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Beitrag von Sawyeram Mo März 18, 2019 11:05 pm

Wendelberg - Außenbereich

Kämpft man sich lange genug durch das Tunnelsystem des Berges, gelangt man früher oder später zum Außenbereich. Dieser ist ein Tal, meist verschneit, in dem einige Pokémon beheimatet sind. Hier und dort wachsen kahle Sträucher und Bäume und es gibt kleinere Höhlen, die die Nester von Pokémon darstellen. Mehrere Eingänge führen außerdem wieder in den Wendelberg hinein oder hinauf zur Spitze des Berges.

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Beitrag von Sawyeram Mo März 18, 2019 11:06 pm

#1 mit Olivia
Nun, konnte man von Begeisterung sprechen? Nicht unbedingt. Geräuschvoll zog Sawyer die Nase hoch, während er eine weitere der schier unendlich scheinenden Steigungen hinauflief. Es hätte ihn ruhig in eine schönere, angenehmere Gegend verschlagen können, statt ausgerechnet in einen riesigen Berg, der nicht nur super verwirrend, sondern auch noch unheimlich kalt war. Den Mund zu einem Strich verzogen, sah er gerade aus und hoffte, den Höhlenausgang bald erreicht zu haben. Denn auch, wenn der Ranger sich gerade im Höhlengeflecht des Wendelbergs befand, war sein Ziel doch der Außenbereich, der momentan wahrscheinlich von Schnee bedeckt war. Er hatte eine Mission von der Ranger- und Polizistenvereinigung erhalten, sich die Gegend mal genauer anzugucken. Ein Wanderer hatte vor Kurzem ein stark verletztes Siberio gefunden und zwei Tage später tauchte an der selben Stelle ein weiteres auf. Beide hatten Verletzungen an den Beinen, als wären sie in eine schwere Falle gelaufen. Wilderer waren ungerne gesehen, erst recht, wenn sie zu derlei Mittel griffen. Sawyer sollte daher die Lage untersuchen, nach Hinweisen schauen und darauf hoffen, nicht in ein weiteres, verletztes Siberio zu laufen. Weshalb genau man Jagd auf die Pokémon machen sollte, erschloss sich Sawyer nicht wirklich, allerdings verschwendete er daran auch nicht mehr Gedanken, als tatsächlich nötig.
Legion, sein Zwielicht-Wolwerock, schien begeisterter zu sein, was die anstehende Mission anging. Zumindest trottete das orangefarbene Pokémon schon die ganze Zeit munter vor Sawyer her, nahm die Eindrücke des Wendelberges in sich auf und schien von schier allen Dingen, die es bemerkte, begeistert zu sein. Der Schwarzhaarige hatte keine Ahnung, warum ausgerechnet dieser Haufen Steine so schrecklich interessant sein sollte, doch seinetwegen sollte sich Legion nicht gestört fühlen. Solange er sich nicht ablenken ließ und vom Weg abkam, hatten sie schließlich keine Probleme. Es war immerhin nicht so, dass Sawyer den Wendelberg wie seine Westentasche kannte. Er verließ sich einerseits auf die Navigation seines FangKoms und andererseits auf die gute Nase seines Partners, auch wenn die momentan öfter in irgendwelchen Aushöhlungen in den Felswänden steckte, als wirklich zu helfen. Mit seiner Einschätzung hatte Sawyer richtig gelegen; es dauerte nicht lange, da wurde der dunkle Tunnel, in dem sie sich gerade befanden, immer mehr mit Licht erfüllt, als sie sich dem Ausgang näherten. Sawyer konnte die kühle, frische Luft in seinem Gesicht spüren, als sie weiter auf den Ausgang zusteuerten und ehe er sich versah, standen sie schon draußen. Relativ hoch, jedoch noch lange nicht an der Spitze des Wendelbergs angekommen, erstreckte sich ein kleines Tal, von Schnee bedeckt wie eine weiße Decke. Hier und dort wuchsen Sträucher und einige Bäume, doch waren sie kahl, wie man es in einer Schneelandschaft erwarten würde. Immerhin schneite es gerade nicht. Sawyer ließ den Blick schweifen und suchte nach irgendeinem Anhaltspunkt, während Legion erfreut bellte, als er ein paar Pfotenabdrücke im Schnee hinterließ. „Legion, konzentrier dich“, mahnte Sawyer, woraufhin das Pokémon aufhörte, interessiert am Schnee zu lecken und stattdessen den Kopf hob, um sich ebenfalls umzusehen.
Mit einem Handzeichen deutete er seinem Partner an, ihm zu folgen, als er die Stelle ausgemacht hatte, an denen die Siberio gefunden worden waren. Natürlich war mittlerweile nichts mehr zu sehen; mögliche Spuren waren vom Schnee verdeckt und vernichtet worden. Sawyer schnaubte und ging in die Hocke, während er ein wenig im Schnee herumwühlte, doch finden tat er nichts. Er klatschte in die Hände, um den Schnee von seinen Fingern zu schütteln, als er sich wieder aufrichtete und Legion ansah. „Am besten sehen wir uns ein wenig um. Aber pass auf, wo du hintrittst. Wer weiß, ob hier noch mehr Fallen liegen.“ Das Wolwerock nickte und streckte die Nase in die Luft, um eine Spur aufzunehmen. Sawyer ging in die entgegengesetzte Richtung, behielt den Blick aufmerksam gehoben und fragte sich, wo die ganzen Pokémon sich wohl versteckten.

Die Ebene, auf der sie sich gerade befanden, war weitflächiger, als er erwartet hatte. Hier und dort führten kleinere Höhlen wieder zurück in den Wendelberg; Sawyer vermutete, dass einige von ihnen als Heim für Pokémon dienten. Allerdings waren sie zum Großteil leer. Sawyer entdeckte einige schlafende Georok und sogar ein Geowaz, doch ansonsten war keine Spur von den großen Eispokémon, irgendwelchen Fallen oder Wilderern. Mit missmutigem Blick verzog er das Gesicht und stopfte die Hände in die Taschen seines Mantels, während er weiter lief – bis ihm schließlich eine Gestalt ins Auge stach. Nachdenklich neigte er den Kopf zur Seite, während er die Person ansah, die etwas weiter entfernt von ihm wohl ebenfalls etwas beobachtete. Kurzerhand straffte er seine Schultern und stapfte weiter durch den Schnee, um schließlich ein paar Meter von der Person stehen zu bleiben, die sich als junge Frau entpuppte. Sawyers Mimik war kühl und emotionslos, während sein Blick auf der Frau lag und er sich schließlich räusperte, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch bevor er sie ansprach, stach ihm etwas anderes ins Auge: eine kleine Familie aus Siberio und Petznief, die etwas weiter entfernt zusammen im Schnee tollten. Stirnrunzelnd sah er zurück zu der Frau; ob sie die Wilderin war? Um ehrlich zu sein sah sie nicht wie eine aus, allerdings sollte man Menschen bekanntlich nicht nach dem Äußeren beurteilen.
„Entschuldigen Sie die Störung“, fing er dann schließlich an, nachdem er den Blick wieder auf die Frau gerichtet hatte. „Ich habe die Information bekommen, dass hier in der Nähe Fallen aufgestellt wurden, um Pokémon zu fangen. Wissen Sie darüber etwas oder haben Sie etwas gesehen?“, fing er also einfach mal an, allerdings in gedämpfter Stimme, damit die Pokémon nicht auf sie aufmerksam wurden und sich gestört fühlten. Just in diesem Moment kam auch Legion wieder zu ihnen getrottet und schüttelte kurz sein Fell aus, in dem kleinere Brocken Schnee hafteten. Der vorher noch verspielte, entspannte Blick wandelte sich, als er die Fremde erblickte und passte sich dem Ausdruck seines Partners an. Skeptisch, misstrauisch. Sawyer sah kurz zu ihm herunter, dann griff er in die Innenseite seines Mantels und zückte seinen Ausweis hervor, um ihm der Frau hinzuhalten. „Mein Name ist Sawyer Fitzgerald, Ranger der Ranger- und Polizistenvereinigung“, wies er sich aus und steckte den Ausweis zurück in die Mantelinnentasche. Abwartend sah er die Frau an.


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Beitrag von Oliviaam Di März 19, 2019 7:03 pm

Einstieg

#1 mit Sawyer
Warum hatte sich Olivia nur darauf eingelassen? Was war mit ihren Synopsen falsch gewesen, als sie die Entscheidung traf, sich ausgerechnet mitten in den Schnee zu hocken und Eis-Pokemon zu beobachten? Weil sie ja so ein Fan von Frost und Kälte war. Manchmal konnte sie es auch bereuen, sich ihrer Neugier und Wissbegierde so sehr zu unterwerfen und dabei ihre größten Abneigungen zu ignorieren. Bei diesen Siberio handelte es sich um Pokemon, über die Olivia selbst nicht all zu viel wusste. Da kam ihr die Email mit der Anfrage dieses unbekannten Forschers grade recht. Er wollte Daten über die Eis-Pokemon. Das bedeutete nicht, dass sie selbst diese nicht auch irgendwie verwerten konnte. Wahrscheinlich, nein, ganz sicher würde sie dem Kerl auch nicht alles geben, was sie so entdeckte. Was im Endeffekt aus den gesammelten Informationen wurde, konnte eh nicht so gut werden, wie wenn sie selbst etwas damit anstellte. Dafür war sie viel zu eigennützig. Umso lustiger war es doch, wie positiv man über die Arbeit der Taijitu sprach. Sie liebte es, den Kontrast zwischen öffentlichem Auftreten und den Informationen, die sie selbst hatte, detailliert zu begutachten. Dies war nur wieder ein Musterbeispiel für diesen verborgenen Zwiespalt. Olivia beobachtete Pokemon und jemand anderes freute sich darüber, obwohl sie selbst einen vielleicht viel größeren Nutzen davon hatte. Problem an der Sache war nur, dass sie noch etwa fünfeinhalb Tage vor sich hatte. Fünfeinhalb Tage zittern und frieren.
Zwar war Olivia aufgrund ihres nahegelegenen Arbeitsplatzes und Wohnortes ohnehin gut eingedeckt, was wärmende Kleidung anging, doch dafür ausgelegt, den ganzen Tag im Schnee herum zu stapfen, war sie dennoch nicht. Gleich zwei mit heißem Kaffee gefüllte Thermoskannen, die sie in ihre Umhängetasche gestopft hatte, sollten diese Umstände ein wenig ausgleichen. Die Teile funktionierten besser blendend, denn die Forscherin hatte verhältnismäßig viel Geld dafür hingelegt. Zusammen mit dem hellen Wintermantel, der im Schnee so wenig wie möglich auffiel und der obendrein gut gefüttert war, sowie einem fetten Schal, stellten sie die Grundlage von Olivias Ausrüstung für diese Untersuchung dar. Natürlich war da noch ihr Porygon, gekoppelt mit ihrem Handy, womit sie leise Sprachaufzeichnungen über ihre Beobachtungen aufnahm. An Tag eins erst, also am Tage zuvor, war ihr aufgefallen wie nervig es sein konnte, ein Handy mit Handschuhen bedienen zu müssen. Aber zum abnehmen jener war es einfach viel zu kalt, also musste Olivia mit den damit verbundenen Mühen leben. Ram, ihr Porygon, erleichterte es ihr da dann doch sehr.

Die Arbeit an diesem Tage war müßig. Die Forscherin fand zunächst keine vernünftige Stelle, um möglichst unbemerkt ihrer Aufgabe, die Siberio zu beobachten, nachgehen zu können. Sie wollte sie nicht verschrecken, was sie unweigerlich tat, wenn sie bemerkt wurde. Grade hatte sie wieder jedwede Spur verloren. Ein Siberio war nirgends zu sehen. „Ach verdammt…“, fluchte sie dennoch relativ leise vor sich her. Man konnte ja nie wissen ob nicht hinter dem nächsten Baum doch eines war, welches einen Aufschrei dann doch vernahm und ebenfalls floh.
Langsam setzte Olivia also weiter ein Bein vor das andere. Ihre Füße komprimierten unter Knirschen den Schnee am Boden. Dieses mehr oder weniger rhythmische Knirschen, gemischt mit dem aneinander schleifen ihrer Hosenbeine, entwickelte sich zu einer sehr monotonen Musik, bis diese urplötzlich von einem lauten Geräusch unterbrochen wurde. Sofort hielt die Wissenschaftlerin inne. Das klang nach einem… Gähnen? Von jetzt auf gleich schoss Olivia das Adrenalin ins Blut. Grade noch ermüdet, war sie nun hellwach. Vorsichtig schaute sie sich um. Wo stammte dieses Geräusch her? Auf dieser Ebene, bei all den Bäumen… Es konnte überall wiederhallen. Doch dann erblickte sie es, ein Siberio, mehrere Meter hinter einer Baumgruppe. Perfekt! Endlich hatte sie wieder eines gefunden.
Langsam schlich die Blonde in Richtung des gesichteten Pokemons. Ihren Blick wendete sie erst einmal nicht mehr davon ab. Sie brauchte eine Deckung. Ein paar Meter weiter konnte sie dann selbst hinter einem Baum verschwinden und hinter diesem hinweg linsen, um das Siberio zu beobachten. Dabei fielen ihr weitere Pokemon, Petznief auf. Ob es sich bei dem Siberio um eine Mutter handelte? Äußerst interessant…
Lange blieb Olivia dabei aber nicht produktiv. Das lag in erster Linie daran, dass sie nicht länger alleine war. Bemerkten tat die Forscherin dies aber erst sehr spät. Zu konzentriert blickte sie in Richtung des zu untersuchenden Pokemons. Erst als ein deutliches Räuspern ertönte, zuckte die Blonde auf. „Was zum…“, murmelte sie halblaut. Ihr Kopf fuhr herum. Da stand jemand. Ein junger Mann. Ein recht großer, junger Mann. Er entschuldigte sich höflich für sein Stören. „Guten Tag.“, entgegnete sie ihm zunächst minimalistisch. Weiter erklärte der Herr, dass es an diesem Ort Fallen geben sollte. Ging es etwa um Pokemonwilderer? Olivia begrüßte jedenfalls die ruhige Tonart, die der Fremde an den Tag legte.
Ein Wolwerock gesellte sich zu dem Mann. Ein Wolwerock in seiner Zwielichtform, wie die Expertin schnell bemerkte. Es schüttelte sich und nahm sie dann ins Visier. Kurz darauf kramte der Mann einen Ausweis hervor, den er ihr dann zeigte. Passend zu dem Namen auf jenem Ausweis, stellte sich der Herr dann als Sawyer Fitzgerald vor. „Ach, die RPV.“, bemerkte Olivia ebenso leise, wie Mr. Fitzgerald auch zu ihr sprach, jedoch mit einem sachten Lächeln. Sie hatte sich mittlerweile zu ihm herumgedreht, kommunizierte also direkter mit ihm und nicht mehr so nebenbei. Passend zu seiner Geste, griff sie nun auf Brusthöhe in ihren Mantel hinein. Sie löste ihren Laborausweis von ihrer Brusttasche, zog ihn aus dem Mantel hervor und hielt ihn nun ihrerseits dem Ranger entgegen. „Doktor Olivia Carter. Ich beobachte diese Pokemon dort vorne. Es tut mir leid Sie enttäuschen zu müssen, aber ich habe hier niemanden gesehen. Hier liegen Fallen, sagen Sie? Das ist ja furchtbar. Zum Glück bin ich bisher in keine getreten.“ Der Gedanke, in dieser Kälte in eine Falle zu treten und sich zu verletzen, war ja schrecklich! Sie hätte dort verenden können… Gut, sie hätte noch Hilfe rufen können, aber rosig waren die Aussichten, mit dem Hintern im Schnee zu sitzen und über Minuten, vielleicht gar Stunden eine blutende Wunde stillen zu müssen, keinesfalls. Jedenfalls überraschte sie diese Nachricht tatsächlich sehr, wobei der Schreck und die im Geiste ausgemalten Folgen ihre Reaktion doch dominierten.


Zuletzt von Olivia am Mo März 25, 2019 7:45 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag von Sawyeram So März 24, 2019 5:05 pm

#2 mit Olivia
Es sprach für die Dame, dass sie derart intensiv mit ihrer Beobachtung beschäftigt war, dass sie ihn nicht bemerkte. Er hoffte zumindest, dass es eine Beobachtung zu Forschungszwecken war und nicht, dass er gerade dem gesuchten Wilderer in Persona gegenüberstand. Doch er blieb optimistisch, auch wenn man es ihm wohl nicht ansehen konnte. Zumindest hatte der Strich, der vorher seinen Mund dargestellt hatte, mittlerweile ein leichtes Lächeln angenommen, als die Frau sich ihn bemerkt und sich ihm zugewandt hatte. Immerhin wollte man sie nicht gleich verschrecken und komischer Weise hat er schon oft gesagt bekommen, sein Gesicht wäre „nicht sehr einladend, wenn er so grimmig schaute“. Na, Entschuldigung? Das war eben sein Gesicht… aber was auch immer. Jetzt gerade hatte ein schmales Lächeln Platz auf eben jenem gefunden, als er die Frau aufmerksam musterte. Er schätzte sie auf ungefähr sein Alter, vielleicht etwas älter, allerdings konnte man keine großartigen Zeichen der Zeit auf ihren Zügen erkennen. Gemeinhin würde man sie wohl als Schönheit bezeichnen, wie ihr goldenes Haar ihre markanten Gesichtszüge umrahmte und ihre Wangen durch die Kälte etwas gerötet waren. Details, die Sawyer auffielen, ihn jedoch nicht weiter zu interessieren schienen. Der Ranger hielt seine Stimme gedämpft, um die Siberio und ihre Familie nicht zu stören oder auf sie aufmerksam zu machen; was Sawyer nicht gebrauchen konnte, waren wütende, große Pokémon, die sie angriffen, weil sie in ihr Revier eingedrungen waren. Zwar wäre ein solcher Angriff wohl gerechtfertigt, allerdings gab es keinen Grund, ihn absichtlich zu provozieren.
Er nickte, als sie seine Begrüßung erwiderte und griff schließlich in seine Manteltasche, um seinen Ausweis hervorzuholen, der ihn als Hüter des Gesetzes kenntlich machte. Seiner Meinung nach war das zwar etwas übertrieben, aber da es für jedes Mitglied der Ranger- und Polizistenvereinigung die selbe Art von Ausweis gab, lediglich mit dem Unterschied ob für Ranger, Forscher oder Polizisten, hatte er sich auch nicht großartig beschwert. Während er sich vorstellte, hatte die Frau sich auch zu ihm umgewandt, was das Gespräch einfacher gestaltete und auf Sawyer zudem den Eindruck vermittelte, zumindest nicht vollkommen unwillkommen zu sein. Er konnte sich allerdings durchaus vorstellen, dass man lieber seine Ruhe hatte, wenn man Pokémon beobachtete. Auf ihre Feststellung, dass er zur RPV gehörte, nickte er kurz, als er seinen Ausweis wieder wegsteckte. Sawyer war minder überrascht, als auch die Blonde einen Ausweis zu zeigen hatte, der sie als Forscherin kennzeichnete. Seine Augen huschten über die Daten und er nickte, ehe er sie mit einem Lächeln wieder ansah. „Freut mich, Dr. Carter“, begrüßte er sie dann und hörte ihr weiter zu. Unvorteilhaft. Es wäre nützlich gewesen, hätte sie in der letzten Zeit etwas mitbekommen, was unnatürlich für die Umgebung war. Sein Blick wanderte von ihr wieder zu den Pokémon, die noch immer mit sich beschäftigt waren. Er nickte dann und sah zurück zu ihr. „Ja, bisher haben wir einige Pokémon aufgefunden, die mit ihren Beinen in Tellereisen gefangen waren. Zum Glück haben wir sie vorher versorgen können, bevor schlimmere Verletzungen entstehen konnten. Allerdings wissen wir nicht, wie viele solcher gefangenen Pokémon bereits aus ihrem Habitat gestohlen wurden und wie viele es noch sein sollen. Gerade mit dem Schnee sind die Fallen so gut wie gar nicht zu sehen, deswegen bitte ich um Vorsicht.“, fuhr er fort und Legion ließ den Blick über die Schneelandschaft schweifen, als wäre er auf der Suche nach einer ebensolchen Falle.
„Wie lange beobachten Sie die Pokémon bereits?“, fragte er Dr. Carter dann und sah sie wieder aufmerksam an. „Sind Ihnen vielleicht seitdem Sie hier sind noch andere Menschen außer mir begegnet?“ Er wollte die Forscherin wirklich nicht zu lange von ihrer Arbeit abhalten; doch jeder noch so kleine Tipp könnte ihm helfen, weiter zu kommen.


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Beitrag von Oliviaam Mo März 25, 2019 8:07 pm

#2 mit Sawyer
Olivia empfand weder Freud noch Leid, als sie in das Gesicht des RPV-Beamten blickte. Er setzte ein schmales Lächeln auf, welches recht passend wirkte. Immerhin steckte er mitten in seinen Ermittlungen und die Forscherin war intelligent genug, um sich denken zu können, dass sie selbst eine potenzielle Verdächtige in seinem Fall sein würde. Jedenfalls würde sie sich selbst verdächtigen. Immerhin huschte sie da durch den Schnee, beobachtete möglichst unauffällig Pokemon, von denen der Herr erzählte, dass man sie irgendwie jagen würde…
Da die Blonde aber ebenfalls wusste, dass sie nichts zu befürchten hatte, da sie lediglich ihrem Beruf, oder ihrer Berufung nach ging und, wie sie eben aussagte, Pokemon beobachtete, wurde sie auch keineswegs unruhig. Allerdings kam ihr die Situation selbst sehr merkwürdig vor. Sie wusste, dass sie nicht die Schuldige war. Das war kein Wunder, so etwas sollte man ja wohl wissen. Aber wie sie ebenfalls dann aussagte, hatte sie auch niemanden sonst gesehen und wer soll dann die Fallen gelegt haben?
Die Freude über das Kennenlernen stempelte Olivia als typische Floskel ab, worauf sie nicht besonders viel gab. „Das ist ja grauenvoll!“, antwortete sie schließlich auf das Erzählte und zwar mit Nachdruck in der Stimme, aber dennoch weiterhin so leise, dass die wilden Pokemon nicht auf sie aufmerksam wurden. Ob es ihr tatsächlich so nahe ging? Nein, nicht die Bohne. Sie selbst würde mindestens genauso weit, wenn nicht noch viel weiter gehen, um ihre Forschungsarbeiten voranzutreiben. Um genau zu sein, es ging ihr am… an ihrer gut eingepackten Rückseite vorbei, was aus diesen Pokemon wurde. Viel interessanter war für sie, was aus den Kriminellen wurde, die die Siberio fingen.
Als Mr. Fitzgerald fragte, wie lange sie die Pokemon schon beobachtete, fiel sprichwörtlich die Münze. Olivia kam ins Stottern. „Ja, ehm, ich… Seit… Seit gestern.“ Warum plötzlich so nervös? Hatte sie doch etwas zu verbergen? Gingen da etwa die Nerven mit ihr durch? Es konnte so wirken, doch so war es nicht. Nicht wirklich. Nein, sie hatte nur grade geschaltet und selbst einen Verdacht aufgestellt. Darum Fuhr sie auch gleich fort, nachdem sie sich kurz gesammelt hatte. „Wissen Sie, mir fällt da grade etwas ein.“, leitete die Wissenschaftlerin dann aufgeregt, in beinahe doppelter Geschwindigkeit ein. Dann machte sie noch einen Schritt zur Seite, vollends hinter den Baum, der sie aus der Sicht des Siberio Mutter-Pokemons brachte. Sie lehnte sich an die großgewachsene Pflanze. „Ich beobachte diese Pokemon gar nicht aus eigenem Interesse. Ich wurde von jemandem angeschrieben, der an Daten über Siberio interessiert war und neugierig wie ich bin, habe ich diesen unseriösen Auftrag einfach angenommen.“ Nachdenklich hatte sie bis dato in die Ferne geschaut. Nun richtete sich ihr Blick wieder auf diesen Ranger. Was er wohl dazu zu sagen hatte?
Einen Moment lang würde sie seinen Worten lauschen, doch dann fiel es ihr wieder ein. Sie hatte das Schriftstück ja sogar dabei! Hastig griff sie in ihren Mantel, um kurz darin herumzuwühlen und dann das Papier ans Tageslicht zu bringen. „Ah, hier ist übrigens der Brief.“, sprach sie, ohne darauf zu achten, ob sie dem Mann ins Wort fallen würde oder nicht. Welch unerwartete Wendung. Plötzlich fand sich Dr. Carter in einem Kriminalfall wieder, statt in ihren aufreibenden und – der Kälte wegen – anstrengenden Forschungsarbeiten. Sie war ja zu neugierig, wie die Geschichte ausgehen würde.
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Beitrag von Sawyeram Mi März 27, 2019 8:06 am

#3 mit Olivia
Auf Sawyer wirkte Dr. Carter nicht wie eine Person, die Pokémon zum Spaß jagte und verletzte. Allerdings hatte er mittlerweile genug Erfahrung gesammelt, um zu wissen, dass man nicht anhand des Äußeren auf die Person schließen konnte. Er hatte damals einen Fall gehabt, in dem ermittelt wurde, weil Vogelpokémon regelmäßig gewaltsam die Feder ausgerupft worden waren und sie dadurch im Winter vollkommen ausgeliefert gewesen waren und es hatte sich herausgestellt, dass ein junges Mädchen Schuld daran hatte, einfach nur weil sie Vogelpokémon hasste. Das hätte ihr auch niemand zugetraut und doch war es so. Das schmale Lächeln blieb obgleich seiner Gedanken auf den Lippen liegen, während er Dr. Carter aufmerksam entgegen sah. Seine Erläuterung zu den Geschehnissen entlockte der Forscherin die erwartete Reaktion, doch maß Sawyer sich nicht an, darüber zu urteilen, ob sie echt war oder nicht. Im Endeffekt ging es ihn weder etwas an, was die Dame für moralische Ansichten hatte, noch war es in irgendeiner Weise wichtig für die Auflösung dieses Falls. Er nickte stattdessen und blickte für einen Moment nachdenklich drein, während Legion kurz leise brummte. Er hoffte nur ein Stück weit, dass die Sache hier schnell abgewickelt werden konnte und der Schuldige gefunden wurde, denn je länger er hier in der Kälte stand, desto mehr hatte er das Gefühl, seine Finger würden gleich nacheinander abfallen…
Interessant wurde es erst so richtig, als Sawyer Dr. Carter durch seine Frage tatsächlich zum Stammeln gebracht hatte. Leicht hob er die Augenbrauen, während er abwartete, welche Maus der Blonden plötzlich über die Leber gelaufen war. Er musste zugeben, es ließ sie im ersten Moment nicht gerade unverdächtig aussehen, allerdings sah er davon ab, voreilige Schlüsse zu ziehen. Stattdessen hörte er ihr zu und während sie sprach, änderte sich seine Mimik von neutral-freundlich zu überaus nachdenklich, bevor er die Hand hob und sich mit gespreizten Fingern durch die Haare fuhr. „Das klingt nach einem Ansatz“, erwiderte er nickend und runzelte leicht die Stirn. Ein ominöser Auftrag eines Mannes, der alles ganz genau über die hier lebenden Pokémon wissen wollte? Verdächtig. Kaum merklich hob sich eine seiner Augenbrauen, als Dr. Carter ihm schließlich auch den Brief überreichte. Aufmerksam las er ihn durch und brummte nachdenklich, ehe er nickte und ihn der Forscherin zurückgab. „Wenig Informationen, keine Erklärung, wofür er die Forschungsdaten tatsächlich braucht… Hm…“, murmelte er und blickte einen Moment herüber zu den Pokémon, dann zurück zu der Forscherin. „Darf ich fragen, wo Sie auf die Anzeige des Mannes gestoßen sind?“ Immerhin hatte dir Forscherin schon selbst gesagt, es handle sich um einen unseriösen Auftrag. Dem würde Sawyer wohl ohne Weiteres zustimmen. Als nächster Schritt wäre es wohl am Sinnvollsten, den Mann aufzusuchen und zu befragen – allerdings sah Sawyer es in seiner Pflicht, zumindest nach weiteren Fallen Ausschau zu halten, bevor er hier verschwand und die Investigation weiterführte. „Und haben Sie sonst noch Informationen zu ihm? Name, Anschrift oder irgendwelche äußerlichen Merkmale?“ Legion hob den Kopf an und schnupperte in der Luft, ehe er sich umsah und sich dann schüttelte, um den Schnee, der sich in sein Fell gesetzt hatte, abzuschütteln.


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Beitrag von Oliviaam Fr März 29, 2019 6:23 pm

#3 mit Sawyer
Olivia machte sich nicht großartig Gedanken, wie sie auf diesen Ranger wirken würde. Jedenfalls tat sie das nicht aktiv. Gewissermaßen war es eine passive Lebensart, wenn man so mochte. Sie war sich schließlich als Frau, die direkt mit den tiefsten Geheimnissen der Vereinigung in Verbindung stand, durchaus bewusst wie legal - oder eben auch nicht - es war, wie man so handelte. Die Wissenschaftlerin hat also eher eine allgemeine Fassade aufgebaut, die sie Tag für Tag lebte. Drum machte es sie auch nicht besonders nervös, nun befragt zu werden. Wie sie agierte war vielleicht nicht ganz ehrlich, aber es war auch nicht ganz gelogen. Es war einfach ein Teil von ihr, ein Teil ihres Lebens.
Als die Blonde von dem Auftrag erzählte, den man ihr erteilte, brachte es den Ranger zum nachdenken. Olivia selbst zog es in Betracht, dass es sich dabei möglicherweise um einen Schuldigen handelte und er würde es garantiert auch nicht ausschließen. Es war zumindest eine Spur für ihn und so wie ihre bisherige Konversation verlief, hatte er anscheinend davon nicht sehr viele. Wobei dazu natürlich auch zu sagen war, dass er absolut keine Verpflichtung hatte, sie über seinen Stand in Kenntnis zu setzen. Sie konnte also gar nicht wissen, wieviele Fährten Sawyer tatsächlich hatte. Ihr blieb nur das Gefühl, welches sich in ihr entwickelte, während sie sich die Situation durch den Kopf gehen ließ.
Er betrachte das Schreiben, analysierte es und wägte ab wie verdächtig der ominöse Fremde sein würde. Gebannt lag Olivias Blick auf seiner Mimik. Als er sie dann wieder ansprach und fragte, wo sie "auf die Anzeige gestoßen sei", zuckte sie schon ein wenig auf, so gespannt beobachtete sie ihn. „Oh, das war keine Anzeige. Das war ein Brief. Ich bin auch nicht auf ihn gestoßen, er wurde mir zugesandt. Der Umschlag müsste noch bei mir auf dem Schreibtisch liegen.“, antwortete Dr. Carter freudestrahlend. „Die Anschrift müsste dann darauf stehen. Ich hatte vor ihm die Daten dann in Form einer CD zukommen zu lassen.“, schob sie dann noch etwas nachdenklicher nach. Ganz sicher war sie sich mit dieser Idee nämlich noch nicht, doch das war der letzte Stand ihrer Überlegungen zu diesem Thema.
„Wenn Sie mögen, händige ich Ihnen den Umschlag und gerne auch den Brief gleich aus. Für mich hat er keinen großen Wert.“ Olivia zuckte mit den Achseln und deutete danach mit dem Daumen über die Schulter. Ungefähr in die RIchtung, in der sie den Rückweg vermutete. Es wäre irgendwie auch eine willkommene Ausrede, diese Beobachtungen vorerst "auf Eis zu legen". Snare, Snare, Becken
Es war nunmal furchtbar Kalt auf diesem Berg. In der Regel noch viel kälter als in der Stadt. Olivias Forscherinstinkt hin oder her. Der Aufwand, den diese doch eher unbedeutenden Forschungen mit sich bringen, motivieren sie doch sehr an dessen Notwendigkeit zu zweifeln. Es war wie Futter für den inneren Schweinehund, der wuchs und sich noch ein Stückchen unüberwindbarer machte. Außerdem konnte sie nebenher noch ihr positives Image ein wenig mehr pushen. Das war nie schlecht. Darauf legte nämlich sowohl die Vereinigung, als auch die Forscherin selbst einen hohen Wert. Nicht umsonst leitete sie neben ihren Hauptaufgaben auch Forschungen für gute Zwecke, zum Beispiel für die Pokemon-Pharmaindustrie.
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Beitrag von Sawyeram So März 31, 2019 12:35 pm

#4 mit Olivia
Nachdem Sawyer das Schreiben begutachtet hatte, schien die Vermutung doch sehr nahe zu liegen, dass der Auftraggeber von Dr. Carter ein Verdächtiger sein könnte. Immerhin wären offizielle, anerkannte Forschungsarbeiten sicherlich nicht derart zu vertuschen und geheim zu halten, da sie ja immer einen bestimmten Zweck erfüllten und früher oder später sowieso veröffentlicht werden würden. Wollte man dann seine Integrität wahren, müsste man sich auch zu erkennen geben; hinter dem stehen, was man untersucht hat, oder in diesem Fall: hat untersuchen lassen. Sawyer hielt es generell schon für fraglich, weshalb man überhaupt einen Auftrag annahm, ohne zu wissen für wen und für was man arbeitete. Doch da hatte wohl jeder seine eigenen Vorstellungen und Sawyer sah davon ab, Dr. Carter deswegen in irgendeiner Weise zu verurteilen. Er selbst arbeitete einfach nur gerne im Offen und hielt von Geheimniskrämerei nicht besonders viel. Das Schreiben wurde ihr wieder überreicht und schließlich ihren Worten gelauscht, was die Sache nur noch ominöser erscheinen ließ. Der Ranger nickte, als die Blonde anbot, ihm Umschlag und Brief zu übergeben. Sicherlich wären sie als Beweisstücke nützlich für weitere Entwicklungen und wenn der Auftraggeber sich als unschuldig erwies, war es trotzdem nicht verkehrt, etwas in der Hand zu haben. „Sicher, wenn Ihnen das nichts ausmacht“, erwiderte er mit einem knappen Nicken. Er war dankbar über die Hilfsbereitschaft der Forscherin, denn er konnte sich vorstellen, dass es nicht selbstverständlich war, derart offen mit jemandem zusammenzuarbeiten, der nicht nur die eigenen Forschungen unterbrach, sondern auch noch drauf und dran war, den Auftraggeber aus dem Verkehr zu ziehen. Er nahm den Brief dann doch wieder zurück, faltete ihn und steckte ihn wohlbehütet in die Innenseite seines Mantels. Beweise sammeln war normalerweise nicht sein Metier, weswegen er keine der hübschen Plastiktüten dabeihatte, in die sowas sonst gesteckt wurde.
„Ich muss sagen, dass es mir schwerfällt, es für einen Zufall zu halten, dass Ihr Auftraggeber Interesse an diesen Pokémon hegt, gerade, wo vermehrt Angriffe auf eben jene passieren“, fuhr er fort und runzelte leicht die Stirn. Kopfschüttelnd wandte er sich ab und ließ den Blick über die Landschaft wandern, ehe seine Aufmerksamkeit von Legion erhascht wurde. Das Fell des Pokémons hatte sich aufgestellte und die Lefzen waren bedrohlich gehoben, allerdings knurrte er nicht – wohl um die Siberio nicht doch noch zu stören. Doch nur ein paar Sekunden später wurde Sawyer klar, was sein Wolwerock so aufgeregt hatte: der Schrei eines Pokémons durchschnitt die kalte Luft und drang zu ihnen herüber, woraufhin auch die Siberio verwundert aufsahen und schnell die Flucht in ihre Höhle ergriffen. Sawyer runzelte die Stirn und sah sich um, konnte mit dem bloßen Auge aber kein verletztes Pokémon in der Nähe erkennen und durch die Felsen um sie herum war es schwer, den Ursprung des Echos auszumachen. „Woher kam das?“, fragte er mehr zu Legion als zu Dr. Carter, welcher sich dann das Fell ausschüttelte und die Ohren hin- und her bewegte, um wohl den Ursprung auszumachen. „Besser wir beeilen uns, nicht, dass etwas Ernstes passiert ist.“ Sein Blick ging kurz zu der Forscherin – gerne könnte sie sich ihnen anschließen, doch war sie wohl auch nicht dazu verpflichtet.


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Beitrag von Oliviaam Di Apr 02, 2019 9:00 pm

#4 mit Sawyer
So reichte Olivia dem Ranger also erneut den Brief. Diesmal, damit er ihn sich einsteckte. Wie er mit dem Schriftstück umging ließ schon erahnen, dass er den Besitz eines anderen respektierte. Er stopfte ihn jedenfalls nicht einfach irgendwie in seinen Mantel. Nun, der Wissenschaftlerin lag nicht viel an dem Brief. Ihr war es egal, ob man behutsam damit umsprang oder gar alle möglichen Chemikalien drauf schüttete, um irgendwelche Spuren zu finden. Für sie war es nicht mehr als ein Informationsträger und die nötigen Informationen hatte sie ja schon erhalten. Olivia nickte noch zustimmend und ruhig, „Mhm.“, als Sawyer einen Zufall kategorisch ausschloss. Dann schoss es ihr durch den Kopf. Nein, kein Zufall... Aber was, wenn die Pokemon gar nicht das Ziel deses ominösen Fremden war? Was wenn... „Was wenn...“, leitete sie zunächst nachdenklich ein. Es folgte eine kurze Pause. Die Blonde musste sich noch kurz sortieren. Die Worte waren ihr voreilig entflogen, ehe sie ihre Gedanken klar zusammengefasst hatte. Ein neuer Ansatz musste her. „Was wenn man es auf mich abgesehen hat? Vielleicht war der Brief nur ein Vorwand, um mich her zu locken und in eine Falle tappen zu lassen!“ Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, schon zuckte Olivia zusammen. Da hatte sie doch für einen kurzen Moment die Beherrschung verloren. Sich versichernd und vorsichtig, blickte sie um die Ecke, um den Baum herum. Sie hatte die Pokemon, die unweit von ihnen spielten doch nicht aufgeschreckt, oder? Nein, jedenfalls nicht so richtig. Eines von ihnen blickte neugierig in die Richtung der beiden Menschen, doch ließ es sich schnell wieder von seinen Artgenossen ablenken. Nicht für lange.
Ein Schrei schnitt die Ruhe dieser schneelandschaftlichen Idylle entzwei. Von Fluchtreflexen getrieben, sprangen die Pokemon auf, um ohne Umwege und in schnellstmöglicher Geschwindigkeit den Weg zum nächsten Unterschlupf, am Felsrand in den Höhlen zu suchen. „Was war das?“, fragte Olivia beinahe zeitgleich wie der Ranger, so dass sie sich gegenseitig ins Wort fielen. Ohne überhaupt darüber nachzudenken, was nun ihr Job war und wo ihre Pflichten aufhörten, folgte Dr. Carter dem RPV-Ermittler. Es ging über die verschneite Ebene, hin zu einem der Höhleneingänge. Von der Eile der Situation getrieben, dachte sie auch nicht mehr über die Gefahr nach, die sich vermeintlich unmittelbar unter der Schneedecke befinden sollte. Bis hin zum Höhleneingang blieb sie noch verschohnt, dann ertönte ein mechanisches Geräusch. Das Auslösen eines Mechanismus, gefolgt von dem Aufeinanderschlagen zweier Metallstücke. Die Wissenschaftlerin schrie auf. „Ah, verdammt!“ Ein brenneder Schmerz durchzog ihr rechtes Bein. Sie war hingefallen. Etwas zog förmlich an ihrem Bein, riss sie aus der Laufbewegung. Tatsache, das musste eine dieser Fallen gewesen sein. Carters erster Blick fiel auf ihr betroffenes Bein. Der Schnee hatte sich bereits teilweise rot gefärbt. Sofort schaute sie in Richtung Sawyers, der ein Stück weit vor ihr gelaufen war. Ohne, dass er überhaupt sein Wort an sie hätte richten können, peitschte sie ihn mit ihren bereits weiter. „Ich komme zurecht! Sehen Sie nach was geschehen ist!“, forderte sie ihn auf.
Dann fuhr die Blonde herum. Sie setzte sich auf ihren Hosenboden, beziehungsweise auf ihren Mantel und machte sich erst einmal vorsichtig daran, grob den Schnee von der Wunde zu entfernen. Schöne Sch***e. Vielleicht konnte ihr eines ihrer Pokemon weiterhelfen. Sie hatte auch schon eine Idee.
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Beitrag von Sawyeram Mi Apr 03, 2019 6:57 pm

#5 mit Olivia
Es würde wohl nichts drum herum führen, sich den Auftraggeber genauer anzusehen und ihn besonders akribisch unter die Lupe zu nehmen. Allerdings würde er nicht sofort von hier aufbrechen können, immerhin konnte es noch immer sein, dass unter der Schneedecke versteckt einige Fallen lagen und sicherlich würde er hier nicht verschwinden, bevor er die nicht gesucht und außer Kraft gesetzt hatte – selbst, wenn er dafür noch tagelang hier unterwegs war. Bestenfalls würde er so wenigstens auch denjenigen treffen, der die Fallen überhaupt erst aufgestellt hat. Früher oder später musste der Täter schließlich zum Tatort zurückkehren, allein schon, um zu schauen, ob er irgendetwas gefangen hat. Ein Kopfschütteln von Sawyers folgte als Reaktion auf diesen Gedanken, ehe er Dr. Carter wieder die Aufmerksamkeit schenkte, die sie verdiente. Bis jetzt hatte sie sich zumindest als sehr nützlich erwiesen – nützlicher, als die gähnende Leere dieser Schneelandschaft.
Dr. Carter warf schließlich einen Gedanken ein, den Sawyer bis dato nicht bedacht hatte. Man musste durchaus zugeben, dass sein Fokus immer mehr auf den Pokémon, als auf den Menschen lag, immerhin war das der Fokus seiner Arbeit – doch die Worte der Forscherin gaben durchaus Sinn. Natürlich würde das im Umkehrschluss bedeuten, dass die Person, die die Forscherin aus dem Weg haben wollte, überaus skrupellos war und in Kauf nahm, noch viele andere Lebewesen durch dieses Vorhaben zu verletzen. Andererseits – wie viele Skrupel konnte schon jemand haben, der es auf den Tod oder das Verschwinden einer anderen Person abgesehen hatte? Er folgte ihrem Blick zu den wilden Pokémon, die sich an ihrem Ausruf aber wohl nicht gestört hatten. „Hm… Ein Gedanke, den man einberechnen sollte“, stimmte er ihr zu und sah davon ab, direkt damit anzukommen, dass es wahrscheinlich war. Er wollte schließlich nicht unnötig Sorge schüren. „Einen Moment.“ Er strich den linken Ärmel seines Mantels zurück und legte so seinen FangKom frei, der an seinem Handgelenk befestigt war. Mit ein paar Handgriffen hatte er das Kommunikationstool geöffnet und tippte in Windeseile eine Nachricht, dann ließ er den Ärmel wieder zurückfallen und sah Dr. Carter wieder an. „Ich habe die Zentrale darüber informiert. Die Kollegen der Polizei werden sich dem Brief annehmen und sich anschließend auch nochmal mit ihnen in Verbindung setzen. Können Sie mir dazu noch Ihre Anschrift und ihre Kontaktdaten geben, Dr. Carter?“ Arima würde sich freuen.

Der Schrei des Pokémons ließ sie schließlich beide aufhorchen. Dr. Carter haderte nicht mit sich, ob sie Sawyer folgen sollte oder nicht, sondern heftete sich sogleich an seine Fersen. Für ihn war das kein Problem, denn je mehr Hände man hatte, desto besser, schließlich wusste man nie genau, was passiert war und in welche Situation man sich hineinbeförderte. So gut Sawyer auch in seiner Arbeit war, es gab Aufgaben, die man nicht alleine händeln konnte. Gerade große, überaus starke, wilde Pokémon, die aus irgendeinem Grund aufgebracht waren, waren nur selten etwas, was ein Ranger allein hinbekam, wenn er sich nicht gerade genug Partnerpokémon angesammelt und auf den Kampf vorbereitet hatte. Die beiden und Legion hasteten durch den Schnee, ohne weiter darauf zu achten, wo sie überhaupt hinliefen – und schon nahm das Dilemma seinen Lauf.
Beim Aufschrei der Forscherin blieb Sawyer augenblicklich stehen und wandte sich um. Nur für den Bruchteil einer Sekunde ließ sich Überraschung auf seinem Blick erkennen, bis er seinen typischen neutralen, recht emotionslosen Gesichtsausdruck wiedergefunden hatte. Wahrscheinlich eine Berufskrankheit, denn mittlerweile hatte Sawyer sich angewöhnt, nie zu viel Emotionen zu zeigen – oder sich von ihnen übermannen zu lassen. Dass eine der Fallen die Forscherin erwischt hatte, das war definitiv unpraktisch. Sofort ging er die paar Schritte zurück und besah sich das Desaster. Der weiße Schnee war rund um ihr Bein bereits rotgefärbt und Sawyer konnte sich nur vorstellen, wie schmerzhaft das war. Es war auf jeden Fall wichtig, die Falle vorsichtig zu entfernen – er hatte einmal mit einem Pokémon im Krankenhaus zu tun gehabt, das Opfer eines Wilderers geworden war. Die Falle war dann falsch gelöst worden und das Pokémon hatte sein Bein verloren. Ein Schicksal, das er Dr. Carter nicht wünschte. Auf ihre Worte nickte er. Er war kein Mensch, der groß diskutierte und Dr. Carter war eine erwachsene Frau. Sie würde wissen, was sie stemmen konnte und was nicht und er war sich sicher, dass das hier nicht an einem vorgeschobenen Stolz lag, sich nicht helfen lassen zu wollen. „Halten Sie das Bein ruhig und versuchen Sie nicht, die Falle gewaltsam zu lösen“, rief er ihr allerdings noch zu, als er sich schon wieder umwandte, um weiter zu gehen. Legion besah sich die Falle nochmal mit einem wütenden Blick, ehe er seinem Partner folgte. Sawyer konnte nur hoffen, dass Dr. Carter vielleicht auch ein paar medizinische Kenntnisse besaß, die ihr gerade weiterhelfen könnten.

Den Ursprung des ersten Schreis hatten sie schon bald gefunden. Es handelte sich um ein Stalobor, das sich mit dem Arm in einer der Fallen verfangen hatte, in die auch Olivia gelaufen war. Sawyer blieb augenblicklich stehen, weil er die Gefahr der Bohrer dieser Pokémon durchaus zu schätzen wusste und auch Legion stoppte, um auf den nächsten Befehl zu warten. Das Stalobor schien alles andere als begeistert zu sein. Wütend brüllte es immer wieder und versuchte, mit der anderen Hand das Eisen der Falle zu lösen, doch verletzte sich dabei selbst – was es dann wiederum noch wütender machte. Soweit Sawyer es im ersten Moment einschätzen konnte, hatte die Falle aber zum Großteil einen Part der Bohrerhand erwischt und hatte sich nicht im kompletten Arm festgefressen, was zumindest ein „guten“ Zeichen war. „Also dann Legion, wir müssen es beruhigen und ihm die Falle abnehmen – vielleicht kann es uns später bei Dr. Carters Problem helfen“, sprach er zu seinem Pokémon, welches daraufhin nickte und in Kampfstellung ging.
„Versuch, es mit Steinkante einzuengen.“ Das Wolwerock nickte, während Sawyer den Kreisel vom FangKom löste und mit ihm auch den Stab, den er zum Zeichnen der Linien benötigte. Gerade war das Stalobor noch viel zu wütend, als dass er es ausreichend einkreisen könnte und er hoffte, dass einige Steine, die ihm den Weg versperrten, helfen würden. Legion machte sich sofort an die Arbeit: er sprang auf das Stalobor zu, doch kam ihm nicht nahe genug, damit es ihn erwischen konnte. Stattdessen schossen aus den Stellen am Boden, auf die er getreten war, einige Steinkanten hoch, die das Pokémon versuchten einzusperren. So einfach wollte es das Pokémon für sie aber nicht machen. Zwar schaffte Legion es, das Stalobor einzusperren, so dass Sawyer die ersten Kreise ziehen konnte, um es einfangen und beruhigen zu können, doch bohrte es sich mithilfe der gesunden „Hand“ durch eine der Platten und kam so wieder frei. Wütend sah es Legion an und attackierte ihn mit einem ziemlich wütenden Kratzer, der das Wolwerock ein Stück zurückwarf. „Ein guter Anfang, Legion. Versuch es nochmal – setz diesmal vorher Schutzschild ein!“ Während sein Pokémon das Manöver erneut ausführte, steuerte Sawyer weiter den Kreisel, um das Fangen des Pokémons bewerkstelligen zu können. Die Kreise, die er erfolgreich zog, hatten zumindest eine kleine Wirkung, so dass das Stalobor ein wenig seiner Aggressivität verlor. Dadurch schaffte Legion es schließlich, das Pokémon zwischen einigen Steinkanten einzukesseln, so dass Sawyer genug Möglichkeit hatte, den Fangversuch abzuschließen.
Kaum, dass das Pokémon sich beruhigt hatte, lief Sawyer zu ihm, doch verlangsamte seinen Schritt kurz vorher. Er nickte Legion zu, der daraufhin die Steinplatten wieder zerstörte, so dass das Pokémon wieder mehr Bewegungsfreiheit hatte, so dass Sawyer ihm näherkommen konnte. „Hallo, mein Name ist Sawyer und das hier ist Legion. Wir möchten dir mit deinem Arm helfen. Lässt du uns?“, fragte er das Pokémon, welches jetzt gar nicht mehr wütend wirkte, sondern vor allem sehr traurig. Wohl realisierte es jetzt erst die Schmerzen, die diese Falle mit sich brachte. Es nickte langsam. Sawyer kam den Pokémon nun näher und hob vorsichtig seinen Arm an. Das Metall der Falle war bereits sehr angeknackst, durch die eigenen Befreiungsversuche des Pokémons, so dass der Öffnungsmechanismus nicht mehr schwer zu betätigen war. Mit einem „KLINK“ öffnete sich die Falle und fiel in den Schnee. Sie ließ eine klaffende Wunde im Arm des Pokémons zurück, welche Sawyer unzufrieden musterte. Sie war nicht so schwer, dass das Stalobor auf ewig behindert wäre, allerdings war sie auch nicht zu unterschätzen. Kurzerhand wickelte er seinen Schal von seinem Hals, um ihn fest um den Arm des Pokémons zu wickeln. Einerseits um die Blutung ein wenig aufzuhalten und andererseits, damit nicht noch Dreck in die Wunde geriet. Leider hatte er gerade nichts dabei, was die Schmerzen des Pokémons lindern könnte. „Geht es so?“, fragte er das Pokémon, welches daraufhin kurz nickte. Sawyer war nichtsdestotrotz unzufrieden. Welche Art Mensch stellte solche Fallen auf?! Doch sie hatten keine Zeit, um sich lange damit zu beschäftigen, denn Dr. Carter benötigte wahrscheinlich immer noch Hilfe. „Stalobor, dahinten ist ein Mensch ebenfalls in so eine Falle gelaufen. Meinst du, du kannst uns trotz deiner Verletzung vielleicht helfen?“ Erst schien das Pokémon sich unsicher zu sein, doch letztlich nickte es erneut und stellte sich wieder gerade hin. Sawyer nickte und wandte sich um, um mit den beiden Pokémon gemeinsam zu Dr. Carter zurückzugehen.

„Das Stalobor hier war ebenfalls Opfer einer der Fallen“, rief er Dr. Carter zu, als sie sie wieder eingeholt hatten. Neben ihr kniete er sich in den Schnee und löste den Gürtel seiner Hose, um ihn der Forscherin zu geben. „Am besten schnüren Sie die Blutung ab, denn wenn die Falle erstmal aus der Wunde raus ist, wird sie sonst von nichts gestoppt.“ Eine sehr unglückliche Lage. Sie würden so schnell wie möglich in ein Krankenhaus müssen, damit sich jemand sowohl das Bein von Dr. Carter, als auch den Arm des Stalobor ansehen konnte. Die Untersuchungen würden damit erstmal nach Hinten geschoben werden müssen. „Geht es Ihnen sonst noch gut? Nicht, dass der Blutverlust bis jetzt zu stark war. Stalobor hat uns seine Hilfe zugesagt, mit ihm könnten wir das Metall lösen.“, fuhr er fort und hob dann den Blick, um Dr. Carter wieder anzusehen. „Wir müssen Sie schnell in ein Krankenhaus bringen, damit sich richtig um Ihr Bein gekümmert wird. Haben Sie ein Pokémon, das sich zum Transport eignen würde?“


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Beitrag von Oliviaam Di Apr 09, 2019 5:03 pm

Schöner Mist. Olivia selbst war sich nicht sicher, wie viel Wahrheit ihre Theorie darüber, dass sie selbst ein potenzielles Ziel der oder des Fallensteller/s war, steckte. So oder so ist sie ihm oder ihnen ins Netz, beziehungsweise wortwörtlich in die Falle gegangen. Eine schreckliche Erfahrung, auf die sie gut und gerne hätte verzichten können. Schmerz durchzog ihr gesamtes Bein und Schmerz war es, welcher für ihren verzerrten Gesichtsausdruck verantwortlich war. Plötzlich war alles vergessen. Die Kälte, die zuvor an ihren Knochen nagte. Dies übernahm nun Metall. Auch die Pokemon waren ihr grade mehr als nur egal. Den Ranger weiter zu schicken, gehörte lediglich zu ihrem Drang, den Schein in der Öffentlichkeit zu wahren. Nein, sie verfluchte diese Pokemon gar innerlich. Sollte man es tatsächlich auf sie abgesehen haben, sollte es bei der Sache tatsächlich um Pokemonwilderer gehen, dann war dieser "Unfall" nur umso bitterer. 

Sie solle ihr Bein ruhig halten, sagte Sawyer. Ruhig bleiben und die Falle nicht gewaltsam entfernen. Sicher, Olivia hatte selbst eine sehr ungünstige Position um die Falle mit aller Kraft auseinander zu drücken. Ihr Winkel war schlecht und ob ihre Kraft dazu überhaupt ausreichen würde, war ebenfalls fraglich. So blieb ihr tatsächlich nichts weiter übrig, als auf den Ranger zu hören und einfach sitzen zu bleiben. Nun war es wohl offensichtlich, dass sie nicht einfach dort im Schnee saß und brav wartete. Nein, in ihrem schlauen Köpfchen ging ganz schön die Post ab. Gedanke um Gedanke raste umher. Immer wieder kam sie jedoch zu einem Ergebnis und das lautete Psi. Es war ihr stärkstes Pokemon, wenn auch nicht körperlich gesehen. Es war allgemein sehr mächtig. Irgendwie musste es ihr helfen können. Wenn auch Olivia und ihrem Guardevoir die körperliche Kraft fehlte, so war letzteres zu unglaublichen, psychischen Fähigkeiten in der Lage. Vielleicht konnte es sie mit einem Psychokinese zumindest schon einmal von der Falle befreien.

Bevor Dr. Carter ihre Idee aber in die Tat umsetzen konnte, kehrte auch schon der Ranger mit seinem Pokemon zurück. Dazu gesellte sich ein weiteres Pokemon, welches er gleich als Stalobor vorstellte. Ein flüchtiger Blick der WIssenschaftlerin genügte, um seine Worte zu überprüfen. Tatsächlich, es war ein Stalobor, dessen Schrei sie zuvor vernommen hatten. Auch wurde sofort deutlich, wo es von der Falle erwischt worden war. Seine Hand war ja sogar noch mit etwas verbunden. Mit dem Schal Sawyers, wie sich schnell herausstellen sollte. "Ging das nicht schneller?", brannte es auf Olivias Zunge. Heraus kam schließlich aber etwas anderes. "Kann es die Falle zerstören?", überwand sich die WIssenschaftlerin zu sagen, nachdem sie vor Schmerz kurz aufzischte. Um den ihr gereichten Gürtel entgegenzunehmen, musste sie ihr Gewicht kurz verlagern. Statt sich nach hinten mit beiden Armen in den Schnee zu stützen, tat sie dies nun nur noch mit einem, um mit der frei gemachten Hand das Kleidungsstück entgegenzunehmen. "Danke.", sagte sie noch. Soviel Zeit war noch. Danach beugte sich die Blonde nach vorne, um den Gürtel vorsichtig um ihr Bein zu legen und sich bereit zu machen, ihn so eng wie möglich zu zu ziehen. "Mir geht es den Umständen entsprechend gut, ja.", antwortete sie dann auf die Frager des RPV-Mitarbeiters. Sie hatte Schmerzen, langsam meldete sich auch die Kälte zurück, aber sie glaubte nicht, dass sie sich übermäßig schlapp fühlte. Noch musste es sich mit dem Blutverlust in Grenzen halten, so ihre Vermutung. Sicher tat auch das Adrenalin sein übriges hinzu.
Sawyer erklärte, dass das Stalobor helfen wollte. Das war doch immerhin etwas. Ein Pokemon wie dieses hatte mit Sicherheit eine menge Power und konnte sich nützlich machen. Die weitere Analyse des Rangers klang dann auch plausibel. Er betonte, dass sie schnell in ein Krankenhaus müsse. Dagegen hatte Dr. Carter rein gar nichts einzuwenden. Was seine letzte Frage jedoch anging, die musste sie leider verneinen. "Zum Transport eignen? Nein..." Es gab so viele Pokemon, die nützlich für so etwas sein würden. Besitzen tat Olivia davon leider keines. Sie selbst zog es vor, längere Distanzen mit dem Auto hinter sich zu bringen. Doch auch das konnte ihnen in diesem Moment nicht helfen, konnte ihr nicht helfen.
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Beitrag von Sawyeram Do Apr 11, 2019 3:46 pm

#6 mit Olivia
Das Stalbor schien gewillt, ihnen beiden zu helfen. Zumindest näherte es sich augenblicklich der Falle und betrachtete sie genaustens, wohl um einen Weg zu finden, sie zu zerstören, ohne gleichzeitig Olivias Bein zu durchbohren. Auf ein Blutbad hatte Sawyer heute, um ehrlich zu sein, auch keine große Lust, immerhin reichte der rote Schnee zu ihren Füßen bereits zur Genüge. Die Frage der Forscherin beantwortete Sawyer nicht, sondern sah stattdessen herüber zu dem Pokémon, welches nach der Inspektion der Falle den Blickkontakt zu Olivia suchte und nickte. „Das bringt uns schon mal weiter…“, murmelte er und sah zu Olivias Bein. Die Wunde sah wirklich absolut nicht gut aus und die Frage war, ob sie die Falle tatsächlich lösen sollten, oder damit nicht etwas erheblich schlimmer machen könnte. Er löste seinen Gürtel von seiner Hose und reichte ihn Olivia, damit sie ihren Oberschenkel stramm abbinden konnte und sie so den Blutfluss etwas verringern könnten, wenn sie die Falle lösen würden. Er hoffte nur, dass alles glattlaufen würde, immerhin hatte Olivia das alles hier absolut nicht verdient. Doch noch schien es ihr gut zu gehen, zumindest insofern es jemandem gut gehen konnte, dessen Bein in einer Falle steckte. Wirklich problematisch würde es erst werden, wenn der Blutverlust so hoch war, dass sie in Ohnmacht fiel und diesen Umstand galt es zu verhindern. Doch konnten sie das, wenn sie die Falle lösten?
Mit einem Brummen nickte Sawyer auf ihre Antwort hin, selbst kein Pokémon zu haben, das sich zum Transport eignen würde. Problematisch. Das erschwerte es, doch gab es trotzdem noch immer einen Ausweg. Im Notfall hätte Sawyer die Forscherin auch durch den Wendelberg getragen, allerdings waren Unfälle im Berg auch keine Seltenheit, weshalb es extra dafür ausgebildete Rettungskräfte gab, die er nun kontaktieren wollte. Während Sawyer seinen FangKom wieder in den Kommunikationsmodus stellte und die Bergrettungskräfte kontaktierte, um ihnen Standort und Problematik zu erklären, setzte sich auch Legion wieder in Bewegung. Er tapste auf Olivia zu und ließ sich dicht neben ihr in den Schnee fallen, so dass sie sich gegen ihn lehnen und zumindest einen Bruchteil seiner Körperwärme abbekam, damit sie nicht allzu stark frieren müsste. Als Sawyer auflegte, sah er wieder zu Olivia. „Sie schicken einen Hubschrauber los, der in ein paar Minuten hier eintreffen und Sie ins Krankenhaus bringen wird. Solange sollen wir die Falle nicht anrühren und alles so lassen, wie es ist, um deinen Zustand nicht eventuell zu verschlechtern“, klärte er sie auf und hob die Augenbrauen. „Dich nehmen wir dann auch mit“, fügte er zu dem Stalobor an, immerhin musste sein Arm auch professionell untersucht werden. „Am besten versuchen Sie sich in eine halbwegs angenehme Position zu setzen und Ihr Bein nicht zu bewegen. Möchten Sie meinen Mantel haben?“ Er konnte sich vorstellen, dass die geringe Temperatur noch unangenehmer werden würde, je mehr Blut man verlor. Ein skeptischer Blick folgte zu dem Tellereisen, ehe er den Mund zu einem dünnen Strich verzog. Der Wilderer sollte so schnell wie möglich gefasst werden. Ein kurzer Blick auf den Fangkom verriet ihm, dass sein Boss ihm auch bereits zu seiner Zufriedenheit geantwortet hatte.


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Beitrag von Oliviaam So Apr 14, 2019 5:10 pm

Das befreite Pokemon nickte Olivia entschlossen zu. Das war ein positives Zeichen. Nicht nur, dass es sich irgendwie überreden ließ zu helfen, nein. Es handelte aus Überzeugung und machte dann wohl auch nicht so schnell einen Rückzieher. Doch war seine Hilfe überhaupt wirklich von Nöten? Die Situation entwickelte sich eher in eine andere Richtung. Es schien schon bald nicht mehr so, als wollten sie die Falle entfernen.
Das Pokemon des Rangers dachte jedenfalls mit. Es entschied sich bald dazu, kuscheln zu kommen. Natürlich tat es dies nicht aus reiner Zuneigung. Es kannte die Wissenschaftlerin ja auch erst wenige Minuten, beziehungsweise gar nicht richtig. Das verstand auch Olivia schnell. Es bot sich als Lehne an, damit sie sich ein wenig entspannen konnte, sofern man davon überhaupt reden konnte. Das tat sie dann auch. Sie lehnte sich gegen das Pokemon, zunächst sachte und vorsichtig, um die mobile Rückenlehne ein wenig zu testen, dann mit ihrem vollen Gewicht. "Danke...", richtete sie an Legion, bevor sie die Augen schloss und durchatmete.
Mehr am Rande bekam sie mit, wie der Ranger durch sein Fangcom kommunizierte. Es klang aber so, als verständigte er einen Rettungsdienst. Das war sicher die intelligenteste Lösung, bedachte man den schwierigen Zugang zu der Ebene, auf der sie sich befanden. Diese zu erreichen, war ja schon mit zwei gesunden Beinen und ohne Handycap nicht grade leicht. An den Berg hinunter humpeln war absolut nicht zu denken. Da auch kein Pokemon zur Verfügung stand, welches Olivia hätte befördern können, war der Ruf eines Rettungsdienstes eigentlich sogar so ziemlich die einzig denkbare
Lösung für das Problem.

Also klärte Sawyer die Blonde darüber auf, dass schon in wenigen Minuten ein Hubschrauber bei ihnen sein würde, der sie und auch das Pokemon aufgabeln und mitnehmen würde, damit die zwei so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden konnten. Olivia hatte jedenfalls nicht das Gefühl, dass es für sie zu Ende geht. Allgemein fühlte sie grade hauptsächlich Kälte, die durch ihre Klamotten kroch. Das teilte sie dem Ranger dann auch mit einem "Ja, mir wird kalt..." mit, als dieser sie fragte, ob sie seinen Mantel haben wollte. Sie nahm ihn entgegen und legte ihn sich wie eine Decke über. Olivia war keine Medizinerin, allerdings dachte sie sich, dass die Kälte vielleicht auch von innen kommen könnte, wenn sie zu viel Blut verlieren würde. Hatte sie so viel Blut verloren? Es wirkte eigentlich nicht so. Dabei half wahrscheinlich auch die Kälte des Schnees, welche die Blutgefäße verengte und den Blutfluss damit hemmte. "Erzählen Sie etwas.", forderte die WIssenschaftlerin Sawyer dann wie aus dem Nichts auf. Wenn es still war, dann dachte sie nach und in ihrer Situation gab es nicht viel worüber man nachdenken konnte, außer die missliche Lage, was wiederum weniger von Vorteil war.

Es dauerte dann tatsächlich nur wenige Minuten, da hörte man aus der Ferne bereits die Rotorblätter des Rettungshubschraubers. Ein immer lauter werdendes Wummern, welches schlagartig sehr viel lauter wurde, als sich der Heli über eine Bergwand hob und der Schall in direkter Linie zu ihnen gelangen konnte. In ein paar Metern Entfernung zu der Verunglückten und dem Ranger, setzte sich der Hubschrauber dann in den Schnee. Der Motor wurde gar nicht erst abgeschaltet. Zwei Männer sprangen aus den bereits geöffneten Türen, sobald die Kufen des Fluggerätes das kühle Weiß berührten. Rettung war da.
Olivia
Brainiac
Taijitu Elite

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