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Wie in diesem Thread darauf hingewiesen wurde, wird Nahash ab heute ihre Teamarbeit als Gründungsadministratorin wieder aufnehmen.

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Beitrag von Lawrenceam Mo Dez 12, 2016 10:26 pm


Lawrence und Larina
I'm just here to avoid my duties. Don't mind me.

#141

Larina hatte glücklicherweise Verständnis für seine Situation und trank noch hastig aus, bevor sie sich daran machte, ihre Dinge zusammenzupacken. Überrascht stellte Lawrence dabei allerdings fest, dass sie ihm die Kekse daließ. Für einen Augenblick überlegte er bereits, ob er nicht ablehnen sollte, doch letzten Endes würde er sie damit womöglich nur kränken und solch eine kleine Aufmerksamkeit konnte man sich sicher gönnen. Ihm hatten die Kekse immerhin wirklich geschmeckt.
"Oh, das ist... vielen Dank!", entgegnete er daher verlegen auf ihre Freundlichkeit und betrachtete die Box noch einmal für einen kurzen Augenblick. Erneut musste er an Nahash denken und erneut machten sich die Schuldgefühle in ihm breit. Er wünschte, er könnte sie einfach verdrängen, doch leider war das Leben nicht so einfach. Er war nicht einfach. Doch das war nicht der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken.
Immerhin schien sich Larina darüber zu freuen, dass sie Nummern taschten. Und der Schwarzhaarige konnte nicht anders, als sich bei diesem Anblick wieder ein wenig erheiterter zu fühlen. Eine Sache mochte zwar schieflaufen, doch dafür gewann man doch wieder etwas anderes, oder nicht? Es wäre leider nur so viel einfacher, wenn er diese Zweifel endlich würde ablegen können und jedem Menschen mit derselben Aufrichtigkeit begegnete. "Gut, ich freue mich schon darauf.", entgegnete er schließlich auf die Worte der Weißhaarigen hin, dass sie sich daran erinnern würde, ihnen mal einen besuch abzustatten, wenn sie sich in Twindrake City aufhielt. "Dasselbe gilt auch von meiner Seite. Ich bin mir zwar sicher, dass es mein Fennexis freuen würde, dich etwas näher kennenzulernen, aber zwinge dich auch nicht allzu sehr, okay?" Und mit diesen Worten verabschiedete er sie schließlich. Dabei verharrte er jedoch noch einen Augenblick und sah Larina hinterher, bis sie völlig aus seinem Blickfeld verschwunden war.
Für diesen Moment zögerte er noch, Delilah zum Zusammenpacken endlich aus ihrem Ball zu holen und wandte seinen Blick stattdessen wieder der Aussicht zu. Man fühlte sich gleich umso einsamer, wenn man gerade eben noch Gesellschaft gehabt hatte. So zog Lawrence seine Knie näher an sich heran, seinen schmerzenden Fuß dabei ignorierend, und vergrub sein Kinn zwischen ihnen, während seine Augenlider sich wehmütig senkten. Er musste an die ursprüngliche Intention seines Ausflugs hierher denken, als er die metergroßen Tiefen nur wenige Schritte vor sich sah. Intentionen, die er gehegt hatte, bevor Larina urplötzlich aufgetaucht war.
Im Nachhinein konnte er nur noch daran denken, wie Leid es ihm tat.

Letztendlich ließ er Delilah endlich wieder an die frische Luft und die Füchsin war wieder einmal äußerst mürrisch gelaunt. Jemand wie sie war wohl alles andere erfreut darüber, Packesel für ihren Trainer zu spielen, insbesondere wenn sich dieser "Trainingsausflug" letztendlich für die Katz herausstellte. Wobei dieser Eindruck ihrerseits nun mit Sicherheit falsch war. Lawrence selbst hatte ziemlich viel aus dieser einen Konversation gewonnen, auch wenn man es ihm nicht direkt ansehen mochte.
Jedenfalls wechselten die beiden trotz dessen nicht mehr allzu viele Worte, während sie sich auf den Weg waren. Delilah schien sich auch gar nicht dafür zu interessieren, was letztendlich aus der weißhaarigen jungen Frau geworden war, die sie so sehr verschreckt hatte. Das war allerdings weniger Ignoranz ihrerseits - insgeheim schämte sie sich doch dafür, jemanden durch ihr bloßes Auftreten derart zum Weinen gebracht zu haben und entschloss sich lieber dazu, es zu verdrängen.

[tbc: Twindrake City - Blumenladen Wunschtraum]

__________________________
Lawrence
狐火
Arenaleiter von Twindrake City

Pokémon-Team :
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Geese:

Punkte : 655
Multiaccounts : Alistair, Spencer, Preecha, Yang, Samuel, Lee, Jonathan
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Beitrag von Lawrenceam Mi Jun 21, 2017 3:11 am


Lawrence all alone
 

#147

[cf: Wendelberg - Bergmitte]

"Hahaha... ahahaha..." Es erstaunte Lawrence selbst, dass ihm in dieser Situation überhaupt nach Lachen zumute war. Seine Hände tief in seiner Kleidung vergraben schritt er gebeugt voran, in dem verzweifelten Versuch, sich warmzuhalten. Der Wind peitschte ihm um die Ohren und gab ihm das Gefühl, als würde er mit jeder Böe ein Stück tiefer in sein Fleisch schneiden. Schon so oft genug hatte er sich gewünscht, dass er seine Existenz einfach beenden und ausradieren könnte, doch in keinem Moment hatte er das so sehr getan wie in diesem. "Warum zur Hölle tue ich mir das an...", fluchte er daher unter zusammengeknirschten Zähnen und versuchte, das Zittern seines Körpers auszublenden. Wie bescheuert war er eigentlich? Er konnte keinen Meter weit sehen und bekam nur aus dem Augenwinkel die zögernden Bewegungen seiner Pokémon mit, die sicherlich ebenfalls unter dem Sturm zu leiden hatten. Insbesondere Sentiment, der von Natur aus keine weitere Möglichkeit besaß, sich in irgendeiner Weise zu wärmen.
Was versprach er sich von alldem? Wie sollte er in diesem Sturm ein einziges Fukano finden? Fragen, auf die er keine Antwort hatte. Es war wie vor einigen Wochen, als er in dieses brennende Gebäude gerannt war. Als würde er sich erhoffen, etwas ganz anderes auf diesem Weg zu finden.
Sein Körper zitterrte, letztendlich musste er einmal stark husten und hielt inne. Aus diesem Grund konnte er gerade knapp aus dem Augenwinkel erkennen, dass sein Vulnona sich schon wieder verselbständigte und eine komplett andere Richtung einschlug. "Astra...?!", keuchte der Schwarzhaarige daraufhin panisch hervor. Wer wusste schon, was im Kopf dieses Pokémon vor sich ging! Eines war jedoch sicher, er konnte nun nicht das einzige Feuerpokémon verlieren, das er aktuell bei sich hatte. Das würde ansonsten alles andere als gut für ihn ausgehen. Er versuchte seinem Vulnona zu folgen, doch der Wind ließ ihn von seinem Pfad taumeln und eine andere Richtung einschlagen.
Auf einmal spürte er, wie seine Füße nicht länger festen Boden berührten. Sein Körper neigte sich zur Seite und er fiel in die Tiefe, die Situation geschah so plötzlich, er konnte nicht einmal schreien. Sein Rücken kam hart auf und der Aufprall stieß mit einem Mal sämtliche Luft aus seinen Lungen. Keuchend rang er nach der eisigen Luft und krümmte sich angesichts des dumpfen Schmerzes, der nun seinen Körper durchzog. Er konnte sich bewegen, doch es tat fürchterlich weh. Wie tief war er gefallen?
Er durfte allerdings auf keinen Fall auf diesem eisigen Grund liegen bleiben! Stöhnend drehte er sich auf seinen Bauch und versuchte sich abzustoßen. Seine Glieder waren jedoch dermaßen taub und schwer geworden, er spürte nicht einmal mehr den Schnee unter seinen Händen, seine Gesten waren von einem heftigen Zittern untermalt. Das Keuchen, das Lawrence in diesem Moment ausstieß, glich nun vielmehr einem kläglichen Jammern. Er musste aufstehen. Er musste weitergehen. So wollte er keinesfalls verenden. Die Verzweiflung trieb ihn dazu, ein letztes Mal seinen Kopf in die Höhe zu reßen, doch sein Fuß strauchelte und er landete mit dem Gesicht nach vorne erneut auf dem eisigen Grund. Seine Augenlider wurden schwer, nicht nur wollte sein Körper sich nicht mehr vernünftig bewegen, er war einfach unfassbar müde. Es half nichts. Es hatte einfach keinen Sinn.
Allmählich schlossen sich seine Augen, seine Sicht wurde schwarz. Das Tosen des Sturmes war in seinen Ohren zu einem dumpfen Rauschen verkommen. Letztendlich würde das wohl die einzige Option sein, dieser Situation zu entkommen. Er wollte einfach nur noch weg von diesem Ort...

"Wenn du jetzt einschläfst, wirst du nie wieder aufwachen."

Diese Stimme, die in seinen Gedanken widerhallte, war nicht seine eigene. Ein merkwürdiges Gefühl ergriff Lawrence, das er nicht weiter definieren konnte. Er war es gewohnt, sich selbst in Gedanken niederzumachen, als würde eine zweite Person zu ihm sprechen. Doch dieses Mal war es anders. Zusätzlich dazu mischte sich der sanfte Klang der Klarglocke, die er an seiner Hüfte festgebunden hatte und nun plötzlich dem Tosen des Sturmes zu trotzen schien.
Er ballte die Hände vor seinem Kopf zu Fäusten und versuchte noch einmal, sich von dem kalten Grund zu erheben. Er wollte seine Augenlider öffnen, doch sie waren wie verklebt. Er konnte sie mit aller Macht nur sachte heben und selbst dann erschien ihm die Umgebung sogar durch seine verschobenen Brillengläser hindurch äußerst verschwommen. Was er jedoch erkennen konnte, war eine blasse Gestalt, beinahe komplett in weiß gehüllt. Sie glich fast schon einer Silhouette. Es schien ihm so, als würde sie zu ihm hinabblicken. Seine Augen fielen wieder zu, er blinzelte. Als er seine Lider ein weiteres Mal hob, schien es ihm, als hätte sich diese Gestalt plötzlich ein ganzes Stück von ihm entfernt, mit einem fast schon auffordernden Lächeln. Er kannte diese Frisur, deren Strähnen stets die linke Hälfte des Gesichts überdeckten...
"...Sache... verell...", raunte Lawrence schwach hervor und hob mit letzter Kraft seinen linken Arm, als würde er eine Hand ergreifen wollen. Seine Lippen brachten es in deutlicher Langsamkeit gerade noch zustande, das Wort "Hilfe" zu formen, ehe sein Körper mit einem Mal erschlaffte und zu Boden sackte.
Sein Arm erreichte jedoch nicht den eisigen Grund. Statt vollends in sich zusammenzusacken, stützte sich sein Arm plötzlich auf etwas weiches, warmes, das mit aller Macht versuchte, ihn nach oben zu ziehen. Lawrence reagierte und umfasste mit seiner Hand das Fell dieses Wesens. Letztendlich schaffte er es noch einmal, seine Augenlider zu öffnen und erkannte nun klar, wer direkt neben ihm kniete. "Sentiment...!", keuchte er nun hervor, weitaus lebhafter, als wäre er plötzlich aus seiner Trance gerissen worden. Mit einem Mal kehrte sein Lebensgeist in ihn zurück und er schaffte es, einigermaßen wieder auf die Beine die Beine zu kommen. Er war jedoch nach wie vor auf die Stütze von Sacheverells Pokémon angewiesen, das ihn entschlossen beäugte. Es schien ihn auf keinen Fall verlieren zu wollen.
"Du bist wirklich... haha...", versuchte der Arenaleiter hervorzubringen und dabei stark zu klingen, erreichte damit jedoch so ziemlich das Gegenteil. "...unmöglich... genau wie er..." Melancholisch schloss er ein weiteres Mal seine Augen, sich darauf gefasst machend, nun weiter zu gehen.

Plötzlich durchschnitt jedoch ein grelles Rufen das Tosen des Sturmes. Es war derart kräftig, dass es den Körper Lawrence' bis ins Mark erschütterte und ihn seine Augen abrupt aufreißen ließ. Mit einem Mal ließen die Winde ein wenig nach, als würden sie diesem Ruf folge leisten, und ermöglichten es dem Schwarzhaarigen, sich nach der Quelle dieses Rufens umzusehen. Letztendlich wandte er seine Augen nach oben... und erblickte etwas, das er in seinen kühnsten Träumen nicht für wahr gehalten hätte.
Ein goldener Schleier zog sich über den Horizont hinweg, dessen Schweif in den Farben des Regenbogens glänzte. Er durchtrennte die Sturmwolken, um einen Pfad aus Mondlicht zu ebnen und schien die Spitze des Wendelbergs anzusteuern. Es schien dem Arenaleiter, als wäre in diesem Augenblick sein Herz stehen geblieben. Er kannte dieses golden glänzende Gefieder, diese majestätische Bewegung dieser gebogenen Schwingen... er hatte schon zu viele Abbildungen dieses Wesens bewundert, um sich nun zu irren. Dennoch war der leibhaftige Anblick weitaus atemberaubender, als es jedes Kunstwerk hätte sein können.
"Ho-Oh...", murmelte Lawrence mit weit geöffneten Augen, in denen sich der Glanz des Himmels widerspiegelte, seine Stimme bebte vor Ehrfurcht. Mit einem Mal konnte er sein Herz nun umso deutlicher in seiner Brust schlagen spüren. Es war nicht nur Aufregung. Eine Empfindung war gefunden worden, die er schon seit langer Zeit verloren geglaubt hatte. Hoffnung. Ihm war ein Ziel in Erinnerung gerufen worden, das er in all seiner Besessenheit über seinen Aufenthaltsgrund in Einall vollkommen vergessen hatte. Nun schien es, als wäre tatsächlich etwas in ihn zurückgekehrt, das ihn vor zwei Jahren noch ausgemacht hatte.
"Sentiment! Der Gipfel!", wies er das Unlichtpokémon entschlossen an, das bei diesem Anblick ebenso große Ehrfurcht zeigte wie sein Trainer. Es teilte seine Entschlossenheit jedoch und abrupt schnellten seine schwarzen Klauen voran, um den Berg zu erklimmen. Lawrence hatte nun beide seiner Hände tief im Fell seines Begleiters verankert und gab sich alle Mühe, mit seinem Tempo mitzuhalten.

Es war ein mühsamer Weg gewesen. Je weiter sie sich dem Gipfel genähert hatten, umso heller war ihre Umgebung geworden. Der Schnee peitschte ihnen jedoch nach wie vor unablässig entgegen, als würde es von seinem Stolz abhängen, ihnen ein würdiges Hindernis zu bieten.
Letztendlich überschritt der Arenaleiter jedoch die Schwelle zu dem Plateau, das den Gipfel des Wendelbergs bildete. Jener Ort, an dem er schon so oft trainiert hatte, der ihm in diesem Augenblick allerdings so fremd erschien wie kein anderer Ort Einalls. Der goldene Schleier segelte über ihn hinweg und Lawrence fiel auf seine Knie, eingenommen von dem Schauspiel, das sich ihm bot. Der lange Hals dieses majestätischen Vogels bog sich in seine Richtung und die rot glänzenden Augen dieses Wesens musterten seine Gestalt eindringlich, ehe es plötzlich das erblickte, was es gesucht zu haben schien. Mit einem Schwung seiner Flügel löste sich der goldene Glanz um seine Erscheinung herum auf und er landete sanft auf dem Grund unter ihm, die Erscheinung dieses Menschen eindringlich musternd, der derart ehrfürchtig zu ihm aufsah. Es bedurfte jedoch nur eines kurzen Blickes hinter die Gläser dieser Brille um zu erkennen, dass trotz dieses hoffnungsvollen Glanzes, der seine Iriden ausfüllte, ein Mensch hinter diesen Seelenspiegeln lag wie jeder andere auch. Zerfressen von Korruption und Begierden. Er mochte zwar die Klarglocke bei sich tragen, doch dieses Symbol alleine bestätigte nicht das, was Ho-Oh all diese Jahrzehnte lang in der Menschheit gesucht hatte.
Lawrence wurde dieser Umstand abrupt klar, als der rote Phönix seine Schwingen erneut ausbreitete und sich mit einem Stoß wieder in die Luft beförderte, der den Schwarzhaarigen beinahe von seinen Knien gefegt hätte. Fassungslos stützte er sich jedoch im letzten Moment ab. Nein! So durfte es nicht enden!
"W-warte...!"
Vollkommen unvorbereitet wurde das legendäre Pokémon von einem gewaltigen Feuerstoß von der Seite attackiert und taumelte wieder zu Boden. Es schien unbeeindruckt von der Attacke zu sein, doch der Überraschungseffekt war stark genug gewesen, um es am Abflug zu hindern. Lawrence konnte seinen Blick nur entsetzt der eigentlichen Quelle dieses Angriffs zuwenden. Astra stand unweit von ihm entfernt, ihre Schnauze stolz gehoben und dem legendären Pokémon lediglich einen verachtenden Blick zuwerfend. Abrupt zog sich im Inneren des Arenaleiters etwas zusammen, als sie zu einem weiteren Inferno-Angriff ansetzte. "Stopp! Das darfst du nicht!", schrie er seinem Pokémon verzweifelt entgegen, doch das schien das Vulnona nicht zu kümmern. Es bombardierte Ho-Oh mit weiteren Feuersalven, die der Vogel mit seinen Flügeln abzuschirmen wusste, ehe es diese erneut ausbreitete. Die Funken der abgeblockten Attacken schossen durch die Luft und erneut ließ der Phönix einen grellen Schrei ertönen, der dieses Mal eine deutliche Warnung darstellte. Sowohl an das Pokémon... als auch an den Menschen, der zu ihm gehörte.

Von der Frustration übermannt konnte Lawrence daraufhin nicht anders, als seine Hände zu Fäusten zu ballen und den Boden anzustieren. Sein Ziel war es gewesen, bestimmte Worte an Ho-Oh zu richten. Es von seiner Meinung über sein Handeln zu überzeugen. Doch so, wie sich diese Legende in diesem Augenblick verhielt, schien es offensichtlich, dass sie ihm kein Gehör schenken würde. Erst recht nicht, nachdem sie attackiert worden war.
Während Sentiment vor der bedrohlichen Haltung Ho-Ohs zurüvkwich, trat Astra hervor, direkt in das Blickfeld ihres Trainers. Den roten Augen des Vulnona war nach wie vor die Verachtung zu entnehmen, die es dem Vogel entgegebrachte. Mit einem Mal löste sich die Anspannung des Schwarzhaarigen wieder, als ihm klar wurde, was sein Pokémon mit diesem durchtriebenen Grinsen um seine Schnauze herum andeuten wollte. Astra war schließlich über 580 Jahre alt. Es stand außer Frage, dass sie das Niederbrennen des Zinnturmes wohl mit eigenen Augen gesehen hatte...
"Richtig...", murmelte daraufhin schwach hervor, als ihn die Meinung des fuchsartigen Wesens vereinnahmte. Seine Lider senkten sich, um einen leeren Blick zu formen. Schlussendlich sah er auf, dem legendären Vogel direkt in die Augen sehend. Seine Stimme hatte wieder an Kraft gewonnen, doch der Ton war ominös, er verkündete Unheil.

"Trotz allem... ist es immer noch ein Pokémon. Wie jedes andere auch."

Es waren nicht die bloßen Worte, die Ho-Oh empört seine Augen weiten ließen. Es war allein der Tonfall an sich. Diese menschliche Überheblichkeit, die schon damals erklungen war, als der erste Stein gegriffen und nach ihm geworfen worden war. Die Menschen mochten es fürchten und verehren, doch gleichzeitig gab es nichs anderes, was sie mehr verehrten, als sich selbst.
Es war für Lawrence allerdings offensichtlich... wenn Ho-Oh ihm nicht zuhören wollte, dann würde er es dazu bringen, ihm zuzuhören. mit welchen Mitteln auch immer. Letzten Endes ließ sich doch jedes Pokémon fangen, solange man es nur ausreichend schwächte.
"Astra, Inferno!"
Sein Befehl durchschnitt die Luft und das Vulnona spie erneut eine starke Feuersalve hervor, der sich das legendäre Pokémon jedoch ohne mit der Wimper zu zucken entgegenstellte. Es ließ diesen Angriff über sich ergehen und auch wenn es deutlich wurde, dass es nach so vielen Inferno-Angriffen doch allmählich an Ausdauer verlor, hielt es nach wie vor souverän seine Stellung.
Dann folgte der Rückschlag.
Majestätisch breitete der Phönix seine Flügel aus und Flammen schossen um ihn herum hervor, die sich keilförmig nach vorne ausbreiteten, um seine Kontrahenten nicht zu treffen, sondern sie stattdessen einzukesseln. Ein golden leuchtendes Läuterfeuer. Diese gewaltige Hitze ließ Lawrence und Sentiment abrupt zurückweichen und mit einem Mal zersprang sein rechtes Brillenglas, ein deutlicher Riss zierte nun sein Sichtfeld.
Das Unlichtpokémon sah seinen Trainer nun entsetzt an. Was auch immer von ihm Besitz ergriffen hatte, er sollte gefälligst wieder zu Sinnen kommen! Doch selbst nachdem dieser gewaltige Feuerstoß verebbt war, aus dem verzerrten Blick des Schwarzhaarigen war der Kampfeswille kein Stück gewichen. Im Gegenteil, es schien ihm nur weiter entfacht zu haben.
Astra sah dies als ein Zeichen zu handeln und attackierte Ho-Oh mit Bürde. Auch wenn Sentiment mit den Aktionen seines Trainers nicht im geringsten einverstanden war, er konnte nicht zulassen, dass das legendäre Pokémon sie nun aus schierer Wut vom Gipfel fegte und bereitete daher einen Klingensturm vor. Erneut steckte Ho-Oh den Angriff des Vulnonas ein und schrie auf, während es seinen Körper in gleißendes, blaues Licht hüllte. Unterdessen schleuderte das Absol ihm den Klingensturm entgegen. Die Windsichel landeten einen Volltreffer, doch statt den legendären Vogel auch nur zusammenzucken zu lassen, war er nun komplett in blaue Flammen gehüllt, erhob sich mit einem kräftigen Flügelschlag in die Luft und fuhr mit gespreizten Flügeln auf die Pokémon hinab. Der Himmelsfeger war mächtig genug, um sie beide beiseite zu schleudern und ohnmächtig werden zu lassen.

"Ah...!"
Übrig blieb Lawrence, der diese Attacke nur teilnahmslos beobachten konnte. Geschockt starrte er den Phönix an, der ihm aktuell den Rücken zugewandt hatte. Nun blieb ihm keine andere Wahl. Er musste versuchen, ihn zu fangen! Doch direkt in dem Augenblick, in dem er in die Tasche griff, die er bei sich trug, wurde ihm leider viel zu spät etwas klar. Moment... die gehört gar nicht mir, schoss es ihm durch seine Gedanken und er musste seinen Blick daraufhin wieder seinem Ziel entgegenrichten. Ho-Oh hatte ihm über einen Flügelansatz hinweg einen geradezu stechenden Blick zugeworfen, der von Verachtung geradezu erfüllt war. Eingeschüchtert wich der Arenaleiter mehrere stolpernde Schritte zurück, schaffte es jedoch, innerhalb der Tasche einen Hyperball zu fassen zu bekommen und warf ihn nach seinem Ziel. Ho-Oh erkannte dieses Gerät jedoch und wandte sich abrupt um, während es dabei eine Welle aus Psi-Energie entfesselte. Der Sondersensor ließ den Ball zersplittern, was den Arenaleiter letztendlich hilflos dastehen ließ. Er wich weiterhin zurück. Die nackte Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben, gemischt mit Reue.
Doch dieser Anblick trübte den richtenden Blick des legendären Pokémon nicht. Bedrohlich öffnete es seinen Schnabel, weitere goldgelbe Flammen züngelten aus ihm hervor. Kurz darauf entfesselte es ein weiteres gezieltes Läuterfeuer gegen diesen vermessenen Mann.
"AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH...!"
Ein erschütternder Schmerzensschrei durchschnitt die Atmosphäre des Wendelbergs und Lawrence fiel zu Boden, wo er sich wand wie ein Wurm im Dreck. Das Feuer hatte lediglich seine linke Schulter gestreift, doch es war dermaßen heiß gewesen, sodass es ihm eine massive Verbrennung zugefügt hatte. Winselnd lag er nun im angetauten Schnee, Tränen und Speichel liefen sein Gesicht hinab. Es brannte. Es brannte so fürchterlich.
Dabei blieb es jedoch nicht. Plötzlich spürte er einen Druck auf seiner Brust, der ihn in den Schnee presste. Ho-Oh hatte sich wortwörtlich über ihn gestellt. Mit seinen Klauen hielt es seinen gesamten Oberkörper umfasst und sah von oben ohne Gnade auf ihn hinab. Es drückte ihn weiter in den Schnee, die Luft wurde ihm regelrecht abgeschnitten.
"Gh...!" Flehend sah der Arenaleiter zu dem ihm überlegenen Wesen auf. Obwohl sein Körper inzwischen zu schwach wurde, versuche er Worte mit seinem Mund zu folgen. Seine Stimme verließ kaum seine Kehle.
"Ich... e-es...", keuchte er hervor, während sein Körper sich dem Druck des gewaltigen Vogels beugte, "bitte... hör mir z-zu... bitte..." Ein drückendes Gefühl machte sich in seinem Kopf breit, es flimmerte vor seinen Augen. Er war kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren.
Plötzlich wurde der Druck jedoch von ihm genommen. Ho-Oh hatte seine Klaue wieder angehoben, abrupt füllten sich seine Lungen wieder mit Luft, deren kalte Natur tief in seinen Körper schnitt. Das spielte jedoch keine Rolle. Er war immer noch am Leben...!
Aufmerksam hatte der rote Vogel seinen Kopf zu ihm hinuntergebeugt und sah ihm eindringlich in die Augen, seine roten Augen nach wie vor skeptisch. Die Hauptsache war jedoch, dass er überhaupt bereit war, ihm zuzuhören.
"Ich...", setzte Lawrence daher an und atmete ein letztes Mal tief ein, nur um schließlich ein tiefes Seufzen auszustoßen. "Ich... bin leer.", erläuterte er schließlich, jedoch war er sich bewusst, dass diese Worte so keinen Sinn ergaben. "Ich dachte, es hätte etwas in meinem Leben gegeben, dass mich ausgefüllt hat. Aber letztendlich... war es nur eine Illusion, mit der ich mich selbst betrogen habe." Tränen stiegen ihm in die Augen, doch er versuchte, seine Stimme gefasst zu halten. "Also habe ich zwanghaft versucht, sie zu füllen. Egal mit was. Ich wollte einfach... weiter voranschreiten..." Es war wie ein nie enden wollender Hunger. Ein Hunger, der sich lediglich mit einer bestimmten Sache stillen ließ. So suchte man weiter und verleibte sich eine Sache nach der anderen ein, nur um festzustellen, dass dieser Hunger nie gesättigt wurde. Kaum versah man sich, wuchs man zu einem gierigen und verblendeten Wesen heran.
"Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass jeder Mensch leer geboren wird... und es Dinge gibt... die uns ausfüllen. Je nachdem, mit was wir uns zu füllen versuchen, werden wir zu komplett unterschiedlichen Personen..." Ein Keuchen entwich ihm. Seine Kehle brannte. "Doch man kann all das wieder verlieren... und sich ändern... Menschen können sich ändern, Ho-Oh..." Er schloss seine Augen. "Ich habe vor langer Zeit selbst nicht daran geglaubt, bis mir jemand die Augen geöffnet hat..." Nun öffnete er sie wieder und warf dem legendären Vogel einen entschlossenen Blick entgegen. "Es mag zwar eine Menge Arbeit bedeuten, doch es ist möglich. Kein Mensch wird mit einem reinen Herzen geboren. Ebenso wenig wird er es je erlangen können. Alles... was wir tun können...!" Mit diesem Worten hob er seine gesunde, rechte Hand, umfasste damit das schwarze Bein des Vogels und versuchte, es mit aller Macht von seinem Körper zu hieven. "Alles, was wir tun können... ist die Balance zu wahren...!", keuchte er unter deutlicher Anstrengung hervor, während er sich darum bemühte, sich unter dem Fuß des Vogels aufzurichten. "Die Welt wird sich nicht bessern, indem du ewig auf diese eine Person wartest! Du musst dich selbst an ihr beteiligen und an ihr wachsen, Leute treffen, Taten vollbringen...!"
Diese Worte schrie er regelrecht hinaus, doch statt sich selbst zu befreien, hob Ho-Oh nun von sich aus seinen Fuß an, tief in Gedanken versunken. Lawrence schaffte es gerade noch, sich in eine sitzende Position zu begeben, sein linker Arm hing schlaff herunter. Aufmerksam verfolgte er, wie der Feuervogel in das nichts starrte und ihn letztendlich wieder mit seinem Blick konfrontierte. Er hatte nun weitaus sanftere Züge angenommen. Aufgrund dieses Anblicks weiteten sich die Augen des Arenaleiters erstaunt. "Was...", stammelte er unschlüssig hervor und wich noch einmal mit seiner Hand zurück, ehe er einen der Hyperbälle aus der fremden Tasche zu fassen bekam. Sie mussten bei seinem Aufprall verstreut worden sein.
Wie in Trance hob er diesen einen Ball auf, um ihn zu mustern, ehe die weißgrünen Federn von Ho-Ohs Schwinge plötzlich über sein Gesicht hinwegstrichen, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Als er seinen Blick anhob, nickte das legendäre Pokémon ihm lediglich bestätigend zu. "Das heißt...", versuchte er seine Geste zu interpretieren und trug dabei den Blick eines unwissenden Kindes, "...du möchtest doch versuchen, dich wieder mehr mit den Menschen zu beschäftigen...?" Ein weiteres Nicken folgte, plötzlich spürte der Arenaleiter, wie ihm heiße Tränen die Wangen hinunterliefen. Er konnte kein Schluchzen mehr unterbinden, eine Welle der Erleichterung und der Freude hatte ihn urplötzlich übermannt. "Mhm...!", war der einzige Laut, den er unter dieser Flut an Tränen hervorbringen konnte und er senkte seinen Kopf gen Boden, während er Ho-Oh den Hyperball entgegenhielt, als würde er ihm ein Opfer darbringen.
Der rote Vogel berührte den Ball mit einer Schwinge und verschwand schließlich in ihm, ohne jegliche Gegenwehr zu leisten. Lawrence wusste nicht, weshalb dieses legendäre Pokémon ihn trotz seiner Taten doch als würdig erachtete... doch auch er würde um jeden Preis versuchen, ein besserer Mensch zu werden, um diese Charakterzüge eines Tages hinter sich lassen zu können.
Kaum hatte er den Hyperball jedoch an sich gedrückt, erreichten die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages seinen Blickwinkel. Er versuchte, seinen Kopf der Sonne zuzuwenden. Der Sturm hatte schon lange geendet. Sie waren nun wohl alle sicher. Das Licht war dermaßen grell, er war kaum mehr dazu in der Lage, etwas zu sehen.
Und letztendlich wurde ihm schwarz vor Augen. Mit der Erleichterung hatte ihn auch die Erschöpfung übermannt und sein Körper klappte regungslos in sich zusammen. Nun war er doch ohnmächtig geworden.

[tbc: Wendelberg - Bergmitte]

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Lawrence
狐火
Arenaleiter von Twindrake City

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