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Beim Erstellen eines Steckbriefes wird nun oberhalb des Editors eine Textbox mit Links zu den Reservationen angezeigt.

✗ 02.07.2015 | Eröffnung
Das Forum hat nun offiziell eröffnet! Ihr könnt euch anmelden und eure Steckbriefe beginnen. Sobald eure Steckbriefe angenommen sind, könnt ihr auch schon loslegen!

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Beitrag von Oliviaam Sa Mai 04, 2019 10:52 am

Neben dem Flughafen und den Gemüsefeldern in Panaero City gibt es auchein paar ansehnliche Häuser. Darunter sogar Villen. Die Nähe zur Agrarwirtschaft wird es nicht sein, doch der Flughafen lockt den ein oder anderen Wohlhabenden in die Stadt. Über den Besitzer dieser Villa ist nicht viel bekannt. Wohl aber, dass er über einen Privatjet verfügt. Seit er das Anvesen bezog, hat noch niemand sein Antliz erblickt. Zumindest gibt es niemand zu. Manch einer vermutet daher finstere Machenschaften hinter den vier großen, eindrucksvollen und berankten Wänden, zu denen man nur durch das Tor eines sehr hohen Zaunes und über eine verhältnismäßig lange Zufahrt gelangt.
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Beitrag von Oliviaam Sa Mai 04, 2019 11:27 am

cf: Wendelberg - Außenbereich

Maskenball

#1 mit Gabriel Die Genesung der Wissenschaftlerin verlief außergewöhnlich optimal. Die Ärzte nannten ihr Zeiten, die sie angeblich benötigen sollte und diese halbierte ihr Körper durch die rasche Genesung beinahe. Sehr bald war das Laufen wieder möglich, ohne Schmerzen. Zum Glück hatte das scharfe Metall der Trittfalle ihre Achillessehne nicht gekappt und auch ihre Muskeln waren nur so verwundet worden, dass sie wieder vollends zusammenwachsen konnten. Nach nur drei Wochen im Krankenhaus konnte sie nachhause. Es folgten immer seltender werdende Arztbesuche. Was blieb war eine zackenförmige Narbe an der Wade.

Kaum war Olivia in ihren Laboralltag zurückgekehrt, ereilte sie der nächste, seltsame Brief. Diesmal handelte es sich nicht um einen Auftrag, sondern um eine Einladung. Genauer gesagt, um eine Einladung zu einem Maskenball. Es sollte kein normaler Maskenball werden, wobei diese Art der Feierlichkeit an sich schon eher selten und mysteriös war, nein. Es ging um einen Maskenball von Personen, die Dreck am Stecken hatten. Eine kriminelle Versammlung, sozusagen. Olivia stockte. Das war kein gutes Zeichen und sie bekam sogleich ein unwohles Gefühl, noch ehe sie den Brief vollständig gelesen hatte. Woher kam er? Wer versandte ihn? Es stand kein Absender darauf. Das war gar nicht gut. Eigentlich sollte niemand von ihrer Gesinnung wissen. Niemand außerhalb der Vereinigung für die sie arbeitete. Das bedeutete, dass der Veranstalter zu Taijitu gehörte, oder aber soviel Vertrauen von Taijitu sein Eigen nennt, dass man derlei vertrauliche Informationen an ihn herausgab. Vielleicht aber wusste auch gar niemand von ihrer Identität, denn eine direkte Anrede war dem Brief gar nicht zu entnehmen. Außerdem handelte es sich ja um einen Maskenball, also sollten Gesichter gar nicht zu erkennen sein... So oder so, Olivia musste einfach teilnehmen. Grund dafür war ihre Neugierde. Das Treffen selbst war ihr da eigentlich fast egal. Viel wichtiger waren Antworten auf die Fragen, die sie sich grade selbst gestellt hatte. Wusste jemand etwas, was er nicht wissen durfte? Sie musste dort hin.

Für den Abend selbst musste eingekauft werden. Olivia brauchte ein Kleid, ein neues und eine Maske! Sie durfte nicht in Klamotten gesehen werden, die man bereits mit ihrer öffentlichen Person in Verbindung bringen konnte. Zu diesem Zweck ging sie selbst Ausschau halten, ließ das Kleid ihrer Wahl dann aber durch jemand anderen kaufen. Dazu ließ sie sich von einer extern angeheuerten Person nach Panaero City, zur angegebenen Uhrzeit und Adresse fahren. Ihr Fahrer fuhr durch das Tor des Anwesens, hinauf zur Eingangstüre, wo er zum Stehen kam. Dann stieg er aus, spazierte um das Auto herum, auf die andere Seite und nach hinten, wo er die Tür öffnete und Olivia eine Hand reichte, um ihr beim Aussteigen zu helfen. Sie trug ein bodenlanges, rot glitzerndes Kleid unter dem man ihre hohen Schuhe gar nicht sehen konnte. Dazu natürlich eine schwarze, mit kaum erkennbaren Ornamenten und Federn verzierte Maske auf der Nase. Ihre Haare hatte sie extra noch ein wenig heller gebleicht und zu einer Steckfrisur am Hinterkopf zusammengefasst. So erhoffte sie sich die größtmögliche Anonymität. Ohrringe und Perlenkette rundeten das Äußere noch ab. Über ihre rechte Schulter hing eine kleine und eher schlichte Handtasche. Als Olivia ausgestiegen war und gen Eingang wanderte, fuhr ihr Fahrer ohne einen Wortwechsel wieder von dannen. Am Eingang erbat ein großer, kantiger und eher junger Mann, der in einen Anzug gekleidet war und ebenfalls eine Maske trug ihre Einladung. Diese reichte Olivia ihm, woraufhin der Mann ein gar nicht so kompliziertes Klopfzeichen an die große Flügeltür hämmerte, die daraufhin von innen geöffnet wurde. Als die Wissenschaftlerin eintrat, schloss man sie wieder hinter ihr.

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Beitrag von Gabrielam Mo Mai 13, 2019 12:35 pm

cf: Drachensteige / Bar
Mit Olivia
#016
Als die Türen zum inneren der Villa aufschwangen und eine Kulisse von eindrucksvoll drapierten, scheinbar gut geplanter Dekoration in weiß und beige enthüllt wurde konnte Gabriel nicht anders, als zu staunen. Es war offensichtlich gewesen, dass das hier nicht einfach nur ein billiges Hinterhofs-Besäufnis werden würde. Das hatte er schon bemerkt, als er eine anonyme Einladung in seinen Sachen gefunden hatte, nachdem er in einem Café kurz auf Toilette verschwunden war. Das Papier war dick, mehrfach geschichtet und das Gegenteil von den billigen Papierschnipsel die er sonst als Einladungen kannte. Wenn es zu Events, zu denen er als einfacher Bürger normal zugelassen wurde dann überhaupt physische Einladungen gab. Zudem hatte auf der Einladung selbst ein golden gestanztes Logo geprangt, welches Gabriel noch nie zuvor gesehen hatte. Natürlich hatte er diese aus dem Nichts erschienene Einladung nicht ernst genommen. Erst hatte er es sogar als blöde Werbung abgetan, wenn auch nicht ganz sicher, wofür genau geworben worden war. Dementsprechend war das massive Kärtchen, das bei genauerem hinschauen immer edler wurde, im Müll gelandet.

Nur, dass es dann nach ungefähr einer Woche wieder in seinen Sachen aufgetaucht worden war. Diesmal in einem Umschlag. Noch dazu explizit mit seinem Namen unter dem Logo, und das in dem gleichen schimmernden Goldton der ihm schon beim Logo das Lesen erschwert hatte. Verwirrt hatte er die Karte diesmal eingesteckt, bald aber vergessen. Bis er dann eine weitere Nachricht fand. Wieder mit seinem Namen drauf, diesmal mit einem Ticket für eine Boutique angeheftet. Obwohl er das ganze mehr als nur merkwürdig fand, hatte Gabriel sich, da er eh nicht allzu viel zu tun hatte, nachdem er aus Stratos City heraus und dem Piccolenten-Kult entkommen war, sich zu der Boutique aufgemacht. Immerhin war die recht bekannt in Panaero und er glaubte nicht, dass ihm da groß jemand ans Leder konnte. Er war rein, zeigte sein Ticket, auf den in verschlungenen Zahlen eine kaum identifizierbare Nummer stand. Der angestellte war sofort in die Luft gegangen vor Freude und kurz hatte Gabriel gedacht, dass er sich sein Höschen eingeklemmt hätte, als der Mann vor ihm einen regelrechten Freudenschrei ausstieß und weglief. Ein paar Sekunden später war er wiedergekommen. Doch wo seine Arme zuvor leer gewesen waren trug er nun einen dieser komischen Säcke, die man zum Schutz von Anzügen und dergleichen verwendete. Mit einem Grinsen hatte er Gabriel das Ganze in die Hand gedrückt und ihn aus dem Laden gescheucht. Der verwirrte Blondschopf war dann, zu diesem Zeitpunkt völlig verstört, zurück in das billige Zimmer gegangen, dass er sich und seinem Glumada gebucht hatte, und hatte den Sack in die Ecke geschmissen. Für den Rest des Tages war er dann unterwegs die Stadt anschauen gewesen, nur um abends völlig erschöpft zurückzukommen und diesen elenden Sack mit einem weiteren Umschlag angeheftet auf seinem Bett zu finden. Dass das Ganze inzwischen nicht nur auf seine Nerven ging sondern ihm auch Angst machte, weil er anscheinend beobachtet wurde, ließ er sich nicht anmerken. Stattdessen riss er endlich den Sack auf, in welchem sich ein Anzug befand, der ihm genau passte. Maßgeschneidert. Wie auch immer das sein konnte. Ans Revers geheftet fand er eine Maske. Ein wenig sah sie aus wie aus dem 'Phantom der Oper' geklaut, sie schimmerte sogar in einem silbrigen Film und deckte eines von Gabriel's Augen und die linke Gesichtshälfte ab. Kurz musste er an eine Filmreihe denken und wartete darauf, dass eine Stimme ihm einen Auftrag geben würde, sobald er das Ding aufsetzte und dann sagte, dass die Nachricht sich innerhalb der nächsten fünf Sekunden selbst zerstören wurde, doch das blieb zum Glück aus. Er hätte auch nicht gewusst, wie er das den Vermietern hätte erklären sollen. Dazu gab es diesmal noch eine spezifische Adresse und wenn Gabriel in diesem Moment durch die ganze Aufmache so neugierig gewesen wäre, dann würde er jetzt wahrscheinlich nicht in ein Meer voller Lichter blicken, welches von den hoch hängenden, prunkvollen Kronleuchtern fabriziert wurde.

Ein Räuspern neben Gabriel störte sein Staunen und schnell versuchte er, seinen Gesichtsausdruck wieder in den Griff zu bekommen und trat auf das genervte Augenverdrehen des ebenso maskierten Türstehers schnell in die Villa ein, um in der Menge von Menschen zu verschwinden während die  Tür hinter ihm wieder geschlossen wurde. Warum genau Gabriel, von allen Leuten, eingeladen worden war, wusste er wirklich nicht. Er kannte niemanden in Panaero City – wirklich rein gar niemanden – und auch wenn er inzwischen kleinere Diebesaufträge für verschiedene Leute aufgenommen hatte, um sich über Wasser zu halten, so war er sich relativ sicher, dass niemand davon ihn an solch eine Gesellschaft weiterempfehlen würde. Oder? Zudem stand nicht einmal ein Name von einem Veranstalter auf der Karte und während Gabriel sich eher im Schatten der Dekoration und Säulen hielt, die sich durch das Foyer zogen, um Konversationen zu lauschen, die hier und dort gehalten wurden, hörte er hier und da, dass wohl niemand so richtig wusste, wer eingeladen hatte. Jedes Gespräch wirkte irgendwie gleich. Es wurde gefragt, ob jemand wusste, wer der Veranstalter war, jeder hier schien irgendwie nicht so gehoben und auf dem gesellschaftlichen Stand, die diese Villa eigentlich ausdrücken wollte und ganz allgemein roch das Ganze etwas komisch. Im Schatten seiner Maske, immer wieder mal freundlich lächelnd und nickend, wenn jemand ihn direkt anschaute, wandte Gabriel sich durch die Menge. Zweimal ließ er dabei ein Portmonee von jemandem mitgehen, an dem er sich vorbei quetschen musste – einmal schaffte er es, das Geld mit einem Griff herauszunehmen und die Verpackung seines Verdienstes wieder in die Hosentasche des Besitzers gleiten zu lassen, ohne dass es bemerkt wurde. Mit einem grinsen faltete er das Geld, während er in einen Raum schritt, der sich nur als Ballsaal beschreiben ließ, und schaute sich weiter um. Dann streifte er zur Seite des Raumes und holte sich an der Bar dort einen Drink, wenn auch nur Wasser mit ein wenig Limettensaft, und stellte sich wieder etwas abseits. So konnte er sowohl ins Foyer gucken und Neuankömmlinge betrachten, gleichzeitig aber auch die 'Tanzfläche' beobachten. Er wusste zwar nicht, was genau er hier tat, aber sicherlich konnte er das Beste daraus machen und ein wenig Beute herausholen. Sein schäbiges Zimmer, das er unter mietete und welches offensichtlich 0 Sicherheit besaß, wo man doch einfach eingebrochen war um ihm die Adresse zu hinterlassen, bezahlte sich ja immerhin nicht von alleine.

Das nächste Mal als er zum Eingang blickte, sah er eine Frau das Gebäude betreten. Ihr Alter konnte er unter der feder-verzierten Maske nicht bestimmen, doch hatte sie eine bestimmte Art ihren Körper zu halten, der so wirkte, als hielt sie sich für wichtiger als die Menschen um sie herum. Für ein paar Augenblicke folgte er ihr mit seinem Blick. Sie sah zumindest so aus, als würde sie Wertsachen mit sich tragen, die er klauen könnte.
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Beitrag von Oliviaam Do Mai 16, 2019 9:23 pm

#2 mit Gabriel Es war ein seltsames Gefühl. Als Olivia den Ballsaal betrat, fühlte es sich so an, als seien alle Blicke auf sie gerichtet. Das hielt nur einen Moment an und es war auch etwas, was sie wahrscheinlich niemals hinterlegen und beweisen konnte, aber es war auf jeden Fall eines: merkwürdig. Sie hatte noch nie Probleme damit gehabt, im Fokus zu stehen. Früher Referate, daraufhin Präsentationen und Kolloquien. Viele Augenpaare auf eine Person gerichtet und zwar auf sie. Das machte ihr nie etwas aus. Dieser Moment ließ ihr auch nicht den Schweiß ausbrechen, aber er hatte einfach etwas, was sie in der Form nie zuvor gespürt hatte. Eine interessante Erfahrung. Schnell war diese allerdings auch wieder vorbei. Die Leute, die sie angesehen hatten, insofern sie dies denn wirklich taten, widmeten sich wieder ihren Gesprächen und sonstigen Tätigkeiten. Im Endeffekt war Olivia auch nur ein weiterer Gast von relativ vielen.
Olivia war kurz stehen geblieben. Sie schaute in die Menge, ließ ihren Blick einmal von links nach rechts schweifen und setzte ihren Weg dann fort. Zuerst hatte sie dabei kein Ziel. Hauptsache weg vom Eingangsbereich, das war ihr Plan. Unterwegs erst entdeckte sie einen Tresen, hinter dem jemand stand, der Getränke ausschüttete. Etwas zu trinken hielt sie für eine gute Idee. Nein, natürlich würde sich die Wissenschaftlerin nicht zuschütten, allerdings war es für das Wohlbefinden nie schlecht, etwas in der Hand zu haben. Es lenke einen ab, verhinderte, dass man nervös wurde oder minderte vorhandene Nervosität.
An der Bar angelangt, bestellte Olivia ein Glas Rotwein. Es war ein kostspieliger, wie sie kurz darauf erfuhr. Allerdings schien der Gastgeber, um wen auch immer es sich dabei handelte, keine Kosten und Mühen zu scheuen. Die Frage war, wann das große Geheimnis gelüftet werden würde. Nicht das der Identität des Gastgebers. Diese erhoffte sich Olivia gar nicht zu erfahren. Damit rechnete sie wirklich nicht. Sie wüsste allerdings schon sehr gerne, warum sie denn nun eigentlich dort war. Ging es darum, Kontakte zu knüpfen? Brauchte sie solche überhaupt? Eigentlich ja nicht... Ob man vielleicht einen Auftrag für sie hatte? Nun, wenn es etwas von wissenschaftlichem Wert war, wenn es herausforderte, dann würde sie sich darauf vielleicht sogar einlassen. Aber wie sollte jemand überhaupt auf sie zukommen? Olivia ging zumindest davon aus, dass außer dem Veranstalter niemand von ihr wusste. Warum sollte es sonst ein Maskenball sein? Dabei ging es doch eigentlich um Anonymität.
Mit dem Glas Wein in der Hand und einem nachdenklichen Blick in den Raum, ohne dabei etwas oder jemanden wirklich zu erfassen, lehnte die Blonde nun etwas am Tresen. Das Unwissen wurmte sie, was sie sich aber optisch nicht anmerken ließ. Allgemein war es wohl in diesem Aufzug, so mit Maske, eher schwer Mimiken zu lesen... Oder etwa nicht? So eine Maske irritierte auf jeden Fall. Wobei Mund und Stirn beispielsweise auch viele Emotionen übermittelten. Es gab jedenfalls genügend Gedankengänge in denen man sich verlieren konnte, um sich abzulenken. Darin war Olivia allerdings auch eine Meisterin. Langweilig wurde ihr eher selten, auch wenn es nicht unmöglich war. Fraglich war jedenfalls, ob dieser Abend weiterhin zu ihrer Unterhaltung beitragen würde.


Zuletzt von Olivia am Di Mai 28, 2019 8:08 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Beitrag von Gabrielam Do Mai 23, 2019 2:26 pm

Mit Olivia
#020
Gabriels Blick klebte förmlich an der Frau während seine Gedanken immer wieder zu dem Geheimnis, welches auf der Einladung angedeutet worden war, wanderte. Er fragte sich ausgiebig wann genau es gelüftet werden sollte, war aber gleichzeitig damit beschäftigt, Wertsachen an der Frau auszumachen, die ihm auf dem Mark wahrscheinlich Essen und Unterkunft für mehrere Wochen in Geld erbringen würden. Zumindest in Kombination mit dem Geld und den Sachen, die er schon hatte. Nur dass er nicht genau wusste, wieso diese Frau ihn gerade so anzog. Nicht äußerlich oder körperlich, auch wenn das, was er trotz Maske sehen konnte sicherlich als attraktiv galt.Aber es war einfach ihre Haltung, ihre Aura, die ihm schon seit dem Moment aufgefallen war, als sie die Halle betreten hatte. Sie hatte etwas kühles an sich, vielleicht sogar etwas gefährliches, das konnte er nicht sagen. Dann wiederum hatte er ja schon festgestellt dass das hier kein normaler Ball war, bei dem einfache Adelige ihre Hüften schwingen lassen würden.
Das Glas Sekt, an welchem er hin und wieder genippt hatte, als er beobachtete, wie sie die Räumlichkeiten durchquerte und ebenfalls an die Bar stolzierte, wusch er kurz mit dem Seidentaschentuch, dass eigentlich nur als Dekoration an seiner Brusttasche drapiert war. Seine Fingerabdrücke und den Rand des Glases ab, um keine Spuren zu hinterlassen – Paranoia sei dank, an so etwas dachte er nämlich trotz seines aktiven Schlafmangels, den er fast immer durchlitt. Er hinterließ das Glas der Einsamkeit am Rande des Tresens, wo es bald sicherlich irgendeiner der Kellner aufsammeln würde, und näherte sich der Fremden.
Was sollte er klauen? Schmuck? Handy? Portmonee?
Schmuck war eigentlich immer gern gesehen, allerdings viel schwieriger an den Mann zu bringen als ein Handy, welches mit Leichtigkeit auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden könnte. Portmonees waren immer etwas tricky, vor Allem, da es sicher schwieriger aus der Handtasche zu entfernen war, an ihrer Schulter baumelte. Dann wiederum würde sich darin sicherlich auch das Handy befinden, und wer weiß was noch alles. Frauen trugen bekanntlich ja eh immer mehr mit als sie brauchten und manchmal waren da richtige kleine Schätze bei. Zumindest für jemanden, der gerne mal Zeug auf dem Schwarzmarkt vertickte.

Während ein Gentlemen neben ihm angeregt in einem Gespräch mit irgendeiner jüngeren Dame vertieft war ließ Gabriel also kurzerhand seine Finger in den Cognac des Mannes tauchen, bespritzte sich dann mit dem recht starken Alkohol und legte einen besonderen Hüpfer in seinen Gang, sodass man ihm seine Besoffski-Nummer, die folgen sollte, auch abziehen würde. Kurzerhand rempelte er in die Blondhaarige an. Mit der Absicht, ihr den Boden unter den doch recht hochhackigen Schuhen wegzuziehen ließ er sein ganzes Körpergewicht in den 'Fall' wandern und schreckte dann, natürlich perfektioniert gespielt, zurück. Seine müden Augen, die in letzter Zeit auch immer von entsprechenden Ringen gerahmt wurden ließen ihn die Angetrunkenheit, nach der er dank des abstoßenden Cognacs des Alten auch streng roch, hoffentlich noch besser herüberkommen lassen.
Oh Gott, oh nein, bei Arceus! Entschuldigung! Ich muss sie übersehen haben!“, nuschelte er und lachte dann etwas zu übertrieben während er der Frau hoch zu helfen versuchte. Dabei ließ er seine Hände, in perfekter Besoffski-Manier überall hinwandern, ihre Handgelenke, ihre Hände, ihre Arme, Schultern, weil er ja nicht wusste, wie er der armen Dame helfen konnte und das in seinem angeblichen Zustand eh nicht hinbekommen würde. Nur, dass er dabei eben scheinbar unbemerkt ihr Handy aus ihrer Handtasche zog bevor er einen Schritt zurücktrat, die Hände in die Hosentaschen schob und den Kopf demütig sinken ließ.
Entschuldigt, Miss, ich weiß gar nicht so recht was ich hier tue,“ fing er an und hob mit einem schiefen grinsen einen Arm wieder an um sich verlegen den Nacken zu reiben. „Ich habe wohl zu tief ins Glas geschaut.“

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Beitrag von Oliviaam Di Mai 28, 2019 9:03 pm

#3 mit Gabriel Gedankenverloren wanderte Olivias Blick umher. Es tat sich einfach nichts. Aber das war eigentlich auch nicht verwunderlich. Klar, ab und an stieß mal jemand die Tür zum Ballsaal auf und trat herein, aber dem schenkte die Wissenschaftlerin schon nach wenigen Malen keine Beachtung mehr. Es waren nun einmal noch nicht alle Gäste da, weswegen sich das eigentliche Highlight des Abends noch hinzog. Der Gastgeber, Olivias zunächst einzige Person von Interesse, würde nicht wie alle anderen durch diese Tür eintreten. Das war der Grund dafür, weswegen ihr der Eingang so egal war. Nein, er würde von anderer Stelle in den Raum eintreten, für Aufmerksamkeit sorgen und eine Ansprache halten. So jedenfalls malte sie es sich aus. Ob es wirklich so kommen würde, stand dann wieder auf einem anderen Blatt. Aufgrund ihrer Fantasien jedoch, schaute sich die Blonde ganz woanders um. Sie suchte Anzeichen. Irgendwelche Personen, die wie Personal aussahen und ein paar flüsternde Worte austauschten zum Beispiel. Irgendetwas, was den großen Auftritt indirekt ankündigen könnte. Aber Olivia suchte vergebens. Schließlich sollte ihr diese Art der geistigen Abwesenheit noch zum Verhängnis werden. Aus heiterem Himmel, ein Stoß. Ein kräftiger. Etwas, nein, jemand rempelte sie an. Olivia war an sich ja schon eine eher zierliche Frau und dann war da noch die Tatsache, dass sie überrascht wurde und unvorbereitet war. Sie hatte keine Chance. Keine Chance, sich auf den Beinen zu halten. Die Wissenschaftlerin stieß einen kurzen Schrei aus und wurde zu Boden gestoßen. Ihre Finger lagen dabei noch um das Glas, gefüllt mir Rotwein, weswegen sie dieses automatisch mit sich zog. Beinahe der gesamte Inhalt entleerte sich auf die Bar und den daran angrenzenden Fußboden.
Sofort nahm die Blonde einen kräftigen Alkoholgeruch wahr. Eher unbewusst und auch nicht den ihres eigenen Getränkes. Erst als sie vollkommen verwirrt aufschaute und man an ihr herumfummelte, wurde ihr die Bedeutung des Geruchs, der Zusammenhang mit der Situation bewusst. Der Kerl, der sie einfach umgenietet hatte, musste zu tief ins Glas geschaut haben. Die Art wie er sprach, das Nuscheln, der Gestank und die schier unkoordinierten Versuche, ihr aufzuhelfen. Alkohol war die Ursache. Das schien ganz klar, zumindest für eine der beiden Personen, die in diesen Vorfall verwickelt waren.
Schließlich ließ der Fremde von Olivia ab. Er trat zurück und erkannte scheinbar, dass er es einfach sein lassen sollte. „Alles in Ordnung, Miss?“, ertönte eine Stimme von der Seite. Ein groß und breit gebauter Herr in weißem Anzug, mit kurzen, schwarzen Haaren und dunkel getönter Haut war an sie herangetreten. Er hielt ihr den Arm hin, um den sie ihren schon fast intuitiv herum schlang, woraufhin er sie in einer flüssigen Bewegung auf die Beine zog. „Ja…“, stieß Olivia zögerlich aus. „Ja, ist schon gut.“ Das „Vielen Dank!“ folgte hastig. Es war deutlich geworden, dass sie es beinahe vergessen hätte, dies aber auf keinen Fall geschehen lassen wollte. „Nicht der Rede wert.“, antwortete der Fremde noch mit freundlichem Ton, ehe er dem Verantwortlichen einen starren, eiskalten Blick zuwarf und sich langsam wieder abwandte. Immerhin ging er dem Betrunkenen nicht an die Gurgel, das hätte Olivia nämlich nicht unterstützt. Auch wenn all dies einen anonym wirkenden Touch trug, so agierte die Forscherin so lieb und unschuldig, wie sie ihren Schein auch in der Öffentlichkeit wahrte. So gerne sie diesen Typen also hätte bluten sehen, Vergebung stand an der Tagesordnung. Offenbar erkannte der Kerl ja auch, warum alles so kam, wie es eben kam. Er hatte sich entschuldigt und selbst den Punkt mit dem Alkohol angesprochen.
„Schon gut, schon gut.“ Die Blonde schulterte ihr Handtäschchen wieder vernünftig, schaute an sich herunter und zupfte sich kurz ihr Kleid wieder zurecht. Dabei vergewisserte sie sich auch gleich, dass ihre Bekleidung von dem Ausschütten ihres eigenen Trunkes nicht geschädigt wurde. Ihr glamouröses Kleid war zwar, wie ihr Wein, rot, doch entstünden aus einer Zusammenkunft unter Garantie trotzdem Flecken, die gut sichtbar wären und sicher nie wieder herauszubekommen waren.
Begleitet von einem relativ langsamen Wimpernschlag schaute sie dann wieder auf. Sie begutachtete den Trunkenbold. „Sie sollten vorerst bei Wasser bleiben, oder was meinen Sie?“, fragte sie ihn. Ein Blondschopf, ein Junger. Maximal Anfang zwanzig, würde Olivia schätzen. Wobei sich die Maske natürlich immer etwas verschleiernd auf solche Schätzungen auswirkte. „Oder was erhoffen Sie sich von diesem Abend?“, schob sie dann noch nach, ohne vorher auf eine Antwort des jungen Mannes gewartet zu haben. Vielleicht hatte er sich auch nur über diese Einladung gefreut, weil er sich einen schönen Abend auf fremde Kosten machen wollte. Dann war dies wohl genau die Erfüllung seiner Wünsche. Gratis Alkohol, schick gekleidete Damen. Er konnte die Sau rauslassen und niemand sah sein Gesicht. War er so ein Typ? Plötzliches Gelächter von der Seite unterbrach Olivias Gedankengang, den sie ohnehin nicht wirklich zu Ende führen wollte. Sie blickte flüchtig zur Seite, bemerkte dann aber, dass es einfach ein gemeinschaftliches Lachen aus einem Gespräch heraus gewesen sein musste. Ihre Aufmerksamkeit schenkte sie also ohne Umschweife wieder dem Fremden. Die Blonde zog ein weiteres Mal ihre Handtasche ein Stück weit die Schulter hinauf. Von dem Diebstahl, der grade eben stattgefunden hatte, hatte sie absolut gar nichts gemerkt. Dabei war Dr. Olivia Carter ein wirklich helles Köpfchen. Sie war nicht umsonst mit ihren 34 Jahren bereits Forschungsleiterin eines einflussreichen und finanzstarken „Konzerns“. Sie hatte Studiengänge in gleich mehreren Naturwissenschaften abgeschlossen und promovierte schließlich, beschäftigte sich hauptsächlich mit Gentechnik. Wie intelligent diese Frau war, spielte bei diesem Wechsel der Besitztümer allerdings überhaupt gar keine Rolle. Dieser Taschendiebstahl war simpel, trickreich und einfach fehlerfrei durchgeführt. Olivia dachte nicht eine Sekunde an ihr Hab und Gut. Sie wurde mit simpelsten Mitteln abgelenkt und um ihr Mobiltelefon gebracht. Ihr gegenüber stand ein Meister seines Fachs, der nicht für einen Augenblick wie ein solcher wirkte.
Plötzlich ertönte ein Klingeln, aber nur ein kurzes. Es war kein Anruf, eher ein kurzes Bimmeln als ein langes, sich wiederholendes. Es hätte gut eine Textnachricht sein können. Ursprung dieses Geräusches war die Hosentasche des Mannes. Noch immer nichtsahnend, beachtete die Bestohlene dieses Geräusch nicht einmal. Diese Töne stammten aus ihrem Handy, aber sie hätten genau so gut aus jedem anderen entspringen können. Zudem zweifelte sie ja nicht daran, dass sich ihres noch in ihrer Handtasche befand. Mal ganz davon abgesehen, dass sie allgemein keinen Gedanken an dieses Objekt verschwendete.


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Beitrag von Gabrielam Fr Jun 14, 2019 4:35 pm

Mit Olivia
#022
Innerlich ein wenig kotzend betrachtete Gabriel den Fremden, der meinte, den Ritter in glänzender Rüstung zu spielen und wartete mit hochgezogenen Augenbrauen ab, bis er wieder in der Menge verschwunden war. Dann bekam er sein Gesicht auch wieder in den Griff – denn wo er eigentlich hatte abhauen wollen war er einfach stehen geblieben, da er sonst wahrscheinlich zu auffällig gewesen wäre. Und jetzt? Jetzt, so fiel ihm auf, konnte er ein wenig Spaß haben.
Gekonnt gespielt torkelte er ein wenig vor und zurück, deutete dann übertrieben mit seinem Kinn zu dem gestriegelten Typen, dessen Kopf er gerade noch ausmachen konnte, im nächsten Moment aber von der Menge verschluckt wurde.
Wasser wäre gut. Aber bei dem Typen sollten sie vielleicht mal nachschauen, ob sie noch alle Besitztümer haben.“ Doch kaum hatte er das ausgesprochen, ertönte in seiner eigenen Hosentasche ein Piepsen, dass nicht von seinem eigenen Handy kommen konnte. Für eine Sekunde rutschte sein Herz ihm in die Hose und er flehte Arceus an, dass das jetzt nicht wirklich passierte. Doch die Frau schien viel zu abgelenkt und bemerkte gar nicht, dass ihr etwas fehlte. Kurzerhand umfasste er das Teil und hielt seinen Finger so gegen die Lautsprecher des Geräts, dass der Ton erst gedämpft wurde, dann aber doch noch verstummte. Sobald er die Möglichkeit bekam musste er das Ding erst einmal auf lautlos stellen.
Stattdessen antwortete er auf ihre Frage aber mit einem Schulterzucken und deutete mit der freien Hand um sich herum auf die Menschenmassen, welche immer mehr wurde. Bald sollte der Saal wohl gefüllt sein, und das große Ereignis sollte damit dann wohl auch stattfinden können. Was auch immer das sein mochte. Ein wenig gespannt war er ja immer noch, viel gespannter aber, warum so viel Wert auf seine Anwesenheit gelegt worden war.
Ich bin von meiner Neugier geleitet worden – so wie die halbe Stadt, wie es scheint.“, murmelte er dann halbherzig und wandte sich zur Bar, wo er hindeutete.
Ich geh mir Wasser holen.
Bevor die Fremde antworten konnte hatte Gabriel sich in bester besoffener Manier zur Bar gekämpft, eng an sich gepresst das Handy der Frau und schaute nach, wie er das Ding auf stumm stellen konnte. Denn statt dass das Ding endlich still war, obwohl in den Einstellungen alles auf lautlos gesetzt war bimmelte und piepste es einfach weiter. Es dauerte eine gute Weile bis der Dieb bemerkte, dass das Ding nicht nur ein einfaches Handy war – na gut, vielleicht war es das doch, aber irgendwie war ein Pokémon hineingeraten, denn ein Porygon schien wütend auf dem Display hin und her zu hüpfen und Gabriel war sich sicher, dass es zu der Blonden gehörte, die er gerade bestohlen hatte. Shit. Er hatte ja schon vieles geklaut, von Items bis hin zu Fahrzeugen, Geld, Drogen – aber Pokémon? Die hatte er noch nie gewagt zu klauen und es eigentlich auch nie vorgehabt. Das konnte nicht einmal er, übermüdet und verpeilt wie er zu jeder Sekunde seines Lebens war, mit sich selbst vereinbaren. Da warf er lieber kleine Kinder irgendwelchen erzürnten Mama-Teddiursas zum Fressen vor, aber Pokémon klauen?
Shit.“, murmelte er, ließ das Handy dann, wieder den Finger fest auf dem Lautsprecher, zurück in seine Hosentasche gleiten und nahm das ihm gereichte Wasser entgegen, was er sofort herunterstürzte. Er war ich nicht hundertprozentig sicher, was die Frau gerade tat, aber hoffte, dass sie nicht ihr eigenes Besitztum in seiner Hand gesehen hatte, stattdessen aber mit dem „Dieb“ von vorhin beschäftigt war. Ob er ihr das Pokémon irgendwie wieder unterjubeln konnte? Wahrscheinlich eher weniger. Vielleicht konnte er irgendwie ihre Identität herausfinden und versuchen, ihr das Ding anders zukommen zu lassen? Oder er würde das Pokémon darauslassen und.... ehh, wie würde er das dann anstellen? Bei dem aufgeregten Gehüpfe auf dem Bildschirm würde es ihn sicherlich eh direkt anfallen. So ein Mist, wo war er nur da wieder hereingeraten? Jetzt konnte er nur hoffen, dass bald die große Offenbarung stattfinden würde, und die dann auch für genügend Ablenkung sorgen könnte, um das Pokémon irgendwie zurückzugeben... oder im schlimmsten Fall einfach so weit wie möglich von hier abzuhauen, bevor das Fehlen eben dieses Viechs bemerkt wurde. Da hatte er sich dann aber irgendwie auch in beide Knie geschossen. Er wiederholte sich ja nur ungern aber... „Shit.

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Beitrag von Oliviaam Di Jun 18, 2019 11:08 pm

Die Worte Olivias bestanden zu einer gewissen Mischung aus einem gut gemeinten Rat und einem bissigen Kommentar. Auch wenn sich die Gute ganz schön im Zaume hielt, konnte sie noch nicht so hundertprozentig darüber hinwegsehen, dass sie grade so unverschämt wie nur irgend möglich einfach zu Boden gestoßen wurde. Eine ungeheuerliche Frechheit. Darüber hinweg half auch kein betrunken zusammenstammeltes „Entschuldigung“. Wie betrunken der junge Herr auch immer gewesen war, er registrierte zumindest einen Teil der Botschaft, die die Wissenschaftlerin an ihn richtete. Wasser. Ja, Wasser wäre gut. Sie nickte. Doch was war das, was er noch hinten anhängte? Ob sie noch alle Besitztümer hatte? „Bei diesem Typen“? Reflexartig schaute sie über ihre Schulter. Der Mann war wirklich aufmerksam und hilfsbereit. Ob er ihr etwas stehlen würde? Das bezweifelte Olivia doch stark. Außerdem, wie sollte er das gemacht haben? Er hatte sie doch lediglich auf die Beine gezogen und all ihr Hab und Gut befand sich in ihrer Tasche. Ganz abgesehen von dem Schmuck, doch den trug sie noch bei sich. Auch hier war es ein Reflex, mit dem sich die Blonde an den Hals fasste, um kurz nach ihrer Kette zu greifen. Also nichts weiter als die Spinnerei eines Betrunkenen, der wohlmöglich die unangenehme Aufmerksamkeit von sich weg lenken wollte… Oder aber er wollte davon ablenken, dass seine Hose nicht so hielt, wie er es gerne hätte. Jedenfalls griff er nach dieser, mehr oder weniger.
 
Auch auf die andere Frage reagierte der Blondschopf schließlich noch. Neugierde. Sicher, das war ein nicht unerheblicher Faktor, der auch sie zu dieser Veranstaltung gelockt hatte. Sie und „die halbe Stadt“, wie der Fremde scherzte. Erneut ließ Olivia ihren Blick über die Schulter schweifen. In der Tat, es waren mittlerweile wirklich viele Leute angereist. Wie viele es wohl noch werden sollten, bevor man wenigstens einen klitzekleinen Happen Informationen bekam? Die Wissenschaftlerin hatte nun wirklich kein Interesse an Smalltalk mit maskierten Fremden. Wenn es doch nur darum ging, so würde dieser Abend eine riesengroße Enttäuschung werden. Die Worte „Ich geh mir Wasser holen“, erreichten Olivia nur als immer leiser werdendes Genuschel. Als sie ihrer Gedankenwelt wieder entfloh und sich an den Stolpervogel erinnerte, fuhr ihr Kopf erschrocken wieder herum. Noch immer hatte sie nichts geahnt, aber dieser Kerl war bisher ihre einzige Bekanntschaft an diesem Abend, wenn auch keine besonders schöne. Dennoch hatte sie das Bedürfnis, sich an diese zu klammern. Zumindest bis sich eine bessere Option darbot. „Hey!“, sprach sie also laut in Richtung der Bar, an dem sie den Kopf des Mannes über die Schulter ein paar weniger anderer Gäste hinweg erspäht hatte. Mühevoll drängte sich Olivia an einer kleinen Gruppe Herren vorbei, die sie anscheinend nicht gesehen hatte. Sie amüsierten sich jedenfalls prächtig, schwenkten Gläser mit bräunlicher Flüssigkeit und machten keinen Anstand ihr Platz zu machen. Ein entnervtes Seufzen entfuhr der Blonden, als sie an den Teil der Bar angelangt war, an den sich der Angeschwipste gesellt hatte. „Heute den falschen Gürtel angelegt?“, scherzte sie dem Fremden von hinten über die Schulter. Schon wieder hatte er sich an die Hose oder in die Tasche gegriffen. „Die richtige Kleiderwahl ist für so einen Abend von großer Bedeutung. Wenn man sich da vertut, ist man konstant damit beschäftigt, sich zu richten und verpasst wohlmöglich noch die wirklich wichtigen Momente.“ Eine Standpauke… Olivia hatte keine Ahnung wo die nun herkam. „Zwei Wasser bitte.“, richtete sie einfach an den Barmann, um die Zweifel über ihre eigenen Worte schleunigst zu überspielen, während sie sich an dem Mann vorbei, eher gesagt an seine Seite drängte.

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Beitrag von Gabrielam Mi Jun 19, 2019 5:20 pm

Mit Olivia
#024
Gabriels Fluchen, das von einem  innerlichen Monolog und tausenden Ideen zur Problemlösung in seinem Kopf herumschwirrend begleitet wurde, war mit einem Atemzug erfroren, als er die Stimme der Fremden hinter sich hörte. Hatte sie ihn durchschaut? Wusste sie, dass er ihr Pokémon hatte? Er war hier in einem Sall vollgepackt mit Kriminellen und er war sich nicht sicher, ob heute eine Art Waffenstille herrschen sollte. Falls ja, dann hätte er nämlich ziemlich sicher verschissen. Vor allem bei einer Frau mit so einer Ausstrahlung würde es sicherlich ein paar Idioten geben, die versuchen würden, Gabe ein paar 'Manieren' beizubringen, wenn sie nur laut genug um Hilfe schreien würde. Gabriel machte sich schon innerlich bereit, die Beine in die Hand zu nehmen, jedoch war die Frau wohl von allen guten Geistern verlassen und checkte ihr Hab und Gut nicht einmal. Und das umgeben von Kriminellen. Die musste Nerven haben. Das Handy, beziehungsweise dessen Lautsprecher abgedeckt, mit einer Hand in der Hosentasche gefangen, drehte Gabriel sich etwas zu schwungvoll zu der Lady um, die nun meinte, ihm auch noch Gesellschaft zu leisten. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Ganz und gar nicht. Etwas perplex starrte er sie dann an, was zwar zu seinem Erscheinungsbild des Betrunken beitrug, jedoch diesmal vollkommen von Gabriel selbst ausging. Er war zwar der Meinung, dass man seinen teuren Sachen ihren wert ansah, noch dazu, dass sie Maßgeschneidert waren, doch schien sie das vollkommen zu ignorieren.
Eh... da haben Sie wohl recht.“, stellte er fest, auch wenn das eher nach einer Frage klang als nach irgendetwas standhaftem. Die Standpauke hingegen verarbeitete er nur halb da im selben Moment, als sie sich schon abwandte und Wasser für sie beide bestellte, mehrere Dinge auf einmal passierten. Zum einen ging eine zierliche Frau mit einer aufwendigen Pfaunmaske auf ein kleines Podest und griff nach einem Mikrofon, gleichzeitig wurde die doch eher dimme Halle plötzlich von Licht durchflutet. Doch schnell bemerkte Gabriel, dass die Quelle dessen nicht im Raum selber lag. Viel mehr schien es, als wären Scheinwerfer von außen auf die Fenster gerichtet und man konnte selbst über die leichten Klavierklänge plötzlich Geschrei aus dem Foyer vernehmen. Wo eben noch Neugierde und Smalltalk die Luft erfüllte rannten die Leute plötzlich los, und Flüche wurden herumgeschrien. Das nächste Mal als Gabriel zu dem Podest sah, nachdem er von der Theke weg gedrängt wurde, sah er, dass die Frau verschwunden war. Stattdessen strömten aus den hinteren Türen vermummte Gestalten die er bald als Polizisten erkannte. Als er sich umsah kamen die zusammen mit verschiedenen Pokémon auch aus der Richtung des Foyers. Mit großen Augen sah er sich noch einmal um als seine Instinkte, geschärft vom Gangleben kickten, bis er an der Theke vorbei eine Tür sah, auf der ein 'Betreten Verboten' Schild prangerte. Kurzerhand griff er die Hand der Frau und deutete auf die Tür, bevor er auch schon los sprintete. "Da lang!" Warum genau er nicht nur seinen eigenen Hintern retten wollte war ihm nicht vollkommen bewusst, doch musste es wohl an seinem Gewissen liegen, welches immer noch nicht mit dem unfreiwilligen Klau ihres Pokémons zu kämpfen hatte. Nun gut, dann konnte er sich vielleicht ja so revanchieren. Denn, egal wer sie war – dass sie hier war hieß ja schon, dass sie nicht von den Bullen einkassiert werden wollte, und da schienen sie sich einig zu sein. Er hoffte einfach inständig, dass die Tür nicht nur in eine Abstellkammer führte und drehte sich noch einmal um, als er sie erreichte, um sicherzugehen, dass die Frau ihm folgte. Stattdessen sah er aber erst einmal nur ein Chaos aus Polizisten aus allen Richtungen, die jedoch diese Tür nicht so im Auge hatten, da sie ein wenig verwinkelt lag. Vielleicht hatte der Blondschopf heute ja noch etwas mehr Glück.


Zuletzt von Gabriel am Sa Jul 13, 2019 10:08 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Oliviaam So Jun 30, 2019 6:16 pm

Olivia hatte absichtlich nichts mitgenommen, was sie in irgendeiner Form hätte verraten können. Sie nahm nichts von persönlichem Wert mit. Nicht ihren Führerschein, keinen Ausweis, nicht einmal einen Schlüssel. Was sie mit sich führte, war eigentlich alles belanglos. Taschentücher, Lippenstift und was man nicht sonst noch in einer Handtasche vermuten würde. Dazu etwas Bargeld und ein Smartphone, welches garantiert einen verhältnismäßig hohen Wert besaß, ihrer Ansicht allerdings doch nur eine Art Wegwerfhandy darstellte. Was sie allerdings nicht bedachte, war, dass sich darauf ihr datenförmiges Pokemon befand. Das einzig wirklich wertvolle, was sie mitgenommen hatte. Wahrscheinlich spielte dieser Hintergrund eine große Rolle in ihrer Lockerheit und Unbekümmertheit. Dass der augenscheinlich betrunkene Tollpatsch maßgeschneiderte Klamotten trug, darauf achtete die Forscherin ebenso wenig, wie auf ihre Wertsachen. Es fiel ihr lediglich ins Auge, dass der junge Mann ständig eine Hand daran hatte, so als würde er sie festhalten müssen, was sie eben zu ihrer Aussage bewegte.
Geduldig wartete Olivia darauf, nun von dem Personal der Bar bedient zu werden, als plötzlich die Beleuchtung des Saals wechselte. „Nanu?“, stieß die Blonde überrascht aus und fuhr dabei herum. War das der große Moment, auf den sie schon eine ganze Weile wartete? Erfuhr sie nun endlich warum sie überhaupt dort war? Irgendetwas war faul. Das bemerkte auch die Wissenschaftlerin. Das Licht, welches sie bemerkt hatte, stammte nicht von der Decken- oder Wandbeleuchtung. Es trat viel mehr durch die Wände, genauer gesagt durch Fenster in jenen. Zusammen mit der Unruhe, die im Eingangsbereich zu vernehmen war, bedeutete das nichts Gutes. Olivia hatte Eins und Eins zusammengezählt, da packte jemand ihre Hand und riss an ihrem Arm. Die ersten zwei Schritte, die sie tätigte, dienten dazu das Gleichgewicht zu behalten und nicht erneut zu Boden gerissen zu werden. Dann erkannte die Blonde, dass es der Betrunkene war, der sie grade in Richtung einer Tür zerrte. Er forderte sie zudem auf ihm zu folgen. Dabei hatte Olivia allerdings so ihre Probleme. Sie hatte nicht das richtige Schuhwerk für Verfolgungsjagden gewählt. Auf High Heels lief es sich nie so gut. So kam es, wie es kommen musste. Sie spürte plötzlich, wie einer ihrer Schuhe bei einem Schritt nachgab. Der Absatz brach weg und Olivia knickte um. Sie biss ihre Zähne fest zusammen, ihr Mund verzog sich und ein Zischen quetschte sich durch ihre Zahnzwischenräume. Einen Schmerzensschrei konnte sie noch unterdrücken, während sie sich nun die letzten, wenigen Meter mehr zur Tür kämpfte, als dass sie lief.

Sobald die Forscherin es durch die Tür geschafft hatte, rupfte sie sich erst einmal die Schuhe von ihren Füßen. „So ein Scheiß!“, fluchte sie. Dann schaute sie sich um. Zum einen war da natürlich der maskierte Blondschopf. Des weiteren befanden sich in dem Raum ein Flügel, ein großer Ledersessel, raumhohe Regale, die sich über eine gesamte Wand erstreckten…
Und nirgendwo war eine weitere Tür zu sehen. „Danke.“, richtete Olivia an ihren Begleiter, dem sie dabei nur eines kurzen Blickes würdigte. Sie war sofort damit beschäftigt, einen Ausweg zu finden. Das hatte allerhöchste Priorität, keine Frage. Mit leicht unrundem Schritt, marschierte sie zur Außenwand, die durch drei große Fenster deutlich zu identifizieren war. „Das muss doch irgendwie…“, murmelte sie. Das große Fummeln begann und das Fenster sprang auf. Nicht jedoch das optisch anspruchsvolle Gitter, welches sich direkt dahinter befand…

(Sorry, hab nach meinem Urlaub doch etwas länger gebraucht ^^")

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Beitrag von Gabrielam Sa Jul 13, 2019 10:07 pm

Mit Olivia
#030
Der Blondschopf musste unter seiner Maske ein Lachen zurückhalten, als die ältere Frau sich erst einmal die Schuhe von den Füßen rupfte. „Was denn, heute die falschen Schuhe angelegt?“ fragte er schelmisch in dem gleichen Tonfall, den sie zuvor in Bezug auf ihn benutzt hatte und grinste unter seiner Maske vor sich hin. Sein Gesicht war zwar immer noch halb zu sehen, aber immerhin brachte die ganze Situation hoffentlich genug Ablenkung, als dass sie sein Grinsen wirklich bemerken würde. Es dauerte nicht lange, dass sie ihren Sarkastischen Tonfall wieder gegen Gabriel richtete, der abwehrend die Hände hob und sich gar nicht mehr bemühte, den Betrunkenen zu spielen sondern viel mehr den Raum ablief um zu schauen, ob es nicht einen Ausweg gab.
Hey, ich hab nur so schnell reagiert wie ich konnte und eine Lücke gesehen. Nicht mein Problem, dass Sie meinen, mir folgen zu müssen wie ein begossener Terribark.“ Zugegeben, seine Wortwahl war wieder einmal provokant und frech, und je nachdem mit wem er es hier zu tun hatte sollte er sich höchstwahrscheinlich etwas zurückhalten, aber jegliche Ränge oder Kriminalitätsstände hatten ihn an diesem Abend ja auch noch nicht davon abgehalten, die halbe Belegschaft hier zu bestehlen. Der Frau, die nun vor einem vergitterten Fenster stand und versuchte, da hinauszukommen, inbegriffen. Kurzerhand trat Gabriel neben sie während die Schreie und Flüche aus dem Ballsaal immer lauter wurden. Er fragte sich, zu welchen Mitteln die Polizisten griffen um all die Kriminellen zu kriegen. Er war sich sicher, dass einige hier nicht unter den normalen Stand eines Kleinkriminellen fielen und manche vielleicht sogar gesuchte Verbrecher waren. Aber das war jetzt nicht wirklich, worüber er nachdenken wollte, und so sah er sich noch einmal um. Sein Blick schweifte über die Raumhohen Regale, den Sessel bei dem er sich kurz fragte, ob er sich vielleicht darunter verstecken könnte, dem edlen Flügel... dann wieder zurück zu der Regalwand. Irgendwas gab ihm ein komisches Gefühl und ob es jetzt die Tatsache war, dass die ganze Situation schon wie ein schlechter Film gestartet hatte, oder ob es daran lag, dass sie sich in der Villa eines vermeintlichen Superschurken befanden – so oder so konnte Gabriel sich nicht davon abhalten, seine Gedanken laut auszusprechen: „Locker gibt es hier einen geheimen Raum.“ Er wusste wie dumm sich das anhörte, trat aber trotzdem näher an das Regal als die Rufe nun auch von draußen kamen und man Kampfgeräusche in einiger Entfernung vernahm. Wahrscheinlich hatten einige ihre Pokémon zur Hilfe gerufen und versuchten jetzt, sich irgendwie durch die Polizisten zu kämpfen. Gabriel hingegen war die Gefahr, dass er entdeckt und identifiziert werden könnte, zu groß. Er scannte jedes Regal und sah schließlich ein komisches, altertümliches braunes Buch über seinem Kopf, welches nicht so ganz passte. Gabriel griff danach und zog daran, aber es schien festgeklemmt zu sein. Er versuchte es noch einmal mit beiden Händen, stemmte sein ganzes Gewicht dagegen und zog, aber es rührte sich nicht. Jetzt war er sich irgendwie sicher, dass das ein geheimer Schalter war. Er wollte noch einmal ziehen, rutschte auf seinen Lackaffen-schuhen aber weg und stieß aus Versehen gegen das Regal, wobei er das Buch nach hinten drückte, was vollkommen selbstverständlich schien, und sah zu wie es einrastete und man schließlich ein Klicken hörte, dann wie sich eine Mechanik in Bewegung setzte. Mit einem herausfordernden Blick drehte er sich zu der blonden Frau um und zeigte mit dem Daumen hinter sich auf die Regale, die sich anfingen, zu verschieben. „Wetten wir Sie hätten gedacht man muss 'ne bestimmte Melodie auf dem Flügel spielen? Hab ja gesagt da ist was!“ Doch genau in dem Moment hämmerte es gegen die Türe und jemand rief, dass man aufmachen sollte. „Die sind uns echt auf den Fersen.“ Gabriel sah von der Frau zu dem dunklen Eingang. „Ich hätte zwar jetzt wie bei jeder Villa eines Superschurken diese Kronleuchter-teile mit Kerzen an den Wänden erwartet, die den Gang gruselig beleuchten aber... naja.“ Stattdessen starrte er in einen vollkommen elektrifizierten Gang der allerdings ellenlang schien. Noch einmal hämmerte es gegen die Türe, diesmal, als würde jemand sich dagegenstemmen. „POLIZEI; AUFMAUCHEN!“
Gabriel deutete in den Gang. „Nach Ihnen, M'Lady. Nur vielleicht sollten wir uns beeilen.

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Beitrag von Oliviaam Di Jul 16, 2019 11:29 am

Olivia war wirklich dankbar dafür, dass der Typ ihr die Aufgabe abnahm, einen Fluchtweg zu suchen. Auch wenn es zunächst nur ein vorläufiger sein sollte, denn erst einmal saßen sie danach in einer Sackgasse fest. Den dummen Kommentar, der auf ihr Schuhwerk bezogen folgte, ignorierte sie einfach. Er half in dieser Situation auch nicht weiter. Es galt einen Ausweg zu finden, denn sicher waren sie in diesem Zimmer garantiert nicht. Da draußen vor der Tür wütete die Polizei. Vielleicht war diese ganze Veranstaltung sogar eine riesengroße Falle. Sicher nicht von der Polizei selbst. Olivia glaubte nicht, dass diese irgendetwas von ihr oder Taijitu wusste oder gar ahnte. Vielleicht wollte irgendwer in der Verbrecherwelt aufräumen, um sich selbst einen Thron zu bauen. Die Wissenschaftlerin musste ihren Verstand bremsen, um nicht weiter darüber nachzudenken und sich auf einen Ausweg konzentrieren zu können.
Währenddessen rechtfertigte sich der Kerl, den Olivia bis grade tatsächlich noch für betrunken gehalten hatte, statt ihren eigentlich ehrlich gemeinten Dank einfach anzunehmen. Dabei provozierte er deutlich. Dass er nun so klar und bei Sinnen war, deutete auf ein Schauspiel hin, welches er vorher abgezogen haben musste. Ergo, er war eine Art Trickbetrüger oder Dieb. Diese eine Information spielte dabei das Puzzlestück, welches ihr die komplette Situation zeigte, wie sie wirklich war.
Die Blonde löste sich wieder von den vergitterten Fenstern. „Reizend.“, gab sie als minimalistischen Kommentar auf die Provokationen zurück, wofür sie kurz ein übertrieben dargestelltes Lächeln aufsetzte, welches unter der Maske hervorblitzte. Dann konzentrierte sich der Kerl endlich aufs Wesentliche. Er sprach seine Vermutung aus, dass es einen Geheimraum geben musste. „Könnte sein...“, antwortete Olivia. Aber hatten sie die Zeit diesen ausfindig zu machen oder sollten sie lieber mit aller Gewalt so schnell wie möglich weg? Das war eine Frage, die sie sich dabei stellte. Dumm fand sie den Gedanken jedenfalls nicht. Immerhin würde er zu ihrer Theorie passen, dass das ganze von einem Insider der kriminellen Szene inszeniert war.
Suchend blickte sich die Wissenschaftlerin um. Ihr Blick wanderte nahezu unkoordiniert durch den Raum, während sie sich langsam im Kreis drehte. Schließlich blieb er an dem Flügel hängen. Einen Versuch war es wert. Sie machte sich auf den Weg zum Klavier, überlegte bereits, was für einen Musikgeschmack so ein wahnsinniger Krimineller wohl haben könnte oder ob sie im Haus vielleicht die Büste eines bekannten Komponisten gesehen hatte, dessen Melodien sie auf dem Musikinstrument ausprobieren konnte. Olivia hatte grade zwei, vielleicht drei Schritte gemacht, da hielt sie inne. Dieser Schauspieler sorgte für einen gewissen Lärm. Irgendwie hatte er es geschafft das Regal zu „öffnen“, beziehungsweise eher den Gang, der sich dahinter befand. Auf seinen nächsten dummen Spruch reagierte die Blonde mit einem spöttischen „Pff.“, als wäre es total abwegig, was er grade sagte.
Plötzlich hämmerte jemand gegen die Tür. Erschrocken blickte Olivia eben dahin. Es war soweit. Die Polizei wollte nun auch diesen Raum durchforsten. Sie hatten keine Zeit mehr zu verplempern. Der Fremde aber sah noch genug Zeit für den ein oder anderen Spaß. Als ob die Beleuchtung des Ganges nun irgendeine Rolle spielte. Die Wissenschaftlerin seufzte und machte sich auf den Weg zum geöffneten Geheimgang hin. Mit Nachdruck hämmerte es erneut an der Tür. Gleich würde man sie aufbrechen, keine Frage. Nun schien auch der (vermutlich) Kleinkriminelle nicht länger zögern zu wollen. Jedenfalls wollte er ihr nun den Vortritt lassen und fliehen. Nachdenklich machte Olivia einen weiteren Schritt gen Gang. Dann hielt sie inne. Sie griff sich an ihre Steckfrisur, zog an etwas und hielt schließlich einen Pokeball in der Hand. Ihre Frisur kollabierte und ihre langen Haare fielen herab. Aus dem Pokeball ließ sie ihr schillerndes Guardevoir heraus. „Los, das Fenster. Dann den Flügel.“, sprach sie ruhig, aber mit einer deutlich dominanten Note und das Pokemon nickte. Psis Augen begannen zu leuchten und mit einem lauten Klirren brach eines der Fenster samt Gitter weg, in den Garten. Dann, ohne dass sich Guardevoir rührte, schob sich der Flügel vor die Tür. Olivia schaute sich das Spektakel an, ohne es zu kommentieren und ging nun nach getaner Arbeit in den Geheimgang. Ihr Pokemon würde als letztes folgen und sollte sich kein Schalter finden, um die Geheimtüre wieder zu schließen, würde es auch diese Aufgabe erledigen und schließlich als Nachhut fungieren. Ohne Schuhe wanderte Olivia also den kühlen Gang entlang. Wohin er wohl führte? Wahrscheinlich in den Garten. Der Heimweg würde nicht so entspannt verlaufen. Es war sicher frisch. In diesem Aufzug garantiert.

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Beitrag von Gabrielam Di Jul 16, 2019 9:35 pm

Mit Olivia
#031
Ein kleines bisschen wunderte Gabriel es schon, dass sein Gegenüber so gar nicht darauf einging, dass er nicht mal mehr im Geringsten besoffen oder angetrunken war. Stattdessen schien er hier gerade ihre komplette Flucht zu initiieren aber auch da bekam er keinen Dank für, außer den sarkastischen Hinweis von vorhin vielleicht, wo die Dame ihn nicht einmal eines Blickes gewürdigt hatte. Stattdessen dürfte er dabei zu sehen, wie sie einen komplett übertriebenen Power-Move ausführte. Er konnte es sich nicht verkneifen, ein kleines, anerkennendes Pfeifen auszustoßen als er zusah, wie das komplette Fenster gesprengt wurde und dann noch das Klavier vor die Tür geschoben wurde, und das von einem recht zierlich aussehenden Pokémon, welches Gabriel nicht einmal kannte. Er wollte aber jetzt auch nicht wie ein kompletter Affe erst einmal sein Pokédex hervorholen, verkniff sich das also und folgte etwas zögerlich der Frau.
Okay, aber ehrlich? Warum 'nen Aufstand machen und mich den Geheimgang finden lassen, wenn dein Pokémon uns mit einem Schlag da hätte rausholen können?!“ fragte er etwas ungläubig während er mit der Unbekannten Schritt hielt und warf beim reden seinen Daumen über die Schulter, um noch einmal auf die Szene hinter ihnen zu deuten. Er war viel zu verstört. War das eine Frauen-Sache? Dass sie sich aufregten und so taten als wüssten sie nicht weiter, obwohl sie genau wussten, wie etwas zu lösen war? Oder hatte sie eben wirklich nicht daran gedacht? Oder... hatte sie ihn nur reinlegen wollen weil sie wusste, dass er ihr Pokémon hatte und mit ihm in einen dunklen Gang hatte verschwinden wollen um es ihm wieder zu entreißen und ihn zu töten – okay, er hatte zu viele Horrorfilme geguckt. Eindeutig. Trotzdem hielt ihn diese Erkenntnis nicht davon ab, unbewusst nun doch etwas Abstand zu halten. Dann wiederum war weiter hinten das Psycho-Pokémon was wahrscheinlich mit einem einzigen Blick Brei aus ihm machen könnte bevor er überhaupt „Glumanda“ sagen konnte. Oder so. Okay, vielleicht gingen jetzt seine Fantasien mit ihm durch, aber Gabriel war sich wirklich nicht sicher, wie er wieder einmal in so eine Situation geraten war. Vor allem wusste er jetzt überhaupt nicht mehr, wie er der Frau ihr Pokémon zurückgeben sollte, denn wenn er es offen tat würde sie ihn vielleicht direkt umbringen oder sowas. Fun times.
Statt also wirklich etwas zu unternehmen oder zu tun folgte er ihr erst einmal nur in Gedanken bis sie in einem weiteren Gang landeten. Rechts von ihnen schien eine Treppe in den Keller der Villa zu gehen, links sah es aus, als würde man zu den Gärten kommen, zumindest wenn Gabriels Orientung grob stimmte. Allerdings kamen von der linken Seite auch definitiv wieder mehr Schreie und Kampflaute als von rechts, und Gabriel blieb etwas unentschlossen an der Gabelung stehen. Er warf der Maskierten Frau einen fragenden Blick zu. Für eine Sekunde fragte er sich, ob sie die Masken überhaupt noch benötigten, entschied sich dann aber, den Gedanken für's Erste wieder zu verwerfen. „Okay, wo lang soll's gehen? Was jetzt?“ Bis eben hatte er sich noch als derjenige Gefühlt, der einen Plan hatte oder zumindest wusste, was er tat. Auch wenn er seine Handlungen nur Grob auf irgendwelchen alten Filmen basiert hatte, die er mal in dreckigen Motels auf kleinen Röhrenbildschirmen gesehen hatte, die aber trotzdem zuzutreffen schienen. Dennoch waren sie bis hier gekommen, nur dass ihm das nicht weit genug war. Denn das ganze Grundstück schien von der Polizei umgeben zu sein und er hatte wirklich kein Bedürfnis, diese Nacht oder auch nur irgendeine Nacht in einer Zelle zu verbringen. „In den Horrorfilmen teilen die sich an solchen Stellen immer auf deswegen würde ich sagen, dass wir zusammenbleiben,“ murmelte er und hing in Gedanken ein 'und weil ich dein verdammtes Pokémon habe' dran. „aber beide Wege sehen irgendwie nicht aus, als würden sie uns wirklich weiterbringen.“ Er knabberte auf der Innenseite seiner Wange herum und sah noch einmal zu seiner ungewollten Begleitung. Vielleicht würde diesmal ihr Riecher sie weiterbringen.

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Beitrag von Oliviaam Mi Jul 17, 2019 11:29 am

Olivia schaltete recht schnell. Allerdings trug sie ihre Erkenntnisse oft nicht so direkt nach außen. Zum einen war es in den seltensten Fällen notwendig, dass andere wissen mussten, dass sie nun etwas wusste. Zum anderen wurmte es sie manchmal, dass sie nicht früher auf gewisse Dinge kam. Dass der Kerl zum Beispiel höchst wahrscheinlich ein Kleinkrimineller war, der das betrunken Sein nur vorgaukelte, um irgendwelche Maschen abzuziehen, war eines dieser Dinge. Darauf hätte sie auch eher kommen können. Umso wohltuender war das erstaunte Pfeifen, welches er nun abließ. Natürlich regte sich auf ihrem halb maskierten Gesicht nicht ein Muskel. Dennoch waren solche Reaktionen wie Balsam für die Seele. Sicher, einen Taschendieb oder Schwindler von ihrer Macht zu überzeugen, das war nichts, worauf sie sich etwas einbilden sollte. Allerdings hatte Olivia ein großes Ego und jenes stand tierisch darauf, ab und an mal gestreichelt zu werden.
Dieser Moment war dann auch einer, in dem sie dem Kerl mal wieder richtig antworten konnte. Und sei es nur aus dem Grund, die Verhältnisse ein wenig klarzustellen. „Hätte mein Pokemon uns durch dieses Fenster nach draußen gebracht, dann müssten wir uns nun, die Lungen aus der Brust atmend, vor der Polizei in Sicherheit bringen. Da ist gemütlich durch einen Geheimgang spazieren doch angenehmer, findest du nicht?“ Olivia zog die Augenbrauen hoch und linste nur kurz über die Schulter. Ihr war klar, dass sie diesem jungen Mann, auch wenn er ihr half, nicht hundertprozentig über den Weg trauen konnte. Allerdings machte sie sich im Moment auch keine allzu großen Sorgen. Immerhin hatte Psi ihn ja bestens im Auge. Sie war in diesem Fall ihre Absicherung dagegen, dass er nicht doch noch auf dumme Gedanken kam.
Der Geheimgang, der die Zwei im besten Falle so weit wie möglich von der Villa wegbringen sollte, wies nach einigen Metern zunächst eine Gabelung auf. Allesamt blieben die Drei, also Olivia, der Blonde und Psi, genau in dieser Reihenfolge stehen. Nachdenklich stemmte erstere ihre Hände in die Hüften. Von links hörte man wieder Lärm von Fliehenden, der Polizei und Kämpfen beider Parteien. Dort ging es definitiv nach draußen. Im ersten Moment möchte man meinen, dort sei es gefährlicher. Rechts hingegen war es mucksmäuschenstill. Dort ging es wahrscheinlich in den Keller unter der Villa. War dies die bessere Option? Ratsuchend wandte sich Olivias temporärer Begleiter an sie. Dabei brachte er erneut einen Spruch, der an die Filmindustrie angelehnt war. Keine fundierte Basis, auf der man Entscheidungen aufbauen sollte, aber sie widersprach ihm nicht. „Mehr Wege haben wir für den Moment einfach nicht. Ich denke, wenn wir uns jetzt verkriechen, dann finden sie uns früher oder später doch. Die werden die gesamte Hütte auf den Kopf stellen, inklusive Garten und spätestens, wenn sie dort einen Eingang finden auch den Keller. Ich sage wir gehen ab durch die Mitte. Außerdem habe ich keine Lust die Nacht in einem nasskalten Gewölbe zu verbringen.“ Den letzten Satz hängte sie eher halblaut hinten an. Ihr war bewusst, dass dieses Argument am wenigsten Gewicht hatte, zumindest rein logisch. Erwartungsvoll blickte die Blonde den Fremden erst jetzt wieder an, nachdem ihr Augenpaar zuvor den beiden Optionen gefolgt war. „Hast du ein Pokemon um dich zu verteidigen?“, fragte sie. Immerhin wäre es praktischer, wenn sie dies nicht für ihn übernehmen müsste. So oder so, Zeit vergeuden sollten sie nicht. Wenn die Polizei einmal aufgeräumt hatte, wäre es nur schwieriger ihr zu entkommen. Aktuell musste sie sich noch mit ganz vielen verschiedenen Leuten rumschlagen und so war sie teilweise noch abgelenkt. „Na los.“, sprach die Blonde also, woraufhin sie in Richtung des Gartens nickte. Gedanklich verfluchte sich die Wissenschaftlerin schon, dass sie kein Ersatzschuhwerk mitgebracht hatte. Wer hätte aber auch damit rechnen können, dass sie an diesem Abend noch über Steinboden in einem Geheimgang, hin zu einer Wiese und eventuell sogar Schotter oder Waldboden laufen müsste? Nach wenigen, weiteren Metern, die ein Stück bergauf verliefen, verdeckten irgendwelche Ranken die Sicht. Olivia schob sie zur Seite und trat hindurch. Der Gang endete an einem Felsspalt, der gezielt bewuchert und von einem Baum, sowie ein paar Büschen verdeckt worden war. „Ab nun hat man freie Sicht auf uns.“, klärte Olivia den Herrn hinter ihr im Flüsterton auf. Es wurde also riskant. Sie zwängte sich durch die Büsche und brachte sich hinter das ganze Gebilde, positionierte sich also so, dass der Ausgang genau zwischen ihr und der Villa lag. Sie erhoffte sich daraus einen weiteren Sichtschutz, auch wenn sie nicht genau wusste wo sich die Polizei überall verschanzt hatte.

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Beitrag von Gabrielam Mo Jul 22, 2019 10:53 pm

Mit Olivia
#033
Mit einem Seitenblick strafte Gabriel die Fremde, neben die er es inzwischen gewagt hatte, sich zu platzieren um abwechselnd nach links und rechts zu schauen um den besten Gang abzuwägen. „Man atmet seine Lunge immer aus der Brust.“, gab er frech wider, kümmerte sich aber weniger um die Antwort, da er einen Moment später schon weiter zuhören musste, wie sie irgendetwas darstellte und ihr dann nach links folgte. Okay, zugegeben, das mit dem nassen Gewölbe hörte sich nicht unbedingt nach der Nacht an, die Gabriel sich erhofft hatte, auch wenn er sich von dieser Nacht im Allgemeinen noch nicht zu viel erhofft hatte, seine Erwartungen also nicht wirklich enttäuscht worden waren. Allerdings konnte er auch nicht direkt sagen, dass sie übertroffen wurden - die Bullerei plötzlich im gleichen Raum zu haben war nichts, was er so beschreiben würde. „Ein Pokémon hab ich, ein wenig kann ich mich damit auch verteidigen. Im Endeffekt werd ich aber wohl die Beine in die Hand nehmen müssen.“, murmelte er und ergänzte in Gedanken, dass eigentlich zwei Pokémon hatte. „Oder ihr werden mein lebendes Schutzschild, mir egal.“ Er scherzte zwar nur, war jedoch ein Funken Wahrheit in jedem Witz versteckt. Immerhin schien die Dame ein überaus starkes Pokémon zu besitzen und Gabriel würde eher rennen und sie alles damit regeln lassen, als dass er Glue in Gefahr bringen würde. Immerhin war er ein einfacher, armer Taschendieb. Kein Kämpfer in dem Sinne sondern einfach nur ein wenig frech und übermüdet. Das war die einzig akkurate Beschreibung, die man ihm geben konnte.
Gabriel folgte der Blonden weiterhin bis sie an einen Gang stießen, der ziemlich gut versteckt war. Kurz hatte Gabriel gedacht, dass sie in eine Sackgasse gelaufen waren, sah aber beim Näherkommen, dass Ranken so angelegt worden waren, dass sie den gesamten Gang verdeckten. Er atmete hörbar auf, bis seine Freude von der Fremden getilgt wurde. „Na super.“, erwiderte er in einem leicht gereizten Flüsterton, bevor er sich hinter ihr ebenfalls durch die Büsche zwängte. Sein schöner Anzug... für den er nicht einmal bezahlt hatte! Hallo?!
Außerhalb der Gebüsche hockte der Blonde sich erst einmal hin und sah sich um. Der größte Tumult fand weiterhin in der Villa selbst statt, doch war auch der Garten übersät mit Polizisten und Kriminellen, und viel Sichtschutz gab es zwischen denen allen und ihnen beiden nicht. Der Ausgang - Hinterausgang? - war nicht allzu weit entfernt. 500 Meter vielleicht, was im Vergleich zu der Größe des Anwesens und der Länge der Gänge, die sie zuvor gewandert waren, wirklich nicht viel war. Das Problem war viel mehr, dass Gabriel nicht abschätzen konnte, was hinter dem Eingangstor auf sie wartete. „Was meinst du? Offensichtlich durch den Eingang herauspazieren oder doch lieber darauf vertrauen, dass es neben dem Geheimgang auch einen geheimen Nebenausgang gibt, der uns weiter führt? Wenn wir vom Horrorfilm weggehen, weil wir uns nicht getrennt haben und auch nicht in den Keller a.k.a. das Versuchslabor des verrückten Wissenschaftlers slash Multimillionärs gegangen sind der da unten geheime Experimente versteckt wo er Pokémon und Menschen aneinander näht um einen Tausendfüßler zu schaffen, sondern auf einen Crime-thriller setzen... ich mein -
Gehockt ging er ein paar Schritte nach vorne und lugte um ein Gebüsch herum, als sein Blick der Mauer folgte, die das ganze Anwesen umrahmte. Nicht nur, dass er mit den Augen so nichts ausmachen konnte, was auf einen weiteren Geheimgang wies, sondern dass er, als er den Busch umrundete auch in das Gesicht eines Menschen blickte, den er nicht sehen wollte. Okay, falsche Formulierung. Denn es war sein Gesicht, dass sich im Visier eines Polizeihelms widerspiegelte. „NA SUPER!“, rief er und sprang gerade noch rechtzeitig zurück, als der Polizist ihn packen wollte. „STEHEN BLEIBEN!!“ Oh, okay, Korrektur: Eine Polizistin. Gabriel stieß ein paar Fluchwörter aus während er auf dem Absatz kehrt machte, sich wie vom Blitz getroffen aufrichtete, jeden noch so ausgeklügelten Plan ignorierte und anfing, auf den Ausgang zuzusprinten. Im Vorbeigehen zog er die Fremde noch mit, und lobte sie innerlich dafür, dass sie schon vorher ihre Schuhe ausgezogen hatte. Dafür wäre jetzt nämlich wirklich keine Zeit mehr geblieben.

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Beitrag von Oliviaam Mi Jul 24, 2019 10:39 pm

Maskenball #8 mit Gabriel
„Man atme seine Lunge immer aus der Brust heraus“, wendete der Blondschopf ein, wenn auch nur zum Spaße. Olivias Mimik war wie eingefroren, als sie ihm langsam ihren Kopf zuwandte. Unterstützt wurde der nichts und doch so vielsagende Ausdruck von der Maske, die sie ja noch immer trug. Es war lediglich ihr Wimpernschlag, der tausend Bände sprach. Es war, als riefen die gebogenen Haare der Augenlieder so etwas wie: „Bist du bescheuert?!“ Die Metapher besagte schließlich, dass sie, angestrengt durch das Weglaufen, so stark atmen würden, dass ihnen die Lunge zum Munde heraus fiel. Eine offensichtliche Übertreibung und Darstellung ihrer Situation.
Olivia hingegen blieb total still und sagte darauf absolut gar nichts mehr. Es beruhigte sie nicht grade, dass der Kerl sogleich zugab, dass er zwar ein Pokemon besaß, er es aber lieber nicht nutzen und stattdessen weglaufen würde. Na toll. An was für einen Waschlappen war sie denn da geraten? Dass dieser „Waschlappen“ sie zuvor durch seine Reaktion und sein schnelles Handeln überhaupt erst vor den Fängen der Polizei bewahrt hatte, ignorierte sie in ihren Gedanken einfach mal vollends. Genauso wie den Scherz, den er dann mit dem Schutzschild machte. Als Reaktion darauf bekam er lediglich ein bedachtes Nicken. Es war allerdings erstaunlich, wie sehr er in dieser brenzlichen Situation noch zu Scherzen aufgelegt war, seien es auch welche sarkastischer Natur.
Draußen sah die Lage nur begrenzt besser aus als in den vier enormen Außenwänden der Villa. Es war weniger los, weniger Augen anwesend, die nach Verbrechern suchten, aber irgendwie fiel man dort auch viel mehr auf.
Es war der Blonde, der die Lage beschaute und die folgenden Optionen darstellte. Offensichtlich die Biege machen oder einen weiteren Geheimgang suchen. Zugegeben, der erste war sehr hilfreich und ihn zu finden war eine stabile Leistung des (vermutlichen) Kleinkriminellen. Allerdings war es in den Augen der Wissenschaftlerin eher unwahrscheinlich, dass sie einen weiteren Geheimgang, einen Geheimausgang finden würden. Sie ging davon aus, dass der erste seinen Zweck im Sinne des Erfinders schon gut genug erfüllen sollte, sodass eine Flucht aus dem Garten heraus nicht mehr all zu schwierig sein sollte. Aber sie kam erst einmal nicht mehr zu Wort.
Es folgte ein Monolog, bei dem wieder das Thema des Blockbusters aufgegriffen wurde, in dem sie sich anscheinend befanden. Als der Herr dieses wieder ausführlich beschrieb, kurz bevor er ohnehin leiser wurde, fiel die Wissenschaftlerin ihm ins Wort. „Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir noch ein-“ Weiter kam sie nicht. Es war ein weiteres Mal die Hand des jungen Herren, der an ihr und damit sie aus ihrem Satz riss. Mitgezogen durch seinen Impuls, musste Olivia sich Mühe geben auf der Wiese überhaupt das Gleichgewicht zu halten. Es dauerte ein paar unrunde Schritte, bis sie deutlich gradeauslaufen konnte. Währenddessen wurde auch klar, was zu seiner impulsiven Reaktion geführt hatte. Eine weibliche Stimme hallte ihnen nach und forderte sie auf, stehen zu bleiben. Ha, klassischer Polizei Ausruf. Wie viele Leute wohl auf den „Trick“ hereinfielen und tatsächlich stehenblieben? Es war keine Zeit darüber nachzudenken. Olivia jedenfalls dachte gar nicht daran.
Als sich die Hände der zwei wieder gelöst hatten, fiel der weibliche Teil des Pärchens wieder etwas zurück. Auf diesem rutschigen, matschigen Untergrund zu laufen, war ohne Schuhe gar nicht so leicht, obwohl die, die sie bis dahin trug, sicher nicht weitergeholfen hätten. Nach ein paar Metern bremste Olivia wieder ab. Sie drehte sich halb um und starrte auf ihr Pokemon. „Komm!“, rief sie ihm zu und Psi setzte sich schleunig schwebend in Bewegung. Als die Forscherin weiterlief, hatte sie ihren Kollegen kurz aus den Augen verloren. Es war wie ein Wink des Schicksals, ein akustischer Wegweiser, als plötzlich wieder dieses klingelnde Handy zu hören war. Was war eigentlich damit… Moment! Könnte es sein… Auch an dieser Stelle war für weitere Grübeleien keine Zeit mehr. Olivia nahm erneut ihre Beine in die Hand, natürlich wieder rein metaphorisch und lief dem kurzen Aufklingeln hinterher. Leider hatte ihre Verfolgerin deutlich besseres Schuhwerk, was anhand der Tatsache, dass sie selbst gar kein Schuhwerk hatte, nicht besonders schwer war.
Die Polizistin holte rasch auf. Sie streckte bereits ihren Arm nach Olivia, um sie festzuhalten und rabiat zum Stillstand zu bewegen. (Zum Stillstand bewegen, welch Ironie an sich.) An dieser Stelle war es Psi, welche bemerkte, dass seine Trainerin in Schwierigkeiten steckte. Sie hielt inne, ihre Augen leuchteten wieder auf und plötzlich trug ein unsichtbarer Stoß seinen Teil dazu bei, dass die Polizistin Olivia nicht erwischte. Stattdessen bewegte sie sich rasch in die entgegengesetzte Richtung und fiel auf ihre werten vier Buchstaben. Die Taijitu-Dame war aus der prekären Situation gerettet und vorerst weiterhin frei. Ein aufblitzendes Lächeln, ein Zucken des Mundwinkels war das Honorar, welches das Guardevoir dafür erntete.
Die Polizistin jedenfalls konnte das nicht auf sich und sich selbst nicht auf dem Boden sitzen lassen. Sogleich sprang sie wieder auf. „Dort laufen welche! Haltet sie!“, brüllte sie durch den Garten, um ihre Kolleginnen und Kollegen auf ihren Fund aufmerksam zu machen. Zum Glück der beiden Flüchtigen war das nicht ausreichend Motivation um weitere Cops auf sie aufmerksam zu machen. Zu ihrem Pech jedoch besaß auch die Polizei Beamte einen treuen Freund und Begleiter. „Los, TJ! Hol sie dir!“, rief sie und ein Pokeball flog hinter den beiden Kriminellen her. Ein Fukano entsprang seinem temporären Zuhause und landete hochmotiviert mit seinen vier Pfoten auf dem Rasen. Es bellte einmal auf und nahm sogleich die Verfolgung auf.
„Na super.“, seufzte Olivia genervt vor sich her, während sie sich alle Mühe gab dem Blondschopf zu folgen. Genau genommen gab es dafür eigentlich gar keine Gründe mehr. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich doch eigentlich jeder selbst retten. Sie hatte ohnehin Probleme damit ihm vernünftig zu folgen. Andererseits beschlich die Forscherin ein ungutes Gefühl. Sie hatte noch keine Zeit gehabt in ihre Tasche zu blicken, die sie sich im Geheimgang zuvor halbwegs sicher umgelegt hatte. Wie denn auch, ging grade so richtig die Post ab. Jedenfalls hatte sie eine Ahnung, was dieses Klingeln aus der Tasche des flinken Flüchtigen verursachen könnte und welche Bedeutung dahinter steckte.


Zuletzt von Olivia am Do Jul 25, 2019 8:00 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Beitrag von Gabrielam Do Jul 25, 2019 7:20 pm

Mit Olivia
#034
WARUM mussten Polizisten eigentlich IMMER so herumschreien? Konnten die nicht einfach mal fröhlich, munter und vor allem freundlich jemanden bitten doch gerade einmal kurz innezuhalten – okay, nein, nicht bei einer Razzia wie dieser, schon klar. Aber Gabriel konnte nicht anders, als genervt die Augen zu verdrehen. Noch eine Polizistin, die nicht auf die Liste der Good Cops kam, so wie die herumschrie.
Bei Arceus, muss denn jeder den Namen ihres Pokémons kennen?!“ , schnaufte er während er versuchte, seinen eigenen Hintern zu retten. Wo genau die Fremde war wusste Gabriel nicht, war sie vor einiger Zeit etwas zurückgefallen während er dem Ausgang entgegen gesprintet war. Doch schon bald war sie wieder hinter ihm, nur dass an ihrem Hintern ein Fukano klebte.
VIERBEINER SIND UNFAIR, DIE LAUFEN VIEL SCHNELLER!“, rief er über die Schulter und legte noch einen Zahn zu, auch wenn er nicht wusste, wie er das noch lange durchhalten sollte. Das Blut stieg ihm schon in den Kopf, oder vielleicht war es auch das Adrenalin oder so, aber so oder so hörte er seinen Herzschlag, wenn er ihn wohl nicht hören sollte und war sich sicher, dass jeden Moment ein Gefäß in seinem Hirn vor Anstrengung reißen würde. Er war einfach nicht für so etwas gemacht. Überhaupt nicht. Doch wenigstens kam der Ausgang des Anwesens nun schneller in Reichweite, als wenn er einfach nur herübergelange wäre, und somit käme er auch schneller hier heraus – vorrausgesetzt, das Fukano verbrannte ihm nicht seinen Allerwertesten bevor er dazu kam. Dann das schoss, nach noch zwei Warnungen der Polizistin, jetzt immer wieder mit Feurbällen nach den Flüchtigen. Was Gabriel so gar nicht gefiel.
Super, kann die Alte nicht einfach ein Pflanzenpokémon oder so haben?! Feuer hab ich selbst schon, das bringt mir nichts,“ keuchte er weiter mehr oder weniger zu seiner Begleitung hinter sich während er sein Glumanda rief, welches sich sofort an seiner Schulter festklammerte und ihn etwas nach hinten zog. Fast wäre er volle Breitseite hingeflogen, konnte es aber noch vermeiden und erreichte schließlich die Tore, die zum Glück offen waren. Nur, dass Gabriel nicht den Geruch der Freiheit schnüffelte, sondern viel mehr den von Tränengas, welcher von der Villa und dem Garten hinüberschwappte. Den kannte er nur wegen seiner eventuellen total nicht vorhandenen Vergangenheit als Krimineller, aber davon abgesehen wurde ihm gerade noch mit einem riesigen Scheinwerfer ins Gesicht geleuchtet und das störte ihn noch viel mehr. „HEY! SIE DA! STEHEN BLEIBEN! POLI-“ Er konnte nur die grobe Gestalt des Polizisten ausmachen, welcher hinter dem Scheinwerfer stand und ihn anbrüllte.
VERDAMMT NOCHMAL, ICH WEIß DASS DU EIN BULLE BIST, SCHREI NICHT SO! KANN NICHT EINER VON EUCH MAL FREUNDLICH FRAGEN?!“ schrie Gabriel zurück und schlug dabei eine scharfe Kurve, während Glue zumindest mitdachte und einen Feuerwirbel in Richtung versammelter Mannschaft schickte, sodass er nicht in die Polizisten knallte, die sich vor einer Autobarrikade versammelten, sondern den Abhang in den Wald heruntersprang. Okay, nein. Springen würde verlangen, dass er aktiv abgesprungen wäre und Kontrolle über seinen Körper hätte. Gabriel flog aber viel mehr mit dem Gesicht voran durch die Böschung, während Glumanda wieder in seinen Ball verschwand. Wenigstens der war sicher. Er hörte ein paar erstaunte Ausrufe hinter sich, und er fragte sich, ob seine Begleitung ihn auch hier weiter begleiten würde. Schnell rappelte er sich auf und versuchte im Dunkeln der Nacht und nachdem er so elendig geblendet worden war, Orientierung zu finden. Seine Augen gewöhnten sich für seinen Geschmack viel zu langsam an die Dunkelheit, aber zumindest hörte er noch niemanden, der ihm folgte. Sein Arm schmerzte und eine seiner Rippen, welche er immer noch nicht als vollkommen geheilt erachtet hatte, meinte jetzt natürlich, wieder Faxen zu machen. Aber gut, er musste mit dem Arbeiten, was er hatte, und das war jetzt ein Weg durch den Wald. Er hoffte nur irgendwie, dass die Dame auch hier hinunterfinden würde. Sie waren zwar weit davon entfernt, Freunde zu werden – dafür kannte sie einfach viel zu wenige Filmhandlungen, wie es schien – aber sie war stark, und das konnte nur hilfreich sein. Aber immerhin - hier unten war es ruhiger. Er wollte fast das Pokémon der Fremnden um Hilfe rufen, aber er wusste nicht einmal, wie er das scheißding aus dem Handy bekommen konnte. Wer zum Henker packte Pokémon ni Handys?

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Beitrag von Oliviaam Fr Jul 26, 2019 12:53 pm

Maskenball #9 mit Gabriel
Langsam entwickelte ich Olivias Bild des jungen Mannes, der mit und leider Gottes ein Stück weit vor ihr von der Polizei floh, immer weiter. Er musste früher ein wahrer Klassenclown gewesen sein, so wie er sich gab. Ständig diese lustigen oder coolen Sprüche. Er hörte ja gar nicht mehr damit auf. Selbst in einer brenzlichen Situation wie dieser, regte er sich noch darüber auf, dass die Polizistin ihnen so laut hinterher schrie oder dass sie einen Vierbeiner als Pokemon besaß und der bestimmt viel schneller war als sie und wie unfair das doch war. Dazu kam noch, dass er relativ extrovertiert sein musste, so wie er zuvor den Betrunkenen gemimt hatte. Das würde niemand machen, der eine verschlossene Persönlichkeit besaß.
Des weiteren offenbarte sich, dass der Typ wohl ein Feuerpokemon besaß. Zumindest äußerte er so et was in der Art, als er selbst realisierte, dass sie von einem ebensolchen verfolgt wurden. Stattdessen wünschte er sich lieber, dass die Polizistin ein Pflanzenpokemon besäße. Dazu fielen Olivia auf Anhieb zwei Sachen ein. Zum einen war es gar nicht so unlogisch von ihm, sich einen solchen Verfolger zu wünschen. Es brächte ihm einen Typenvorteil und er könnte sich wesentlich leichter verteidigen. Allerdings stellte sie sich auch sofort vor, wie ein solches Pokemon Rankenhieb einsetzte und/oder seine Ranken durch die Erde wandern ließe und sie beide an den Knöcheln festhielt. Sofort würden sie mit dem Gesicht im Matsch landen und wären schon so gut wie gefangen. Nein, die Wissenschaftlerin war ganz anderer Meinung als ihr werter Kollege. Sie war heilfroh darüber, nicht von einem Pokemon des Typ Pflanze verfolgt zu werden. Allerdings besaß sie nicht die Dreistigkeit oder die Puste, es ihm noch während der Verfolgungsjagd klarzumachen.

Als Olivia ein wenig nach dem Profisprinter am Ausgang des Gartens ankam, nachdem er die Polizisten bereits vorbearbeitet hatte, kam ihr ein Geistesblitz. „Komm zurück!“, rief sie und zog ihr Guardevoir damit zurück in den Pokeball. Der Hintergedanke dafür war ganz simpel. Sie besaß ein sehr starkes Guardevoir, welches auch noch dadurch auffiel, dass es ein Shiny Pokemon war. Diese waren sehr selten und besaßen dadurch auch einen hohen Wiedererkennungswert. Im dunklen Garten, lediglich beleuchtet durch das aus den Fenstern tretende Licht oder bis dato noch entfernten Scheinwerfern, fiel das nicht auf. Aber bei so einer Blockade, bei der jeder Bulle auf sie glotzte, würde man das sehen. Das könnte ihr im Nachhinein als öffentliche Person ganz schöne Schwierigkeiten einbringen. So entschied sich Olivia stattdessen ihr Ditto auszupacken. „Los, du wirst gebraucht. Wandler!“ Sogleich verwandelte sich Ditto in eine Kopie des Verfolgerfukanos.
„Los, heiz ihnen ein!“ Ihr Ditto schickte eine weitere Flammenattacke nach den Polizisten der Barrikade. Olivia hingegen blieb einen Moment stehen. Wohin nun? Der Blonde war verschwunden. Wo er war, war ihr aber auch egal. Sie musste nun ihren eigenen Hintern in Sicherheit bringen. Ihr erster Blick fiel dann auf eine Böschung am Wegesrand. Kurz durchgeschnauft, lief sie zu dieser hin, ehe sie bemerkte, dass sie doch deutlich steiler war, als sie gedacht hatte. Ditto schaute seiner Trainerin erschrocken hinterher, überholte sie sogar. Das kopierte Fukano lief die Senke deutlich koordinierte herunter und kam viel eher als Olivia dort an. Diese bremste nämlich ab und machte immer mal wieder einen Schritt, mit dem sie dann viel weiter schlidderte, als sie eigentlich wollte. Insgesamt konnte sie sich aber mit Ach und Krach auf den Beinen halten.
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Beitrag von Gabrielam Di Okt 22, 2019 7:48 pm

Mit Olivia
#035
Vielleicht hätte Gabriel zu seiner Zeit besser in der Schule aufpassen sollen. Oder überhaupt mal seinen Hintern hinbewegen müssen, denn dann wäre es nicht so weit gekommen, dass er auf dem Kriegsfuß mit der Physik stand und nicht nachvollziehen konnte, warum sein Auge sich einfach nicht an die Dunkelheit gewöhnen konnte. Okay, wahrscheinlich wäre er, wenn er damals die Schule wirklich besucht hätte, heute auch nicht auf einem kriminellen Maskenball gewesen, aber das sei jetzt mal dahingestellt. Was ihn einfach nur plagte waren die weißen Punkte in seiner Sicht, die kleinen Sternchen und Linien die ihn im Dunkeln nichts, aber rein gar nichts, erkennen ließen, sodass er wie ein Behinderter über den matschigen Boden stolperte und sich von Pflanze zu Pflanze tastete. Und mal ganz ehrlich - er kannte sein Glück. Früher oder später würde er mit den Händen oder dem Gesicht in Giftefeu hängen. Oder sich aus Versehen am Schwanz eines Ekans festhalten, der ihn dann attackieren würde. Der Abend konnte nur noch besser werden. Stichwort, denn gerade, als er das dachte, hörte er, wie hinter ihm jemand die Böschung herunterpolterte und stolperte. Die Schritte wirkten leicht, die Kleidung nicht allzu steif und er ging nicht direkt davon aus, dass die Polizisten verstanden hatten, wo er hingesprungen war. Dazu hörte er noch viel zu deutlich die verwirrten Rufe ein gutes Stück über ihm, weit entfernt im Lichtkegel der Scheinwerfer, die die Dunkelheit nicht weit genug durchbrachen, dass man ihn noch sehen konnte. Jedoch war das erste, was Gabriel so richtig erkennen konnte, ein Fukano und ein galanter weiterer Fluch kam ihm über die Lippen. Er hatte sich geirrt. Okay, die Besitzerin des Fukanos war eine Frau, also war das mit dem Leichtgewicht nicht verkehrt, aber trotzdem war sie Polizistin und würde ihn sicher nicht mit Samthandschuhen anfassen.
Apropos - wieso stand das Fukano nur wartend da? Es musste ihn doch wiedererkennen und angreifen wollen? Verwirrt starrte der Blondschopf den Vierbeiner an, bis dann schließlich die Fremde von zuvor durch die Büsche brach und nach einer kleinen Schlitterpartie auf etwas wackeligen Beinen zum Stehen kam. Huh. Also hatte er die Bullerei doch noch abgehängt?
Sie werden es nicht glauben,wie wahnsinnig ich mich gerade freue, Ihre Visage zu erblicken.“, lächelte er breit, jetzt wo seine Sicht langsam wieder besser wurde. Doch die weißen Punkte in seinem Gesichtsfeld hielten ihn noch davon ab, wirklich irgendwo hinzugehen und so stand er zwischen zwei hochgewachsenen Büschen, hinter denen er sich zur Not zumindest schnell verstecken können würde... oder so. Das Fukano war weiterhin ruhig, und langsam dämmerte es Gabriel, dass es wohl der kriminellen Dame vor ihm gehörte. Hatte denn jeder nur Feuerpokémon? Und er dachte, er sei was Besonderes.
Viel mehr brachte Gabriel dann aber auch nicht mehr raus, denn die Rufe, wurden nun lauter und er hörte, wie einer der Polizisten oberhalb auf die Böschung aufmerksam machte.
„Meine Liebe, ich glaube, es ist Zeit, hier ein für alle Mal zu verschwinden. Wenn sie gestatten?“ Mit einem charmanten Lächeln das selbst seine Augenringe so weit nach oben schob, dass er in irgendeiner Welt als gutaussehend gelten könnte, hielt Gabriel der Fremden die Hand hin und deutete mit der anderen, den Daumen ausgestreckt, hinter sich. Ein direkter Weg war wahrscheinlich auch dann nicht auszumachen, wenn man seine Augen nicht von behinderten Polizisten zerstört bekommen hatte, aber so wie es schien führte der Wald an der Villa entlang und dann in Richtung der Hauptstraße, von wo aus sie sicherlich eher wegkommen würden, als von hier. Auch wenn er bereute, sich nicht besser vorbereitet zu haben. Irgendwo vielleicht Klamotten zu lagern, die etwas legerer waren als der Anzug, mit dem er auch in der Stadt etwas herrausstechen würde. Zumindest in den Stadtteilen, die er durchqueren musste, um zu seinem Motel zu kommen. Wenigstens hatte er nicht das Angebot es Veranstalters angenommen und eine Unterkunft in einem der fancy Hotels bezogen, die er gebucht hatte - wer weiß, vielleicht war das alles ein Coup von der Bullerei und man würde ihn dort sofort mit offenen Armen - oder Handschellen - empfangen. Wobei auch die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass das trotz alledem passieren würde. Aber darüber müsste er sich kümmern, wenn die Zeit gekommen war. Im Moment war er für seinen Geschmack nämlich noch viel zu nahe an den Polizisten und dem Geschehen dran, und bevor die Herrschaften in ihrem freundlichen Blau auf die Idee kamen, weiter mit Tränengas zu schießen oder noch ein paar Feuerbälle ihrer Partnerpokémon auf Gabriels Allerwertesten zu schießen, wäre er ganz gerne von hier verschwunden. Mit ziemlicher Sicherheit würde ihm seine mehr oder weniger aufgezwungene Begleitung da auch zustimmen.

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Beitrag von Oliviaam Di Nov 05, 2019 3:21 pm

Maskenball #10 mit Gabriel
Der Abend fing so entspannt an. Ein edles, warmes Ambiente mit vielen Personen, unter denen potenziell wertvolle Geschäftspartner schlummerten. Doch dann brach das große Chaos aus und die Wissenschaftlerin wünschte sich, sie wäre einfach zuhause geblieben und hätte sich vor dem Fernseher einen Becher Eis reingeschaufelt.
Ein weiteres Mal wurde es ziemlich knapp. In der geheimnisvollen Villa entkam Olivia nur durch sehr viel Glück und das Zutun eines unbekannten Fremden einer Polizeirazzia. Nun, während der Flucht, entging sie haarscharf durch ihre eigene, schnelle Reaktion den Fängen der Beamten. Immerhin ihr eigener Verdienst, beziehungsweise der ihres Pokemons, aber dennoch reichte es ihr damit eigentlich auch schon an Spannung für diesen einen Abend. Nachdem die Wissenschaftlerin nun, geblendet vom grellen Licht der Polizeischeinwerfer, den Berg hinunterrutschte und -stolperte, traf sie auf jemanden. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass es sich dabei um den Blondschopf aus der Villa, mit dem sie zusammen die Flucht angetreten war. Kein Wunder also, dass ihr Pokemon ihn nicht angriff oder auf ihn aufmerksam machte. Er war… nicht weiter gefährlich. Den Anschein machte jedenfalls der bisherige Verlauf dieses chaotischen Abends.
Charmant wie eh und je begrüßte er sie. Allerdings schoss Olivia unverzüglich zurück. „Ich wünschte, das könnte ich von Ihnen auch behaupten.“ Sie lächelte verschmitzt, ehe sie einen Pokeball hervorzog und ihn auf ihr Pokemon richtete. „Komm zurück, Flex!“ Zeit verplempern wollte sie jedenfalls nicht. Diese Zeit hatten sie nämlich nicht. Zwar hatte ihr Pokemon die Polizisten oben zunächst abgelenkt, doch lange wird dieses Manöver nicht nachwirken. Schon bald hätten sie herausgefunden, wohin sich die Flüchtigen verkrümelt hatten und würden zumindest einzelne Personen hinterherschicken. Immerhin konnten sie damit rechnen, dass sie nicht gleich die ganze Barrikade auflösen würden, nur um zwei „Fischen“ zu verflogen, von denen sie nicht einmal wussten, wie dick sie waren. Das war so etwas wie eine klitzekleine, positiv angehauchte Nachricht.
So blickte sich Olivia um. Vor ihnen lag eine Straße. Wer genau hinsah, der konnte ihr vielleicht ein kleines Licht aufgehen sehen. „Ich rufe am besten meinen Fahrer an, er gabelt uns ihr auf.“ Sie zurrte ihre Handtasche nach vorne, um sie durchsuchen zu können. Blöderweise war es recht düster und sie sah nicht sonderlich viel. „Er lässt dich dann in irgendeinem Hinterhof raus, dann sind wir quitt. Wenn ich doch bloß…“ Die Blondine wühlte und wühlte, doch ihr Mobiltelefon konnte sie einfach nicht finden. Noch während der Suche ging sie gedanklich den Abend durch. Als sie vor der Tür der Villa abgesetzt wurde, hatte sie es noch bei sich. Da war sie sich ganz sicher. In der Villa selbst hatte sie es dann allerdings gar nicht gebraucht. Sie hatte es nicht ein einziges Mal herausgeholt. Ob sie es bei der Flucht verloren hatte? Das war eigentlich kaum denkbar. Es wäre nicht einfach so aus der Tasche herausgesprungen und selbst wenn, dann hätte es ihr eigentlich auffallen müssen. Olivia hätte ein Geräusch gehört und sich umgedreht. Es sei denn es wäre auf der Wiese verloren gegangen… So viele Möglichkeiten die ihr auf Anhieb durch den Kopf schossen. Blöd nur, dass es ihr zunächst auch nicht weiterhalf.

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Beitrag von Gabrielam So Nov 17, 2019 4:38 pm

Mit Olivia
#036
Gabriel war vielleicht doch nicht der tolle Meisterdieb, der er dachte zu sein. Na gut, er hatte der Dame vor ihm klar etwas geklaut, was von Wert war. Nur war das zu Beginn des Abends gewesen und seitdem war es, als würde er mit seinem Opfer aneinanderkleben. Zwar musste man hier auch die Umstände bedenken und eventuell auch die Tatsache, dass er immer noch nicht wusste, wie er ihr ihr blödes, in einem Handy gefangenen Pokémon wiedergeben sollte, doch stellte sich der ganze Coup jetzt als irgendwie... nunja, scheiße, raus. Denn immer noch war er mit der Blonden unterwegs, die jetzt nur leider besagtes Handy brauchte – und deswegen suchte. Als er sich als Dieb gemacht hatte, hatte er eigentlich nie damit gerechnet, dass sein schlechtes Gewissen ihm einmal so sehr zu schaffen machen würde. Nachdenklich schob er die Zunge zwischen die Lippen und beobachtete, wie die Kriminelle durch ihre Tasche wühlte, dabei jedoch nicht fündig wurde. Wie auch. Das Handy befand sich in Gabriels Besitz. Genauer gesagt in seiner Hosentasche. Unschuldig schob er beide Hände in die Hosentaschen und zog gespielt fragend die Augenbrauen hoch. Er hoffte inständig, dass die Blonde seinen Akt nicht durchschauen würde, war sich aber nicht komplett sicher. Na gut, sein Gesicht war immer noch zur Hälfte von der blöden Maske verdeckt, die er zwar gerichtet hatte, dank dem vom rennen produzierten Schweiß vorhin aber unangenehm an seiner Backe pappte. Am Liebsten würde er sie sich einfach von der Visage reißen, doch wollte er inzwischen nicht riskieren, als Todfeind markiert zu werden. Noch dazu von jemandem, deren Mittel und Wege er nicht kannte, die ihr zur Verfügung standen. Und Junge, würde sie all die wahrscheinlich nutzen, wenn sie herausfinden sollte, dass er ihr Pokémon geklaut hatte... außer er konnte es irgendwie zurückgeben.
Früher oder Später würde sie jedoch wissen, was los war. Seinen ersten Akt, in dem er den Besoffenen gemimt hatte, hatte sie inzwischen wohl schon durchschaut – musste einfach sein – also war es nur noch eine Frage der Zeit bis sie eins und eins zusammenzählen würde. Innerlich seufzend ging Gabriel um die Blonde herum und sah sich auf dem Boden um. Er strengte sich wirklich an so auszusehen, als wäre er legitim irgendwas am Suchen, schob sich dabei aber das Handy in den rechten Ärmel seines Sakkos und nahm die Hände dann wieder aus den Hosentaschen. Dann schob er ein paar Äste und Gestrüpp aus der Richtung zur Seite, aus der die Blondine gerade eben noch gestolpert gekommen war. Als er ein paar Meter entfernt und halbwegs von Geäst verdeckt war stieß er ein lautes „Hah!“ aus, bückte sich, ließ das Handy aus seinem Ärmel in seine Hand gleiten, während er ein paar Blätter auf der Erde aufwühlte und richtete sich dann wieder auf. Triumphierend, oder zumindest so, wie er dachte, dass ein triumphierender Mensch wohl aussehen würde, hielt er das silberne Ding in die Höhe und wandte sich wieder der Kriminellen zu. „Suchen Sie das hier? Der Retter in der Not, der Ritter in glänzender Rüstung, blablabla, Sie kennen die Sätze – ich sag ja, Wiedersehen macht Freude!
Gabriel bahnte sich erneut einen Weg durch das Gestrüpp und hielt der Frau dann das gesuchte Handy hin, immer noch hoffend, dass sie ihn nicht durchschaut hatte. Dann wiederum musste er schon zugeben, ohne eingebildet zu klingen, dass er seinen schauspielerischen Leistungen ja mindestens einen Oskar verleihen würde.

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Beitrag von Oliviaam Mi Nov 20, 2019 12:20 pm

Maskenball #11 mit Gabriel
Olivia war verwirrt. Sie konnte ihr Handy einfach nicht in ihrer Tasche finden, dabei war sie sich sicher, dass es dort hätte sein sollen. Man konnte vieles über die Handtasche einer Frau sagen, aber meist kannten die Besitzerinnen sich mit diesem metaphorisch schwarzen Loch ganz gut aus. Seit sie an der Villa angekommen war, hatte sie es nicht mehr ausgepackt und kurz zuvor hatte sie sich noch vergewissert, dass sie es dabei hatte. Es war bestimmt nicht aus ihrer Tasche gefallen. Rein physikalisch war das einfach… nicht vorstellbar, zumindest in ihrem Geiste. Jedoch wurde ihr bald klar, dass sich das mobile Telefon nicht in der Tasche befand. Nachdenklich wanderte ihr Blick zu ihrem mysteriösen Begleiter, während ihre Hände das modische Accessoire langsam sacken ließen. Dieser Kerl schaute sich scheinbar um. Olivia fing an ihm zu misstrauten. Sicher, sie war von Anfang an nicht komplett blauäugig gewesen, doch glaubte sie nun zu bemerken, dass sie noch vorsichtiger hätte sein sollen. Das ärgerte die Blonde. Das und der Umstand ihres verlorenen Handys. Nein, Moment! Es war nicht nur das! Ihr Porygon war damit gleich mit verschwunden! Olivias Augen verengten sich hinter der Maske. Ihr Blick wurde giftiger. Dieser…
Ein, nein, sein plötzlicher Aufschrei ließ die Wissenschaftlerin aufhorchen. „Hm?“ Der Typ fummelte im Dreck herum, krabbelte durch Gestrüpp und schließlich kehrte er zu ihr zurück. In seiner Hand das kleine, verlorene Stück Technik. Olivia verzog keine Miene, während der Witzbold wieder mit seinem Gequatsche anfing. „Ja, du bist echt ein Held.“ Mit einer ruckhaften Bewegung schnappte sich Olivia ihr Handy. „Bring mich hier weg.“, sprach sie in Richtung des Mikros, ohne das Ding überhaupt irgendwie zu Bedienen. Danach stecke sie es zurück in ihre Tasche. Ihr zurückerlangtes Pokemon würde den Rest schon übernehmen. Auch würde es ihr später so oder so erklären, was wirklich vorgegangen war und wie es überhaupt in die Hände des Typen gelangen konnte. Olivia würde die Wahrheit schon noch erfahren. „Los, komm. Sonst finden sie uns noch.“ Olivia nickte in Richtung der Straße, also die Straße entlang. Es war nicht so, dass sie große Eile hatte. Sie hatte keine Lust zu rennen, aber das war ihrer Meinung nach auch nicht notwendig. Solange sie niemand im Visier hatte, mussten sie sich nicht verausgaben.
Die Wissenschaftlerin seufzte, als sie einen Fuß auf die Straße setzte. „Ich hole mir garantiert noch eine Erkältung diese Nacht.“, erklärte sie ihrem Wegbegleiter resignierend, woraufhin sie einen Blick über die Schulter warf um in Erfahrung zu bringen, ob der Kerl ihr auch folgte. Eigentlich war das ja selbstverständlich. Immerhin war sie sein Ausweg aus der ganzen Misere. Nur durch seine Hilfe entkam Olivia aus der Villa, doch nun lag es an ihrem Kontakt sie endgültig aus dem Gefahrenbereich zu kutschieren. Sie mussten nur noch lange genug durchhalten und sich nicht erwischen lassen. Olivia war aber guter Dinge, dass die Polizei mehr als nur alle Hände damit zu tun hatte, den Bereich rund um die Villa abzuriegeln und dafür zu sorgen, dass möglichst wenige Ziele das Gelände verlassen konnten. Durch diese Blockade waren die Zwei aber schon hindurch gebrochen…

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Beitrag von Gabrielam Fr Nov 22, 2019 5:06 pm

Mit Olivia
#037
"Alles was ich höre ist Mimimi," murmelte er unter seinem Atem bevor er die Augen rollte. Naja, wenigstens schien die Alte ihn mitzunehmen, dann hatte er wenigstens eine Fluchtmöglichkeit - und auch seine kleine Wiedergabeaktion war nich vollends schiefgelaufen, also sah Gabriel den heutigen Abend zwar nicht als vollen Erfolg an aber... zumindest auch nicht als extreme Niederlage. Immerhin hatte er ein paar Idioten ein paar Klunker, Geldbörsen und Bargeld abgezogen und somit seinen Lebensunterhalt für die nächsten paar Nächte gesichert. Noch dazu hatte er die Daten von dieser komischen Organisation aus Stratos und die konnte er sicherlich auch noch gut verkaufen. Sobald er sich die mal richtig angeguckt hatte, wenn er wieder zurück in dem kleinen, beengenden Raum des Motels war. Oder vielleicht sollte er das lieber wieder wo anders anschauen, falls der Anzugtyp wieder auftauchen und ihm unterschwellig drohen sollte. Aber das konnte er später entscheiden. Ersteinmal musste er seinem Ticket hier weg folgen. Ein anderes hatte er immerhin nicht, und sie hatte einen privaten Fahrer oder sowas.
Gabriel wäre der Fremden fast einfach so gefolgt, hätte etwas am Rande seines Blickfeldes ihn nicht ruckartig stoppen lassen. Er hatte schon länger das Gefühl gehabt, beobachtet worden zu sein, doch was sich so angefühlt hatte, als hätten weise Augen auf ihm gelegen und jeden seiner Schritte verfolgt, stellte es sich nun als... kleines, ziemlich hässliches Pokémon heraus, das ihn und seine Begleitung aus dem Schatten eines Busches hinweg anstarrte. Ein Übergewichtiges, Wurstartiges Vieh mit Schweinsäuglein sah ihn an, und eine kalte Schauer lief Gabriels Rücken hinunter. Er wollte schon fragen, warum das Pokémon ihn so blöd anstarrte, wollte aber keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Stattdessen hielt er Blickkontakt und folgte der anderen Kriminellen ein paar Schritte, doch das dumme Tier folgte ihm nicht nur mit dem Blick sondern watschelte ihm auch hinterher. Gehörte es zu den Polizisten? War es ein Spion? Gehörte es dem Anzugheini aus Stratos – nein, dazu war es wirklich zu hässlich. Plötzlich schellte – oder rollte? Das Vieh ein Stück nach vorne und fauchte Gabriel erbarmungslos an. Erst dachte er, es würde einfach angreifen, seine hässlichen, abgebrochenen Schneidezähne in sein Wadenfleisch rammen, doch es blieb weiterhin ein paar Fußlängen entfernt, die kleinen, bösen Augen immer auf Gabriel gerichtet, vorsichtig hin und herschwankend... oder aber, es versuchte Gleichgewicht zu halten? Jetzt jedoch versperrte es ihm den Weg. Hatte er dem Vieh irgendwas getan? Nein. Verhielt es sich wie ein Predator? Ja. Solange es sich aber nicht wie eines der Filmmonster in ihn hereingraben und seine Eier in ihm ablegen würde wollte er versuchen, es mit dem Vieh aufzunehmen. Gott wäre das eklig, wenn so ein Vieh sicha us seinem Brustkorb graben würde. Aus seiner Hosentasche meldete sich plötzlich eine elektronische Stimme. "#399. Bidiza – Typ: Normal. Es hat Nerven wie Drahtseile, nichts kann es erschüttern. Es ist agiler und aktiver, als es scheint. Geschlecht: Weiblich. Gewicht: Übergewichtig. Charakter: Wahrscheinlich rollig."
Okay, irgendwas stimme mit seinem Pokédex nicht. War er da irgendwie drauf gefallen, als er den Abhang hinuntergerollt war? Aber darum sollte er sich später kümmern, denn gerade  schien das Wurstiza ihn für eine Bedrohung zu halten – war es vielleicht schwanger oder so und sah in ihm einen Feind? Wegen der Maske? Oder lag es einfach an ihm? Vielleicht roch es ja, dass er absolut keine Kinder leiden konnte. Auf der anderen Seite wusste Gabriel nicht, ob und wie Pokémon überhaupt Kinder bekamen, also verwarf er diesen Gedanken recht schnell wieder. Stattdessen überlegte er, wie er an dem Pokémon vorbeikommen sollte, wollte er nicht unbedingt seine ungewollte Begleitung um Hilfe fragen, noch wollte er Glue in einen Kampf verwickeln... allerdings hatte er schon länger nachgedacht, sich ein weiteres Pokémon zuzulegen, und auch wenn das Vieh vor ihm hässlich war, so würde er es sicher zum Kämpfen benutzen können.
Wieder fauchte es und sprang ein Stück auf Gabe zu. Er hingegen zückte einen leeren Pokéball und bevor das Fette Ding mit mehr als einem aufgeregten Piepser reagieren konnte segelte der Ball schon durch die Luft. Nur, dass genau in dem Moment etwas verdammt schnelles an Gabriel vorbeilief. Aus dem Augenwinkel nahm er gerade noch eine riesige, Katzenartige (?) Silhouette war bevor sein geworfener Ball etwas traf und in einem grellen Licht zu Boden ging, den Nachthimmel erhellte und dann für einen Moment ruhig lag. Er wackelte ein wenig und sowohl Gabriel als auch das fette Bidiza starrten mit riesigen, verwirrten Augen darauf bis – warte, moment? Er und das Bidiza? Aber das hieß ja, dass Gabriel irgendwas anderes am Fangen war – die Realisation traf ihn wie ein schlag und er wollte gerade hervor hechten und das wasauchimmererdafing aus dem Ball werfen, als dieser still liegen blieb und ein Klicken die Stille durchbrach.
"Pokémon erfolgreich gefangen. Glück gehabt.", ertönte es erneut aus seiner Hosentasche.
"Was, aber ich habe doch -"
"#807. Zeraora – Mysteriöses Pokémon. Typ: Elektro. Fähigkeit: Voltabsorber. Größe: groß. Gewicht: Schwer.
"Oaoa-was? Was, aber ich -"
"Pscht. Attacken: Plasmafäuste, Aero- Ass, Elektronetz und Gigastoß. Have fun." Dann wurde es wieder still während Gabriel den Ball anstarrte, dann langsam den Blick hob und auf halber Strecke den Augen des Bidizas begegnete. Das starrte ihn eine Sekunde an, piepste dann wie ein aufgeregter Spaten und verschwand mit einer nicht gerade gekonnten Rolle in dem Gebüsch, aus dem es gekrochen gekommen war. Gabriel stand noch immer auf der Stelle, auf die er sich zuletzt bewegt hatte, wie eine schlechte Schachfigur, die die Regeln nicht kannte, und starrte auf den Pokéball, der nun mit einem blauen Licht von selbst aufging. Vor ihm stand nun auf zwei Beinen – Pfoten? Ein gelb-schwarzes Wesen was ihn mit zusammengekniffenen Augen ansah. Gabriel wollte gerade den Mund aufmachen um etwas zu sagen, als das fremdartige, legendäre Pokémon auch schon seinen Arm – Pfote? - hob und ihm so ins Gesicht boxte, dass er kurzerhand mit einem verwunderten Laut, der seinem Mund entwich ein gutes Stück nach hinten flog. Dort blieb er erst einmal im Dreck liegen, richtete sich aber auf die Unterarme und sah das Wesen mit immer noch Bauklötzen als Augen an. Was zum Henker ging hier gerade ab?!

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