der sich beinahe so angehört hatte, als wäre gerade ermordet worden. Tatsächlich schrie Lawrence sonst nie. Diese Gefühle waren hässlich. Und dennoch schmerzten sie schlimmer, als es jeder Messerstich in die Hand könnte. Mit einem Mal fühlte er sich so leicht an, er fasste es selbst kaum. Die Tränen, die ihm plötzlich über das Gesicht gelaufen waren, waren wie Regentropfen, die auf ausgebrannte Asche rieselten. Der Druck war allein durch sie verschwunden.
Ihm wurde bewusst, wie vermessen er doch gewesen war. Es war nur wenige Wochen her, doch trotz dessen fühlte es sich beinahe wie ein Jahr an. Man konnte nicht erwarten, dass plötzlich wieder alles gut wurde. Fügte man den Kopf einer zerbrochenen Porzellanpuppe wieder zusammen, würden die Risse trotz allem für immer sichtbar bleiben. Der Mensch war doch so erstaunlich zerbrechlich konstruiert, aber trotzdem kämpfte er sich unerbitterlich weiter, wie der Schatten, der in diesem Augenblick aus dem Gebäude hinaushumpelte und versuchte, diese Katastrophe so schnell wie möglich hinter sich zu lassen.

[tbc: Wendelbergspitze]

__________________________
Lawrence
Lawrence
狐火
Arenaleiter von Twindrake City

Pokémon-Team :
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Geese:

Punkte : 715
Multiaccounts : Alistair, Spencer, Preecha, Yang, Samuel, Lee, Jonathan, Hal

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Beitrag von Gastam Sa Okt 15, 2016 10:24 pm

# 22
NAHASH & LAWRENCE
Twindrake City - Haus der Richies

Es hätte Lawrence also nicht gewundert, wenn Astra schon einmal jemanden umgebracht hätte? Da traute jemand seinem Pokémon wohl so einiges zu. Nun, immerhin war Astra rachsüchtig. War es da überhaupt noch verwundernd, wenn sie tatsächlich jemanden tötete? Es fehlte wohl nur ein Tropfen. Selbst wenn dem wirklich so war, konnte Nahash es dem Vulnona wohl nicht übel nachreden. Es wäre eine heuchlerische Ironie Mord zu verurteilen, wenn man doch davon und dafür lebte. Und wie heuchlerisch es doch wäre. Natürlich konnte der Schwarzhaarige wohl kaum behaupten, dass es ja gar nicht so schlimm wäre. Nein, Mord schönzureden hatte keinen Zweck und tatsächlich fand er auch, dass es da nichts schönzureden gab. Man nahm Menschen das Leben. Man konnte es nicht ungeschehen machen. Wie sollte ein aufrichtiger Trainer also mit der Frage leben können, ob das eigene Pokémon mörderisch war? Für Nahash war das weniger das Problem. Seine Pokémon mordeten, wenn er das wollte und nichtsdestotrotz nahm Nahash diese Bürde lieber selbst auf sich, statt sie seinen Pokémon zu überlassen.
Nachdenklich verschränkte der Schwarzhaarige die Arme, ehe Lawrence aus dem Raum stürmte. Anstalten, ihm zu folgen, machte er nicht. Astra, Bill, Lawrence - sie waren nicht Nahashs Angelegenheit. Sie hatten nichts mit ihm zu tun, auch wenn er damit wohl einfach nur jegliche Verantwortung von sich abstieß. Unfreiwillig ein Kind aufpassen? Er? Ein Mörder? Das war doch der Witz des Jahrunderts. Und trotzdem ging ihm nicht wirklich aus dem Kopf, was Lawrence gesagt hatte, bevor er die Frechheit besaß, ihn zu diskreditieren. Vielleicht war es ein Fehler, nicht sofort abzuhauen und Lawrence mit dem Jungen hier zu lassen. Vielleicht hätte er einfach gehen und seine Zeit nicht mit Kinkerlitzchen verschwenden sollen. Wer wusste schon, ob es in der Zwischenzeit nicht doch Arbeit für ihn gegeben hätte? Wiederholte er denn nun immer und immer wieder die selben Fehler?
Während er nachdenklich auf den Boden starrte, wagte das Felilou sich vorsichtig in den Flur, hörte sich das Geschimpfe und das Geschrei an, die bis zur Küche hallten. Tatsächlich hatte dieses Vulnona es doch geschafft, das Haus anzuzünden. Kriminelle Energie konnte man diesem Pokémon wohl zuschreiben. Etwas, was Felilou ironischerweise nicht begrüßte. Es war gehorsam, fürsorglich, aber kein kriminelles Genie, das versuchte, Häuser abzufackeln. Es gehorchte nur, während es sich auf seine eigene Weise um seine liebsten kümmerte. Schleunigst tapste das Felilou in die Küche zurück. In größter Eile. Obwohl Nahash der Lärm und die Tatsache, dass das Haus nun brannte, nicht entgangen war, verweilte er. Schnappte sich in aller Ruhe seinen verfärbten Mantel.

"Ein eigenartiges Ende." Er betrachtete das Felilou, das trotz allem geduldig zu ihm aufblickte und nicht einen Ton von sich gab. Sicherlich, die Zeit rannte. Die Flammen würden sicherlich das komplette Anwesen verschlingen. Zumindest, wenn die Familie großes pech hatte. Einfach zu löschen würde der Brand sicherlich nicht sein, wenn er erstmal bemerkt wurde. "Solche Menschen sollten keine Pokémon besitzen." Womit er sowohl Bill, als auch Lawrence meinte. Das Chaos, das so eben ausbrach, hatte immerhin einen ziemlich klaren Ursprung. Seiner Ansicht nach jedenfalls. Aliqua war bewusst, worauf er anspielte, zuckte unter dem kalten Blick jedoch nichtsdestotrotz ein wenig zusammen. Kalt. Emotionslos. Und trotzdem lag eine seltsame Wut in diesem Blick, die Aliqua niemals hätte benennen können, obwohl sie eine Ahnung hatte, worin sie begründet lag. Es war unheimlich. Selbst für sie, die doch einiges gewohnt war. Fragend neigte sie den Kopf zur Seite, wandte sich einen Moment später herum, um die anbahnenden Flammen zu betrachten.
Nun reagierte auch Nahash, hob das Felilou auf den Arm und verschwand durch die Hintertür hinaus in den Garten. Ein etwas anderer Fluchtweg, als die beiden anderen eingeschlagen waren, die wahrscheinlich nicht einmal einen Gedanken daran verschwendeten, wo er abgeblieben war. Ha, war das nicht ironisch? Heuchlerisch? Sich über Selbstverletzung mokieren und denjenigen dann in einem brennenden Haus zurücklassen? Es war so ironisch, dass er laut losgelacht hätte, wäre ihm überhaupt nach lachen zumute gewesen. Lawrence. Zu schade, dass er den Nachnamen nicht in Erfahrung gebracht hatte. Vielleicht hätte er mehr in Erfahrung bringen können. Obwohl er sich für gewöhnlich nicht für die Vergangenheiten anderer interessierte, hatte er doch das Bedürfnis, mehr zu erfahren. Bloß um zu wissen, welche Leichen dieser Mann wohl im Keller hatte.

Erst, als sie auf der Straße vorm Haus angekommen waren, setzte der Schwarzhaarige sein Felilou ab und verweilte noch an Ort und Stelle, um die höherschlagenden Flammen zu betrachten, die voll und ganz dabei waren, das Haus zu verschlingen. Bei so viel brennbarem Material war es wohl keine große Besonderheit, dass es derart schnell in Flammen aufging. Er blickte um sich, um vielleicht doch noch Lawrence zu erwischen, fand ihn jedoch nicht mehr. Einen Brand verursachen und einfach flüchten. Nein, derartige Menschen verdienten wirklich keine Pokémon, wenn sie sie nicht unter Kontrolle hatten. Die Welt brennen sehen, war das letzte, was er wollte. Und obwohl es sicherlich nicht Nahashs Schuld war und er sich selbst fragte, warum er tat, was er nun tat, hielt er schnurstracks auf die nächste Telefonzelle zu, um die nächstgelegene Rangerbasis zu verständigen, dass ein Feuer ausgebrochen war. Anonym. Von einer Telefonzelle aus, um nicht nachverfolgt zu werden. Wer wusste schließlich, ob sie das nicht versuchen würden. Selbst, nachdem er Gebrauch von der Telefonzelle gemacht hatte und sein Felilou ihn fragend anblickte, verharrte er noch immer an Ort und Stelle und betrachtete noch einige Minuten lang das brennende Anwesen. Es war wohl schlicht Glück, dass niemand mehr im Haus war.
"Verschwinden wir, Aliqua.", sprach er schließlich, noch immer an das Haus gewandt. Während das angesprochene Felilou sich in Bewegung setzte, folgte Nahash nur einige Augenblicke später, in der Hoffnung, dass er sich ausruhen konnte, sobald er zurück im Hauptquartier war. Sofern keine dringliche Angelegenheit ihn begrüßen würde. Trotz der vielen Farbkleckse auf seinem Mantel, zog er ihn im Gehen wieder an. Sich in der kalten Nachtluft zu erkälten, war das letzte, was er nun wollte. Immerhin wäre das doch sehr hinderlich für seine Arbeit. Wenn er Glück hatte, würde Zaara ihm sicherlich dabei helfen, ihn wieder sauber zu bekommen. Sofern sie nicht allzu wütend auf ihn war. Eigenartig, dass er bei diesem Gedanken doch tatsächlich schmunzeln musste.

# tbc: Taijitus Hauptbasis; Großküche
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Beitrag von Gastam Mi Jun 07, 2017 3:07 pm

# cf: Route 6

Arbeit, immer diese Arbeit! Nicht, dass Saku sie nicht gerne machte. Schließlich hatte er schon immer Ranger werden wollen. Doch tatsächlich musste Saku zugeben, dass seine Arbeit derzeit alles andere als spaßig oder erfüllend war. Nein, ganz im Gegenteil sogar. Sie nervte ihn. Sie nervte ihn unheimlich, was leider Gottes an seinen höchst aufdringlichen Kollegen lag. Seitdem Cherry nicht mehr sein Partnerpokémon war, schien es jeder nur noch darauf anzulegen, Saku baldmöglichst wieder einen Partner an die Seite zu stellen. Etwas, worum er keinesfalls gebeten hatte. Er wollte kein neues Partnerpokémon und er fühlte auch nicht, dass er eines bräuchte. Schließlich hatte er ja seinen FangKom! Wenn er die Hilfe eines Pokémon brauchte, dann konnte er sich doch einfach eines fangen.
Natürlich hätte er nicht wirklich etwas gegen ein neues Partnerpokémon einzuwenden. Er mochte die Gesellschaft, die Pokémon boten. Er mochte es, dass man sich auf seinen Partner verlassen konnte. Dass man eine ganz besondere Bindung zu diesem Partner hatte. Trainer mochten ihre Pokémon mit Liebe trainieren und ihnen zur Entwicklung verhelfen, aber es war einfach nicht das Gleiche. Das Pokémon eines Trainers und das Partnerpokémon eines Rangers waren letztendlich doch so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Man verließ sich voll und ganz auf seinen Partner. Vertraute ihm sogar sein Leben an. Und gleichzeitig war es auch der Grund, wieso ein neuer Partner gar nicht erst in Frage kam. Erst sein Altaria, dann sein Vulnona; er glaubte nicht, dass mit einem dritten Partnerpokémon alles gut werden würde. Auch, wenn Cherry noch lebte und nicht aus der Welt war.
Was Cherry wohl von einem neuen Partner halten würde? Ob sie es ihm vorhalten würde? Wahrscheinlich wäre diese Vulnonadame sogar erleichtert, wenn ihr ehemaliger Partner endlich seine Sturheit ablegen und sich ein neues Partnerpokémon zulegen würde. Schließlich hatte sie Saku ja nicht grundlos beschützt und mit Sicherheit wollte sie nicht, dass ihr Ex-Partner unnötige Risiken einging. Ebenso wenig wie seine Kollegen. Doch es war diese Sorge, die ihm zu den Ohren raushing. Er war schließlich ein erwachsener Mann! Er konnte schon für sich selbst Sorgen und vor allem seine eigenen Entscheidungen treffen.

Als er vor der riesigen Villa zum Stehen kam, traute der Ranger dem Frieden nicht mehr. Und hier sollte es einen Notfall geben? Ihn beschlich das leise Gefühl, dass seine Kollegen ihn gehörig verarscht hatten. Hier gab es keinen Notfall und keine Mission, die er unbedingt hätte antreten müssen. Nein, er wollte viel lieber die Flucht ergreifen, doch kaum wollte der Ranger sich wieder umdrehen und einfach gehen, trat auch schon der Hausherr aus der Tür und winkte ihn zu sich heran. Für einen Moment überlegte Saku trotzdem, ob er nicht einfach wegrennen wollte, aber wenn es wirklich einen Notfall gab? Eher widerwillig ging der Ranger auf den nobel gekleideten Mann zu, der ihn abschätzig musterte. Vielleicht hatte er etwas ganz anderes erwartet. Etwas Schickeres, vielleicht? Nun, er war nun einmal Ranger und die liefen eben nicht in feinen Anzügen durch die Gegend.
"Und Ihr Partnerpokémon?", fragte der Herr Richie ohne irgendeine Begrüßung. Netter Mann. Aber offenbar war er hier doch gar nicht so falsch wie angenommen. Wo war er nun schon wieder hineingeraten? "Ich habe keins.", antwortete der Ranger knapp und deutete auf seinen FangKom. Nicht, dass der Fatzke seinen Beruf noch anzweifelte. Herr Richie nahm das Ganze nachdenklich zur Kenntnis, ehe er doch einen zufriedenen Eindruck machte. "Sehr schön.", sagte er. "Sie müssen wissen, die letzten Babysitter haben unsere schöne Villa in Brand gesteckt." Babysitter? Oh nein, das würde man ihm nicht wirklich antun, oder? Das konnte nur ein schlechter Scherz sein. "Wenn ich diese Halunken je finden sollte...!", drohte er, während Saku sich noch immer um das Wörtchen "Babysitter" Gedanken machte. Es musste wirklich ein böser, geschmackloser Scherz sein. Etwas anderes fiel ihm dazu schon nicht mehr ein. Aber hatten Leute wirklich diese Villa in Brand gesteckt? Das mussten ja wirklich grausige Gesellen sein.
"Verstehe ich das richtig... Sie suchen einen Babysitter?", hakte Saku jedoch schleunigst nach, um diese Angelegenheit endlich zu klären. Er wollte doch nicht den Babysitter für irgendein Kind spielen! Das war ja auch eigentlich gar nicht seine Aufgabe als Ranger. Er kümmerte sich um ganz andere Dinge. "Ja, ganz richtig! Deswegen hat man Sie doch geschickt." Er wusste nicht, was ihn mehr verwundern sollte. Dass dieser Mann sich deswegen tatsächlich an eine Rangerbasis gewendet hatte oder dass diese Anfrage tatsächlich akzeptiert worden war. Sicher war jedenfalls, dass seine Kollegen ihre Finger im Spiel hatten. Schließlich versuchten sie ihn ja andauernd zu überzeugen wie wichtig ein neues Partnerpokémon war. Aber mit einem Babysitter Job? Warum hatten die vorherigen Babysitter eigentlich die Bude abgefackelt? Ob dieses Kind derart schlimm sein konnte, dass man lieber eine Straftat beging?
"Oh, aber meine liebe Frau sucht noch nach einem zweiten Babysitter.", begann der Mann dann zu erzählen. "Unser Hausmädchen hat spontan gekündigt, als es gehört hat, dass wir heute Abend Essen gehen..." Und in diesem Moment wusste Saku: Er wollte schreiend wegrennen und niemals wiederkommen. Nun, zumindest klang es danach, dass er nicht ganz allein sein würde, mit einem Satansbraten, höchstwahrscheinlich. Wenn ein Hausmädchen wegen eines Essens so spontan kündigte, musste ja auch irgendetwas dahinterstecken. Er wollte gar nicht herausfinden, was. Leider würde er diese Erfahrung wohl unweigerlich machen. Konnte er nicht doch lieber wegrennen? Andererseits hatte er das dringende Bedürfnis, seinen Kollegen zu beweisen, dass er kein Partnerpokémon brauchte, egal in welche Situationen sie ihn auch hineinsteckten! Nur... warum benötigte ein Kind unbedingt zwei Babysitter? Vielleicht war das doch ein guter Grund sich Sorgen zu machen. "Und die letzten haben wirklich Ihr Haus in Brand gesteckt...?", hakte er nach. "Wenn ich es doch sage!", folgte sogleich die Antwort. Was das wohl für Leute gewesen sein mussten? Ironisch nur, dass sie nicht aus ihren Fehlern gelernt hatten und scheinbar wieder irgendwo auf der Straße nach einem zweiten Aufpasser suchten... Saku hoffte bloß, dass die werte Frau Richie sich niemanden herauspickte, den man selbst noch babysitten musste. Auf zwei Menschen wollte der Ranger dann nämlich doch nicht aufpassen. Und hoffentlich war es eine umgängliche Person.
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Beitrag von Gastam Mi Jun 07, 2017 8:31 pm

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
- 57 -
cf. Eiscafé Arktilas, Stratos City
- 2 Tage später -

Es war mittlerweile ein wenig entspannter geworden. Die Sache mit der Geiselnahme saß zwar immer noch tief, immerhin war es dabei auch um Chloé, oder vor allem um Chloé, gegangen, aber langsam konnte Odile das Ganze von etwas weiter weg betrachten, um zu schauen, was sie nutzen konnte um den Entführern ihrer Schwester auf die Spur zu kommen. Sie hatte sich freigenommen dafür, und auch um ein wenig Abstand bekommen zu können. Die Dinge, die in den letzten Wochen passiert waren, hatten sich mittlerweile einfach zu einem sehr großen Haufen Druck und Stress aufgebaut und selbst Odile sah nun ein, dass sie daran etwas ändern musste. Das musste gerade bei ihr etwas bedeuten, denn im Regelfall war sie der Workalholic schlechthin und Urlaub und freie Tage waren eher etwas, was Odile ablehnte als begrüßte. Momentan fiel ihr jedoch die Decke auf den Kopf und wenn sie sich nun nicht frei genommen hätte, hätte Amelia sie wahrscheinlich in der Wohnung festgekettet und so dafür gesorgt, dass sie nicht arbeiten gehen konnte. Das Lucario machte sich im Endeffekt ja auch einfach nur Sorgen, das konnte Odile verstehen. Doch sie hatte sich die paar Tage freigenommen und auf Amelias Wunsch hin auch sämtliche Akten, die sie Zuhause liegen hatte, beiseite geschoben. Sie sollte sich mit irgendetwas anderem beschäftigen, was bloß nichts mit der Arbeit zu tun hatte – das würde sie schon irgendwie schaffen! Gestern hatte sie sogar mal gekocht. Normalerweise fand sie dafür keine Zeit. Sie bestellte sich entweder etwas, oder sie haute irgendetwas in den Ofen oder die Mikrowelle, was besonders schnell fertig war. Richtiges Kochen stand bei ihr nur selten auf den Plan und wenn überhaupt, dann nur an den Wochenenden, wenn sie nicht so viel arbeiten musste.
Heute hatte sie sich nach Twindrake City begeben. Einmal mehr war sie froh um ihr Golgantes Charles, welches ihr die Reise zu entfernten Städten erheblich erleichterte. Das große Pokémon konnte sie schließlich problemlos auf seinem Rücken tragen und fliegend war man um einiges schneller am Ziel als zu Fuß oder mit dem Auto. Sie hatte ihr Pokémon dann, wie so oft, außerhalb des Balles gelassen, damit Charles ein wenig Auslauf hatte. Durch seine Größe konnte er sie schließlich nicht immer außerhalb des Balls begleiten so wie Amelia es tat, weshalb Odile ihn hin und wieder einfach „frei ließ“, damit er sich draußen beschäftigen konnte. Mal war er nach einer Stunde schon zurück, manchmal dauerte es auch drei Tage oder mehr. Odile machte sich da nie sorgen. In Twindrake City hatte sie sich einerseits die Stadt ansehen wollen, andererseits gab es in dieser Woche außerdem eine historische Ausstellung, die Odile sich nicht entgehen lassen wollte. Ihr Herz schlug schließlich für das Vergangene, da würde sie das sicher nicht verpassen. Es hatte sich auch definitiv gelohnt und war ein großer Spaß, und mindestens genau so lehrreich gewesen. Vielleicht würde sie morgen wiederkommen.

Nun stiefelten sie und Amelia durch die Straßen von Twindrake City. Sie hatten mit Charles einen Treffpunkt außerhalb der Stadt ausgemacht, immerhin wollten sie ja heute auch noch wieder zurück, an dem Charles sich schon die ganze Zeit aufhielt und auf sie wartete. Eigentlich hatten sie diesen nun ansteuern wollen um nach Hause zu gehen, doch der kurze Weg dahin wandelte sich dann in einen kleinen Spaziergang durch die Wohngegend der Stadt. Odile sah mittlerweile immerhin nicht mehr aus wie aus einem Horrorfilm entsprungen. Zwar lagen noch dunkle Schatten unter ihren Augen, von denen man auch erkennen konnte, dass es sich dabei nicht um klassische Augenringe handelte, aber sie sah nicht mehr aus wie ein geprügeltes Wuffels. Das war gut. Sie würde auch erst wieder anfangen zu arbeiten, wenn ihr Gesicht vollkommen verheilt war. Odile war in ihre Gedanken vertieft, als Amelia urplötzlich anhielt und mit der Pfote in die Richtung einer pompösen Villa deutete. Odile brauchte einen Moment um zu verstehen, was genau ihr Pokémon da entdeckt hatte, da sah sie wie gerade eben noch ein Bein durch das Fenster des oberen Stocks verschwand. Sie verengte die Augen. War da gerade jemand eingestiegen? Offensichtlich. Solche Dinge passierten doch eigentlich nur im Film. Welcher Einbrecher war denn so doof, das derart öffentlich zu machen? Nun, dieser offenbar. Odile runzelte kurz die Stirn und sah zur Haustür der Villa, an welcher gerade ohnehin zwei Männer standen. Einer schien der Besitzer des Hauses zu sein, der andere kam Odile bekannt vor, doch vom Weitem konnte sie noch nicht genau sagen, wer es war. Sie setzte sich sofort in Bewegung und steuerte die beiden Männer an, um den älteren Herrn auf ihre ominöse Beobachtung hinzuweisen.

„Entschuldigen Sie, ich-“, fing sie an, doch wurde direkt unterbrochen. „Aaaha – Sie müssen die zweite Babysittern sein, die meine Frau bestellt hatte.“, fing er an und erntete einen verständnislosen Blick von Odile. „Ein Glück, eine Minute später und Sie wären zu spät gewesen, eine Eigenschaft, die ich verabscheue. Nun, dann wäre ja nun alles geklärt.“, fuhr er fort und wandte sich um, um kurz ins Haus zu verschwinden. Er kam ein paar Sekunden später mit einer hübschen Frau in elegantem Kleid wieder, die wohl seine Begleitung war. Bill ist oben in seinem Zimmer. Achten Sie bitte darauf, dass er zeitig im Bett ist und vor allem darauf, dass unser geliebtes Heim nicht wieder in Brand gesteckt wird.“ Und damit schoben sie sich an ihnen vorbei und verschwanden. Odile blinzelte kurz und sah ihnen hinterher. „…Was?“, brachte sie lediglich heraus und starrte dem Auto noch hinterher, das gerade wegfuhr, ehe sie sich dem anderen Mann zuwandte, den sie mittlerweile als Saku Laine identifiziert hatte. Sie waren ehemalige Kollegen und darüber, was ihm, oder eher seiner Familie, zugestoßen war, wusste Odile genaustens Bescheid. „Was bitte war das?“, fragte sie langsam, weil die Situation sie noch immer unheimlich verwirrte. Wahrscheinlich kam sie nun sowieso nicht mehr aus der Sache raus. Odile schüttelte den Kopf und entschied sich gegen die üblichen Begrüßungsfloskeln, sondern spazierte direkt in das Haus. Amelia nickte Saku zu, ehe sie Odile folgte. „Ich habe gesehen, wie jemand durch das obere Fenster in das Haus eingestiegen ist. Deswegen bin ich eigentlich hier. Nicht zum… babysitten?“ Sie drehte sich dem Ranger wieder zu.


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Beitrag von Gastam Do Jun 08, 2017 1:00 pm

Na, wenn es eine Person gab, die Saku sich nun wirklich nicht als Babysitter vorstellen konnte, dann war es wohl eben jene Person, die sich gerade dazugesellt hatte. Wohl, um dem Hausherrn eine Beobachtung mitzuteilen, die ihn ganz und gar nicht interessierte. Es verwunderte ihn noch nicht einmal, dass dieser Kerl schlicht davon ausging, die Abteilungsleiterin der RPV wäre der zweite Babysitter. Saku war sich jedoch ziemlich sicher, dass die gute Odile nicht hier war, um auf ein kleines Kind aufzupassen. Nein, dafür hätte sie sich wohl niemals freiwillig gemeldet. Der Ranger im Übrigen auch nicht, wenn man das Ganze nicht als dringliche Mission verpackt hätte. Nichtsdestotrotz hatte er für diese Gesamtsituation ein amüsiertes Lächeln übrig. Es brachte ja schließlich nichts, sich mit Trübsal an eine solche Aufgabe zu begeben. Schlimmer als Cherrys Ausbrüche konnte der Junge wohl auch gar nicht sein. Und tatsächlich interessierte ihn diese Geschichte mit den Vorgängern doch sehr. Die Villa in Brand gesteckt? Wie das wohl passiert war?
"Willkommen im Club der unfreiwilligen Babysitter.", erwiderte Saku auf Odiles Verwirrung. Es war durchaus amüsant und von Glück konnte er wohl sagen, dass er diese Zeit nun zumindest mit einer Person verbringen musste, die er kannte. Vorausgesetzt, Odile ergriff nicht sofort die Flucht. Aber so verantwortungslos war sie nicht. Auch, wenn es wohl nicht ihre Absicht gewesen war, hier den Babysitter zu spielen. Nun, geplant hatte Saku das ja schließlich auch nicht. Immerhin verschwand die Polizistin auch schleunigst ins Haus. Der Ranger ließ es sich daher auch nicht nehmen, ihr schnellstens zu folgen, denn dumm vor der Villa stehen bleiben wollte er ja genauso wenig. Wie üblich begleitete auch Amelia Odile wieder. Dieses Lucario, das mittlerweile ein Mega-Lucario war, war ja fast schon wie ein Partnerpokémon. Ob es den Megastein schon lange besaß?
"Lucarionit, schick.", erwiderte er dem Pokémon daher auf das Nicken. Nun, es passte wohl ganz hervorragend zu Amelia. Jetzt sah sie nämlich noch stärker danach aus, dass sie Verbrechern ordentlich aufs Maul gab. Ob Cherry wohl vor Neid erblasst wäre? Nun, wahrscheinlich hätte sie sich wieder einmal wie eine eifersüchtige Diva aufgeführt, obwohl sie seit ihrer Verletzung um einiges ruhiger geworden war. Vielleicht lag das aber auch daran, dass Sakus Eltern die alte Vulnonadame liebevoll umsorgten. Sie hatte einfach keinen Grund mehr, eifersüchtig zu werden, wenn man sich derart um sie kümmerte.
Relevant war jedoch erstmal Odiles Aussage, dass sie gesehen hatte, wie jemand durchs obere Fenster eingestiegen war. Eine prachtvolle Villa zog Verbrecher wohl auch nur so an und vielleicht hatte man nach dem Brand auch seine Chance gewittert, wenn wegen Bauarbeiten nicht die Alarmanlage rundum in Betrieb war. Zumindest glaubte der Ranger, dass eine solche Villa wohl eine besitzen musste. Auf der anderen Seite war diese Familie aber vielleicht auch einfach nur so stinkend reich, dass es ihnen ganz egal war... "Sagtest du oberes Fenster?", fiel dem Ranger dann jedoch abrupt auf. Er hatte ihr natürlich zugehört und die Frage war wohl schlicht rhetorischer Natur gewesen. "Er sagte Bill ist oben in seinem Zimmer." Wenn hier wirklich jemand eingebrochen war, dann hoffte Saku, dass er sich jetzt nicht genau in Bills Zimmer verirrt hatte. Nur war er sich nicht so ganz sicher, für wen diese Begegnung schlimmer gewesen wäre.
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Beitrag von Gastam Fr Jun 09, 2017 8:33 am

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
- 58 -
cf.

Offenbar hatte sie einfach so etwas an sich was dazu führte, dass sie in solche Situationen stolperte. Man hatte einfach nur freundlich darauf hinweisen wollen, dass da jemand ins obere Fenster eingestiegen war und offenbar die Intention hatte, das Haus leerzuräumen, und plötzlich fand man sich in der Villa und sollte Babysitter spielen. Ausgerechnet sie, wo sie doch so absolut überhaupt nicht mit Kindern umgehen konnte. Seit dem Vorfall vor ein paar Jahren, von dem sie noch immer die Zeichen an ihren Händen und Armen trägt, ist ihr die jüngere Generation einfach zuwider. Mit Kleinkindern konnte sie erst recht nicht umgehen. Die überforderten sie und Odile fand sie unheimlich nervig, aber offenbar kam sie nun nicht mehr aus der Sache heraus. Sicher hätte sie einfach wieder gehen können. Sie hätte einen Streifenwagen rufen können, der sich um den Einbrecher kümmerte, hätte Saku einfach hier stehen lassen und sich mit Charles treffen können, um nach Hause zu fliegen. Allerdings war das nun wirklich nicht ihr Stil. Sie war durchaus eine verantwortungsbewusste Frau und Saku machte nicht den Eindruck, als wolle er gerade gerne hier sein. Ungefähr genau so gern wie sie selbst, wahrscheinlich. Odile schüttelte leicht den Kopf und seufzte still auf seine Worte. „Offenbar habe ich ein Händchen dafür, unfreiwillig in Situationen zu geraten…“, erwiderte sie langsam und fuhr sich mit der Hand durch die Haare, ehe ihr Blick zu Amelia wanderte. Das Lucario schien ohnehin schon beschlossen zu haben zu bleiben, also konnte man da sowieso nichts mehr dran ändern. „Nun, hilft ja alles nichts.“ Die Polizistin zuckte mit den Schultern und trat dann in die Villa ein, dicht gefolgt von Amelia, die dem Ranger auf seine Worte erneut zunickte, doch es wirkte beinahe so, als hätten sich ihre Mundwinkel einen kleinen Zentimeter gehoben.
Sie blieben in der Eingangshalle des großen Hauses stehen und Odile ließ kurz den Blick über die Einrichtung schweifen. Ja, hier gab es definitiv einiges, was man als Verbrecher gebrauchen und gut verkaufen könnte. Es wunderte sie ein wenig, dass Herr Richie die beiden einfach so in sein kostbares Häuschen gelassen hatte. Immerhin könnte zumindest Odile, die er ja nicht mal kannte, ja sonst wer sein. Ein Komplize des Kerls der sich gerade oben herumtrieb oder so ähnlich. Ihr wurde dann auch klar, weshalb der Dieb wohl gedacht hatte, dass es leicht wäre hier einzusteigen. Was genau passiert war konnte sie zwar nicht sagen, aber hier und dort gingen wohl Bauarbeiten von Statten, auch wenn jetzt um diese Uhrzeit natürlich keine Handwerker mehr anwesend waren. Odile runzelte die Stirn, dann drehte sie sich Saku zu. „Das ist unpraktisch.“, meinte sie, als Amelia sich bereits in Bewegung gesetzt hatte und die breite Treppe nach oben ging. Odile folgte ihr schnellen Schrittes. Sie konnte Kinder zwar nicht leiden, aber sie war immer noch eine Frau des Gesetzes, die definitiv keinem Kind eine Begegnung mit einem Verbrecher wünschte. Leider fanden sie sich oben in einem Flur mit gefühlten einhundert Türen wieder, was Odile stocken ließ. „Na, wunderbar.“, murmelte sie und überlegte kurz, welches Zimmer wohl in Frage käme, immerhin hatte sie von außen das Zimmer sehen können. „Ich glaube es ist dieses hier.“ Sie setzte sich wieder in Bewegung und blieb vor einer Tür stehen, hinter der auch tatsächlich Licht brannte. Na, immerhin! Sie sah zu Saku, nickte ihm zu und öffnete die Tür schließlich, um einzutreten.


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Beitrag von Gastam Fr Jun 09, 2017 1:02 pm

Unpraktisch. Nun, Saku hätte den Umstand, dass sich Bill ebenfalls oben befand, nicht unbedingt als unpraktisch bezeichnet. Auch, wenn es natürlich stimmte, doch es klang eher nach einer Unbequemlichkeit statt wirklich nach einem Problem. Wenn der Einbrecher gerade in Bills Zimmer eingestiegen war, dann bildete das doch ein viel größeres Problem, als eine Angelegenheit, die man einfach unter den Teppich kehren sollte. Vielleicht war Odile in dieser Sache auch einfach viel zu pragmatisch angelegt. Und würde man einem kleinen Jungen schon etwas tun, wenn man sich als Einbrecher um die Runden schlug? Vermutlich wäre Bill ihm vor lauter Angst nicht einmal sonderlich im Weg. Für ein kleines Kind musste das doch schließlich traumatisch wirken, halbwegs. Es blieb zu hoffen, dass sich die Situation schnell und ohne Geiselnahme aufklärte. Aber immerhin war Odile Polizistin. Sie hatte durchaus Erfahrung mit derartigen Situationen gemacht. Sakus Arbeit in der RPV war schließlich eine ganz andere gewesen. Er folgte ihr zwar nach oben, hatte aber nicht vor, sich groß einzumischen, wenn es wirklich zu einer Geiselnahme kam. Da konnte die Abteilungsleiterin gut genug alleine Verhandlungen führen und die Situation aufklären. Saku konnte dabei ja zusehen... oder Verstärkung rufen. Irgendetwas in der Richtung. Vielleicht konnte er auch einfach stillschweigend seine Kollegen verteufeln. Ja, das klang nach einer guten Idee.
Vorsichtshalber hatte der Ranger sich jedoch an der gegenüberliegenden Wand der fragwürdigen Tür positioniet. Sollte der Einbrecher einen Fluchtversuch wagen, dann konnte er zumindest noch helfen, doch kaum hatte Odile die Tür ins vermeintliche Kinderzimmer geöffnet und war eingetreten, da schnellte auch schon die Tür, einige Schritte daneben auf und ein mit Spielzeugpfeilen übersäter Mann stürmte geradewegs voran. Für einen Moment glaubte Saku ja tatsächlich, dieser Kerl würde weinen. Beurteilen konnte er es jedoch nicht, da ihm der anbahnende Mann ganz ungeniert ein Dusselgurr ins Gesicht warf, das in völliger Panik mit dem Flügeln schlug, mit seinen Klauen um sich trat und sich dank eines Blumentopfes auf seinem Kopf ohnehin nicht zu orientieren wusste. Der Mann war so schnell wieder vorbeigerauscht und hatte die Flucht nach unten ergriffen, dass der Ranger nicht einmal die Chance hatte, ihn überhaupt aufzuhalten. Und während er sich damit aufhielt, mit diesem blinden Dusselgurr zu hadern, das in sämtlichen Definitionen wild um sich schlug, glaubte er, einen indianischen Schlachtruf auf spielerische Art und Weise zu vernehmen, ehe er auch schon selbst Opfer von Spielzeugpfeilen wurde, die Odile einfach verfehlt hatten. Tatsächlich wollte der Ranger sich nicht ausmalen, wie dieses Kind; dumm wie Kinder waren; die Polizistin mit Spielzeugpfeilen abschoss. Rest in pieces, Bill.

Saku schnappte sich jedoch bald das Dusselgurr, um es endlich einmal festzuhalten und schob sich vorsichtig aus der Schussbahn, ehe er das aufgebrachte Vogelpokémon absetzte, jeden Kratzer, dem das Pokémon ihm in seiner Panik zusetze, verfluchte, und versuchte, sachte den Blumentopf zu entfernen. Das Pokémon machte ihm diese Sache keineswegs leichter, aber die Gänge waren dummerweise zu schmal, um es mit einem Fangversuch zu beruhigen zu versuchen. Wenn er ein passendes Partnerpokémon gehabt hätte, dann hätte er es vielleicht effektiver festhalten können! Und da fing es schon an. Die was-wäre-wenn Gedanken, die Saku sich doch eigentlich gar nicht machen wollte. Schönes Schlamassel. Das war jedoch definitiv ein Umstand, den er vor seinen Kollegen nicht erwähnen würde. Schließlich wollte er kein Partnerpokémon mehr. Kein dritter Anlauf. Kein drittes Pokémon, dem wieder irgendetwas zustoßen würde. "Jetzt halt still!" Nicht, dass das Pokémon überhaupt auf ihn hörte. Aber konnte er es ihm verübeln? Mit einem Blumentopf auf dem Kopf führte sich wohl jeder auf wie ein aufgescheuchtes Huhn, das möglichst schnell wieder die Freiheit erlangen wollte. Ob Bill mittlerweile die Lust auf Indianer spielen vergangen war?
Als sich der Blumentopf endlich gelöst hatte, musste Saku feststellen, dass auch das Dusselgurr bitterlich Tränen vergoß. Wie der Einbrecher, vermutlich. Aber schließlich war das wohl auch ein wahres Horrorszenario für so ein kleines Pokémon. Zumindest hatte es sich wieder beruhigt und schlug nicht mehr wild um sich. Das war jedoch auch schon alles, denn nun starrte es mit diesen großen, verheulten Augen Saku an, als hätte dieser ihm gerade das Leben gerettet. Das war vielleicht etwas überzogen, vor allem aber... irgendwie unangenehm. "Siehst du? Alles wieder gut.", gab der Ranger von sich, in der Hoffnung, dem Pokémon damit zu vermitteln, dass es wieder fröhlich von dannen ziehen konnte. Doch statt fröhlich, befreit und froh davonzuflattern, hüpfte ihm dieses Dusselgurr doch sogleich wieder ins Gesicht und brachte den Ranger mit dieser plötzlichen Attacke ordentlich ins Schwanken. Es mochte ja klein sein, aber Kraft besaß diese Taube doch, auch wenn der Überraschungsfaktor mit Sicherheit seine Rolle beitrug. Dabei war Saku wirklich nicht froh darum, eine aufgekratzte Taube im Gesicht zu haben.
Es dauerte einen Moment, bis der Ranger es schaffte, dass dieser Vogel von ihm abließ. Wirklich zufrieden war das Dusselgurr damit aber auch wiederum nicht, sodass der Ranger sich seufzend geschlagen gab und das Pokémon zumindest in den Armen hielt. Zumindest damit konnte das Dusselgurr sich immerhin zufrieden geben, sodass es erfreut gurrte und Saku sich ernsthaft die Frage stellte, ob er sich hier gerade eine Taube angelacht hatte. Es war der Schock. Es war sicher einfach nur der Schock. Vielleicht auch der Umstand, dass es ein weibliches Dusselgurr zu sein schien, dass da gerade seinen Schnabel an seinen Klamotten wälzte. War er jetzt eigentlich ein Komplize, wenn er dem Dusselgurr der heulenden Einbrechers half, der sich vermutlich irgendwoe verschanzt hatte, um sich die Augen aus dem Kopf zu weinen? Wegen Spielzeugpfeilen? Hoffentlich sah Bill mittlerweile nicht aus wie jemand, der in eine Barschlägerei verwickelt worden war und Odile nicht wie ein Kaktus. Denn Saku hatte sich zugegeben so konzentriert mit dem Dusselgurr befasst, dass er gar nicht darauf geachtet hatte, was in dem vermeintlichen Kinderzimmer eigentlich vor sich ging. Aber gut zu wissen, dass es zwei Türen besaß! Ob das wohl so war, damit Bill seinen Kindermädchen ordentlich auf die Nerven gehen konnte? Warum mussten so riesige Villen überhaupt Zimmer mit mehreren Türen besitzen? Konnte man sich nicht auf weniger einigen? Es war so verwirrend, in irgendeiner Weise aber auch amüsant. "Läuft gut. Ich hab mir schon ein Date geangelt.", scherzte der Ranger, ehe er zur Tür ins Kinderzimmer hineinlugte, um das möglicherweise angerichtete Chaos zu begutachten. Armer Bill oder arme Odile?
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Beitrag von Gastam Fr Jun 09, 2017 2:09 pm

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
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Was in Arceus‘ Namen war hier bitte los?! Gerade eben hatte sie noch die Ruhe in der historischen Ausstellung genossen, wollte nur mal eben dafür sorgen, dass hier kein Einbruch von Statten ging und jetzt stand sie inmitten von… ja, inmitten von was? Einem Indianerkampf? Sie hatte die Tür gerade erst einen Spalt breit geöffnet, als die andere bereits aufschwang und besagter Einbrecher herausstürmte. Geschmückt mit lauter Spielzeugpfeilen. Und Odile hatte den Eindruck als wären da Tränen auf seinen Wangen, aber er war zu schnell an ihr vorbei gerannt, als dass Odile das genauer hätte sagen können. Für den Moment von dieser absurden Situation vollkommen perplex, schüttelte Odile den Kopf als Saku von dem Dusselgur angegriffen wurde, doch er schien die Situation wohl durchaus unter Kontrolle zu haben. Odile nickte Amelia zu, die daraufhin dem Einbrecher hinterher lief, während Odile sich in die Höhle des Löwen wagte. Sie hatte ja eigentlich nur schauen wollen, ob es dem Jungen gut ging. Dass sich das als reinstes Desaster entpuppen würde, das hatte sie ja wohl nicht wissen können! Warum sie Kinder nicht leiden konnte, wurde ihr dann jedoch augenblicklich wieder klar.
Sie war kaum einen Schritt im Zimmer, da patschte schon ein Pfeil mit Saugnapf statt Spitze gegen ihre Stirn. Verwirrt machte sie den Schützen aus, der auf seinem Bett herumhüpfte und sich gerade den nächsten Pfeil aus seinem Köcher gezogen hatte, der Odile diesmal verfehlte. „AAAH WUHUHUHUHUUHU!!“, kreischte der Junge laut und hüpfte von seinem Bett herunter, während er den nächsten Pfeil schoss, dem Odile hatte ausweichen können. Sie packte den an ihrer Stirn und zog ihn ab, was ein lustiges Plopp-Geräusch von sich gab und einen kreisrunden Abdruck auf der Stirn hinterließ. Tief atmete sie durch um nicht direkt auszurasten und ließ den Pfeil auf den Boden fallen, ehe sie auf Bill zugehen wollte. Das war zugegebener Maßen schwieriger als man meinen könnte, denn der Boden seines Zimmers war ein reines Schlachtfeld aus Spielzeugen. Odile musste sich bemühen nichts kaputt zu treten und dann waren da auch noch diese Murmeln, die sie übersehen hatte. Ein falscher Schritt und schon purzelte sie rücklings auf den Boden – unpraktischer Weise hatte sie nun eine Glurak-Figur in ihrem Rücken, was auch nicht unbedingt angenehm war. Bill nutzte die Chance und näherte sich Odile, um ihr direkt einen neuen Pfeil an die Stirn zu patschen und an ihr vorbei zu laufen um die Flucht zu ergreifen, doch Odile war schneller auf den Beinen als er erwartet hatte, so dass sie sein Handgelenk fassen konnte um ihn aufzuhalten. „BLEICHGESICHT NIMMT DIE HAND VON MIR!“, rief er laut und griff in einen Beutel, den er an seinem Gürtel befestigt hatte – und dann war für einen Moment alles schwarz. Odile ließ den Jungen wieder los und rieb sich ein wenig panisch über die Augen, weil ihr der Rotzlöffel allen Ernstes Glitzerpuder ins Gesicht geschmissen hatte. Jetzt glitzerten ihre Haare, ihr Gesicht, ihre Hände und ihr Oberteil. Wunderbar. Zum Glück hatte sie nichts davon in den Augen, doch sie brauchte einen Moment um auch sicher zu gehen, dass das nicht passieren würde. Sie wischte sich ein paar Mal über die Augen und war sich ziemlich sicher, dass sie noch in einer Woche glitzern würde, ehe sie sich umwandte um Bill hinterher zu gehen. Gerade dann steckte auch Saku den Kopf durch die Tür und Odile warf ihm einen vernichtenden Blick zu, der aber nun auch nicht ihm direkt galt. Sie umfasste den Pfeil an ihrer Stirn und zog jenen wieder von ihrer Stirn ab, was einen zweiten Abdruck hinterließ. „Dieses Kind ist der Teufel.“, murmelte sie lediglich und musste mit dem Ärmel über ihren Mund wischen, damit sie kein Glitzer in den Mund bekam.

Kopfschüttelnd ging sie an Saku vorbei und sah sich um, doch da der Einbrecher nach unten gelaufen war, war selbiges wahrscheinlich auch bei Bill der Fall. Tief atmete sie durch und ging die Treppe hinunter, sah sich um und entdeckte Bill schließlich im Wohnzimmer, wo er auf der Couch nun mit einer Wasserpistole bewaffnet war. Woher hatte er die nun?! Gab es hier überall irgendwo Verstecke mit Spielzeug für ihn? Odile seufzte kurz und sah zu Saku, ehe sie sich dem Wohnzimmer näherte. „Bill, wir sind hier um dir zu helfen.“, fing sie an, doch erntete nur ein weiteres Siegesgebrüll vom kleinen Jungen. „Wir sollen für deine Eltern auf dich aufpassen, und der Mann der in deinem Zimmer war ist auch-“ Platsch. Rote Farbe in ihrem Gesicht. In ihrem Gesicht, und auf dem weißen Sofa. Schockiert sah sie dem Jungen entgegen, der fröhlich lachte und auf den nächsten Sessel hüpfte. Es hieß Wasserpistole. Die füllte man mit WASSER. MIT WASSER. NICHT MIT FARBE. Oh, wie sehr sie Kinder verabscheute. Odile wandte sich kopfschüttelnd ab und sah Saku an. „Bitte, er gehört dir. Ich geh meiner Arbeit nach. Wildgewordene Lebewesen sind ja eher dein Metier.“, brummelte sie und stiefelte an dem Ranger vorbei, während sie versuchte sich die Glitzer-Farb-Mischung aus ihrem Gesicht zu wischen. Erfolglos.
Sie schloss zu Amelia auf, die vor einer Besenkammer stand und Odile kurz vollkommen verwirrt musterte. Ehe sie… ehe sie tatsächlich kurz amüsiert schnaubte?! Was war denn heute bitte in alle gefahren? „Ist er da drin?“, fragte sie, ohne auf Amelias Schnauben einzugehen. Das Lucario nickte und Odile öffnete langsam den Schrank. Da saß er. Der arme Mann, von Spielzeugpfeilen malträtiert und… waren das Kaktusstacheln in seinem Po? Odile schüttelte den Kopf. Er weinte tatsächlich. Vollkommen verständlich, jetzt wo Odile einen Eindruck davon hatte, wie dieser kleine Junge überhaupt drauf war. Sie räusperte sich kurz und bekam so die Aufmerksamkeit des Verbrechers. „Ich muss Sie wegen versuchten Diebstahls verhaften.“, meinte sie langsam, auch wenn sie wusste, dass sie nicht gerade seriös aussah. Doch der Mann hielt ihr direkt seine Hände hin. „Bitte nehmen Sie mich mit, nur weg von diesem Kind!“ Odile hob die Augenbrauen. Klasse. Wunderbar. So hatte sie ihren Abend verbringen wollen, definitiv. „Bleiben Sie hier, mein Lucario wird aufpassen.“, seufzte sie und verzichtete auf Handschellen. Stattdessen knallte sie die Tür wieder zu, vor die Amelia sich stellte, und ging langsam zurück zum Wohnzimmer, um die Lage einzusehen.

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Beitrag von Gastam Fr Jun 09, 2017 3:28 pm

Vielleicht war es doch ein Fehler, nachzuschauen wie es bei Odile lief. Ihr Blick sprach jedenfalls Bände, doch durch all den Glitzer in ihrem Gesicht und diesem wunderschönen Saugnapfpfeil auf der Stirn, konnte Saku die Abteilungsleiterin nun wirklich nicht mehr ernstnehmen. Nein, man sah ihm förmlich an, dass er nun am liebsten lauthals losgelacht hätte. Nur aus einer zutiefst fragwürdigen Höflichkeit heraus, versuchte er sich nun das Lachen zu ergreifen. Das Chaos war jedoch gänzlich komplett, als das bereits verstörte Dusselgurr wieder lauthals zu weinen anfing. Den zornigen Blick hatte die kleine Taube wohl äußerst persönlich genommen und so bitter es auch sein mochte, doch dieser von Glitzer getrügte, böse Blick und die unschuldig-süße Reaktion des Dusselgurrs waren dann doch einfach zu viel des Guten, sodass der Ranger in schallendes Gelächter ausbrach. Er hatte sein bestes gegeben! Ja, er hatte wirklich versucht, nicht lautstark loszulachen, weil diese Situation so unfassbar dämlich war. Mit Lachen lebte es sich aber ganz einfach leichter. Wieso also nicht diesem Bedürfnis Ausdruck verleihen und einfach loslachen? Auch, wenn das mit Sicherheit unangenehm für Odile sein musste. Immerhin war sie das Subjekt, über das mehr oder weniger gelacht wurde. Und das Dusselgurr, aber das wetzte in seiner Panik einfach wieder seinen Schnabel an Sakus Kleidung.
"Mhm~", gab der Ranger zutiefst amüsiert von sich, als Odile den Jungen als Teufel bezeichnete. Er fürchtete, wenn er ihr wirklich darauf antwortete, brach er nur wieder in schallendes Gelächter aus, obwohl er sich das Lachen wieder mal verkneifen musste. Jetzt hatte die Polizistin immerhin einen Saugnapftabdruck auf der Stirn! Der Bengel war davon gestürmt und Odile suchte noch immer den Einbrecher, der sich bestimmt irgendwo verkrochen hatte, um diesem Kind irgendwie zu entkommen. Blöd nur, dass Bill ihm wohl hinterher ging oder anderweitig für Chaos stiftete. Doch ehe er von all dem Spaß gar nichts mehr mitbekam, folgte er Odile lieber. Es versprach nämlich noch lustiger zu werden, obwohl er sich noch immer zusammenreißen musste. Das Dusselgurr in seinen Armen streichelte er dabei jedoch sacht, um es wieder zu beruhigen. Das arme Ding war jedoch wieder so aufgescheucht, dass es Saku lieber wäre, es aus dem Haus zu setzen. Wahrscheinlich sollte er aber zunächst versuchen, es zu seinem Trainer zurückzubringen. Der musste doch seinem Pokémon den Gefallen tun können, es in seinen Pokéball zu schicken, wo es sicher war. Aber vielleicht konnte der Einbrecher auch sein Pokémon als Beruhigungsmittel gebrauchen, obwohl er es zuvor noch zur Abwehr missbrauchte.

Im Wohnzimmer legte Bill jedoch sofort wieder los und Saku nahm bereits von vornherein ein wenig Sicherheitsabstand, während Odile sich mit dem Jungen herumplagte. Wasserpistolen, ein Klassiker, aber dass dieser Bengel tatsächlich Farbe hineingefüllt hatte? Das konnte ganz fies ins Auge gehen. Es verwunderte Saku aber schon, dass Odile wirklich versucht hatte, mit ihm zu reden. Wirkungsvoll war es ja keinesfalls. Das hätte der Ranger ihr auch sofort sagen können. Nein, in solchen Fällen musste man Feuer mit Feuer bekämpfen! Also, kein richtiges Feuer, denn abfackeln wollte der Ranger die Bude ja nun nicht. Die Farb-Glitzer-Kombi in Odiles Gesicht gab aber wieder Grund zum Anlass, sich ordentlich totzulachen. Irgendwo tat sie ihm ja leid, aber es sah einfach so verdammt komisch aus, mehr noch, wenn man Odile überhaupt erst kannte! Schade, dass er keine Kamera dabei hatte. Seine Kollegen - und vor allem Odiles Kollegen - hätten dieses Schauspiel doch mit Sicherheit nur allzu gerne gesehen. Zumindest ein Foto hätte ihm ja gereicht! Da störte es den Ranger auch gar nicht groß, dass die genervte Polizistin ihm kurzum den Jungen audrückte, weil wildgewordene Lebewesen eher sein Metier seien. Nun, Pokémon, ja, Menschen nicht unbedingt.
Tatsächlich wusste Saku auch nichts mit dem Jungen anzufangen, als Odile verschwunden war, um nach dem Einbrecher zu schauen. "Sollte ein Indianer wirklich die Waffen des weißen Mannes benutzen?", scherzte der Ranger immerhin und musterte dabei die Wasserpistole, die der Bengel von irgendwoher hervorgekramt hatte. Ob er Verstecke dafür hatte? Vielleicht konnte Saku ja das eine oder andere ausfindig machen und es ihm mit gleicher Münze heimzahlen? Auch, wenn eher Odile das Opfer geworden war. Aber es sah zugegeben doch irgendwie spaßig aus. Ohnehin hatte der Ranger kein allzu großes Problem mit Farbe oder anderen Streichen, sofern sie sich noch in einen gewissen Rahmen hielten.
Doch Sakus Kommentar war wirklich alles andere als gut angekommen und die rote Farbe erwischte auch ihn - oder eher das Dusselgurr auf seinem Arm, das sich erschrockend flatternd davon machte und herrliche, rote Farbspritzer überall verteilte, wo es lang kam. Es legte eine Spur aus Dusselgurrabdrücken, denen der Ranger schleunigst folgte, um das flüchtende Pokémon wieder einzufangen. Nicht, dass es noch in eine aufgestellte Falle oder dergleichen stolperte.

Die Spuren führten bis zur Küche, wo das kleine Pokémon wild hin und her flatterte, hier und da ein paar Pfannen von ihren Halterungen riss und sie ordentlich auf den Boden scheppern ließ. Auch die Schränke blieben nicht verschont und so wunderte es den Mann kaum, dass dieses Pokémon es doch tatsächlich schaffte, erst rote Farbe auf teures Geschirr zu verteilen und es dann scheppernd zu Boden gehen zu lassen. Das Porzellan war nicht mehr zu retten und das Dusselgurr schien unaufhaltsam. Wildgewordene Lebewesen, huh? Das traf in diesem Fall wohl wirklich zu, weshalb der Ranger doch lieber ganz klassisch seinen FangKom zückte, statt dem Vogelpokémon hinterherzurennen. Das war wohl ganz einfach sicherer. Doch kaum trat der FangKom in Aktion und zog seine gewohnten Kreise um das doch recht aufgeregte Dusselgurr, das den Kreisel sogar mit Besteck bewarf, musste Saku feststellen, dass das Ganze doch keine allzu gute Idee war. Der FangKom bretterte geradewegs und zuverlässig durch die hinterlassenen, roten Farbspuren und zog sie weiter, sodass sich in der ohnehin schon chaotischen Küche bald schon FangKomspuren über Boden und Wände zogen.
Zumindest das aufgeregte Dusselgurr, das die Küche fast ganz alleine in ein Schlachtfeld verwandelt hatte, beruhigte sich nach dem erfolgreichen Fangversuch, der die Küche zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen hatte. Pfannen lagen verstreut auf den Boden, Scherben von zerbrochenenen, viel zu teuren Tellern, zogen sich beinahe durch die gesamte Küche und Löffel und Gabeln hatten sich auch noch dazugesellt, um eine ganz hervorragende Trümmerparty zu schmeißen. Die teuren Küchenmöbel waren natürlich auch ganz herrlich beschmiert, als wäre eine rote Farbbombe explodiert. Saku war von diesem chaotischen Bild derart eingenommen, das er nicht einmal mehr auf seinen zurückkehrenden FangKom achtete, der auf all den Farbspuren ganz wunderbar herumrutschte und ihm kurz darauf mit vollem Elan gegen die Stirn knallte, nur um dann weiter in die Wand zu fliegen und eine Kerbe zu hinterlassen. Zum Glück war diese Villa ohnehin schon eine Baustelle. Der Rücken machte baldigst Bekanntschaft mit dem roten Boden und das beruhigte Dusselgurr hüpfte gemächlich ruhig auf Sakus Brust, um sich dort niederzulassen und sich einzumummeln, als hätte es sein Nest gefunden. Dieses Dusselgurr war so rot, dass man hätte meinen können, es war dem Tode nahe. Zum Glück war es nicht der Fall. Aber als Top-Ranger von seinem eigenen FangKom getroffen zu werden? Nun, das war schon ein anderes Kaliber und Saku war froh, dass das keiner seiner Kollegen mitansehen musste. Auch, wenn er wohl mitgelacht hätte, aber diese Gesamtsituation hatte etwas peinliches, was nicht zuletzt wohl auch dem Dusselgurr verschuldet war, das ein großes Chaos angerichtet hatte, nun aber wirkte, als würde es fast einpennen. Was ein Tag.
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Beitrag von Gastam Mo Jun 12, 2017 1:43 pm

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
- 60 -

Odile musste sich doch arg beherrschen, nicht die Beherrschung zu verlieren. Genau deswegen konnte sie Kinder nicht leiden. Sie waren laut, sie waren anstrengend, sie waren egozentrisch. Immer nur ich, ich, ich. In jungen Jahren stanken sie auch noch und waren noch anstrengender als sowieso schon. Nein, die Polizistin konnte Kindern wirklich nicht viel abgewinnen und der liebe Bill Richie war der beste Beweis dafür, dass sie damit Recht hatte. Man könnte meinen, dass Kinder die in solchen Umständen aufwuchsen vielleicht eine strenge Hand als Erziehung genossen, oder zumindest ansatzweise wussten wie man sich richtig zu verhalten hatte, doch dies war offenkundig nicht der Fall. Richie war das perfekte Beispiel für alles, was in der Erziehung schief gehen konnte. Rückgängig machen konnte man die Fehler der Eltern ohnehin nicht mehr, höchstens noch Schadensbegrenzung versuchen, doch letzten Endes würde Bill wohl auf ewig derart verzogen und respektlos sein, wie er es nun war. Vermutete zumindest Odile, und sie hoffte, dass sie nicht wieder auf diesen Jungen treffen musste, wenn sie hier einmal fertig war.
Das Glitzer in ihrem Gesicht war unheimlich hartnäckig und noch immer versuchte sie zu verhindern, dass es in ihre Augen gelangte. Noch in drei Tagen würde sie glitzern, da war sie sich sicher. Das war dasselbe Problem wie mit Glitzerkonfetti. Einmal auf der Arbeit hatten sie den Geburtstag eines Kollegen gefeiert und da fiel auch Glitzerkonfetti von der Decke – Odile fand noch zwei Wochen danach Schnipsel davon. Wirklich hartnäckig und äußerst unpraktisch, vor allem wenn es im Gesicht war. Da konnte es ja jeder sehen, und wer nahm schon eine glitzernde Polizistin ernst? Niemand. Offensichtlich, denn auch Saku schien sich schwer damit zu tun, sein Gelächter zurück zu halten. Er brach schließlich komplett ab, als das Dusselgurr in seinen Armen meinte der Blick würde ihm gelten und tatsächlich anfing zu lachen. Etwas Verzweiflung schlich sich in ihren Blick und sie schüttelte nur leicht den Kopf, als Saku sich nur schwer wieder einzukriegen schien. „Ja, ja, sehr lustig.“, erwiderte sie murmelnd und warf den Spielzeugpfeil auf den Boden, ehe sie an Saku vorbeistiefelte. Dieser kleine Teufel in Form eines Kindes würde schon noch sein Fett wegkriegen! Odile hatte tagtäglich mit dem Abschaum des Abschaums von Verbrechern zu tun, da würde ein kleiner Junge sie ja wohl nicht zur Verzweiflung bringen können.

Doch. Noch wütender als zuvor verließ sie das Wohnzimmer wieder, nachdem sie die volle Ladung Farbe ins Gesicht bekommen hatte. Wer füllte rote Farbe in eine Wasserpistole? Welche Eltern ließen überhaupt zu, dass sein Kind sich so benahm? Die Aufgabe ihn zu zähmen delegierte sie dann doch lieber an Saku weiter, der mit so etwas ja wohl Erfahrung haben wollte. Im Normalfall zwar mit Pokémon, aber das konnte man sicher irgendwie übertragen. Hatte schon mal jemand versucht, einen Fangversuch an einem Menschen zu testen? Jetzt wäre doch der perfekte Zeitpunkt dafür, das herauszufinden. „Viel Spaß.“, meinte sie als sie an dem Ranger vorbei ging und zum Schrank lief, in dem der Einbrecher kauerte. Er schien tatsächlich noch ein wenig ärmer dran zu sein als Odile und Saku es gerade waren, weshalb er Odile ja beinahe schon leid tat. Er würde ihr tatsächlich leid tun, wenn er nur ein Unschuldiger wäre, der hier durch Zufall hineingeraten war (so wie sie), doch er war mit der Intention hergekommen, die Bude auszuräumen… also keine Empathie für ihn. Immerhin wehrte er sich nicht gegen eine Festnahme, auch wenn die sich noch einen Moment aufschieben würde, bis sie Bill unter Kontrolle hatten.
Amelia erklärte sich dazu bereit auf den Mann aufzupassen solange Odile sich wieder Bill zuwandte, und gerade als sie sich umdrehte um zurück zum Wohnzimmer zu gehen, huschte das Dusselgurr bereits wieder haarscharf an ihrem Gesicht vorbei und verschwand in die Küche. Oh je. Man hörte es nur scheppern, knallen und brechen und Odile konnte bereits erahnen, was sich dort gerade abspielte. Saku lief dem Pokémon hinterher, während Bill die Chance nutzte und in den Keller lief. Sie sah zwischen den beiden hin und her und entschloss sich erst einmal nach Saku zu sehen, Bill hatte schließlich seinen Spaß und würde nicht einfach weglaufen. Die Küche sah aus wie das reinste Schlachtfeld, was Odile kurz die Augenbrauen heben ließ. „Bei Arceus.“, flüsterte sie just in dem Moment, als der Fangkom volle Möhre gegen den Kopf des Rangers flog und ihn von den Socken haute. Odile eilte zu ihm und kniete sich neben ihn. Die Beule die das hinterlassen würde, konnte man jetzt schon erahnen. „Geht es?“, fragte sie und warf einen suchenden Blick durch die Küche um irgendetwas zu finden, womit er das kühlen konnte. Sie stand auf, ging zum (ehemals weißen) Kühlschrank und fand schnell ein Kühlpack, welches sie dann Saku hinhielt. „Besser du kühlst das. Bill ist in den Keller gelaufen und ich muss zugeben, dass ich nicht erpicht drauf bin, ihm zu folgen.“ Wer wusste schon, was er als nächstes für die beiden geplant hatte? Trotzdem half da wohl alles nichts. Sie mussten ja zumindest sicher gehen, dass Bill nichts geschah, auch wenn die Polizistin es nicht verwundern würde, wenn sich da unten noch eine Folterkammer der besten Klasse befand, in die Bill sie nun locken wollte. Wie gesagt, dieses Kind war der Teufel.
Odile bot Saku ihre Hilfe beim Aufstehen an und sah dann kurz zu dem Dusselgurr, das wohl mehr als zufrieden mit seinem Platz auf Sakus Brust war. „Der böse Blick vorhin galt nicht dir.“, erklärte sie dem Pokémon, was wohl auch eine halbe Entschuldigung sein sollte. Nur, um das aus der Welt zu schaffen! Der Blick schwenkte durch die Küche und Odile schüttelte den Kopf; das würde man nicht sauber bekommen, geschweige denn konnten sie das ganze Geschirr ersetzen. Verdammt. Sie räusperte sich kurz und verließ die Küche dann wieder. „Dann wollen wir mal…“, murmelte sie und ging auf die Treppe zu, die in den Keller führte. Bill hatte zumindest genug Zeit gehabt um den nächsten Streich vorzubereiten, also blieb sie vorsichtig. Einen Schritt nach dem anderen… ganz vorsichtig… PLATSCH! Mit einem kurzen Aufschrei rutschte Odile mitten auf den Treppe auf ein paar Murmeln aus und rollte den Rest der Treppe so spektakulär herunter, das jedes Geowaz vor Neid erblassen würde. Unten angekommen blieb sie erst einmal so liegen wie sie angekommen war. Blieb nur zu hoffen, dass Saku die Murmeln bemerkte bevor er drauf trat.

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Beitrag von Gastam Mi Jun 14, 2017 7:11 pm

Natürlich war die Polizistin auch gerade im passenden Moment hereingekommen. Karma, vielleicht? Nicht, dass es Saku jetzt noch großartig interessierte. So war die Sache nun gelaufen. Er nahm es ohnehin relativ gelassen. Das Leben war nun einmal so viel besser, wenn man sich nicht von allem niederschlagen ließ. Eine Portion Humor rettete doch schließlich jede Situation! Sofern der Humor denn angebracht war. Saku gehörte ironischerweise zu der Sorte Mensch, die auch dem schwarzen Humor nicht abgeneigt war, weshalb er bei der Frage, ob es einigermaßen ging zaghaft die Hand nach Odile ausstreckte. "Ich sehe das Licht...", gab er mit gespielt schwacher Tonlage von sich. "Und es sieht aus wie ein Taco Bell Schild." Und damit ließ er seine Hand auch schon abrupt wieder sinken. Das zog die Gesamtsituation doch umso weiter ins Lächerliche. Machte das Ganze für den Ranger aber umso angenehmer. Während Odile sich zum Kühlschrank begab, richtete er sich; das Dusselgurr festhaltend; auch schon wieder auf. Das Pokémon ließ sich davon weniger stören und gurrte genüsslich vor sich hin. Vielleicht sollte er sich einfach ein Dusselgurr als Partnerpokémon besorgen? Eines, das tagein tagaus irgendwo saß und mit anderen Vögeln um die Wette gurrte. Das käme ihm wohl nicht in die Quere, würde sich in keine Angelegenheiten einmischen und wäre einfach nur da, damit er nicht mehr mit Fragen und Forderungen gelöchert wurde.
Odile offenbarte dem Ranger auch sogleich, dass Bill in den Keller verschwunden war, während sie ihm ein Kühlpack aus dem Kühlschrank hinhielt. Der Schwarzhaarige nahm das Kühlpack nur allzu gerne entgegen und pappte es sich auch sogleich auf die getroffene Stelle. Odile sah immer noch furchtbar glitzrig aus. Aus der Entfernung konnte man sicherlich auch denken, jemand hätte sie verprügelt. Mit der roten Farbe im Gesicht, mochte es aus der Entfernung vielleicht sogar scheußlich erschreckend wirken. Da konnte man wohl nur hoffen, dass die Farbe wieder abging, bevor sie die Heimreise antrat. "Vielleicht hält er ja noch ein schrilles Pink für dich bereit." Er grinste. Undenkbar war es nicht, aber er schätzte die Polizistin durchaus so ein, dass ihr die Farbe Pink zuwider war. Klischeefarben erfreuten sich ohnehin nicht allzu großer Beliebtheit. Vor allem wohl nicht bei Frauen, die man eher zu der taffen Sorte einordnen würde. Außerdem musste ihr die Farbe im Gesicht wohl zweifelsohne schon genügen. Und das Glitzer. Und die Adrücke auf ihrer Stirn. Oh, wie hart hatte es die arme Polizistin nur getroffen. Die würde bestimmt niemals in ihrem Leben Kinder zur Welt bringen. Und in ihrem Leben danach sicherlich auch nicht. Oder danach. Und nach dem danach erst recht nicht.
Kaum hatte Odile das Dusselgurr jedoch angesprochen, um die Begebenheit von zuvor klarzustellen, hüpfte das Vogelpokémon auch schon in versteckender Manier unter den Tisch. Die Flügel waren wohl zu verklebt und angetrocknet, um noch ordentlich flattern zu können. Bei all der Farbe aber auch gar nicht verwunderlich. Tatsächlich fand Saku die Reaktion des Dusselgurrs überaus amüsant. Nein, eigentlich war es wohl wirklich nicht verwunderlich, dass es ihn amüsierte. Odile konnte nunmal nicht nur Verbrecher einschüchtern und verängstigen, sondern auch unschuldige Dusselgurrs. Mehr oder weniger unschuldig. Schließlich war es ja immer noch das Pokémon eines Einbrechers. Tapfere Frau, diese Odile. Immerhin stellte sie sich ja gleich wieder ihrem aller größten Erzfeind: Dem Kellerkiller. Oder auch genannt Bill Richie. Saku seufzte jedoch, als die Polizistin sich auf dem Weg zum Keller machte und holte das Dusselgurr wieder unter dem Tisch hervor, ehe er es in das Spülbecken setzte und sich daran machte, das Pokémon zu säubern. Vögel, die nicht fliegen konnten, litten nur.
Dummerweise war diese Taube jedoch äußerst schwer zu reinigen, denn dieser verdammte Vogel war doch äußerst pingelig, was die Wassertemperatur anging. Es dauerte also ein bisschen bis die richtige Temperatur gefunden war, mit der auch dieses Dusselgurr sich endlich zufrieden gab. Luxus an der falschen Stelle. Wichtig war es doch bloß, diese Farbe so schnell wie möglich aus den Federn zu kriegen, bevor sie komplett getrocknet war. Zeit wollte man dem Ranger dafür aber wohl auch gar nicht lassen, denn schon ertönte ein Schrei, der nichts Gutes vermuten ließ. Das Dusselgurr wurde anschließend schnellstmöglich ausgekneten, was ihm doch weit weniger gefiel. Zeit wollte Saku sich dafür jetzt jedoch nicht lassen. Wer wusste schon, ob Bill nicht wieder Indianer spielen wollte. Oder noch Schlimmeres. Hoffentlich hatte ihm niemand die Geschichte von Dracula erzählt. Dem Kind konnte man es wohl zutrauen, die These mit dem Pflock ausprobieren zu wollen. Auch, wenn Odile kein Vampir war. Vielleicht machte es für ihn ja auch gar keinen Unterschied.

Auf dem Weg zum Keller trocknete der Schwarzhaarige das Dusselgurr mit dem erstbesten Spültuch ab, das er hatte ergreifen können. Sparte Zeit! Was er am Fuß der Treppe erblickte, war jedoch alles andere als angenehm. Fallen auf der Treppe? Das war nicht nur witzlos, sondern auch noch vollkommen geschmacklos und gefährlich. Immerhin hätte Odile sich auch sehr wohl das Genick brechen können, wenn sie überhaupt unversehrt davongekommen war. Waren das Murmeln neben ihr? "Feg die restlichen Murmeln von der Treppe.", bat er das Dusselgurr, das ihn für einen Moment fragend anstarrte, ehe es sich gekonnt abschüttelte, um das letzte bisschen Wasser aus den Federn zu bekommen. Danach erhob es sich auch schon und fegte die Treppe mit einem kräftigen Windstoß von den Murmeln sauber. Immerhin hatte Saku nicht vor, sich das Genick zu brechen. Es gab Dinge, die waren nun doch nicht mehr witzig, weshalb der Ranger auch schnellstmöglich die Treppe herunter eilte. Fast wäre er dabei noch auf ein paar Murmeln ausgerutscht, die am Boden lagen.
"Alles in Ordnung?", fragte der Ranger und versuchte, Odile vorsichtig aufzuhelfen. Wenn sie Schmerzen hatte, wollte er das ja auch nicht schlimmer machen. Nur Bill würde sich eine ordentliche Abreibung abholen dürfen. So viel war nun sicher. Dieser Junge würde selbst nicht mehr glimpflich davonkommen. Wäre er doch nur bei Glitzerstaub und Spielzeugpfeilen geblieben. Die waren doch weit harmloser, als Todesfallen in Form von Murmeln. Das Dusselgurr machte es sich in der Zwischenzeit auf Sakus Kopf bequem. Vielleicht glaubte es, es wäre sicherer, wenn es bei ihm blieb. Auch, wenn das mit Sicherheit eine falsche Annahme war.
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Beitrag von Gastam Do Jun 15, 2017 9:05 am

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
- 61 -

Wenn sie diesen Jungen jemals in die Finger kriegen würde, würde sie ihm höchstpersönlich den Hals umdrehen. Das war zwar gegen das Gesetz, aber was das Gesetz nicht weiß, macht es nicht heiß… oder so ähnlich. Natürlich konnte sie das nicht tatsächlich tun, immerhin war es ihr Job, das Gesetz zu achten, aber gerade im Moment verspürte sie doch eine große Lust, das einfach mal zu ignorieren. Doch man riss sich zusammen und versuchte die eigenen Gedanken wieder zu beruhigen, denn sich aufzuregen brachte nun wirklich niemandem etwas. Odile konnte sich nicht recht erklären, wie ein Kind tatsächlich so bösartig sein konnte, wie es bei Bill der Fall war. Erziehung gleich Null. Vielleicht sollte sie mal ein Wörtchen mit den Eltern sprechen…? Doch meistens brachte das ohnehin nichts und die Polizistin wäre froh, wenn sie endlich hier verschwinden konnte, da wollte sie nicht länger mit den Eltern reden als tatsächlich nötig. Es bangte ihr nur ein wenig vor den Konsequenzen der Taten von Bill. Das eingesaute Sofa, die verwüstete Küche… Odile verdiente zwar nicht schlecht, aber das überstieg definitiv ihre Gehaltsklasse. Nun, sie würden sehen müssen wo das endete. Jetzt gerade war Odiles größte Sorge erst einmal, dass sie sich nichts gebrochen hatte. Ihr Rücken schmerzte sehr, aber soweit sie es einschätzen konnte, war bei dem Sturz nichts Erstes passiert. Zum Glück, sonst hätte das sämtliche andere Probleme in den Schatten gestellt. Trotzdem blieb Odile noch einen Moment liegen und brummelte einen Moment genervt vor sich hin, ehe sie sich langsam versuchte aufzusetzen. Das würde sicher ein paar blaue Flecken mit sich ziehen. Wunderbar, das passte farblich sicher gut zu der roten Farbe und dem Glitzer.
Odile konnte hören wie die Kellertür geöffnet wurde und sah hinauf zu Saku, der die Murmeln zum Glück bereits bemerkt hatte. Auch das Dusselgurr schien soweit wieder in Ordnung zu sein, doch Odile hatte für die Zukunft beschlossen, das arme Ding nicht wieder anzusprechen. Offenbar hatte sie so eine Aura wie ein wütendes Pyroleo, da wollte sie das kleine Pokémon nicht noch mehr erschrecken. Das Flugpokémon fegte die Murmeln von den Stufen, so dass Saku, ohne selbst zu fallen, hinunter gehen konnte. Odile nahm seine Hand an und richtete sich mit seiner Hilfe wieder auf, wobei sie kurz das Gesicht verzog. „Ja, es geht schon.“, erwiderte Odile und nickte ihm zu. „Könnte schlimmer sein.“ Sie grinste kurz und sah sich dann im Kellerraum um. Es war dunkel, weshalb sie kurzerhand den Lichtschalter der hinter ihr an der Wand lag, betätigte. Sie hatte erwartet direkt danach wieder in einen Angriff zu geraten, doch offenbar hatte Bill etwas anderes geplant und sich versteckt. Der Keller sah nämlich ziemlich normal aus, wie man sich einen Keller eben vorstellte. Da war eine weitere Tür in einen anderen Raum, dann eine Waschküche und noch eine Tür. „Hmm…“, brummte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. „Wahrscheinlich wartet er hinter irgendeiner Tür um und zu teeren und federn…“, murmelte sie und seufzte leicht. Zutrauen würde sie es ihm definitiv. Dieses Kind war der Teufel selbst, das war mittlerweile offensichtlich. Sie setzte sich langsam wieder in Bewegung und lugte vorsichtig in die Waschküche, doch da schien tatsächlich nichts außer einer Waschmaschine und einem Trockner zu sein. Keine bösen Fallen oder lachenden Kinder – das war gut. „Er wird sich wohl irgendwo versteckt haben.“ Warum machten sie das überhaupt? Wenn sie nicht bei seinen Spielchen mitspielen würden, würde ihm sehr schnell der Spaß vergehen. Jetzt war es aber sowieso schon zu spät.

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Beitrag von Gastam Do Jun 15, 2017 10:24 pm

Zumindest schien Odile sich nicht wirklich etwas getan zu haben. Glücklicherweise. Denn der Sturz von der Treppe hätte natürlich auch ordentlich schiefgehen können. Wenn die Polizistin falsch aufgekommen wäre, hätte das ja sogar ihr Ende bedeuten können! Zum Glück war der Bengel heute also nicht zum Mörder geworden. Der Schritt dazu war aber bloß schon gemacht worden. Ob dieses Kind die Konsequenzen seines Handelns überhaupt abwägen konnte? So allmählich zweifelte Saku nämlich daran. Vielleicht aber machte der Junge sich auch nichts aus Konsequenzen, weil sein Leben allgemein nicht besonders spannend war. In einer Villa leben? Nichts fehlte? Das mochte für viele zwar ein wahrer Traum sein, der Ranger hingegen war ziemlich froh, dass er nicht in einer solchen Umgebung aufgewachsen war. Reiche Eltern, große Villa - sein Freundeskreis musste sicherlich klein sein. Er mochte Bekanntschaften haben, sicher, doch viele der Schulkameraden waren sicherlich auf mehr aus. Vorausgesetzt, dieser Junge ging überhaupt in eine Schule. Saku hatte daran so seine Zweifel. Zumal man einen solchen Satansbraten wohl nicht auf eine öffentliche Schule loslassen konnte. Kaum auszumalen, was er da wohl anstellen wollen würde. Und die Lehrer täten ihm erst recht leid. Heh, er war ja in gewisser Weise selbst Lehrer! Obwohl man seine Tätigkeit an der Rangerschule wohl nicht unbedingt mit der eines Lehrers gleichsetzen konnte - trotz der Bezeichnung.
"Würde mich wundern, wenn die Familie Teer irgendwo rumliegen hätte." Wer bewahrte auch schon Teer auf? War ja auch nicht gerade das ideale Geburtstagsgeschenk für einen Satansbraten. Ob die Eltern wohl der Sorte angehörten, die ihr Kind massiv verwöhnten? Wahrscheinlich. Sonst wäre Bill wohl nicht derart verzogen. Dabei hatte Saku gegen Kinder ja im Grunde nichts auszusetzen. Nur die Streiche dieses Bengels schlugen über sämtliche Grenzen des guten Geschmacks. Man musste wohl ein ernstes Wörtchen mit den Eltern dieses Jungens reden. "Aber mit Federn könntest du Glück haben... teure Federkissen und so.", scherzte er, obwohl er nicht im Geringsten anzweifelte, dass der Junge nicht fähig war, die teuren Kissen aufzuschneiden. Die Küche war ohnehin schon das reinste Chaos. Warum also nicht das Wohnzimmer auch noch in ein Schlachtfeld verwandeln? Was die Herrschaften Richie wohl dazu zu sagen hatten? Im Grunde wollte der Ranger das gar nicht so wirklich herausfinden. Er würde es wohl, sobald sie zurückgekehrt waren. Ob sie Bill einfach ans Bett fesseln konnten, wenn sie ihn geschnappt hatten? Sorgfältig, sofern das aus seiner Position eben überhaupt möglich war, begutachtete der Ranger die beiden Türen. Nun, wenn Bill wartete, hatten sie wohl keine andere Möglichkeit, als sich auf sein Spielchen einzulassen... oder sich in die Küche zu verziehen und sie ordentlich sauberzuschrubben. Letzteres gefiel dem Ranger aber so gar nicht, weshalb er sich eindeutig lieber mit Bill beschäftigte. Oh, wie sehr er das doch bereuen würde... Dessen war es sich jetzt schon sicher. Opfer mussten manchmal gebracht werden, richtig?
"Warte du lieber hier.", meinte er schließlich zu Odile. So ganz traute er dem Braten nämlich nicht. Zumal es für die Polizistin nach dem Sturz sicher alles andere als angenehm war, nun dem Jungen hinterher zu hechten. Besser, sie tat nichts, was ihre Verfassung nun auch noch verschlimmerte. Da mochte Odile auch noch so taff sein, aber nach solchen Stürzen suchte man lieber nicht sofort neue Action, sondern ging auf Nummer sicher. Da Bill aber nicht zu unterschätzen war, näherte der Ranger sich der ersten Tür aber mit Vorsicht.

Kaum hatte der Ranger die Tür geöffnet und trat in den Raum ein, der ihm verdächtig nach Vorratskeller aussah, geschah... gar nichts. Keine Überraschungsattacke. Es was ruhig. Auffällig ruhig. Saku machte jedoch alsbald den Fehler, den Lichtschalter der Vorratskammer anzuknipsen. Sogleich begrüßte ihn ein ganzer Schwall herrlichen Weiß' und das Dusselgurr flüchtete panisch von seinem Kopf. Dieser Bengel hatte doch nur darauf gewartet...! Mehl. Damit konnte man in einer Vorratskammer wohl rechnen. Glücklicherweise besaß der Ranger keine Allergien, obwohl ihn sein Gesundheitszustand auch nicht davon abhielt, sich das Mehl aus dem Leib zu husten. Dass er wirklich darauf hereingefallen war... Das machte nun so gar keine gute Figur ab. Zumindest konnte Odile sich aber nun glücklich schätzen, dass sie nicht mehr der einzige, begossene Pudel im Haus war. Saku hingegen konnte sich glücklich schätzen, dass er die nächsten Tage wohl nur weißer aussah und nicht aus allen Poren glitzerte. In dieser Hinsicht hatte es Odile wohl immer noch schlimmer getroffen. "Nicht cool.", brachte der Ranger unter seinem Husten hervor und fixierte den Bengel mit seinem Blick. Sein Gelächter verriet, dass er sich köstlich amüsierte, während der Ranger noch immer das Mehl aushustete.
Doch kaum tat Saku ein paar Schritte auf Bill zu, ergriff der Bengel auch schon wieder die Flucht. Zu seinem Unglück stieß er dabei unglücklich gegen ein schiefes Regal, bei dem man wohl versucht hatte, es mit der ungünstigen "Schieb halt was drunter"-Methode zu reparieren. Das Regal kippte, die Konservendosen begannen fröhlich auf den Boden zu klatschen - und Saku rannte los.
Bill hatte Glück im Unglück. Unglück, dass das schwere Metallregal gekippt war, Glück, dass der Ranger ihn doch tatsächlich vor dem schweren Ding beschützt hatte. Ein erwachsener Mann kam mit der Last aber wohl deutlich besser zurecht, als ein kleiner Junge. Die Dosen waren munter heruntergefallen, hatten zum Teil den Ranger getroffen und waren zum Teil am Boden aufgeplatzt. Das einzige, worüber Bill sich ärgern musste, war das Mehl, das nun ebenfalls an seiner Kleidung klebte, während der Ranger sich mit einer Hand zusätzlich am Boden abstützte. Andernfalls wäre das Regal unmöglich auszuhalten gewesen. So schwer es dem Ranger fiel, es zuzugeben: Doch für solche Momente war ein treues Partnerpokémon wohl unerlässlich. Er hätte sich nun wirklich eines gewünscht, das ihm die Last von den Schultern nehmen konnte. Währenddessen kroch Bill Richie aus seinem sicheren, menschlichen Schutzschild hervor, schien aber auch nicht einmal nur im Ansatz daran zu denken, irgendwie zu helfen. Stattdessen rannte der Bengel einfach in Richtung Ausgang. Zwar nicht lachend, aber auch keinerlei Anstalten machend, nach irgendeinem Hilfsmittel zu suchen. Anscheinend wollte er wohl schlicht wieder hinauf, um den nächsten Streich zu planen. Saku hoffte lediglich, dass Odile ihm nicht sofort hinterher hechtete, denn er konnte hier wirklich ein wenig Hilfe gebrauchen und dabei konnte ihm das Dusselgurr nun wirklich nicht helfen...
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Beitrag von Gastam Mi Jun 21, 2017 11:04 am

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
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Odile richtete sich mit Sakus Hilfe wieder auf und konnte wohl vom Glück sagen, dass der Sturz keine weiteren Konsequenzen mit sich gezogen hatte. Das hätte definitiv schlimmer enden können, immerhin hätte sie nur falsch auf dem Boden oder auf einer der Treppenstufen aufkommen müssen, dann hätte sie sich etwas brechen können. Eventuell sogar das Genick, und dann hätte der kleine Junge ein Menschenleben auf dem Gewissen – wahrscheinlich hatte er so weit überaupt nicht gedacht. Dadurch hatte die ganze Sache hier aber nun eine komplett andere Tiefe angenommen, denn das waren schon längst keine Streiche mehr, sondern reine Böswilligkeit. Odile versuchte wirklich die Professionalität zu wahren und sich immer wieder einzureden, dass er nur ein verzogener Junge war, der nichts dafür konnte. Wie ein Mantra wiederholte sie das in ihrem Kopf, während Saku sich bereits auf den Weg machte um den Bengel zu finden. „Es würde mich wundern, wenn nicht.“, erwiderte Odile stumpf. Wahrscheinlich würde sich auch eine Geheimtür öffnen, wenn sie den richtigen Stein in der Wand drückten und so einen Pfad zu einer versteckten Folterkammer entdecken, die ganz allein Bill gehörte. Es würde sie wirklich nicht wundern, denn offenbar hatte der Junge viel Böses in sich. Woher auch immer das kam; vielleicht war er gerade von einem Gengar besessen oder so ähnlich. Man könnte ihn mal untersuchen lassen, vielleicht fand ja jemand etwas heraus.
Die Vorstellung von dem Jungen geteert und gefedert zu werden war nicht unbedingt die schönste, und Odile konnte gerne darauf verzichten. Sie glaubte trotzdem nicht, dass es großartig unwahrscheinlich gewesen wäre, wenn es eintreffen würde. Die Polizistin verschränkte die Arme vor der Brust und nickte dem Ranger zu, als jener meinte sie solle warten und sich selbst allein in die Höhle des Pyroleo begeben wollte. Sie ließ den Blick durch den Kellerraum schweifen in dem sie sich befand, nachdem Saku aus ihrem Blickfeld verschwunden und in einen der Räume gegangen war. Sah überraschend normal aus, dafür dass diese Familie offenbar nicht alle Kerzen im Leuchter hatte. Aber was erwartete man auch schon von einem Kellerraum? Sie spazierte gerade zu einem Regal und verzog dabei das Gesicht und hielt sich kurz die Rippe. Offenbar war sie darauf doch unsanft gelandet, aber damit würde sie schon zurecht kommen. Sie ließ den Blick über die Ordner in dem Regal schweifen, die allesamt Fotoalben von Bill zu sein schienen. Da hatte jemand seinen kleinen Schatz aber besonders gern, dass man direkt sieben Alben mit Fotos füllen musste. Odile schüttelte leicht den Kopf und wandte sich wieder ab, just in dem Moment als man Gerumpel aus dem Raum hören konnte und Bill in Windeseile an ihr vorbei zischte um wieder nach oben zu rennen. Verwirrt sah sie ihm nach und da Saku ihm nicht folgte, beeilte sie sich um zu ihm zu gelangen. „Was zur…“, brachte sie heraus und starrte einen Moment verwirrt den Ranger und das Regal an, die offenbar gerade auf Kuschelkurs gingen. Sie setzte sich in Bewegung und half ihm dabei, das schwere Ding wieder hochzuschieben und an die Wand zurück zu stellen. Das Ding entpuppte sich jedoch als schwerer als erwartet und wieder war da dieser stechende Schmerz in ihrer Seite, der sie kurz einknicken ließ. Sie ließ das Regal jedoch nicht wieder los, sondern stemmte sich dagegen und zusammen schafften sie es schließlich, es wieder normal hinzustellen. „Ist dir was passiert?“, fragte sie besorgt und sah ihn an. Er hatte zumindest keine der gefühlten fünfhundert Konservendosen an den Kopf bekommen. Zumindest hatte er keine fette Beule an der Stirn, das war wohl ein gutes Zeichen.

Odile sah davon ab, die Dosen wieder einzuräumen. Das war definitiv nicht ihre Aufgabe, also verließ sie den Raum wieder als sie sicher war, dass es Saku so weit gut ging. Der arme Kerl hatte auch ordentlich etwas abbekommen, auch wenn es in dem Fall Mehl war. Sah witzig aus, durchaus, doch der Polizistin war gerade nicht unbedingt nach lachen. „Er ist wieder nach oben gelaufen.“, meinte sie mit einem Seufzen und erklomm die Treppe wieder. Diesmal lagen immerhin keine Murmeln darauf, so dass sie unbeschadet oben ankommen konnte. Sie sah sich im Flur um und bekam von Amelia den Tipp in der Küche nachzuschauen. Das Lucario stand noch immer genau dort wo sie es zurück gelassen hatte und würde seinen Posten wohl auch nicht verlassen, solange Odile nicht etwas anderes sagte. „Danke.“, seufzte Odile und sah kurz zu Saku. „Wir müssen uns irgendetwas einfallen lassen. Wir können nicht den ganzen Abend quer durch das Haus rennen und dem Jungen nachjagen. Da muss es irgendeine andere Möglichkeit geben.“ Dadurch machten sie sich schließlich nur selbst lächerlich und Bill bekam seinen Willen. Sie vermutete einfach mal, dass er auch nicht unbedingt die Art Kind war, die dann direkt einschlief, wenn man sie ins Bett legte. Falls sie das überhaupt schaffen würde, was Odile bezweifelte. Sie seufzte kurz und schüttelte den Kopf, ehe sie nachdenklich zu Amelia sah, dann zurück zur Küche. „Wenn er Indianer spielen will…“, murmelte sie und wandte sich ab, um nach oben zu laufen. Es dauerte nur ein paar Minuten, da kam sie zurück und hielt Saku einen der Spielbogen und ein paar Saugnapf-Pfeile hin. Sie selbst hatte ebenfalls einen. „… dann spielen wir eben mit.“ Sie schmunzelte kurz. Versuchen, es mit Humor zu nehmen. Vielleicht brachte es ja etwas, wenn sie einfach mal mitspielten statt sich die ganze Zeit gegen ihn zu stellen und versuchten ihn zu jagen. Odile ließ kurz die Schultern kreisen und seufzte dann, ehe sie den Weg in die Küche bestritt. Bill hatte sich seine Wasserpistole wieder geschnappt und stand schussbereit am anderen Ende der Küche, doch er schien ein wenig verwundert darüber zu sein, dass sowohl Odile als auch Saku mit Pfeil und Bogen bewaffnet waren. Odile räusperte sich und hob den Bogen in die Luft. „Wir kommen in guter Absicht.“, meinte sie und Bill verengte die Augen. „Wir möchten Frieden schließen und das Kriegsbeil unserer beiden Stämme endlich vergraben.“ Was laberte sie da für einen Unsinn? Doch es schien zumindest Ansatzweise zu funktionieren, denn Bill verengte die Augen und ließ die Wasserpistole ein kleines Stück sinken, während er zwischen den beiden hin und her sah.

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Beitrag von Gastam Mi Jun 21, 2017 12:27 pm

Glücklicherweise war Odile dem Bengel wirklich nicht hinterher gehechtet, sondern hatte lieber einmal nach dem Rechten gesehen. Unter einem Regal zu versauern war schließlich auch das Letzte, was Saku wollte. Wenn Cherry hier gewesen wäre, wäre es vermutlich gar nicht erst so weit gekommen. Im Gegenteil. Die alte Vulnonadame hätte dem Jungen längst die Hölle heiß gemacht. Allein bei der Vorstellung tat der Junge ihm ja schon leid! Aber immerhin galten Vulnonas wohl auch als ziemlich rachsüchtig. Rachsüchtig? Vulnona? Saku hatte es ja beinahe verdrängt, aber konnte die Ursache für den Brand etwa wirklich so simpel sein, wie er gerade dachte? Vielleicht sollte er einer gewissen Person einmal eine Nachricht schicken oder ihr einen Besuch abstatten. Wobei das mit dem Besuch wohl gerade schwer war. Es sei denn, er würde Odile im Stich lassen und als Mehlmonster durch die Straßen laufen. Was würden seine Kollegen sich schlapp lachen, aber für die würde er sich im Gegenzug auch eine Kleinigkeit einfallen lassen. Die Polizistin im Stich zu lassen, war aber nicht wirklich eine Option. Allen voran nicht, nachdem sie gemeinsam dieses erdrückende Regal wieder hochgestemmt hatten. Sie hatte ihn auch nicht im Stich gelassen, wie sollte es da überhaupt zur Debatte stehen?
Dieser Tag hatte sich nun als einer der schlimmsten Tage seines Lebens herauskristallisiert und trotzdem überlebte er wohl lieber hundert solcher Tage, als noch einmal etwas völlig anderes zu durchleben. Da war ihm dieser Bengel doch noch bei weitem angenehmer. "Alles gut.", antwortete der Ranger auf Odiles Nachfrage, ehe er doch zusammenzuckte. Das war wirklich eine bescheuerte Lüge. Er hatte das Gefühl, es wäre besser, keinen Rücken zu haben. Aber das einige Schmerzen nicht ausblieben, wenn ein schweres Metallregal auf den Rücken traf, war wohl logisch nachvollziehbar. "Danke."
Das Dusselgurr nahm jedoch sorglos wieder seinen Platz auf Sakus Kopf ein. Jetzt, wo der Bengel verschwunden war, musste es wohl nichts mehr fürchten. Ohnehin sollte dieses Dusselgurr wohl nach Möglichkeit bald zu seinem Trainer zurückkehren. Der verschanzte sich aber wohl immer noch lieber im Schrank. Zumindest wusste Saku nun, dass ein Dusselgurr als potenzieller Partner wohl nicht in Frage kam. Ohnehin weigerte der Ranger sich noch immer, sich einen neuen Partner zu suchen, auch wenn er unweigerlich zugeben musste, dass das richtige Partnerpokémon wohl immens wichtig war. Dann musste er eben vorsichtiger werden. So leicht würde er sich in dieser Hinsicht doch nicht geschlagen geben... Auch, wenn ein Partnerpokémon wirklich etwas wunderbares war. Vielleicht war es auch besser, wenn er sich gänzlich von Missionen zurückzog. Und dann wiederum war ein Rangerausbilder ohne eigenes Partnerpokémon wohl auch nicht ganz überzeugend. Wieso dachte er überhaupt noch darüber nach? Er schüttelte den Kopf, um die Gedanken endgültig zu verbannen. Jetzt. Wirklich wichtig war nun, wie sie mit Bill umgehen sollten.

Letztendlich führte Bills Gerenne die beiden unfreiwilligen Babysitter wieder nach oben. Dieser Kerl wollte wohl wirklich einmal durchs ganze Haus spazieren, wie es ihm schien. Ob das je ein Ende finden würde? Wenigstens die Treppe war nun aber wohl sicher. Zumindest entdeckte Saku keine Murmeln mehr. Das Vogelpokémon auf seinem Kopf, das wieder vollends beruhigt war, gurrte gemächlich und schien sogar fast einzuschlafen. Die Ruhe wollte der Ranger auch mal haben. Vielleicht war das ja auch eine Option? Einfach irgendwo hinsetzen und warten, bis Bill keine Lust mehr hatte. Unweigerlich gähnte der Ranger mit, angesteckt von der Ruhe dieses Vogels. Auch, wenn es wirklich nicht der richtige Zeitpunkt war. Oben angekommen, bewachte Odiles Lucario auch noch immer die Kammer, in die der Einbrecher sich verschanzt hatte. Hatte der ein Glück, dass man sogar noch auf ihn aufpasste. Weniger Glück hatte er wohl, dass er für seine dumme Aktion definitiv verhaftet würde. Nach der Begegnung mit Bill würde er aber vermutlich nie wieder irgendwo einbrechen. Zumindest mehr in keinen Haushalt mit Kindern. Und das, ja, das konnte Saku wirklich verstehen. Wenn er jemals Kinder gewollt hätte, dann wäre ihm das jetzt definitiv ausgetrieben worden. Auf der anderen Seite glaubte er, dass Ilona diesen Bengel bestimmt mit links in den Griff bekommen hätte.
Odiles Worte rissen den Ranger jedoch aus seinen Gedanken. Er nickte mit Zustimmung. Es brachte ihnen nichts, den ganzen Abend lang einem Rotzlöffel hinterherzurennen. Nun gut, irgendwann würden auch die Eltern dieses Bengels nach Hause kommen, aber es war wohl besser, wenn bis dahin wenigstens ein Raum noch intakt war. Die Küche war es nicht mehr, die Vorratskammer im Keller war nun auch ein einziges Chaos. Keiner der beiden hatte sich aber damit aufgehalten, die Dosen wieder ins Regal zu stellen. Das würde wohl ohnehin nicht allzu schnell auffallen. Hoffentlich gab es keine Beschwerde... Etwas verwirrt sah der Ranger der Polizistin hinterher, als sie nach oben stiefelte. Was hatte sie denn nun vor? Aus dem Fenster klettern und sich von hinten ranschleichen? Wohl kaum. Zumal Saku nicht glaubte, dass sie hier irgendein Fenster einschlagen würde. Sie wollte den Einbrecher ja schließlich verhaften und nicht selbst einer werden.
Als Odile jedoch mit Spielzeugen zurückkam, schaute Saku nun wirklich blöd aus der Wäsche. Auch, weil er nicht damit gerechnet hatte, dass sie sich überhaupt auf diese Spielchen einlassen würde. Letztendlich grinste er aber. Es war nämlich doch äußerst amüsant anzusehen. Spielzeugbögen und Saugnapfpfeile. Für ein Kind immer noch das größte Erlebnis. Nun, jedenfalls wenn man Bögen ganz cool fand und die fand Saku tatsächlich ganz interessant. "Dann bin ich gespannt, wie Häuptling Odile die Friedensverhandlungen führt." Heh, es klang sogar eigentlich ganz spannend! Zumindest aber amüsant, falls der Junge sich darauf einließ. Aber vielleicht suchte er auch einfach Spielgefährten auf Augenhöhe. Erwachsene hatten doch häufiger Probleme damit, sich in den Kopf eines Kindes hineinzuversetzen. Die Fantasiewelten, die Kinder sich aufbauten, waren faszinierend und unbegreiflich zugleich und trotzdem dachte Saku gerne an den "Lavasee" im Wohnzimmer zurück. Aus heutiger Sicht wohl ziemlich bescheuert. Aber damals, ja, da war man Geschichte, wenn man versehentlich den Boden berührte! Was sich Odile wohl in ihrer Kindheit ausgemalt hatte? Der Lavasee war ja ein ziemlicher Klassiker. Tatsächlich konnte Saku sich sogar vorstellen, dass Odile ziemlich fantasiereich und träumerisch gewesen sein musste. Eigentlich erwartete er das aber wohl auch nur für den Kontrast zur Gegenwart.
Als sie die Küche endlich betraten, folgte das amüsante Schauspiel. Odile, die einen auf Indianerhäuptling machte und Bill, der tatsächlich darauf anzuspringen schien. Auch, wenn Saku sich doch tatsächlich lieber auf das Schlimmste gefasst machte. Im Notfall würde er Bill mit diesem Saugnapfpfeil aber wirklich abballern!
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Beitrag von Gastam So Jun 25, 2017 7:39 pm

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
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Erst die Sache mit den Murmeln und nun dieses Regal. Odile wusste zwar nicht, wie genau es dazu gekommen war, dass Saku beinahe von ihm wortwörtlich platt gemacht worden war und eigentlich wollte sie auch gar nicht so schlecht von dem Kind denken, dass sie meinen könnte es wäre Absicht gewesen, doch eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf flüsterte das auf jeden Fall. Nach allem was bisher passiert war, traute sie Bill auf jeden Fall viel zu. Bei einem Treppensturz hätte sie sich das Genick brechen können, und Saku hätte von diesem Monsterregal zerquetscht werden können. Ihn hätte auch einfach eine der Konserven besonders unpraktisch am Kopf treffen können, dann hätte es ebenfalls um den Ranger geschehen sein können. Odile mochte gar nicht weiter darüber nachdenken. Lieber eilte sie Saku schnell zur Hilfe und sorgte mit ihm dafür, dass das Regal wieder an der Wand stand und er nicht mehr in potenzieller Lebensgefahr schwebte. Ihre Rippe bereitete ihr bei dieser Anstrengung zwar ein paar Probleme, aber solange sie sich noch halten konnte, würde sie das nicht zum Thema machen. Odile vergewisserte sich, dass mit Saku alles in Ordnung war und nickte anschließend leicht. Der Ranger sah zwar ein wenig angeknartscht aus, aber es schien ihm soweit gut zu gehen. Zumindest war er kein Pfannkuchen, das war ein gutes Zeichen. Auch dem Dusselgurr schien es gut zu gehen und es machte es sich auch gleich auf Sakus Kopf gemütlich. Odile schmunzelte kurz, doch verzichtete darauf das Pokémon anzusprechen. Nicht, dass es sich hinterher wieder erschreckte.

Wie Odile auf die Idee gekommen ist, sich und Saku Pfeil und Bogen zu holen und auf Bills total lächerliches Spiel einzugehen, war ihr ein Rätsel. Für den Moment schien es jedoch mehr Sinn zu machen es zu versuchen, statt bis zum Morgengrauen eine Hetzjagd durch die Villa zu veranstalten. Saku schien einen Moment verwirrt ob ihrer Aktion zu sein, doch grinste dann und nahm einen der Bögen an. Gemeinsam spazierten sie in die Küche, wo Bill bereits auf sie wartete und ihnen mit verengten Augen entgegen sah. Tja… nur wie machte man jetzt weiter? Immerhin schien er darauf einzugehen und nicht direkt wieder anzugreifen, oder davon zu laufen. Das war schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung, und er hörte ihnen zu. Odile räusperte sich und nahm den Bogen herunter, auch wenn Bill seinen noch nicht senkte. „Als Zeichen unseres guten Willens haben wir ein Geschenk für den Häuptling.“, plapperte sie weiter und sah sich kurz um, ehe ihr Blick an Saku hängen blieb und zurück zu Bill wanderte. „Den besten Krieger unseres Stammes, Blasser… Washakwil.“, murmelte sie und stieß Saku leicht in die Seite, damit er einen Schritt vorstolperte. „Er wird sich eurem Stamm anschließen und gute Dienste leisten. Doch wir brauchen euer Wort, dass ihm nichts geschehen wird.“ Auffordernd sah sie Saku an, damit er sich in Bewegung setzte. Hoffentlich hatte sie damit nicht seinen Tod unterzeichnet. Odile sah zurück zu Bill, der noch immer nicht den Eindruck machte, als wolle er gleich wieder angreifen. „Um unseren Pakt zu besiegeln, müssen wir gemeinsam ein Ritual abhalten.“, fuhr sie fort und hob leicht die Augenbrauen. „Was sagst du dazu?“ Hoffentlich ging der darauf ein und fing jetzt nicht schon wieder an, am Rad zu drehen…


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Beitrag von Gastam So Jun 25, 2017 8:22 pm

Was war also nun der schlaue Plan, den Odile sich ausgedacht hatte? Wie wollte sie den Jungen bloß hereinlegen? Letztendlich glaubte der Ranger nicht, dass es wirklich von Erfolg gekrönt sein würde. Dieser Junge hatte doch viel zu viel Spaß am Chaos, als dass er auf irgendwelche "Friedensverhandlungen" eingehen würde. Auf der anderen Seite hörte er aber zu. Es schadete wohl doch nicht, wenn man das Spielchen einfach mitspielte. Was sollte auch schon groß geschehen? Sie hatten ohnehin schon viel zu viel mitgemacht. Da machte es nun doch auch keinen großen Unterschied mehr, ob diese ganze Scharade im Chaos endete oder glatt lief. Ach, es lief doch niemals alles glatt. Das wäre ja auch absurd gewesen. Ob man den Jungen wohl mit irgendeinem Mittel ruhigstellen konnte? Eine Serie, die er liebte? Gutes Essen? Auf der anderen Seite schien es nicht, als ließe er sich derart bestechen. Wie genau sollte man mit so einem Kind nur umgehen? Gewalt musste man wohl ausschließen, obwohl der Ranger glaubte, dass man dem Jungen doch fast gar nicht anders beikommen könnte. Immerhin hatte er schon einiges angestellt, was keinesfalls in Ordnung ging. Es hätte so vieles schiefgehen können und er spielte trotz allem den Indianer, der sich vor Eindringlingen schützte. Die Küche war ja auch das reinste Schlachtfeld.
Und was musste Saku da vernehmen? Blasser Washakwil? Blass? War ihr da wirklich nichts anderes eingefallen? Irgendetwas, das nicht ganz so dämlich klang? Vor allem klang dieser Plan doch ordentlich nach Opfer. Odile konnte doch nicht wirklich davon ausgehen, dass das glimpflich ausgehen würde. Ins Besondere, da sie ihn noch voranschubste. Dass Bill noch nicht geschossen hatte, war auch schon alles. Fürs Erste spielte der Ranger jedoch mit und setzte sich artig weiter in Bewegung. Nun, büßen würde Odile ihm das aber ganz gewiss, weshalb der Ranger sich urplötzlich auf dem Absatz herumdrehte und mit dem Saugnapffeil auf Odile zielte. Sehr zur Überraschung auch von Bills. Nun, wie drückte man Loyalität wohl aus? Genau, indem man seinen alten Kameraden sofort verleugnete! Ritual hin oder her! Das konnte ja wohl wirklich nicht ihr Ernst sein, dass sie ihn vorschickte und dann auf das Beste hoffte. Hätte sie ihm nicht einen Pokéball oder so als Geschenk darbieten können? Seinetwegen auch ein einfaches Kaugummi oder sonst was! "Blasser Washakwil verfehlt sein Ziel nie!", meinte er, auch wenn er damit wohl doch ein wenig mitspielte. Herrje, warum musste er das tun? Es war seltendämlich.
Doch kaum hatte der Ranger den Pfeil abgeschossen, wandte er sich auch erneut herum, um sich den bös' grinsenden Bengel zu schnappen, der von dem Vorfall durchaus abgelenkt war. Es war vielleicht nicht die feine Art, nein, es war wirklich keine Art, so mit einem Kind umzugehen, doch nichtsdestrotrotz hatte Saku den Arm des Kindes schleunigst ergriffen und das Kind mehr schlecht als recht auf den Boden geworfen. Er war kein Kampfsportler, auch wenn er sportlich war, er verstand nicht genug von diesen Verteidigungsgriffen, um sie überhaupt korrekt anzuwenden. Na, großartig. Seufzend drückte der Ranger das Kind an den Boden und kam sich unfassbar schäbig dabei vor. Aber es noch einmal eskalieren zu lassen? "Du hast doch sicher Handschellen dabei?", fragte der Ranger und blickte Odile dabei erwartungsvoll, wenn auch schuldig, an. Nein, es war immer noch keine Art und Weise, so mit einem Kind umzugehen, aber... langsam wurde dieses Spielchen zur bitteren Verzweiflung und der Bengel konnte ruhig wissen, was mit Menschen geschah, die sich so aufführten. Womöglich. Denn eigentlich kam der Ranger sich noch immer unglaublich schäbig vor. Menschen helfen und sie nicht zu Boden schleudern, war die Devise! Zum Glück schien der Junge sich aber wirklich nichts dabei getan zu haben. Erneut folgte ein Seufzen.
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Beitrag von Gastam Mi Jun 28, 2017 5:45 pm

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
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Sie improvisierte hier gerade halt ziemlich und mit Kindern umgehen konnte Odile auch nicht unbedingt gut, weshalb es mehr einem hin und her Gedümpel ähnelte als tatsächlich einem Plan. Sich an allem festhalten, was potenziell helfen könnte. Bei Bills Spielchen mitzumachen war vielleicht nicht die beste Option, aber gerade die einzige die sie hatten, wenn sie nicht länger Hetzjagten durch das Haus veranstalten wollten. Das Haus war groß genug und hatte noch viele, viele Räume die vermutlich noch aufgeräumt aussahen und am Ende des Tages wollte sie wirklich ungern, dass sich das geändert hatte. Ihr gingen langsam auch wirklich die Ideen aus. Nichtdestotrotz konnten sie sich ja auch schlecht einfach auf das Sofa setzen und abwarten bis seine Eltern nach Hause kamen. Im besten Fall würde ihm langweilig werden und er beschäftigte sich allein, im schlimmsten Fall buhlte er noch mehr um ihre Aufmerksamkeit – und inwiefern der beste Fall tatsächlich etwas Gutes bedeuten konnte, wollte Odile gar nicht wissen. Mit Spielbogen und Saugnapfpfeilen ausgerüstet spazierten sie gemeinsam in die Küche und Odile entpuppte sich kurzerhand als Kameradenschwein. Aber der Krieg forderte immerhin Opfer auf beiden Seiten, das würde Saku sicher verstehen! … Tat er nicht. Mit einem weiteren „PLOPP!“ zog sich Odile nun den dritten Pfeil von der Stirn, der dank der Farbe die in ihrem Gesicht klebte zum Glück keinen Abdruck hinterließ, und blickte einen Moment verdrießlich drein, ehe sie grinste. Das hatte sie wohl verdient, das sah sie durchaus ein. „Offensichtlich nicht.“, erwiderte Odile amüsiert und ließ den Pfeil auf den Boden fallen.

Sie sah dabei zu wie Saku sich in Windeseile umdrehte und tatsächlich Bill zu fassen bekam, der bisher schließlich so schlüpfrig gewesen war wie nasse Seife. Überrascht hob sie kurz die Augenbrauen als die beiden „Jungs“ miteinander rangen und Bill schließlich auf dem Boden landete – ha! 1:0 für Team … Sadile! Oder… Odku. Dann eher Sadile. Sie ging zu ihm und dort in die Hocke, um Bill anzusehen, der offensichtlich nicht sehr erfreut über seine derzeitige Situation war. „Schon.“, erwiderte Odile mit einem Nicken und kramte ein wenig herum, bis sie die Handschellen fand. Sie war zwar gerade nicht offiziell im Dienst, aber man konnte nie wissen was am Tag passieren würde – sicher war sicher. Außerdem konnte sie sich nie komplett von ihrer Arbeit trennen. Ob es verwerflich war, einem kleinen Jungen Handschellen anzulegen? Wahrscheinlich. Ob es gerade in diesem Moment half? Auf jeden Fall. „Muss ja keiner wissen.“, murmelte sie unter einem Räuspern als die Hände des Jungen (locker, nicht wie bei einem echten Verbrecher) fixiert waren und sie sich wieder aufrichtete. Odile ließ den Blick durch die Küche wandern und seufzte schließlich. „Ich würde ja vorschlagen, dass es sinnvoll wäre aufzuräumen, aber ich glaube da würden wir noch nächste Woche dran sitzen.“ Hoffentlich verklagten die Eltern sie nicht… Das wäre mehr als unpraktisch. Sie sah von Saku wieder zu Bill, ihr Blick ruhte einen Moment auf dem Kind, dann wieder zum Ranger. „Was machen wir also stattdessen? Haben die Eltern irgendwo eine Nummer hinterlassen, mit der wir sie erreichen könnten?“ Suchend sah sie sich im Raum um. Bei ihrem Glück wahrscheinlich nicht.


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Beitrag von Gastam Mi Jun 28, 2017 6:58 pm

Heh, der Pfeil hatte sogar getroffen! Auch, wenn Saku es nicht wirklich darauf abgezielt hatte, aber verdient hatte die Polizistin das wohl, wenn sie einen schon verraten musste. Zumindest schien sie es ihm ja nicht sonderlich übel zu nehmen und immerhin hatte diese hübsche Ablenkung ja durchaus dafür gesorgt, dass sie Bill endlich zu fassen bekommen haben. Schön, dass die beiden sich auch einig waren, dass Handschellen wohl nicht schaden konnten. Nun gut, es war bei einem Kind wohl nicht das Richtige, aber der Bengel hatte es doch wirklich heraufprovoziert. Und wie Odile bereits sagte: Das musste ja keiner wissen! Nur das mit dem Aufräumen blieb eine dämliche Problematik. Die Farbe abzukriegen? Da konnten sie zu zweit lange schrubben. Nächste Woche klang da sogar noch ziemlich knapp bemessen. Was die Eltern dieses Jungen dazu wohl sagen würden? Den Ärger wollte Saku sich wirklich nicht abholen. Er wollte diesen dämlichen Job ja nicht einmal annehmen! Ob er seine Kollegen benachrichtigen konnte? Die waren ihm wegen dieser Falle definitiv noch etwas schuldig! Auf der anderen Seite waren die aber wohl mit Missionen beschäftigt und selbst wenn nicht, konnte jederzeit etwas Ernstes reinkommen. Diese Möglichkeit blieb dann wohl leider doch aus.
"Nächste Woche klingt noch optimistisch.", meinte Saku und ließ seinen Blick noch einmal durch die Küche schweifen. Die Farbe abzukriegen wäre wohl eine Herausforderung für sich. Der Ranger würde es ja Bill überlassen, aber da war die Gefahr, dass er Unsinn anstellte, wohl einfach zu groß. Besser also, er behielt die Handschellen fürs Erste. Die hatte er sich ja auch redlich verdient! Vielleicht war er sogar das erste Kind überhaupt, das in Handschellen gelegt wurde! Wenn es wenigstens Picochillas in der Nähe gegeben hätte. Ein Dusselgurr war nämlich nicht gerade die größte Hilfe beim Putzen. Aber vielleicht ja dessen Trainer? "Von einer Nummer wüsste ich nichts, aber...", begann er und ließ seinen Blick ein weiteres Mal durch den Raum schweifen. Nun, Strafe musste sein, richtig? "Vielleicht kann der ungebetene Gast in der Besenkammer aushelfen." Der half doch sicher außerordentlich gerne, wenn er sich nicht mit Bill herumschlagen musste. Vielleicht hatte er auch das eine oder andere Pokémon, das noch aushelfen konnte. Zumindest das Gröbste könnte man wohl wegbekommen. "Und wenn deine Pokémon auch noch aushelfen, könnten wir zumindest das Gröbste sehr schnell wegbekommen." Und wenn sich ein Lunastein mit Putzlappen behangen gegen die Wand reiben musste! Komische Vorstellung, aber jede helfende Hand war gut, auch wenn das Pokémon keine Hände besaß.
"Oder wir machen's den Vorgängern nach und stecken die Küche in Brand.", scherzte er schließlich. Klang sogar noch nach der einfachsten Lösung. Wenn man sie nur nicht dafür belangen könnte. Jedenfalls verstand Saku nun sehr gut, wieso die vorherigen Babysitter diese Bude in Brand gesteckt hatten. Es war eine simple Lösung die sämtliche Spuren vernichtete! Dieses Kind musste doch echt vom Teufel besessen sein. Bill putzen zu lassen wäre Saku sogar noch am liebsten gewesen, aber das Risiko eingehen? Niemals. Dann ergriff der Ranger doch lieber völlig verantwortungslos die Flucht und ließ den Jungen alleine zuhause. Mit Einbrechern kam er ja ganz hervorragend klar. Wozu brauchte dieser Bengel eigentlich überhaupt einen Babysitter?
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Beitrag von Gastam Fr Jun 30, 2017 10:33 pm

Odile & Saku
„little monsters in human costumes.“
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Ja, wahrscheinlich hatte er da Recht. Odile schürzte die Lippe und neigte den Kopf leicht zur Seite, während sie den Blick durch den Raum schweifen ließ. Es sah wirklich alles andere als gut aus und das Donnerwetter, das als Reaktion darauf von den Besitzern des Hauses kommen würde, konnte Odile schon in ihren Ohren klingeln hören. Irgendwo war das sicher verständlich, allerdings war es ja nun auch nicht so, als hätten Saku und Odile hier alles verwüstet. Das war ganz allein ihr Sohn gewesen, aber im Regelfall wollten solche Eltern so etwas dann ja nicht hören. Sie seufzte kurz und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, was eine Spur aus roter Farbe und Glitzer auf ihrer Handinnenfläche bedeutete. Das hatte sie schon wieder ganz vergessen. Ihr Blick wurde einen Moment noch verdrießlicher, doch sie schüttelte ihn wieder ab und seufzte stattdessen. Die Arme hob sie an und stemmte die Hände in die Hüfte. Eine recht aussichtlose Situation, denn die Zeit konnten sie nicht zurückdrehen und zaubern (leider) auch nicht. Leider wusste Saku auch nichts von einer Nummer. Verrückt. Angenommen Odile wäre eine Mutter, dann würde sie doch auf jeden Fall Kontaktdaten hinterlassen. Was, wenn Bill sich nun ernsthaft etwas getan hätte? Dann hätten sie seine Eltern nicht verständigen können – doch offenbar handelten diese Menschen tatsächlich nicht so, wie man es von Eltern erwarten würde. „Hmm. Das könnten wir mal in Augenschein nehmen.“, erwiderte Odile, die den Einbrecher bis gerade schon wieder vollkommen vergessen hatte. „Ich schaue mal, ob er sich von seinem Schock erholt hat.“ Wieder ein leises Seufzen und sie schüttelte den Kopf, ehe sie sich abwandte und die Küche verließ um wieder zu der Besenkammer zu gehen. Noch immer stand ihr Lucario mit verschränkten Armen davor, doch der Schalk in Amelias Blick war noch immer nicht verschwunden, als sie ihre Trainerin sah, doch sie unterdrückte das Grinsen und trat stattdessen zur Seite, damit Odile die Tür öffnen konnte.
„So, haben Sie sich beruhigt?“, fragte sie den Kerl, der erschrocken aufgesehen hatte, als die Tür plötzlich aufgegangen war. Er schien noch immer vollkommen durch den Wind zu sein, doch so weit Odile das beurteilen konnte, weinte er immerhin nicht mehr. Nur langsam richtete er sich aus der Hocke auf und sah Odile entgegen, die zur Seite trat, damit er die Besenkammer verlassen konnte. Amelia trat sofort neben ihn, damit er gar nicht erst auf die Idee kam wegzulaufen, doch das schien er ohnehin nicht vor zu haben. Offenbar hatte sich da bereits jemand mit seinem Schicksal abgefunden. Odile führte ihn in die Küche, wo er erst einmal sichtlich schockiert über den Zustand zu sein schien, ehe er Bill entdeckte und ihm direkt wieder die pure Panik ins Gesicht stieg; das flachte ein wenig ab, als er die Handschellen an dem Jungen bemerkte. „Ohh. Piepsi!“, meinte er als er das Dusselgurr entdeckte. Piepsi? Odile hoffte, dass das nicht der tatsächliche Spitzname des Dusselgurrs war. Odiles Blick wurde einen Moment nachdenklich, ehe sie wieder zu Saku sah. „Wahrscheinlich würde es sie nicht einmal wundern, wenn die Küche tatsächlich abgefackelt wäre. Erneut.“, murmelte sie und zucke leicht mit den Schultern. Die Polizistin wandte sich wieder dem Einbrecher zu. „Wie Sie sehen haben wir hier ein großes Problem und da Sie ohnehin nichts Besseres mehr zu tun haben werden an diesem Abend, können Sie uns gerne behilflich sein.“, meinte sie in einem Tonfall, der keine Widerrede zuließ. Immerhin war er immer noch ein Einbrecher, so schlecht es ihm jetzt gerade wegen Bill auch gehen mochte.

Odile wollte gerade die Pokébälle von Freud und Fromm herausholen damit sie helfen konnten, als man das Schloss der Tür hörte. Einen Moment fiel ihr alles aus dem Gesicht und sie warf Saku einen schockierten Blick zu, ehe sie sich langsam umwandte und Herrn und Frau Richie gegenüberstand. „Nicht zu fassen. Dieser Laden hat wirklich absolut überhaupt nicht unseren Ansprüchen gerecht werden können.“, fing Frau Richie an und ging an Odile vorbei, um ihre Handtasche auf den Küchentisch zu legen. „Ein richtiges Desaster, Liebling. Nächstes Mal besuchen wir das Fünf-Sterne-Restaurant in Stratos City. Hoffentlich bekommen wir dort etwas, was unseren Erwartungen entspricht.“, stimmte ihr Mann ihr zu und trat ebenfalls an den Menschen vorbei in die Küche. Etwas verdaddert blickte Odile ihnen nach und ging langsam zu Bill herüber, um ihm so unauffällig wie möglich die Handschellen zu lösen. „Willkommen zurück…?“, meinte Odile langsam. Sie standen doch mitten im Schlachtfeld. Wieso sagten sie da nichts zu? Sowieso schienen die beiden die restlichen Anwesenden jetzt erst zu bemerken. „Oh, Sie sind ja auch noch da.“, meinte die Frau und schenkte ihrem Sohn ein herzliches Lächeln. „Hallo mein Schatz! Ich sehe du hattest viel Spaß mit deinen Babysittern?“, sprach sie ihn an und ging in die Knie, um ihren Sohn zu begrüßen und ihm ein bisschen Farbe aus dem Gesicht zu wischen. Auch Herr Richie schien nicht dazu in der Laune zu sein, nun ein Donnerwetter loszulassen, was Odile.. wirklich verwirrte. Allein das Geschirr, das kaputt auf dem Boden lag, musste schon mehr kosten als Odile im Jahr verdiente.
„Komm mein Schatz, wir machen dich für das Bett fertig!“, meinte seine Mutter und nahm Richie an der Hand, der plötzlich so zahm wie noch nie war und hinter ihr her dackelte. Erst jetzt ließ auch Herr Richie den Blick schweifen, ging an Odile und Saku vorbei ins Wohnzimmer und legte nachdenklich die Hand an sein Kinn. Odile folgte ihm langsam und hob die Augenbrauen – nun, angenehm war etwas anderes. Das Schweigen das gerade herrschte konnte Odile wirklich nicht einordnen. Wahrscheinlich war er lediglich so freundlich gewesen, weil Bill noch im Raum gewesen war. Mr. Richie ließ den Blick durch das Wohnzimmer schweifen und sah dann schließlich wieder zurück zu den drei Erwachsenen. „Nun…“, fing er an und Odile schrieb geistig bereits ihr Testament. „Dann steht es Ihnen frei nun zu gehen, wir sind ja wieder Zuhause.“ Moment. Was? Einfach so? Kein… wie? Was? Odile sah äußerst verwirrt zu Saku, dann wieder zu Herrn Richie. „Was ist mit der Unordnung?“, fragte sie also einfach direkt, woraufhin der Mann lachend mit den Schultern zuckte und abwinkte. „Wir haben schon schlimmeres gesehen, immerhin ist unsere Küche auch schon in Brand gesetzt worden.“ Er deutete ihnen den Weg zur Tür, woraufhin Odile sich langsam in Bewegung setzte, jedoch trotzdem immer noch sehr verwirrt aussah. Sie wurden beinahe wortwörtlich aus dem Haus geworfen, jeder von ihnen hat jedoch noch ein kleines Dankeschön in Form von ein paar Scheinchen erhalten – selbst der Einbrecher, der von Herrn Richie offenbar gar nicht weiter beachtet worden war.

Als die Tür wieder ins Schloss gefallen war, wandte sich Odile erst einmal besagtem Einbrecher zu. „So, Sie begleiten mich gleich zur Wache. Dort werden Sie fürs Erste die nächsten vierundzwanzig Stunden bleiben, während Herr Richie entscheidet ob er zusätzlich Anzeige erstattet oder nicht.“ Von dort konnten sie dann auch Herrn Richie wieder benachrichtigen. Das Gespräch hatte sie nun nicht auch noch führen wollen. Amelia warf dem Mann einen ernsten Blick zu, woraufhin er Odile schon fast freiwillig seine Hände hinhielt. Sie legte ihm die Handschellen an und überließ ihn wieder Amelia, um sich selbst Saku zuzuwenden. „Das wird spaßig, ihn so zum Revier zu bringen.“, seufzte Odile und deutete an sich herunter. Zum Duschen war nun aber auch keine Zeit, also musste sie da nun wohl einfach durch. „Es war schön, dich mal wieder zu sehen! Ich hoffe mit deinem Rücken ist nichts Ernstes passiert.“ Sie musterte ihn kurz sorgenvoll, ehe sie seufzte und sich die farb- und glitzerbeschmierten Haare zurück strich. „Das war auf jeden Fall ein kleines Abenteuer. Allzu schnell werde ich mich nicht nochmal nach Twindrake City verirren…“ Sie grinste schief, ehe sie Saku die Hand zum Abschied hinhielt.
Charles würde sicher auch schon auf sie warten. Amelia hielt den Verbrecher an den Handschellen fest, der geschlagen neben den beiden herlief. Immerhin hatte er sein Dusselgurr zurück – das war wohl das Positive an dem Ganzen…

tbc. Wellness Center, Stratos City


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Beitrag von Gastam So Jul 02, 2017 4:09 pm

Während Odile nach dem Einbrecher sah, ließ Saku noch einmal seinen Blick durch die Küche schweifen. Wirklich ein bemerkenswertes Schlachtfeld. Ob man das je wieder sauber bekommen würde? Zumindest kehrte Odile bald schon mit dem Einbrecher zurück, den das Chaos auch ziemlich überraschte. Wenigstens erkannte er noch sein Dusselgurr, das er offenbar Piepsi genannt hatte. Das klang ja eher nach einem Namen, den ein kleines Kind seinem Pokémon gab. Die hatten meistens nicht die interessantesten Namen vorzuweisen und besonders kreativ waren sie ja auch nicht unbedingt. Letztendlich wollte der Ranger den Kriminellen dafür aber nicht verurteilen. Er konnte sein Pokémon nennen, wie er wollte! Immerhin hatte Yoshi sein Kapuno ja auch einfach "Tante" genannt. Ob es mittlerweile wohl einen richtigen Namen hatte? Der Unlichttrainer war ihm nämlich nicht wie jemand vorgekommen, der das wohl lange durchziehen konnte. Hoffentlich würden sie sich irgendwann mal wieder über den Weg laufen, auch wenn er dann wohl Rede und Antwort stehen musste, warum Cherry nicht mehr bei ihm war. Ob er ihm das erklären wollte? Vielleicht nicht unbedingt.
Noch ehe die Putzaktion jedoch starten konnte, kehrten die Eltern überraschend früher zurück. Oh Junge, das konnte ja nun heiter werden! Hatte Saku geglaubt, doch statt eines Donnerwetters beschwerten die werten Herrschaften sich über diese angeblich schäbige Restaurant. Wahrscheinlich war es sogar ein sehr gutes gewesen. Schnöselige Leute wollten eben alles mit Gold bepudert haben. Nun gut, nicht alle, aber ein gewisses Vorurteil war wohl zugegeben da. Währenddessen löste Odile unauffällig die Handschellen des Jungen und Miss Richie begrüßte den Satansbraten, als wäre seine Aufmachung vollkommen normal. Immerhin war er selbst mit Farbe bekleckert und die Küche war noch immer ein Schlachtfeld! Oder bildete Saku sich das ein? War die Küche vielleicht doch sauber und er hatte nur unschöne Farbmuster auf den Augen? Wohl kaum. Vielleicht war Miss Richie aber auch einfach geistig verwirrt? Ja, das musste es doch sein!
Die Verwirrung ging jedoch weiter, als sie Herrn Richie ins Wohnzimmer folgten, während die Herrin des Hauses ihren Sohn zu Bett brachte. Denn Herr Richie schien auch nicht sonderlich verwirrt über den Zustand des Hauses zu sein. Eigenartige Familie. Saku starrte den Mann jedenfalls zutiefst verwirrt an. War er in einen falschen Film geraten? War das hier vielleicht versteckte Kamera? Oh ja, und wie das versteckte Kamera sein musste! Das konnte unmöglich echt sein oder war die Familie so stinkreich, dass sie an Realitätsverlust litt? Schlimmeres gesehen, wie das Haus wohl üblicherweise aussah? Und dann wurden sie auch noch so ungalant hinausbefördert. Nicht, dass es Saku störte. Immerhin kam er nun endlich aus diesem Horrorhaus raus! Und eine Belohnung gab es obendrein auch noch! Obwohl Saku zugeben musste, dass er sich nicht fühlte, als hätte er sie verdient. Immerhin hatten sie für Unordnung gesorgt. Sofern es dem Herren so recht war, würde er sich jedoch hüten, etwas dagegen zu sagen.

Vor der Tür nahm Odile den Einbrecher; der komischer Weise auch eine Belohnung bekommen hatte; dann auch offiziell fest. Armer Kerl. "Man sieht sich bestimmt nochmal und das mit dem Rücken wird schon!", meinte der Ranger und verabschiedete sich von der Polizistin und ehemaligen Arbeitskollegin. Wenigstens war dieses Abenteuer nun überstanden, weshalb er auch ohne Umschweife den Weg Richtung Heimat antrat. Die Farbe wollte er nämlich auch los werden.

# tbc: Rangerschule; Weißer Wald
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Beitrag von Yoshiam Do März 22, 2018 1:59 am

Inplay
mit sich alleine.
#51
cf: Das Pokémon-Center von Twindrake City (alt)

Der moderne Abschnitt von Twindrake City enttäuschte nicht. Tatsächlich hätte Yoshi hier wohl auch etwas Geld entbehrt, WENN er denn welches besitzen würde.
Die Umgebung wirkte wie eine andere Stadt und nach einer kleinen Erkundungstour hatte er auch schon einen ihm angenehm erscheinenden Baum gefunden, der zumindest den Wind etwas abhalten würde. Zum Glück war Tante so kuschelfreudig, immerhin hatte sie sich bisher noch nie beschwert, als er sie als Kopfkissen oder Decke missbraucht hatte! Das Fell des Kapunos war aber auch einfach angenehm warm. Und das Pokémon unkompliziert; Tsume auf der anderen Seite war ja kein grosser Fan davon, einen erwachsenen Mann warm zu halten. Da hatte es also doch seine guten Seiten, dass er sich von Saku zu Kara überreden lassen konnte.
Noch ehe er jedoch seine mitnehmbare Wärmequelle auspacken konnte, wurde er von einem ziemlich schnöselig wirkenden Pärchen angesprochen. "Sie da!", erklang es eher wenig höflich von der männlichen Hälfte und Yoshi suchte sich bereits nach Fluchtwegen um. Wenn er momentan etwas nicht gebrauchen konnte, dann Reiche, die irgendwas von ihm wollten. Er war müde. Und hungrig. Aber vor allem müde. Sein Blick blieb dann jedoch doch etwas an den beiden haften, so erweckten die beiden einen weitaus erschöpfteren Eindruck und waren von tiefen Augenringen gekennzeichnet. Da wurde selbst Yoshi etwas empathisch, weswegen er sich dann doch entschloss, den beiden Gehör zu schenken. Ja? Er spielte dabei jedoch auch etwas mit dem Pokéball herum, so wirklich angenehm war ihm diese Sache in seiner momentanen Situation nicht.
"Verzeihen Sie, aber Sie sehen aus, als könnten Sie etwas Zeit entbehren. Unser Kindermädchen ist kurzfristig ausgefallen. " K-Kindermädchen? Sah er etwa so aus, als hätte er sich bereits einmal in seinem Leben um ein Kind gekümmert? Also, wenn man von Pokémon Babys absah... Ihr Mann kam jedenfalls recht schnell zum Punkt.
"Schatz, bist du dir da ganz sicher?", schien sie dann doch einige Zweifel an der Sache zu haben. Gut, gut, da war also Yoshi mit seiner Meinung zumindest nicht alleine!
"Das hat doch bisher auch immer ganz gut geklappt.", redete er auf sie ein, worauf sie jedoch erst nach einem kurzen Zögern nickte. Selbst Yoshi witterte hierbei, dass da was faul an der Sache war.
"Ja, wir brauchen wirklich eine Pause...", seufzte sie schliesslich etwas leise und musterte Yoshi. Der skeptische Blick gefiel ihm nicht und er dachte bereits wieder daran, sich zu verdrücken. Immerhin hatte er doch auch gar nichts davon! ...hätte er nicht gerade die Idee gehabt.
Darf ich die Küche benutzen?, wollte er schliesslich in Erfahrung bringen. Also, wenn er schon Kindermädchen spielen musste, dann wollte er wenigstens was Anständiges essen.
"Aber sicher doch! Unser Billy-Schatz braucht immerhin seine ausgewogenen Mahlzeiten." Sie hielt kurz inne und schien nachzudenken, ehe sie trotz ihrer sichtbaren Müdigkeit ihren Mann ermunterte: "Er fragte nach der Küche, der ist perfekt!" Yoshi hatte keine Ahnung, wie genau er diese Aussage nun interpretieren sollte. Aber hey, Gratis-Essen!
"Sollten Sie sich dazu bereit erklären, auf unseren Sohn Bill aufzupassen, erwartet Sie natürlich eine großzügige Belohnung.", schien er Yoshi noch mehr zu einem Ja drängen zu wollen. Dabei wäre er ohnehin schon dabei gewesen! Aber gut, eine grosszügige Belohnung dazu würde er nun wohl nicht ausschlagen.
Gerne, erwiderte er schliesslich in möglichst freundlichem Tonfall, um die Schnösel nicht zu vergraulen.
"Sehr gut. Halten Sie den Schaden aber bitte möglichst gering und nur positive Gedanken vor dem Schlafengehen! Keine Gruselgeschichten und dergleichen." Yoshi blinzelte etwas ungläubig. Gingen sie etwa davon aus, es würde einen Schaden geben, wenn er auf Bill aufpasste? Abgesehen von dem... Sah er bereits danach aus, dass er einem kleinen Jungen Gruselgeschichten erzählen würde?! Also, es gab Punkte, da gingen selbst die Vorurteile gegenüber Unlichtpokémon und deren Trainer zu weit! ...wobei er Gruselgeschichten nicht ausschliessen konnte, falls das Kind ansonsten keine Ruhe gab.
Uh... ja, klar. Der Schwarzhaarige beschloss, diese Anweisung nicht weiter infrage zu stellen. Das war wohl das Opfer, das man für Gratisessen auf sich nehmen musste!

So wurde er schliesslich in das riesige Anwesen verfrachtet und staunte erst einmal nicht schlecht darüber, wie Superreiche lebten. Der Junge wirkte im Vergleich zu seiner Umgebung so mickrig klein, dass Yoshi wirklich froh war, dass er Bill nicht suchen gehen musste. Sein Interesse galt ohnehin der Küche, nicht diesem Haus. ...wäre da nicht Bill.
"Also, mein richtiges Dienstmädchen trägt immer ihre Uniform!", motzte der Junge schliesslich mit aufgeplusterten Wangen über Yoshi.
Habt ihr hier denn welche?, zeigte sich Yoshi schliesslich kooperativ, wobei sein Magen die Aussage mit einem Knurren untermalte. Der Junge nickte und flitzte schliesslich davon. Yoshi hingegen irrte etwas desorientiert umher, um die Küche ausfindig zu machen, nachdem er seine Umhängetasche an den nächstbesten Kleiderständer angemacht hatte. Wieso baute man so grosse Häuser? Und warum stattete man diese mit so viel langweiligem Kram wie Gemälde oder Vasen aus?
Noch ehe er sich in die Küche begeben konnte, kehrte der Junge mit einer Schürzenuniform - um genauer zu sein eine Maiduniform - zurück. Das weckte Erinnerungen an Johto. Yoshi hätte aber nicht erwartet, dass reiche Leute so ticken würden, aber gut, er kannte sich mit diesem Lebensstil einfach nicht aus...
Das tragen wirklich alle von deinen Babysittern?, musste er dann doch nachhaken, da er der Sache eventuell noch entgehen könnte. Nicht, dass es ihn gross stören würde, aber es erschien ihm unpassend.
"Blöde Frage", kam es dann auch zügig wenig galant von dem kleinen Bengel.
Okay. Yoshi beschloss, sich auf keine Diskussionen mit dem Schnöselnachwuchs einzulassen und zumindest der angeblichen Richie-Etikette zu folgen, weswegen er schliesslich in die für ihn sichtlich zu klein geratene Schürzenuniform wechselte. Richie Junior, der das Ganze freiwillig beobachtete, schien ihn dabei mit etwas erstaunten Augen zu beobachten, er hatte wahrscheinlich mehr Schamgefühl erwartet.
Sobald Yoshi jedoch fertig mit Umziehen war, brach der kleine Bill auch bereits in schallendes Gelächter aus, ehe er schon wieder davonflitzte. Yoshi konnte das ja egal sein, weswegen er zunächst einmal das nächstbeste pompöse Bad aufsuchte, um sich die Hände zu waschen.
Als er dieses Bad jedoch wieder verliess, wurde er von einem "Klack!" Geräusch und einem Blitz überrascht, weswegen er dann doch kurz die Augen zukniff. So realisierte er erst wenige Sekunden danach, dass Bill ihn gerade geknipst hatte. Die Venen an seiner Stirn traten etwas hervor; Yoshi erweckte zwar auf Bill weiterhin einen ruhigen Eindruck, aber der Kleine schaffte es zumindest, ihn ziemlich wütend zu stimmen.
Bewusst beherrscht griff er ruhig nach einem Pokéball - er hatte ja ein Pokémon, das ein wahrer Meister in der Kindererziehung war - und warf diesen. Der Junge wird das gerade gemachte Foto löschen., lautete der Befehl und Tsume, die zunächst kurz etwas verwundert die ungewohnte Umgebung musterte, doch sie akzeptierte ihre "Mission" recht schnell mit einer arroganten Kopf-Seitwärts-Bewegung.
Bill wusste nicht wirklich, was nun geschehen würde, weswegen er andächtig das perfekte Schnöselpokémon beobachtete.
Yoshi begab sich unterdessen in die Küche und ignorierte die Schreie des Kindes, das den anderen Geräuschen nach zu urteilen, gerade vor Tsumes Klingensturm fliehen musste. Dabei hörte er auch, wie Vasen zerbarsten, verkrampfte kurz die Lippen, ehe er beschloss, so zu tun, als hätte er das nicht mitbekommen.
Yoshis Herz schlug ohnehin gerade für diese Küche. Sie war gross und mit so vielen Sachen ausgestattet! Ein wahrer Traum. Da war es auch nicht verwunderlich, dass er gleich 22 Zutaten heraussuchte, um ein gutes Stück Fleisch in Olivenöl geschmort zusammen mit selbstgemachter Polenta vorzubereiten. Er schien fünf Personen kochen zu wollen.
Gerade, als seine Vorbereitungen abgeschlossen waren, erklang wieder die kindliche Stimme Bills, der sich am Türrahmen abstützte: "Ich hab's ja gelöscht! Mach dieses herzlose Pokémon weg!"
Es gab Sachen, die er in Tsumes Anwesenheit nicht sagen sollte und sie als herzlos zu bezeichnen war eine solche. So folgte gleich ein weiterer Klingensturm, der gezielt haarscharf an dem Jungen vorbeischnitt und Bill zusammenzucken liess. Hat er das Foto gelöscht?, traute Yoshi Bill dann doch nicht mehr, was aber mit einem Nicken von Tsumes quittiert wurde.
Fein. Tsume schien sich schliesslich auf den Boden zu legen, also sah auch sie ihre Mission nun als erfüllt an.
Klein-Richie hingegen betrat nun die Küche und beobachtete Yoshi einige Minuten lang, wie er gerade das Fleisch in 2 Stücke schnitt, ehe er das Fleisch in einer Pfanne mit erhitzten Öl etwas anzubraten schien. Den Überblick über die genutzten Gewürze schien er recht bald verloren zu haben, aber der Knoblauch stiess ihm dann doch sauer auf.
"Iiieh, mach doch keinen ekligen Knoblauch rein!", beschwerte Bill sich schliesslich und rümpfte die Nase.
Mir egal, ob du auch was isst, stellte Yoshi wenig beeindruckt klar, immerhin hatte er den Job ohnehin nur des Essens wegen angenommen. War ja auch nicht sein Problem, wenn der Junge nicht ordentlich ass. Erziehen konnte er ihn in einem Abend ohnehin nicht. Diese gleichgültige Bemerkung veranlasste Bill jedoch dazu, wieder aus der Küche herauszurennen und seinen nächsten Schabernack zu starten.
So stellte er das Fleisch schliesslich in den Ofen und wollte sich gerade an die Polenta machen, als Tsume Aufmerksamkeit verlangte und Yoshi etwas zeigen wollte. Widerwillig verliess er die Küche, nur um dann das nächste Werk Bills erblicken zu können: Schnäuzer, perfekt etwas oberhalb der Oberlippe der einzelnen Gesichter positioniert, aufgemalt mit einem schwarzen Filzstift.
"Der Stift ist wasserfest!", stellte der Kleine auch sogleich klar, sodass Yoshi jegliche Ideen, das irgendwie mit Putzlappen zu beseitigen, ausgetrieben wurden. Aha. Rotzbengel. Dann erinnerte er sich jedoch an die Worte der Eltern, war da nicht was mit "keine Gruselgeschichten"? Auf der anderen Seite wollte man aber auch nicht so sein. Er würde sein Essen kriegen und sich dann vom Staub machen, bevor man ihn für den Sachschaden belangen konnte.
"Du bist so langweilig!", beschwerte sich Bill schliesslich. Also wollte er wirklich Gruselgeschichten haben! Wenn Bill einen Skill hatte, dann zumindest jener, dass er Yoshi ziemlich schnell seine Meinung wechseln liess.
Hier in Einall gibt es ein gefährliches Pokémon, das unartige Kinder frisst. Zu seinem Erstaunen zeigte die Geschichte aber viel mehr Effekt, als ihm eigentlich lieb war. Der kleine Junge wurde kreideweiss und fing an zu zittern. "Ich... ich werde etwas artiger sein!", versprach er auch sogleich, was von Tsume mit einem spöttischen Nicken erwidert wurde. Er wusste es doch, Tsume war gut mit kleinen Kindern, sie kannte sie durch und durch!
Yoshi hingegen begab sich wieder in die Küche und würde sich nun um die Polenta und den Soffrito kümmern! Tsume hingegen durfte sich mit dem Jungen abquälen, der irgendwie Entschuldigungen zu stammeln schien, um ja nicht gefressen zu werden.
So schloss er seine Vorbereitungen ab, schien die beiden Sachen aber noch nicht zu erwärmen. Das Fleich dauerte noch gut mehr als zwei Stunden. Weck mich, wenn es bereit ist, wies er das Babysitter-Pokémon an, ehe er sich auch schon auf den Tisch begab, den Kopf auf die Arme legte und recht schnell eindöste.

Das stellte sich übrigens als eine ziemlich schlechte Idee heraus. Tsume konnte von den Bewegungen ihres Trainers erahnen, dass dieser alles andere als gut zu schlafen schien. Tatsächlich hatte Yoshi einen ziemlich wirren Albtraum, bei dem er im Alter des Richie-Jungspunds war und eine alte Frau tyrannisierte, ehe ein Swaroness mit einer Mini-Piccolente Armee ihn zu fressen versuchte, weil er ja unartig war. So fühlte sich die Flucht vor diesen Ungetümen für ihn wie eine halbe Ewigkeit an, ehe er erschrocken erwachte und erst einmal tief Luft holen musste.
Tsume musterte ihn etwas mitleidig, er musste also wirklich kein schönes Bild abgegeben haben. Tsume..., stöhnte er schliesslich, ehe er sich den Kopf rieb, da er nun auch noch von Kopfschmerzen geplagt wurde. Sie stupste ihn mit ihrem Kopf an und zeigte sich im Kontrast zu dem Bengel davor erstaunlich sanft. War ich... auch mal so? Tsume schien nicht wirklich zu verstehen, worauf ihr Trainer hinauswollte. Wie Bill. Es war zwar nur ein Traum, aber... Er hielt inne. War er jetzt wahnsinnig geworden? Wollte er seinem Pokémon etwa gerade weismachen, dass sich ein Traum so anfühlen konnte, als wäre er zum Teil wirklich passiert? Träume waren manchmal einfach nur erschreckend realistisch. Nichts Weiteres. Er schob diese unangenehmen Gedanken auch wieder zur Seite, als sein Pokémon dann doch plötzlich nickte.
War das ein Ja auf die Frage zuvor?, fragte er erstaunlich ruhig und erhielt abermals ein Nicken, was ihn dann ähnlich Bill zuvor erblassen liess. Er wandte den Kopf von seinem Pokémon ab und schien erst einmal in sich gekehrt zu sein. Ja, er wollte ja hier in Einall etwas mehr über sich herausfinden, aber in diesem Haus, gerade jetzt? ...er war so überhaupt nicht vorbereitet gewesen.
Das Piepen des Ofens nahm jedoch seine Aufmerksamkeit ein, weswegen er das Fleisch aus dem Ofen nahm und die beiden Beilagen endlich fertigstellte. Er schien so zu tun, als wäre nichts passiert, einfach zu verdrängen. Tsume beobachtete ihn bei dem ganzen Vorgang stumm und schien nicht wirklich eine nennenswerte Aktion auszuführen. Wahrscheinlich war sie selbst ab und zu ratlos bei diesem Trainer.
Yoshi deckte den Tisch auch für den Jungen, aber er beschloss, nicht bewusst nach diesem Suchen zu gehen. So ass er bereits, als Bill mit einem zerknüllten Papier in die Küche marschierte, sich auf seinen Platz setzte und missmutig mit der Gabel im leeren Teller herumstocherte.
"Ich mach das Essen sicher nicht selbst rein!", wies er Yoshi sogleich indirekt an, ihm einzuschöpfen. Dieser war jedoch etwas apathisch, sodass ihn dieser Umgangston des Jungen gerade nicht einmal mehr zu stören schien und er ihm artig den Teller mit Essen belud.
Als der Junge einen Happen nahm, schien sich sein Gesicht für kurze Zeit zu erhellen, ehe er die Nase rümpfte und Yoshi anfuhr: "Absolut scheusslich! Also Yoshi schmeckte es! Wenn der Junge es nicht essen wollte, blieb mehr für ihn, weswegen er diese Aussage zum Anlass nahm, sich selbst noch mehr Essen zu gönnen.
Schon wieder mit so wenig Wut und sogar Ignorieren konfrontiert zu werden, schien Bill aber nicht zu passen, weswegen er sich hastig erhob und Yoshi das zerknüllte Papier aufs Teller schmiss.
"Schnitzeljagd! Wenn du nicht mitmachst, sage ich Mama und Papa, du hast die Gemälde kaputt gemacht. Oha, Erpressung!
Tu das, ich spiele nämlich nicht mit, kam es abermals wenig begeistert von Yoshi. Er hatte doch ohnehin kein Geld um den Schaden zu bezahlen, ein bisschen mehr oder weniger Schulden machte den Braten also auch nicht mehr fetter.
Der Junge huschte schliesslich wieder davon und erst jetzt, als Yoshi einen Blick auf das Papier warf, entgleiste ihm das Gesicht. ...da war ein Blumenbild zu sehen! Der Junge hatte sich doch nicht etwa bei seinen Blumenbüchern bedient?! Es war ja einiges für den Schwarzhaarigen okay, aber die Bücher seines Arbeitgeber zerstörte man nicht! Das Gekritzel, das wohl die Nachricht für die Schnitzeljagd darstellen sollte, konnte er aber ohnehin nicht lesen. Aber fehlende Seiten in einem Buch, die derart ungalant herausgerissen worden waren, konnte man wahrscheinlich auch nicht sonderlich schwer übersehen...
Er atmete tief ein und aus. Es brachte nichts, sich wegen diesem Bengel zu ärgern, der Schaden war doch bereits da! Ein weiteres Seufzen. Es war ihm wirklich nicht recht, dass jetzt auch noch Henrys Bücher darunter leiden mussten.
Es dauerte daher auch nicht lange, ehe er einen Entschluss gefasst hatte: Dieser Bengel musste ins Bett und Yoshi raus hier. Die versprochene Belohnung war ihm schliesslich auch vergangen.
So machte er sich an den Abwasch, ehe er von den Schreien des Jungen schon wieder bei seiner "Arbeit" gestört wurde. Dieser raste schnurstracks in die Küche und umklammerte Yoshi heftig zitternd.
"MACH ES WEG!", schrie er wie am Spiess.
Was?
"Ich war lieb. ...etwas! Mehr als sonst!", verschaffte der Kleine seiner Situation etwas Nachdruck.
Was soll ich wegmachen?, formulierte Yoshi seine Frage schliesslich deutlicher.
"Ich zeige es dir. ...aber du gehst voran!", zeigte sich Bill sogar etwas kooperativ. Yoshi war zuerst zögerlich. Er hatte das Swaroness noch nicht verdaut, aber die Vernunft rief ihm ins Gedächtnis, dass der kleine Junge bei einem solchen Pokémon wahrscheinlich nicht dermassen aus der Fassung war. Bill krallte sich mit seiner Hand an Yoshis Hose fest, ehe sie gemeinsam zu dem Zimmer des Unheils marschierten. Sie schlichen an der Wand entlang und zeigten sich gegenseitig, leise zu sein. Bill stoppte Yoshi vor einer verschlossenen Tür.
Hier?, flüsterte er zu dem Jungen, der zögerlich nickte. Was für ein Zimmer ist das?, wollte er jedoch noch in Erfahrung bringen, da dies eine nützliche Information sein könnte. "Mama nennt es ihren Schönheitssalon."
Sachte öffnete Yoshi die Tür, als der Junge sich bereits bibbernd hinter Tsume, die den beiden gefolgt war,  versteckte. Was auch immer da war, es war gruseliger als das Pokémon, das den Jungen zuvor ohne Hemmungen attackierte.

Zunächst spähte der Schwarzhaarige vorsichtig hinein und versuchte, so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf sich zu lenken, als ihm auch schon die Gesichtszüge entgleisten: Da war tatsächlich kein wirklich harmloses Pokémon, das gerade die Kleider der Mutter des Jungen anprobierte und vor einem grossen Spiegel posierte. Dabei strich es sich noch sorgfältig durch das lange weisse Haar und drehte sich einmal um sich selbst, um das grünliche Kleid, das es sich gerade mehr schlecht als recht übergezogen hatte, von allen Seiten zu betrachten. Wenigstens war das Pokémon so beschäftigt mit den fremden Kleidern, dass es Yoshi nicht zu bemerken schien.
D-Darkrai, stammelte dieser schliesslich jedoch ungläubig. Warum hier? Warum so? Warum jetzt? Er hatte damals so grosses Interesse an diesem Pokémon und genau jetzt, wo er nicht einmal mehr Gefallen am Trainerdasein hatte, liess es sich blicken. ...und dann noch auf diese Weise.
Die Nennung seines Namens schien seine Aufmerksamkeit dann doch endlich auf Yoshi zu richten. Die beiden starrten sich an. Das dauerte gut eine Minute.
Es war der kleine Bill, der das Gestarre unterbrach: "Das ist das Pokémon, das böse Kinder frisst, richtig?" Für einen Moment vergass so auch Yoshi das Gestarre. Wie? Was? Also nein, so ein Pokémon gibt es gar nicht..., schien er fairerweise dem Jungen nun endlich die Wahrheit zu sagen.
Darkrai nutzte den Moment der Unachtsamkeit dieses Menschen, um an diesen heranzupirschen und ihm endlich diese nicht perfekt sitzende Schürze zu richten. Daran schien es sich schon die ganze Zeit zu stören. Gerade als es die Hand ausstrecken und mit dem Richtigstellen beginnen wollte, folgte ein Klingensturm von Tsume zwischen Darkrai und Yoshi, sodass es erschrocken zurückwich.
Yoshi realisierte erst jetzt wie schnell und wie gefährlich das Pokémon gerade war. Er atmete erleichtert aus, ehe er Tsume kurz dankend den Kopf tätschelte.
Yoshis Aussage zuvor schien jedoch dem Jungen den etwas falschen Mut gemacht zu haben, er blickte in das Zimmer hinein, ehe er das fremde Pokémon auch schon beleidigen musste: "Du bist auch mit Mamas Kleidern hässlich!" Hatte... hatte dieser Junge gerade Darkrai provoziert?!
Die Beleidigung schien auch ganz schön zu sitzen, so liess das mythische Pokémon den Kopf kurz betrübt sinken, ehe es diesen wieder anhob und das eine Händchen entschlossen zusammenballte. Es dauerte auch nicht lange, ehe Yoshi realisierte, was das Unlichtpokémon mit seiner anderen Hand vorbereitete: Finsteraura! Er konnte den frechen Jungen gerade noch rechtzeitig packen und mit ihm gemeinsam sich nach hinten fallen lassen.
Nach einer gewaltigen Erschütterung war der Eingangsspalt zum "Schönheitssalon" der Mutter gut doppelt so gross. Der Verursacher schien das Chaos auszunutzen, flüchtete in das Haus hinein und schwebte in die entgegengesetzte Richtung von Yoshi, Bill und Tsume. Yoshi stand immer noch ungläubig da. Hätte Darkrai nur etwas mehr nach rechts gezielt, hätte es allesamt erwischen können. Finsteraura war keine schwache Attacke. Vor allem nicht von Darkrai. Trotzdem hatte es ziemlich daneben gezielt, der Junge war lediglich ein bisschen in Schussreichweite. War das Verfehlen... Absicht gewesen? - Er wollte es herausfinden.
Bill hingegen war nun doch wieder verängstigt. Mit einer solchen Attacke hatte er nicht gerechnet.
Yoshi rief schliesslich Tante hervor. Pass auf den Jungen auf. Das freundliche Kapuno nickte und versuchte beruhigend auf den Jungen einzureden, der das Kapuno jedoch ignorierte. "Ist es stark? Gehst du dem blöden Vieh hinterher?" Kapuno schnaubte ein wenig. Es schien ihr zu missfallen, dass der Junge irgendwas als blödes Vieh betitelte. Zweimal ja., fasste er sich ziemlich kurz mit dem Jungen. Yoshi wollte Darkrai überzeugen, dieses Haus zu verlassen, ehe diese Reichen noch auf irgendwelche blöden Ideen mit ihm kamen. Da schreckte er auch nicht davor zurück, Kara als ein starkes Pokémon darzustellen.
Wenn ihr einem Pokémon begegnet... Mach das, was du am besten kannst, Kara, gab er schliesslich die Anweisungen an sein absolut kampfunfähiges Kapuno, welches mit "Puno!" motiviert zustimmte. Yoshi hätte es nicht gedacht, aber Tantes schlichtende Qualitäten könnten hier wirklich noch nützlich werden. Vor allem, sollte der Junge Darkrai noch einmal begegnen und sich den Mund zu voll nehmen.
Und jetzt ab ins Bett mit dir, wies er den Jungen an, der sich angesichts der Situation erstaunlich gehorsam zeigte und ihm stumm zunickte.
So begaben sich Yoshi und Tsume schliesslich Richtung Darkrai, während Tante den Jungen ins Bett begleitete. Glücklicherweise mussten Tantes Qualitäten heute nicht ausgeschöpft werden, so waren es Yoshi und Tsume, die Darkrai zuerst erreichten. Das Pokémon schien etwas planlos in dem grossen Haus umherzuirren.
Der Ausgang ist dort drüben, lenkte Yoshi abermals die Aufmerksamkeit auf sich, wobei er dieses Mal eher schauen wollte, ob seine Vermutung zutraf und Darkrai wirklich fliehen wollte. Darkrai starrte ihn abermals einige Sekunden lang an, ehe es die Beine in die Hand aufnahm und auf den Ausgang zustürmte, dessen Tür es mit Psychokinese auch etwas unsanft öffnete.
Yoshi blieb auch nicht lange untätig und schnappte seine - zu seinem Missfallen - geöffnete Umhängetasche und hechtete dem Unlichtpokémon hinterher. Er hatte nun zwar die Bestätigung, dass der kleine Richie Bengel tatsächlich Henrys Bücher malträtierte, aber es gab gerade eine viel wichtigere Sache zu erledigen.
Warte!, rief er dem legendären Pokémon hinterher, das tatsächlich im Garten stoppte und sich zu dem schwarzhaarigen Kauz umwandte. Es war jetzt der Moment, wo er seine derzeitige Situation erst richtig realisierte und sein Herz zu rasen begann.
Hast du vorhin absichtlich daneben gezielt?, wollte er nun endlich wissen. Dabei war er sich nicht sicher, ob er überhaupt eine Antwort erhalten würde. Darkrai stiess einen kurzen, für Yoshi nicht interpretierbaren Laut aus, ehe es nickte und ihn zu mustern begann. Diese Frage wurde ihm wohl nicht jeden Tag gestellt.
Das wäre wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile so weitergegangen, wenn Yoshi diese seltsame Stille nicht unterbrochen hätte. Noch etwas... Er schien zu zögern, abzuwägen, wie er seine nächsten Worte formulieren sollte.
Ich möchte dich zu einem Kampf herausfordern. Wie vermessen von ihm! Er rechnete damit, dass Darkrai dieser Aussage wohl nicht nachgehen würde. Es war wohl einfach sein kindliches Ich, das wahre Herausforderungen immer noch liebte und ihn diese etwas unüberlegte Handlung ausführen liess.
Anstelle einer Absage schien Darkrai jedoch den Kopf zu senken, die Augen zu schliessen und nachzudenken, während die beiden Arme verschränkt wurden.
Tsume auf der anderen Seite stupste Yoshi an und hatte einen "Wenn ich es könnte, würde ich dir jetzt den Vogel zeigen!"-Blick in petto. Darkrai schien sich jedoch entschieden zu haben und nickte Yoshi zu.
Danke. Er war dann doch etwas ratlos. Es fühlte sich so surreal an, diesem Pokémon doch noch in diesem Leben begegnet zu sein. Das legendäre Pokémon entgegnete mit einem sanften Laut, ehe es sich nach einer halben Pirouette in Kampfposition begab.
Tsume tat es ihm gleich und wartete Yoshis Befehle ab.
Zur gleichen Zeit befreite sich aber auch sein Kramurx, welches erst einmal ausgiebig gähnte. Kuki schien mitbekommen zu haben, das gerade Interessantes im Busche war, also wollte sie das miterleben! Yoshi wies ihr aber mit einer Handbewegung an, sich hinter ihn zu begeben. Sie hatte extrem schlechtes Timing, da wollte er diese Gelegenheit nicht damit verschwenden, seinem Kramurx die Situation zu erklären.
Klingensturm!, befahl er schliesslich eine ihrer Lieblingsattacke, weswegen sie in die Luft sprang, um auch Darkrai diese Attacke zu zeigen. Sie schien sie auch länger als bei dem Jungen zuvor vorzubereiten, so hielt sich Tsume zumindest nicht zurück.
Darkrai hingegen formte einen lilanen Ball - seine Signaturattacke - und warf Schlummerort auf das Absol in der Luft, das von der ihm unbekannten Attacke gefangen wurde, ehe es schlafend auf den Boden plumpste. ...das ging schnell. Yoshi blinzelte kurz, ehe er sein Absol auch schon zurückrief und nach seinem nächsten Pokémon griff.
Du bist schnell, lobte er seinen Gegner, ehe er Shoes Ball in die Luft warf. Kuki krähte kurz und tat es wohl ihrem Trainer gleich, als sie Darkrai ebenfalls lobte. Für sie war dieses Pokémon aber einfach nur ein gerissener Kämpfer.
Folterknecht!, wies er sein Nachtara an, um Schlummerort wenigstens für kurze Zeit vermeiden zu können. Sein Nachtara machte sich auch sogleich daran, Darkrai zu provozieren, wenn das legendäre Pokémon nicht schnell genug reagiert hätte und gerade noch rechtzeitig den nächsten Schlummerort auf Shoe warf.
Dieses Mal zeigte sich aber Kuki als die Retterin in Not und sprang dazwischen, sodass das Nachtara ihres Trainers nicht auch so schnell ausgeschaltet sein würde. Zu ihrem Erstaunen schien ihr die Attacke aber nichts auszumachen, weswegen sie sich immer noch in der Luft hellwach befand, sehr zum Erstaunen von Darkrai und Shoe.
Kuki, benutz' Spiegeltrick!, entschied sich Yoshi spontan dazu, doch sein Kramurx zu benutzen, welches dem verdutzten Darkrai sogleich einen Schlummerort zurückwarf. Das Unlichtpokémon wollte die kopierte Attacke mit seinem eigenen Schlummerort kontern, aber die Attacke schien sich nicht zu bilden, obwohl es den rechten Arm ordentlich zu verkrampfen schien. Es sah also ganz danach aus, als hatte Darkrai noch nie gegen Folterknecht gekämpft! So blickte es ratlos abwechselnd zwischen der eigenen Hand und die ihm auf ihmzufliegende bekannte Attacke hin und her. ...dieser Überraschungseffekt war es dann auch, der Kukis Schlummerort treffen liess, sodass das mächtige Pokémon friedlich schlafend zu Boden ging.
Wow. Also so hätte sich Yoshi diesen Kampf nicht vorgestellt. Vor allem nicht Kukis Nützlichkeit. Sein Kramurx flatterte sogleich zu ihm, attackierte seine Tasche und schien darin rumwühlen zu wollen. Als Yoshi ihr einen der neuen Finsterbälle zeigte, nickte sie entschlossen.
Ich soll... es fangen? Als er Darkrai zu einem Kampf herausforderte, war es viel mehr den Kick, gegen dieses Pokémon zu kämpfen. An einen Fangversuch dachte er nicht wirklich. Dabei erweckte Darkrai auf ihn keinen Eindruck, als wäre es besonders beliebt unter Mensch oder Pokémon, was wohl auch an seiner Alptraum-Fähigkeit lag, die es zu seiner Verteidigung nutzte.
Da beide seiner hervorgerufenen Pokémon darauf beharrten, warf er schliesslich den Finsterball, der sich in der Nacht ohnehin als besonders effektiv erweisen würde. Aber selbst wenn ein Pokémon am schlafen war, war das keine Garantie dafür, dass man es auch fangen konnte. Immerhin hatte er Darkrai ja auch kaum geschwächt, da sie nicht einen einzigen Treffer landeten.
Zu Yoshis Erstaunen erklang dann jedoch das nur allzu bekannte "Klick!" und er starrte erst einmal fassungslos auf den Ball. Er würde Darkrai definitiv fragen müssen, ob es denn überhaupt mit ihm reisen wollte und ob es sich absichtlich fangen liess.
Da Yoshi einfach nur wie bedeppert auf den Ball starrte, ergriff Shoe die Initiative und brachte ihm den Pokéball seines neuesten Fangs. Erst jetzt begann er wieder zu agieren und nahm den Ball an sich, ehe er gen Himmel starrte und noch einmal nachdenklich wurde.

Es dauerte einige Minuten, ehe er den Pokéball verstaute, seine beiden Pokémon mit einem sanften Lächeln zurückrief und sich daran machte, sein Kapuno von ihrem Leiden zu befreien. Immerhin musste sie auf den Bengel Acht geben!
So schritt er wieder in das Anwesen und irrte umher, um Bill ausfindig zu machen.
Billy?, rief er nach ihm in der Hoffnung, ihn eventuell auf diese Weise ausfindig machen zu können.
"Mein Name ist Bill!", konnte er schliesslich auch aus einem Zimmer vernehmen, dessen Tür einen Spalt weit offen war, weswegen er in dieses Zimmer schritt. Das Zimmer des Jungen war nicht weniger pompös als der Rest und der Kleine lag bereits brav in seinem Bett, schien aber nicht zu schlafen. Sein Kapuno hatte sich neben dem Bett hingelegt und den Jungen beobachtet, ehe sie beim Erblicken von Yoshi einen freudigen Laut ausstiess und sich direkt daran machte, ihren Trainer eine Runde mit dem Kopf zu kuscheln. Zu ihrer Überraschung tätschelte er ihr als Reaktion sanft den Kopf, ehe er sich an den Jungen wandte.
Willst du nicht langsam schlafen? Heftiges Kopfschütteln. Warum nicht? Kapuno schien für den Jungen erklären zu wollen, aber leider waren Kapuno-Laute dann doch zu unverständlich für Yoshi, weswegen er ihr ein Handzeichen gab, den Jungen ausreden zu lassen.
"Ich habe seit zwei Wochen jede Nacht Albträume. Das liegt daran, dass mir niemand gute Gute-Nacht-Geschichten erzählt!", erklärte der kleine Junge, der sich wohl gerade indirekt eine Gute-Nacht-Geschichte erschleichen wollte.
Nein, die hat das Pokémon von zuvor verursacht., korrigierte Yoshi ihn.
"Was für ein blödes Pokémon!", beschwerte sich Bill sogleich, mit Yoshis Aussage von zuvor schien er ihm Darkrai nicht sympathischer zu machen. Aber gut, Darkrais Ruf war ohnehin ruiniert, sobald es den Lebewesen um es herum Albträume bescherte.
Schlaf nun ruhig, ich werde dafür sorgen, dass das nicht mehr passiert, redete er beruhigend auf den Jungen ein, während Tante Bill besser eindeckte. Der Junge schien sich mit dieser Antwort zufrieden zu geben, wahrscheinlich war er auch einfach zu erschöpft, um noch gross Blödsinn anzustellen.
Yoshi begab sich wieder zur Eingangshalle und wechselte die Kleidung, ehe er beim Hinausschreiten von Bills Eltern überrascht wurde.
"Sie sind immer noch hier?", schien Herr Richie wissen zu wollen.
Bill brauchte eine besonders gute Gute-Nacht-Geschichte, erzählte er die halbe Wahrheit. Das Pärchen bedankte sich bei ihm und ehe sie hin etwas unelegant hinausschickten, erhielt er die in der Tat grosszügige Belohnung fürs Babysitten. ...das konnte er auch gebrauchen, wo er ja nun Henrys Bücher neu kaufen musste.

Draussen angekommen schlug er sein Nachtlager gemeinsam mit Tante nun endlich unter dem Baum von zuvor auf, jedoch mit unerwartet vollem Magen. Dank der Erschöpfung dauerte auch die Streicheleinheit an das Kapuno eher wenig lange und er fand sich schon bald im Land der Träume, oder eher auch Albträume, wieder...

tbc: Das Pokémon-Center von Twindrake City (alt)

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Beitrag von Gastam Mo Apr 09, 2018 11:28 pm

Mit einem leisen Seufzten durchstreifte Nine die Straßen von Twindrake City. Trotz der ununterbrochenen Suche - natürlich mit kurzen Pausen -, konnte der Schwarzhaarige sein Pokemon nicht wieder finden und er war schon allen Hinweisen nachgegangen! Wo sollte er denn jetzt noch suchen..? Es hatte ihn zwar dank eines Hinweises nach Twindrake City verschlagen, doch so wirklich schien er auch nicht zu wissen, wo er suchen sollte, geschweige denn noch suchen konnte. Doch ohne Hoyles würde der Informant wohl keinesfalls irgendwohin zurückkehren wollen, handelte es sich bei dem Zobiris doch immer noch um das erste Pokemon des jungen Mannes.

Mit einem erschöpften Seufzten lehnte sich Nice an eine Hauswand, um einmal etwas durchzuatmen. Vielleicht sollte er sich doch noch mal eine Pause gönnen? Aber so würde er Hoyles doch nie finden..! Nachdenkliche massierte sich Nine die Schläfe, es musste doch noch einen Ort geben, an dem er noch nicht gesucht hatte.. irgendwas hatte er doch übersehen! Erneut entwich dem jungen Mann ein leise Seufzer, aus welchem selbst Nine heraushören konnte, dass er erschöpft war. Doch so lange Hoyles nicht wieder bei ihm war, wollte er auch nicht aufgeben, so hieß es also: Suchen, Suchen, Suchen.
Wäre er doch mal eher weiter gegangen. Es kam nämlich eine Frau auf ihn zu, welche ziemlich gestresst wirkte. "Entschuldigen? Ich brauche dringend ihr Hilfe..!", platze es daher auch schnell aus ihr heraus, was den jungen Mann zwar aufhorchen ließ, aber auch wenn sein Gesicht von seinem Pony verdeckt wurde, versuchte er doch sehr desinteressiert zu wirken. Er hatte jetzt wirklich keine Zeit für irgendwelche anderen Dinge, doch die Frau schien sich davon nicht abschrecken zu lassen. "Ich hatte leider versäumt, dass ich einen wichtigen Termin in Nevaio City habe und jetzt kann unser Kindermädchen leider nicht.. daher brauche ich ihre Hilfe, Sie müssen sie vertreten und auf unseren kleinen Bill aufpassen!", erklärte sie Nine und ergriff auch gleich seine Hand. "Ich danke ihnen vielmals, dass sie Zeit haben!", lächelte sie noch, ehe sie ihn auch schon hinter sich her zog. "Was?", brachte der Schwarzhaarige etwas verwirrt hervor, während er der Frau folgte. Er hatte doch grade gar nicht zugestimmt, den Babysitter für einen kleinen Rotzlöffel zu spielen? Und wieso folgte er der Frau überhaupt? Für Wiederworte war es nun leider zu spät, waren die zwei doch schon am Haus der Familie angekommen. Kurz lag seine Aufmerksamkeit komplett auf dem Haus, sah es doch schon von außen sehr pompös und schnöselig aus. Genau die Art Haus, die Nine absolut nicht ausstehen konnte und eigentlich auch versuchte zu meiden.
"Da wären wir auch schon! Unser Bill ist ein ganz Lieber, er wird sie bestimmt schnell ins Herz schließen!", sprach sie lächelnd, als wäre es ganz normal einen komisch aussehenden Kerl von der Straße zu holen, um ihn als Babysitter Ersatz einzustellen. Vor allem, weil Nine auch so aussah, als wäre er zum Babysitter geboren worden, natürlich. So betrat er mit der Frau das elegante Anwesen, wobei er auch gleich von einem kleinen Jungen angestarrt wurde, der Neugierig zu den beiden ging. Der Informant musste schlucken, denn er wurde das Gefühl nicht los, dass das hier definitiv schief gehen würde. "Das ist unser kleiner Liebling, passen sie bitte gut auf ihn auf! Ich muss jetzt auch leider los, sei schön artig Bill!", verabschiedete sich die Mutter des Jungen und fügte noch hinzu "Achso, fast vergessen! Es kann sein, dass mein Mann kurz rein schaut, ich hab ihm wegen der Babysitter Sache geschrieben.. aber dann kann er ja auch unbesorgt sein". Nach einem kurzen Lachen und einem Luftkuss in Richtung Bill, entschwand dann auch die Mutter aus der Eingangshalle zu ihrem ach so dringenden Termin. Verdutzt konnte er ihr nur nachsehen, hatte er doch überhaupt keine Ahnung, was er mit diesem Jungen machen sollte. Am besten einfach in den Schrank sperren und abhauen.. oder?
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Beitrag von Yoshiam So Mai 06, 2018 6:08 pm

Inplay
mit Kenoah und Nine
#58
cf: Route 9
[Zeitsprung von 2 Tagen]

Endlich war im Blumenladen wieder einmal weniger los gewesen, sodass er sich nun dieser Mission widmen könnte. Mission "Bereinige dein schlechtes Gewissen!" Immerhin hatte sein neuestes Teammitglied aus diesem Anwesen etwas mitgehen lassen und bei all dem Rummel hatte man das irgendwie "gekonnt übersehen".
Ein grünes, in Yoshis Augen nicht einmal hübsches Kleid galt es zurückzugeben. Wahrscheinlich waren die Bewohner des Hauses der Sache ohnehin nicht auf die Schliche gekommen, da sie viel zu viel besassen. Nichtsdestotrotz!

Momentan befand er sich etwas abseits vom Haus in einem kleinen Garten, da es noch nicht dunkel genug für seine *ahem Einbrechaktion war. So wurde die Wartezeit dazu genutzt, um sein neuestes Ligateampokémon Kuki zu trainieren. Anders als sein Kapuno war sie nämlich Feuer und Flamme, wenn es um ernsthafte Kämpfe ging und dank dem Kampf mit Maurice war er sich nun auch sicher, dass Kuki unbedingt Ruheort können müsste. Es passte zu seiner momentanen Strategie mit ihr, bis sie bereit für offensivere und stärkere Attacken war. Vor allem an Bohrschnabel würde er eines Tages mit ihr arbeiten wollen, damit er etwas Schmerzhaftes für Draufhaupokémon Kampfpokémon in petto hatte.

Tsume zeigte wie immer keine wirkliche Gnade beim Training und verteilte auch dieses Mal grosszügig Donnnerblitze, bei denen sie das Kramurx meist nur knapp ausweichen liess.
Lass dich jetzt fallen, gab er abermals das Kommando zum Ruheort, weswegen Kuki landete und sich trotz der ankommenden Attacke zu beruhigen versuchte. Ganz geheuer war die Sache aber nicht, weswegen sie sich die Äuglein zukniff und hastig zu atmen schien. Sie bekam dieses Mal eine volle Ladung Donnerblitz ab und schrie deswegen auch leicht auf, ehe Tsume ihr endlich Gnade gewährte und mit rasch ausgeatmeter Luft sich von ihr abwandte. Das Kramurx schien nun etwas unsicher auf den Beinen zu sein, krächzte aber auch irgendwas herum, das Yoshi leider nicht verstand.
Hat es weniger als sonst weh getan?, wollte er sich daher selbst nach dem Erfolg erkundigen und erhielt ein enthusiastisches Nicken. Die Kramurxdame breitete kurz die Flügel auf, ehe sie sich wieder zu konzentrieren schien, um wohl die neu gelernte Attacke nochmals auszuführen.
Tsume hingegen hatte heute ihren sadistischen Tag und provozierte das Kramurx mit ihrer Verhöhner-Attacke, indem sie zahlreiche Beleidigungen auf ihn einprasseln liess, sodass Kuki sich nicht mit Ruheort erholen könnte.
Anstatt sich jedoch provozieren zu lassen, zeigte sich sein Kramurx ziemlich clever und nutzte die Gunst der Stunde, um weiterhin an ihrem Spiegeltrick zu feilen. So konzentrierte sie sich auf die Bewegungen des Absols, ehe sie dieses in ähnlicher Manier zurückbeleidigte. Dass sie dabei gar nicht Spiegeltrick benutzte, fiel ihr nicht auf, dafür aber Yoshi bei einem Blick auf seinen Pokédex schon, weswegen er dann doch leicht lächeln musste. Dieses Kramurx hatte wahrlich Potenzial!
Tsume hingegen war wenig begeistert davon, sich von so einem törichten Vogel beleidigen zu lassen, weswegen sie auch bereits im Eiltempo dem vorlauten Ding einen Nachthieb verpassen wollte. Dieses Mal war Yoshi jedoch auf Kukis Seite, weswegen das Absol noch im Sprung auf das etwas verängstigte Kramurx (einen solch grimmigen Ausdruck hatte sie bei der Absoldame noch nie gesehen) vom Pokéballstrahl getroffen wurde.
Kuki krächzte kurz dankend, ehe sie freudig herumzuhopsen begann. Du hast dich heute wirklich gut gemacht, lobte er sein Pokémon schliesslich auch, was das Gehopse lediglich zu verstärken wusste.
Tsume wollte aber wie gewöhnlich nur dann in den Pokéball, wenn sie es wünschte, weswegen sie sich kurzerhand wieder selbst befreite und nochmals auf das Kramurx losgehen wollte. Zunächst schwang sie ihr Kopffell mit einer andächtigen Bewegung etwas zur Seite, ehe sie die linke Klaue am Boden zu wetzen begann, um Kuki dieses Mal eine Lektion zu erteilen. ...blöderweise dauerte diese Zeremonie so lange, dass selbst ein Flegmonyoshi sie noch vor einem Angriff hätte zurückrufen können.
Dieses Mal schien sich das Absol aber nich schon wieder von selbst zu befreien, da sie die Sturheit ihres Trainers bereits einmal ausprobiert hatte. Wahrscheinlich beruhigte sich die Absoldame in der Zwischenzeit auch einfach wieder und würde sich wohl im passenden Moment an das Kramurx rächen.

Mittlerweile war es auch Abend genug geworden, dass er weniger auffallen würde. ...oder zumindest sowas in der Art dachte Yoshi. Er hatte immerhin die Richie Ausgehzeiten etwas studiert, damit sie ihn nicht nochmals als Kindermädchen aufgabeln könnten.
So schlich er sich an die hintere Seite des Hauses heran, während sein Kramurx über ihm flog, um ihn vor allfälligen "Gefahren" zu warnen.
Dabei musste sich das kleine Vogelpokémon aber auch um Überwachungskameras kümmern, weswegen Yoshi hinter einem Busch versteckt blieb, bis sein Pokémon wieder zu ihm zurückgekehrt war und von Yoshi die Anweisung erhielt, mit einer klassischen Schnabelattacke (und dementsprechend Lärm) ein Fenster zu zerstören.

So begab sich das Kramurx an die Arbeit und sobald sie fertig war, flog sie auch schon in das Haus hinein, um diejenigen abzulenken, die durch den Krach auf Yoshi und Co. aufmerksam geworden waren. Was für ein Plan!
Pokémon Lucian half unterdessen seinem Trainer mit einer präzsisen Psychokineseattacke dabei, das Haus ohne unnötige Schnittwunden durch das gerade zerstörte Fenster zu betreten, ehe es ihm auch hinterherschwebte.
Es war in der Ferne ein Gekrächze zu hören, so war Kuki wahrscheinlich bereits voll in ihrer Rolle. Yoshi und das Darkrai nickten sich kurz zu, ehe sie die Gänge entlang zum Zimmer der Mutter schlichen. Auf dem Weg dahin befreite sich Tsume abermals und schnaubte etwas verächtlich, als sie den Ort wiedererkannte.
Sssh!, baten sowohl Trainer als auch Darkrai das Deasterpokémon darum, jetzt bloss keine Dummheiten anzustellen. Ein hämisches Grinsen folgte, ehe es doch wieder erlasch und das Absol sich mal ausnahmsweise mit einem bestätigenden Nicken kooperativ zeigte.
So gelangte man zu dritt in den gewünschten Raum, wo Yoshi auch fein säuberlich zusammengefalten das gestohlene Kleid zurück in den viel zu grossen Schrank versorgte. Die Augen seines Darkrais schienen bei dem Anblick der Kleider kurz zu funkeln, ehe es sich an die Schmucktruhe machte und sich die diversen Steine und Ketten genauer ansah.
Tsume legte sich mit einem genervten Seufzen hin und beobachtete die beiden Vollidioten von einem Auge heraus.

Erst als Yoshi mit der Anordnung der Kleider zufrieden war, wandte er sich zu seinem Darkrai um, das gerade Ohrringe inspizierte. Leg' sie aber danach wieder so zurück wie sie waren, ja?, zeigte er einen Kompromiss auf, was mit einem kurzen Nicken befürwortet wurde. Yoshi atmete erleichtert aus, ehe auch er sich an eine Wand lehnte und sich zu entspannen schien.
Eine goldene Kette mit einem bläulichen Stein schien es dem Unlichtpokémon besonders angetan zu haben, ehe es diese wenig achtsam auf das fast eingenickte Absol warf.
He!, wollte Yoshi Lucian noch gerade von der Dummheit bewahren, auch noch Tsume zu provozieren. Tatsächlich zischte das weisse Pokémon kurz verachtend, ehe sie zu leuchten begann und ihre Form sich zu verändern schien.
Yoshi blinzelte dabei ungläubig, da ihm keine Weiterentwicklung von Absols bekannt war. Tatsächlich sah sie nach der Verwandlung einem Absol aber immer noch ziemlich ähnlich, schien jedoch viel zerzausteres Haar zu haben und auch ihr Horn gewann an Grösse. Im Grossen und Ganzen wirkte sie nun viel gefährlicher und Yoshi wusste nicht recht, ob er nicht eventuell ein paar Schritte Abstand nehmen sollte. Ob die Wutgrenze seines Absols wohl erreicht war und das irgendwie diesen Wechsel triggerte?
Erst, als er sah, dass sie den Expertengurt weggeworfen hatte, schien er zu verstehen, dass der Stein, der mit der Kette zusammen auf ihrem Rücken lag wohl der Auslöser für diesen Wechsel war.
So musste Yoshi dann doch endlich schmunzeln, weil er vermutete, dass sein Absol mit ihrem neuen Fell sicherlich nicht glücklich sein würde.
Du willst dich jetzt nicht im Spiegel sehen, warnte er sie mit erkennbarer Schadenfreude vor dem Ergebnis und machte sich daran, den wenig freundlich weggeworfenen Expertengurt aufzuheben.
Anderer Meinung war jedoch Lucian, der freudig in die Hände zu klatschen schien und die Schmucktruhe endlich wieder geschlossen hatte. Dabei vollführte das Darkrai auch noch ein kleines Tänzchen, als wäre das seine Art, die Absoldame zu loben.

[Zeitsprung]
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