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Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam Mi Nov 07, 2018 3:29 pm

Westliches Waldstück

Im Westen des Hains der Täschung befindet sich eine große, dichte Baumgruppe unzähliger Bäume - unterschiedlicher Art und Größe. Wege sind hier kaum zu erkennen, lediglich eine kleine Lichtung sorgt für ein wenig Bewegungsfreiraum. Sie ist kleiner als die eigentliche Lichtung des Hains, bietet aber ein wunderschönes Lichtspiel, wenn die Mittagssonne hoch oben am Himmel steht und ihre Strahlen durch das Blätterdach der Bäume sendet.

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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam Mi Nov 07, 2018 3:50 pm

Hain der Täuschung
Post #001, mit: Levia
Gerade noch sollte er vom Militär abgeführt und wieder nach Hause gebracht werden - wie so oft in seinem Leben. Es war mehr oder weniger ein auswegloser Fluchtversuch gewesen, als er den Rand der Stadt angesteuert hatte, denn wenn er sie nicht haben konnte, wollte er auch keine andere haben. Doch es wurde ihm verwehrt. Eigene Wünsche waren nicht gestattet, egal in welcher Hinsicht. Und er hatte sich zu fügen. Doch Auruhin an seiner Seite befugte ihn dazu, Dinge zu tun, die er sonst nie hätte tun dürfen. Zumindest in seiner Wahrnehmung. Er wusste, dass er nicht entkommen konnte - wie auch? Die Mauern der Stadt waren abgesperrt und selbst wenn er vor gehabt hätte, sie irgendwie zu überwinden, wäre er draußen nur sehr schnell gestorben. Doch diese Dinger, die er auf dem Rücken von Auruhin gesehen hatte - er musste wissen, was es damit auf sich hatte. So war er nun hier - und natürlich, das Militär fand ihn und wollte ihn wieder nach Hause zurück bringen. Und er wollte sich fügen - denn was blieb ihm anderes übrig? Doch er war nur einen Schritt weit gekommen, als das seltsame Ding wieder erschien - und er, bevor er sich versah, von ihm eingesogen wurde.
Und so landete er recht unsanft auf weichem Boden. Der Aufprall auf dem ihm unbekannten Untergrund hatte ihm die Luft aus den Lungen gesogen. Bäuchlings lag er da, mitten auf der Lichtung, die er selbst jedoch nicht als solche erkannte. Und es auch gar nicht konnte. Langsam stützte er sich mit seinen Armen ab und als er sich ein Stück nach oben gedrückt hatte, verblieb er in der Haltung: auf allen Vieren mitten in irgendeinem Gebiet, das er noch nie zuvor gesehen hatte. Und was machte er? Er starrte auf den grünen, weichen Boden, den er bisher noch nie gesehen hatte. Und dann hob er den Kopf - und starrte fortan seine Umgebung an, ungläubig und verwirrt, welcher Anblick sich ihm dort bot. »Was...ist das?« stellte er die Frage, die in seinem Kopf umher spukte. Langsam rappelte er sich auf - sein Kaguron war da wesentlich sanfter gelandet, denn die Rakete stand standfest auf der Lichtung. Leider hatte sie einige der Bäume umgeworfen, aber das realisierte Dawson in diesem Moment nicht. Er starrte nach vorn, auf die Baumreihen hin, die kaum einen Weg für einen Menschen zuließen. War er...in einer Projektion gelandet? Aber sie sah so täuschend echt aus. So...als wäre es eben keine Projektion. Aber das war unmöglich. Ungläubig sah er sich um - wo war das Militärpersonal? Gerade eben hatten sie doch noch neben ihm gestanden. Nun da war nichts weiter als -- ja, was? Verwirrt, fast ehrfürchtig, schritt er auf einen der Bäume zu, streckte vorsichtig seine Hand aus und berührte die braune Rinde - nur um seine Hand kurz darauf wieder wegzuziehen. Sicher, er hatte schon einmal Bäume gesehen, aber nicht in dieser Menge. Einige vereinzelte Bäume standen in den Gärten der Stadt, die er so gern besuchte, doch sie waren kleiner, weniger. Noch einmal streckte er, mutig, seine Hand aus und berührte abermals die Rinde. So verharrte er für einen langen Augenblick, bis sich langsam, ganz langsam, ein überwältigendes Lächeln auf seine Lippen schlich. Was er hier sah war schlichtweg unglaublich! Er wusste nicht, wie es möglich war oder wo er sich gerade befand, doch er blickte auf eine Unmengen an Bäumen! Langsam hob er seinen Kopf und blinzelte der Sonne und ihren Strahlen entgegen. Doch sie war nicht so klar zu erkennen, wie er es bisher gewohnt war. Nein, die Strahlen mussten sich einen Weg durch das dichte Blätterdach suchen. Es war wie in einer der Projektionen, die er so gern besuchte: ein Waldgebiet. Doch noch nie hatte es sich so täuschend echt angefühlt. Natürlich, für ihn war es bisher immer real gewesen, doch das hier übertraf alles, was er bisher gefühlt hatte. Auch der Boden unter seinen Füßen war etwas Besonderes. Weich wie ein Teppich. »Es ist wunderschön.« murmelte er. Vergessen war die Zuteilung seiner Frau, vergessen sein Regelbruch und vergessen war das Militär, das eigentlich hinter ihm stehen und ihn abholen sollte. Zu atemberaubend war der Anblick, der sich ihm hier bot. Was auch immer er getan hatte, um das zu verdienen, er würde jeden Moment davon auskosten. Bis er wieder in sein Haus zurückkehren musste.



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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Leviaam Sa Nov 10, 2018 6:17 pm

#012 | Mit Dawson | Lichtung

→ Nach dem Zeitsprung

Heute war der perfekte Tag zum Spazierengehen!
Ja, gut, für sie war eigentlich jeder Tag ein guter Tag um spazieren zu gehen – selbst Regentage hatten ihre schönen Seiten, jawohl. Auch wenn das wohl nur die wenigsten Leuten so sehen würden, zumindest hatte sie bisher noch niemanden getroffen, der es genauso sah. Auch wenn sie zugeben musste, dass ihr Antrieb wohl durch ihr Unbehagen Zuhause 'eingesperrt' zu sein nur etwas verstärkt wurde. Auch wenn sich das seit dem Umzug in ein eigenes Haus in Ondula wesentlich verbessert hatte. Es war so schön, dass sie jetzt mit ihrer Schwester richtig zusammen wohnen konnte! Das sie nun auch beide Arenaleiterinnen waren, machte die Sache nur noch sehr viel schöner und angenehmer.
Dür ihren Spaziergang hatte sich die Weißhaarige den Hain der Taäuschung ausgewählt. Er lag nicht allzu weit entfernt von Ondula und war zudem auch noch wunderschön. Die Baumkronen besaßen alle ein dichtes Blätterdach und besonders nach einem Regenschauer war die Luft hier sehr angenehm. Aber heute war ein schöner, sonniger Tag, den Levia mit all ihren Sinnen genoss.
Ebenso taten es ihre Pokemon, die, wie immer, an ihrer Seite waren und sich frei über das Gras bewegten. Rea, das Maracamba, versuchte das Folipruba Atari zum Spielen zu überreden – zumindest sah es ganz danach aus – doch das Pokémon verließ Levias Seite nicht und schüttelte seinen Kopf. Er war zwar manchmal zu Spielen aufgelegt, aber seit dem Überfall dieser Ultrabestien hatte sich auch das Pokémon verändert. Es verließ Levias Seite nur selten wenn sie unterwegs waren und schien sich nur Zuhause etwas mehr zu entspannen. Ein bisschen besorgt sah die Weißhaarige zu ihrem Folipurba: „Du kannst ruhig spielen gehen, Atari.“
Ihre kleine Brandwunde war außerdem auch gut verheilt, auch wenn sie eine feine Narbe an ihrem Unterarm zurückbehalten hatte. Nero hatte sie außerdem seit dem Tag in Rayono nicht mehr gesehen – hoffentlich ging es allen gut. Auch wenn das Ende ziemlich merkwürdig gewesen war .... zumindest wenn sie sich richtig daran erinnerte, denn manchmal kam es ihr so vor, als wäre alles nur ein Traum gewesen ... wären da nicht diese merkwürdigen Ereignisse.
Lev seufzte und schüttelte leicht den Kopf. Es würde nichts bringen darüber nachzudenken. Lieber sollte sie versuchen Atari seine Anspannung zu nehmen, die er auch nach diesem halben Jahr nicht ablegen wollte. Selbst das Irrbis und das Lilminip waren wieder wie früher – ganz zu schweigen von dem Maracamba, dass noch immer fröhliche Laute von sich gab und um das Folipurba herumtanzte. Also hockte sich Levia hin, um mit ihrem Pokémon zu sprechen:
„Amüsier dich mal ein bisschen Atari. Das was passiert ist, ist schon so lange her – mir ist nichts schlimmes passiert und hier ist doch außerdem nichts.“, hätte sie das wohl lieber einmal nicht gesagt. Plötzlich bebte für einen ganz kurzen Moment der Boden und Levia konnte hören, wie einige Bäume umgerissen wurden. Überall knackte und krachte es – ganz in ihrer Nähe!
Vor Schreck fiel Lev nach hinten auf ihr Hinterteil und konnte sich im ersten Moment nicht rühren.
Bei ihr stand Atari und fixierte die Richtung, aus der der Lärm gekommen war. Er schien dazu bereit zu sein jeden anzugreifen, der jetzt aus dem Unterholz stolpern würde.
Doch auch als der Lärm vorbei war, saß die Weißhaarige noch einen Augenblick wie versteinert auf dem Boden. Was zur Hölle war das gewesen?!
Leider hatten sich sowohl das Irrbis, als auch das Lilminip schneller gefangen als ihre Trainerin und sie waren neugierig. Sie tauschten einen kurzen Blick aus und schon flogen sie direkt in die Richtung aus der der Lärm gekommen war. Levia sprang stolpernd auf ihre Füße und sah ihren Pokémon fassungslos hinterher. „Hey! Das ist gefährlich, kommt zurück!“, rief sie, doch die beiden hörten nicht. Ohne zu Zögern rannte Levia den beiden hinterher – sie konnte doch nicht zulassen, dass ihnen etwas passierte, sie war schließlich für die beiden verantwortlich!
„Abby! Aralia!“, rief sie, doch die beiden hörten nicht. An ihrer Seite waren nur noch Atari und Rea, die aber ebenso nach den beiden zu Rufen schienen, wenn auch mit genauso wenig Erfolg wie Levia. Plötzlich lichtete sich der Wald und neben einer riesigen Schneise, die durch die Bäume gezogen war, sah Levia etwas, dass sie augenblicklich wie angewurzelt stehen ließ. Da stand ein Wesen auf der Lichtung .... ein Wesen, dass schon an die höchsten Bäume heran reichte und damit vielleicht 10 Meter groß war ... ein Wesen wie aus einer anderen Dimension.
Levia war kurz davor einige Schritte zurück zu gehen, als sie etwas sah, dass ihr einen fast noch größeren Schrecken einjagte. Sie konnte dass schimmernde Irrbis und das Lilminip deutlich erkennen – doch leider waren sie nicht allein. Abgesehen von diesem riesigen, überdimensionalen Irgendwas, war da noch jemand. Und eben dieser Jemand wurde gerade von Abby umkreist und neugierig betrachtet, während das Likminip vor ihm in der Luft hing und den Kopf genauso bewegte wie er es tat.
//Ohje.//, ohne weiter darüber nachzudenken lief Levia auf diese Person zu, dass sie dabei auch genau auf die Ultrabestie zusteuerte, war ihr in diesem Moment einerlei. Abgesehen davon bewegte sich die Bestie nicht einmal sondern saß wie ein zu groß geratener Felsen regungslos auf der Lichtung – vielleicht hatten sie Glück und es schlief gerade? Zumindest begann es nicht damit den Hain zu zerlegen, wie es damals diese Dinger in Rayono getan hatten.
„Abby! Aralia! Schluss jetzt!“, rief Levia, kaum das sie in Hörweite war. „Lasst den Jungen in Ruhe!“
Schließlich blieb sie stehen und sah ihre beiden Ausreißer an, die einen Moment zögerten, bis schließlich zuerst das Lilminip klein bei gab und zu ihr zurück schwebte. Nur das Irrbis wollte, wie immer, nicht hören und umkreiste den weißhaarigen Jungen ein weiteres Mal, während sie fröhliche Laute von sich gab. Das war doch jetzt nicht wirklich Abbys Ernst oder?!
Levia schritt auf das Pokémon zu und packte es schließlich. „Es reicht es Abby – du sollst doch keine anderen Menschen ärgern, dass habe ich dir schon hundert Mal gesagt ...!“
Abgesehen davon war es verdammt noch mal unglaublich peinlich. Das ihr Pokémon so gar nicht auf sie hören wollte warf kein gutes Licht auf sie als Trainerin.
„Entschuldige, falls dich meine Pokémon geärgert haben. Aralia und Abby sind leider etwas zu neugierig und verspielt manchmal. Ich hoffe sie haben dich nicht erschreckt oder gestört?“, fragte Levia vorsichtig nach und ließ dabei auch wieder Abby los, die jedoch freundlicherweise bei ihr blieb – auch wenn sie sich dabei auf ihrem Kopf niederließ. Auch Atari und Rea waren bei ihr angekommen und betrachteten den Fremden, wobei Ataris Blick jedoch auch immer wieder zu diesem riesigen Wesen huschte, dass noch immer in ihrer unmittelbaren Nähe regungslos auf dem Gras verharrte. Hoffentlich würde es so ruhig bleiben und der Junge hatte keinen zu schlechten Eindruck von ihr – warum musste Abby auch immer so frech sein ...


Zuletzt von Levia am So Nov 11, 2018 3:00 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam Sa Nov 10, 2018 6:51 pm

Hain der Täuschung
Post #002, mit: Levia
Er konnte sich gar nicht satt sehen an diesen wuchtigen Bäumen und dem Sonnenlicht, das sich durch das dichte Blätterdach brach. Eine Projektion war es, nichts weiter, das wusste er - denn wie sollte es auch anders sein? Aber sie war so anders als alles, was er bisher gesehen hatte. So absolut fantastisch. Warum war er der einzige, der diese wunderbare Schöpfung begutachtete? Wo waren die anderen Menschen der Stadt, diejenigen, mit denen er seine Vorliebe für sämtliche Wald-Projektionen teilte? Er konnte gar nicht nachvollziehen, dass niemand das hier sehen wollte! Aber das war auch nicht das Einzige, was ihn völlig verwunderte. Während er die Rinde des Baumes berührte, schweifte er immer wieder ab und fragte sich, wo das Militär abgeblieben war, das eben noch neben ihm gestanden hatte. Und hatte sich nicht auch eines dieser Dinger gezeigt, die er eigentlich hatte begutachten wollen? Immer wieder schlich sich der Gedanke in seinen Kopf, doch genauso schnell war er auch wieder verschwunden - viel zu wundervoll war das, was er hier zu sehen bekam. Er kam nicht umhin, aufzulachen. So etwas Wunderbares hatte er noch nie gesehen!
Sein Lachen erstarb aber genauso schnell, wie es gekommen war, als etwas vor seinem Gesicht auftauchte, dass er ebenfalls noch nie gesehen hatte - nicht einmal als Projektion. Erschrocken wich er schnell einen Schritt zurück, wollte Abstand zwischen sich und diese...was auch immer sie waren bringen, doch das eine der beiden, ein lilanes kleines Wesen, ließ nicht von ihm ab und umkreiste immer wieder seinen Kopf. Panik stieg in ihm auf, da er nichts damit anzufangen wusste - was waren sie? Was wollten sie von ihm? Waren sie geschickt worden, um ihn verrückt zu machen? Dass dieser Gedanke völlig absurd war, kam ihm da gar nicht in den Sinn. Panisch fing er an, mit seinen Armen zu wedeln, um diese Wesen zu vertreiben. »Hinfort mit euch!« rief er dabei immer wieder aus. Sein Kaguron sah das ganze Schauspiel von oben herab, erkannte aber, dass von den Wesen keinerlei Gefahr ausging. Es blieb stumm stehen, wie einer der Bäume, den es zuvor zerstört hatte, weil es einfach viel zu groß war. Das Verhalten seines Partners ließ Dawson aber auch innehalten; noch immer hatte er Angst vor dem, was ihn da angegriffen hatte, doch wenn Auruhin nicht eingriff, konnte keine ernsthafte Gefahr von ihnen ausgehen. Immerhin waren Patreos ihre Beschützer! Er hörte auf, mit den Armen zu wedeln, versuchte aber, sich so klein wie möglich zu machen. Er wollte diese Wesen nicht berühren, kam aber nicht umhin, sie sich einmal genauer anzuschauen. Sie waren so klein, so winzig - wie kleine Mini-Patreos! Als wären sie geschrumpft. Wenn man einmal von Katagami absah, waren Patreos immerhin riesige Beschützer! Was war also diesen hier zugestoßen? Und warum hatte bisher niemand diese Erscheinungsform je gesehen?
Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, zuckte er abermals zusammen, als er die Stimme einer jungen Frau vernehmen konnte. Sie rief zwei Namen und befahl ihnen, dass sie ihn in Ruhe lassen sollten. Abby und Aralia? Waren das nicht Mädchennamen? Verwirrt sah er sich um, konnte jedoch niemanden sonst erblicken. Erst als das grüne Wesen auf die junge Frau hörte, dämmerte es Dawson, dass die Wesen irgendwie zu ihr gehörten. Was völlig absurd war - jeder hatte höchstens einen Patreos! Niemals aber mehrere. Und diese Frau...sie hatte gleich vier? Denn mit ihr waren noch zwei weitere Wesen aufgetaucht, beide in grüner Farbe, jedoch vollkommen unterschiedlicher Gestalt. Es war beängstigend und langsam fing Dawson an sich zu fragen, ob die Regierung das nicht eingeplant hatte, um dafür zu sorgen, dass er sich nie wieder ihren Regeln widersetzte - aus Angst, ihm könnte irgendetwas Schlimmes passieren. Das lilane Etwas umkreiste ihn außerdem auch weiterhin, was ihn schier verrückt machte. Es sollte endlich damit aufhören! Doch er rührte sich einfach überhaupt nicht mehr und versuchte, seine Aufmerksamkeit ganz auf die Frau zu fokussieren - die jetzt auf sie zuschritt und das lilane Wesen packte, sodass es keine andere Wahl hatte, als mit dem Umkreisen aufzuhören. Das verunsicherte Dawson allerdings nur noch mehr und er zuckte zusammen. »So behandelt man keine Patreos!« war das erste, was ihm dazu einfiel. Erst hinterher fiel ihm auf, dass er seine Worte laut ausgesprochen hatte. Er wusste ja nicht einmal, ob das Patreos waren! Aber eine andere Möglichkeit gab es auch nicht. Fast beschämt sah er auf den Boden. Na wenn er da mal nicht wieder zu viel gesagt hatte. Aber nein, statt ihn zu bestrafen, entschuldigte sich die Frau bei ihm! Ihre Worte ergaben für ihn allerdings überhaupt keinen Sinn. »P-Pokémon?« sprach er das ihm unbekannte Wort aus. Nein, das hatte er noch nie gehört. Was sollte das sein? Und diese geschrumpften Patreos gehörten jetzt tatsächlich zu dieser Frau? Das war..doch völlig unmöglich!



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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Leviaam Sa Nov 10, 2018 7:45 pm

#013 | Mit Dawson | Lichtung im Hain der Täuschung

Erst jetzt fiel Levia auf, dass der Junge sie und ihre Pokémon ziemlich erschrocken musterte. Lag das jetzt wirklich an ihr? Das konnte nicht sein, denn schließlich stand da ein riesiges Ding auf der Lichtung, dass definitiv vorher nicht da war und gefühlt einen Viertel des Waldes nieder gemäht hatte, als es herkam! Aber dennoch sah der Junge ganz eindeutig zu ihr und ihren Pokémon. Mehr noch, denn als sie das Irrbis daran hinderte den fremden Weißhaarigen weiterhin zu umkreisen, sagte er etwas, dass sie stutzen ließ. Hatte er ihr Pokémon gerade ein Patreon genannt?
Was war denn das schon wieder?
Jetzt war es an Levia einen Moment verwundert den Jungen vor sich anzuschauen. So ein Wort hatte sie definitiv noch nie gehört. Aber das bekam der Junge gar nicht mehr mit, da er ziemlich beschämt zu Boden sah und erst wieder aufblickte, als sich Levia für ihre Pokémon und deren Verhalten entschuldigte.
Sie sah den Jungen an und neigte leicht den Kopf, als er gar nicht darauf einging, sondern das Wort Pokémon ziemlich fragend wiederholte, als hätte er noch nie davon gehört. Das war doch aber unmöglich .... oder?
Dennoch ... die Art wie er sie uns ihre Pokémon ansah .... dass er nicht auf dieses fremde, riesige Ding reagierte, dass sie potenziell mit einem Schlag töten könnte ... dass er hier war, obwohl jeder weg gerannt wäre, wenn so ein Ding auf ihn zu käme ....
Levia schüttelte innerlich den Kopf um sich zur Ordnung zu rufen. Nein, das war unmöglich – vielleicht hatte der Junge ja auch jahrelang irgendwo eingesperrt gelebt .... oder hinter dem Mond .... oder .... ach egal.
„Ähm, ja, Pokémon.“, sagte sie endlich. „Das hier sind meine Pokémon. Sag bloß du hast davon noch nie gehört?“, fragte sie den Jungen verwirrt. „Und ich weiß zwar nicht, was du vorhin meintest, aber Patreons sind das ganz sicher nicht – ich weiß ja nicht mal was das sein soll.“
Oder war das einfach sein Wort für Pokémon?
Von den ganzen Fragen, die sich ihr in diesem Moment auftaten würde sie sicherlich noch Kopfschmerzen bekommen. Ob das hier nicht nur irgendeine Art von Traum war? Ein ziemlich schräger Traum ....?
Gerne hätte sich Levia in den Arm gekniffen um das zu überprüfen, doch sie hielt sich zurück um nicht einen noch schlechteren Eindruck auf den Jungen zu machen ... falls das überhaupt möglich war. Abby und Aralia hatten schließlich ganze Arbeit geleistet.
„Oh, im übrigen, mein Name ist Levia, und das hier sind Atari, Abby, Aralia und Rea – und wie heißt du?“, fragte sie stattdessen, um das Gespräch in eine normale Bahn zu lenken – zumindest hoffte sie das. Sie deutete zudem kurz auf jedes ihrer Pokémon, während sie ihre Namen nannte - ob sie vielleicht auch erwähnen sollte um welche Pokémon es sich dabei handelte? Denn zu kennen schien er Pokémon ja scheinbar wirklich nicht.
Außerdem musste sie nachher unbedingt Larry davon erzählen und hoffen, dass diese sie nicht für verrückt halten würde. Aber gerade sie als ihre Zwillingsschwester musste ihr das doch glauben oder? Ganz zu schweigen davon, dass sie sich so etwas verrücktes doch niemals einbilden könnte, oder?
Ein riesiges Etwas auf einer Lichtung und ein Junge, der keine Ahnung von Pokémon zu haben schien waren garantiert keine Dinge, die man sich einfach so ausdachte ...! Also ... zumindest sie nicht. Argh! Levia tat schon wieder fast der Kopf weh – sie war sich ja nicht einmal sicher, ob sie diesem Jungen überhaupt ihre Hand hinhalten sollte oder nicht. Es war so, als ob sie mit jemandem spräche, der von einem ganz anderen Planeten käme ....
Aber wie gesagt, dass war doch schließlich vollkommen unmöglich, oder?
Das Lilminip hatte es sich inzwischen auf Levias Schulter bequem gemacht und betrachtete den Fremden aufmerksam, während es das Sonnenlicht genoss, dass auf sie herunter strahlte. Doch trotz der angenehmen Wärme und der eigentlich wunderschönen Umgebung war die Situation gerade äußerst merkwürdig. Denn obwohl sie die Anwesenheit des riesigen Pokémons verunsicherte, wusste Levia nicht so recht, wie sie ihre neue Bekanntschaft darauf ansprechen sollte.
Etwas unsicher kratzte sie sich leicht am Hinterkopf, bevor sie, nach einem kurzen Blick in Richtung des riesigen, felsähnlichen, grauen Dings, sich wieder an den Weißhaarigen wandte. „Sag mal ... hast du nicht mitbekommen, dass dieses riesige ... äh ... irgendwas? ... hier abgestürzt ist?“, damit sah sie wieder leicht zur weiterhin äußerst friedlich dastehenden Ultrabestie, die Levia jedoch nach wie vor nicht als solche erkannte, denn begegnet war sie ihr damals in Rayono nämlich nicht. Gingen etwa wieder solche Portale überall hier im Land auf und fingen an fremde Pokémon in ihre Welt zu entlassen?
Dieser Gedanke bereitete der Weißhaarigen Unbehagen, auch wenn dieses Exemplar hier äußerst friedfertig zu sein schien. Mit Absicht hatte es die Bäume bei seiner Landung ja offensichtlich nicht umgemäht – sonst würde es ja damit weiter machen, oder?
Etwas fragend betrachtete Levia ihre neue Bekanntschaft, die jedoch, wenn auch aus anderen Gründen, ebenso verwirrt zu sein schien wie sie in diesem Augenblick. Doch noch war Levia nicht ganz klar was genau das war .... denn noch immer kam ihr nicht in den Sinn, dass dieser Junge vor ihr gemeinsam mit der Ultrabestie erschienen sein könnte. Dazu hielt sie diesen Gedanken für viel zu absurd.


Zuletzt von Levia am So Nov 11, 2018 2:59 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam Sa Nov 10, 2018 11:16 pm

Hain der Täuschung
Post #003, mit: Levia
So verwirrt, wie die junge Frau ihn ansah, als er die Patraeos erwähnte, fühlte er sich bei diesen "Pokémon", die ihm so gar nichts sagten. Was sollte das sein? Woher kamen sie? Wieso kannte er sie nicht? Langsam glaubte er doch, dass man sich mit ihm einen Scherz erlaubte. Vielleicht war es ja seine Aufgabe, ihn zu durchschauen? Aber das würde eigenes Denken voraussetzen und das war nicht gern gesehen. Die junge Frau bestand aber darauf, dass es Pokémon an ihrer Seite waren. »Sollte ich denn schon davon gehört haben?« stellte er die Gegenfrage, noch immer sichtlich verwirrt. Und die Verwirrung legte sich nicht, als sein Gegenüber behauptete, dass sie noch nie etwas von Patraeos gehört haben wollte. Wie konnte man von denen noch nie etwas gehört haben? Sie waren überall in der Welt und schon als kleines Kind lernte man, was es mit ihnen auf sich hatte. »Du weißt nicht, was Patraeos sind?« fragte er vollkommen fassungslos, ehe er sich in dem Stück Wald umsah, in dem er sich gerade befand. Er wartete förmlich darauf, dass jeden Moment jemand aus der nächsten Ecke gesprungen kam und ihm mitteilte, dass es seine Strafe für seinen Regelbruch war. Andererseits...war das doch eine äußerst seltsame Strafe. Prügel, Verhaftung - ja, aber das? Was sollte ihm das sagen? Er sah auch zu Auruhin empor und versuchte, in dessen Gesicht irgendetwas zu lesen, das ihm weiterhelfen konnte. Aber einmal davon abgesehen, dass er das Gesicht seines Patraeos von hier unten kaum sehen konnte, hätte ihm Auruhin auch nicht helfen können. Denn er wusste genauso wenig, was hier vor sich ging. Der Wald faszinierte auch das Kaguron, denn auch wenn es einige Bäume zerstört hatte, fand er die Menge doch irgendwie faszinierend. Aber noch immer schien es nicht zum Angriff übergehen zu wollen, was wohl ein gutes Zeichen war. Dawson fand die seltsamen Wesen, diese angeblichen "Pokémon", immer noch sehr suspekt, aber er konnte sich bei Auruhin sicher fühlen. Was nicht hieß, dass er in deren Nähe kommen wollte. Die jetzige Entfernung war gerade noch so in Ordnung.
Als sich die junge Frau dann aber vorstellte, kehrte ein wenig Normalität in die ganze Sache ein. Ein wenig. Mit Namen konnte er durchaus etwas anfangen, doch es verwirrte ihn, dass sie sich lediglich mit ihrem Vornamen vorstellte. Üblicherweise sprach man sich doch zunächst mit dem Nachnamen an? Und dann waren da noch die vielen Namen ihrer Begleiter, die er erst recht nicht nachvollziehen konnte. Wieso hatte sie derartig viele Miniatur-Patraeos? Sie musste etwas ganz besonderes sein! Und daher auch weit über ihm stehen. Und weit über der Präsidentin. Was allerdings auch absolut keinen Sinn ergab. Niemand stand über der Präsidentin. Aber er hatte noch von keinem Fall gehört, in dem jemand gleich vier Beschützer an seiner Seite hatte. »Dawson.« nannte er letzlich nur seinen Namen, noch verwirrt von allem anderen. Aber nach mehr hatte Levia ja auch nicht gefragt, nicht wahr? Er betrachtete sie ein wenig genauer und versuchte, Anzeichen dafür zu finden, was sie genau von ihm wollen könnte. Doch er fand absolut gar nichts. Ihm entging aber auch nicht, dass eines ihrer Patraeos...Pokémon...was auch immer Auruhin anstarrte als wäre der irgendeine Bedrohung. Und dann kam auch noch Levia damit an und erzählte irgendetwas von Auftauchen oder Abstürzen und riesiges Ding. Dawson sah sie an, als sei sie verrückt geworden, dann folgte er ihrem Blick. Sie meinte tatsächlich...Auruhin? Hier war doch niemand abgestürzt! Gut, er hatte sich genüsslich auf den Bauch gelegt, auf diesen wunderbar weichen Boden, aber..abgestürzt war hier niemand. Dawson hatte zwar auch keine Ahnung, wie er hier gelandet war, aber wenn sie abgestürzt wären, hätte er das wohl gewusst. »Du sprichst von Auruhin? Hier ist niemand abgestürzt. Soll das eine neue Art der Bestrafung sein? Wenn Sie mich dazu bringen wollen, den Verstand zu verlieren, damit ich mich Ihnen nicht mehr wiedersetzen kann, werden Sie mehr brauchen als das hier.« sagte er und machte eine ausladende Geste auf die vermeintliche Wald-Projektion. Gut, er war kurz davor wirklich zu glauben, dass er verrückt wurde, aber er würde sich bestimmt nicht einrede, dass irgendetwas hiervon echt war! »Wie schaltet man das wieder aus?« fragte er, mittlerweile doch ein wenig aufgebracht, ehe er zu einem der Bäume ging und nach einem Ausschalter suchte. Auch einen Blick auf seine Armbanduhr riskierte er - war sie stehen geblieben? Die Zeit schien gar nicht weitergelaufen zu sein. Er hob seinen Arm an und drückte auf der Uhr herum, doch es geschah überhaupt nichts. »Bis vor ein paar Minuten hat sie doch noch funktioniert.« murmelte er vor sich hin. Vielleicht sollte er einfach wieder nach Hause gehen. Dort konnte jemand seine Uhr reparieren und er würde das Abendessen serviert kriegen. Wie jeden Tag also. Und dann musste er eine Lösung finden, diese Frau nicht heiraten zu müssen. Dieses Problem erschien ihm gerade aber sehr weit weg. Erst einmal musste er herausfinden, was hier eigentlich gespielt wurde.



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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Leviaam So Nov 11, 2018 1:31 am


#014 | Mit Dawson | Lichtung im Hain der Täuschung

Sollte er sie kennen, fragte er .... Sollte er sie kennen?! Natürlich sollte er sie kennen! Pokémon waren jetzt weiß Gott nichts unnatürliches oder so seltenes, dass man sich über sie wundern sollte – und doch tat ihr Gegenüber genau das und Levia widerstand dem Drang sich die Hand vor die Stirn zu schlagen. Das wäre nur unhöflich gewesen und sie sollte wenigstens versuchen mit ihrem Gesprächspartner nett und freundlich zu sprechen .... sie wollte schließlich auch nett behandelt werden, oder?
Aber das war bei Arceus nicht leicht – zumindest musste sich Levia ziemlich zurückhalten, da sie genau wusste, dass ihre direkte Art manchmal etwas ... ungestüm ... sein konnte. Also versuchte sie es auf die freundliche Tour: „Also .... eigentlich schon. Ich habe zumindest noch nie jemanden getroffen, der keine Pokémon kennt. Sie sind hier schließlich überall.“
Auf sein fassungsloses Gesicht, als sie ihm erzählte, dass sie nicht wisse, was Patraeos sein sollten, wusste sie im ersten Moment auch nichts zu sagen – stattdessen schüttelte sie zunächst den Kopf bevor ihr doch noch etwas einfiel, was sie sagen konnte. „Nein ... sollte ich das?“
Sie sah ihren gegenüber recht fragend an. Na immerhin antwortete er auf ihre Frage und sie erfuhr, dass sie mit einem gewissen Dawson sprach. Das erleichterte einiges – denn so konnten sie sich jetzt zumindest mit Namen ansprechen.
„Nett dich kennenzulernen, Dawson.“, meinte sie daraufhin, lächelte etwas und war doch erleichtert, dass das Gespräch in einem gewissen Rahmen normal verlief – dachte sie zumindest. Denn abgesehen davon, dass Dawson ständig zu diesem Ding schaute, war er wohl immer noch mit ihr und ihren Pokémon überfordert. Ein bisschen überfordert war Levia auch – und zwar, weil ihr langsam dämmerte, dass ihr Gegenüber und das riesige Ding zusammengehören konnten.
Dieser Verdacht erhärtete sich nur noch mehr, als Dawson sie ansah, als sei sie eine Verrückte, nachdem sie ihn gefragt hatte, ob er nicht mitbekommen hatte, wie das Irgendwas hinter ihnen abgestürzt sei. Er bezeichnete das Wesen als ... Aruhin? Moment, das Ding hatte einen Namen und er kannte es wirklich?!
Jetzt war es an Levia ihren Gegenüber fassungslos anzuschauen – und leider war er noch nicht fertig mit seiner Vorstellung. Er fing an davon zu faseln, dass hier niemand abgestürzt sei und ob das hier eine neue Bestrafung sei und das man ihn damit ja nicht klein kriegen würde. Die Weißhaarige sah zu ihren Pokémon, die jedoch ebenso verwirrt zu sein schienen wie ihre Trainerin. Diese strich sich dann auch durch ihre Haare, bevor sie sich zu Dawson wandte, der wohl gerade dabei war vollends seinen Verstand zu verlieren.
„Aruhin? Also dieses .... äh ich meine .... es hat einen Namen?“, fragte sie, noch immer sichtlich verwirrt. „Es gehört also zu dir? Außerdem, was für eine Bestrafung? Hier wird niemand bestra- ... was zur Zerrwelt tust du da?!“
Noch bevor Levia auch nur versuchen konnte Dawson zur Vernunft zu bringen, war dieser auch schon zu einem der Bäume gegangen und begann ihn ... abzusuchen? Für einen Moment beobachtete sie das Schauspiel und wie Dawson danach fragte, wo man 'das' ausschalten könnte. Wo dachte er denn bitte, dass sie hier waren?
„Ausschalten? Was denn bitte ausschalten? Wir sind hier doch nicht in einem Computerspiel, Dawson.“, versuchte Levia es noch einmal. Sie betete darum, dass er wieder zur Vernunft kommen möge, bevor auch sie noch anfing an ihrem eigenen verstand zu Zweifeln. „Und natürlich ist Aruhin hier abgestürzt – die kleine Schneise und die umgeknickten Bäumen kommen doch nicht einfach aus dem Nichts zustande.“
Auch wenn Levia noch nicht ganz verstand wieso dieses Etwas bei ihnen einen Namen hatte, so war es wohl doch besser, wenn sie den Namen benutzte und es nicht umschrieb, denn das schien Dawsons Psyche alles andere als gut zu tun. Okay, er war derjenige, der gerade versuchte die reale Welt abzuschalten, aber noch schlimmer wollte sie es nun wirklich nicht machen. Aber was sollte sie denn bitte noch tun um den Jungen wieder ins Hier und Jetzt zurück zu holen?
Denn jetzt drückte er wie wild auf seiner Armbanduhr herum, als ob er davon etwas erwarten würde. So langsam konnte man wirklich glauben, dass Dawson nicht von dieser Welt war. Ein bisschen verzweifelt strich sich Levia abermals durch die Haare, bevor sie ein paar Schritte auf Dawson zutrat, jedoch darauf achtend, ihm möglichst nicht zu nahe zu treten, für den Fall, dass dieses Ding doch zu ihm gehörte und er sein 'Patreaos' – oder wie auch immer es hieß – noch auf sie hetzte. Ihre Pokémon blieben freundlicherweise zurück, als ob sie verstanden hätten, dass Dawson sich bei ihnen nicht wohl fühlte, Das Lilminip sah nun zu Aruhin, während sich das Irrbis neben dem Maracamba ins Gras gesetzt hatte. Nur Atari beobachtete das ganze Geschehen sehr aufmerksam und ließ weder Levia noch Dawson aus den Augen.
Levia betrachtete den Jungen vor sich relativ besorgt. Nicht nur schien er irgendwie vollkommen durchgedreht zu sein, sondern wirkte gleichzeitig auch extrem verloren. Sie hatte das Gefühl, dass sie ihn nur zu einem geringen Teil verstand – und ihre Probleme sich gegenseitig richtig zu verständigen, waren nur noch weitere Zeugen davon. Vorsichtig räusperte sich Levia, um auf sich aufmerksam zu machen und sah Dawson an.
„Alles ... in Ordnung bei dir Dawson?“, fragte sie vorsichtig nach und sah ihn weiterhin besorgt an. Irgendwie tat ihr dieser Junge Leid – und das nicht, weil er sich so komisch verhielt, sondern weil seine Taten irgendwie mehr etwas von Verzweiflung als von Bedrohung an sich hatten. Die Training hatte nicht das Gefühl einem schlechten Menschen gegenüber zu stehen.
„Sag mal ... von woher kommst du?“, sie sah Dawson offen an. Vielleicht brachte diese Frage etwas Licht ins Dunkel? Vielleicht brachte sie auch noch mehr Fragen, aber so käme sie vielleicht wenigstens ein Stückchen voran. Irgendworan musste es ja schließlich liegen, dass er keine Pokémon kannte, oder?
Leider bemerkte Levia genau in diesem Moment, dass es sich etwas Grünes in Dawsons Haaren bequem gemacht hatte. Ein junges Webarack war wohl aus den Ästen des Baumes gefallen – eigentlich nichts ungewöhnliches vor allem für junge Pokémon dieser Art – doch in Anbetracht von Dawsons bisherigen Reaktionen war das hier wohl der ungünstigste Zeitpunkt, den man sich hätte wünschen können. Aber vielleicht bemerkte er es ja gar nicht, bis sich das junge Spinnenpokémon von alleine wieder in sein Nest bequemte?
Levia jedenfalls versuchte nicht zu offensichtlich auf das kleine Pokémon in Dawsons Haaren zu schielen, sondern lieber den Jungen anzusehen, der ihr momentan solche Sorgen bereitete. In diesem Augenblick wünschte sie sich sehr, dass sie eine Idee hätte, was sie tun könnte, aber ihr fiel beim besten Willen nichts ein. Diese ganze Situation war schlichtweg einfach unglaublich und definitiv nicht von dieser Welt ....


Zuletzt von Levia am So Nov 11, 2018 2:59 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam So Nov 11, 2018 10:32 am

Hain der Täuschung
Post #004, mit: Levia
Es war zum Verrückt werden! Nicht nur, dass diese Frau mit Wörtern um sich warf, die er nicht verstand, jetzt behauptete sie auch noch, dass diese Pokémon überall hier waren und sie niemanden kannte, der sie nicht kannte! Das war doch völliger Unfug! »Überall? Patraeos sind überall, aber nicht diese..Pokémon!« Es erschien ihm immer noch seltsam, das Wort überhaupt auszusprechen, so fremd klang es aus seinem Mund. Langsam verzweifelte er auch wirklich an der ganzen Situation und es wurde nur schlimmer, als sie ihm in Bezug auf die Patraeos die selbe Frage stellte, wie er in Bezug auf die Pokémon. Im Grunde hatte er die Frage ja nun auch schon beantwortet - Patraeos waren überall, wie sollte man sie nicht kennen? »Ich kenne niemanden, der sie nicht kennt.« wiederholte er die Antwort der Frau einfach, da es ja auch so war. Alle wussten, was die Patraeos taten und jeder, der eine an seiner Seite wusste, konnte sich glücklich schätzen. Nur so war Dawson wahrscheinlich dem Ausschluss aus der Gesellschaft entkommen: weil er durch Auruhin in die Elite aufgestiegen war. Jeder der Unterschicht wünschte sich, dass ihm das widerfuhr und Dawson hatte großes Glück gehabt, dass das Kaguron ihn auserwählt hatte. Dass die Frau, die sich folgend als Levia vorstellte, noch nie etwas davon gehört haben wollte, schien ihm einfach unbegreiflich! Dennoch, ihre Vorstellung half zumindest minimal, ihn wieder ein wenig runter zu kochen, denn auch, wenn sie direkt beim Vornamen verblieben, waren Vorstellungen doch etwas ganz Normales. »Ja..ja, freut mich sehr.« sagte er noch etwas neben der Spur, meinte es aber durchaus ernst. Dann fuhr er sich mit der Hand durch die Haare, die daraufhin recht zerzaust zurück an ihren Platz fielen. Er musste sich beruhigen und einen kühlen Kopf bewahren. Das war einfach die neue Masche der Regierung: die Leute verwirren, die sich nicht an deren Regeln hielten, um dann von hinten zuzuschlagen. So musste es einfach sein! Doch sich zu beherrschen war so unglaublich schwer. Erst recht, als Levia irgendetwas von einem Absturz faselte. Es war niemand abgestürzt! Und natürlich hatte er seinem Patraeos einen Namen gegeben! Das machte man doch schließlich so. Es war wirklich zum Verzweifeln. »Ja natürlich hat er einen Namen! Er hat mich erwählt, da ist das doch ganz üblich.« versuchte er es abermals, doch dann wurde es ihm einfach zu viel. Irgendwie musste man diese Projektion doch abstellen können! So schön sie auch war, sie trug nicht gerade dazu bei, dass er sich bei klarem Verstand wusste. Er war nicht verrückt! Auch wenn Levia ihn gerade genau so anschaute. Er musste nur den passenden Schalter finden, also begab er sich zu einem der Bäume. Vielleicht der, den er zuvor noch berührt hatte. So echt, wie er sich angefühlt hatte, war die Wahrscheinlichkeit doch sehr hoch, dass die Projektion von ihm ausging! So unterbrach er Levia auch in ihren Sätzen, die dann plötzlich etwas von einer Zerrwelt sagte. Was sollte das schon wieder sein? Nein, Dawson war sichtlich bemüht, sich darüber nicht auch noch den Kopf zu zerbrechen. Aber wo zum Patraeos war der Ausschalter? Der Baum schien gar nichts herzugeben, weshalb er es nun mit seiner Armbanduhr versuchte. Die war für so etwas schließlich auch wie geschaffen. Aber auch hier passierte nichts. Weniger als nichts sogar, denn das Ding funktionierte überhaupt nicht mehr! Als wäre der Akku entfernt worden. Was unmöglich war, weil es gar keinen Akku hatte. Nun meldete sich aber auch Levia wieder zu Wort, die ihn absolut nicht zu verstehen schien. Ja was wollte er wohl ausschalten? Und natürlich wusste er, dass sie nicht in einem Computerspiel waren! Die liefen schließlich ganz anders ab, mit Hologrammen und so. Das hier war lediglich eine Projektion, die ihnen Welten zeigen sollten, die sie niemals würden erreichen können. Weil es sie nicht gab. Ebenso wie Auruhin nicht hier abgestürzt war! Levia schien das aber ganz anders zu sehen. Wegen der umgeknickten Bäume und der Schneise, die wohl vorher nicht da gewesen war, gab es für sie keinen Zweifel, dass sie abgestürzt sein mussten. Umgeknickte Bäume? Die hatte Dawson bisher noch gar nicht bemerkt. Verwirrt wandte er sich um und blickte in die Richtung seines Patraeos. Es stand mitten auf dem weichen, grünen Boden - inmitten von umgestürzten Bäumen. In einer Projektion stürzte nichts um. Stand man darin, verschwand sie. Nur...hatte er auch nicht durch den Baum hindurch greifen können. Wurde er nun also doch verrückt? Mit einem Schlag wurde er ganz ruhig, bewegte sich keinen Zentimeter mehr. Stattdessen starrte er Levia fassungslos an, die mittlerweile ein Stückchen auf ihn zu gekommen war und ihn besorgt musterte. Gern hätte er wild um sich geschlagen, aber er ahnte, dass ihn das auch nicht weiterbringen würde. Er musste sich beruhigen, damit er wieder nach Hause durfte. Es war bestimmt eine Art Test, den er gerade total vermasselte. Vielleicht wurde er ja dazu auserkoren, als Wissenschaftler die Außenwelt zu erkunden? Dann würde es durchaus Sinn machen, dass man ihn in eine solch echte Projektion steckte. Er wusste zwar nicht, wie es außerhalb aussah, aber vielleicht gab es da ja auch so viele Bäume? Oder war er bereits außerhalb der Mauer? Aber er hatte keinen Schutzanzug an! Was bedeutete, dass er sicher bald sterben würde. Wieder einmal stieg Panik in ihm auf - das konnte doch alles nicht wahr sein! »Nein, gerade ist nichts in Ordnung. Sterbe ich jetzt?« fragte er total verzweifelt. Er kam von diesem Gedanken einfach nicht mehr los. Er war gerade einmal achtzehn Jahre alt, er wollte noch nicht sterben! Oh Patraeos, er hätte besser auf die Regeln hören sollen, sie nicht ständig brechen sollen. War sein Leben jetzt vorbei?
Die folgende Frage nach seiner Herkunft ließ ihn dann auch abermals innehalten. Woher er kam? Meinte sie damit seine Schicht? Seinen jetzigen Wohnort? Verwirrt starrte er sie weiter an. Er hatte auf diese Frage keine Antwort, denn sie war ihm noch nie gestellt worden. Warum auch? Jeder kam aus Pandragon - woher auch sonst? »Ursprünglich vom äußeren Ring, jetzt wohne ich im Stadtkern, wie jeder mit einem Patraeos an seiner Seite.« antwortete er, bemüht, ruhig zu sprechen. Aber das war gar nicht so einfach! Immerhin konnte er nicht nachvollziehen, warum Levia ihn so überhaupt nicht zu verstehen schien. Oder warum er sie nicht verstand. Aber vielleicht konnte die selbe Frage seinerseits ja Licht ins Dunkel bringen! »Woher kommst du denn?« fragte er also vorsichtig. Es erschien ihm seltsam, diese Frage zu stellen - so, als wäre er eben doch verrückt - aber wenn es ihm half, sie irgendwie zu verstehen, dann bitte, stellte er auch Fragen, die keinen Sinn ergaben! Eine Antwort musste allerdings auf sich warten lassen, da er plötzlich ein Gewicht auf seinem Kopf verspürte, das ihn zusammenzucken ließ. Es war vorher noch nicht da gewesen! Auch bemerkte er Levias Blick, sodass er wie aus Reflex seinen Kopf schüttelte, um das, was auch immer sich dort befand, herunter zu bekommen. Statt damit aber Erfolg zu haben, klammerte sich das Ding nur an ihm fest, nicht gewillt, loszulassen. »Oh Patraeos, was ist das nur?« fragte er, nun wieder panisch geworden - hatte man seinen Kopf besetzt, um ihm die Regeln einzubläuen, auf dass er niemals wieder eigene Entscheidungen treffen würde? Mit seinen Händen griff er nach dem Ding, um es selbst zu entfernen, erschrak aber, als er spürte, wie weich das Etwas war, das sich auf seinem Kopf ausgebreitet hatte. Panisch versuchte er, es zu entfernen, doch es klammerte sich nur weiter in seinen Haaren fest. »Oh bitte, mach es weg! Ich tue auch alles, alles, was immer Sie wollen!« dass er gerade sämtliche Formen der Höflichkeit durcheinander warf, war ihm dabei nicht einmal aufgefallen, er wollte nur, dass dieses Ding von ihm abließ und ihn frei gab. Und er betete, dass diese Frau seiner Bitte nachkam. Mittlerweile fand aber auch Auruhin die Sache nicht mehr so lustig, denn er spürte die Angst seines zu Beschützenden. So gab er grollende Geräusche von sich - eine Warnung an die Frau und ihre Wesen, seinem Dawson ja kein Leid zuzufügen.



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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Leviaam So Nov 11, 2018 2:58 pm


#015 | Mit Dawson | Lichtung im Hain der Täuschung

Na super, das hatte es gebracht. Es wurde immer klarer, dass keiner verstand wovon der andere sprach – aber es war doch wohl offensichtlich, dass er hier keine Patraeos vor sich hatte – was auch immer sie sein mögen. Aber gut, wahrscheinlich war es besser dieses Thema auf später zu verschieben, besonders in Anbetracht des Nervenzusammenbruchs von Dawson, der folgte, nachdem sie sich einander vorgestellt hatten.
Gut, vielleicht war er auch verrückt, schließlich suchte er nach irgendeinem Ausschalter indem er einen Baum absuchte, der ganz offensichtlich keinen besaß. Levia betrachtete die versuche Dawsons mit einer Mischung aus Besorgnis und Verwirrtheit – so etwas war ihr tatsächlich noch nicht untergekommen – und sie war manchmal doch schon generell nicht unbedingt gut im Umgang mit solchen Menschen, die Probleme hatten. Wieso begegnete also ausgerechnet ihr jemand, der ganz offensichtlich jemanden brauchte, der ihn verstand?! Denn genau das tat Levia nicht.
„Erwählt?“, fragte Levia verwundert, bevor sie einen Moment darüber nachdachte. „Ah, verstehe, er hat sich dir also freiwillig angeschlossen. Ist das bei euch so üblich?“
//Vielleicht beruhigt er sich ja, wenn ich ein wenig mitspiele ... mir behagt das ganze zwar nicht, aber das ist immer noch besser, als wenn er hier gleich noch zusammenbricht oder sonst etwas schlimmes passiert//, dachte sich die Weißhaarige und sah Dawson dabei zu, wie er langsam aber sicher verzweifelte. Er tat ihr Leid, aber was bitte sollte sie machen?
Er drückte wild auf seiner Armbanduhr herum, als würde er etwas davon erwarten. Dachte er etwa dass eine Uhr ihm bei seinem Problem helfen konnte? Wer schleppte überhaupt ständig eine Uhr mit sich herum? Die einzige Uhr, die Levia besaß, war auf ihrem Viso-Caster und das war's. Sie machte sich doch nicht Stress, dass sie anfing ständig auf die Uhr zu schauen – zumindest solange wie sie keinen Termin hatte. Doch Dawson schien zu glauben, dass seine Uhr zu mehr in der Lage war, als nur die Uhrzeit anzuzeigen.
„Wieso drückst du ständig auf der Uhr herum? Sollte da jetzt etwas passieren?“, fragte sie verwirrt. Dieser Junge warf wirklich immer mehr Fragen auf. Patraeos, Ausschalter und jetzt noch das mit der Armbanduhr. Levia legte kurz eine Hand an ihren Kopf und rieb sich leicht die Schläfe. Ihr Kopf tat weh von den ganzen Dingen die sie momentan irgendwie versuchte zu verstehen und einzuordnen – doch das Problem war, sie konnte es nirgendwo einordnen. Das hier ging weit über ihr Verständnis hinaus und Dawsons Panikattacken waren da ebenso wenig hilfreich.
Doch das änderte sich, als Levia die umgestürzten Bäume erwähnte. Dawson sah nämlich ganz danach aus, als hätte er es gar nicht bemerkt und dann plötzlich wurde er ganz ruhig. Dieser abrupte Wechsel von einem Extrem ins nächste warf Levia erneut aus der Bahn. War das jetzt, was man die Ruhe vor dem Sturm nannte? War seine vorherige Panik vielleicht nur ein Vorläufer gewesen? Was sollte sie tun, wenn er tatsächlich komplett ausrastete?
Wenn dieses Patraeos tatsächlich sein Beschützer war, würde er ihn bestimmt bei jeder Bedrohung verteidigen. Wäre dieses Ding nicht hätte ihn Levia am liebsten gepackt und einmal kräftig geschüttelt um ihn zur Vernunft zu bringen, aber so blieb ihr nichts weiter übrig, als sich vollkommen unbeholfener Worte zu bedienen, von denen sie nicht einmal wusste, ob sie überhaupt halfen. Und Dawsons Frage danach, ob er jetzt sterben würde, zeigte ihr, dass das ganz offensichtlich nicht so war. Überrascht sah sie ihren Gegenüber an.
„Sterben? Wie kommst du jetzt bitte darauf?“, fragte sie und betrachtete den Jungen noch besorgter als vorher schon. „Niemand stirbt hier – das kannst du mir glauben.“
Bam – war das nun das nächste dicke, fette Fettnäpfchen in das sie treten würde? Ja, ganz offensichtlich war es bisher, dass dieser Mensch ihr glauben wollte und konnte – natürlich würde er es auch jetzt tun. Aber es war doch die Wahrheit. Argh, wieso tat sie sich das an? In ihrem Kopf rotierte alles, um die Dinge, die gerade geschahen in eine logische Reihenfolge zu bringen.
»Ursprünglich vom äußeren Ring, jetzt wohne ich im Stadtkern, wie jeder mit einem Patraeos an seiner Seite.« , diese Worte rissen Levia aus ihrem wirren Gedanken und Selbstzweifeln. War sie tatsächlich dabei verrückt zu werden und begann sich Dinge einzubilden, oder war das hier nur ein schlechter Scherz und gleich sprang ein Fernsehteam aus den Büschen? Aber ... dieser Absturz war so echt ... das kleine Erdbeben, die umgeknickten Bäume ... das konnte man doch gar nicht fälschen, oder? Sowas würde man doch selbst fürs Fernsehen nicht vortäuschen.
Sie betrachtete Dawson für einen Moment, bevor sie auch seine Frage beantwortete – das war nur fair, richtig? „Also ursprünglich komme ich aus Kalos, aber vor einigen Jahren ist meine Familie hier nach Einall gezogen. Wir haben bis vor kurzem in Marea-City gelebt, aber jetzt haben meine Schwester und ich ein Haus in Ondula – es ist wirklich schön da.“, ein kleines Lächeln stahl sich auf Levias Gesicht, als sie davon berichtete. Ja, sie freute sich sehr darüber, dass sie mit Larry ein Haus teilen konnte. Aber das löste das Problem, vor dem sie gerade stand, auch nicht. Im Gegenteil – es wurde sogar noch viel schlimmer.
Denn Dawson bemerkte durchaus, dass sich dort etwas auf seinem Kopf platziert hatte – und wie Levia es befürchtet hatte, bekam er die nächste Panikattacke. Er versuchte das kleine Poémon mit sanfter Gewalt von seinem Kopf zu entfernen, was jedoch nur dazu führte, dass sich das Spinnenpokémon noch mehr festkrallte. Und je panischer Dawson wurde, desto mehr klammerte das Pokémon – bis Dawson sie schließlich anflehte es wegzumachen und das er alles tun würde, was sie will. Leider fand wohl auch das Patraeos diese ganze Angelegenheit gar nicht lustig, denn es gab ein dunkles Grollen von sich, dass sowohl Levia, als auch ihre Pokémon leicht zusammenfahren ließ. Doch die Trainerin bemühte sich, sich nur auf Dawson zu konzentrieren und das riesige Patraeos so weit wie möglich auszublenden.
„Ganz ruhig – halt still, ich helf dir.“, meinte Levia. „Du musst auch nichts weiter tun, als dich zu beruhigen.“, die Weißhaarige ging Dawsonzu, aber irgendwie auch darauf bedacht zu zeigen, dass sie nichts im Schild führte. Sie sah das leicht verstörte Webarack an, dass noch immer nicht zu wissen schien, wie ihm geschah. Sanft sprach die Weißhaarige das kleine Pokémon an: „Alles gut – du musst keine Angst haben. Er hat sich nur erschreckt – komm her, Kleiner.“
Behutsam nahm Levia die kleine, grüne Spinne in ihre Hände und hob sie von Dawsons Kopf. Anschließend ging sie ein paar Schritte zurück und ließ Dawson sehen, was da auf seinem Kopf gesessen hatte, in der Hoffnung es würde ihn beruhigen.
„Das war nur ein kleines Webarack – weißt du, sie leben in solchen Bäumen und wenn sie klein sind, fallen sie manchmal runter. Ich glaube es hatte genauso große Angst vor dir, wie du vor ihm – aber mach dir keine Sorgen, es wird dir nichts tun. Guck.“, vorsichtig setzte Levia das kleine Pokémon auf einem niedrigen Ast des Baumes ab und nach einem kurzen Moment der Orientierung, verschwand das kleine Pokémon auch schon wieder zwischen den höheren Ästen. Levia sah wieder zu Dawson: „Alles wieder soweit in Ordnung?“
Sie konnte nur hoffen, dass auch der Aufpasser des Jungen mit dem Ergebnis zufrieden war – aber irgendwie konnte sie seinen Ärger zumindest ein bisschen verstehen. Atari würde bestimmt ähnlich handeln – auch wenn es doch nicht ihre Schuld war, dass das Webarack genau jetzt beschlossen hatte auf Dawsons Kopf zu landen. Als ob man so etwas planen könnte.
Aber gut, wie dem auch sei, es gab noch ein dringenderes Problem zu lösen – und genau darum wandte sie sich noch einmal an Dawson: „Entschuldige, dass kommt jetzt vielleicht etwas dämlich rüber, aber, sag mir ob ich das richtig verstanden habe, ok? Du hast keine Ahnung wo du hier bist, richtig? Und das dahinten ist dein Patreaos Aruhin, er ist dein Beschützer und hat sich dir freiwillig angeschlossen. Du hast früher irgendwo in einem äußeren Ring gewohnt, aber dank Aruhin wohnst du jetzt im Stadtkern deines Zuhauses. Bedeutet das also, dass diese Patraeos was besonderes sind? Glaub mir, ich will dich nicht ärgern, ich will nur versuchen dich zu verstehen, damit ich dir besser helfen kann. Und wenn es dir hilft dann ... mh, sagen wir es mal so, genauso wie Aruhin dich beschützt, beschützen mich meine Pokémon. Aber hier in Einall sind Pokémon nicht selten und fast jeder der hier lebt besitzt mindestens eines. Ich habe keine Ahnung wieso du denkst, dass das hier nicht real ist – aber schau sich doch um, du kannst alles anfassen und spüren, oder? Du spürst das Gras, die Rinde der Bäume und du merkst doch auch den Wind, oder etwa nicht?“
Levia sah Dawson an. Sie wollte ihn wirklich nicht ärgern oder in die Verzweiflung stürzen – sie wollte ihn nur verstehen – auch wenn ihr das unglaublich schwer viel, denn nach wie vor konnte sie sich nicht vorstellen, dass es tatsächlich möglich war, dass Dawson aus einer anderen Welt kam. Obwohl alle Zeichen dafür sprachen, konnte sie es nicht glauben – sollte es wirklich Welten außerhalb dieser geben? Aber ... das waren doch nur Märchen in irgendwelchen Büchern – oder?
Levia wusste nicht genau, was sie denken sollte – aber sie war zumindest bereit dem ganzen eine Chance zu geben. Auch wenn das hier ihre Vorstellungskraft bei weitem überstieg.
„Also ...“, sprach Levia dann schließlich. „Ich hab keine Ahnung wie es dir gerade geht oder was du denkst, aber ... wenn du mir nichts sagst, dann kann ich dir auch nicht helfen. Ich will versuchen dich zu verstehen, auch wenn es nicht einfach für mich ist – für sich wahrscheinlich auch nicht - aber damit ich versuchen kann dir zu helfen, musst du mir auch was erzählen. Was ist denn passiert, bevor du hier aufgewacht bist? Was war in deiner Heimat los? Wenn du willst kannst du mir im Gegenzug aber auch fragen zu meiner Heimat stellen – also ... wenn es dir hilft, meine ich.“
Levia betete zu Arceus, dass diese Fragen etwas Licht ins Dunkel bringen mögen. Es konnte doch nicht ewig so weitergehen, dass sie aneinander vorbei redeten und im schlimmsten Fall noch gegeneinander kämpften. Nein, das wollte Levia nun wirklich nicht – diese Aufregung wollte sie sich nicht antun. Schon gar nicht, weil Dawson eigentlich ganz nett zu sein schien – abgesehen von ihren unterschiedlichen Vorstellungen.
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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam So Nov 11, 2018 4:16 pm

Hain der Täuschung
Post #005, mit: Levia
Obwohl die beiden miteinander sprachen, hatte Dawson eher das Gefühl, dass sie glorreich aneinander vorbei redeten. Er verstand sie nicht und sie ihn nicht und das zog sich bisher durch die ganze Unterhaltung. Oder sie tat nur so, ihn nicht zu verstehen, um sie zu verwirren. Wer wusste schon, was in ihrem Kopf vorging? Aber sie spielte ihre Rolle so unglaublich gut! Wie konnte es da nicht der Wahrheit entsprechen. Sie schien jedenfalls sichtlich verwirrt zu sein, als er davon sprach, dass Auruhin ihn erwählt hatte. Wieso wusste sie eigentlich nichts darüber, was in der Welt so vor sich ging? War sie...vielleicht doch von der Außenwelt und die Regierung hatte sie bisher alle belogen? Vielleicht gab es dort ja diese Wesen, die sie Pokémon nannte. Oder es waren einfach geschrumpfte Patraeos, die neu in die Stadt gekommen waren! Was jedoch nicht erklärte, wieso sie sich so komisch benahm. Er atmete tief ein, um sich ein wenig zu beruhigen, dann antwortete er ihren Bemühungen, ihn zu verstehen. »Richtig.« Mehr sagte er dazu allerdings auch nicht, da er darüber nachdachte, was die Frage "Ist das bei euch so üblich?" genau zu bedeuten hatte. Als würde sie davon ausgehen, dass er nicht von dieser Welt war. Oder sie nicht von seiner. Wie auch immer man es betrachten mochte, es war alles sehr suspekt, aber es half tatsächlich, dass sie nicht noch viel mehr neue Fragen aufwarf, sondern sich bemühte, ihn zu verstehen. Vielleicht sollte er so freundlich sein, es ihr gleich zu tun. Nur war er dafür momentan noch viel zu aufgewühlt. Er musste diese Projektion loswerden, damit er sich wieder in der Stadt befand die er kannte, dann konnte er gern weiter mit der Frau sprechen. Nur fand er an dem Baum auch nichts, das ihn die Projektion ausschalten ließ und zu allem Überfluss funktionierte auch seine Armbanduhr nicht mehr. Wie verrückt drückte er darauf herum, bis Levia ihn fragte, warum er das denn tat und ob da nun irgendetwas passieren sollte. Er bemühte sich wirklich, nicht wieder auszuflippen, sondern stattdessen ruhig zu bleiben, was aber fast unmöglich war. Es war einfach frustrierend, dass sie nichts von dem zu verstehen schien, was für ihn so selbstverständlich war. »Ich verstehe zwar nicht, warum du es nicht weißt, aber manche Projektionen oder Hologramme werden durch Armbanduhren gesteuert. Was bedeutet, dass ich diese hier damit ausschalten können müsste, weil es nirgendwo sonst einen entsprechenden Schalter gibt.« bemühte er sich ruhig zu erklären, denn irgendwie brachte es ja auch nicht viel, Levia anzuzicken, nur weil gerade nichts so war, wie er es gewohnt war. Er musste aber auch einsehen, dass ihm die Uhr hier nicht weiterhalf. Sie war nicht mehr funktionstüchtig, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht funktionierte diese Projektion ja auch über Sprachsteuerung? Blieb die Frage, welches Wort er verwenden musste, um sie anzusprechen. Und ob sie dann auch noch stimmgesteuert war...gerade kam ihm aber auch ein ganz anderer Gedanke: was, wenn es wirklich keine Projektion war und er sich in der Außenwelt befand? Erneut stieg Panik in ihm hoch - dann würde er doch sicher sterben! Und Levia gleich mit ihm! Verzweifelt sprach er seine Sorgen aus, doch Levia versicherte ihm daraufhin, dass hier bestimmt niemand sterben würde. Das war gut, sehr gut! Nur woher wollte sie das wissen? »Okay...okay, aber...wo bin ich dann?« Er versuchte, es rational zu sehen und zu erkennen, wo er sich nun genau befand, aber er hatte dafür einfach keine Erklärung.
Und ihre Frage, woher er kam, machte es im Grunde nur noch schlimmer. Dennoch versuchte er, ihr die Frage irgendwie zu beantworten, auch wenn er sich nicht sicher war, worauf sie hinaus wollte. Und seine Antwort schien sie auch zu verwirren. Irgendwie glaubte er nicht, dass sie auf diese Weise weiterkommen würden. Und von seiner Frage, woher denn sie kam, erhoffte er sich auch nicht besonders viel. Dennoch war sie so freundlich, ihm darauf zu antworten - und hinterließ abermals ein sehr großes Fragezeichen auf seinem Kopf. Tausende unbekannte Wörter enthielt ihre Antwort: Kalos, Einall, Marea City, Ondula. Und das waren wohl nur die Wohnorte! Ebenfalls brachte es ihn völlig aus dem Konzept, dass sie mit ihrer Familie hergezogen war - und nun mit ihrer Schwester zusammenlebte. Eine Familie hatte man doch nur dann, wenn man verheiratet war und selbst ein Kind hatte. Und das auch nur 6 Jahre lang. Und eine Schwester? Dawson war sich nicht einmal sicher, was das überhaupt sein sollte. Doch das Strahlen im Gesicht seines Gegenübers ließ ihn erahnen, dass es etwas sehr Schönes sein musste. »Tut mir leid, aber das verstehe ich nicht.« musste er zugeben, statt die ganzen Fragen, die ihm im Kopf herum spukten, laut auszusprechen. Er ahnte, dass es der Situation nicht gerade zuträglich sein würde, wenn er jetzt noch mehr Fragen aufwerfen würde.
Ohnehin wurde er da jäh in seinen Gedanken unterbrochen, als er etwas auf seinem Kopf spürte, das ihn abermals zur Verzweiflung brachte. Und nun war es auch Auruhin, der nicht mehr lange brauchen würde, um in die Situation einzugreifen. Was bedeutete, dass das Ding auf seinem Kopf etwas sehr Gefährliches sein musste! Nachdem er völlig verzweifelt versucht hatte, es zu entfernen und daran gescheitert war, flehte er Levia um Hilfe an - die daraufhin vorsichtig auf ihn zukam und ihn mit Worten zu beruhigen versuchte. Sie wollte ihm helfen, wenn er sich beruhigte. Also gab er sein Bestes, das zu tun. Es fiel ihm gewiss nicht leicht und am liebsten wäre er einfach umher gerannt und hätte sich das DIng aus den Haaren gezogen, doch er zwang sich, ganz still zu bleiben, sodass Levia nah genug an ihn heran konnte. Und dann sprach sie...jedoch nicht mit ihm, sondern mit dem Ding auf seinem Kopf. Was auch immer es sein mochte. Glücklicherweise dauerte es nicht lange, da verließ ihn das Gewicht und er konnte wieder aufatmen. Nicht, dass er sich schon vollends beruhigt hatte, doch er war froh, als Levia von ihm zurück trat. Dass sie ihm das Ding dann zeigte, beruhigte ihn zwar nicht sonderlich, doch er konnte einen Blick darauf erhaschen. Es war grün und...irgendwie seltsam geformt. Eigentlich schien es ganz friedlich zu sein, aber es war Dawson trotzdem nicht geheuer. Angeblich war es ein Webarak, doch auch mit diesem Namen war er völlig überfordert. Vermutlich war es eines dieser Pokémon, die auch Levia begleiteten. Wo auch immer er war, es warf nur noch mehr Fragen auf. Argwöhnisch beobachtete er das Wesen, nachdem Levia es in den Baum gesetzt hatte, bis es endlich verschwunden war. Es lebte also in den Bäumen. Das war irgendwie gruselig. Und...seltsam, denn das musste bedeuten, dass diese Bäume wirklich echt waren. Was in seinen Augen immer noch völlig absurd war. »J-ja..danke.« antwortete er beschämt. Es war ihm peinlich, dass er so ausfallend reagiert hatte, wo das Wesen ihm letztlich doch gar nichts getan hatte. Auch Auruhin hatte sich wieder beruhigt. Die Gefahr war also gebannt.
Nicht aber die vielen Fragen, die sich in seinem Kopf angesammelt hatten. Nach der Sache mit dem Webarak schien Levia aber noch gewillter zu sein, ihn zu verstehen und zählte all die Dinge auf, die er ihr bisher erzählt hatte. Sie hatte da schon recht gut aufgepasst, doch noch immer war sich Dawson nicht sicher, ob er ihr ihre Unwissenheit glauben sollte. Aber vielleicht war auch er derjenige, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte. Oder das hier war nur ein sehr realer Traum! »Ja, Patraeos sind die Beschützer der Stadt. Sie schließen sich nur ganz besonderen Menschen an, die sie dann fortan beschützen. Sie stehen über den Menschen und...naja, sie sind etwas Besonderes, wie du sagtest.« Gut, dann versuchte er eben, das Spiel mitzuspielen. Es war wohl immer noch besser, als die Lage völlig verzweifelt einzuschätzen und dann doch nicht weiterzukommen. Bisher war er schon einmal nicht gestorben, das war wohl ein gutes Zeichen. Levia erklärte anschließend noch, dass hier in Einall die Pokémon die Menschen beschützten und ihre Anwesenheit ganz normal war. Also war er...in Einall? Das Wort erschien ihm so fremd, dass ihn der Gedanke erschreckte, sich nicht mehr in Shiroh zu befinden. War das überhaupt möglich? Und wenn es stimmte, wie war er dann hierher gekommen? Als sie geendet hatte, sah er sich noch einmal um. Ja, er hatte die Rinde des Baumes und den grünen Boden fühlen können. Auch den Wind spürte er, aber der war ihm nichts Fremdes. Unsicher sah er wieder zu Levia. »Du sagst also, dass ich in Einall bin?« Er musste diese Frage einfach stellen, auch wenn er sich vor der Antwort fürchtete. Wenn er nicht in Shiroh war - was schon grotesk genug war - würde er unmöglich zur Sperrstunde wieder zu Hause sein können. Denn er hatte absolut keine Ahnung, wie er Pandragon wiederfinden sollte.
Dennoch kam er nicht umhin zu bemerken, dass er froh war, dass Levia keine neuen Fragen mehr aufwerfen wollte, sondern ihn stattdessen verstehen wollte. Sie hatte zwar keine Ahnung, wie er sich fühlte, konnte ihm aber auch nicht helfen, wenn er ihr nichts erzählte. Es klang ganz so, als würde sie tatsächlich davon ausgehen, dass sie aus zwei verschiedenen Welten kamen. Was verrückt war. Es gab doch nicht mehr als eine Welt, oder? »Also glaubst du, dass...wir nicht aus der selben Welt stammen?« fragte er skeptisch. Nein, das erschien ihm immer noch sinnlos. Aber vielleicht hatte sie recht und er sollte etwas erzählen. Irgendetwas. Vielleicht konnten sie ja gemeinsam herausfinden, was letztlich geschehen war. Und wenn es nur war, dass sie ihn für verrückt erklärten. Das wäre immer noch besser, als gar keine Erklärung zu haben. »Um das klarzustellen: ich halte das für verrückt. Zwei Welten, die nebeneinander existieren sollen. Unbekannte Wesen auf beiden Seiten...das ergibt keinen Sinn. Aber ich wäre sehr dankbar, wenn wir dem gemeinsam auf den Grund gehen könnten.« sagte er vorsichtig und legte den Kopf schief. Es blieb ihm gerade sowieso nicht viel anderes übrig. »Also ich...muss zugeben, dass ich gegen die Regeln der Regierung verstoßen habe, bevor...das hier passiert ist, was auch immer es ist. Ich...war mit der Wahl meiner Frau nicht einverstanden und brauchte Zeit für mich. Vor ein paar Monaten habe ich seltsame...Dinger..gesehen, als ich auf Auruhin gesessen habe. Sie waren kreisrund und dunkel und ich wollte wissen, was es damit auf sich hat. Also bin ich zum Stadtrand - den wir nicht erreichen dürfen, weil er zu nah an der Mauer liegt - und habe danach gesucht. Aber ich habe nichts gefunden. Dann tauchte das Militär auf, um mich wieder nach Hause zu bringen. Und jetzt bin ich hier.« versuchte er alles möglichst logisch und verständlich zu erklären. Wie er hier her gekommen war, wusste er nun immer noch nicht, aber...vielleicht war es ein Ansatzpunkt? »Und du sagst, dass das alles hier-« er machte eine ausladende Geste durch den Wald. »- wirklich echt ist? Wir stehen...tatsächlich in einem echten Wald?« fragte er nach, ungläubig und unsicher, denn es erschien ihm nach wie vor unlogisch. Aber da sie auch nicht gerade sicher war, konnte er diese Frage doch bestimmt ohne Konsequenzen stellen, oder?



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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Leviaam So Nov 11, 2018 6:46 pm


#016 | Mit Dawson | Lichtung im Hain der Täuschung

Gut, es schien als seien sie auf dem richtigen Weg ... irgendwie.
Levia war froh, dass sie wohl einiges inzwischen irgendwie vernünftig einordnen konnte. Es war vielleicht noch nicht perfekt, aber es war besser als nichts und zumindest für den Anfang sollte es reichen. Doch wenn sie es richtig sah, war Patraeos wohl doch nur ein anderes Wort für Pokémon ... wenn man dieses riesige denn Ding denn so bezeichnen wollte ... vielleicht sollte sie einfach bei Patraeos bleiben. Auch wenn sich das Wort nach wie vor sehr fremd aus ihrem Mund anhörte – ob es Dawson so auch mit dem Wort Pokémon ging? Wahrscheinlich.
Nun aber tat sich eine ganz andere Sache auf, denn als Dawson ihr erklärte wozu diese Armbanduhr an seinem Handgelenk alles gut sein sollte, erwähnte er Projektionen und Hologramme und das man diese damit meistens ausschalten konnte. Da wurde ihr auch endlich bewusst für was Dawson das alles hier hielt – für eine reine Projektion!
Nach dieser Information hätte sie sich am liebsten hingesetzt, aber das war ihr nicht vergönnt. Sie kam gar nicht mehr dazu Dawson zu erklären, dass das hier nicht möglich war – und Hologramme kannte sie nur von den neusten Geräten aus Alola die Hologramm-Anrufe ermöglichten, aber sonst? Ein ganzer Wald wie dieser sollte eine reine Projektion sein? Wo bitte kam der Weißhaarige her?!
Jedoch kam sie nicht dazu ihm etwas zu sagen, da er sie sogleich fragte, ob sie denn hier sterben würde, was Levia jedoch verneinen und wie es schien den Jungen auch damit ein wenig beruhigen konnte. Seine Frage danach, wo er denn dann sei erübrigte sich, als Levia ihm erklärte wo sie wohnte. Das warf jedoch das nächste Problem auf, denn ab einem gewissen Punkt schien Dawson ihr nicht mehr folgen zu können und tat das auch kund. Doch bevor Levia nachfragen konnte, was er denn nicht verstanden hätte, trat das Webarak auf den Plan, das von den Bäumen in Dawsons Haare fiel und ihn damit in Panik versetzte. Zum Glück konnte Levia das leicht verstörte Pokémon relativ schnell aus den Haaren des ebenso verstörten Weißhaarigen befreien und zurück in die Natur entlassen. Dies war aber auch nur möglich, weil sich Dawson Mühe gab ruhig zu bleiben – ein Glück hatte er sich daran gehalten sonst wäre es ziemlich schwer geworden das Webarak zu entfernen – aber so konnten sich beide, das Webarak und Dawson, wieder entspannen und ihrer eigenen Wege gehen.
Auch das anschließende Gespräch verlief erfreulich glatt. Levia erklärte ihm was sie bisher verstanden hatte und das war offensichtlich gar nicht mal so falsch, wenn sie Dawsons Worte richtig deutete. Sie nickte leicht als er ihr erklärte, dass sich Aruhin ihm freiwillig angeschlossen hatte und ihn beschützte. Da lächelte Levia wieder und sah Dawson an: „Das ist sehr schön. Denn wenn er freiwillig zu dir gekommen ist, dann muss er dich sehr mögen und dir vertrauen – und Vertrauen ist sehr wichtig.“
Auf seine Frage, ob er in Einall sei nickte sie. „Ja, das hier ist die Einall-Region. Sie ist eine von vielen anderen Insel-Regionen, aber das ist jetzt erstmal Nebensache. Gerade befindest du dich in Einall – um genauer zu sein stehen wir hier gerade im Hain der Täuschung, einem großen Wald.“, erklärte sie anschließend noch ruhig. Er blieb schließlich auch so ruhig er konnte, wenn er ihr etwas erklärte, also sollte sie das auch tun, nicht wahr? Es war bestimmt nicht klug genervt oder laut zu werden, nur weil der andere einen nicht verstand – sie wollte schließlich auch nicht angemeckert werden.
Erfreulicherweise ließ sich Dawson sogar darauf ein ihr ein wenig über sich und seine vorangegangene Situation zu erzählen, sodass sie ihn vielleicht besser verstehen konnte. Sie sah Dawson aufmerksam an, während er erzählte. Auf seine Frage hin, ob sie wirklich glaube, dass sie aus zwei unterschiedlichen Welten stammten, hatte sie nur mit den Schultern gezuckt – sie konnte es doch selbst nicht glauben. Als er geendet hatte, ließ sich Levia im Gras nieder und sah zu Dawson – sie hatte einfach keine Lust mehr zu stehen.
„Sorry, aber ich glaube, da wir uns noch länger unterhalten, sollten wir uns setzen – mach's dir also ruhig bequem, wenn du magst.“, sie lächelte leicht und würde ihn natürlich nicht zwingen, aber das stehen wurde mit der Zeit doch anstrengend, wenn man sich nicht bewegte. „Also, um das auch mal klarzustellen, ich halte diese Sache mit den zwei Welten für ebenso verrückt, aber hast du eine bessere Erklärung für das hier? Ich meine, ich kenne die Dinge nicht, die für dich anscheinend selbstverständlich sind und du kennst die Dinge nicht, die ich kenne ... das ist doch schon merkwürdig. Aber ich finde auch, dass wir der Sache auf den Grund gehen sollten.“
Sie suchte sich eine bequeme Sitzhaltung und sah Dawson nach wie vor offen an. Sie war immer noch willens ihn zu verstehen, auch wenn einiges was er sagte für die schier unglaublich schien. Regeln der Regierung, Auswahl seiner Frau?!, und merkwürdige, dunkle, kreisrunde Dinger, eine Stadtmauer, die man nicht erreichen darf und schlussendlich das Militär, dass einen nach hause eskortierte?!
„M-Moment mal ....“, platzte es aus Levia heraus. „Hast du gerade ernsthaft 'Auswahl deiner Frau' gesagt? Du willst mir jetzt nicht erzählen, dass euch vorgeschrieben wird, wen ihr zu heiraten habt, oder?“ Fassungslos starrte Levia ihren Gegenüber an und würde sie nicht schon sitzen, würde sie es spätestens jetzt. So etwas unfassbares hatte sie ja noch nie gehört!
Aber ... da war doch noch etwas .... achja!
„Hm, kreisrunde, dunkle Dinger sagst du?“, Levia überlegte kurz, nachdem sie den ersten Schreck zumindest teilweise verdaut hatte. „Hm ... ich glaube so etwas habe ich auch mal gesehen. Als unsere 2 größten Städte angegriffen wurden waren am ganzen Himmel auch kreisrunde, dunkle Portale aus denen riesige Monster kamen, die angefangen haben zu wüten und die Gebäude zu zerstören. Ich weiß nicht was sie waren, aber später nannte man sie bei uns Ultrabestien ... aber ob das etwas mit dir zu tun hat weiß ich nicht und naja, nachdem die Portale verschwunden waren, habe ich auch nie wieder welche davon gesehen, geschweige denn eine der Ultrabestien die damals die Stadt zerstört haben .... auch wenn ich gerne wüsste warum sie es getan haben.“
Levias Worte waren ehrlich – zwar hatten viele Menschen damals Hab, Gut oder sogar ihr Leben verloren, aber niemand kam doch einfach so daher und zerstörte eine ganze Stadt, oder? Daher gab sie nicht diesen Ultrabestien die Schuld, oder sie versuchte es zumindest, aber die Erinnerungen stimmten Levia immer noch traurig, weswegen sie lieber schnell auf etwas anderes zu sprechen kommen wollte. Zum Glück nahm ihr Dawson die Entscheidung ab, indem er sie im Gegenzug ebenfalls etwas fragte – wie sie es ihm auch angeboten hatte.
Sie nickte und sah ihn an. „Ja, wie schon gesagt sind wir hier im Hain der Täuschung. Es ist sogar ein ziemlich großer Wald - und auch ziemlich echt. Gibt es bei dir Zuhause etwa keine Wälder mehr?“, fragte sie vorsichtig nach und so langsam merkte Levia, dass sie wirklich begann sich für die Erfahrungen von Dawson zu interessieren. Vor allem jetzt, wo das Gespräch ruhiger geworden war, war es doch ziemlich interessant sich auszutauschen – auch wenn ihr einige Dinge einen richtigen Schrecken eingejagt hatten.
„Oh, und bei euch kommt das Militär, um euch nach Hause zu begleiten? Also, bei uns gibt es zwar auch etwas, dass sich so nennt, aber die kommen nicht, um jemanden nach Hause zu eskortieren, nur weil derjenige seine Frau oder seinen Mann nicht mag.“, Levia schüttelte sich leicht. „Außerdem kann ich mir das gar nicht vorstellen ... das würde ich echt nicht mitmachen, wenn man mir so etwas vorschreibt – und meine Schwester bestimmt auch nicht.“
Aber wieso ließen sich Dawson und die anderen Einwohner diese Behandlung überhaupt gefallen? Levia konnte sich einfach nicht vorstellen, dass jemand mit einem Funken Verstand dermaßen mit sich umspringen lassen würde. Das war einfach ungeheuerlich!
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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam So Nov 11, 2018 7:36 pm

Hain der Täuschung
Post #006, mit: Levia
Nachdem das Webarak - er würde sich den Namen dieses Wesens gewiss gut merken! - endlich wieder verschwunden war, konnte sich Dawson ganz auf Levia konzentrieren. Oder er versuchte es zumindest, während er gleichzeitig versuchte auszublenden, was ihm alles durch den Kopf schoss. Er war noch immer mehr als verwirrt und verstand im Grunde herzlich wenig von dem, was Levia sagte oder wo er war, aber er verstand durchaus, dass sie versuchte, ihn zu verstehen. Also sollte er es ihr gleich tun und zumindest versuchen, runter zu kommen. Vielleicht hatten sie dann auch Erfolg in ihren Bemühungen, einander zu verstehen. »Es gibt niemanden, dem ich so vertraue wie Auruhin.« konnte er mit einem Nicken bestätigen. Wenn er ehrlich war, vertraute er absolut niemandem außer seinem Patraeos. Denn Vertrauen war nichts, das in seiner Welt gebraucht wurde. Man musste gehorchen, da spielte es gar keine Rolle, ob Vertrauen vorhanden war oder nicht. Es blieb einem schlichtweg nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Nur, dass Dawson damit leider ein paar Probleme hatte. Nicht zum ersten Mal fragte er sich, ob er da der Einzige war, aber das war gerade ein ganz anderes Thema. Etwas, dem er sich später wieder widmen konnte, wenn er sein größtes Problem beseitigt hatte. Nämlich die Unwissenheit darüber, wo er war und wie er wieder nach Pandragon kam. Und wenn es half, mit Levia über die Stadt und sein Leben zu sprechen, würde er es tun. Hauptsache, er kam schnell wieder zurück, denn auch, wenn er die Regeln der Welt nicht immer gutheißen konnte, gab es doch Dinge, die ihm sehr gut gefielen. Und er musste dringend zurück, um Eliara wieder zu sehen. Bevor er aber anfing zu berichten, fragte er Levia noch, ob er sich dann gerade in Einall befand. Sie bejahte diese Frage und erklärte ihm, dass dies der Hain der Täschung war - ein großer Wald Einalls. Fassungslos sah er sich abermals um. Es gab hier also tatsächlich echte Wälder! Das war einfach unglaublich. Und gänzlich anders, als bei ihm. Dass es in dieser Welt noch viele andere Insel-Regionen gab, war dabei eine Information, die er zwar wahrnahm, aber beschloss nach hinten zu stellen. Denn nun war es wichtiger herauszufinden, was mit ihm passiert war und um das zu schaffen, bot Levia ihm an, über sich und seine Welt zu sprechen. Doch bevor er damit beginnen konnte, beschloss Levia offenbar, sich einfach auf den Boden zu setzen - sie begründete es damit, dass das Stehen auf Dauer einfach viel zu anstrengend war und da sie sich wohl noch eine Weile unterhielten, hielt sie es für sinnvoller, sich lieber zu setzen. Da Dawson darin nicht Schlimmes sehen konnte, tat er es ihr schnell gleich. Doch als er sich auf den grünen Boden setzte, war er abermals überrascht über die Weichheit des Untergrundes. Gras, Wiesen - in seiner Welt gab es so etwas kaum und wenn, dann war es ihm nicht erlaubt, sie zu betreten. Vorsichtig strich er über die grüne Fläche und lächelte. Wenn es stimmte, dass er in einer anderen Welt war, gab es vieles, was ihm hier besser gefiel. Dennoch wollte er ergründen, was es damit auf sich hatte und wie er hier gelandet war. Vielleicht fand er dann einen Weg, wieder zurückzukehren. Oder vielleicht sogar zwischen den Welten zu wechseln! Auch wenn er es immer noch absurd fand, dass es zwei Welten geben sollte und das teilte er Levia auch gleich als erstes mit. Sie sah es offenbar genauso, sagte aber auch, dass sie keine andere Erklärung dafür hatte. Dawson hatte allerdings gerade für nichts eine Erklärung, da war es nicht weiter wunderlich, dass er keine bessere Idee für seine Situation hatte. Gut war aber, dass auch Levia dem auf den Grund gehen wollte und so fing Dawson an zu erzählen. Er berichtete von seiner Frau, von den komischen Dingern, die er gesehen hatte, von der Mauer und dem Militär. Und als er geendet hatte, versuchte er in dem Gesichtsausdruck von Levia etwas zu deuten, das er nicht deuten konnte. Ihre Reaktion sprach dann aber auch Bände: sie konnte es offenbar kaum fassen, dass jemand seine Frau für ihn auswählte. Für Dawson war das ganz normal, auch wenn er sich nicht mit der ihm zugeteilten Frau beschäftigen wollte, doch für Levia schien das etwas gänzlich Unvorstellbares zu sein. »Ist das bei dir etwa nicht so?« wollte er wissen, wobei es ihm immer noch seltsam erschien, von ihr zu reden, als käme sie von einem anderen Planeten. Aber gut, das wollten sie ja außen vor lassen und Dawson gab sich wirklich Mühe, seine anfängliche Panik zurückzuhalten. Irgendwo an einem fremden Ort aufzutauchen, ohne zu wissen wie, ging aber nicht spurlos an einem vorbei, weshalb er seine Panik tatsächlich nur unterdrückte, um ein einigermaßen normales Gespräch führen zu können. Wobei ihm gerade der Gedanke kam, dass eine Welt, in der man sich seinen Partner aussuchen durfte, so viel besser wäre als seine. Er wüsste jedenfalls sofort, wen er wählen würde.
Aber das Thema Partner war natürlich nicht das Einzige, das er kurz angesprochen hatte. Er hatte auch die kreisrunden Dinger erwähnt, die er gesehen hatte und Levia merkte schnell an, dass sie ebenfalls mal so etwas gesehen hatte. Es waren wohl Portale gewesen, aus denen Wesen gekommen waren, die sie später Ultrabestien genannt hatten. Und diese Ultrabestien hatten die beiden größten Städte zerstört. Was Dawson kurz zu der Frage brachte, wie viele Städte dieser Ort denn überhaupt hatte. Shiroh besaß nur eine riesige Stadt, nicht mehr und nicht weniger. Aber das war wohl nur eine winzige Information daraus. Wichtiger war doch, dass die kreisrunden Dinger als Portale gedient hatten, die irgendwelche Wesen von wer-weiß-woher hierher gebracht hatten. »Also bin ich möglicherweise durch ein Portal gekommen?« fragte er noch leicht ungläubig und dachte noch einmal genauer darüber nach, was geschehen war, als das Militär aufgetaucht war. Er war einen Schritt gegangen und dann...hier gelandet. Vielleicht hatte sich so ein Portal ja genau in dem Moment vor ihm geöffnet? Aber hätte er es dann nicht bemerken müssen?
Eine weitere wichtige Frage war aber auch die nach der Echtheit dieses Ortes, denn er konnte sich noch immer nicht vorstellen, dass es wirklich real war. Dass sie sich in einem Wald befanden, in dem es echte Bäume, Büsche und Blumen gab - und echtes Leben. Natürlich, Levia hatte ihm bereits mitgeteilt, dass sie sich im Hain der Täuschung befanden, aber für ihn war es immer noch so surreal. Dennoch bestätigte Levia, dass es sich dabei um einen großen Wald handelte - einfach unglaublich! Sollte er für eine Weile hier festsitzen, hätte er wohl nichts dagegen, einfach hier im Wald zu bleiben. Dennoch wollte er auch herausfinden, wie er wieder zurück kam. Vielleicht konnte er Eliara dann diesen wundersamen Ort zeigen! »Nur als Projektionen. Wir haben zwar auch Bäume, aber nicht in dieser Menge.« erklärte er dann. Langsam wurde das Gespräch doch recht angenehm, auch wenn es ihn noch immer in den Fingern brannte, aufzuspringen und seinen Frust über seine Unwissenheit in die Welt hinaus zu schreien. Aber sie machten ja Fortschritte, nicht wahr? Die Vermutung, dass er durch ein Portal gekommen war, war zumindest gar nicht so abwegig, wenn es schon einmal passiert war. Während sich Dawson jedoch noch an diesen Gedanken klammerte, hatte Levia längst die nächste Frage im Sinn, die sie ihm dann stellte. Sie betraf das Militär, denn sie erzählte, dass es bei ihr zwar etwas Ähnliches gab, sie einen aber nicht nach Hause begleiteten. Genau genommen tat das Militär das in Pandragon auch nicht - es betraf nur spezielle Fälle wie ihn, wo sie immer wieder eingriffen. Ansonsten waren sie eher dafür da, die Ordnung zu wahren. Und Gewalt anzuwenden, wenn es ihrer Meinung nach nötig wurde. Levia fuhr damit fort, ihm mitzuteilen, dass sie so etwas sicher nicht mitmachen würde - und ihre Schwester auch nicht. Da war wieder dieses seltsame Wort, das ihn stutzen ließ. Was hatte es damit wohl auf sich? »Naja..eigentlich ist das Militär nicht dafür da, uns nach Hause zu begleiten.« erklärte er trotzdem zunächst. »Sie sind dafür zuständig, dass sich niemand gegen die Regeln auflehnt. Und...ich war da sowieso ein Sonderfall.« endete er recht vage, da er eigentlich nicht darauf eingehen wollte, dass er in seiner Stadt als kriminell galt und vermutlich längst tot wäre, wenn Auruhin nicht da gewesen wäre. »In Pandragon muss man sich an die Regeln halten, ob sie einem gefallen oder nicht.« fügte er noch rasch hinzu. Ob sie einem passten, spielte einfach keine Rolle. »Aber...du hast von einer Schwester gesprochen. Zwei Mal schon. Was darf ich mir darunter vorstellen?« fragte er vorsichtig nach, in der Hoffnung, dass er sich nicht gänzlich lächerlich machte. Aber da Levia es schon einmal erwähnt hatte und er sich erinnerte, wie ihre Augen geleuchtet hatten, als sie davon gesprochen hatte, kam er nicht umhin, neugierig darauf zu sein. Es musste wohl etwas ganz Besonderes sein.



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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Leviaam So Nov 11, 2018 10:51 pm


#017 | Mit Dawson | Lichtung im Hain der Täuschung

Es war schön zu hören, dass Dawson und sie scheinbar doch etwas gemeinsam hatten. Sie hatten beide ihre Beschützer an ihrer Seite, denen sie sehr vertrauten. Levia lächelte ihre neue Bekanntschaft an und nickte: „Verstehe ich. Ich vertraue Atari und den anderen auch mehr als den meisten anderen. Ich kann mich immer auf sie verlassen – egal was auch geschieht.“
Sie sah kurz nach hinten zu ihren Pokémon, die nun mehr oder weniger miteinander kuschelten. Selbst Atari hatte sich ins Gras gelegt – auch wenn er weiterhin ein Auge auf das Patraeon und Dawson hatte. Aber wenigstens schien er sie nicht mehr als große Gefahr einzustufen, sonst würde er sich nicht hinlegen.
Eigentlich verlief nun, da die größte Panik und Verwirrung vorbei zu sein schien, alles relativ ruhig. Dawson setzte sich nun sogar ebenfalls ins Gras und Levia konnte beobachten wie er darüber strich und es betrachtete, als würde es ihm zum allerersten Mal richtig bewusst werden, was er da eigentlich vor sich hatte. Er sah sich auch die Bäume an, als würde er manche davon erst jetzt richtig anerkennen und allgemein schien ihm erst jetzt langsam bewusst zu werden wo er sich eigentlich befand. Naja, vielleicht nicht so genau – aber zumindest schien ihm langsam klar zu werden, dass er sich nicht in irgendeiner Projektion befand.
Er hatte ihr ja sogar ganz aufmerksam zugehört, als sie ihm von Einall erzählte, auch wenn er vielleicht nicht alles davon verarbeiten konnte im Augenblick, so erzählte Levia doch recht gern von ihrer neuen Heimat, die sie zu lieben gelernt hatte.
Und noch etwas passierte. Sie sah Dawson zum ersten Mal richtig lächeln seit er hier gelandet war – und die Weißhaarige konnte nicht anders, als sich darüber zu freuen. Es war zumindest klar zu erkennen, dass Dawson die Natur zu mögen schien und außerdem war bewiesen dass er wirklich Lächeln konnte – und das waren doch zumindest schon einmal gute Voraussetzungen.
Doch es wurde ein bisschen ernster, als sie sich anfingen über ihre Erfahrungen auszutauschen. Es klang für die beide verrückt, dass sie aus verschiedenen Welten stammen sollten und doch wussten sie beide ihre momentane Situation nicht anders zu erklären. Wie sonst sollten ihre Unterschiede auch so groß sein?
Als Dawson fragte, ob es bei ihnen nicht so sei, dass man einen Partner vorgeschrieben bekam, schüttelt Levia den Kopf: „Nein, hier sucht sich jeder selbst seinen Partner aus. Manche haben auch einfach gar keinen, oder mögen sogar dasselbe Geschlecht. Ich kann mir das ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, wie man sich das Gefallen lassen kann ... eine Beziehung ohne Liebe ist schließlich eine einsame Beziehung, besonders wenn man sich den Partner nicht einmal aussuchen kann. Vielleicht mag man ihn sogar gar nicht. Also ich würde das ehrlich gesagt nicht aushalten ...“, erklärte sie frei heraus und sah Dawson an. Sie verurteilte ihn nicht – zumindest versuchte sie es, doch sie verstand nicht, wieso er und auch die anderen in seiner Heimat sich das gefallen ließen.
Als er dann noch einmal nach den Portalen fragte, die sie erwähnt hatte, legte die Weißhaarige den Kopf schief und dachte kurz nach, bevor sie antwortete.
„Möglich ist es auf jeden Fall“, meinte sie. „Die Portale waren bei uns mit einem Mal auch ganz plötzlich da – und manche waren sogar am Ende sogar im Boden, in den Wänden oder schwebten mitten in der Luft. Vielleicht bist du ja durch eines durchgelaufen ohne es zu merken und hast darum auch den Absturz nicht mitbekommen, sondern bist dann einfach hier aufgewacht.“
So ganz wollte diese Erklärung zwar nicht in ihren Kopf, aber dennoch klang sie irgendwie plausibel und auch ganz logisch, denn das würde zumindest einiges erklären: Dawsons Unwissenheit über den Absturz, den plötzlichen Wechsel und auch das er hier in einer Welt aufgewacht war, die sich so von seiner unterschied – und auch, dass ihn das Militär gar nicht aufhalten konnte, wenn es doch schon bei ihm war um ihn zu eskortieren.
„Hm.“, sagte sie kurz angebunden, als er erklärte, dass sie wohl zwar Bäume hätten, aber nicht in diesen Mengen. „Das klingt nach einem sehr zugebauten Ort, wo man nur wenig Grün sieht. Das ist schade .... denn ich für meinen Teil liebe die Natur und das frische Grün.“, ein bisschen geriet die Trainerin auch bei diesem Thema ins Schwärmen, aber auch nicht umsonst fühlte sie sich so von Pflanzen-Pokémon angezogen. Die Natur war einfachste das schönste, dass die Welt zu bieten hatte.
„Hast du darum von Hologrammen geredet? Kannst du die Natur nur dadurch besuchen?“, fragte sie interessiert nach. Denn jetzt ergab alles an Dawsons anfänglich seltsamen Verhalten für sie auch einen Sinn – zumindest wenn sie richtig kombiniert hatte.  
Aber leider blieb das Gespräch nicht beim schönen Thema der Natur, sondern wandte sich leider wieder den ernsteren Dingen zu, als Dawson Levias Frage zum Militär beantwortete. Das klang ja fast so, als würde man das Militär als Druckmittel gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Levias Mund klappte ganz leicht auf, als sie Dawson zuhörte und wieder legte sie den Kopf schief. Ein Sonderfall also? Also hatte er was angestellt, was gegen die Regeln seiner Heimat verstoßen hatte?
Zu gerne würde sie ihn fragen, doch irgendetwas hielt sie davon ab. Irgendwas in Dawsons Blick verriet ihr, dass er nicht weitersprechen wollte, auch wenn sie sonst so schlecht war Gesichtsausdrücke anderer zu lesen ... diesen Ausdruck kannte sie aber von sich selbst. „Verstehe.“, sagte sie schließlich, zog ein Bein leicht an sich heran und legte ihren Arm darauf ab, während das andere Bein am Boden angewinkelt liegen blieb. „Klingt als gäbe es ziemlich harte Strafen, wenn man das nicht tut. Das ist wirklich hart.“
Die Erzählungen von Dawson machten sie traurig. Es war zwar nicht so, dass man hier in Einall tun und lassen konnte was man wollte. Auch hier gab es Regeln ... aber so? Das war doch nur reine Unterdrückung – und so etwas konnte die junge Frau nun einmal gar nicht haben.
„Also, wir haben hier zwar auch Regeln, wie zum Beispiel, dass man niemanden absichtlich verletzen oder töten sollte ... aber bei dir scheint ja wirklich alles geregelt zu sein, wenn man schon ein ganzes Militär braucht um das durchzusetzen.“, fügte sie noch hinzu und sprach, wie immer, den ersten Gedanken aus, der ihr dabei in den Sinn kam. Einen Moment sah sie traurig zum Himmel hinauf, bis Dawson etwas anderes ansprach. Er fragte sie, was er sich unter dem Begriff 'Schwester' vorstellen sollte. Für einen Moment sah ihn Levia verwundert an, denn so etwas war sie noch nie gefragt worden und für einen Augenblick fragte sie sich wirklich, wie sie Dawson das erklären sollte – aber schließlich entschied sie sich einfach das zu sagen, was ihr in den Sinn kam: „Also, eine Schwester gehört zu einer Familie. Meine Eltern zum Beispiel haben mich und meine Schwester. Meine Schwester ist also quasi das zweite Kind. Wäre meine Schwester aber kein Mädchen sondern ein Junge, dann wäre sie mein Bruder. Und wir beide sind auch ganz besondere Schwestern – denn wir sind Zwillinge. Das bedeutet, dass wir am gleichen Tag auf die Welt kamen. Ich bin nur ein paar Minuten älter wie Larry, das ist alles.“, Levia kicherte kurz. Sie erzählte gern von sich und Larry, denn schließlich war ihre Verbindung etwas besonderes. „Mehr Geschwister habe ich nicht, aber es gibt hier auch Familien mit ganz vielen Kindern, da gibt es dann nicht nur 2 sondern manchmal auch 4 oder 5 Kinder – je nach Familie ist das also immer unterschiedlich. Es gibt nur wenige Familien, die nur ein Kind haben.“, erklärte sie schließlich und sah Dawson an. „Hast du keine Geschwister? Keine Schwester und keinen Bruder?“
Sie selbst konnte sich ein Leben ohne ihre Schwester absolut nicht vorstellen – das Band zwischen ihr und Larry war unzertrennlich und dementsprechend konnte sie sich gar nicht vorstellen wie es für jemanden war ohne ein Geschwisterkind aufzuwachsen. Das musste doch ganz schön langweilig gewesen sein!
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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Dawsonam So Nov 11, 2018 11:47 pm

Hain der Täuschung
Post #007, mit: Levia
Auch Levia schien ihren Begleitern mehr zu vertrauen als den meisten anderen, doch bei ihr klang es durchaus so, als würde sie ihr Vertrauen auch noch anderen entgegen bringen. Bei Dawson war das nicht der Fall, einfach weil es sich bisher nie ergeben hatte. Und er es auch nie gebraucht hatte. Dennoch, es war schön, eine Gemeinsamkeit gefunden zu haben, auch wenn sie nur so gering war. Das gab ihm das Gefühl, dass hier doch nicht alles anders war. Wenngleich es kaum ein größeren Unterschied zu Pandragon geben konnte wie hier. Was, wie es klang, jedoch nicht unbedingt schlecht war. Denn als Dawson von seiner Welt erzählte, erfuhr er sogleich, dass sich dort, wo Levia her kam, niemand vorschreiben lassen musste, welchen Menschen er als seinen Partner an seiner Seite wusste, sondern dass man sie sich tatsächlich selbst aussuchen durfte. Das fand Dawson äußerst faszinierend und wundervoll. In Shiroh durfte niemand je wirklich eigene Entscheidungen treffen - doch wenn er eine treffen dürfte, so würde er sich für Eliara entscheiden. Er hatte es versucht, denn er sah es wie Levia: er wollt sich nicht damit abfinden, auch wenn es die Regeln so vorsahen. Aber wie konnte er den Rest seines Lebens mit einer Frau verbringen, die er weder kannte noch liebte? Zwar konnte er es sich absolut nicht vorstellen, jemanden des gleichen Geschlechts zu lieben - den Gedanken fand er tatsächlich recht grotesk - aber ihm gefiel der Gedanke, dass man frei wählen durfte. Sicher, manches konnte da bestimmt auch zemlich schwierig werden, aber er wollte nichts weiter, als seine Frau selbst zu wählen. Das konnte ja wohl nicht so falsch sein, oder? »Genau so habe ich auch gedacht. Und ich habe geglaubt, dass ich als Elite-Mitglied der Gesellschaft zumindest darüber entscheiden könnte, meine Partnerin abzulehnen, wenn ich auch nicht diejenige haben darf, die...« Bevor er weiterreden konnte, unterbrach er sich abrupt. Er konnte schlecht sagen, dass er die haben wollte, die er liebte, denn das war schließlich verboten. Natürlich schien es so, als sei Levia völlig in Ordnung, freundlich und hilfsbereit, aber er sollte nicht zu viel riskieren, selbst wenn es schien, dass er nichts zu befürchten hatte. »Meine Entscheidung, nicht zu heiraten, wurde nicht gestattet.« fügte er nur noch schlicht an. Punkt, aus, Ende. Er sah es so wie Levia, dass er sein Leben nicht mit einer Fremden verbringen wollte, doch er hatte da wohl kein Mitspracherecht. Wenn er genau darüber nachdachte, kannte er auch niemanden, der wirklich allein lebte. Sicher, es gab diejenigen, deren Partner verstorben waren und diejenigen, deren Partner im Gefängnis gelandet waren. Aber sie alle waren verheiratet oder es zumindest gewesen. Dass jemand ganz allein lebte, gab es einfach nicht. Einmal von den Robotern abgesehen, die es sowieso überall gab.
Schließlich aber kamen sie auf die Portale zu sprechen und Levia bestätigte, dass es durchaus eine Möglichkeit war, dass er durch eines davon hindurch geflogen war. Auch wenn er es unlogisch fand, dass er sich nicht an das Auftauchen eines solchen Portals erinnern konnte. Er hätte es doch eigentlich sehen müssen oder? Aber er war sich auch hundertprozentig sicher, dass er nicht abgestürzt war. Sicher, er war auf den Bauch gefallen, aber er war dabei die ganze Zeit bei Bewusstsein gewesen. »Ich bin nicht abgestürzt. Und einfach hier aufgewacht auch nicht. Ich...war einfach im einen Moment dort und im anderen hier, als wenn ich...einen Zeitsprung gemacht hätte oder so.« versuchte er es zu erklären, auch wenn es so etwas wie Zeitsprünge natürlich nicht gab. Jedenfalls wusste er nichts davon. »Nicht, dass es so etwas geben würde.« fügte er rasch noch an, da sie nicht glauben sollte, dass es so etwas in seiner Welt gab. Erst hier fiel ihm auf, wie sehr er schon in dem Denken verhaftet war, dass es tatsächlich zwei Welten gab - eine von Levia und eine von ihm. Als wäre das bereits selbstverständlich geworden. Es erschien ihm aber immer noch absurd. Nur war es wohl einfacher leicht, so zu denken, als irgendeine andere Erklärung dafür zu suchen. Vielleicht fand er ja noch eine Erklärung, die plausibler war, aber um nicht völlig den Verstand zu verlieren, blieb er lieber erst einmal bei dieser Version der Geschichte. So unglaubwürdig sie auch sein mochte.
Doch die Unterschiede zwischen diesem Ort und Pandragon waren so enorm, dass die Erklärung vielleicht doch gar nicht so abwegig war. Hier gab es Bäume in Hülle und Fülle, während es in Pandragon daran schlichtweg mangelte. Wie Levia sagte, gab es dort eher Gebäude, die den ganzen Ort einnahmen. Selbst in den Gärten der Stadt gab es gerade mal ein paar Blumen. Es war nichts Besonderes und gerade deshalb liebte er die Projektionen so sehr. Sie entführten ihn in eine andere Welt, fernab der sterilen Stadt. Jedoch ohne, dass er selbst je hätte dort sein können. Offenbar verband ihn da ebenfalls etwas mit Levia, die die Natur ebenso zu lieben schien wie er. Nur dass sie sie tatsächlich hautnah erlebt hatte. Für Dawson war dieser Wald jedoch das erste Erlebnis, das er in dieser Richtung machte. Doch so, wie Levia davon schwärmte, musste es tatsächlich so wunderbar sein, wie er immer geglaubt hatte. Sie sprach nun sogar die Hologramme an und brachte sie in Verbindung mit der Natur und ihm und die Erinnerung daran brachte ihn unwillkürlich zum lächeln. »Ja. Es gibt so viele Projektionen von Wäldern, Seen, Flüssen - oder von Wüsten. Ich wusste nicht, dass es so etwas tatsächlich auch...naja, real gibt. Ich liebe diese Orte, da sie so wunderschön sind. Wir haben Gärten in unserer Stadt, wo wir diese Projektionen uns anschauen dürfen. Sie sind sehr weitläufig, aber nicht annähernd so wunderbar und atemberaubend wie das hier.« erklärte er, immer noch vollkommen fasziniert von dem Anblick dieses Waldes. Er war einfach wunderschön! Etwas anderes fiel ihm dazu auch nicht ein, doch er hatte das Gefühl, die Schönheit auch damit nicht wirklich einzufangen. Welches Wort konnte er noch zur Beschreibung dieses wundersamen Ortes verwenden? Er wusste es nicht.
Aber neben der Schönheit der Natur, die er heute erstmalig am eigenen Leib erfahren hatte, gab es auch noch die weniger schönen Dinge, wie die Regeln und das Militär, die alles daran setzten, die Vorstellungen ihrer Präsidentin auch dauerhaft umzusetzen. Dass er als Sonderfall eigentlich schon längst hätte tot oder zumindest im Gefängnis sitzen müssen, wollte er eigentlich nicht erwähnen und er war froh, dass Levia in dieser Beziehung auch nicht weiter nachfragte. Stattdessen teilte sie ihm mit, dass auch Einall seine Regeln hatte, wo Dawson natürlich hellhörig wurde. Er hatte definitv keine Lust, schon wieder als krimineller angesehen zu werden. Vielleicht sollte er sich diese Regeln mal erklären lassen, bevor er noch gegen eine davon verstoßen würde. »Unser Tagesablauf ist auch durchgeplant. Aufstehen, arbeiten gehen, essen, schlafen. Freie Zeit, die wir aber auch nicht wirklich frei gestalten können. Es ist faszinierend, dass dir das so völlig fremd erscheint.« kam er nicht umhin zu sagen. Durfte man hier wirklich selbst entscheiden, was man machen wollte und was nicht? Es klang fast so, aber vielleicht hatte er sie auch einfach falsch verstanden. »Welche Regeln gibt es denn hier zu beachten?« wollte er da aber noch wissen, denn er wollte wirklich nicht gegen eine verstoßen. Er wusste zwar nicht, wie lange er noch hier bleiben würde - oder ob es wirklich eine andere Welt war - aber er wollte auch nichts riskieren.
Vom Militär und den Regeln kamen sie dann aber auch sehr schnell zum nächsten Thema: Schwester. Dawson hätte schwören können, das Wort zumindest einmal gehört zu haben, aber er konnte sich einfach keinen Reim darauf machen. Also fragte er nach, was ihm durchaus ein wenig peinlich war. Er war nur froh, dass Levia ihn dafür nicht auslachte und es ihm, wenngleich zunächst auch sichtlich verwirrt, geduldig erklärte. So erfuhr er, dass Schwestern zur Familie gehörten und ihre Eltern sie und ihre Schwester hatten. Allein dieser Satz warf bei ihm so viele Fragen auf, dass er Schwierigkeiten hatte, Levia weiter zu folgen. Natürlich wusste er, was Eltern waren, aber er kannte seine Etern nicht und auch die meisten anderen Bewohner Pandragons wussten nicht, wer sie gezeugt hatte. Und dann erzählte sie auch noch weiter, sprach von einem Bruder, wenn ihre Schwester ein Junge wäre und davon, dass sie Zwillinge waren. Bei diesem Wort klingelte tatsächlich etwas bei Dawson - das waren doch diejenigen, die am gleichen Tag von der selben Frau geboren wurden. Nur..wuchsen die doch nicht zusammen auf? Jede Familie durfte nur ein Kind haben, so sagten es die Regeln. So in Gedanken versunken, überhörte er fast, dass es sogar Familien mit 4 oder 5 Kindern geben sollte. »Fünf Kinder?!« fragte er fassungslos. Nein, so etwas hatte er noch nie gesehen. Und auch noch nie davon gehört. Und wieder hatte er tausende Informationen erhalten, die er erst ordnen musste. Langsam wurde es doch etwas viel - im Grunde war alles, was Levia erzählte, ihm völlig fremd. Das eine mehr, das andere weniger, doch er fühlte sich langsam wieder so überfordert wie am Anfang. Er versuchte, seine Gedanken zu ordnen und fokussierte sich dabei auf die Frage, die Levia ihm stellte. Die konnte er nämlich beantworten, auch wenn schon wieder ein neues Wort darin vorkam - "Geschiwster". Das wurde bei ihnen nämlich schlichtweg nicht gebraucht. Warum auch, wenn es pro Familie nur ein Kind gab? »Nein, ich bin allein. Wie jeder sonst auch.« gab er schließlich als Antwort, noch etwas perplex über all die Informationen, die er zu ordnen versuchte. Schwester, Bruder, Zwillinge...große Familien. »Von Zwillingen habe ich schon einmal gehört. Sie kommen auch bei uns vor, aber...jede Familie darf nur ein Kind haben. Zwillinge sind demnach verboten. Fünf Kinder in einer Familie -- das ist unvorstellbar! Wie groß wäre da die Möglichkeit, dass sie sich gegen die Präsidentin wenden!« Eigene Gedanken, Meinungen und Ansichten vor allem von Kindern konnten sich nur allzu schnell verbreiten, immerhin war es Kindern ganz egal, was sie sagten oder taten. Da durften einfach nicht so viele beieinander aufwachsen. »Du hast vorhin gesagt, dass deine Eltern -- du kennst deine Eltern?« Eigentlich hatte er etwas ganz anderes fragen wollen, aber diese Frage war ihm gerade in den Sinn gekommen und hatte die andere verdrängt. War es hier also so üblich, dass man seine Eltern kannte? Es hatte auch so geklungen, als hätte Levia lange Zeit bei ihnen gelebt. Aber das war doch nicht möglich, oder? Mussten sie also nicht ihre Eltern verlassen und gemeinsam mit anderen Kindern zur Schule gehen? Je länger dieses Gespräch andauerte, desto mehr Fragen warf es auf. Und Dawson fiel es immer schwerer, sich auf die Wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Er musste am Abend definitiv noch einmal all das durchgehen, was er bisher erfahren hatte. Damit er es nicht vergaß - und vielleicht, damit es ihm helfen konnte, nach Hause zurückzukehren.



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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von Leviaam Mo Nov 12, 2018 6:40 pm


#018 | Mit Dawson | Lichtung im Hain der Täuschung

Es war für sie immer noch unglaublich, dass man sich in Dawsons Welt anscheinend so viel gefallen lassen musste und keine Chance hatte sich richtig zur Wehr zu setzen. Nicht einmal denjenigen, mit dem man sein ganzes Leben verbringen sollte, konnte man sich aussuchen. Das musste sie nicht verstehen, oder?
Aber auch Dawson schien überraschenderweise ähnlich zu denken – und das obwohl er mit diesem grotesken System aufgewachsen war. Sie hörte ihm natürlich aufmerksam zu, denn auch das war eine Form der Höflichkeit die sie beherrschte. Das zuhören war essentiell, nicht nur um der Höflichkeits Willen, sondern auch um zu verstehen – und nichts anderes wollte die Weißhaarige gerade. Sie wollte verstehen was es mit dieser anderen Gegend auf sich hatte, sie wollte verstehen welchen Regeln und Gesetzen und welcher Umwelt Dawson ausgesetzt war. Und nach allem was sie so bisher von ihm gehört hatte überraschte es sie doch ihn sagen zu hören, dass er ebenso dachte wie auch sie. Aber er erzählte noch mehr. Er erzählte, dass er ein Elite.Mitglied sei und darum dachte selbst entscheiden zu können, aber scheinbar war ihm nicht einmal gegönnt gewesen generell eine Heirat zu verneinen, aber da war noch etwas .... wenn sie es richtig herausgehört hatte, war da noch etwas gewesen. Für einen Moment war sich Levia unsicher, ob sie es überhaupt erwähnen sollte. Es war schließlich ein ziemlich persönliches Thema, was man wahrscheinlich nicht gerade gern mit einer fremden Person besprach, die man gerade erst vor wenigen Minuten in einer Welt kennengelernt hatte, die man nicht einmal kannte. Doch letztlich siegte die Neugierde des Mädchen dann doch und sie schnitt das Thema an: „Oh, dann hattest du wohl jemanden, den du gemocht hast. Das ist ja schön.“, sie sah Dawson freundlich an. „Umso ärgerlicher, dass du weder deine Frau aussuchen noch die Heirat gänzlich ablehnen konntest. Aber was hat es mit diesem Elite-Mitglied sein auf sich? Ist das so was wie ein System bei euch? Das eine Schicht höher gestellt ist als andere? Also ... du hattest zwar was erwähnt von den Regeln der Gesellschaft und das du durch Alruhin aufgestiegen bist, aber ... das ist ja noch einmal etwas anderes, wenn man die Gesellschaft in Schichten einteilt.“
Die Weißhaarige betrachtete Dawson ruhig und gelassen. Als Außenstehende fiel es ihr natürlich leicht sich offen über diese Dinge zu äußern, die sie selbst wunderten, aber für diese Menschen offenbar ganz normal waren. Dawsons Leben schien in sio vielerlei Hinsicht anders zu sein als das ihre, dass Levia kaum glauben konnte, dass sie gerade hier gemeinsam auf einer Lichtung saßen und miteinander sprachen. Sie konnte sich kaum vorstellen wie es war, wenn Wald und Wiese einem ganz fremd waren, wenn Pokémon unbekannte Wesen waren, die einen ängstigten oder wenn man nicht verstehen konnte was es hieß sich einen Partner für sein Leben frei aussuchen zu können. Das alles waren Dinge, die Levia nicht verstehen konnte oder wollte. Sie wollte nicht verstehen müssen wieso man jemanden heiraten sollte, den man nicht liebte – noch wollte sie den Rest wirklich verstehen, den ihr Dawson so erzählte. Abgesehen von den beschützenden Patraeos kam ihr Dawsons Welt bisher nur als ein einziger Alptraum vor, aus dem sie am allerliebsten sofort wieder erwachen wollen würde, sollte sie ihn jemals in ihrem Leben betreten.
Hinzu kam außerdem, dass sie sich noch immer nicht ganz sicher darüber waren, wie Dawson nun hier nach Einall gekommen waren. Er beteuerte nach wie vor nicht abgestürzt sondern einfach nur hier auf der Lichtung aufgewacht zu sein. Es sei alles so schnell gegangen, dass er gar nicht wusste, wie ihm eigentlich geschehen war. Das alles klang irgendwie merkwürdig unglaubwürdig, auch wenn Levia an seinem Gesicht ablesen konnte, dass er sich ganz sicher bei deinen Worten war. Er sah sie während er sprach die ganze Zeit an und das würde niemand tun, der sich seiner Sache nicht ganz sicher war.
„Okay, also ... bist du durch irgendein Portal oder sowas gelaufen ohne dass du es bemerkt hast und dann lagst du schon hier auf der Wiese und Alruhin war hinter dir und hat bei seinem Auftauchen dann wohl einige Bäume umgerissen.“, versuchte sie nun das Puzzle zusammenzufügen, dass sich vor ihnen aufgebaut hatte. Am plausibelsten war tatsächlich die Erklärung mit den Portalen, doch das setzte auch voraus, dass sie beide anerkannten, dass sie tatsächlich auch zwei unterschiedlichen Welten stammen mussten, die auf eine merkwürdige Art und Weise miteinander verbunden waren. Auf eine Art die bedeutete, dass man anscheinend ganz plötzlich von der einen Welt in die andere katapultiert wurde ohne die geringste Kontrolle darüber zu haben – das waren ja wunderbare Aussichten ...
„Also ... ich glaube jetzt zwar nicht an einen Zeitsprung, aber naja, vielleicht bist du einfach gerade einen Schritt gegangen und das Portal war einfach so plötzlich da, dass du es gar nicht mehr bemerken konntest, bevor du durchgegangen bist – und Aruhin ist dir einfach gefolgt, denn schließlich ist er ja dein Patraeon. Und scheinbar bist du dann wohl einfach hier gelandet .... vielleicht war das Portal hierher irgendwie falsch herum oder so und darum lagst du plötzlich mit dem Bauch auf dem Boden.“, mutmaßte Levia schließlich und legte nachdenklich eine Hand an ihr Kinn. Diese ganze Sache kam ihr immer noch so surreal vor. „Am liebsten würde ich mich ja einmal kneifen um zu sehen, ob das hier nicht doch nur ein Traum ist.“
Diese Aussage meinte sie gar nicht böse. Doch noch immer konnte sie nur schwer glauben, dass hier gerade quasi direkt vor ihren Augen zwei komplette Welten aufeinander gekracht sein sollte – und dann auch noch zwei so verdammt unterschiedliche.
Dawson jedenfalls bestätigte ihre Vermutung, dass er solche Wälder und Wiesen wie die, auf der die gerade saßen, nur aus sogenannten Projektionen kannte und das er gar nicht wusste, dass es sie auch wirklich gibt. Trotzdem erzählte er mit einer solchen Wärme von seinen Eindrücken innerhalb der Projektionen, dass Levia gar nicht mehr anders konnte als sich von seinem Lächeln anstecken zu lassen. Es schien sich nun noch eine zweite, sogar viel stärkere, Gemeinsamkeit abzuzeichnen, die sie beide miteinander verbinden würde. Auch wenn sie sie auf unterschiedliche Weise erfahren hatten, so war es doch die Natur, von der sie beide so begeistert und fasziniert waren, wie man es nur sein konnte. Auch schien Dawson gefallen am 'realen' Wald zu finden, was Levia umso mehr freute. Sie selbst konnte sich nur sehr schwer einen Wald vorstellen, den sie nur dank einer Projektion sehen konnte. Wie konnte eine Projektion nur einen ganzen Wald ersetzen?
Für die Weißhaarige gab es schließlich nichts schöneres als stundenlang durch die Natur zu wandern, wenn sie es wollte. Sie liebte es die Natur in all ihren Farben und Formen zu erleben – selbst Schnee hatte sie bisher nie aufgehalten. Ob Dawson wohl Schnee kannte?
Er erzählte von Wüsten, Wäldern, Seen und Flüssen – also allem was Levia schon von klein auf kannte und liebte. Und das alles hatte er noch nie mit eigenen Augen sehen oder anfassen können? Er wusste nicht wie es sich anfühlte seine Füße in die leichte Strömung eines Flusses zu halten, oder wie sich der Sand anfühlte, der in der Wüste lag?
„Hier gibt es all das was du aufgezählt hast – und sogar noch viel mehr. Ich würde dir so gerne alles davon zeigen, damit du dir ein Bild davon machen kannst. Denn es stimmt, die Natur ist einfach atemberaubend ... und dazu noch unbeschreiblich schön.“, Levia lächelte verträumt und sah kurz zum Wald. Es gab einfach keine Worte dafür, wie sehr sie sich der Natur verbunden fühlte. Hier war die frei und hier fühlte sie sich wohl. Genauso wie sich Larry unerklärlicherweise bei Geist-Pokémon wohl und geborgen fühlte, so wohl fühlte sie sich, sobald sie einen Schritt nach draußen tat. Es war eben einfach unbeschreiblich ....
Wesentlich weniger schön war hingegen das, was Dawson vom Miltär und schließlich auch von seinem Tagesablauf erzählte. Er erklärte ihr, dass ihr Tag vollkommen durchgeplant und strukturiert war – und scheinbar durften sie selbst ihre Freizeit gar nicht so frei verbringen, was für die Weißhaarige jedoch wenig Sinn ergab. Sie strich sich leicht durch ihre Haare und betrachtete Dawson wieder für einige Momente, bevor sie auf seine Erzählung einging: „Eure Freizeit dürft ihr nicht selbst gestalten?“, fragte sie etwas ungläubig. „Wieso habt ihr sie dann überhaupt, wenn ihr euch dann nicht wenigstens aussuchen könnt, was ihr tun wollt?“
Das machte doch wenig Sinn, oder täuschte sie sich da und hatte sich nur verhört?
Ein wenig wurde sie jedoch aus diesen Gedanken gerissen, als ihr Gegenüber sie fragte, welche Regeln denn hier in Einall galten. Kurz überlegte Levia, wie sie das am besten erklären sollte, denn das komplette Gesetz kannte sie schließlich auch nicht auswendig – aber es reichte bestimmt ihm die wichtigsten Dinge zu erläutern, die er so wissen musste – oder?
„Naja, zum einen ist es natürlich verboten Menschen oder Pokémon zu töten oder zu verletzen. Dann natürlich noch, dass man nichts und niemanden bestehlen soll. Die üblichen Dinge halt, die wichtig sind, aber jetzt alles aufzuzählen wäre auch etwas sehr viel. Die Leute, die bei uns darauf aufpassen, dass niemand Gesetze bricht sind Polizisten. Natürlich gibt es trotzdem Menschen, die sich nicht an die Gesetze halten und eben andere Leute bestehlen zum Beispiel. Wenn sie erwischt werden landen sie dann im Gefängnis – aber darum musst du dir keine Sorgen machen, denn ich denke nicht, dass du jemanden bestehlen, verletzen oder sonst irgendwie Schaden zufügen möchtest – also hast du auch nichts zu befürchten.“, sie lächelte Dawson freundlich an. Solche speziellen Regeln, wie er sie gerade aufgeführt hatte, hatten sie schließlich nicht. Jeder konnte sich aussuchen was er tat und was nicht – und wenn er sich eben dafür entschied kriminell zu werden, dann war das das Problem dieser Person, denn diese hatte ihre eigene Entscheidung getroffen. Da fiel Levia was ein, was sie vielleicht noch erwähnen sollte: „Oh – und bei uns gibt es eigentlich keinen vorgegebenen Tagesablauf. Nur bei bestimmten Berufen hat man eben eine gewisse Arbeitszeit, an die man sich halten muss, aber sonst kann man eigentlich machen was man will.“, versuchte die Dawson zu erklären ohne ihn gleich wieder zu überfordern, auch wenn sie sich sicher war, dass die dabei einen schrecklichen Job erledigte. Noch schlimmer wurde es erst, als sie damit anfing ihm die Konstellation einer Familie in 'ihrer Welt' zu erklären ... oder zumindest versuchte sie zu erklären. Denn offenbar erreichte sie damit nur eine erneute Verwirrung und Überforderung Dawsons, die sie so natürlich nicht beabsichtigt hatte. Aber wie konnte man das Wort Schwester auch jemandem erklären, der ganz offenbar nicht einmal wusste was ein Geschwisterkind war?
Dawson bestätigte das auch, indem er meinte, dass er alleine sei, wie jeder sonst auch. Sollte das heißen, dass es in seiner Welt nur ganz viele Einzelkinder gab, die dann weiterhin nur Einzelkinder zeugen würden? Irgendetwas ging da doch nicht ganz auf, oder?
Levia kratzte sich leicht am Hinterkopf, während in ihrem Kopf ein wahres Geratter herrschte. Sie war zwar nicht gut in Mathe, aber waren die Bewohner der Stadt dadurch nicht dazu verdammt irgendwann ausgedünnt zu werden? Wenn es ewig nur Einzelkinder gab, schrumpfte doch der Pool aus möglichen Partnern immer weiter zusammen, oder irrte sie sich da? Sie betrachtete Dawson, der noch immer ziemlich fassungslos von dem zu sein schien, was sie ihm über Familien hier in Einall erzählt hatte. Besonders schien ihn die Erzählung über Großfamilien mitgenommen zu haben, wo sie einfach nur beschrieben hatte, dass es oft Familien mit 5 Kindern oder mehr waren. Das gab es ja ganz offensichtlich nicht bei ihm, wenn er doch Einzelkind war, wie er behauptete. Ebenso erwähnte er diesmal eine Präsidentin – war das also die Person, der alle gehorchen mussten? Ganz offensichtlich, denn er faselte etwas davon, dass zu viele Kinder eine potenzielle Gefahr für diese Präsidentin wären, denn sie könnten sich ihr ja entgegenstellen.
Ein bisschen ungläubig sah Levia Dawson an und war immer überzeugter davon, dass es wahrscheinlich besser für ihn gewesen war hier zu landen, auch wenn er sicherlich einiges zurücklassen musste. Aber eine Welt die unter so strenger Kontrolle einer so machthungrigen Frau stand konnte nicht gut enden. Sie fragte sich sowieso wie sie überhaupt funktionieren konnte. Auch das Zwillinge verboten waren, war für Levia etwas, dass sie nicht begreifen konnte, denn Zwillinge waren etwas besonderes, denn sie hatten eine ganz besondere Bindung zueinander – und außerdem, was konnten denn die Kinder dafür, dass sie dazu auserkoren wurden Zwillinge zu sein? Sie konnten doch absolut gar nichts dafür. Nachdenklich und besorgt sah die Weißhaarige ihren Gegenüber an: „Was .. passiert denn dann wenn trotzdem Zwillinge geboren werden?“, fragte sie, obwohl sie sich vor der Antwort fürchtete. Aber sie musste es wissen – sie musste es einfach.
Doch kurz darauf erwartete Levia schon der nächste Schock, denn Dawson fragte sie tatsächlich, ob sie ihre Eltern kennen würde. Natürlich kannte sie ihre Eltern – das war doch ganz normal ... oder etwa nicht?
„Ähm, ja, natürlich kenne ich meine Eltern – schließlich haben sie mich und meine Schwester jahrelang großgezogen.“, antwortete sie schließlich, nachdem sie zum Schluss gekommen war, dass sie bei Dawsons Welt wirklich nichts mehr überraschen würde. Wahrscheinlich wurden die Kinder schon direkt bei der Geburt von ihren Eltern getrennt um sie im Sinne der Präsidentin zu erziehen oder irgend so ein anderer Schwachsinn. Aber wie dem auch sei – für den ganzen Mist konnte Dawson schließlich nichts, also wollte sie ihm auch keine Vorwürfe machen oder ähnliches – zumal ihr Gespräch gerade so gut verlief – das war nichts was sie kaputt machen wollte. Denn auch wenn seine Welt für sie der reinste Alptraum war, so konnte sie dennoch nicht verneinen, dass sie sich für diese Welt interessierte.
„Und, naja, ich habe bis vor kurzem ja sogar noch bei meinen Eltern gewohnt und ihnen im Teehaus geholfen.“, erzählte Levia weiterhin und sah Dawson an. Sie zögerte einen Moment, bevor sie ihm schließlich die Frage stellte, die sich daraus natürlich für sie ergeben hatte: „Kennst du ... deine Eltern etwa nicht, Dawson?“
Ein bisschen betrübte dieser Gedanke Levia schon. Auch im Bezug auf ihre Eltern konnte sich Levia schließlich nicht vorstellen, sich nicht mehr an sie zu erinnern. Sie waren schließlich schon immer ein Teil ihres Lebens gewesen – seit die denken konnte waren sie und Larry immer da gewesen. Sich nun vorzustellen sie wären nie da gewesen war etwas, dass die Weißhaarige nicht übers Herz brachte und es machte sie traurig, dass Dawson scheinbar all dieser Momente beraubt wurde und auch nie überhaupt nur die Chance darauf hatte sie selbst zu erleben.
Es war einfach unvorstellbar. In diesem Moment wünschte sich Levia wirklich sehr, dass sie ihm helfen könnte all das nachzuholen, was er versäumt hatte. Niemand hatte es verdient so vieler Dinge beraubt zu werden, die doch eigentlich sehr schön waren – oder?
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Re: Westliches Waldstück

Beitrag von DawsonGestern um 3:23 pm

Hain der Täuschung
Post #008, mit: Levia
Über Hochzeiten und Partner zu sprechen, war etwas, das ihm doch irgendwie unangenehm war, eben weil er nicht selbst wählen durfte - und im gleichen Atemzug nicht einmal erwähnen durfte, dass es bereits jemanden gab, an den er sein Herz verloren hatte. Denn es war ihm schlichtweg nicht gestattet. Daher unterbrach er sich auch selbst und ermahnte sich, nur nichts Falsches zu sagen, denn er wusste immer noch nicht, inwiefern sich diese Welt genau von seiner unterschied oder ob das Ganze nicht doch ein ganz großer Schwindel war. Auch wenn es nicht so schien, konnte immerhin genau das damit bezweckt worden sein. Er war nun einmal nicht der Liebling der Regierung, da sollte er wohl mit allem rechnen. Doch die Reaktion von Levia war eigentlich recht positiv, jedenfalls schien sie sich zu freuen, dass er jemanden hatte - was er niemals erwähnt hatte! Leicht beschämt konnte er Levia nicht mehr anschauen, teilweise auch aus Angst, ob ihre Reaktion tatsächlich ehrlich gemeint war. Denn so etwas war er nicht gewohnt, jedenfalls nicht bei diesem Thema. Er sagte also lieber nichts mehr dazu und schwieg, hörte sich nur an, was Levia noch dazu zu sagen hatte. Sie fragte nämlich nun, was es mit den Elite-Mitgliedern auf sich hatte und ob die Gesellschaft in Schichten eingeteilt wurde. Also war das bei Levia wieder nicht so? Dawson fragte sich, ob irgendetwas von dem Ort, den er kannte, sich auch hier in Einall widerfinden ließ. Bisher schien dem nämlich nicht so. »Ja, es gibt die Unterschicht, die Mittelschicht und die Elite. Und natürlich die Präsidentin, die über allem steht.« erklärte er, denn damit konnte er ja nichts falsch machen, nicht wahr? Es handelte sich dabei immerhin um Fakten, die jeder bei ihm kannte. Und denen niemand entkommen konnte. »Ist die hiesige Gesellschaft etwa nicht so eingeteilt?« fragte er dann aber doch noch nach, denn nur so konnte er ja lernen, nicht wahr? Auch wenn es ihm mittlerweile alles zu viel wurde und er sich fragte, ob er die Flut von Informationen überhaupt im Kopf behalten konnte. Er bezweifelte es nämlich stark. Vielleicht sollte er sich einfach alles wichtige notieren! Nur funktionierte seine Armbanduhr ja gar nicht mehr. Und es schien nicht so, als kenne Levia ähnliche Gerätschaften.
Also war es vielleicht doch plausibel, dass sie aus zwei verschiedenen Welten kamen? Es fiel ihm immer noch schwer, das auch zu glauben, aber eine andere Erklärung für sein plötzliches Auftauchen hier im Wald hatten sie bisher auch nicht gefunden. Im Gegenteil, mittlerweile waren sie zu dem Punkt gekommen, dass er durch ein Portal gegangen war, ohne es zu bemerken und dadurch hier gelandet war. In einer anderen Welt, die ihm völlig fremd war. »Scheint so.« konnte er nur bestätigen, da er keine bessere Lösung dafür hatte. Auch wenn es ihm nach wie vor viel zu unlogisch erschien. Andererseits gab es in den Worten von Levia generell wenig Logik für ihn - Zwillinge, Eltern, Geschwister, freie Partnerwahl, Pokémon...das waren alles Dinge, die ihm völlig fremd waren, da es sie in seiner Welt einfach nicht gab. Wie also sollte er sich das anders erklären als durch zwei unterschiedliche Welten? Aber sollte er wirklich anerkennen, dass es mehr Welten gab als die eine, die er kannte? Das klang vielmehr nach irgendwelchen Geschichten, die nicht der Realität entsprachen. Levia schien damit aber auch so ihre Probleme zu haben, was Dawson zumindest ein wenig beruhigte. Das bedeutete immerhin, dass er nicht verrückt wurde - oder? Oder sie wurden beide verrückt. Die Erklärung mit dem Portal erschien ihm nämlich immer noch nicht wirklich plausibel. Es war einfach aufgetaucht, er hindurch gegangen und auf dem Bauch gelandet, weil seine Welt anders herum war? Das ergab nun wirklich keinen Sinn und dementsprechend skeptisch sah Dawson auch zu Levia. »Ich denke nicht, dass es helfen würde, sich zu kneifen.« überlegte er laut, etwas verwirrt über diesen Ausspruch. Selbst wenn man träumte, würde man davon wohl kaum wach werden - immerhin würde man sich dann im Traum kneifen, oder nicht? Irgendwie verwirrte ihn das noch viel mehr und er hatte das Gefühl, dass sein Kopf platzte. Es war einfach zu viel auf einmal!
Und es ging noch viel weiter, denn als er nun von Seen, Flüssen, Wäldern und Wüsten erzählte, offenbarte Levia ihm, dass es all das hier tatsächlich gab, ganz ohne Projektion, sodass jeder zu jeder Zeit dorthin gehen konnte. Und dass es tatsächlich so atemberaubend schön war, wie Dawson es sich immer gedacht hatte. Denn seine Projektionen waren das, was ihm am Tag am meisten Spaß machte. Er konnte in die Natur gehen, die es nicht wirklich gab, abschalten und sich an einen anderen Ort träumen. Die einzige Möglichkeit, der Trostlosigkeit der Stadt zu entkommen. Und hier sollte es so etwas wahrhaftig geben? So verträumt und glücklich Levia davon erzählte, konnte er es sich gar nicht anders vorstellen - und das war einfach unglaublich! »Sollte ich länger hierbleiben - und damit sage ich nicht, dass ich den Gedanken an zwei Welten logisch finde - würde ich mich sehr freuen, diese Orte zu sehen.« erwiderte er da, leicht verträumt, denn wenn er schon einmal hier war, wollte er unbedingt diese Orte kennenlernen. Und dann vielleicht genauso begeistert davon sein wie Levia. Und wenn er Glück hatte, würde er Eliara dorthin mitnehmen und sie ihr ebenfalls zeigen können. Was könnte es Schöneres geben?
Außer natürlich, überhaupt wieder irgendwie nach Hause zu kommen. Auch wenn es nicht der beste Ort zum Leben sein mochte, denn wie er jetzt erfuhr, war Einall da wesentlich lockerer, vor allem, was Regeln und Gesetze anging. Doch auch mit der Freizeitgestaltung schien Levia irgendwie nicht ganz einverstanden zu sein. Zumindest fragte sie erstaunt nach, dass sie sich die Zeit nicht selbst einteilen konnten. So ganz stimmte das allerdings auch nicht. »Nicht direkt. Also, wir dürfen schon entscheiden, was wir machen möchten. Ob wir in die Gärten gehen oder Videospiele spielen oder Sport machen. Nur müssen wir zu bestimmten Uhrzeiten eben wieder zu Hause sein.« versuchte er es zu erklären, wobei sein Verständnis von Gärten, Videospielen und Sport wohl ein gänzlich anderes war, als das, was Levia davon hatte. Denn all das fand auch nur virtuell statt. Da Dawson das jedoch nicht wissen konnte, erklärte er es auch nicht weiter. Stattdessen lauschte er den Worten Levias, die auf seine Nachfrage hin nun ein wenig über die Gesetze Einalls erzählte. Nicht töten oder verletzen, nicht stehlen - das war auch etwas, das in Shiroh nicht gern gesehen war und Strafen nach sich zog. Insofern hatte er wohl etwas gefunden, was seiner Heimat sehr ähnlich war. Auch wenn er nicht wusste, was mit "den üblichen Dingen" gemeint war, begnügte er sich mit dieser Antwort. Er würde einfach all das nicht tun, was in seiner Welt ebenfalls nicht erlaubt war, dann war er mit Sicherheit auf der richtigen Seite. Mittlerweile merkte er auch, dass er zunehmend von zwei Welten ausging und es in seinen Gedanken bereits genau so trennte. Aber anders konnte er auch gerade nicht darüber nachdenken. Nachfolgend erfuhr er sogar noch, dass Einall keinen Tagesablauf vorgab, an den sich ein jeder Bürger halten musste. »Es klingt nach sehr viel Freiraum.« überlegte er laut, bereute im nächsten Moment aber wieder, es gesagt zu haben - immerhin war es eine indirekte Kritik an der Regierung! Freiraum war nicht gestattet, man hatte zu tun, was gesagt wurde und es nicht in Frage zu stellen. Er hoffte inständig, dass Levia tatsächlich kein versteckter Regierungsmitarbeiter war. Denn das würde sehr fatal für ihn enden.
Doch auch die Familienkonstellationen ließen in Einall offensichtlich wesentlich mehr Freiraum zu, denn statt nur einem Kind konnte es hier viele Kinder geben, die dann sogar noch lange Zeit bei ihren Eltern lebten. Dawson hatte langsam das Bedürfnis, dieses Gespräch an der Stelle abzubrechen und eine Pause einzulegen, gleichzeitig fand er es unglaublich interessant, wie unterschiedliche die Erfahrung von ihm und Levia doch waren - und das nur aufgrund des Ortes, an dem sie aufgewachsen waren. Levia aber schien sehr schockiert darüber zu sein, dass Zwillinge nicht als solche aufwuchsen, wohl weil sie selbst einer war. Es interessierte Dawson durchaus, wie ihre Schwester wohl aussah. Zwillinge sollten einander doch stark ähneln, nicht wahr? Von Pandragon kannte er das nicht, da fand er es äußerst spannend, es hier mal kennenzulernen. »Sie werden getrennt. Das jüngere Kind wird entweder an ein Paar weitergegeben, das keine Kinder bekommen kann oder getötet.« erklärte er recht sachlich, fast schon zu nüchtern, aber für ihn war es nun einmal Alltag. Es war nichts Besonderes, dass diese Kinder auch getötet wurden, denn es war schlicht verboten, dass Zwillinge beieinander aufwuchsen. Und wenn man keinen Platz für das zweite Kind fand, wo sollte es dann schon leben? Natürlich konnten sie es auch in die Außenwelt aussetzen, aber da war das direkte Töten doch wesentlich humaner. Immerhin war die Außenwelt verseucht! Und wie sollte sich ein Säugling schon selbst ernähren können? Den nächsten Schock schien Dawson Levia dann aber mit seiner Frage zu bereiten, ob Levia ihre Eltern kannte. Es schockierte ihn jedoch wiederum, dass dem scheinbar so war, denn es war in Pandragon einfach nicht üblich. Natürlich kam es vor, aber wenn man von ihnen getrennt wurde und viele Jahre ohne sie aufwuchs, hatten die meisten gar kein Interesse mehr daran, ihre Eltern kennenzulernen. Für Levia schien genau das aber unvorstellbar zu sein. Für sie schien es das natürlichste von der Welt zu sein, ihre Eltern zu kennen und sogar bei ihnen aufzuwachsen. Für Dawson war das allerdings widerum unvorstellbar. Wieder einmal war es etwas, das komplett im Gegensatz zu seiner Welt stand und er konnte sich nicht vorstellen, wie die Familien hier zusammenlebten. Unwillkürlich fragte er sich, wie alt Levia eigentlich war und welche Zeitspanne für ein gemeinsames Leben mit den Eltern hier wohl üblich war. Bevor er diese Fragen aber alle stellen konnte, kam ihm ein neues Wort entgegen, mit dem er nichts anfangen konnte: was war bitte ein Teehaus? Tee gewann man aus verschiedenen Pflanzen, die auf den Äckern der Stadt wuchsen. Jeder Haushalt bekam etwas davon ab - es war also nicht der Tee selbst, der ihm unbekannt war, sondern die Wortkombination, unter der er sich nicht viel vorstellen konnte. Gab es also extra ein Haus, wo die Pflanzen gelagert wurden? Das erschien ihm nicht gerade logisch, zumal Pflanzen doch auch Sonne brauchten. Doch auch dieser Gedankengang wurde unterbrochen, als Levia ihn überaus vorsichtig fragte, ob er seine Eltern nicht kannte. Richtig, sie hatten ja über die Familie gesprochen. »Ich habe nur verschwommen einige Bilder im Kopf. Aber wir wohnen nur so lange bei unseren Eltern, bis wir mit 6 Jahren in die Schule kommen. Es ist uns nicht verboten, nach Ausbildungsabschluss wieder Kontakt zu ihnen aufzunehmen, aber das machen nur die Wenigsten.« erklärte er noch etwas abwesend, da ihm immer noch die anderen Fragen durch den Kopf schwebten und ihn ablenkten. Es war einfach so viel neues! Als würde er aus einem Paralleluniversum stammen, in dem alles Kopf stand. Oder sich jetzt in einem solchen befinden. Aber das war auch nicht gerade eine logische Erklärung für das alles. »Wie lange ist es hier denn üblich, bei seinen Eltern zu wohnen?« fragte er nach, um zumindest eine seiner Fragen noch beantwortet zu bekommen. Und da sie gerade beim Thema der Familie waren, passte sie gerade auch gut in den Kontext, selbst wenn er gewiss noch tausende andere Fragen hatte. Er würde sie vielleicht im Laufe des Gesprächs noch stellen oder nach hinten verschieben, je nachdem, wie es nun weiter ging.
Denn genau das würde er nun doch ganz gern wissen. Gab es eine Möglichkeit, schnell wieder nach Pandragon zu kommen? Wenn er wirklich durch ein Portal hergekommen war, würde er auch durch ein solches wieder zurück müssen. Jedenfalls vermutete er das stark. Wenn er aber nicht durch ein Portal gekommen war, musste er eine andere Möglichkeit finden, wieder zurückzukommen. Oder aber er blieb erst einmal eine Weile hier, lernte Einall kennen und kehrte dann zurück, um Eliara zu holen und das Leben zu leben, was er sich in den letzten Wochen verstärkt gewünscht hatte. Frei zu sein, freie Entscheidungen zu treffen und mit der zusammen sein können, die er liebte. Er stellte sich zwar durchaus vor, dass das sehr kompliziert werden würde, doch er würde es gern versuchen, wenn es bedeutete, dass er Eliara bei sich haben durfte. Natürlich war hier das Problem, dass auch sie mittlerweile jemanden an ihrer Seite hatte und er bezweifelte, dass sie sich gegen die Regierung stellen würde. Die einzige Möglichkeit war also, sie hierher zu holen. Wenn Einall tatsächlich eine andere Welt und das alles hier kein einziger, großer Schwindel war natürlich.



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