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Wohngebiet

Beitrag von Gastam Di Nov 22, 2016 7:52 pm

Wohngebiet

Im Wohngebiet von Rayono City stehen hauptsächlich Einfamilienhäuser nebeneinander, die sich nur in ihrem Äußeren unterscheiden. Vom inneren Aufbau her sind die Häuser nämlich gänzlich identisch, lediglich verschiedene Fassaden und die buntesten Gärten unterscheiden sie voneinander. Getrennt werden sie von einem Weg, den jeder passieren kann - viel los ist hier meist nicht, denn es ist ein ruhiges Fleckchen innerhalb der Stadt.

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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Do Nov 24, 2016 2:40 pm

Post #021 xx cf: Büro von Dan Chapell xx Dan


Sie hatte gewiss nicht vor, ihn seine Entscheidung bereuen zu lassen. Die Frage war nur einfach, inwiefern sie es schaffen würde, noch irgendwelche Beweise zu finden, die nicht längst gefunden worden waren. Zugegeben, das Team, das mit am Tatort gewesen war, war wohl nicht das Beste gewesen. Oceana schloss sich da selbst mit ein, denn sie hatte unüberlegt und dumm gehandelt. Und als wäre das nicht genug, war die Akte miserabel und Tatortfotos fehlten. Nicht, dass Oceana sich die Bilder noch einmal würde anschauen wollen, aber für Dan wären sie sicher hilfreich gewesen. Und auch sie selbst wäre wohl nicht um einen erneuten Blick herum gekommen. Auch wenn sich die Bilder in ihr Gedächtnis eingebrannt hatten. Sie verstand noch immer nicht, wie Menschen anderen Menschen so etwas grausames antun konnten. Und sie verstand auch ihren Vater nicht, der Familien ebenfalls geliebte Menschen genommen hatte. Sie wusste nicht, wie es ihm erging, doch sie hatte auch nicht vor, ihn zu besuchen.
Jetzt, da abgeklärt war, dass er sie vorerst nicht verpfeifen würde blieb nur die frage zurück, ob er sie nun allein zum Tatort gehen lassen würde oder ob er sie trotz allem begleitete. Oceana war sich dem nicht so sicher und so nahm sie ihren Mut zusammen und fragte nach, ob sie denn nun beide zum Tatort gingen. Es dauerte eine Weile, bis er ihr tatsächlich antwortete, doch seine dann kommenden Worte erleichterten Oceana – was man ihr wahrscheinlich auch ansah. Sie war wirklich froh, dass sie nicht allein zurück zum Tatort musste und auch, dass er sie nicht allein in der Luft hängen ließ. Sie wusste, dass die vor ihr liegende Aufgabe nicht leicht werden würde, aber sie würde ihr Bestes geben. Nicht nur, um den Mörder zu fassen, sondern auch für Chenoa, der sie so vielleicht helfen konnte. Oceana beeilte sich also, ihre Schuhe wieder anzuziehen, als Dan zur Tür gegangen war und schnappte sich auch ihre Jacke. Gerade wollte sie Chenoa wieder zurück rufen, als Dan meinte, dass sie hier bei Valor bleiben sollte. Und vielleicht war das eine gute Idee – vielleicht würde sie in der Zeit ja etwas Vertrauen zu dem Pokemon aufbauen. Und das Büro war ein abgeschlossener Raum, hier konnte ihr nichts passieren. »In Ordnung.« sagte sie daher und trat vorsichtig und nicht zu nahe an das Sofa heran, um dort noch kurz in die Hocke zu gehen. »Du bleibst bei Valor, in Ordnung? Ich komme so schnell wie möglich wieder – du bist hier sicher, versprochen!« Unsicher sah Chenoa zu Oceana, dann zu Valor und obwohl sie kaum eine Reaktion zeigte, ahnte Oceana doch, dass sie irgendwie damit einverstanden war. So schlüpfte Oceana also zusammen mit Nyssa aus der Tür, die kurz darauf von Dan abgeschlossen wurde. Auf dem Weg hinaus wollte dieser noch in Erfahrung bringen, welcher Idiot die Tatortfotos der Akte nicht beigelegt hatte. Wie man so etwas vergessen konnte war Oceana auch schleierhaft.

Um Rayono City zu erreichen, mussten sie zunächst die Route überqueren, die Stratos von Rayono trennte, doch sie beeilten sich, sie hinter sich zu lassen. »Hast du etwas in Erfahrung bringen können?« wollte Oceana wissen, nachdem Dan aufgelegt hatte. Mehr Wörter richtete sie auf dem Weg zum Tatort jedoch nicht an ihn. Sie fühlte sich immer noch unwohl, denn sie wusste, was von ihr erwartet wurde. Dan würde  sie genau beobachten, jeden Schritt den sie tat. Und ihre Karriere hing davon ab, was sie finden würde und wie sie sich anstellte. Manche Menschen konnten unter Druck besser arbeiten, Oceana aber hatte eher Angst davor, irgendeinen weiteren, dummen Fehler zu begehen. Sie würde sich einfach anstrengen müssen!
Der Weg durch Rayono City zum Wohngebiet war schnell gemeistert, es war relativ wenig los und so standen sie schnell vor dem Haus, in dem sich der Mord zugetragen hatte. Oceana stockte und sah ein paar Sekunden lediglich die Tür an. Hatte man das Haus von innen gereinigt? Sie hoffte es nicht, denn dann würden die Beweise endgültig verschwunden sein, andererseits aber wollte sie nicht noch einmal sehen, was in dem Haus passiert war.  Die Leichen waren zwar nicht mehr dort oder sollten es zumindest nicht mehr sein, aber die Blutspuren waren sicher noch vorhanden. Oceana atmete tief ein, dann machte sie einen Schritt auf das Haus zu und überbrückte schließlich auch die restlichen, bis sie bei der Tür angekommen war. Nyssa folgte ihr auf dem Fuß. Und los geht’s. dachte sie bei sich und öffnete die Tür, um ins Innere des Hauses zu gelangen. Als sie eintrat erkannte sie sofort die Blutspuren im Flur, die herunter gefallenen Bilder und die zerbrochene Vase, die von einem Kampf zeugte. Da der Boden mit einem Teppich versehen war, erkannte man sehr gut, wo de Frau und Mutter gestorben war und gelegen hatte, denn ein großer Blutfleck zierte den sonst eher hellen Teppich. »Dort hat die Mutter gelegen.« erklärte sie Dan, der ja noch nicht hier gewesen war und auch keine Tatortfotos gesehen hatte. Nun war sie also wieder hier – sie erinnerte sich noch zu gut an das Bild, das sich ihr im nächsten Raum bot. Vielleicht sollte sie sich zunächst im Flur genauer umsehen? Eigentlich wusste sie gar nicht, zu welchen Ergebnissen ihre Kollegen gekommen waren und wenn die Akte wirklich so schlecht war, würde sie wohl hinter alles noch einmal selbst kommen müssen. Das Haus war aufgeräumt und sauber, und die Scherben der Vasen lagen ebenfalls nicht mehr auf dem Boden. Wahrscheinlich hatte man sie als Beweismaterial zum Labor gebracht. Aber es konnte sein, dass irgendwo Beweise übersehen worden waren! Und darauf musste Oceana hoffen, denn andernfalls gäbe es keine Anhaltspunkte, um den Mörder zu fassen. »Dort hinten hat das Mädchen gelegen..« sagte sie und deutete auf die Stelle vor der Gartentür, nicht allzu weit von der Mutter entfernt. Statt vom Wohnzimmer aus konnte man den Garten hier nämlich vom Flur aus betreten. Vorsichtigen Schrittes ging Oceana an dem Blutfleck vorbei ins Wohnzimmer, wo sie den Familienvater aufgefunden hatten. Auch dieser lag nicht mehr dort, doch es gab eine wesentlich größere Blutlache als noch im Flur. Der Teppich, der unter dem Couchtisch stand, war von Blut getränkt, während der Tisch selbst zerstört war. Oceana vermutete, dass jemand darauf gefallen war – vielleicht der Vater, vielleicht aber auch der Mörder. Vorsichtig trat sie an den Tisch heran und zog sich vorsorglich bereits Einweghandschuhe an, falls sie etwas finden würde. Nyssa sah sich in der Zwischenzeit ebenfalls im Wohnzimmer um.
Es dauerte nicht lange, da ging Oceana in die Hocke, um sich den Tisch etwas genauer anzuschauen. Die Glasplatte war zerstört, doch sie glaubte, Blut am Holz erkennen zu können. Hatte man davon bereits eine Probe genommen? Sie war sich nicht sicher, zumal ihr alles eben auch zu viel gewesen war, als sie das erste Mal hier war. »Hier ist Blut am Holz.« merkte sie an, auch wenn es vielleicht nichts von Bedeutung war. Immerhin war im kompletten Raum das Blut verteilt – doch das hier war nur ein winziges Bisschen und stammte vielleicht vom Täter.


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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam So Nov 27, 2016 6:01 pm

Dan Chapell


#015 // Oceana Finnley


Oceana erklärte sich damit einverstanden, das Wablu bei Valor im Büro zu lassen – gleiches teilte sie dem Pokémon auch direkt noch einmal persönlich mit, indem sie unter das Sofa blickte. Anschließend stieg sie in ihre Schuhe und schlüpfte aus der Tür, damit Dan absperren konnte. So machten sie sich also endlich auf dem Weg. Und während er telefonierte, wurde er von einem Büro zum nächsten durchgestellt, sodass er am Ende gut ein dutzend Leute am Apparat hatte, bis er endlich erfuhr, wer für die Tatortfotos zuständig gewesen war. Als er die Information hatte, hängte er ein – er war schon jetzt ziemlich genervt und dabei waren sich noch nicht einmal beim Tatort angekommen. Schnell steckte er das Telefon ein, um sich dann endlich eine Zigarette anzuzünden. Hier draußen in dieser Wüste war aber auch das keine Befriedigung, da die Sonne hier aus unerfindlichen Gründen irritierend stark auf sie herab schien, obwohl die Vegetation in ein paar hundert Metern wieder normal sein würde. Diese Anomalie hier auf Route 4 war schlichtweg grotesk.
So kamen sie dann aber bald auch endlich in Rayono an, wobei Oceana ihn nun schon gefragt hatte, ob er etwas hatte in Erfahrung bringen können. Er nickte erst stumm, blies den Qualm aus und zog nochmals an der Zigarette.
„Ich weiß, welcher Idiot für die Akte verantwortlich ist.“, gab er dann zurück. Er würde später eine Beschwerde verfassen müssen. Irgendetwas musste er ja mal normgerecht machen. Nun erreichten sie das Wohnegebiet in Rayono City, sodass sie auch alsbald den Tatort in Augenschein nehmen konnten. Er ließ Oceana den Vortritt und diese nutzte das, um ihm beim Gang durch das Haus kurz zu erläutern, wer wo gelegen hatte. Er nickte alles stumm ab, ehe er zur Kenntnis nahm, dass man hier den Garten wohl durch den Flur erreichte. Im Wohnzimmer angekommen sah er sich schließlich etwas genauer um. Oceana hatte eine Vase erwähnt, aber die wurde längst fortgebracht. Es war kaum etwas zu bemerken. Er musterte dennoch alles. Irgendetwas wirkte … komisch. Wenn nicht gar falsch. Er drehte sich etwas, bevor er die Zigarette in seiner Hand ausdrückte und den Stummel samt Asche in einem kleinen Papiertütchen verschwinden ließ, welches er wiederum in der Jackentasche versteckte. Die Möbel – irgendetwas war an ihnen merkwürdig. Aber da horchte er bereits auf, denn Oceana schien etwas gefunden zu haben. Sie erwähnte Blut am Tisch – er nickte, öffnete die Jacke und zog aus der Innentasche einen dieser Wattebausche hervor, die in einem Plastebehälter aufbewahrt wurden und somit steril waren. Er warf ihr den Behälter zu und dazu ein kleines Fläschchen mit destilliertem Wasser, falls sie das Blut etwas anlösen musste.
„Mach vorher ein Foto davon.“, sagte er dann aber noch und sah sich weiter um. Er grübelte – und endlich sah er, was ihn störte. Die Möbel waren verrückt – beinahe alle. Das Sofa zB ging nicht auf den Fernseher, wie es logisch war, sondern auf die Tür, die zum Flur führte. Der Tisch war davor platziert worden. Eine Vitrine stand etwas schräg, der Schatten war ebenfalls schräg, wie er erkannte. Und in der Vitrine standen einige Gegenstände, die man teils als Ramsch, teils als echte Antiquitäten ansehen konnte. Aber alles war leicht verstaubt – nur ein Ring zeichnete sich ab. Er trat näher heran, zückte das Handy und schoss auch davon ein Foto. Hier hatte sicher die Vase gestanden – die Vitrine aber war geschlossen, das hieß, dass das Gemetzel nicht durch das Eintreten des Täters ausgelöst wurde. Sie hatten vielleicht vorher etwas ausdiskutiert. Er wandte sich wieder in Oceanas Richtung. Das Sofa war nur leicht verschoben. Der Tisch sollte den Eindruck erwecken, es stünde richtig. Er schoss ein Foto – dass Oceana darauf zu sehen war, war nun belanglos. Letztlich ging er aber zu ihr und bedeutete ihr, aufzustehen. Als sie das getan hatte, sah er sich den Boden genauer an. Da war dieser Blutfleck, der wohl vom Vater stammen musste. Aber die Flecken passten nicht zusammen. „Das Sofa wurde verschoben – der Tisch auch. Der Tatort um den Vater war arrangiert.“, äußerte er und packte das Sofa, um es zurecht zuschieben.Und es sollte auch funktionieren. Da war eine Kante im Boden, die man als Abdrücke der Couch werten konnte. Als er das Sofa also wieder gerichtet hatte, tat er selbiges mit dem Tisch. Er nickte, als er das abschließende Bild betrachtete. „Der Täter wollte wohl den Eindruck erwecken, er wäre hineingekommen und hätte sofort begannen, auf den Vater einzuschlagen – aber die Ausrichtung des Sofas und des Tisches waren falsch. Also musste er sie der Situation anpassen, die er zu erschaffen gedachte. Dann würde man vielleicht ausschließen, dass es ein bekannter der Familie war – oder gar ein enger Freund.“, führte er dann aus, bevor er abermals ein Foto schoss – oder besser gesagt, mehrere. Dann steckte er das Handy weg. „Ich sehe mir den Garten an.“, sagte er dann und lief den Flur zurück hinaus in den Garten. Hier gab es leichte Blutspuren, es hatte in letzter Zeit nicht geregnet, weshalb sie nicht fort gewaschen wurden. Auch die fotografierte er. Er folgte der Spur hin zu einigen Büschen. Unter den Blättern klebte eine größere Menge Blut – er hatte bereits einweghandschuhe übergezogen, um das Geäst etwas hochschieben zu können. Er nahm ebenfalls eine Blutprobe. Hier hatte sicher das Wablu gesessen. Er sah sich um, während er hier in der Hocke saß – war das da hinten Erbrochenes? Sofort schloss er die Augen und rieb sich den Nasenrücken. Das war hoffentlich nicht Oceanas Hinterlassenschaft. Wäre aber durchaus logisch, wie sonst hätte sie das Wablu entdecken sollen? Er seufzte. So viel also dazu. Er überlegte, während er auch den Busch fotografierte. Wenn sie es geschickt anstellten, konnten sie gegenüber den Kollegen äußern, dass das Pokémon des Hauses hatte fliehen können. Der Trubel hatte es vielleicht zu sehr aufgescheucht und deshalb konnten sie es nicht einfangen oder hatten es gar gesehen. In der Nachbarschaft war kein blutverschmiertes Pokémon gesichtet worden, natürlich – vielleicht war es einfach gut darin, sich zu verstecken. Oder jemand hatte sich dessen angenommen – jemand, der nicht Oceana Finnley hieß und damit wissentlich einen Fehler begangen hatte. Das würde so kompliziert werden …

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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Mo Dez 05, 2016 7:11 pm

Post #022 xx Wohngebiet xx Rayono City xx Dan


Vielmehr, als dass er nun wusste, wer für die grauenhafte Akte verantwortlich war, gab er nicht preis. Und Oceana würde auch nicht weiter nachfragen. Wahrscheinlich wollte er es ihr einfach nicht sagen, da es sie vielleicht auch gar nichts anging. Im Endeffekt spielte es keine Rolle, denn sie hatte genauso Fehler gemacht wie derjenige, der den Bericht verfasst hatte. Insofern beließ sie es auch dabei und sie verfielen wieder in ein für Oceana sehr unangenehmes Schweigen, bis sie endlich vor dem Haus des Geschehens angekommen waren. Dan ließ ihr den Vortritt und als sie schließlich im Flur stand, fing sie auch sogleich an, ihm Bericht zu erstatten. So landeten die beiden schließlich auch im Wohnzimmer, wo sie damit anfingen, den Tatort näher zu untersuchen. Oceana fand einen Blutfleck am Tisch und teilte dies auch sogleich Dan mit, der ihr daraufhin einen Wattebausch in einem Plastikbehälter zuwarf, den Oceana auffing. Im ihrem Viso-Caster schoss sie zuvor noch ein Foto von der Stelle, so wie Dan es auch erwähnt hatte - sie hätte es tatsächlich vergessen ... - und strich dann mit dem Wattebausch über die Blutstelle, kurz bevor sie diesen dann wieder in den Behälter gleiten ließ. Vielleicht konnte das Labor ja etwas damit anfangen.
In der Zwischenzeit war Dan wohl auch zu einem Entschluss gekommen, von dem Oceana noch nichts ahnte. Als er zum Tisch kam, schoss er sogleich ein Foto davon, ohne abzuwarten, dass Oceana überhaupt erst aufstand und zur Seite trat. Sie war nun also mit auf dem Foto, mit einem wahrscheinlich nicht sonderlich tollen Gesichtsausdruck. Sie fragte sich, was das genau sollte, bekam dann aber die Ansage, dass sie aufstehen sollte - was sie ohne zu zögern, wenn auch fragend, tat. Nachdem Dan den Boden etwas genauer betrachtet hatte, teilte er Oceana auch endlich mit, was ihm durch den Kopf gegangen war. Angeblich war sowohl Sofa als auch Tisch verschoben, nur wusste Oceana nicht ganz, wie er darauf gekommen war. Es sah doch eigentlich alles recht normal aus, oder? Wenn man von dem Blut einmal absah natürlich. Oceana sah Dan also dabei zu, wie er Tisch und Sofa in die angeblich richtige Position rückte und als er schließlich damit fertig war, erkannte auch Oceana, dass die vorherige Position nicht richtig gewesen sein konnte. Einkerbungen im Boden deuteten darauf hin, dass die Couch genau so gestanden haben musste, wie sie nun stand und auch die Blutflecken auf dem Boden ergaben so noch mehr Sinn als zuvor. Ihr wäre also erneut ein Beweis entgangen. Wie sollte sie diesen Fall überhaupt irgendwie lösen können, wenn ihr solch wichtige Dinge nicht auffielen? Wütend über sich selbst, was sie jedoch nicht zu zeigen gedachte, lauschte sie den Worten ihres Teamleiters. Dieser war zu dem Schluss gekommen, dass der Täter wohl den Eindruck hatte erwecken wollen, als habe er direkt begonnen, auf den Vater einzuschlagen, doch da die Position des Sofas und des Tisches nicht passte, musste er die Situation seinen Wünschen anpassen. So wollte er verdecken, dass es sich um einen Bekannten oder einen engen Freund der Familie handelte. Fassungslos starrte Oceana Dan daraufhin lediglich an. Auch Nyssa hatte aufgehört, nach wichtigen Dingen zu suchen und sah zu Dan rüber - beide konnten es nicht fassen, dass ein Bekannter dieser Familie etwas derartiges angetan hatte. Das war noch schrecklicher, als sie gedacht hatte! Die Familie hatte dem Mörder vertraut, der dieses Vertrauen schamlos ausgenutzt hatte. Innerlich atmete Oceana tief ein, bemühte sich aber wirklich, sich ihren Schock nach außen hin nicht anmerken zu lassen. Inwiefern das funktionierte, vermochte sie allerdings nicht zu sagen.

Glücklicherweise verkündete Dan auch sogleich, dass er sich nun den Garten anschauen würde, sodass Oceana mit dieser neuen Erkenntnis vorerst allein gelassen wurde. Doch schon Sekunden später fiel ihr ein, warum sie überhaupt in den Garten gegangen war, als sie bei der ersten Tatortbesichtigung dabei war. Ein weiteres peinliches Erlebnis stand ihr also bevor. Heute war definitiv nicht ihr Tag...am liebsten würde sie in die Knie gehen, sich durch die Haare fahren oder schreien, doch sie tat nichts von alledem. Stattdessen sah sie rüber zu Nyssa und versuchte sich an einem Lächeln. Dieses jedoch scheiterte kläglich, woraufhin das Psiaugon seine Trainerin aufmunternd ansah. Dann aber wandte es sich direkt wieder dem Schrank zu, vor dem es gestanden hatte und den es untersucht hatte, bevor Dan seine Gedanken mitgeteilt hatte. Oceana stand leider zunächst einfach nur im Raum und sah auf den Blutfleck am Boden, der vom Vater stammte. Dann sah sie sich einmal komplett um, betrachtete jedes Möbelstück und jedes Bild, das an den Wänden hing. War vielleicht einer dieser Menschen der Täter? Sie entdeckte die Opfer - eine glückliche Familie. Eltern, die ihr Kind sehr geliebt haben mochten. Mehrere Familienfotos hingen an den Wänden, doch dazwischen waren auch welche von vermutlichen Freunden der Eltern zusammen mit diesen. Ein Bild zeigte den Vater, der neben einem Grill stand. Neben ihm ein in etwa gleich alter Mann, der dem Familienvater freundschaftlich die Hand auf die Schulter gelegt hatte. Ein anderes Bild zeigte das kleine Mädchen auf einem Fahrrad. Sie lächelte in die Kamera und wurde von hinten von der Mutter angeschubst. Nie wieder würden diese drei Menschen solch schöne Momente erleben. Und der Täter würde dafür büßen! »Wir werden ihn finden.« murmelte Oceana zu sich selbst und machte sich wieder an die Arbeit. Wenn sie nur herum stand und sich Bilder ansah, würde ihnen das auch nicht weiter helfen. Andererseits konnte der Täter auf einem der Bilder sein...da war zum Beispiel ein Familienfest abgebildet gewesen. Mehrere Menschen saßen an einem großen Tisch draußen im Garten und lachten in die Kamera. Vielleicht befand sich der Täter unter ihnen? Oceana nahm sich vor, sich die Gesichter gut einzuprägen und rief während ihrer weiteren Suche noch einmal jede Person ins Gedächtnis, damit sie sie nicht vergaß.
Plötzlich hörte sie den Ruf ihres Pokémon und sah in ihre Richtung, um zu erkennen, was das Psiaugon denn auf einmal hatte. Es deutete auf eine Stelle direkt unter dem Fernseher und so ging Oceana darauf zu. Sie inspizierte die Stelle, konnte aber zunächst nichts erkennen - bis sie in einer Ecke etwas funkeln sah. Worum es sich dabei wohl handelte? Die Handschuhe übergezogen, griff sie nach dem Gegenstand und hielt sogleich einen runden Edelstein in Händen. Doch er sah nicht aus wie der üblichen Edelstein, es war weder ein Diamant, noch ein Rubin und nichts, was Oceana schon einmal gesehen hätte - ob nun aus Büchern, dem Fernseher oder in Natura. Sie drehte den Stein in der Hand, konnte aber auch weiterhin nichts damit anfangen. Vielleicht hatte der Täter ihn ja haben wollen? Er schien von großem Wert zu sein und damit wohl sicher ein Beweisstück...oder konnte man ihn der Familie vielleicht direkt wieder geben? Oceana untersuchte ihn nach Fingerabdrücken, konnte aber keine erkennen und auch Blutspuren gab es keine. Trotzdem würde sie den Stein sicher nicht einfach in ihrer Tasche verschwinden lassen. Vielleicht war jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, nach draußen in den Garten zu Dan zu gehen - und sich erneut sein wahrscheinlich zorniges Gesicht anzusehen, da sie sich im Garten übergeben hatte. Nichts, worauf sie sich freute, aber früher oder später würde sie ihm sowieso wieder gegenübertreten müssen. »Das werden wir mal Dan zeigen, vielleicht kann er ja etwas damit anfangen.« sprach sie zu Nyssa und verließ das Wohnzimmer sogleich, ihr Psiaugon folgte ihr auf dem Fuß.

Im Flur angekommen nahm sie dann jedoch eine Bewegung im Augenwinkel wahr und sie sah blitzschnell zur Tür, in der ein Mann erschien - war er nicht auch auf einem der Fotos gewesen? "Was tun Sie hier? Sie dürfen hier nicht rein!" fing er an zu sprechen und ging direkt einen Schritt auf Oceana zu. Nyssas Augen fingen an zu glühen, sie war bereit, einzugreifen falls nötig. »Ich arbeite bei der RPV und bin sehr wohl befugt, hier zu sein - Sie hingegen müssen den Tatort sofort verlassen!« Sie konnte nur hoffen, dass er keinen Ärger bedeutete. "Ich...bin ein Freund der Familie. Haben Sie den Mörder schon geschnappt?" fing er dann erneut an zu sprechen, ohne das Haus auch nur ansatzweise zu verlassen. »Nyssa, holst du bitte Dan?« flüsterte sie ihrem Psiaugon zu, bisher glaubte sie nicht, dass Gefahr von dem Mann ausging. Auch wenn er natürlich in ihren Augen ein Verdächtiger war. »Wir tun was wir können, aber Sie müssen jetzt gehen.« wiederholte sie ihre Worte, doch der Mann sah nur zu dem Stein in ihrer Hand. Seine Augen wurden groß, nur unmerklich und kurz, doch Oceana hatte es bemerkt - was ihr Misstrauen noch verstärkte. Allerdings ging sie nicht davon aus, dass dieser Mann, wer immer er auch war, sie jetzt und hier angreifen würde. "Dieser Stein - er ist etwas Besonderes." Das hatte Oceana tatsächlich auch schon selbst gewusst oder zumindest geahnt. Offensichtlich wusste der Mann etwas darüber - und Oceana wurde das Gefühl nicht los, dass er ihn haben wollte. War er deshalb hergekommen?


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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Mo Dez 05, 2016 8:08 pm

Dan Chapell


#016 // Oceana Finnley


Während er die Möbel umgerückt hatte und seine Vermutung zum Besten gab, sah Oceana ihn einen Augenblick lang unverständlich an. Sie schien wohl nicht ganz zu begreifen, woran er es gesehen hatte – aber sei's drum, da würde sie schnell genug hinter steigen. Daher ließ er sie und ihr Psiaugon Nyssa auch im Haus allein und begab sich indes in den Garten, den er von oben bis unten in Augenschein nahm. Neben den Blutspuren und Oceanas … Hinterlassenschaft entdeckte er aber nichts, was sonst noch auffällig war. Dennoch ging er nicht sofort wieder herein, sondern wanderte im Garten auf und ab. Er grübelte – natürlich interessierte ihn der Fall, aber gerade spukte ihm vor allem die Frage im Kopf herum, wie er Oceana aus dieser Sache wieder raus holte. Selbst wenn sie den Fall lösen konnten, so mussten sie am Ende der Familie mitteilen, dass Oceana das Wablu an sich genommen hatte. Diese würde es somit wohl wieder in Obhut nehmen – und hatte so die Möglichkeit, die Abteilungsleitung davon in Kenntnis zu setzen.
Die Blutspuren im Garten waren einfach zu erklären – dass das Wablu offiziell einfach geflohen war, würde wohl geglaubt werden. Alles andere gestaltete sich definitiv schwieriger, als erwartet. Wenn er so darüber nachdachte, würde es den Fall wohl tatsächlich einfacher gestalten, wenn alle von dem kleinen Pokémon wussten – vielleicht erkannte es den Täter.
Apropos Täter – wenn die Blutspuren an den Blättern nicht schon zu mitgenommen waren, würden sie damit vielleicht herausfinden können, mit wessen Blut das Wablu getränkt war. Solange überhaupt etwas nachgewiesen wurde, konnte man wohl auch das Wablu offen herzeigen und behaupten, Oceana hätte die Probe von dem Pokémon genommen und es erst dann gewaschen und somit lediglich vergessen zu erwähnen, dass sie es direkt mitgenommen hatte. Dan seufzte.
„Wie hat sie es überhaupt geschafft, mit einem blutverschmierten Pokémon an allen anderen vorbeizukommen?“, murmelte er finster. Das mussten echt absolute Anfänger gewesen sein. Ob irgendjemand ihnen eines auswischen wollte mit einem Fall, den sie nicht lösen konnten? Manchmal waren vorgesetzte ja so. Und wenn er darüber nachdachte, hatte er Oceana ja genau die gleiche Pistole auf die Brust gesetzt. Dabei wollte er ursprünglich nie zu einem solch strengen Polizisten werden, was seine Kollegen anging …
Letztlich wurde er aber von Nyssa aus seinen Gedanken gerissen – zum Glück, musste man da sagen. Sonst hätte er wohl noch am nächsten Morgen hier herum gestanden. Nun aber blickte er zu dem Psiaugon herab, das ihn am Bein berührt hatte.
„Ist was passiert?“, fragte er direkt mit ernstem Ton und Nyssa deutete ins Haus. Glühten ihre Augen? Dan lief sofort festen, eiligen Schrittes zum anderen Ende des Gartens und trat wieder in den Flur hinein. Dort angekommen erblickte er augenblicklich, weshalb Nyssa ihn geholt hatte – ein Mann war einfach ins Haus getreten und Oceana schien wohl gerade zu versuchen, ihn zum gehen zu bewegen. Zuerst aber folgte er dem Blick des Fremden, der auf Oceanas Hand ging – die hielt darin gerade einen funkelnden Stein, der doch recht groß war. Schnell glitten seine Augen zu dem Fremden zurück.
„Ich muss Sie dazu auffordern, diesen Ort augenblicklich zu verlassen. Dies ist ein Tatort und Sie haben als Zivilist keinerlei Befugnisse, unsere Absperrungen zu überschreiten.“, begann Dan sofort ernst und kühl zu sprechen, wobei der Mann seinen Blick auf ihn lenkte. Dan zog dabei einen Block aus der Jackentasche, deutete dann aber zur Tür. „Begleiten Sie mich nach draußen.“, führte er weiter aus, wobei er den Eindringling – als solchen sah er diesen Mann gerade – förmlich aus de Haus heraus schob. Als dieser letztlich stehen blieb, zückte Dan außerdem einen Stift. „Ich hätte dann gerne Ihren Personalausweis, und zwar eiligst. Keine Ausflüchte, kein Genörgel. Was wollten Sie hier überhaupt?“, fuhr er fort, wobei er dem Mann keinerlei Zeit ließ, ihm zu antworten. Der sah ihn teils verdattert, teils zornig an – und während er murmelnd seinen Personalausweis aus seiner Jackentasche fummelte, blickte Dan über die Schulter und gab Oceana mit kurzen Handbewegungen zu verstehen, dass sie den Stein erst einmal einpacken sollte. Nicht, dass sich dieser Fremdling noch auf sie stürzte, so gierig, wie er das Teil angesehen hatte. Schließlich erhielt er den Personalausweis und während der Typ zu plappern begann, notierte er sich alle wichtigen Informationen.
„Ich habe gesehen, dass die Tür offen stand, und da wollte ich einfach sicher gehen, dass hier niemand ist, der irgendetwas plündern will! Ich meine, das gehört sich doch so, schließlich waren das meine Freunde. Schon schlimm genug, was passiert ist aber die Toten sollte man nicht noch durch Raub entehren!“, begann dieser Mann, Carter Willum, zu erklären, wobei er ausladende Gesten tätigte. Sein Unterton war außerdem bissig, schien ihm wohl nicht zu gefallen, dass es nun Dan war, der sich mit ihm beschäftigte und nicht Oceana, die doch das hübsche Steinchen in Händen hielt. Davon abgesehen sah er auch auffällig oft über Dans Schulter hinweg ins Haus hinein, bis Dan schließlich laut schnipste, um seine Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. „Wie stehen denn die Ermitt-“, begann er, doch Dan schnitt ihm direkt das Wort ab.
„Egal, was Sie gesehen oder gehört haben mochten oder ob Ihnen vielleicht auch flimmernde, glitzernde Peppeck geflüstert haben, dass hier irgendetwas untypisch ist, so liegt es nicht in Ihrem Recht, einfach so ein anderes Grundstück zu betreten und erst recht keinen Tatort. Wenn Sie also gesehen haben, dass eine Tür geöffnet ist, dann rufen Sie die Polizei oder die RPV an und teilen es den dafür zuständigen Beamten mit – also mir –, dass sie etwas stört und trampeln nicht einfach ins Innere. Punkt eins.
Punkt zwei – wenn Sie da drinnen jetzt irgendetwas angefasst, verschoben oder sonst irgendwie beschädigt haben, haben Sie auch den Tatort verunreinigt und wenn ich bemerke, dass dem wirklich so ist, dann werde ich Ihnen das reinwürgen.
Womit wir zu Punkt drei kommen – völlig egal, wie sehr Sie all das hier interessiert, wenn Sie mir oder meiner Kollegin noch einmal Fragen zu dem Fall stellen, werde ich mich auch dafür erkenntlich zeigen – denn all das fällt unter das Thema Berufsgeheimnis.
Ich weise Sie hiermit noch einmal darauf hin, dass sie hier auf dem Grundstück nichts verloren haben. Sie werden kein Wort darüber verlieren und keine Fragen mehr stellen. Sollten Sie meine Anweisung zuwider handeln, fühle ich mich in der Verantwortung, sie wegen Behinderung von Beamten festzusetzen. Klärchen?“
, sprach er dann eisig. Und als er endete, schnitt er Carter Willum abermals das Wort ab. „Schön, dass wir das geklärt haben – nun verschwinden Sie bitte endlich in ihr eigenes Heim und lassen uns unsere Arbeit machen.“
Während er redete, ging er noch einmal alles durch – laut der im Personalausweis aufgeführten Adresse handelte es sich bei dem Mann um einen Nachbarn, er wohnte nur ein paar Meter die Straße herunter. Er trug einfache, alltagstaugliche Kleidung, allerdings keine Socken, sondern steckte baren Fußes in schnell angezogenen Latschen. Das bedeutete wohl, dass er nicht gerade vorbei gekommen war, sondern von sich aus hierher kam, denn von seinem Haus aus hatte er wohl kaum etwas sehen können, außer vielleicht, dass Dan und Oceana hier angekommen waren. Außerdem missfiel ihm, wie der Kauz Oceanas Fund angesehen hatte, den musste er sich also dringend genauer ansehen. Nun aber musste erst einmal dieser Typ verschwinden, vorher würde er jedenfalls nicht von dieser Stelle weichen.

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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Di Dez 06, 2016 3:43 pm

Post #023 xx Wohngebiet xx Rayono City xx Dan


Oceana war sich nicht klar darüber, ob der Mann überhaupt wusste, dass er sich unbefugt in einem Haus aufhielt – seine Worte ließen eigentlich durchaus darauf schließen, seine Handlungen jedoch eher weniger. Und dass er Oceana die ganze Zeit über auf die Hand – oder eben vielmehr auf den Stein darin - starrte, machte die Lage auch nicht besser. Nur gehen wollte er scheinbar auch nicht – irgendetwas sstimmte doch nicht mit ihm! Nyssa beeilte sich so, Dan zu holen und berührte diesen am Bein, damit er auf sie aufmerksam wurde. Ihre glühenden Augen waren ihm wohl Hinweis genug, sodass er sich beeilte, wieder ins Haus zu kommen. Nyssa folgte ihm natürlich und stand schnell wieder neben Oceana, um sie zu schützen falls nötig. Sie hatte zwar versucht, den Mann zum Gehen zu bewegen, war aber froh, dass Dan auftauchte und das Sprechen übernahm. Auch er sagte noch einmal, dass der Mann das Haus sofort zu verlassen hatte und nicht befugt war, es überhaupt erst zu betreten. Ohne zu zögern drängte Dan ihn förmlich nach draußen, während er bereits Stift und Papier hervor holte, um sich Notizen machen zu können. Er forderte den Personalausweis es Fremden und verlangte zu wissen, was er überhaupt am Tatort trieb. Zeit zum Antworten ließ er ihm allerdings nicht. Oceana beobachtete das Ganze vom Flur aus und bemerkte sehr wohl, dass der Mann noch immer in ihre Richtung starrte, bis er schließlich leise murmelnd seinen Personalausweis aus seiner Jacke hervor holte. Erfreut schien er darüber nicht zu sein, aber er hatte hier eben einfach nichts verloren! Während der Mann in seine Jackentasche griff, sah Dan kurz über die Schulter zu Oceana hin und gab ihr rasche Handbewegungen, die Oceana insofern deutete, dass sie den Stein einpacken sollte. Er erlaubte ihr also etwas vom Tatort in ihre Tasche zu stecken? Sie war sich nicht ganz sicher und sah fragend zu Nyssa, die daraufhin jedoch nickte. Also ließ sie den Stein tatsächlich in ihre Tasche gleiten, mit der festen Absicht, ihn dort wieder hervor zu holen, sobald der Typ verschwunden war. Der jedoch schien gerade in Redeschwall gekommen zu sein. Angeblich wollte er nur sicher gehen, dass niemand etwas aus dem Haus plündern wollte, da hier schließlich seine Freunde gewohnt hatten. Oceana hatte es also tatsächlich richtig vermutet. Da Dan aber zu dem Schluss gekommen war, dass ein Freund der Mörder sein konnte, war Oceana nicht beruhigt mit ihrer Erkenntnis. IIm Gegenteil, sie fragte sich, ob dieser Mann vielleicht sogar der Mörder war. Nyssa spürte die Anspannung, die von Oceana ausging und berührte sie sanft am Bein, woraufhin Oceana lächelnd zu ihr hinab sah. Jedoch wollte sie den Mann nicht allzu lange aus den Augen lassen und ihn genau beobachten, weshalb sie schnell wieder zu ihm aufsah.
Es verschaffte ihr schließlich doch ein wenig Genugtuung, als Dan den Mann wieder einmal unterbrach und letztlich er derjenige war, der mit dem Reden nicht aufhören konnte. Es war fast so wie bei ihm im Büro, als er ihr eine Regel nach der anderen herunter gerattert hatte, ohne sie auch nur einmal zu Wort kommen zu lassen. Nur dass er dieses Mal auch noch wütend war - und zwar nicht auf Oceana, sondern auf den Mann, der unbefugt ins Haus eingedrungen war. Sie war zwar kein schadenfroher Mensch, doch es erleichterte sie zu sehen, dass Dan nicht nur mit ihr so umging. Es war wahrscheinlich einfach seine Art und wenn Oceana ehrlich war, benötigte man die auch dringend in diesem Job. Wenn man Einbrecher oder sonstige Verbrecher irgendwie zu Wort kommen ließ, wo es nicht angebracht war, führte das nur zu Ärger. Und auch, wenn man ernste Worte zu sprechen hatte, hatte es einen weitaus besseren Effekt, wenn man seinen Worten jene Ernsthaftigkeit mitgab, ohne Widerworte zuzulassen. Trotzdem war es weniger angenehm, wenn man derjenige war, der die Worte zu hören bekam...
Der Mann allerdings schien dadurch durchaus verstanden zu haben, dass er weder erwünscht war, noch überhaupt hier sein durfte und er traute sich auch nicht mehr, noch irgendetwas dazu zu sagen - obwohl sich Oceana sicher war, dass ihm etwas auf der Zunge lag. Nur einen kurzen Blick ließ er noch in Oceanas Richtung schweifen, scheinbar auf der Suche nach dem Stein, der sich jedoch nicht mehr in Oceanas Hand befand. Ein wenig enttäuscht wirkte er durchaus, aber auch wütend, was Oceana allerdings nicht so recht zu deuten wusste. Grummelnd machte er kehrt und ging wohin auch immer, wodurch sich Oceana ein wenig entspannen konnte. Trotzdem lastete noch der Durck des Falles auf ihr, der über ihre Karriere entschied. Würde sie ihn überhaupt lösen können? Oceana verdrängte den Gedanken und ging auf Dan zu, Nyssa folgte ihr wieder einmal. »Danke. Wie hieß er?« wollte Oceana schließlich von ihm wissen, nachdem sie sich für seine Hilfe bedankt hatte. Der Mann wäre bei ihr wahrscheinlich nicht in hundert Jahren verschwunden...an ihrem Auftreten musste sie wohl noch üben. »Ich habe ihn auf einem der Bilder gesehen, die im Wohnzimmer hängen. Ich glaube, dass er durchaus eng mit den Opfern befreundet sein könnte.« fuhr sie fort, dann öffnete sie ihre Tasche jedoch wieder und holte den Stein daraus hervor. Jetzt, da der Mann verschwunden war, gab es keinen Grund mehr, ihn noch weiter in ihrer Tasche zu verstecken. »Nyssa hat ihn unter dem Fernseher gefunden. Ich weiß nicht, was das für ein Stein ist, aber er sieht wertvoll aus.« Oceana reichte Dan den Stein, der nicht gerade klein war und hoffte, dass er irgendetwas damit anfangen konnte. Vielleicht hatte der Mörder jenen Stein gesucht und als die Familie ihn nicht hergeben wollte, war seine Geduld gerissen und er hatte kaltblütig auf sie eingeschlagen. Möglich war es durchaus und so sollte dieser Stein auf keinen Fall in falsche Hände geraten, ganz gleich, ob die Vermutung stimmte oder nicht. Hier liegen lassen würde sie ihn jedenfalls nicht.
Erst jetzt fiel Oceana ein, dass Dan ja im Garten gewesen und wahrscheinlich ihre Hinterlassenschaft entdeckt hatte - überaus peinlich, wie Oceana fand, doch sie zwang sich, ihrem Teamleiter weiter ins Gesicht zu sehen. Vielleicht würde er ja nichts dazu sagen und die Sache auf sich beruhen lassen? Sie hoffte es so sehr, glaubte es aber nicht wirklich. Zumindest Nyssa stand an ihrer Seite - ihre Augen hatten mittlerweile auch aufgehört zu glühen, was wohl ein gutes Zeichen dafür war, dass vorerst keine Gefahr drohte.


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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Di Dez 06, 2016 4:58 pm

Dan Chapell


#017 // Oceana Finnley


So schnell, wie der Fremdling ins Haus gekommen war, so schnell hatte Dan ihn auch bereits wieder nach draußen gedrängt. Man konnte ihm ja vieles nachsagen, aber gewiss nicht, dass er sich bei der Untersuchung eines Tatortes stören ließ oder zimperlich mit Eindringlingen umsprang. Genau diese Einstellung machte er durch Wortwahl und Auftreten auch ganz klar deutlich und Carter Willum begriff schnell, woran er war. Dass Dan ihn nicht einmal aussprechen ließ, schien an seinem Ego zu kratzen – welch Glück, dass der Polizist besonders scharfe Klauen hatte. In jedem Fall reichte die Ansage, damit der ach so gute Nachbar sich schnell wieder verzog, sobald er enttäuscht, vielleicht wütend, festgestellt hatte, dass Oceana den Stein nicht mehr in Händen hielt. Sobald er endlich in seinem eigenen Haus verschwunden und damit weit außerhalb ihrer momentanen Reichweite war, traten Oceana und ihr Psiaugon Nyssa an seine Seite. Als sie ihn ansprach, wandte er sich ihr endlich zu – er setzte darauf, dass dieser Kerl nicht wieder aus dem Haus kam. Zuerst bedankte sich die Blauhaarige bei ihm, was er schlichtweg abtat – das gehörte zum Job und auch wenn der Großteil ihrer Kollegen es wohl nicht so wahrnahm, bemühte sich Dan darum, dass es seinem Schützlingen an nichts mangelte. Und dazu gehörte, dass er ihnen aus unliebsamen Situationen heraus half, besonders dann, wenn sie noch nicht allzu lange im Geschäft waren. Dann fragte sie, wie er denn hieß. Dan steckte den Block samt Stift wieder ein, während er ihr antwortete.
„Carter Willum.“, lautete seine knappe Antwort, ehe er ihr weiter lauschte. Oceana erklärte, dass sie diesen Nachbarn auf einigen Bildern gesehen hatte, er wohl damit tatsächlich zum Freundeskreis der Familie zählte. Durchaus verdächtig, wenn man bedachte, zu welchem Schluss Dan gekommen war. Schließlich aber holte Oceana diesen Stein aus ihrer Tasche und händigte ihm diesen aus, sodass er ihn in Augenschein nehmen konnte. Er hielt ihn sich vor die Augen, um ihn im fahlen Licht begutachten zu können. Indes erklärte Oceana, dass Nyssa diesen Klunker unter dem Fernseher entdeckt hatte und sie ihn als wertvoll erachtete. Er nickte leicht. Er hatte eine vage Vorstellung, was das sein konnte, allerdings war er auf diesem Gebiet alles andere als bewandert. Da seine blauhaarige Kollegin auch nichts zu wissen schien, holte er kurzerhand seinen Visocaster aus der Jackentasche, schoss ein Foto und verschickte dieses.
„Wir werden gleich herausfinden, was das ist. Solange gehen wir aber besser wieder rein.“, sprach er dann, wobei er den Stein sinken ließ und ins Haus trat. Auf dem Weg hinein tauschte er den Visocaster gegen sein Handy aus – er hasste es, nicht über eben jenes telefonieren zu können. Daher wählte er so die passende Nummer. Er blieb schließlich im Flur stehen, weil nach kurzer Zeit bereits abgehoben wurde. Die gewohnt schrille Stimme meldete sich augenblicklich zu Wort und Dan hatte es sichtlich schwer, gegen den Redeschwall der Person anzukommen, die auf der anderen Seite der Leitung war.
„Jetzt bleib doch mal ruhig!“, schimpfte er schließlich nach einigen vergeblichen Versuchen, sodass endlich Stille einkehrte. „Du hast das Foto bekommen, dass ich dir geschickt habe, ja? … Gut, ich will, dass du nachsiehst, was das für ein Stein ist. … Ja, natürlich sofort!“, sprach er – und seufzte dann schließlich. Dieser Quälgeist – wenn er nicht wüsste, dass sie Ahnung davon hatte, würde er sie nach Möglichkeit niemals direkt anrufen. Leider steckte hinter diesem quietschigen Weibsbild auf der anderen Seite aber eine Art verstecktes Genie, das man immer erst unter einem Haufen Kostümen, Süßigkeiten und Unmengen Kitsch hervor kramen musste. Und während eben dieses helle Köpfchen gerade nach der Antwort für ihn suchte, erzählte sie ihm in aller Form, was für tollen Schnickschnack sie die letzten Tage in den Schaufenstern entdeckt hatte. Er ließ es über sich ergehen – er konnte ja ohnehin nichts dagegen machen. Allerdings versuchte er, auf Durchzug zu schalten und musterte stattdessen die Einrichtung des Flures etwas genauer, ab und zu auch Nyssa, die sich bereits als sehr aufmerksames Pokémon erwiesen hatte, und Oceana, die es wohl schwer hatte, die Last dieses Falles zu tragen.
Dann, endlich, schien eine Lösung gefunden zu sein. Oder eher das Wissen darüber, was das Psiaugon entdeckt hatte.
„Mhm. Verstehe. … Und für welches?“, fragte er dann weiter, während er den Blick wieder auf den Klunker richtete. „Hast du 'ne Ahnung, wie schwer man an die dran kommt? … Mhm. … Sie ließen sich also gut auf dem Schwarzmarkt verscherbeln. … Verstehe. … Ja, ist gut jetzt. Setz dich wieder an deinen Fall. … Ja. … Nein, ich bringe gewiss keine Kekse mit, sobald ich auf dem Rückweg bin! Jetzt mach deine Arbeit!“, wechselte er die Worte mit dem Weibsbild auf der anderen Seite, wobei sein Ton zum Ende hin deutlich schneidender wurde und er schließlich einfach auflegte. Dann steckte er das Handy weg und rümpfte die Nase – herje, die Tage, in denen er sie einem Fall zuweisen konnte, um den er sich nicht zu kümmern brauchte, waren stets deutlich erholsam. Allerdings bedeutete das auch, dass er sich anschließend einen Vortrag anhören durfte, der über Stunden hinweg ging. Bei der Frau, die er angerufen hatte, handelte es sich nämlich um ein weiteres Mitglied seines Teams, nur dass dieses eben alles andere als leicht zu handhaben war. Er betrachtete sie gerne als seine eigene Prüfung, denn sie wurde ihm zugeteilt, als er gerade selbst erst Teamleiter geworden war. Und er war sie seitdem auch nicht wieder losgeworden. Tröstlich war nur, dass sie wenigstens ihren Job mit vorzeigbaren Ergebnissen machte.
Jetzt aber war nicht die Zeit, über den Quälgeist nachzudenken. Er drehte sich also Oceana zu und warf ihr den Stein entgegen.
„Es ist ein Megastein – aber nicht irgendeiner, sondern ein Altarianit. Er war sicher für das Wablu gedacht, das du mitgenommen hast – behalte ihn also, bis wir ihn der Familie zurückgeben können.“, erklärte er dann. Wenn sie das Wablu hatte, war der Stein vorerst auch bei ihr besser aufgehoben. Außerdem würde dieser Nachbar, Carter Willum, sicher nicht auf die Idee kommen, dass Dan den Klunker bei seinem Schützling ließ. Und vielleicht half es dem Flugpokémon sogar, wenn es etwas hatte, was es kannte. Dann konnten sie es vielleicht doch nutzen, um den Täter ausfindig zu machen. Obwohl seine Hoffnung dahingehend verschwindend gering war.
Nun aber war das nebensächlich, sie wollten sich schließlich um den Tatort kümmern.
„Hast du noch etwas entdeckt?“, fragte er daher. „Draußen war abgesehen von den Blutspuren nichts von Belang. Vielleicht können wir das Versteck von dem Wablu irgendwie nutzen.“, fuhr er dann fort, wobei er aber schließlich mahnend die Hand erhob und Oceana einmal ernst anfunkelte. „Solltest du zukünftig übrigens irgendeinen Anblick nicht ertragen, tu mir und dir selbst den gefallen und verlasse das Grundstück im ganzen, ja?“, sprach er dann knapp an, allerdings, ohne eine Antwort zu erwarten. Es sollte nur ein Hinweis sein – das würde man nämlich ab jetzt ihm zur Last legen, da sie zu seinem Team gehörte. Da hier in diesem Haus aber ohnehin einiges schief gelaufen war, sollte es ihm dieses Mal noch egal sein.

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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Fr Dez 09, 2016 7:35 pm

Post #024 xx Wohngebiet xx Rayono City xx Dan


Der Name des Mannes, der unbefugt das Haus betreten hatte; lautete also Carter Willum. Oceana nahm sich vor, sich diesen Namen zu merken und überlegte gleichzeitig, ob er schon einmal befragt worden war. Sie konnte sich an diesen Namen jedenfalls nicht erinnern, aber das sollte nichts heißen, immerhin hatte sie bei diesem Fall bisher keinen einzigen Menschen befragt. Doch das konnte sich nun natürlich ändern , immerhin arbeitete sie nun aktiv an dem Fall und würde so einige Personen befragen müssen, wenn sie den Mörder finden wollte – und kein Glück hatte, ihn direkt ausfindig zu machen. Davon ging sie jedoch nicht aus, denn nichts im Leben war einfach. Und dieser Fall erst recht nicht. Diesen Carter Willum aber hatte sie auf einigen Fotos gesehen, was bedeutete, dass er der Täter sein könnte . Allerdings hatte sie so einige Personen auf den Fotos gesehen, weshalb es auch gut jeder andere sein konnte. Man wusste es eben noch nicht, es galt, es heraus zu finden und das würde schon schwer genug werden. Zunächst verdrängte sie diesen Carter aus ihren Gedanken oder verschob ihn zumindest, um sich wieder auf den Stein zu konzentrieren, wegen dem sie ja eigentlich zu Dan hatte gehen wollen. Sie holte ihn also aus ihrer Tasche und zeigte sie ihm, doch ob er etwas damit anfangen konnte, war Oceana nicht ganz klar. Er begutachtete ihn genau und sie hatte das Gefühl, dass er eine Idee hatte, doch diese teilte er ihr nicht mit. Stattdessen schoss er ein Foto von dem Stein und verschickte es dann an wen auch immer, mit den Worten, dass sie bald wissen würden, um was es sich dabei handelte. »Wem hast du denn das Bild geschickt?« wollte Oceana aus Neugier wissen, zumal sie der Meinung war, dass Dinge, die den Fall betrafen, nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Sie war zwar die letzte, die solcherlei Dinge kritisieren sollte, aber eigentlich ging sie auch nicht davon aus, dass Dan es an irgendjemand xbeliebigen schickte. Vielleicht jemand bei der Polizei, der sich damit auskannte. Oder ein enger Vertrauter seinerseits, den er mit solchen Dingen behelligen konnte. Eine Antwort erhielt Oceana jedoch – noch – nicht. Als sie nämlich ins Haus gingen, zückte Dan sofort sein Handy, um eine Nummer zu wählen. Es wurde sofort abgehoben und das erste, das Dan von sich gab war, dass die Person am anderen Ende doch endlich ruhig bleiben sollte. Einmal mehr fragte sich Oceana, wer die Person wohl war, blieb aber still, während Dan telefonierte. Warum verwendete er dafür nicht eigentlich seinen Viso-Caster? Dass es nicht defekt war bewies die Tatsache, dass er damit noch vor Kurzem ein Foto geschossen hatte. Oceana hatte jedoch nicht vor, jetzt weiterhin darüber nachzudenken, warum er das Handy zum Telefonieren verwendete und beobachtete den Teamleiter lieber, während er stumm blieb und wahrscheinlich auf Ergebnisse wartete. Er wirkte leicht genervt, zumindest hatte Oceana das Gefühl. Einmal mehr fragte sich, wer die Person am anderen Ende der Leitung war. Eine Antwort würde sie allerdings nur dann erhalten, wenn Dan bereit war sie ihr zu geben. Und ob das noch passieren würde, wusste Oceana nicht. Erst einmal musste er das Gespräch beenden, doch es dauerte, länger, als Oceana lieb war also deutete sie Dan mit Handzeichen an, dass sie wieder ins Wohnzimmer gehen würde, um nach weiteren Hinweisen zu suchen.

Dort angekommen sprang ihr der rote Blutfleck auf dem Boden wieder ins Auge, den sie jedoch zu ignorieren gedachte. Würde sie nur darauf starren, würde sie das von anderen Dingen vielleicht ablenken. Also sah sie sich erneut im Raum um – leider konnte sie auch beim Zweiten Hinsehen nicht vielmehr Hinweise finden als zuvor, also beschloss sie, noch etwas gründlicher zu sein. Sie ging zur Vitrine, vor der Dan bereits gestanden hatte, kam aber schnell zu dem Schluss, dass ihr Teamleiter hier schon alles gefunden hatte, was es zu finden gab, also steuerte sie direkt auf eine kleine Anrichten zu, die zwei Schubladen und zwei darunter befindliche Schranktüren besaß. Von außen betrachtete sie diese genauer, konnte auf den ersten Blick aber nichts entdecken. Sie ging in die Hocke, doch auch hier bemerkte sie nichts. Der beste Hinweis war in diesem Zimmer wohl die verrückte Couch gewesen, die jedoch nicht von ihr gefunden worden war. Und natürlich der Stein - den jedoch auch nicht sie gefunden hatte. Oceana fragte sich wirklich, was sie eigentlich hier sollte, wenn es doch immer andere waren, die die wichtigen Hinweise fanden. Freundlicherweise hielt sich Nyssa dieses Mal zurück und konnte ebenfalls nichts mehr entdecken, konzentrierte sich aber auch mehr darauf, dass nicht noch jemand zur Tür herein spaziert kam - bedeutete also, dass sie in der Wohnzimmertür stehen geblieben war und permanent zur Eingangstür starrte. Seufzend erhob sich Oceana wieder, wandte sich um und wollte gerade wieder zu Dan zurück gehen, der - wenn sie richtig gehört hatte - bald mit dem Telefonat fertig sein würde, als ihr eine Schublade ins Auge fiel, die nicht ganz geschlossen war. Etwas hing daraus hervor und so ging sie hin, um sie sich genauer anzuschauen. Sie öffnete sie komplett zu erkannte, dass ihr ganzer Inhalt völlig durcheinander war. Papiere lagen kreuz und quer, ohne besondere Ordnung und auch den Rest würde man wohl nicht so in einer Schublade ablegen. Außer man liebe das Chaos. Vermutlich hatte der Täter nach etwas gesucht - das "etwas" hatten sie ja bereits gefunden und nun war es eigentlich klar, dass der Täter tatsächlich danach gesucht hatte. Nur hatte er eben keine Nyssa bei sich gehabt, die selbst solche Steine in den hintersten Winkeln einer Wohnung finden konnte. Nur zur Kontrolle öffnete sie auch den Schrank von davor noch und erkannte auch darin ein heilloses Chaos. Sie bezweifelte, dass die Familie derartig unordentlich gewesen war - der Rest der Wohnung machte jedenfalls nicht so einen Eindruck. Dennoch, eine wirklich spektakuläre Entdeckung war es nicht, weshalb Oceana kurzerhand zu Dan zurückkehrte, der soeben seine letzten Worte zu der Person am anderen Ende der Leitung sprach.

Jene Person sollte sich wieder an den Fall setzen, wodurch Oceana darauf schloss, dass es sich tatsächlich um einen weiteren Polizisten handeln musste. Nach wie vor wusste Oceana nicht, um wen genau es sich handelte, die Erwähnung von Keksen allerdings ließ sie fragend zu Dan sehen. Meist waren es doch Kinder, die von Erwachsenen Kekse verlangte - jedenfalls keine Arbeitskollegen. Verwirrt darüber, beschloss Oceana doch, es dabei zu belassen und wartete nun auf eine Erklärung seitens des Teamleiters, der ihr diese auch schnell lieferte. Er teilte ihr mit, dass es sich bei dem Stein um einen Megastein handelte, der wahrscheinlich für das Wablu gedacht war. Oceana konnte kaum glauben, dass sie etwas derart wertvolles in Händen gehalten hatte, doch nun wusste sie auch, warum der Täter ihn wahrscheinlich so dringend hatte haben wollte. Man würde bestimmt eine ganze Menge Geld dafür bekommen...überrascht war Oceana schließlich, als Dan ihr die Erlaubnis gab, den Stein zu behalten, bis sie ihn der Familie wiedergeben konnten. »Bist du sicher?« fragte sie vorsichtshalber nach, während sie den Stein entgegen nahm und ihn noch einmal genauer unter die Lupe nahm. Ein Altarianit also. Wahrscheinlich hatten die Eltern ihn als Geschenk für ihre Tochter angesehen. Es war so traurig, dass sie ihn niemals würde bekommen können!
Gedankenverloren und traurig gestimmt ließ Oceana den Stein in ihrer Tasche verschwinden. Bisher hatten sie nur das Wohnzimmer und den Garten durchsucht, aber das Haus hatte noch wesentlich mehr Räume. Doch zunächst kam von Dan die Frage, ob sie noch irgendetwas gefunden hatte. Oceana schüttelte zunächst den Kopf, erläuterte dann jedoch noch einmal genauer. »Nichts allzu Wichtiges. Wie ich vermutet hatte, hat der Täter wohl nach etwas gesucht - die Schubladen waren durchwühlt, aber sonst konnte ich nichts entdecken. Vielleicht gibt es oben noch mehr Hinweise.« meinte Oceana dann und hörte sich schließlich noch an, was Dan über den Garten zu sagen hatte. Da waren sie leider doch wieder bei dem Thema angekommen, dass sie eigentlich hatte vermeiden wollen. Aber vielleicht ging er ja wirklich nur auf die Beweise ein? Zunächst schien es so, denn er erläuterte, dass draußen nichts von Belang war, wenn man von den Blutspuren einmal absah. Und dass sie das Versteck des Wablu eventuell nutzen konnten. Oceana fragte sich, wofür sie es denn nutzen sollten, doch bevor sie diese Frage überhaupt stellen konnte, wurde ihre Hoffnung zunichte gemacht, dass er über ihre Hinterlassenschaft hinwegsehen würde. Natürlich musste er es noch kommentieren. Oceana wäre am liebsten im Boden versunken und senkte den Blick, während sie stumm nickte. Konnte es denn noch schlimmer werden? Zum Glück hatte sie im oberen Bereich des Hauses weder etwas angefasst noch irgendwelche Beweise mitgehen lassen. Das Peinlichste war also überstanden. Hoffentlich.

»Ich werde noch oben nach Hinweisen suchen.« sagte Oceana schließlich, vor allem auch, um die für sie peinliche Stille zu durchbrechen und deutete Nyssa an, dass sie mitkommen sollte. Diese jedoch schüttelte den Kopf und deutete auf den Eingang - sie wollte wohl lieber Wache halten, auch wenn Oceana der Meinung war, dass sie oben viel eher gebraucht wurde. Denn wenn es darum ging, wichtige Dinge zu finden, war Nyssa ziemlich gut. Doch sie wollte nicht und so ging Oceana seufzend allein die Treppe hoch. Ein paar Blutflecken waren auf den Stufen zu finden, jedoch nicht besonders viele. Oceana ging davon aus, dass der Täter sie irgendwie mit nach oben getragen hatte. Er war also definitiv hier gewesen - wobei es dafür erst einmal keine Beweise gab. Doch als sie das erste Zimmer vom Flur aus betrat, wurde ihr schnell klar, dass er hier gewesen sein musste. Es schmerzte zu sehen, wie verwüstet das Zimmer war - es war das Kinderzimmer des Mädchens gewesen, komplett in himmelblau gehalten. An den Wänden waren Wolken gezeichnet worden und sie besaß ein Bett mit einem Überhang, als würde sie selbst unter dem Himmel schlafen. An der Decke waren verschiedene Sterne angebracht und der Boden war mit Teppich belegt. Überall lagen Spielzeuge verstreut, was an sich in einem Kinderzimmer nicht unüblich war. Doch sie lagen in einer solch großen Zahl dort, dass Oceana bezweifelte, dass das Mädchen sie dorthin gelegt hatte. Auch Kleidungsstücke fanden sich auf dem Boden wieder, Schränke waren geöffnet und der Vorhang herunter gerissen. Sogar die Matratze lag nicht mehr ordnungsgemäß auf dem Bett. »Vielleicht hat er den Stein ja hier vermutet...« murmelte sie zu sich selbst und betrat den Raum. Vielleicht ließen sich ja Fingerabdrücke finden, die noch nicht entdeckt worden waren. Oceana fing mit der Suche direkt am Anfang des Zimmers bei dem Schreibtisch an, dessen Schubladen auf dem Boden lagen, statt dort, wo sie hin gehörten. Sie suchte sowohl an Schubladen als auch Schreibtisch nach Fingerabdrücken, konnte jedoch keine finden. Vermutlich hatte der Täter Handschuhe getragen. Was eigentlich auch bedeutete, dass er geplant hatte, her zu kommen. So recht erklären konnte sie sich das allerdings nicht, sonst hätte er die Tat wohl ganz anders geplant - und dass er das nicht wirklich hatte, bewiesen eigentlich die umgerückten Möbel im Erdgeschoss. Vielleicht hatte er die Schubladen auch einfach abgewischt, nachdem er fertig mit ihrer Durchsuchung war - doch auch das erklärte sich Oceana nicht ganz. Wenn er so darauf achtete, Spuren zu verwischen, wieso hatte er dann ein solches Chaos hinterlassen? Einmal mehr fragte sie sich, was in dem Kopf des Täters vor sich ging. Nichts Gutes auf jeden Fall und ihr kam in den Sinn, was ihr Vater angerichtet haben musste, als er gemordet hatte. Wie konnte man so etwas bloß anderen Menschen antun? »Wir werden dich finden - du wirst nicht ungestraft davon kommen.« murmelte sie, in der Gewissheit, dass sie allein war. Sie dabei zu beobachten, wie sie Selbstgespräche führte, wäre noch eine Sache mehr auf der Liste der Peinlichkeiten des heutigen Tages. Gut, dass Dan noch im Erdgeschoss war - vermutlich jedenfalls. Aus der Hocke sah sich Oceana noch einmal im Zimmer um. Wie sollte man in dem Chaos überhaupt etwas Wichtiges entdecken können? Wie sollte sie überhaupt irgendwie heraus finden, wer der Täter war? Gut, sie waren bereits weiter gekommen als ihre Kollegen vor ihnen. Sie hatten den Megastein gefunden - wie auch immer der hatte übersehen werden können - und ihnen war ein Mann begegnet, der eben jenen Stein recht gierig angesehen hatte. Sie hatten heraus gefunden, dass der Täter den Tatort zu seinen Bedingungen verändert hatte und wahrscheinlich ein Bekannter oder Freund der Familie war, was den Kreis der Verdächtigen zumindest schon eingrenzte. Also eigentlich waren sie bereits weiter gekommen - nur hatten die Beweise eben Nyssa und Dan gefunden und nicht etwa sie. Doch sie war entschlossen, ihren Teil zu der Überführung des Täters beizutragen.


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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Sa Dez 10, 2016 1:21 pm

Dan Chapell


#018 // Oceana Finnley


Dass er überhaupt ein Foto geschossen und verschickt hatte, schien Oceana nicht ganz zu gefallen, das entging dem Teamleiter natürlich nicht. Ob sie sich wohl Gedanken machte, dass solche prekäre Informationen besser nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollten?
Vorbildlich, natürlich, in diesem Moment aber unbegründet. Dan war niemand, der Details nach draußen trug – er entschied sich aber, nichts dazu zu sagen. Neugierig war die junge Polizisten aber dennoch, sie hinterfragte, an wen das Foto ging. Dan aber entschied sich, zuerst das Telefonat hinter sich zu bringen.
So traten sie also beide wieder ins Haus, während er die Rufnummer wählte. Während er sich mit dem Quälgeist abgab bemerkte er, wie Oceana sich entschied, noch einmal einen Blick über das Wohnzimmer schweifen zu lassen. Ihr Psiaugon hingegen behielt lieber die Haustür im Auge. Glücklicherweise sollte diese Qual alsbald ein Ende haben und Dan gelangte an die Informationen, die er gewollt hatte. Seine Äußerung die Kekse betreffend schien jedoch abermals für Verwirrung zu sorgen. Ärgerlich steckte er das Handy wieder ein, ehe er Oceana den Stein zurück gab und sie darüber aufklärte. Sie verstand sofort, dass der Megastein tatsächlich äußert wertvoll war – und es war wohl anzunehmen, dass der Täter deshalb hierher gekommen war. Besser also, sie nahmen ihn in Gewahrsam, bis der Fall aufgeklärt war. Er nickte dann nur noch auf Oceanas Frage hin, ob er sich dessen sicher war und wollte schließlich wissen, ob sie noch etwas gefunden hatte. Sofort erwiderte sie, dass es nichts von Belang war – der Täter hatte ein paar Schubladen durchwühlt, aber sonst keine Hinweise hinterlassen. Der rotblonde Teamleiter nickte. Dann folgte noch einmal das Thema Garten und Oceana schien im Boden zu versinken – sehr gut. So stellte er wenigstens sicher, dass sie derlei nichts als selbstverständlich hinnahm.
„Du solltest … das alles auch zukünftig besser für dich behalten.“, sprach er schließlich einen Ton freundlicher – ihm war gerade eingefallen, dass derlei Informationen Oceana das Leben nur schwer machen würden. „Du wirst bald die anderen drei meines Teams kennenlernen – und der Quälgeist unter ihnen würde dich damit sicherlich nur allzu gerne aufziehen.“, erklärte er dann knapp. Er trat an Oceana vorbei, er wollte sich die restlichen Zimmer hier unten noch einmal ansehen. Dabei hob er aber kurz die Hand mit einer Geste, die Achtung forderte. „Und besser, du nimmst niemals Süßkram mit, sonst wirst du das Weibsbild nie wieder los.“, schnalzte er noch ergeben und verschwand schließlich erneut selbst im Wohnzimmer, während sich Oceana nach oben verabschiedete. Nyssa schien unten zu bleiben – kurzerhand entschied Dan, dass es besser wäre, wenn das Psiaugon nicht allein wachen musste. Also ließ er Yakira aus ihrem Ball und bedeutete ihr, den Garten im Blick zu behalten.
Der Teamleiter indes nahm noch einmal all die Fotos in Augenschein. Oceana hatte erwähnt, dass sie Willum auf einigen von ihnen gesehen hatte und tatsächlich konnte Dan ihn schnell ausmachen. Es gab noch viele weitere – das bedeutete auch viele Verdächtige. Sie hatten viel zu tun.
Aber das war nicht alles, was hier hing – es gab noch ein paar Gemälde, aber Dan konnte schnell feststellen, dass sie wohl kaum von Wert waren – die Leinen waren bedruckt, nicht bemalt. Die Rahmen waren außerdem ebenfalls sehr schlicht und nicht gerade alt. Wären es teure Werke gewesen, hätte er sich fragen müssen, warum sie noch an Ort und Stelle hingen – Kunstwerke zu verdingen war heute alles andere als schwer. So aber blieb die Möglichkeit offen, dass es hier um Geld ging. Der Megastein war ja auch sehr teuer zu verkaufen. Und klein genug, um in Schubladen zu passen.
Es verstärkte die Wahrscheinlichkeit eines besonders engen Freundes als Täter – wenn der Altarianit ein Geschenk für die Tochter war, so wusste sicher nicht jeder darüber Bescheid. Vielleicht ein Geschäftspartner, ein Freund aus Kindertagen der Eltern oder jemand, mit dem sie in kurzer Zeit ein ungewöhnlich inniges Vertrauensverhältnis aufgebaut hatten? In jedem Fall nicht irgendjemand beliebiges von der Straße. An das Wablu wurde außerdem wohl nicht gedacht, andernfalls hätte der Täter versucht, es an sich zu bringen und Oceana hätte es nicht finden können. Der Täter war also auf eine Art überlegt vorgegangen, auf eine andere aber zeitgleich überstürzt. Als hätte er unter Druck gestanden aber immer wieder versucht, einen Kühlen Kopf zu wahren. Was für eine Art Mensch war man, wenn man so handelte?
War das Motiv reine Geldgier? Oder nicht viel mehr ein Schuldenberg, der ein in eine äußerst brenzlige Situation brachte? Vielleicht gab es im Hintergrund Leute, die ihr Geld zurück verlangten – und wenn es nicht bald dazu käme, würde der Familie etwas angetan. Musste der Täter handeln, um sein eigen Fleisch und Blut zu retten?
Aber hätte er dann einfach ein Kind erschlagen können?
Dan seufzte, drehte sich um. Sie mussten die Tatwaffe finden oder irgendeinen anderen Hinweis, damit sie weiter kamen. Besser, auch er sah sich oben um. Also lief er an Yakira und Nyssa vorbei, wobei er bei dem Psiaugon kurz stehen blieb.
„Yakira ist schneller als du – wenn etwas ist, schick sie zu uns hoch. Aber bring dich nicht in Gefahr.“, sprach er leise zu dem Psychopokémon, ehe er seinem Magnayen zunickte und die Treppen erklomm. Im oberen Stockwerk angekommen konnte er Oceana alsbald im Kinderzimmer ausfindig machen, sie murmelte gerade etwas vor sich hin. Der Polizist entschied, sich nun lieber in einem anderen Zimmer umzusehen. Und so fand er das Schlafzimmer – auch hier war, wie im Kinderzimmer, alles durcheinander. Aus dem großen Wandschrank waren Kleidung und andere Kleinigkeiten herausgezogen und über dem Boden verstreut worden. Die beiden Nachttische am Bett waren leer geräumt, alles lag wild durch einander. Selbst das Bett war durchwühlt und einige Abdrücke zeugten davon, dass der Täter sogar die Matratze angehoben hatte. Er war hastig vorgegangen, aber zeitgleich so vertieft gewesen, dass er den Vater regelrecht zu Brei verarbeitet hatte. Wie lange hatte er sich überhaupt im Haus aufgehalten? Die Leichen wurden am Folgetag von einer Nachbarin entdeckt, wenn er sich nicht irrte. Es hatte also niemand etwas mitbekommen. Keiner hatte die Schreie gehört. Aber wie wahrscheinlich war das bitte? Ein Kopfschütteln, ehe er die Matratze selbst ein Stück anhob. Er entdeckte aber nichts. Dennoch, hier und da waren kleine Blutstropfen – der Täter musste einiges davon an der Kleidung gehabt haben. Um nicht erkannt zu werden, musste er sich entweder umgezogen haben oder im Dunkel der Nacht getürmt sein.
Schnell schoss er ein paar Fotos von den Blutspuren, ehe er das Schlafzimmer verließ und zum Kinderzimmer zurück kehrte.
„Wir sollten anfangen, die Nachbarn zu befragen und Freunde und Bekannte ausfindig zu machen.“, sprach er simpel, wobei er sich gerade die Einweghandschuhe auszog und seine Hände wieder in seinen Standardhandschuhen versteckte. Seine Narben zogen heute unangenehm – immer, wenn er ein mulmiges Gefühl hatte, machte sich das auf diese Weise bemerkbar. „Ich werde an der Tür ein neues Sigel anbringen. Dann sehen wir beim nächsten Mal, ob sich wieder jemand Zutritt verschafft hat.“, fügte er dann nach kurzer Überlegung an. Vielleicht sollte er außerdem jemanden vor dem Haus postieren, um die Gegend im Auge zu behalten?

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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Mo Dez 12, 2016 6:52 pm

Post #025 xx Wohngebiet xx Rayono City xx Dan


Konnte Dan es nicht einfach gut sein lassen? Sie wusste ja, dass sie einen Fehler gemacht hatte, darum herum reiten musste er allerdings nicht gerade. Wie kam er überhaupt auf die Idee, dass sie es auch nur irgendjemandem sagen würde? Sie hätte es immerhin selbst vor Dan verschwiegen, wenn es gegangen wäre und er war schließlich ihr Teamleiter. Vor anderen würde sie weder das Wablu, noch ihre Hinterlassenschaft im Garten erwähnen. Peinlich genug, dass Dan von beidem wusste. Zunächst wollte sie ihm das auch so sagen, doch dann sprach er andere Teammitglieder an und Oceana wurde hellhörig. Das Team hatte noch andere Mitglieder, was eigentlich ganz logisch war, bisher hatte Oceana aber keinen Gedanken daran verschwenden. Und gesehen hatte sie sie ja schließlich auch noch nicht. Sie konnte nur hoffen, dass sie irgendwie mit ihnen auskommen würden. Und sie vielleicht nicht unbedingt über ihren Vater Bescheid wussten, allein das machte ihr manches schon schwer. Dan erwähnte einen Quälgeist, was ja nicht gerade vielversprechend klang. Vielleicht nervte dieser Quälgeist Dan ja auch einfach nur gern und ließ die anderen in Ruhe? Oceana konnte sich nur schwer vorstellen, wie Dan diese Person einfach so ignorieren würde. Eigentlich ging sie vielmehr davon aus, dass er sie mehrere Male anschimpfen würde oder sonst irgendwie strafte. War dieser Quälgeist vielleicht auch am Telefon gewesen? Gern hätte Oceana all diese Fragen gestellt, allerdings fand sie, dass es ein sehr ungünstiger Moment dafür war und so nickte sie lediglich - auch auf die Tatsache, dass sie niemals Süßigkeiten mitbringen sollte, nickte sie erst, bevor sie doch noch etwas hinzufügte. »Ich hoffe, dass ich mit ihnen auskomme.« Gut, auch wenn dem nicht der Fall war und sie sie gar nicht mögen würde, musste sie igrndwie mit ihnen zusammen arbeiten. Mit Dan klappte es bisher ja auch mehr oder weniger gut, trotz der Strenge seinerseits, den Regeln und den Peinlichkeiten, die sie schon hatte aushalten müssen. Zugegeben, daran war sie auch selbst Schuld - was die Sache natürlich kein Stückchen besser machte.

Schließlich hatte sich Oceana dafür entschieden, den oberen Teil des Hauses näher in Augenschein zu nehmen und verbrachte so eine ganze Weile im Kinderzimmer des Mädchens. Dass Dan inzwischen auch im oberen Stock angekommen war, bemerkte sie nicht einmal. Im Untergeschoss hielten Yakira und Nyssa Wache, die auf Dans Worte hin nur kurz genickt hatte, ohne aber die Tür aus den Augen zu lassen. Oceana hatte sich währenddessen auf die Suche nach Spuren gemacht, konnte aber keine finden und so richtete sie sich schließlich auch wieder auf und fotografierte einmal den ganzen Raum - sie wusste nicht, von was genau Fotos gemacht worden waren, doch es lagen keine der Akte bei, weshalb es nicht schaden konnte, einfach einmal Fotos von Allem zu machen. So, wie das Zimmer aussah, musste der Täter definitiv nach etwas gesucht, es aber nicht gefunden haben. Pech für ihn - Oceana war nicht böse darum, dass er das, was er gesucht hatte, womöglich nicht gefunden hatte, doch sie konnte einfach nicht verstehen, wie jemand eine Familie einfach umbringen konnte. Noch bevor sie den Raum verlassen konnte, was sie nun eigentlich vor gehabt hatte, stand Dan plötzlich in der Tür und richtete das Wort wieder an sie. Aus dem Haus war wohl nicht mehr allzu viel heraus zu holen, weshalb sie nun wohl damit beginnen sollten, Freunde und Nachbarn zu befragen. Das einfachste würde eigentlich sein, diesen Carter Willum einer eingehenden Befragung zu unterziehen. »In Ordnung. Fangen wir dann bei den Nachbarn an?« Eigentlich war es keine direkte Frage, sondern vielmehr eine Aussage, da sie es eben so machen würde, aber vielleicht hatte Dan ja andere Pläne. Er brachte jedenfalls den Vorschlag, auch ein neues Siegel anzubringen, damit sie sehen konnten, wenn noch jemand unbefugt das Haus betrat, was Oceana für eine gute Idee hielt. »Das wäre wohl sinnvoll.« sagte Oceana bestätigend, während sie schon wieder die Treppe hinab ins Erdgeschoss lief, wo Nyssa noch immer wartete. Bisher war niemand mehr am Haus vorbei gekommen, was doch schon einmal ganz gut war. »Wir werden jetzt Freunde und Bekannte befragen.« erklärte sie ihrem Pokémon, das daraufhin einmal mehr nur nickte, sich vom Türrahmen abstieß und direkt in Richtung Eingangstür lief. Auch Oceana verließ das Haus und wartete schließlich auf Dan, der noch das neue Siegel anbringen würde. Sie sah sich in der Zeit schon einmal in der Straße um. Im gegenüberliegenden Haus bemerkte sie, wie ein Vorhang zugezogen wurde, sich dieser aber noch immer bewegte. Dahinter konnte man eine Gestalt wahrnehmen, die sie wahrscheinlich beobachtete. Es war nicht Carter Willums Haus, doch wenn jene Person schon jetzt dort stand und sie beobachtete, hatte sie vielleicht auch den Täter ins Haus kommen sehen. »Vielleicht sollten wir dort drüben anfangen. Wir werden beobachtet.« sprach sie zu Dan und deutete nur mit einem Kopfnicken in die Richtung des Hauses. Was sie nicht wollte war, dass die Person ihnen die Tür nicht öffnete oder gar einfach so verschwand. Daher hielt sie es für schlauer, wenn jene Person zunächst nicht wusste, dass sie sie bemerkt hatte.


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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Di Dez 13, 2016 6:09 pm

Dan Chapell


#019 // Oceana Finnley


So, wie Oceana ihn ansah, schien sie seine Bemerkung wohl falsch aufzufassen – sie dachte wohl, er würde sie aufziehen. Das war so natürlich nicht seine Art – dennoch ging er nicht darauf ein. Letztlich konnte es ihm egal sein, was die Blauhaarige dachte, solange sie ihren Job erledigte. Es entging ihm aber auch nicht, dass sie aufhorchte, als er ihre Teamkollegen ansprach. Natürlich stellte er sie so nicht vor, das war unnötig und ohnehin generell sinnfrei, solange sie sie nicht gesehen hatte. Auf Trisha konnte er sie natürlich dennoch hinweise – das war ja nur zu seiner eigenen Sicherheit, denn letztlich würde er jedes Problem in der Gruppe ausbaden, und wenn das nur hieß, dass er Trisha von Oceana wegbekommen musste, was sich bereits als äußerst schwer erweisen würde, dessen war er sich sicher. Letztlich sagte die Blauhaarige von selbst, dass sie hoffte, mit ihnen auszukommen.
„Jeder für sich ist einfach zu händeln – du wirst es ja bald selbst sehen.“, erwiderte er nur knapp, bevor er im Wohnzimmer, Oceana im ersten Stock verschwand. Natürlich erwartete auch er, dass Oceana mit den anderen dreien zurecht kam, denn das würde bedeuten, dass er sich keine allzu großen Sorgen darum machen musste, wenn er die vier alleine los schicken würde. Sollten sie nicht miteinander auskommen war die Wahrscheinlichkeit trotz jeder Professionalität groß, dass sie über ihre negativen Gefühle Hinweg Fehler machten. Eine gute Beziehung unter den Teamkollegen war also definitiv die bessere Option.

Letztlich war auch er hinauf gegangen in den ersten Stock, da er unten alles sondiert hatte. Das Psiaugon war nicht weiter auf seine Bemerkung eingegangen, was ihn nicht weiter tangierte. Oben angekommen untersuchte er das Schlafzimmer, kam aber zu dem Schluss, dass eine Befragung nun besser wäre. Also war er zum Kinderzimmer gekommen, aus dem Oceana gerade hatte austreten wollen und sie von seinem Plan in Kenntnis gesetzt. Sie fragte, ob sie bei den Nachbarn anfangen würden, er nickte knapp.
„Wir fangen mit den Nachbarn in unmittelbarer Nähe an und arbeiten uns die Straße vor. Irgendjemand muss etwas mitbekommen haben.“, erwiderte er dann. Sie lief schließlich die Treppe hinab, er folgte er. Unten erklärte sie ihrem Psiaugon die Lage und verließ das Haus mit Nyssa zusammen gänzlich, während er noch von Yakira in Empfang genommen wurde. „Behalt draußen die Lage für mich im Blick, in Ordnung?“, sprach er und Yakira bellte einmal zustimmend. Dann lief das Magnayen hinaus zu Oceana und Nyssa, während Dan zwei Siegel der RPV aus seiner Innentasche kramte und schließlich anbrachte, sobald er alle Türen geschlossen und abgesperrt hatte, so also auch den Weg in den Garten hinaus. Die beiden Siegel würden ihnen beim nächsten Besuch vielleicht etwas interessantes erzählen können – und andernfalls waren sie vielleicht Abschreckung genug für Tölpel wie diesen Willum. Letztlich trat er zu seinem neuen Schützling – die Blauhaarige offenbarte ihm auch direkt, dass sie vom Haus gegenüber aus beobachtet wurden. Sein Blick glitt nicht hinüber – wer wusste schon, welch Adleraugen diese Person hatte. Er nickte aber schwach.
„Komm.“, sagte er dann – und lief die Straße hinunter. „Wir sollten wohl nicht geradewegs darauf zugehen.“, erklärte er dann knapp, bevor die Frage nach dem Warum überhaupt aufkommen konnte. Letztlich beschrieben sie einige Meter die Straße hinunter einen Bogen und liefen zurück. Das Magnayen schlich besonders nahe an den Büschen – falls Pokémon in dem Haus waren, würde das Unlichtpokémon wohl besonders schnell ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen und das galt es zu vermeiden. Letztlich erreichten sie das Haus – auf dem Klingelschild stand der Name „Dio“. Er klopfte an, wartete, klopfte erneut. Letztlich ging die Tür auf und sie blickten einer älteren Frau entgegen. „Chapell, RPV. Meine Kollegin Finnley – wir hätte einige Fragen an sie bezüglich der Todesfälle im Haus gegenüber.“, sprach er dann rasch und dumpf und zeigte seinen Ausweis, während er unmerklich einen Fuß vorschob. So konnte sie ihnen im Zweifelsfall nicht einfach die Tür vor der Nase zuschlagen. Yakira bezog hinter ihm und Oceana Stellung – für den Fall, dass im Haus etwas ungewöhnlich war und sie hinein stürmen musste. Soweit würde es aber hoffentlich nicht kommen.

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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Fr Dez 16, 2016 1:15 pm

Post #026 xx Wohngebiet xx Rayono City xx Dan


Wie ihre Teamkollegen wohl waren? Würde sie mit ihnen zurecht kommen? Eigentlich blieb ihr gar nichts anderes übrig, aber manchmal war es eben doch so, dass man manche Menschen einfach nicht mochte und folglich auch nicht besonders gut mit ihnen auskam. Oceana hoffte sehr, dass das hier nicht der Fall sein würde. Dan jedenfalls teilte ihr mit, dass jeder für sich einfach zu händeln war, was in ihren Ohren mehr danach klang, als sei es in der Gruppe schwierig mit ihnen. Aber sie würde es dann ja sehen, jetzt jedenfalls wollte sie sich nicht von solchen Dingen ablenken lassen. Stattdessen war sie ins Obergeschoss gegangen, wo sie das Kinderzimmer untersucht hatte und als auch Dan mit Untersuchungen im oberen Bereich des Hauses fertig war, machten sich die beiden auf, das Haus zu verlassen, um erste Gespräche mit den Nachbarn führen zu können.
Draußen angekommen erneuerte Dan das Siegel und Oceana entdeckte bereits jemanden am Fenster, den sie ihrer Meinung nach auf jeden Fall befragen sollten. Nachdem Dan die Siegel wieder angebracht hatte und sie so beim nächsten Mal bemerken würden, ob wieder einmal jemand in das Haus gegangen war, machte Oceana ihren Teamleiter auf jene Person hinter dem Vorgang aufmerksam. Dan sah nicht hinüber, doch Oceana hätte es ebenfalls nicht gemacht, schließlich wollten sie sie nicht verscheuchen. Statt nun aber zu ihr hin zu gehen, wollte Dan mit ihr die Strasse hinauf gehen. Noch bevor sie eine Frage hätte stellen können, teilte er ihr mit, dass sie nicht einfach darauf zugehen sollten, was Oceana gut verstehen konnte. So würden sie die Frau vielleicht nur verscheuchen und das war nicht Sinn der Sache. Die beiden gingen mit ihren Pokemon also ein Stück die Straße hinauf, um die Frau in dem Glauben zu lassen, dass sie nicht zu ihr gehen würden. Wahrscheinlich war sie mittlerweile auch vom Fenster weg getreten, aber man wusste ja nie. Schließlich drehten sich die beiden Polizisten wieder um und steuerten nun doch auf das Haus zu. Yakira und Nyssa hielten sich mehr an der Hauswand auf, um nicht bemerkt zu werden, auch wenn das bei Nyssa eigentlich kaum nötig war, so klein wie sie war. Aber sicher war sicher und als Dan schließlich an die Tür klopfte und klingelte, dauerte es eine Weile, bis diese geöffnet wurde. Letztlich aber sah Ihnen eine ältere Frau mit grauem, kurzem Haar entgehen. Sie trug eine Brille und sah fragend zu ihnen. Als Dan sich und Oceana schließlich vorstellte, schien sich der Gesichtsausdruck der Frau zu ändern, doch Oceana konnte ihn nicht genau deuten. War sie misstrauisch? Vielleicht, auf jeden Fall hatte Oceana direkt das Gefühl, dass sie nicht mit ihnen würde reden wollen. „Tut mir leid, ich weiß nichts darüber.“ entschuldigte sie sich freundlich und wollte ihre Tür wieder schließen – doch Dan hatte seinen Fuß zwischen Tür und Rahmen gestellt, sodass es für die Frau unmöglich war, die Tür zuzumachen. Erst jetzt erkannte Oceana, dass die Frau in höchstem Maße verunsichert war. Hatte sie Angst? »Ma’am, eine Familie ist ermordet worden. Ein kleines Mädchen und ihre Eltern. Ich bin sicher, dass sie nicht wollen, dass der Täter davon kommt. Jedes noch so kleine Detail könnte helfen, den Mord aufzuklären.« sprach sie sanft zu der älteren Dame, deren Nachname Dio lautete. »Ich jedenfalls möchte sehr gerne heraus finden, was geschehen ist, damit die Familie abschließen kann.« fügte sie noch hinzu und bemerkte, wie die Frau über ihre Worte nachdachte. Vorsichtig öffnete sie ihre Tür schließlich wieder komplett und trat ein Stückchen zur Seite. „Kommen Sie herein.“ sagte sie dann und Oceana trat sich bedankend über die Türschwelle. Nyssa folgte ihr natürlich auf Schritt und Tritt und war die erste, die das Enekoro bemerkte, das in einer Ecke lauerte, so als sei es bereit, die Fremden jeden Moment anzuspringen. Bevor das aber passieren konnte, hörte Oceana ein lautes, aber schrilles Bellen und ein kleines braunes Pokemon kam angelaufen. Es handelte sich dabei um ein Yorkleff, das Oceana nun anzuspringen versuchte. Schmunzelnd sah sie zu dem Pokemon hinab und während Nyssa das Yorkleff misstrauisch betrachtete, wurde dieses von seiner Trainerin bereits zurück gerufen – nicht in einen Ball, sondern ins Wohnzimmer. „Ich bitte um Verzeihung, Terry ist noch immer sehr stürmisch.“ entschuldigte sich die Frau für ihr Pokemon, das sie offenbar Terry getauft hatte. »Das ist gar kein Problem.« meinte Oceana noch, bevor sie zusammen mit Dan, Nyssa und Yakira ins Wohnzimmer geleitet wurde. Das Enekoro aus dem Flur schlich Ihnen unauffällig hinterher, wurde nun aber trotzdem erstmals von Oceana bemerkt. Ob es hier noch weitere Pokemon gab? „Möchten Sie vielleicht einen Tee?“ fragte die Frau höflich – wie gerne würde Oceana nun einem Tee trinken! Allerdings hielt sie es für gänzlich ungeeignet, dies jetzt zu tun. Sie waren schließlich nicht wegen Tee gekommen, auch wenn man diesen natürlich zu jeder Tageszeit trinken konnte. »Nein, vielen Dank.« lehnte sie höflich ab. Als Miss Dio Ihnen schließlich bedeutete, sich zu setzen, ließ sich Oceana auf dem Sofa nieder, während sie unauffällig ihren Blick schweifen ließ. Eigentlich war es recht gemütlich hier. Viele Bilder hingen an der Wand und überall standen Blumen. Sogar die Vorhänge waren mit Blumen bedruckt. „Wissen Sie, ich mache doch einen Tee! Bei einem Tee lässt es sich besser reden.“ Bevor Oceana antworten konnte, war die ältere Dame aus dem Raum verschwunden und das Yorkleff sprang hinauf auf das Sofa und dann direkt in Oceanas Schoß - sie musste ein Lachen unterdrücken, lächelte dafür aber und strich dem Pokemon über den Kopf. Das Enekoro hingegen setzte sich direkt neben die Couch und ließ die Gäste nicht aus den Augen.

Schweigend warteten sie darauf, dass die ältere Frau zurück kam, was jedoch ein Weilchen auf sich warten ließ. Das Wasser für den Tee machte sich schließlich auch nicht von allein warm – nur hätte sie eben gar nichts zu bereiten brauchen. Schließlich aber kam Sie zurück, zusammen mit einem Silbertablett, auf dem drei Tassen und eine Kanne stand. Ohne noch einmal nachzufragen schenkte sie jedem ein und reichte Dan und Oceana je eine Tasse, die Oceana dankend Annahme. Etwas anderes blieb ihr wohl kaum übrig – außerdem roch der Tee wirklich gut! Oceana nahm direkt einen Schluck und entschied, dass er auch gut schmeckte. Währenddessen setzte sich Mission Dio auf den Sessel, der schräg vor ihnen stand. »So Miss Dio, waren Sie am Tag des Mordes zu Hause? Vielleicht haben Sie den Täter ja sogar gesehen?« fragte Oceana schließlich, um das Gespräch nun einfach in Gang zu bringen. Sie hatten schließlich noch einiges zu tun. Bevor sie aber eine Antwort erhielt, trank auch die alte Dame zunächst einen Schluck ihres Tees, kurz darauf strich sie ihrem Enekoro über den Kopf. „Ich bin meistens zu Hause. Ich gehe nicht mehr so oft weg.“ Ihre Stimme klang ruhig, doch Oceana hatte das Gefühl, dass sie noch mehr hätte sagen können. Ihre zweite Frage war ihr schließlich auch nicht beantwortet worden. »Haben Sie denn jemanden gesehen? Jemanden, der verdächtigt gewirkt hat? Und wenn auch nur im Nachhinein?« Sie würde schon noch die nötigen Informationen aus ihr heraus bekommen, da war sie sich sicher. Jedenfalls waren ältere Menschen meist bereit, zu kooperieren. Oder sie wehrten sich gänzlich dagegen, doch da Miss Dio sie bereits herein gelassen hatte, schloss das mehr auf die erste Variante. „Die Raynes haben oft Besuch bekommen. Sie haben viele Freunde, wissen Sie? Vielleicht können die Ihnen mehr helfen als ich. Ich weiß nicht, wer ihnen etwas derartig schreckliches antun wollte. Sie waren eine so liebe Familie!“ berichtete sie, was Oceana auch nicht anzweifeln wollte. Doch jemand hatte sie ermordet und wollte ihnen daher sehr wohl etwas Böses. »Überlegen Sie doch noch einmal genau. Letzten Montag, hatte Familie Rayne dort auch Besuch?« „Es ist schon so lange her – mein Gedächtnis ist nicht mehr das Beste, wissen Sie?“ Weiterhin strich sie ihrem Pokémon über den Kopf, während das Yorkleff sich an Oceanas Bauch kuschelte – was Nyssa übrigens nicht gerade gefiel. Mit vor der Brustkrebs verschränkten Armen stand sie neben dem Sofa und musterte abwechselnd das Yorkleff und Enekoro. „Aber ich erinnere mich daran, dass ein Mann vor dem Mord öfter da war. Er hatte schwarze Haare, groß und kräftig gebaut. Ich glaube, sie waren befreundet. Aber seit…seitdem sie nicht mehr sind, ist er nicht einmal her gekommen.“ berichtete Miss Dio vorsichtig. „Aber das kann natürlich damit zusammen hängen, dass er von ihrem Tod erfahren hat. Man weiß nie – ich glaube nicht, dass er es war. Er schien immer so gut befreundet mit ihnen zu sein. Wissen Sie, er kam zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie müssen wirklich viel zusammen gemacht haben.“ Das war doch vielleicht eine Information, mit der man etwas anfangen konnte. Immerhin suchten sie jemanden, der befreundet mit der Familie war. Natürlich konnte sein plötzliches Verschwinden damit zu tun haben, dass er lediglich vom Tod erfahren hatte, aber wäre er nicht trotzdem vorbei gekommen? Andererseits war der Tatort nicht freigegeben. Er musste es natürlich nicht sein, aber vielleicht handelte es sich dabei eben doch um den Täter. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es konnte aber nicht schaden, ihn einmal zu sprechen. »Sie wissen nicht zufällig seinen Namen?« fragte Oceana daher nach, allerdings ging sie nicht davon aus, dass die Dame von Gegenüber, stand sie sich noch so oft am Fenster, die Namen sämtlicher Freunde ihrer Nachbarn kannte. Hoffen konnte man aber trotzdem.


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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam So Dez 18, 2016 6:25 pm

Dan Chapell


#020 // Oceana Finnley


Es war eine fabelhafte Idee gewesen, den Fuß vorzuschieben – denn nachdem die ältere Dame ihnen geöffnet hatte, wollte sie ihnen auch direkt wieder die Tür vor der Nase zuschlagen. Da Dan Sicherheitsschuhe trug, spürte er keinerlei Schmerz und die Tür weigerte sich strickt, gegen die Stahlkappen anzukämpfen. Die Frau war verunsichert – sie fürchtete sich vor etwas, das Dan jetzt noch nicht einzuschätzen wusste. Er war sich lediglich sicher, dass das jetzt weniger mit dem Auftauchen von ihm und Oceana zusammen hing, sondern viel mehr mit dem, was im Haus gegenüber geschehen war.
Letztlich begann seine Kollegin, auf die alte Frau einzureden. Sie erinnerte sie daran, dass dort drüben eine ganze Familie ermordet worden war – und dass sie herausfinden wollte, wer das getan hatte. Und es wirkte – denn nun bat die Dame sie ins Haus hinein. Dan ließ Oceana und den beiden Pokémon den Vortritt – Yakira bemerkte natürlich augenblicklich das Enekoro, kümmerte sich aber nicht weiter darum sondern schnüffelte ein wenig, um zu sehen, ob sie etwas wiedererkennen konnte. Zuletzt trat der Teamleiter ein – er hatte mit einigen prüfenden Blicken über die Schulter festgestellt, ob man sie noch immer beobachtete, immerhin gab es hier mehr Nachbarn als diese alte Frau. Im Haus erwartete ihn ein grelles Gebell von einem Yorkleff, das offenbar direkt einen Narren an der Blauhaarigen gefressen hatte. Die Dame entschuldigte sich augenblicklich für ihr Pokémon, Oceana erwiderte da bereits, dass es kein Problem darstellen würde. Dan nickte nur zustimmend und folgte den Parteien ins Wohnzimmer.
Es war rustikal, aber gemütlich eingerichtet – eben passend für eine Frau dieses Alters. Hier und da waren Fotos, Gemälde und kleinere Kunstobjekte, alle mit Sicherheit über Jahre hinweg angesammelt und zu großem Teil schlichtweg hässlich. Die Couch zierten ein zu großer Überwurf und Kissen mit fransigen Ecken, auf dem kleinen Tisch lag ein Spitzendeckchen. Egal, wie viel Kitsch sich angesammelt hatte und das rustikale Mobiliar unter sich begrub, so gab es etwas, das Dan sofort erfasste – Trostlosigkeit. Es war, als wäre sie greifbar – diese Frau musste wirklich schon lange allein sein. Sicher nahm sie diese Tragödie mit.
Schließlich fragte sie, ob sie Tee wollten. Oceana hatte bereits verneint, sodass der Blick der alten Frau zu ihm glitt. Aber er haftete nicht lange an ihm – schnell sah sie wieder weg. Dan entging das nicht, aber er würde sie nicht darauf ansprechen – noch nicht. Er setzte ein Lächeln auf, das seine Augen jedoch nicht zu erreichen suchte.
„Nein, nicht nötig. Danke.“, sprach er also gezwungen freundlich, ehe er sich wieder der Analyse des Raumes zuwandte. Die Pflanzen, die hier standen, waren alle gut gepflegt, nirgends hing Staub. Alles war perfekt ausgerichtet. Dennoch wirkte alles falsch. Seine Augen erfassten das Enekoro, welches ihn und Oceana im Blick behielt. Es wirkte forsch und misstrauisch. Zu misstrauisch, wenn man bedachte, wie aufgedreht das Yorkleff war, welches noch immer an Oceana hing wie eine Klette.
Er wandte sich wieder um, als Mrs. Dio entschloss, doch Tee zuzubereiten und aus dem Wohnzimmer verschwand. Oceana hatte sich derweil hingesetzt, Dan jedoch sah zu Yakira, welche daraufhin der alten Frau folgte. Das Magnayen blieb in einer dunklen Ecke im Flur sitzen, um sie beobachten zu können – die Blicke des Enekoro brachten Yakira dabei nicht aus dem Konzept. Dan wandte sich den Bildern zu. Viele Fotos – die meisten noch in schwarz und weiß. Viele Fotos von der alten Frau und einem Mann, wohl ihrem Gatten. Bilder von den beiden und Kindern. Bilder von Menschen, die diesen Kindern ähnlich sahen, aber bereits erwachsen waren. Dann Bilder von den Nachbarn – der Familie gegenüber, auch Carter Willum war darauf. Ein Bild von Mrs. Dio und dem Mädchen, das ermordet worden war. Nur das junge Mädchen, nur dessen Eltern, das Wablu auf dem Schoß der alten Frau, eine Feier im Garten – er sah fort. Mit einer einfachen Drehung hatte er sich abgewandt, er tat ein paar Schritte, hinüber zum Fenster. Die Gardinen und Vorhänge wirkten von draußen undurchdringlich, von hier drinnen aber konnte man durchaus viel erkennen. Wie hinter einem Schleier, selbstredend, aber wenn man noch gute Augen hatte, sollte das genügen. Der Blick ging direkt auf das Haus der Opfer. Die Straße schwieg, das Haus schwieg. Nichts geschah – alles hatte den Anschein einer friedlichen Welt. Oder einer toten? Er schloss die Augen, massierte seinen Nasenrücken.
Schließlich kehrte die alte Frau zurück und drückte beiden eine Tasse Tee in die Hand. Sie setzte sich in einen Sessel, von dem aus sie Oceana direkt ansehen konnte, Dan aber nicht in ihrem Blickfeld hatte. Einfache Gewohnheit oder doch viel mehr Absicht? Dan hob die Tasse an und schnupperte daran – er roch aromatisch. Yakira kehrte gerade zu ihm zurück und nahm neben seinen Füßen Platz. Er nickte dem Magnayen zu – es hatte gut aufgepasst. Der Polizist stellte die Tasse auf dem Fensterbrett ab, ohne am Tee zu nippen. Und Oceana begann mit der Befragung. Er hörte ihnen lediglich zu – von hier aus konnte er die Mimik der Frau nicht sehen geschweige denn deuten, aber er konnte sich sehr wohl auf ihre Stimme konzentrieren und darauf, was das gesagte in Oceana auslöste. Vielleicht ließen sich Rückschlüsse ziehen?
Zuerst die Standardfragen – war sie am Tag des Mordes hier gewesen? Sie antwortete, dass sie nicht mehr häufig wegging. Keine klare Antwort, sie wich aus. Oceana überging das und fragte weiter. Hatte sie jemanden gesehen, der ihr verdächtig erschien? Mrs. Dio erwiderte, dass die Raynes viele Freunde hatten und deshalb oft Besuch da war. Wieder keine klare Antwort – die Blauhaarige aber bohrte tiefer. Und es half – allmählich begann sie, zu erzählen. Vor dem Mord war ein Mann häufig vor Ort gewesen – schwarzes Haar, groß, kräftig gebaut, vermutlich Freunde. Er war nicht zurückgekommen seit dem Mord, vielleicht hatte er es aus der Zeitung oder von der Familie erfahren, aber vielleicht war er auch einfach fort geblieben, weil er es bereits gewusst hatte, bevor die RPV davon Wind bekam? Die alte Dame erläuterte, dass ihm zu jeder Zeit geöffnet wurde – zu später Stunde zu klingeln erlaubten sich nur enge Freunde. Und Täter, die lieber unerkannt blieben.
Dan sah zu Oceana – sie fragte bereits, ob die Frau seinen Namen kannte. Die Hoffnung starb schließlich zuletzt, nicht war?
„N-nein …“, kam schließlich zögerlich die Antwort. Zitterten die Schultern der Frau? Dan schloss abermals kurz die Augen. Schwarze Haare, hoch gewachsen. Er kam und ging, wie er wollte. Er war oft da, die Alte hatte offenbar guten Kontakt zu den Raynes – und doch kannte sie ihn nicht? Unwahrscheinlich.
„Denken Sie etwas genauer nach, Mrs. Dio.“, forderte er da ruhig, wobei er sich an die Wand anlehnte und die Arme vor der Brust verschränkte. Nicht, dass sie das sehen konnte – aber allein, dass er etwas gesagt hatte, ließ sie zusammen zucken. Da steckte deutlich mehr dahinter, als sie ihnen Glauben machen wollte. Er stieß sich wieder ab und tat ein paar Schritte, wobei er nur hinter der Frau auf und ab lief. Sie zitterte noch etwas stärker. Seine Schritte waren bedacht, langsam und ruhig, aber seine Schuhe schwer und damit deutlich zu vernehmen. Eindeutig war er Schuld an ihrer Nervosität – oder viel mehr die Person, an die sie sich erinnert fühlte. Das Enekoro kam aus seiner Ecke und sah ihn bissig an – aber noch bevor es einen Laut von sich gab, baute sich Yakira vor ihm auf. Dan umrundete den Sessel und setzte sich schließlich neben Oceana. Er musterte die Alte. „Sehen Sie mich an, Mrs. Dio.“, sprach er dann deutlich. „Ich erinnere sie doch an etwas – an jemanden, nicht wahr? Wer ist es, der ihnen Angst einjagt?“, fragte er dann mit einer Stimme, die so klar und ruhig war, wie ein kühler, unberührter Bergsee. Er beugte sich etwas vor – nur ganz leicht, aber es löste bereits etwas aus. „Wenn Sie uns helfen, können wir vielleicht verhindern, dass so etwas noch einmal passiert. Sagen Sie mir, was es ist, dass ihnen an mir Angst macht. Allein das hilft uns bereits weiter.“, fuhr er fort. Er hatte so eine Ahnung – aber lieber sollte die Frau es aussprechen. Seine Anwesenheit war ihr unangenehm, das wusste er. Aber er konnte nicht einfach gehen und Oceana hier alleine zurücklassen. Befragungen fanden stets zu mindestens zwei Personen statt, wenn sie nicht im Präsidium durchgeführt wurden. Sie zitterte wie Espenlaub – aber er konnte keine Rücksicht darauf nehmen. Aber vielleicht konnte er ihr helfen, denn stur sah sie fort und schwieg. Er lehnte sich zurück, überlegte kurz. Dann zog er einen seiner Handschuhe aus und streckte ihr die Hand entgegen, die Handfläche nach oben. Deutlich waren Narben zu erkennen. Narben, die niemals verheilen würden. „Sehen Sie diese Narben? Ich trage sie schon seit Jahren. An dem Tag, an dem ich sie erhielt, habe ich etwas sehr wertvolles verloren. Es gerät zunehmend in Vergessenheit – nur diese Narben sprechen noch davon. Helfen Sie uns, dass diese Familie dort drüben nicht auch in Vergessenheit gerät – es gibt niemanden, der Narben als mahnendes Beispiel vorzeigen kann. Einzig, den Täter zu fassen kann hier Abhilfe schaffen. Und Sie sind vielleicht die einzige, die weiß, wo wir anfangen müssen, zu suchen.“, sprach er dann deutlich leiser und ruhiger, aber beharrlich. Und als er geendet hatte, ließ er seine Hand wieder sinken.

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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Mi März 22, 2017 11:09 pm

Post #027 xx Wohngebiet xx Rayono City xx Dan


Wirklich damit gerechnet, dass die Frau den Namen des Mannes kannte, der im Haus der Opfer ein und aus gegangen war, hatte sie nicht. Auch wenn es nahe gelegen hätte, dass Ms.Dio ihn durchaus kannte, schließlich war sie mit der Familie befreundet gewesen. Und sie hatte offenbar oft beobachten können, wie der Mann ein und aus gegangen war. Dan schien ihre Antwort also nicht sehr zu überzeugen - er bohrte weiter nach, sagte, dass sie noch einmal genauer nachdenken sollte. Doch nur seine Worte ließen die alte Dame zusammen zucken. Mit Verwunderung und besonderer Aufmerksamkeit beobachtete Oceana das Verhalten der Frau. Sie schien Angst vor Dan zu haben, obwohl der ihr gar nichts getan hatte. Im Gegenteil, er versuchte zu helfen. Erinnerte er sie an jemanden? Auf seine Frage antwortete sie nicht und als Dan hinter ihr auf und ab ging, fing ihr Körper stärker an zu zittern. Ihrem Enekoro schien das nicht zu gefallen, doch Yakira baute sich vor ihr auf, sodass das Pokémon nichts tat, um der alten Dame zu helfen. Sie brauchte ja auch keine Hilfe, ihr drohte ihr keine Gefahr. Nur schien sie das nicht so wirklich verinnerlicht zu haben. Aus irgendeinem Grund hatte sie Angst, was nur bedeutete, dass sie mehr wusste, als sie zugab. Nachdem sich Dan schließlich neben Oceana gesetzt hatte, sprach er weiter mit der Frau, de jedoch nicht auf seine Worte reagierte. Oceana konnte es schon verstehen. Dan konnte durchaus furcherregend wirken. Mrs. Dio gegenüber war er aber recht freundlich gewesen - auch wenn er seinen Fuß zwischen die Tür gesteckt hatte, sodass sie die beiden hatte rein lassen müssen. Aber vielleicht sah er so wie der Täter aus?
Auch darauf, dass sie ihnen bereits helfen würde, wenn sie nur sagte, was ihr an Dan Angst einjagte, reagierte sie nicht. Sie sah stattdessen an Dan vorbei zu einem unbestimmten Punkt und rührte sich nicht. Lediglich ihr Körper zitterte, doch Dan schaffte es nicht, sie zum Reden zu bringen. Seine Anwesenheit störte sie und Oceana glaubte, dass es besser wäre, wenn Dan nicht hier wäre. Sie überlegte, ihm vorzuschlagen, sie das allein machen zu lassen, es sprachen jedoch einige Gründe dagegen. Zum einen sollten solche Befragungen zu zweit durchgeführt werden und zum anderen hatte sie es schon mit Bravur geschafft, die Lösung dieses Falles zu zerstören. Dan würde sie wahrscheinlich nicht mit der Frau allein lassen - außerdem gab er ihr in gewisser Weise Rückhalt, denn so wusste sie zumindest, wenn sie etwas falsch machte oder eine wichtige Frage übersah. Gerade schien er eine neue Taktik versuchen zu wollen. Er zog einen seiner Handschuhe aus und streckte seine Hand aus, sodass die Frau seine Handfläche sehen konnte. Doch auch Oceana erkannte sie. Narben zierten seine Handflächen - Oceana hatte davon keine Ahnung gehabt, aber sie kannte Dan auch noch nicht allzu lange. Er erklärte Mrs. Dio, dass dass er diese Narben bereits seit geraumer Zeit besaß und dass er an jenem Tag etwas sehr Wertvolles verloren hatte. Oceanas Blick wanderte von seinen Händen hin zu seinem Gesicht. Er sah zwar nicht in ihre Richtung, doch Oceana sah nun ihn direkt an. Was er wohl erlebt hatte? Immer mehr war sie sich sicher, dass er nicht so war, wie ihre Kollegen ihn beschrieben hatte. Er mochte vielleicht anstrengend sein und etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Da sie ihn nicht anstarren wollte, sah sie kurz zu Nyssa hinab, dann wieder zu Mrs. Dio. Sie glaubte nicht, dass sie Dan später darauf ansprechen sollte, aber vielleicht irgendwann. Jetzt einmal war es wichtig, einen Mörder zu schnappen. Mrs. Dios Blick wanderte langsam auf seine Hände, während sie sich seine Worte anhörte. Sie schienen etwas in ihr auszulösen. Etwas, das sie dazu veranlasste, doch noch mehr zu berichten, als sie es bisher getan hatte. "Sie waren gute Menschen." sagte sie mit trauriger Stimme. Sie bedauerte, dass die Familie gestorben war, verstand nicht, warum es geschehen musste. Aber Oceana glaubte, dass sie helfen wollte. Und Dan schien ihr den letzten Anstoß dazu geliefert zu haben. "Er hat immer jeden beobachtet, wissen Sie? Er weiß, dass ich ihn gesehen habe." Nun, das erklärte zumindet ihre Angst - teilweise jedenfalls, Dan hatte mit der Sache nämlich wenig zu tun. »Wissen Sie, wer er ist?« fragte Oceana erneut - sie war sich fast sicher, dass sie ihn durchaus kannte, es nur nicht verraten wollte. Jedenfalls bisher. "Er war schon früher oft zu Besuch. Ich weiß nicht, was er mit der Familie gemeinsam hat. Die Raynes haben ihn als Matt vorgestellt - seinen Nachnamen kenne ich nicht. Am Tag des Mordes...ich habe ihn gesehen. Aber er ist wieder gegangen. Ich weiß nicht, ob er noch einmal wieder gekommen ist." Es fiel ihr sichtlich schwer, über ihn zu sprechen und ihr Blick war auch nach wie vor mehr auf Oceana gerichtet. Sie schien zwar nicht mehr so viel Angst vor Dan zu haben wie zuvor, ganz geheuer war er ihr aber noch immer nicht. Das Enekoro kam zu Mrs. Dio und setzte sich dicht neben ihre Beine, sodass sie dessen Kopf streicheln konnte. "Er sieht Ihnen sehr ähnlich, wissen Sie? Ihre Erscheinung -- er wirkte immer so kalt, bedrohlich...bitte verstehen Sie das nicht falsch." Sie schien nicht so recht zu wissen, wie sie es formulieren sollte und fürchtete nun wohl, Dan beleidigt zu haben. Oceana hoffte, dass er das nicht allzu ernst nahm. Er hatte nun einmal ein doch etwas unheimliches Äußeres. Wenigstens hatte sie sich ihm zugewandt, was doch schon einmal ein Fortschritt war. "Glauben Sie, dass er es war?" fragte sie besorgt, doch Oceana wusste nicht recht, was sie darauf sagen sollte. Also sagte sie das einzige, was ihr einfiel. »Das werden wir heraus finden.« Es tat ihr leid, dass die Familie gestorben war und es tat ihr ebenfalls leid, dass sich die ältere Dame gefährdet fühlte. Sie konnte nur inständig hoffen, dass der Mörder sie nicht gesehen hatte. Dass sie in der Tatnacht nicht am Fenster gestanden hatte. Sie würde den Mörder finden und wegsperren. Das war sie der Familie schuldig. Und sie hatte es dem Wablu versprochen. Sie wusste nicht, wie ihre Karriere weiter gehen würde. Sie wusste nicht, ob sie ihren Job würde behalten dürfen. Aber sie wusste, dass sie alles dafür tun würde, um den Mörder zu fassen.


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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam Fr Apr 07, 2017 8:20 pm

Dan Chapell


#021 // Oceana Finnley


Nachdem Dan sie angesprochen hatte, begann auch Oceana damit, die alte Frau zu beobachten. Ihre Reaktion allein auf Dans Anwesenheit war alles andere als gewöhnlich – und der Polizist hatte auch so eine leise Ahnung, woran das lag. Deshalb hatte er sie letztlich umrundet, nachdem Yakira einen Versuch des Enekoros unterbunden hatte, einzuschreiten. Er hatte sich gesetzt und sie angesprochen – aber sie sah fort und versuchte, seine Worte zu überhören. Ihr Blick war glasig – angestrengt. Das Zittern war deutlich – und auch ihre Atmung ging schneller, als es gut war. Man mochte es ihm nicht ansehen, aber Dan tat dergleichen leid – er wollte die Frau gerne davor bewahren, solche Angst zu leiden. Aber das hier war sein Job – und da musste er hart bleiben. In jeder Hinsicht. Deshalb ließ er nicht locker, selbst, nachdem er Oceanas Blicke bemerkt hatte. Er wusste, was sie dachte – denn es war das gleiche, was auch er dachte. Umso wichtiger war es, Mrs. Dio zum reden zu bringen. Deshalb hatte er sich zurück gelehnt und beschlossen, ihr etwas anzuvertrauen. Er zog den Handschuh aus, zeigte die Handinnenfläche. Narben – Narben, die er selbst nicht ansehen wollte. Er sah nicht einmal auf seine eigene Hand hinab, der Anblick schmerzte ihn zu sehr. Doch im Augenwinkel bemerkte er den von Oceana, während er knapp darlegte, dass er mit diesen Narben einen schweren Verlust verband. Sollten die Opfer, die Raynes, auch solche Narben hinterlassen?
Es schien zu helfen – Mrs. Dio sah auf die Hand hinab, ihre Stimme wurde deutlich emotionaler. Sie äußerte, dass sie gute Menschen waren – Dan nickte zustimmend. Dann die ersten Worte - „er“ hatte sie also stets beobachtet und er hatte auch die alte Dame gesehen. Oceana übernahm wieder das Gespräch – Dan lehnte sich zurück und zog den Handschuh erneut an, ohne hinzusehen. Yakira nutzte diesen Moment, um zu ihm zu kommen – und sie schleckte über seine Finger. Kurz sah er hinab, bevor er sie hinter den Ohren kraulte. Das Enekoro sprang indes zu ihrer Besitzerin und gab ihr so etwas Halt. Sie wusste nicht, wer er war – aber er war häufig vor Ort, sein Vorname sei Matt, mehr war nicht bekannt. Ob sie Freunde waren, dieser Mann und die Raynes, das wusste sie ebenfalls nicht. Er war vor Ort, am Tag des Mordes, war gegangen, doch es war unklar, ob er noch einmal wiedergekehrt war. Der Blick der Alten ging auf Oeana – erst nach diesen Worten richteten sie sich auf Dan. Er sah ihm also doch ähnlich – die Ausführungen der alten Frau waren unbeholfen, aber durchaus treffend. Dan konnte es ihr nicht verübeln – er hatte dieses Auftreten gewählt. Es war seine Flucht aus der Realität – denn die handhabte ein jeder anders. Er nickte also nur.
„Hatte er Merkmale? Wie ich?“, fragte er – er bezog sich auf Dinge wie die Piercings, den Bart. Die Haarlänge vielleicht. Hatte er Tattoos? Mrs. Dio musterte ihn nur kurz, sah fort, dann wieder zu ihm, scheu. Ängstlich. Das Zittern nahm wieder etwas zu.
„E-er hatte auch diese …“, begann sie, wobei sie sich an den Mund fasste. Er nickte – Snakebits, ein Anfang.
„Können Sie uns beschreiben, wie er sonst aussah? Haarfarbe, Kleidungsstil?“, fragte er dann weiter. Nur weil jemand eine ähnliche Ausstrahlung wie er hatte, musste er nicht auch exakt so aussehen. Die Alte ließ den Blick wieder sinken und hielt ihre Tasse umklammert, das Enekoro kuschelte sich an sie.
„Er hatte … längere Haare. Wie Sie. Sie waren braun – dunkel. Seine … Kleidung war … Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll.“, wollte sie erklären, doch sie stolperte wieder über die Worte – kein Verbrechen. Dan faltete die Hände, beugte sich ein kleines bisschen wieder vor.
„Ganz ruhig – atmen Sie durch.“, sagte er wieder leiser – die Frau musterte ihn kurz erschrocken, kam dann aber wieder zur Besinnung.
„Seine Kleidung war … auch dunkel. Ungewöhnlich – viele so kleine … Wie Manschetten. Am Kragen, an den Ärmeln, am Saum, vorne bei der Jacke. Seine … Schuhe waren … sie schimmerten immer. Wie … Als hätte er sie poliert.“, versuchte sie es also. Der Polizist nickte abermals. Dann kam die Frage, ob sie glaubten, dass er der Täter war. Oceana war es, die antwortete.
„Ihnen wird nichts geschehen, egal, wie das Ergebnis ist.“, versprach er dann wieder ernst, wobei er sich erhob. Yakira sprang auf und trabte zur Wohnzimmertür. Er bedeutete Oceana, sich zu erheben. „Wir werden Sie nun allein lassen.“, fuhr er dann fort. „Danke für die Kooperation, Mrs. Dio – Sie haben das gut gemacht.“, endete er und verabschiedete sich. Er verließ das Haus als erstes und gab Oceana und der Alten dadurch ein paar Minuten unter sich – vielleicht würde sie sich dann gleich wieder etwas mehr beruhigen, immerhin war er nun fort. Draußen blieb er an der Straße stehen, während Yakira wieder zu ihm kam und ihren Kopf gegen sein Bein drückte. Er seufzte, sah hinab. „Es geht mir gut.“, versicherte er dem Unlichtpokémon, welches sich nur noch fester an ihn drückte. „Wirklich. Ich hab nichts.“, versicherte er noch einmal leise – etwas unglaubwürdiger. Es brachte ihn ins Wanken – das war lange nicht mehr der Fall gewesen. Ein Kopfschütteln, ehe er sich eine Zigarette schnappte und sie ansteckte. Besser – deutlich besser. Dann wandte er sich um, zog das Telefon heraus und wartete auf Oceana. Sobald sie da war, hielt er kurz das Telefon hoch. „Ich werde jemanden zur Bewachung der Gegend abstellen – bevorzugt zur Beobachtung dieses Hauses.“, erklärte er leise, für den Fall, das jemand zuhörte. Dann wählte er – und bekam schließlich einen Kollegen an die Leitung. „Chapell hier – ich brauche eine 24/7 im Wohngebiet von Rayono. Aktenzeichen Tgb.-Nr 002021/07/JS. … Genau. Ja, die gesamte Straße – speziell das gegenüber liegende Haus zur Prävention weiterer Gewalttaten.“, sprach er also, ließ alles aufnehmen und orderte so die Einsatzkräfte, die er hier für richtig befand. Dann legte er letztlich auf und sah wieder zu Oceana. „Wir sollten die anderen Nachbarn befragen und dann zurück ins Büro – ich will Valor und das Wablu nicht unnötig lange allein lassen.“, sprach er also. Er war deutlich weniger ernst und grummelig – weil er geistig erschöpft war, immer dann, wenn er sich selbst zurückerinnern musste. Deshalb war es besser, wenn sie jetzt schnell die anderen umliegenden Nachbarn einer Befragung unterzogen.



Out: Ich würde sagen das kürzen wir in wenigen Sätzen ab und machen denn wieder im Büro weiter?
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Re: Wohngebiet

Beitrag von Gastam So Apr 09, 2017 12:18 pm

Post #028 xx Wohngebiet xx Rayono City xx Dan


Bildete sie es sich ein oder fiel es Dan wirklich schwer, seine eigenen Hände anzuschauen? Vielleicht wollte er auch lediglich die Frau ansehen, wer wusste das schon? Es stand Oceana jedenfalls nicht zu, ihn danach zu fragen und sie würde es auch später nicht tun. Es ging sie nichts an und das änderte sich nicht, wenn sie diesen Raum hier verließen. Zumindest hatte Dan erreicht, dass Ms. Dio tatsächlich anfing zu sprechen. Es war ihr immer noch nicht ganz geheuer und Oceana glaubte, dass sie wirklich Angst hatte, aber alles, was sie ihnen sagen konnte, konnte ihnen vielleicht helfen. Und selbst wenn dem nicht so war, man wusste nie, welche Informationen gebrauchen konnte und welche nicht. Daher waren alle Informationen, die sie kriegen konnten, irgendwie wichtig, wenn auch nur, um ausschließen zu können, dass man sie brauchte. Als Ms. Dio nun zum äußerlichen Erscheinungsbild kam, fragte Dan, ob er irgendwelche sichtbaren Merkmale gehabt hatte, wie er selbst. Sie musterte den Polizisten, sah dann fort und überlegte kurz, bis sie wieder zu ihm sah. Das Zittern war wieder stärker geworden und es tat Oceana wirklich leid, dass sie die Frau mit all dem behelligen mussten. Aber sie wollten einen Mörder fangen. Das war nicht nur wichtig wegen der Familie, die gestorben war, sondern auch wichtig für Oceana. Es war ihr erster richtiger Fall gewesen, der nicht zu einem Ende gekommen war. Und sie hatte viele Fehler gemacht. Die musste sie wieder gut machen, nicht nur um ihren Job zu behalten, sondern auch, um der Familie Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Sie fragte sich, wie Dan weiter mit ihr verfahren würde, ob es eine Strafe gab oder wie diese aussehen würde. Doch im Augenblick war nur dieses Gespräch wichtig.
Ms. Dio erzählte, dass der Mann ebenfalls Snakebits gehabt hatte. Wie Dan auch hatte er längere Haare, die braun waren. Nach einer kurzen Pause, in der sie sich einmal mehr vor Dan erschreckte, berichtete sie außerdem, dass er dunkle, mit Nieten überzogene Kleidung und polierte Schuhe getragen hatte. Das war wirklich sehr gut, denn so hatten sie einen Anhaltspunkt. Natürlich hieß das nicht, dass er die Kleidung noch immer trug, aber es war anzunehmen, dass er zumindest ähnliche Klamotten besaß. Hoffentlich hatte er die alten nicht weggeworfen, wenn er wirklich der Mörder war. Vielleicht ließen sich darauf noch Spuren finden. Schließlich fragte Mrs. Dio, ob er der Mörder war, woraufhin Oceana versicherte, dass sie es herausfinden würden. Und das hoffte sie wirklich. Dan ergänzte, dass ihr nichts geschehen würde, egal wer der Mörder war, dann erhob er sich und Oceana tat es ihm gleich. Die Befragung war beendet, sie hatten viele Informationen gewinnen können. Dan verkündete, dass sie nun gehen würden und sagte noch, dass Mrs. Dio es gut gemacht hatte, ehe er das Haus verließ und Oceana kurz mit der alten Dame allein ließ. Sobald Dan das Haus verlassen hatte, entspannte sie sich ein wenig, doch man sah ihr die Angst noch immer an. »Wir werden alles dafür tun, den Mörder zu finden, das verspreche ich Ihnen. Und wir werden dafür sorgen, dass Ihnen nichts passiert.« sagte Oceana noch zu der älteren Frau, die jedoch nur nickte. Wohl wusste sie nicht, was sie sagen sollte. »Wissen Sie, ich glaube Detective Chapell ist gar nicht so schlimm - er macht gute Arbeit und sie brauchen keine Angst vor ihm zu haben. Auch wenn er vielleicht bedrohlich wirken mag.« Und ihre Vorgänger wohl ziemlich schnell herausgeworfen hatte. Ein leichtes Lächeln huschte über das Gesicht von Mrs. Dio, um ihre Beine schlich das Enekoro und auch das Yorkleff hatte sich zu seiner Trainerin begeben. »Vielen Dank noch einmal für Ihre Hilfe, das hat uns sehr weiter gebracht.« bedankte sie sich noch einmal und schüttelte zum Abschied die Hand der Frau, die sie dann allein zur Tür gehen ließ. "Finden Sie ihn, bitte!" rief sie Oceana dann noch hinterher, sie hatte sich mittlerweile etwas beruhigt. Oceana nickte und trat dann ebenfalls hinaus.
Dan stand noch immer dort, er hatte sein Telefon am Ohr, doch es schien, als würde sich noch niemand am anderen Ende der Leitung befinden. Er erklärte, dass er jemanden zur Überwachung abstellen würde, woraufhin Oceana nickte. Eine gute Idee, man wusste nie, wann der Mann wiederkommen würde. Falls er denn der Täter war. Als jemand abnahm, orderte Dan die Einsatzkräfte für die Straße, speziell zur Überwachung von Mrs. Dios Haus, dann legte er auf und sagte, dass sie nun noch die anderen Nachbarn befragen sollten, bevor sie zurück ins Büro gingen, wo das Wablu und Fukano auf sie warteten. Eine gute Idee wahrscheinlich, Oceana wusste nicht, wie Chenoa überhaupt darauf reagierte, so lange allein zu sein. Auch wenn das Fukano bei ihr war...
***
Einige Stunden später hatten sie weitere fünf Personen befragt. Einige Nachbarn waren nicht zu Hause gewesen, drei der fünf hatten angeblich nichts gesehen, konnten aber mit Sicherheit sagen, dass der von Mrs. Dio beschriebene Mann öfter durch die Straße lief. Zwei der fünf Personen hatten behauptet, dass er am Tag des Mordes bei den Raynes gewesen war und er auch zwei Tage später noch einmal das Haus besucht hatte. Einer der beiden behauptete sogar, dass die Raynes mit dem Mann illegale Geschäfte machten, was sonst aber niemand bestätigen konnte. Entweder, die Raynes versteckten es gut oder es war schlichtweg erfunden. Dem auf den Grund gehen sollten sie aber vielleicht trotzdem, immerhin hatte die Frau das mit einer solchen Ernsthaftigkeit gesagt, dass Oceana nicht glaubte, dass sie sie nur auf den Arm nehmen wollte. »Wir müssen diesen Matt unbedingt finden.« sagte Oceana zu Dan, da sie durchaus glaubte, dass er etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Und selbst wenn dem nicht so war, konnte er ihnen vielleicht etwas mehr über die Raynes erzählen.
Zuerst aber wollte Oceana dringend wieder zu dem Wablu und sie glaubte, dass auch Dan wieder zu seinem Fukano wollte. Daher schlugen sie den Weg Richtung Stratos City ein, wo Dan sein Büro hatte und die beiden Pokémon auf sie warteten. Vielleicht hatte sich Chenoa ja inzwischen mit dem Fukano angefreundet? Oceana jedenfalls hoffte, dass das kleine Pokémon etwas aufgeschlossener werden würde. Und sie hoffte, dass es nicht in irgendwelche fremden Hände kommen musste, nur weil sie so dumm gewesen war, es mitzunehmen. Sie wollte nur das Beste für das kleine Pokémon.
tbc: Büro von Dan Chapell


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